fi'rtbe 6u r ct)5T{8en [aff eit, daß bereit fei, Sku ta r i - i verlassen. itnb daß die Ausdrücke seiner heute vor- r= itt-ag bei dar Mächten eingegangenen Antwort eine gemä ßi g- tereöaTtung geirrten.
Tie „Wiener Alt gemeine Zeitung" schreibt: Die Un-= Nachgiebigkeit Montenegros geht auch klar aus den Meldungen hervor, die von vollständig zuverlässiger Sei!" aus <57ii t ar i eingetroffen sind. Danach beabsichtigt König Nikolaus nach dein Borbilde der Serben und Griechen in den von diesen besetzten albanischen Gebieten, auch in Skutari unter dem Truck der montenegrinischen Truppen eine Volksabstimmung vorzunehmen, durch die die Bewohner ihr Verlangen, unter montenegrinische Herrschaft M kommen, ausdrücken sollen. Gewiß würde eine Abstimmung das von dem König gewünschte Resultat haben. Ebenso gewiß sei aber auch, «daß die Grenzen Albaniens nicht idurlch derartige Plebiszits, sondern durch europäische Beschlüsse teils sestgelegt sind, teils noch festgelegt werden.
Das Reutersche Bureau erfährt: Wenn auch, soweit festgestellt werden kann, keine endgültige Entschei - dun g erreicht wurde, so erzielte die Botschafter Vereinigung dennoch ein wichtiges Ergebnis, indem fie bewies, daß sie noch intakt i st und daß sie eine iweitere Zusammenkunft für Montag vereinbarte. Der s ehr starke Beweis der versöhnlichen Stimmung Montenegros MTbet einen wichtigen Faktor .für die Lage. Einige Botschafter stehen unter dem Eindruck hiervon und hoffen, daß es zum Montag möglich sein würde, durch Mittel der Diplomatie der Entscheidung der -Mächte hinsichtlich der Durchführung ihrer Entscheidung über Skutari entgeg enzukommen und auch für jede Partei Mittel zur Befriedigung der Wünsche Montenegros zu finden. Die Botschafter erörterten auch die Friedensfrage. Es heißt, die Mächte werden in allgemeinen Umrissen die Friedensbedingungen entwerfen, um sie den Krieg- führenden vorzulegen, während die Ausfüllung von Einzelheiten den Delegierten Vorbehalten bleiben soll, sobald sie in London zusammen treten.
Mo m, 30. April. „Giornale d'Jtalia" meldet aus Brindisi: !Niazi Bey und sein Adjutant schifften sich gestern in Vatona an Bord des Dampfers „Wriation" nach Brindisi ein, als fie lauf der Landungsbrücke von einigen Rev vl v e rs ch üss e n «getötet wurden. Es scheint, daß die Mörder Ma Boljetinaz und mehrere Begleiter «wareit, die sich nach der Tat ruhig entfernten.
In Valona herrscht völlige Anarchie. Die Bevölkerung lebt in der größten Furcht, da sie Repressalien von Df cha wid Pascha, ,der ein Freund Niazi Beys war, befürchtet. Dschawid Pascha steht mit 25 000 Mann türkischer Truppen in der Gegend von Sdieri (?), und die Ai tu ahme erscheint als wahrscheinlich, daß Valona von Dschawid Pascha angegriffen wird. Der italienische Konsul hat die Regierung ersucht, schleunigst Kriegsschiffe zum Schutze der italienischen Interessen zu entsenden.
Das Verhalten Essad Paschas.
Konstantinopel, 30. April. Ein TelegkaMm Ess ad Paschas besagt weiter, er sei in Atessio von Offizieren der serbischen Truppen empfangen worden, die ihm militärische Ehren erwiesen. Er ließ seine Artillerie südlich von Atessio in Erwartung von Schiffen, die sie nach Durazzo befördern werden, zurück. Er ziehe sich mit settrem Gefolge in die Gegend des Flusses Mati zurück. Mutzer Instruktionen verlangte Essad Pascha Geld und Lebensmittel. Sofort nach dem Erhalt des Telegramms sandte diePforte an Essad Pascha eine Depesche, tn der er gufgefor dert wird, die eingeborenen Soldaten zu entlass en und die übrigen Truppen nach Beiruth abziehen zu lassen. Weitu infolge der Blok- kade der Transport nicht möglich wäre, sollte er die Truppen nach Valona dirigieren, wo sie sich mit dem Rest der unter Dschawid Pascha stehenden Westarmee vereinigen würden. Die türkische Regierung werde nach Valona Geld und Lebensmittel zur Verpflegung der türkischen Truppen senden.
Ein Vorstoß Dschawid Paschas?
Korfu, 1. Mai. (W. B.) Lebhaftes Geschütz feuer ist aus der Richtung von Valona her hörbar. Mait vermutet, daß die unter Dschawid Pascha nahe bei Valona stehenden türkiseben Truppen die Stadt besetzt haben.
Salonik, 1. Mai. Eine Anzahl Transportschiffe, die aus Duraztzo zurückkehrende serbis che Truppen an Bord haben, sind hier eingetroffen. Die Truppen gehen schnellstens nach Serbien ab, doch bleiben einige Regimenter in Köprülü und Uesküb. Die Serben errichten rings um Uesküb V e rs cha nzun g e n. Niemand darf Uesküb ohne Bewilligung der Behörden verlassen.
Die Hetzrede des Generals Jankovitsch amtlich abgelenffnet!
Belgrad, 2. Mai. Tas amtliche serbische Preßbureau erklärt: Ter unlängst von der Presse veröffentlichte Tert der Rede, die General Jankovitsch in Prizrend gehalten hat, ist vollkommen entstellt wicdergegeben. General Jankovitsch hat eine derartige Rede nicht gehalten und konnte auch nicht aus- sprechen, was einer Drohung gegen die Integrität der Mächte gleichkäme.
Die Friedenspräliminarien.
Kon starrtin opol, 1. Mai. Die Note der Mächte über die Friedenspräliminarien ist der Pforte überreicht worden. Die Note wurde heute int Mimen aller Botschafter durch den «terreichisch-ungarischen Botschafter Markgrafen Pallavirini dem Minister des Aeußern überreicht. Sie enthält noch nicht die Bedingungen zum Präliminarfrieden und ist sehr kurz. Sie ersucht um s o- fortige Einstellung der Feindseligkeiten, um Bezeichnung der Friedensdelegierten und der Stadt, wo sie zusammen treten sollen, um die Friedenspräliminarien auf Grund ibter Bedingungen, die vorher von den Mächten festgestellt worden sind, zu unterzeichnen. Die Pforte wird ihre Antwort morgen übergeben.
Sofia, 1. Mai. (Agence Bulgare.) Auf die Note der Mächte, die durch die Vertreter der Mächte den verbündeten Balkanstaaten ebenso wie der Türkei heute unterbreitet worden sind, ernnberte Ministerpräsident Geschow, daß die Feindseligkeiten zwischen der Türkei und Bulgarien suspendiert seien und daß die bulgarischen Delegierten die gleichen blieben. Als Zusammenkunftsort würden die Verbündeten London wählen.
französische Kämpfe in Marokko.
Aus Rabat wird gemeldet: Oberst Mangin verließ das Lager von Amzerge in der Nacht zum 28. April in der Richtung nach Sidialibuba hin, um die Abteiluna der Schlos zu verjagen Die Abteilung kam 1 Uhr nacMs in Sidiali an, das von dichten Waldungen umgeben ist Es war von zahlreichen Verteidigern besetzt Nach einem heftigen Kampf nahm die Infanterie das Dorf, aber oer Feind ke hr te in großer Zahl zurück. Die französische! Abteilen g machte cyien
heftigen An griff, vertrieb den Feind von den Hohen uni) verfolgte ihn, indem sie ihm schwere Verluste beibrachte. Der Kampf endete um 8 Uhr abends. Die Aufständischen flohen nach allen Richtungen. Die Franzosen hatten 18 To teund 41 Ver wun dete. Die Zahl der gefallenen Feinde ist beträchtlich. Der Kampf spielte sich in der Gegend ab, welche sich für El Hiba erhoben hat.
Deutsches Neich.
Ein Werk des deutschen Kronprinzen.
Unter dem Titel „Deutschland in Waffen" ist, wie das Wolff-Bureau berichtet, soeben bei der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart ein Werk erschienen, dessen Herausgeber unser Kronprinz ist.
Mahmud Mukhtar beim Reichskanzler.
Der Reichskanzler empfing am Mittwoch nachmittag den neuernannten türkischen Botschafter Mahmud Mukthar Pascha.
De r entschlafene böhmische Landtag.
Wie die „Deutsch-böhmische Korrespondenz" meldet, wurde in der Sitzung des Vollzugsausschusses des Deutsch- böhmischen Reichsrates am Mittwoch festgestellt, daß die von dem Ministerpräsidenten eingeleiteten Besprechungen zur Flottmachung des böhmischen Landtages zu keinem Ergebnis geführt hätten und als beendigt zu betrachten seien. Abgeordneter Pachert berichtete über seine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten, der, wie die zitierte Korrespondenz erfährt, erklärte, daß infolge der starken gegensätzlichen Anschauungen zwischen beiden Parteien hinsichtlich des von der Regierung vorzuschlagenden Programmes die - Regierung die von ihr eingeleitete Aktion zur Flottmachung des böhmischen Landtages einstelle. Der Ministerpräsident habe schließlich der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Vertreter der beiden Nationalitäten noch in naher Zeit einen Weg zu einem für beide Teile annehmbaren Kompromiß finden und dadurch den böhmischen Landtag zur Wiederaufnahme seiner normalen Tätigkeit instand setzen würden.
Eine große Bestechungsaffäre in Italien.
Aus Rom wird gemeldet: Der parlamentarische Ausschuß, der zur Untersuchung der beim Bau des I u st i z p a l a st e s in R o m vorgekommenen Unregelmäßigkeiten gebildet worden ist, legte den Bureaus des Senats und der Kammer seinen Bericht vor. Die Schlußfolgerungen des Berichtes betonen, daß eine strafrechtliche Verantwortlichkeit wegen Bestechung seitens der Bauunternehmer vorliegt, namentlich bei der Firma Borelli. Eine mehr oder weniger schwere moralische Verantwortlichkeit trifft die Abg. Guarraeino, Abignente, Brunialti, Mosca und Tommaso, die früheren Abg. Brunirardi und Poli sowie einige Staatsbeamte. Eine politische mehr oder weniger schwere Verantwortlichkeit tragen die früheren Minister Ferraris, Luigi, Laeava und Za- nardelli, der frühere Unterstaatssekretär Pozzi und der Deputierte Luzzatto. Die Kammer beschloß, den Bericht des Ausschusses am 6. Mai zu besprechen. Abignenro gab fernen Rücktritt als Präsident des Budgetausschusses der Kammer, nm sich unbehindert verteidigen zu können. Desgleichen sprachen mehrere vom Ausschuß getadelte Abgeordnete die Absicht aus, sich gegen die erhobenen Anschuldigungen verteidigen zu wollen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 2. Mai 1913.
Der Voranschlag der Stadt Gießen
für das Rechnungsjahr 1913 ist erschienen. Er schließt in der Betriebsrechnung mit 3 559 565,23 Mark und in der Vermögensrechnung mit 3 084 812,28 Mark, insgesamt also Mit 6 644 377,51 Mark ab. Im Jahre 1912 schloß die Betriebsrechnung mit 3 293 011,72 Mark, die Vermögensrechnung mit 2 819 833,53 Mark und der GesamtvoranscUag mit 6112 845,25 Marr ab. Sonach ist der neue Voransckstag gegen den vorherigen um über eine halbe Million gestiegen, lieber die Entwicklung der Gemeindesteuern enthält der Voranschlag folgende Angaben: Nach Mitteilung des Finanzamts Gießen beträgt die für die Ge- meindeeinkommenfteuer festgesetzte staatliche Einkommensteuer 560 458 Mark. Es wird vorgeschlagmi, den bisherigen Satz Don 120 Prozent dieser Steuer beizubehalten. Es ergibt sich hieraus eine Einnahme an Einkommensteuer von rund 672 550 Mark. Nach derselben Mitteilung betragen die Steuer werte von Vermögen: von Gebäuden und Grundstücken 131 993 600 Mark, von an Gewerbebetrieben 59 425 300 Mark und vom Kapitalvermögen (zur .Hälfte- 42 534 200 Mark, zusammen 233 953,10 Mark. Die Nealsteuern haben 1912 einen Ertrag geliefert von 473 520 Mark. Nach der durchschnittlichen Zunahme in den letzten 10 Jahren müßten die Realsteuern nach der bisherigen Veranlagung 1913 483 417 Mark erbringen. Dies würde einen Ausschlag von je 20,8 auf je 100 Mark der berechneten Steuerwerke entsprechen. Es wird vorgeschlagen, diesen Ausschlag auf 21 Pfg. aufzurunden. Hiernach ergibt sich eine Steuer ans dem Vermögen von 491300 Mark. Nach dem Ergebnis der letzten Jahre sind 35 000 Mark nachttäglich zur Veranlagung kommende Steuern anzunehmen, so daß sich mit einigen kleineren Einnahmen aus den Gemeinde steuern eine Einnahme von 1 199 150 Mark, gegen 1086 280 Mark im Jahre 1912 ergibt. Dagegen sind für die infolge von Reklamationen zu erlassenden Steuern 55 000 (1912: 36 000 Mark), für infolge von Zahtungsnnfähigkeit der Schuldner niedergeschlagenen Steuern 13 000 (12 000 Mark), an Gebühren des Finanzamtes für die Veranlagung und Negisterfertigung 4000 (1700) Mk. und ate Beitrag zu den Kvsten der Kanalisation 61000 (54 000) Mk. vorgesehen. Das macht zusammen 133 050 aus gegen 103 750 Mark im Jahre 1912.
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L. U. Immatrikulation. Die erste Jmmatriku- (ation findet morgen mittag 12 Uhr pünktlich in dem Univer- sitätsgebäude statt.
** Einweihung des Berliner Stadions. Zur Einweihung des Stadions in Berlin am 7. und 8. Juni 1913 sind die 25 besten Turner aus dem Mittelrhein-Turn- freife bestimmt worden. Aus Hessen sind es: Ludwig Bepler, Turnverein von 1846 Gießen, Mühl, Turnverein 1817 Mainz, Kirsch, Turngemeinde Westhofen und Burkart, Turnverein Bieber bei Offenbach.
* * I n Audienz empfangen wurde vom Groß- Herzog am Mittwoch u. a. Kreisveterinärarzt Dr. Engelmann von Nidda.
” Bevorstehender Besuch des Prinz re gen ten- paar§. Prinzregent Ludwig von Bayern und Prinzessin Ludwig werden am Dienstag, 13. Mai, nachmittags 4.47 Uhr, von Speyer kommend, zum Antrittsbesuch am Großherzogl. Hofe in Darmstadt eintreffen. Aus dem Bahnhof findet feierlicher Empfang statt, anschließend im Schloß Galatafel. Für den Abend des 14. Mai ist im Hostheater eine Galavorstellung vorgesehen, in der die Oper „Alessandro Stradella" vorgesehen ist. Die Abreise erfolgt am 15. Mai, mittags 12.35 Uhr, nach Bad Kissingen. Im Gefolge der bayerischen Herrschaften werden sich befinden: Oberhofineisteriu Gräfin von Dürckheim, Hofdame Frei in von Kesling, Hos- ar schall Freiherr von Laßberg, Staatsrat und KabinettSchcf ' von Dandl, vortragender Gcneraladjutant Generalleutnant
von Walther, Oberstleutnant und Flügetadjutant Graf zu Castell-Gastell, Ordonnanzoffizier Oberleutnant Freiherr von der Tann, Obermedizinalrat Leibarzt Dr. v. Hößlin, Hofrat Walter, Geheimer Sekretär des Kabinetts.
* * Zum 25jährigen Negierungsjubiläum des Kaisers. Nach einer Anordnung des Großchwzogs soll hinsichtlich der Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers am Sonntag den 15. Juni, dem Todestag des Kaisers Friedrich, Ivie in Preußen, von jeder öffentlichen Feier in Hessen abgesehen werden. Soweit von einzelnen Behörden, Gemeindeft und Vereinen eine besondere lokale Feier geplant wird, soll diese tunlichst am Montag, 16. Juni, stattfinden. An diesem Tage sollen auch die öffentlichen Gebäude beflaggt werden.
* * NeuerNotar. Der G r o ß h e vz og hat den Gerichts- assessor Ludwig Köler in Mainz zum Notar mit dem Amtssitz in Oppenheim als Nachfolger des Notars Bohn ernannt.
* * Ter Obst - un d Gartenb auv erein Gießen (Ortsgruppe des oöerh. -Obstbauvereins) hält am Samstag, 3. Mai, abends, seine Jahresversammlung im Cafe Ebel ab. Dabei wird auch der Balkon- und Fenster- schmuck in ausgiebiger Weife behandelt werden. Herr Dr. Hofmann von Friedberg wird den Gegenstand in einem Vortrag behandeln. Jedermann ist eingeladen.
«.Besitzwechsel". Zu der unter dieser Spitzmarke am Mittwoch erschienenen Mitteilung teilt unS Herr Ferd. Sch ott mit, daß er sein früheres Geschäft in der Bahnhofstraße wieder betreiben will.
Kreis Büdingen.
h. Büdingen, 1. Mai. In den kleinbäuerlichen Kreisen unseres Kreises herrscht Mißstimmung darüber, daß es gar nicht mehr möglich ist, Ackerland zu er- werben, da jedes zur Veräußerung stehende Gut sofort von den Fideikommissen aufgesogen wird. Die Bauern sind dann gezwungen, zu hohen Preisen Pachtland von den Fideikommissen zu erstehen. Erst neulich sind wieder mehrere Bauerngüter für immer dem Kleinbesitz entzogen; trotzdem man sich Mühe gab, sie zu halten, siegte der Großgrund- besitzer mit seinem höheren Angebot.
x Altenstadt, 1. Mai. Dem Gründer und langjährigen Leiter der Blindenanstalt zu Friedberg, Johannes Peter Schäfer, wurde heute in seinem hiesigen Geburts- orte ein würdiges Denkmal errichtet, eine Gedenktafel mit Widmung, die in der Kirche angebracht worden ist. Heute fand unter starker Beteiligung die Einweihung statt, die mit dem Dekanatsmissionsfest für das Dekanat Rodheim verbunden war. Ms Vertreter der Schäferfchen Familie wohnte Professor Dr. Schäfer aus Schwerin der Feier bei. Ansprachen hielten Ortspfarrer Hensel, Dekan Orth- Nieder-Wöllstadt, der Vertreter der Blindenanstalt Friedberg und des Landesvereins für innere Mission. Der „Blindeu-Schäser" war am 8. Mai 1813 hier geboren, er starb Weihnachten 1902 im 90. Lebensjahre.
— Lorbach, 30. April. Infolge des herrlichen Früh- lingSwetters haben sich die Bienenvölker in den letzten Tagen außerordentlich gut entwickelt. Bürgermeister Seid hier erhielt bereits heute den ersten Schwarm.
— Wenings, 30. April. Am Sonntag feierte auf dem nahen Forsthause Wernings der Grast. SolmS-Laubachsche Reoierförster FranziSkus feinen 7 0. Geburtstag uni gleichzeitig sein 50jähr igeS Dienstjubiläum. AuS diesem Anlaß wurden dem Jubilar viele Ehrungen zuteil. 1 Unter den Gratulanten befand sich auch der Graf von SolmS- Laubach, der seinem verdienten Forstmanne eine goldene Uhr überreichte, sowie Kreisrat Boeckmann von Büdingen, der im Auftrage des GroßherzogS das silberne Verdienstkreuz Philipps des Großmütigen überbrachte. Franziskus, der sich allenthalben großer Beliebtheit erfreut, wird zunächst noch weiter in seinem schwierigen Dienste verbleiben.
h. Bo rSdorf, 30. April. Vor einigen Tagen verließ Maurermeister W. Baum hier seine Familienangehörigen, um angeblich eine Geschäftsreise nach Frankfurt zu machen, kehrt, aber nicht wieder hierher zurück. Vielmehr lief bei dem zu« ständigen Amtsgericht Nidda ein Brief von Baum auS Kassel ein, worin er den Konkurs anmeldete. Wahrscheinlich hat er den Unannehmlichkeiten des Konkursverfahrens, das heute über sein Vermögen eröffnet wurde, aus dem Wege gehen wollen.
— Stockheim, 30. April. Heute fand im Walther- schen Saale die Hauptversammlung des landw. Bezirks- Vereins Büdingen statt, zu der sich außer zahlreichen Ber- einsmitAiedern sämtliche Bürgermeister des Kreises eingefunden hatten. Besondere Freude erregte die Anwesenheit des Grasen Wilhelm zu Solms-Lanibach. Die Rechnung für 1912 und der Voranschlag für 1913 wurden ohne Bemerkungen und Aenderungen genehmigt. Für langjährige treue Dienstzeit erhielten zwölf laubtotrtschaftliche Dienstboten und Arbeiter Diplome und Medaillen. Sie waren fast vollzählig anwesend, lieber das sehr umfangreiche neue Gemeindeumlagengesetz berichtet in entern zweistündigen Vortrag Finanzrat Hoos aus Friedberg. Für seine klaren Ausführungen dankte der Vorsitzende, Kreis- rat Bioeckmann. Graf Laudach verbreitete sich über die Ausfuhrengsbestimmunaen, die wohl manche Härte enthielten und durch Berufungen geklärt werden müßten. Bei der Vorstandswahl wurden durch Zuruf die seitherigen Mitglieder des Bezirks- und Provinhialvereins ivieder- gewählt. Mr den verstorbenen Bürgermeister Rech in Echzell tritt Bürgermeister Schmidt von Echzell in den Vorstand ein. Die landw. Kreisschau für den Kt:eiS Büdingen soll im September 1913 abgehalten werden und zwar wahrscheinlich in BWrngen.
Kreis Alsfeld.
-b Mücke, 30. April. Für unseren Bahnhöff der jüngst eine neue Bedürfnismstalt erhalten, da die alte nicht mehr den Anfordeimngen entsprach, sind für dieses Jahr bedeutende Erweiterungen vorgesehen. Unter anderem soll das Bahnhofsgebäude auf der Ostseite durch Anbau vergrößert werden, auch umfangreiche Gleisverlegungen sollen borgenommen werden. Die Bausumme soll 90 000 Mk. betragen.
Kreis Lauterbach.
— Stockhausen, 30. April. Bei dem gestern nachmittag über die hie'ige Gegend niederff eg an gen en Gewitter wurden zwei Söhne des Bäckermeisters Kimpel von hier auf dem Felde durch einen in unmittelbarer Nähe einschlagenden Blitzstrahl so betäubt, daß sie längere Zeit bewußtlos liegen blieben. Auch ein Pferd des Gespannes, mit dem dieselben int Begriffe waren nach Hause zu fahren, wurde durch den Luftdruck des einschlagenden Blitzes umgeworsen.


