toiH mit dcti Mitteln der Stadt in eigener Person 3c leihungen Berliner Grundstücke bis 80 v. &. des Grün, stückwcrtes vornehmen, die so erworbenen Hypotheken so bald wie möglich durch Veräußerung unter Ueoernahme dc Bürgschaft wieder verwerten und dadurch neues Betriebs kapital gewinnen.
Auslcrnv. •
Frankreich und die Eröffnung des Panama k a n a l s.
Um den durch die Eröffnung des Panamakanals zu gc wärtiaeuden Handelsverkehr zum Teil nach den franzöli fchen Besitzungen im Stillen Ozean zu lenken, hat der fran zösische Kolonialminister seinem im Parlament abgegeben nen Versprechen gemäß beschlossen, den Bau mehrerer Leuchttürme zwischen Panama und der Insel Tahiti ausz i schreiben. Tie Kolonie von Tahiti hat ihrerseits 900000 Franks bewilligt, wovon 700 000 Franks für Lcuckttürme und 200 000 Franks für die ErrichNtng einer sunkentele- graphischen Station in Paveete verwendet werden sollen. Man hofft, daß die nach Australien und Neuseeland sah renben Schisse schon bei der Eröffnung des Panamakanals einen von Leuchttürmen markierten Seeweg nach Tahiti vorfinden werden.'
Enthüllung bcs Liebig-Denkmal; ZU Darmstadt.
Darmstadt, 31. Oktober
In Anwesenheit des Großherzogspaares, der Minister und zahlreicher hoher Beamten sand heute nach' mittag 124 Uhr die Enthüllung des neuen L i e b i g - D e n k - mals smtt, das in wunderbarer Lage auf dem Luiseii- platz vor der Merckscken Apotheke errichtet worden ist. In seiner Festrede wies Medizinalrat Tr. M e r ck-Darmstadt aus die innigen Beziehungen des Großherzogs Ludwig!, zu L i e b i g hin, der durch den Landesherr» außerordentlich gesördert wurde. Weiter gedachte der Redner der großen Verdienste Liebigs, die besonders dadurch so wertvoll für die Allgemeinheit wurden, weil der große Forscher stets sein Augenmerk aus die Nutzbarmachung seiner Ideen für das Woyl der Gesamtheit richtete.
Nach Uebergabe des Denkmals an die Stadt Darmstadt, die ihrerseits danken ließ, sprach der Rektor der technischen Hochschule, Prof. (Dr. Müller, die besten Glückwünsche aus, woraus Prof. Tr. Körte, der Rektor der Landesuniversität, einen Kranz niederlegte. Nachdem Dr. R a s ch i g, als Vertreter des Vereins deutscher Chemiker, ebenfalls Glückwünsche überbracht hatte, hielt Gey. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer-Gießen folgende Rede:
„Königliche Hoheiten, hochanselmliche Versammlung! Im Auftrage des Arbeitsausschusses zur Erhaltung des Liebig-Laboratoriums in Gießen, möchte ich die Stadt Darmstadt herzlich zur Enthüllung dieses schönen Denkmals beglückwünschen, durch das die Erinnerung an Liebig und seine Her- fnni't in seiner Geburtsstadt wcitcrgcfcstigt ivird. Wir sind in Gießen am Werk, die Hauptstättc seines Wirkens in würdiger Weise wicderherzustellcn und als Museum auszugcstaltcu, und fckou jetzt ist aus der von uns übernommenen Wüstenei ein deutliches Bild der alten Einrichtung herausgcarbeitct worden. Wenn wir auch dabei gerade jet’t Schwierigkeiten und Sorgen in bezug auf die weitere Fertigstellung haben, so kann uns dabei der Anblick dieses Darmstädter Denkmals trösten, das nunmehr zur glücklichen Vollendung gelangt ist. In Liebigs Wirken ist cs ein bemerkenswerter Zug, daß er in seinem engeren Vaterlande, wenn auch unter manchen Kämpfen zur vollen Entfaltung seiner genialen Anlagen gelaugt ist, und gerade diese B o d e n ft ä n b i g f ei t seiner ganzen Entwickelung, macht es dem hessischen Volke und Staate, sowie den hessischen Städten, in denen er den .Hauptteil seines Lebens zuge- bracht hat, zur besonderen Pflicht, sein Andenken in greifbaren Formen scstzuhalten. Hoffen wir, daß neben diesen Erinnerungszeichen in seiner Vaterstadt auch seine Arbeitsstätte bald als Denkmal seiner wissenschaftlichen Methodik zur völligen Wiederherstellung gelangt. In Angesicht dieses Darmstädter Denkmals grüßt durch diesen Kranz das Gießener Liebig-Laboratorium seinen Urheber und Meister."
Als Vertreter des Vereins Deutscher Chemiker, Ortsgruppen Frankfurt am Main, Mannheim und Darmstadt sprachen darauf Geh. Regieruugsrat Prof. Dr. Gra«ebe, Dr. E. K ö b n e r und Prof. Dr. Wöhler. Im Namen der Gesellschaft Liebig-Museum, Gießen, legte Apotheker Werner einen Kranz nieder, indem er kurz seiner Verehrung für Liebig Ausdruck verlieh und die Hoffnung aussprach, daß das Liebig-Laboratorium in Gießen in Kürze vollendet werden möge.
Nach den Ausführungen des Medizinalrat Dr. Vogt, des Vertreters des hessischen Apothekervereines, und des Schuldirektors Dr. Tor seid von der Liebig-Oberreal-
wird also nur durch rcflekticrendes Lickt magisch erleuchtet, wodurch natürlich die Farbensinfonien noch bedeutend erhöht werden.
Eittsprcckcud der reichen Ornamentik des ganzen Saales ist auch der reich parkettierte Fußboden gehalten, ohne daß dadurch seine Farbe und feinte durch! die Technik des Parketts bedingte Strenge in der Zeichnung störend oder aufdringlich wirken.
S>o ist der ganze Raum auf reine Harmonie in Farbe, Form und Tönen gestimmt. Zu der Gesamtdisposition und zu vielen Einzelheiten hat der Großherzog persönliche Wünsche geäußert und in vielem auch die Initiative gegeben, die Professor Albin Müller von der Künsttcrkolonie zu ungemein harmonischer Verwirklichung brachte. Max Streese.
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— Die Aufdeckung eines römischen Amphitheaters in AugSbnrg. In der Augsburger Stephans- gaffe, in einem au der Grenze dos alten „Augusta Vendelicorum" liegenden Stadtteil, führten in diesen Tagen die im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Kinderheims und des Exerzitien Hauses vorgenommcnen Erdarbeileu zu einer interessanten archäologischen Entdeckung. Im Verlause der Arbeiten wurde, wie der „Baumelt" von der Bauleitung mitgeteilt wird, eine ganze Reihe römischer Bauwerke freigelegt. Obgleich der Oberbau des ausgc grabcuen Werkes ttalurgemäß fehlt, ließ der Unterbau sofort er rennen, daß man einer Schöpfung römischer Baukunst gegenüber stand. Der Fund war dabei mit der Entdeckung zahlreicher kleinerer Gegenstände verknüpft, man fand Münzen, vendelinischc Gesäßreste mit Gravlntbezug,^größere und kleinere Ampbo.. nr. stc, Tcrrasigil lataicncrbcn, ein Stück von einer römifdrn Säule ustv Bei den angestellten Nachforschungen ergab es sieb, daß man hier vor den Uebeneftcn des Amphitheaters der römischen Kolonie stand: die tfbronit des Burkhard Zink gibt ausdrücklich an, daß dieses Amvbi tbeater sich an jener stelle befand, an der iebt die nitrömücbvii Bauteile gefunden wurden: im Mittelalter wurde das römische Bauwerk zerstört, indem man die llcberrcfte als Steinbruch bc nutzte. Hast zur gleichen Zeit nnirbe ebenfalls in Augsburg ein zweiter Fund von baugeschichtlickein Interesse gemacht: bei dem vollzogenen Abbruch des Weberhauses stieß man auf die Rests eines viereckigen Turme-, bet dem man es nach dem Urteil d-.r Sachverständigen mit den Neberresten eines der ältesten Patrizier hüufer des frühen Mittelalters zu tun bat Das Mauerwerk zeig! die Eigentümlichkeiten der romomicbcn Zeit. Arckivforschungen ergaben dann, daß auf dem Grundstück des cbvmaluicn Weberhav'. unprünqlid) das Heim der Patrizierfamilic Ilinng stand, icbcn falls verkauite diese Familie das Grttndstück 1389 an die Weber zunft DaS Gemäuer wird vom Stadtbauamt zeichnerisch aui genommen, als ein interessanter Beitrag zur Topographie denn 11 el aUerlichcu .Augsburg.
. ule zu Darmstadt fand die Feier mit einer Besichtigung ocs Denkmals, über dessen Ausführung vonseiten der Großherzogi. Herrschaften das größte Lob ausgesprochen wurde, ihr Ende.
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Bei der Enthüllungsseier des Darmstädter Liebig-Denkmals ist es mit großer Freude zu begrüßen, daß die beiden Vertreter der Liebig-Dcreine Gießen, Pros. Dr. Sommer und Apotheker Werner, mit so großer Begeisterung aus die Vollendung des Gießener Laboratoriums hin gcwiesen haben, es wäre sehr zu wünschen, daß das Laboratorium erhalten bliebe. Wir erfahren noch, daß die Stad! Gießen die Restkauftumme von 50000 Mk. für 1. Ja- ituar gekündigt hat, wodurch die Vollendung des Museums von neuem gehemmt wird.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 1. November 1913.
Zum Reformationsftfte.
Im Münster zu Bern war an einem Abend im Spätsommer Kirchenkonzert. Die Beleuchtung in der großen, gotischen Kirche war nichts weniger als modern. Petroleum ampen spendeten so spärlichen Sckein, daß man die Kon zertbcsucher, die in den Kirchenbänken saßen, nur als dunkle Gestalten sah. Tic Winkel der Kirche waren in Dämmerung gehüllt, Altar und Chorstühlc entzogen sich völlig der Sicht, nur die hohen, schlcutken Pfeiler sah man ausragen. Tas aber gab dte rechte Stimmung. Durch andere Eindrücke nicht abgelenkt, konnte man den Klängen lauschen, mit denen die große Orgel die weite Halle füllte. Johann Sebastian Bach, der Tondichter von durch und durch lutherischem Gepräge, am mit einer seiner Fugen zur Geltung in dem Gottes- )ause, das in seiner Gliederung das Gepräge des mittelalten ichen Katholizismus trägt, und man hatte die Empfindung, daß beides zueinander gehöre.
Am Rcformationsseste liegt die Gefahr nahe, daß evangelische Prediger und Glieder evangelischer Gemeinden allzu sehr Polemik treiben und, indem sie sich in Luthers Zeit und in das gigantische Ringen dcs großen Mannes versetzen, gegen das Papsttum Sturm laufen. Besser ist, wenn sic sich an dem Fest, das zeitlich durch Luthers Thesenanschlag dc- timmt wird, darauf besinnen, was sic an religiösem Besitz mit den Katholiken gemeinsam haben, mit denen sic durch Volkstum und Abstammung, durch die Gemeinsamkeit der geschäftlichen und politifchcn Interessen, durch sreundschaft- iche, oft auch durch verwandtschaftliche Beziehungen vcr- >unben sind. Gemeinsam ist beiden Konfessionen als Grund- age ihres Glaubens das wunderbare Leben Jesu Christi, romme Menschen auf beiden Seiten gründen die Gewißheit ihres Heils auf seinen Opfertod und sind überzeugt, daß cs über alles Erdenglück, geht, wenn eine Seele in Gott Frieden gefunden hat. Und die großen Frommen aller Zeiten: Paulus und Augustin, Franz von Assisi und Bernhard von Clairvaux, die beiden großen Predigcrmönche Taulcr und Meister Eckhart, sic gehören ebenso der evangelischen wie der atholischen Kirche an.
Es ist auch keineswegs so, daß nur die Evangelischen von Luther Segen gehabt haben. Gewiß, sie bauten ihm ihre romme Innerlichkeit unb ihre gottesdienstlichen Formen, aber nur ber geschichtsunkunbige Katholik wirb sagen, baß )ie deutsche Reformation feiner Konfession nur geschadet habe. Das Konzil zu Trient hat unter ber Einwirkung ber Reformation in jahrelanger Arbeit bie Eigenart ber katholischen Kirche schärfer erfaßt unb ihr bie Zukunft gesichert. Die katholische Kirche bcs 20. Iahrhunberts ist, vor allem in Dentschlanb, ein ganz anberes Gebilde als bie Kirche, bie unumstritten herrschte, als Luther geboren würbe unb Kolumbus Amerika entdeckte. Ihr religiöses Leben ist inniger unb cclcnvollcr geworben, ihre Liebestätigkeit hat sich mehr unb mehr von ber groben Auffassung entfernt, baß man durch romme Hebungen sein Heil verbienen könne. Die großen Kulturgüter ber Reformation: bie Schätzung ber Berufsarbeit, bcs nationalen Lebens unb bes Familienlebens, bie Förderung ber Geisteswissenschaften, bie Bereicherung bes Gemüt: lebens kommen benen, bie mit triftet Jub u st Maria verehren, in gleicher W^ise zu gut wie benen, bie ben alten Sturm- unb Siegesgesang singen: Ein' feste Burg ist unser Gott.
Bei alter berechtigten Freubc ü£er bie Errungenschaften ber Reformation bars ber Protestantismus doch nie oie Mängel vergessen, bie ihm anhaften. Als ben erheblichsten hierunter setzen wir ben Mangel an Einigkeit feiner ©lieber an. Wer schärfer zusieht, weiß, baß bie Schulb baran ausschließlich bie Theologen unb Kirchenmänncr tragen. Gegen diese unheilvolle Bevotmuiibung ihrer Führer, gegen ihre Wortklauberei unb Eigenbröbelei sollten bie Frommen sich wie ein Mann erheben. Ein Frommer ber alten Zeit, ber nicdcr- rheinische Banbwirker Gerhatb Terstegen hat bie Losung aus- gegeben: Kommt, laßt uns kinblich sein, und auf dem Weg nicht streiten und: Ein jeder sei der Kleinste, doch wohl auch gern ber Reinste auf unsrer Pilgerbahn. Bon Paulus stammt das schöne Wort: Jage aber nach ber Gerechtigkeit, beut Glauben, ber Liebe, bem Frieben, mit allen, bie Gott anrufen von reinem Herzen. Diesen Worten nachzuleben ist verdienst- lieber, als gegen bie „anberc Richtung" zu protestieren unb burch kirchenpolitische Agitation nach einer Macht zu streben, bie bem Leben in Gott nicht förberlich ist.
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" TagcSkalendcr für Sonntag, den 2. November: Stad tt Heater: Nachmittags 3'/, Uhr: „Simdenböcke": abends 7*Uhr : .Piwvcken".
Kolosseum (EafS Leibi: Samstag und Sonntag: DarietS- Vorstellung der Frankfurter Orphenms-^eseüscka't.
w i e b e n e r fton ievtvcrcin: Sonntag: .Wiilluer-Abend" in der Neuen Aula, Anfang Uhr.
Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.
U n i o n - T h e a t e t: Täglich Vorstellung. (Dienstag- und Samstags neues Programm.)
O h e r l» c f s: s ck e S 2.’! u f e u m und Gail' sche Lamm lun.ien '"eössuet Sonntag vormittogS 11-1 Uhr unentgeltlich
Museum f ü r Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—t Uhr unentgeltlich.
O le rhefsifcberKun st verein. Die Gernälde-Au-siellinw ist täglich von 11—1 Uhr und ebenfalls Mittwochs von 3 dis 5 Uhr geöffnet.
9 i c b i g 5 h 5 h e: Sonntag nachmittag von 4*/, Uhr au *51 i 111 ä r f o n j e r t.
Tie Anlagemusik findet Sonntag vormittag 11 Uh» ci gutem Wett r statt. Svielvlau: 1. Armeemarsch Nr. 9 (Lerzog on Brmmichivei i>; 2. Fantasie nu6 der Over . Sain Jon" : 3. Wir svielen Soldat! Charakterstück von R (iilenbcrg; 4. Unter der oricdenSslagge! Marsch von G. Knirsch.
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L. U. D ie erste feierliche Immatrikulation indet nm Montag, ben 3. November, mittags 12 Uhr, u der NnioersitätS-Aula statt.
- Pfarrpersonalten. Der Großherzog hat dem Viarrer Albrecht Hartmann zu Hainchen die evangelisch. Pfarrsteae zu Altcn-Buseck übertragen unb ben von dein
Grasen von Schlitz genannt von Görtz auf b:c erste eoange* stsche Pfarrstelle zu Schlitz präsentierten Pfarrer Hermann Knott zu Wallenrod für biese Stelle bestätigt.
— Schulangelegenheilen. Erledigt find eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Brand au, Kreis Dieburg: eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle in Hainstadt, Kreis Offenbach: eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende .'cbrcritcße zu Ulrichstein, Kreis Schotten.
** Allerheiligen. Ein stiller, ernster Feiertag für unsere katholischen Mitbürger ist das heutige Fest der Aller- heifigen, ein Tag stiller Betrachtungen und ernster Vorbereitungen für den Festtag des Sonntages, des Allerseelen-Tages. Dem Andenken der Verstorbenen und der Heiligen und Märtyrer ist Allerheiligen gewidmet. Man schmückt die Gräber und gedenkt der Toten in stiller Andacht. In den katholischen Gegenden ist der Festtag schulfrei und wird mir tirchlichen F-riebtzO'^ remonien und irommcn Verrichtungrit andgcfülU. Auch in Gießen kommt man den Katholiken entgegen. So ruht die Immatrikulation bis zum Montag.
** Stadtthcater. Es sei nochmals darauf hinge- wiesen, daß die Sonntagsaufführung von „Püppchen" die letzte der beliebten Gesangsposse in einer Abendvorstellung ist. Der Schwank „Sünden bocke" wird in der Sonntag-Nachmittagvorstcllung zum unwiderruflich letzten Male gegeben. Beide Vorstellungen finden bei kleinen Preisen statt.
♦* Hessischer Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege. Arn Samstag, den 15. November d. Js. nachmittags 31 Uhr wird im Saalbau zu Darmstadt und am 26. November d. Js. nachmittags 3’/s Uhr zu Friedberg im Saale des Hotel Trapp je eine Versammlung des Vereins unter dem Vorsitze des Herrn Provin- zialdireklors Fe», Darmstadt ftattfinbenuu denen außer den Vercinsmitgliedern auch Freunde der Sache Zutritt haben. Auf ber Tagesordnung der Darmstädter Versammlung wird stehen: 1. Die Verhütung der Tuberkulose während der Kindheit, mit besonderer Berücksichtigung landftcher Verhältnisse: Vortrag des Herrn Sanitätsrat Dr. Sonncnbcrger von Worms. 2. Bericht des Herrn Professor Dr. Frenzei, Darm stadt über den Stand der ländlichen Wohlfatzn . Heimat- und Muiiftpflege im Kreise Darmstadt. In Friedberg wird Herr Professor D. Tr. Diehl über die Bestrebungen des Hessischen Ministers F. K. von Moser, den hessischen Bauern ihre Heimat lieb zu machen, sprechen. Im Anschluß an die Vorträge finden Besprechungen statt.
** Ein Gründungsprospekt. Man schreibt uns: Hier soll eine ob er hessische Werkstätte für Kunst und Handwerk geschaffen werden, für deren Bildung vorerst 12 Handwerter ber Möbel brauche gesucht werben, bie von einem kaufmännischen Leiter und einem künstlerisck-en Leiter beraten werden sollen. Ein Ausschuß, der aus den beiden Leitern und zwei jährlich neu zu wählenden Genossenschaftern bestehen soll, erhält aüiiibr- lid) von dem tauf mann ischen Leitet des Unternehmens Rechenschaft. Bei einer Vermehrung der Mitglieder wird ber Ausschuß für je 10 Mitglieder ber Genossenschaft um ein weiteres Mitalicb verstärkt. Jedes Mitglied hat 200 Mark emzuzablen. Bei späterer Vermehrung ber Mitglieder erhöht sicy das Stammkapital auf 300 Mark für das Mitglied. Tas eingelegte Stammkapital findet Verwendung für Miete, Reklame ufw. Vorerst ist jedes Mitglied verpflichtet, für den Verkauf ein Zimmer herzustellen und nach Absatz desselben Ersatz zu liefern, woraus dann Bezahlung Nach unserer Erkundigung sind diese Prospekte einer größeren Anzahl Handwerker zugegaugen, die hoffentlich so Hua sein werden, nicht auf den Leim zu kriechen. Nach dem Prospekte schon trägt die ganze Gründung, wenn sie wirklich zustande kommen würde, tz.-u tobt fkeim in sich, weil mit eine iskap tal von s2 mal 200 Mark gleich 2400 Mark, das noch dazu gleich für Reklame auf- gebraucht werden soll, ein solches Unternehmen sich nicht begründen läßt. Ter Verfasser des Prospekts scheint vom ge- schastlicheu : eben keine Ahnung zu haben, denn sonst würde er dem Handwerkerstände nicht mit solchen Vorschlägen kommen.
" (Äe Werbeausstellung Gießen 19 14. Der Wirtschaftsbetrieb für bie Obcrhefsische Gewerbe- auSstellung Gießen 1914 ist, rote roir hören, an einen auswärtigen Gastwirt vergeben roorden, der eine Pacht von 13 000 Mark zahlt.
•• In ber Hessischen LanbeS-Geflugel-LluS- ftclhing zu Offenbach, die unter dem Protektorate dcS GroßherzogS ficht, errang auch ein Auß'leller auS Gießen, Fr. Becker, einen Ehrenpreis. Den Ehrenpreis dcS Groß- Herzogs erhielt Falk-Matnz. *
♦* Ter Gießener Konzertverein schreibt unS: Tr. L. W ü 11 n e r, Der am Sonntag, den 2. November, hier finpt und zugleich rezitiert, ist für bad G.eßen er Kon.zcrtpublikum kem Fremdling unb doch ist es wichtig, um die hohe Stellung Wüttncrs in der Mufikmclt zu Dürfte len. einen kurzen Blick aui feine Lebenswege zu werfen. Geborgt am 19. August 1858 zu MImster in Westfalen, ist er nach seiner Wesensart ein echter Sohn der roten Erde. Sein Vater, der berühmte Tiriaenr der Gurzcnick-Kotnene unb Direktor des Kölner Konfervaloriums, Prof. Dr. Fram Wüllner t 1902 in Köln), riet ihm ab, Künstler zu werden und hielt ihn zu einem gelehrten Berufe an. So studierte Ludwig WüUner Philologie in München, Straßburg und Berlin und promovierte zum Doktor der Phiwfovhje. Von 1884 bis 1887 war er an der Akademie in Münster als Privaldo.ent für Germanistik tätig. Dann aber trat er in Köln in das Konservatorium em, studierte eifrig Musik und dirigicrie nebenher einen Kirchenckor. Schon 1889 ist er Heldendarsteller des Meininger HoskheaterS. 1895 mit cv gelegentlich als Rezitator auf, bis er endlich feinen Berus als Licderfangcr erkannte und er fick ganz der .stonzertköligkcit zu- wandte. Auf dem Gebiete des LiedcrgcfangS wurde er in brr Folge zum Pfadfinder und Reformator. Nickt glänzende Stimmittel find es, die ihn zu großen Triumphen führten, sondern die künstlerische Intclligen;. mit der er den Sinn des Liedes ersaßt, erschöpst und ieberuigcbcu weiß. Es würde zu weit führen, hier von den Erfolgen des Künstlers zu reden. Ter Name Wüllner ist ja hinlänglich bekannt.
** Musterschutzerteilung. Dem Schlofsermeistcr Martin Dörr in Gießen wurde unter Nr. 575 166 — 63B für einen verstellbaren Arbeitstisch aus Schmiedeeisen mit Platte aus eifenarmiertem Beton mit Marrnor-Terrazzo- Überzug vom Kaiferlicken Patentamt Gebrauchsmusterschutz rteilt. Der Arbeitstisch ist besonders für Metzgereien, Wurstfabriken, wie für alle Fabriken ber Nahrungsmittel- brauche vorteilhaft.
* Ter Winbhof, der jetzt mit allen Errungen- chaften der Neuzeit wieder aufgebaut ist, einen Gesamt- lächeninhalt von rund 6200 Quadratmeter enthält und in* olge der günstigen Lage sich nicht allein für einen Gasthof, andern auch für jede Fabrik oder Sanatorium sehr eignet, oll am 14. November 1913, nachmittags 5 Uhr, auf dem Srtsgericht zu Heuchell)eim zwangsweiseversteiger» werden.


