Ausgabe 
1.8.1913 Erstes Blatt
 
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flächen, Wappen und SÄmiedcmcrk, Tinge aus Papier, Holz,

berg.

Kreis Kreis Kreis Kreis teile

Unter dieser Spitzmarke bat der Frankfurter Verein für Heimatschütz ein- von dem Architekten Otto Schwabe verfaßtes Flugblatt cherausgegeben, das sich in eindringlichen Worten gegen die Verunstaltung des Straßenbildes durch die Reklame wendet. Sind auch die Bilderbeispiele mit Ausnahme von dreien, die von der Kölner Bereinigung für Kunst in Handel und Gewerbe zur Verfügung gestellt sind, Frankfurter Verhältnissen entnommen, so ist doch die Schrift selbst von allgemeiner Bedeutung für fasll alle Großstädte, zumal da sie nicht die Reklame schlechthin be­kämpft, sondern nur ihre Auswüchse. Ter Verfasser fragt: Was hat die Anhenreklame aus unserem Stadtbild gemacht? Und ant­wortet, daß sie manche Straßen mit einer förmlichen Kruste tun Häßlichkeiten überzogen habe:

weil', rot, grün, blau, gelb und allen nur denkbaren Zwischen- farben, die eine immer häßlicher und knalliger als die andere, alle miteinander in buntscheckigem Kampf/'

Schriften, Schildern, Bildern, Figuren, Verglasungen, Metall- trug, behält dieses Band für die neue Auszeichnung bei 4 Dir

WtÄtÄ £fÄfT±"x L°ndw-hr.Di°nst°uSz°ichnung 2. Klasse

Aus Stadt und Land.

Gießen, 1. August 1913.

Reklame-Unfug.

*' Ernannt wurde der Karl Heinrich Koerschens in Darmstadt zum Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Darmstadt I.

" Bestim m unge n über die Anlegung der neuen militärischen Dienstauszeichnungen. Nach­dem die durch Kabinettsorder deS Kaisers für die preußische Armee geschaffenen neuen D i e u sta u s z e i ch n u n gen nun» mehr auch bei der Großherzoglich Hessischen Division zur Einführung gelangt sind, wird zur Behebung von Zweifeln auf folgende Punkte ganz besonders hingewiesen: 1. UnterDienstauszeichnungen" sind die in Hessen seither mitMilitär-Dienstalterszeichen" benannten Auszeichnungen 3" verliehen. 2. Da die verkürzten Tragezeiten feine rück­wirkende Kraft haben, so sind die neuen DienltauSzeichnungön wie folgt anzulegen: Wer seither das Militär-Dienstalters»

** Förderung der Schwimmkun st. Wie man uns mitteilt, ist für den beabsichtigten Schwimmverein allseitig großes Interesse vorhanden. Für morgen Abend (2. August) ist, wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, eine Vorversammlung cinberufen. Gleichzeitig wird davaiif hingewiesen, daß es sich nicht nur, wie teilweise angenommen wird, lediglich um eine Jugend-Abteilung, sondern auch um eine Männer- und Damen - Abteilung zur Pflege der Schwimmkunst handelt.

** Win ter arbeit. Die Vorarbeiten für die Ver­bindungsbahn bis Klein-Linden, welche bisher fälsch­lich als Umgehungsbahn bezeichnet wurde, sind nun soweit gediehen, daß nach Beendigung der Ernte die Arbeiten dafür ausgeschrieben werden können, so daß während des Winters die Erdarbeiten vorgenommen werden können. Die Mitteilung, daß für den Bau dieser kurzen Strecke ein besonderes Bureau eingerichtet sei, ist nicht ganz richtig. Ter Bau wird vom Betriebsamt I aus geführt und nur ein paar besondere Hilfskräfte sind dafür angenommen. Ter Zweck der Strecke, die nach Fertigstellung als eine Erwecke« rung unseres Güterbahnhofs anzusehen ist, ist der, sogen, geschlossene Güterfernzüge direkt befördern zu können.' Es handelt sich um eine Einrichtung, die man überall schafft, wo Ersenbahnknotenpunkte zu stark belastet sind.

Die neue Gesellschaft Abendstern hat ihre Oefen, die für Kalkbrennen liefen, ausgehen lassen und wirk keinen Kalk mehr brennen. Dagegen wird das Werk durch Einlage von weiteren Trockcnschuppen zur Herstellung von Dachziegeln eingerichtet. Mauersteine sollen nur in dem Umfange noch gebrannt werden, wie es zur Füllung bei Ofenkammern nötig ist.

Landkreis Gieren.

l. Heuchelheim, 31. Juli. Sein 50jährigesi Drenstjubrläum feiert im Herbste Hauptlehrer Schnei­der, der dieser Tage in voller Rüstigkeit sein 70. Lebens­jahr vollendete.

4 £ i d), 31. Juli. Unsere ausgedehnten Wälder waren in den letzten Wochen das Ziel vieler, die dort fleißig mit der Himbeerernte beschäftigt waren, die im Verhältnis zu den Vorjahren hier recht gut ausgefallen ist. Besonders gute Gelegenheit zum Einsammeln in größeren Mengen bot wie in den Vorjahren der großeHimbeerpark", ein schät­zungsweise bald 100 Morgen großes, an der Langsdorser Grenze gelegenes eingezäuntes Gebiet, das dicht mit niederem Buschwerk und Himbeerstauden bestanden ist, und zu dem die fürstliche Forstverwaltung gegen ein geringes Entgelt m entgegenkommender Weise den Zutritt erlaubt. An vielen Tagen herrschte in diesem Himbeerdistrikt, ans dem wohl mancher Zentner Himbeeren geholt worden ist, ein buntes Leben und Treiben.

l. Grünberg, 31. Juli. Das 4Ojährige Stif­tungsfest unserer, freiwilligen Feuerwehr ist auf den 10. August festgelegt.

Kreis Büdingen.

l. Büdingen, 31. Juli. Der schlechte Jahresabschluß der hiesigen Molkerei veranlaßte die Hauptversamm­lung zu dem Beschluß, die Molkerei zu verkaufen. Am 31. Dezember hört spätestens der Betrieb auf. T i e großelandwirtschaftlicheKreisschau findet vom 20. bis 22. September hier statt. Auch ein Festzug mit ver­schiedenen landwirtschaftlichen und historischen Gruppen soll vorgesührt werden.

Kreis Schotten.

Daß die Mgcmcinhcit ein Recht hat, sich zu wehren gegen eine derartige Reklamehäufung, die schließlich im reinsten Toll­hausspuk enden müsse, zeigen die Eingängssätze der Flugschrift: Straße und Platz sind für den Großstadtmenschen das freieste Element im täglichen Leben, eine Art notdürftigen Ersatzes für Landschaft und Natur. Das Bild der Straße ist sein täglicher Anblick, dem seine Augen nicht ausweichen können, es ist der Horizont seines Daseins, das Stückchen Antlitz der Erde, vor dem seine Kinder aufwachsen und das ihnen die entscheidenden Eindrücke fürs Leben übermittelt. Mögen die Häuser im Privat­eigentum stehen, das Stadtbild gehört der Allgemeinheit, sie hat ein Recht auf seine Schönheit und Eigenart. Tie Beispiele, bie Schwabe anführt, wirken überzeugend, sowohl die Bildertafeln, als auch die Zahlenbcispiele. 'Da ist von vier Apotheken die Rede, die allein das Wort Apotheke einschließlich seiner Uebersetzung 11, 14, 18 und 31 mal an den Außenflächen ihrer Häuser angebracht haben. Ein Kolonialwarengeschäft in einer stillen Vorstadtsiraßc hat über 40 Schilder buntscheckig zusammengewürfelt am Vor­gartenzaun angebracht. An einer Straßenfront von 100 Metern wurden 400 Schilder gezählt/ ein Weltinstitut des Bantfachs hat an einer Zweigstelle ohne die eigentliche Firmenauffchrist 122 Worte in goldenen Glasbuchstaben nötig, um eine ganze Abhandlung über alle Arten des Bankverkehrs niederzuschreibeu. Ein stadt­bekanntes Geschäft mit etwa zwei Dutzend Schaufenstern glaubt außer diesen noch 21 mal an der Hauptstraße und 19ma( an einer stillen Seitenstraße seine Firma bekannt machen zu müssen, wäh- rend ein gegenüberliegendes Geschäft derselben Gartung und Größe mit zwei Aufschriften auskommt. Ta ist wirklich die Frage am Platz: sind denn Aufsclriftcn das einzige Mittel zur Ankündigung dem Käufer gegenüber? Ist nicht die Äuslage weit besser geeignet, Reklame zu machen? Kennt nicht jeder die Blumenhandlung an dem Blütenslor, der uns täglich grüßt und erfreut ? Zieht es nicht den Bücherliebhaber und -kauser zum Buchhändler, wenn eine gutangeordnete Auslage unwillkürlich zwingt, vor ihr Halt zu machen? Wer schaut da noch lange nach den vielen Rcklanre- schildern. Und gilt das hier Gesagte nicht für alle Geschäfte, die es verstehen, die Ausstattung des Erkers und des Ladens im Ein­klang mit der Geschäftsart zu halten? Das Butter- und Käse- geschäst,^ das mit weißen Kacheln ausgekleidet und blitzblank ge­halten ist, das. auf hellen Platten appetitliche Waren uns anbietet, die drinnen Verkäuferinnen in blendend weißen Schürzen ab- wiegen, braucht das wenn der Käufer überhaupt erst einmal bis zum Laden gekommen ist noch eine weitere Reklame? Sicherlich genügt hier der Name des Inhabers in gut lesbarer Schrift,^ und so angebracht, daß er das Architekt Urbild des Hauses nicht stört, sondern sich ihm anordnet. Der Verein für Heimat­schutz, der übrigens in Frankfurt eine Beratungsstelle für Reklame eingerichtet hat, versichert, daß er nicht gegen die Geschäftswelt arbeiten will, sondern mit ihr zum Besten der Allgemeinheit. Sicherlich hat er damit recht: wenn erst einmal ein dlbrüsten, eine Beseitigung der wirklich überflüssigen Aufschriften einfetzen wird, dann hat der Geschäftsmann selbst nur Vorteile davon. Tann erst wird dasjenige, worauf es tatsächlich ankommt, gelesen werden, während es heute in dem allgemeinen Chaos untergeht.

ffimg-'jMimg auf den Höhen int Nordwesten Petsch'ewos ein­zunehmen. Die Bulgaren unternahmen drei Tage lang erfolglose Angriffe und wurden mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Zwei griechische Divisionen griffen die Bulgaren in der Flanke an, eroberten nach erbittertem Kampfe die Höhen von Hassan Pascha und Lesca und vertrieben den Feind bann von allen Höhen. Die Bulgaren wollten bei Petschewo die griechische rechte Flanke angreifen, wurden jedoch zurückgeworfen. Eine andere bulgarische Abteilung, die aus sechs Bataillonen und acht Kanonen, bestand, kam von Tatar Pazardzik und griff ein griechisches Bataillon bei Mahomia an. Das griechische Bataillon mußte sich vor den bedeutenden feindlichen Streitkräften gegen Preverihani zurückzichen, jedoch kam Hilfe und die rechte griechische Division ichlug den Feind vollständig. Die Verluste der Bulgaren sind bedeutend.

Die Türken und die Mächte

Paris, 31. Juli. Wie derTemps" aus Konstan­tinopel berichtet, ist ein Teil des Kabinetts der Frage n äh er getreten, daß die Türkei als Ersatz für Adrianopel eine Berichtigung der Linie Enos-Midia, sowie die Zusttmmung der Mächte zu einer vierprozentigen Zollerhöhung verlangen soll.

Petersburg, 31. Juli. Die Gerüchte über eine ge­heime Blokade des.Bosporus durch Rußland werden an hie­siger zuständiger Stelle als erfunden erklärt.

Budapest, 31. Juli. Wie derPcster Lloyd" mitteilt, faßt Rußland als letzten Ausweg eine russische Trup­penlandung in Midia ins Auge.

K o n st a n t i n o p e l, 31. Juli. Enver Bey telegraphiert aus Adrianopel, er werde sich weigern, mit fei­nen Truppen wieder aus Adrianopel abzuziehen, selbst wenn dadurch das Kabinett gestürzt werden sollte. Auch der Minister des Innern, T a l a a t, erklärte, die Tür­kei werde nicht aus Adrianopel weichen.

Die albanische Frage

London, 31. Juli. In der Sitzung der Botschafter­vereinigung am Donnerstag der vorigen Woche hatten die Botschafter von der Erklärung des nwntenegrinischen Be­vollmächtigten Woinowitsch Mt genommen, daß sämtliche ' montenegrinischen Truppen Albanien geräumt hätten. Die Botschafter waren dahin übereingekommen, an die Regie­rungen der Großmächte die Bitte zu richten, daß sie ihre Montenegro wiederholt gegebene Zusicherung, in eine internationale Anleihe an Montenegro zu willi­gen, bestätigen und Montenegro bei den Entwässerungs- arbeiten am Skutarisee unterstützen möchten. Man glaubt, daß die Anleihe sich auf 3 0 Millionen Franks be­laufen wird, die zu gleichen Teilen unter den Großmäch­ten verteilt werden. Montenegro hat die Mächte daran er­innert, daß es als Grenzberichtigung die von dem Stamm der' C l e m e n t i bewohnte Enklave mit Vrako am rechten Ufer des Skutarisees wünscht und außerdem das rechte Ufer des Bojana. Montenegrinische Kreise versichern, Montenegro ioerde für diese.Grenzberichtigungsansprüche bei den Friedensverhandlungen in Bukarest in bestimmtester Form eintreten.

Dr. Ufinger; Kreispflegerin: Schwester Anita Hermany, Fried­berg, stellvertr. Kreispflegerin: Schwester Elise Benkert, Fried- (Beide für die ganze Provinz Obcrhcssen.) Zweigstelle Alsfeld: Leiter Kreisrat Dr. Heinrichs. Zweigstelle Büdingen: Leiter Kreisrat Boeekinann. Zweigstelle Friedberg: Leiter Kreisrat Schliephake. Zweigstelle Lauterbach: Leiter KreiSrat non Bechtold. Zweig- Kreis Schotten: Leiter Kreisrat Dr. Kranzbühler.

In 17 von den 18 Kreisen Hessens bestehen Zweigstellen.

,^ocpon rm Zkeuergejchotz fangt es an, kriecht über den Sockel; bas kupferne Kreuz, wer das Militär-Dienstalterszeichen für WeÄR «ÄÄ S r-W« M, Stell, die bronzene Mc.

Säulen, Lisencn und die Fenster der Obergeschosse in bi? ööbeJ 1 <U^C' 1VCC MlUlla-^lenftalterszeichen fur 9 Dienstjahre schwingt sich auch gar noch aufs Dach und überwuchert selbst den Mcflen, an dessen Stelle die stählerne Medaille an. 3. Wer Fücft bis hoch in die Lüfte! Ein wüstes 'Durcheinander vontzdas Militär-TicustalterSzeichen seither am rot-weißen Bande

Düntyches Reich.

Kiel, 31. Juli. Das neue Turbinen-Linienschiff König Alber t" wurde heute früh mit Flaggenparade in Dienst gestellt.

Berlin, 31. Juli. Dem Reichsverband der Deut­schen Presse ging folgendes Schreiben des preußischen Krregsministeriums Ku: Für die freundliche Uebersendung der Nummer 6 der Mitterlungen Ihres Verbandes sage ich aufrich­tigen Dank und nahm mit großem Interesse von den Verhand­lungen über die Aufgabe der Presse in KriegszÄten über die Behandlung milrtärischer Nachrichten durch die Presse Kenntnis. Ich kamt Sie aber versichern, daß es dieses Einblickes in Ihren Meinungsaustausch nicht bedurfte, um mein Verständnis für die Bedeutung der Presse im allgemeinen wie ihre Bestrebungen im besonderen zu wecken. Sie wollen überzeugt sein, daß ich der deut- scheu Presse die Erfüllung ihrer schweren verantwortungsvollen Aufgabe, soweit es an mir liegt, mit allen Kräften erleichtere, von Fallenhayn. Die in dem Schreiben erwähnte Nummer 6 der^ Mitteilungen enthielt einen ausführlichen Bericht über die Düsseldorfer "Telegiertenversammlung des Reichsverbanbcs der deutschen Presse.

neuen uwLavgru yllve: Zeichen für 21 Dienstjahre besessen, legt an dessen Stelle

^chon im Kellergeschoß fängt cs an, kriecht über den Sockel, bas kupferne Krcnz, 10er das Militar-DienslalterSzeichen für a m b »-- «*»- 15 Dirnktjahr« btfrfcn, an dessen Stelle die bronzene Me.

Ausland.

Wien, 31. Juli. Tie österreichische Kriegsver­waltung arbeitet zurzeit eine neue Militärvorlage aus. Das Rekrutenkontiugent soll von 25 000 auf 30 000 Mann bei dem gemeinsamen Heere und 10 000 Mann bei jeder Landwehr er­höht werden. Dadurch soll der Friedensstand der Artilleriekom­pagnien von 85 bis 90 Mann auf 120 bis 130 Mann erhöht werden. Die Formationen an der russischen und Balkangreu^e sollen noch weiter gesteigert werden. Jedes Feldartillerieregiment sott eine sechste Batterie erhalten. Tie ungarische Honved-Kavallerie soll verstärkt werden. Mehrere Flußübergänge in Galizien werden gleichzeitig befestigt werden. Die Vorlage soll im Hevbst den Parlamenten unterbreitet werden.

Washington, 31. Juli. Staatssekretär BryaN erllärte, er gebe die Hoffnung noch nicht auf, daß Großbritannien und Deutschland ihre Entschlüsse nochmals erwägen, an der Panamakanalausstellung in San Francisko tcilzunchmcn. Er fügte hinzu, daß weitere Unterhandlungen cingclcitct würden in Der Absicht, beide Länder zur Teilnahme zu veranlassen.

. New Park, 31. Juli. In Willemstad auf Curacao sind Telegramme aus Goro (Venezuela) cingegangen, die die Empörung der Garnison bestätigen. Die Rebellen seien ans Ruder gelangt und übten die Funktionen der Regierung aus. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die Bewegung von den An­hängern Castros geführt wckd, der einen auf der Höhe von Curacao liegenden Dampfer zur Verfügung haben fall. Von dem Schiffe sind noch keine Nachrichten hierher gelangt. Es wurde auch noch nicht gesehen. Eine Anzahl Briefe liegt für Castro auf dem Postamte von Willemstad.

Shanghai, 30. Juli. Hier ist folgende Depesche der Handelskammer von Nanking eingetroffen: Kiu kiangs ing hat Na ii k i n g oertaffen. Die Unabhäugigkeitserllärung ist widerrufen worden. Die Stadt ist ruhig.

+ Schotten, 30. Juli. In Anbetracht der Verdienste, die der ehemalige Obmann des hessischen Landes-Lehrer­vereins, Rektor Karl Backes, sich um die Erhaltung des hessischen Lehrerheims erworben hat, wurde ihm zu Ehren in der Nähe des am Altenburgskopf gelegenen Heims eineBackeseich e" gepflanzt. Der von der Stadt Schot­ten dem VereinLehrerheim Vogelsberg" kostenlos über­lassene Platz liegt auf ejncr Anhöhe, von der man einen prächtigen Blick in ein von schönen Wäldern umrändertes Wiesentälchen genießt, der Liebling sauf enthalt desalten Backes" während seines Erholungsaufenthaltes. Zurzeitz w-ird der Platz mit einer schlichten Anlage versehen, während ein Vogelsberger Basaltblock mit der einfachen Inschrift Backeseiche" auf die Bedeutung des Platzes Hinweisen soll. Anläßlich der im Oktober auf dem Lehrerheim stattfinden« den Hauptversammlung soll die Uebernahme des dem treuen Lehrerfreund gewidmeten Platzes erfolgen.

st. Schotten, 31. Juli. Gestern abend zwischen 10 und 11 Uhr entstand in der Sch neide Halle des Säge« merksbesitzcrs Wilhelm Neumann hier ein Brand, der durch das rasche Eingreifen der Feucrivehr bald gelöscht ivar, sodaß ein ncnncn§ioertcr Schaden nicht entstanden ist.

§ Ulfa, 30. Juli. Bei der Gemein dcratSwa hl ivurden die seitherigen Gemcinderatsmitgliebcr Heinr. Karl 2cii 5, Joh. Hch. Zi mm er und der Landwirt Stoll wieder« gewählt. Nach 13 jähriger Abwesenheit ist der Ntetzger Heinrich Schneider vom Heimweh gepackt, unverhofft aus JohnStown in Nordamerika zu feinen hier noch lebenden alten Eltern zurückgekehrt.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 31. Juli. Die 6>entciitbe Ockstadt macht Schwierigkeiten bei dem Ankauf des Geländes für den Exerzierplatz und die Schießftände des hierher­kommenden Bataillons. Sie forderte zu viel. Jetzt hat die Verwaltung des Frhr. v. Ritterschen Gutsbezirkes ihr Ge­lände angeboten, das westlich von Friedberg liegt und eine halbe Stunde vvn der Stadt entfernt ist.

Starkenburg und Rheinhessen.

h Gernsheim, 31. Juli. Der hier beamtete Amts­richter Maser machte in einem Anfall nervöser Ucbcr- rcizung einen Selbstmordversuch, indem er sich einen Schuß in die Brust beibrachte. Der Schwerverletzte wurde' dem Darmstädter Krankenhause zugeführt.

h. Bingen, 31. Juli. Die Entlassung von 15 beim Bau der neuen Nh ein brücke beschäftigten Arbeitern

Landesuniversität. Der Großherz o g Haiden Privatdozenten Professor Dr. Robert Holtzmann in Straß­burg zum ordentlichen Professor für Geschichte in der philosophischen Fakultät ernannt.

^.Ordensverleihung. Der Großherzog hat das Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philpps des Groß­mütigen dem Generalmajor Franke, beauftragt mit Wahr­nehmung der Geschäfte des Feldzeugmeisters, seither Kom­mandeur der 50. Infanterie-Brigade (2. Großh. Hess.) ver­liehen. Dem Oberbriesträger Peter Becker in Bingen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste."

** Schulangelegenheiten. Uebertragen wurde dem Schularntsaspiranten Heinr. Krug aus Dieburg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dexheim. Erledigt ist eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu K l e i n - ?l u h e i m.

* Dekanatswahl. Der Groß Herzog hat die für den Rest der laufenden Wahlperiode vollzogene Wahl des evangelischen Pfarrers Heinrich Brill zu Ober-Widdersheim zum Dekan des Dekanats Nidda und die auf die Dauer von nnf Jahren vollzogene Wahl des evangelischen Pfarrers Heinrich Weiß zu Wallernhausen zum Stellvertreter des Dekans bestätigt.

** Mitgliederversammlung d e r Großh. Zentrale für Mutter- und Säu g lin g s r- o r g e. Am Samstag, 2. August, wird die Großh. Zentrale ihre Mitgliederversammlung im Rathaus am Markt ab­halten. Der Ausbwu der Zentrale ist nunmehr vollendet; die Versammlung wird davon ein richtiges Bild geben: es ind eine große Anzahl von Einladungen ergangen; so daß auf eine größere Teilnehmerzahl gerechnet werden kann. Auch die Großherzogin wird voraussichtlich teilnehmen.

"Die o b e r h e s s i s ch e n Z w c i g st e l l e n d c r G r o ß h. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge: Zweigstelle Kreis Gießen: Leiter Provinzialbirektor Geheimerat

wird ebenfalls an dem für die Dicnstauszeichnungen oorge- 'chriebenen rot-weißen Bande getragen.

** Mehr Wasser. Nachdem der zweite Rohrstranck von Queckborn bis Reiskirchen hergestellt und mit der alten Zuleitung verbunden ist, sind die Arbeiten zur bc))cr<nt Wasserversorgung unserer Stadt bis zum nächsten Jckhre eingestellt. Die Direktion des Wasserwerks hat für die Militärbehörde die gründliche Erneuerurrg der Zriftüß- leitung der Militär-Wasserleitung von Annerod bis zur neuen Kaserne übernommen, und mit der Arbeit soll schon in kommender Woche begonnen werden. Beschäftigt werden hierbei Arbeitskräfte des Tiefbauamts.