Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
des
gefüllte unt iesc Begonien
Vie Lage auf dem Balkan.
Tic FricdcnsverhandUtngcn.
Bukarest, 31. Juli, Es wird viel beachtet, das; trotz Widerstrebens der Verbündeten gegen die Einstei-
Als Kinomann mit Scott am Südpol.
Tk wohl unter den seltsamsten Bedingungen aufgenommenen ÄncmatüQnu-frifd en Bilder, die es bisher gibt, sind die Films, die der Photograpd der so tragisch geendeten Scottfdjen Eppedl tion vom Südvsl nach Hause gebracht hat. Herbert G. Pon- ting, ein bekannicr Aoricl ungsreiscirder und Mitglied der Bri tischen (^eograr Irischen Gesellschaft, hatte die schwierige Aufgabe übernommen, die r> 'tograrhisdren und kincmalogravhrschcn Aufnahmen während der Reise auszuführen, und war zu diesem Zwei mit den den'.var besten und mannigfachsten Apparaten aus- gerüstet. Rur diesen sorgfältigen Vorbereitungen ist es zu danken, das; er seine Aufgabe mit Erfolg durchführen konnte. Buchstäblich Tausende von Negativen sind von ihm von der Abreise im Jahre 1910 bis 'nm Ende bei" Crpeoitton gemacht worden, und außer diesen einzelnen photographischen Aufnahmen brachte er noch über 25 000 Fuß kiltcntatographische Films mit, die das lebendigste Schauspiel der Südpolanvclt einem grasten Publikum darbictcn werden.
Bon den gewaltigen Schwierigkeiten, die ein „Kinomann" im ewigen Eis zu übcnvinöcn hat, cnäblt Ponting selbst in an- Idwulidjcr Weise im Scientiste American. „Schwierigkeiten?" so meint er, „die waren natürlich zahlreich und groß. Mit dem Polarphotograrhiercn verglich.n. ist alles andere leicht. Es ist nicht nur die Schwierigkeit des Liclües: deren wird mau bald Herr. Bon der T c nt peratur kommen die sdüimmstcn Fährnisse. Wenn man den Handschuh abnimmt und die nackte Hand in die Räbe der Linse bringt, dann ist die Linse sofort mit eurer dünnen Eiskruste überzogen, die alles Reiben und Wischen nicht weg- bringt. Bisweilen kommt Feuchtigkeit. n*enn sie sich zu den allcrscinsten Eistcilckcn verdichtet, in die Linse hinein — Mnn ist cs ganz aus. Eine ) dimere Gefahr, die sich für den Polar- Photographen an der Camera befindet, sind die Messingbeschläge. Wenn man durch Zufall mit der blo>''n Hand irgendwie an ba-y Maffing des Apparates rührt, verletzt man sich, wie ivetrn man an ein rotglühendes Eisen gefastt hätte. Einmal stellte ,'id) unter meinem Tuch die Eamera ein und machte zufällig meine Lippen feucht. Tabei must wohl die Zungenspitze aus dem Rstunde herausgekommen fein; sie geriet mit dem Metall in Berührung und war sofort festgesroren. Ter Schreck war so furchtbar, dast ich rücklings hinsiel und die Besinnung verlor. Als ich wieder zu mir kam, mertte ich, dast ich die Spitze meiner Zunge verlorcht hatte, die an der Camera festgefroren blieb.
Ich erinnere mich an einen Vorfall, bei dem ich jeden Augenblick dachte, er wäre mein letzter auf dieser Erde — oder vielmehr auf dem Eis der Antarktik. Wir wustten alle nicht allzu viel über die Gemütsart der Schwertfische, und als wir eine große Schar
l u n g der Feindseligkeiten die rumänis che Au s- f a s s u n g schließlich doch die Oberhand gewonnen hat, was als Zeichen bafür angesehen wird, dast sid) der tnästi» gcitbe und beruhigende Einfluß der rumänischen Delegierten auch weiterhin geltend machen wird. Von dem bulgari- schen^Dcl'egicrten besteht der Wunsd), vorerst jene Punkte zur Sprache zu bringen, über die eine Einigung voraussichtlich leicht erzielt werden wird. Man glaubt, dast dies be^ügtid) der künftigen serbisd^bulgarischen Grenze eher möglich sein nrirb, als bezüglich der bulgarisch-griechischen Grenze. — Ter Oberkommandierende Erbprinz Ferdinand ist hier eingetroffen.
Bukarest, 31. Juli Tie zweite Sitzung der Friedenskonferenz fand heute nachmittag 4 Uhr statt
er hatten die rnmämschen Delegierten in einer vertraulichen Konferenz endgültig die Grenz punkte, bereit M- änberting Rumänien verlangt, topographisch sest- gelegt. In der Plenarsitzung der Konferenz wurde dem Protololi der vorhergehenden Sitzung zugestimmt, daS von den Telegierten unterzeichnet wurde. Majoreseu fdilug vor, daß die Mitglieder der Konferenz sid) in den strittigen Punkten bei eiüfprcdienber (Gruppierung gegenseitig in besonderen Sitzungen Vorschläge machen sollten, derart, das» die hauptsächlichsten Fragen bereits erörtert und geklärt vor die Konferenz zurü.ttämen. Tie Führer der Missionen stimmten dem Vorschläge zu. Mends tvird-die bulga- rische Mission mit den rumänischen De le gier- t e n arbeiten, um die rumänisd)-bulgarisd>en Fragen zu erörtern. Morgen früh werben die Telegierten beb Verbündeten mit den b u l g a r i s d) e n A b g e s a n dck e n arbeiten. Am Nachmittag um 4 Uhr findet eine Plenarsitzung statt, deren Tauer von dem Umfang der geleisteten Arbeit in den Sondersitzungen abhängt
Bukarest, 30. ^uli. Von einem Diplc«<nten wird mit geteilt, daß bei der Friedenskonferenz ein Einvernehmen dahm erzielt worden ist, das; die Griechen Ä a v a l l a , die Bulgaren aber anderwärts dafür Kompensationen erhalten.
Tic letzte» Hiimpfe.
Sofia, 31 Juli. Auf der ganzen Front der Truppen, die gegen die Serben operierten, herrscht Ruhe. Zahlreiche griechische T r u ppe n a b teil u n g e n suchten in der Richtung aut die Höhen von Zcmoga, Baztepe und auf den Berg Malesd» vorzurücken, wurden aber von den bulgarischen Truppen z u - r ü ck g e s ch l a g c n , die alsdann die Osfcnsive ergriffen und fid) ju Herren des Oberlaufes der Bregalnitza und der Ebene von Pcischtwo machten und so die gricd;ifrf)e und serbische Armee trennten. Gegenüber dem äußersten linken Flügel im Tale der Mesta wurden die Griechen zu einem Rückzüge gezwungen. Sic mutzten den größten Teil ihres Trains mit erheblichen Mengen von Lebensrnitteln zurücklasjen Tic ganze Ebene von Razlog ist von griechischen Truppen gesäubert.
Athen, 31. Juli. Neuerlich werden »wei vollständige Siege der Griechen gemeldet. Als die Bulgaren ihre An- griffe bei Djumaja wieder aufnehmen wollten, wurden sie zurückgeschlagen, bevor sie Zeit halten, Verstärkungen heranzu- ziehen So erlitten sie eine katastrophale Niederlage. Nichtsdesto- weniger fuhren sie fort, die griechischen Flanken anzugreifen. ,-tc erschienen sehr verstärkt vor dem linken griechischen Flügel tm Norden von Petsche wo und suchten nach Süden gegen die Täler der Bregalnitza und des Zelavitz vorzudringeu. Tie (Griechen waren gezwungen, sich zurückznzichen und eine Verteilst-
Verschiebungen vorgenommen und diese find wohl geeignet, wm ganzen Bilde den Charakter vornehmer Ruhe zu geben. Das zurzeit hervortretende Bestreben, mehr mit Farbenmassen zu arbeiten, hat auch hier den Blumenanlagen seinen Stempel aus- gebrüdt und cs ist nicht unangebracht, daß man dieser Richtung Eingang verschafft. Man ficht in der .Hauptsache nur blühende Pflanzen^ unter denen die immerblühenden Begonien, die Age° ratum, Fuchsien, Pelargonien, Hahnenkämme und Tagetes bc- sonders in die Erscheinung treten. Man beachte nur das herrliche Rot der Bcgonia luminosa in dem kleinen Parterre rechts vom Eingang, die leuchtenden Farben der Federbuschhahnenkämme in dem großen Parterre, das ruhige Blau der Ageralum; auch die beiden bunten Streifen an den Längsseiten fügen sich dem Ge- lamtbilde sehr geschickt ein. Aus dem Rasen rechts ist eine große gemilchte Gruppe an geigt, wie man sie heute auch vielfach im Auslande sieht, und die in der Reichhaltigkeit der Bepflanzung immer anjiriKnber wirkt. Große Mengen von -Pflanzen werden zu einer wichen Anlage benötigt und bei dem ungünstigen Wetter des birejahngcn Sommers ist die brillante Unterhaltung, der Blumenparterres eine erfreuliche Erscheinung. — Auch in den Lchauhauserit ergötzt sid) der Besucher an der Mannigfaltigkeit der Pilanzen und Blumen. Die Sonerilen und Bertolonien m Haus 2 lind Pflanzen, die man in solch reichem Sortiment unö tn dreier Vollkommenheit selten findet, sie waren frühe, bewnders in ausländischen Gärtnereien mehr verbreitet. Haus .3 Ut neu arrangiert und enthält eine große Anzahl von Nutz- pslanzen, Maranten und Farnen. Tie Vielseitigkeit von Haus 4 eine entgehende Besichtigung ratsam erscheinen, außer den blühenden ^ceroicn und Lotos sieht man eine Reihe tropischer Nutzpflanzen, vor allem Reis, Zuckerrohr, den Papyrus der Alten, den Kakaobaum rn Blüte. Haus 7 bietet eine große Samm- lung von ,yurfnicn in älteren, neueren und neuesten Sorten, teils hochstämmig, teils buschförmig gezogen, die außerordent- lich reich blühenden Hängefudstien, darunter die schöne Varietät „^cutiche Kaiserin" fallen sehr ins Auge. Ein farbenschönes Bild zeigt Haus 12, wo prächtige Knollenbegonien ausgestellt lind, die sich nicht nur durch die Größe der Blüten, sondern auch durch deren verschiedene Form auszeichnen: gefüllte und einfache Varietäten find darunter zu finden. Diese Begonien sind besonders in den letzten Jahren sehr vervollkommnet worden und für den Sommerschmuck im Garten und in den Häusern uw entbehrlich. Die reizende Kollektion von buntblättrigen Warmhaus- Pflanzen in Haus 13, in ansprechender Weife dort ausgepflanzt, bildet den Beschluß der gärtnerischen Darbietungen in den Schau- Häusern, die im Freien an den verschiedensten ihre Fortsetzung finden.
— Vom ,yr an harter P a lm e n g a r te n. Einer der HaaManziehungsvunUe Tür die Besucher des Palmengartens sind die Blumenparterre-Anlagen vor dem Gesellschaftshause und sie SS? ,in. -8-ot stets etwas Neues und Apartes. Ter dauernde Wechsel in der Bepflanzung, die Aenderung in der Form und Anordnung der Blumenbeete geben Gelegenheit zu anderen Dis- ponttonen in Bezug auf Zusammenstellung und Wahl der Farben.
wurden auch in diesem Jahre in dem vertieft liegenden Teile
auf der Jagd nach Seehunden erblickten, da stieg ick) aus dem Boot und lief eilig über das Eis, um die aufregende Szene zu verfilmen. Man stelle sich mein Erstaunen vor,' als die Ungeheuer ihre Jagd nach den Seehunden aufgaben und mich angriffen, lieber ein Dutzend von ihnen ordneten sich in einer Linie: bann rauchten sie unter, stemmten ihre Rücken gegen das Eis und brachen cs so Hunderte von Metern weit auf. Alles, was ich tun konnte, war, mit Hilfe meiner Gefährten auf festem Eis Sicher heft zu suchen: aber eine ganze Zeit lang toroebte ich immer in Gefahr, in das eisige Wasser mitten unter die Schwertfische zu stürzen.
Ein ander Mal ist mir etwas mehr Komisches passiert: ich wurde nämlich von einem Seehund gebissen, und das ist wohl der einzige bisher bekannte Fall, in dem eine Webdell-Robbe einen Menschen gebissen hat. Ich suchte rin wohl eine halbe Tonne schweres Tier m eine möglichst wirkungsvolle Stellung für eine Aufnahme zu bringen, und dabei schnappte es nach mir, packte mein Bein und zog mich zu Boden. Tie Zähne gingen mir durch alle Kleider: es floß Blut, aber sonst passierte mir nichts. Wäre ich nidit hin gefallen, so hätte mir die schwere Robbe sicherlich das Bein gebrochen.
Tie ^htfnabmcn, die Ponting oft in den seltsamsten und ge- sährlichtten Stellungen, unter den schwersten klimatischen Bedingungen mit Ausbietung all seiner Kräfte und Geschicklichkeit gemacht Hal, besitzen einen hervorragenden wissenschaftlichen, aber au di einen großen rein menschlichen Wert. In ihnen lebt etwas von der begeisterten Hingabe, mit der der „Kinomann" der Scott- sch.-n Ervedltwn gearbeitet. Ponting erzählt zum Schluß von leinen jahrelangen Ltudien und Erfahrungen als Photograph die ibn in der ganjen Welt herumführten: in allen Teilen' der Welt hat er sich den Ruf als rin Meisterphotograph erworben „Jch^habe in den bumtigen schwülen Dschungeln und Sümpsen von Java gearbeitet unb auf ben Ebenen der Mandschurei wo die Luft so troden ut, daß bisweilen die Haut umspringt' ich habe aur hohen Bergen photographiert unb in unterirdischen Zohlen. Aber der malernchite und zugleich interessanteste Teil der Welt, in dem ich jemals meine Camera ausgestellt Hobe, ist der Polarkreis.
Die Einweihung der Hnthjosstatue.
Vangsnäs, 31. Juli. Heute früh herrschte Nebel. Später klärte sich das Wetter auf. Um 7 Uhr fuhren Segeljachten, Rift rboote und Dampfer aus Sogne und Bergen, voll von Passagieren, nach Vangsnäs, wo sid, ein buntes Volksleben entwickelte. Gegen 10 Uhr war die Strecke vom Strande bis zur Statue von einer großen Volksmenge aus der Umgegend und Touristen aller Nationalitäten belebt. Ein englischer und ein deutscher Tov.ristenbampfer, die im Sogncfiorb ankern, setzten ihre Passagiere an Land Um 11.10 Uhr tras auf dem Kriegsschiffe „Troll" Monifl Haakon ein, in dessen Gefolge sickt der Minister des Aeußern Ihlen unb der frühere Ministerpräsident Michelson bc fanden. Ter König wurde vom Amtsmann Christensen emp- fangen. Eine Diertelstmide später langte das Tepeschenboot „Sleipner" mit dem Kaiser und dessen Gefolge an Die beiden Monarchen begaben sich sofort zu der Statue burd) eine Allee von Flaggenmasten mit norwegischen Flaggen, von Tausenden von Menschen ehrerbietigst begrüßt. Teutsckie Mariiiesoldaten bilbeten um bic Statue die Ehrenwache unb öarabjerten, als bic Majestäten Dorbeitamen, während bas Militärorchester bic norwegische Königshymne spielte
Darauf trat der
Kaiser
im Helm an die Frithjofstatue unb hielt folgende Rebe:
Euer Niajestäl! Um Ruhe unb Erholung von schwerer, verantwortiingsreicher Arbeit zu finden, maubtc id> mein nach Norden. Mit echter allgemnanischer G..istlich!eil nalm mid) das norwegische Boll auf, so daß, meine Reisen volllommen ihren Zweck erfüllen ionnen. Es drängt mid), meiner n armen Tanlbarieil dafür ein sickftbares Zeichen >n verleihen. Das fand ich in dem herrlichen Sagenkreis des Nordens Zwei Okftaltcn taugten mir besonders gut dafür: Der Beherrscher von Balestrand, König Bele, Inge- bvtgs Vater, unb Frithjos, der tapfere meerbefahrene ft'lb Beide stehen nun vollendet Bele, von des Grasen
Görz kundiger Hand geformt, thront auf feinem 1 Hügel, • Frithjof, ein Meisterwerk bes Professors Unger, ragt auf Vangsnäs empor, über bem Grab feiner angebeteten Jngeborg unb dem [einigen. Norweger türujtcn Felsen zu einem mächtigen Unterbau, wie auch norwegischer Gärtnerkunst der Blumensdimiid entstammt, während deutsche Matrosen meines Sdüfses „Wittelsbach^ gemeinsam mit Gladenbecks kundigen Monteuren das Standbild fügten. Aber nicht nur das Zeichen meines Dankes an Norwegen-allein soll dieser ragende Recke sein. Nein! Eine größere allgemeine Bedeutung iömmt ihm zu. Er soll bas Wahrzeichen für Skandinavier, Deutsche, Angelsachsen unb alle diejenigen Stämme fein, bic mit Stolz sich zu der gewaliigrii Gruppe der indogermanischen Bölter zahlen. Wie er so dastcht, schwertsroh und schwertgewohnt, auf die vornehmste und Lieblingswaffe der Germanen, auf sein gutes Schwert Angurwa'del gestützt, das „stets Böses schlug, liit Unrecht nie", männlicher Zuversicht unb in unerschrockenem Selbstgefühl, so soll er alle Jnboger- inancn daran erinnern, baß sic eines Stammes, eines Blutes sind, baß es ihnen burd) Gottes Gnade vergönnt gewesen ist, in der Vergangenheft Großes für die Ent Wicklung der Welt unb ihrer Äliltur zu leisten, und daß
sie treu und fest Zusammenhalten sollen, um auch m Zukunft bic großen Aufgaben, die Gott ihnen stellen wird, zum Segen der ganzen Menschheit gemeinsam zu lösen. DaS will ich, daß es ihnen Frfthjof allen sagt, die ihn betraditen werden Tas walte Gott? Werubcn Euere Ma» jestat nunmehr dieses Denkmal meines l’aifcr(id)en Tankes an Norwegen in Gnaden übernehmen zu wollen Acknung? Präsentiert? Drei Hurra für Seine Majestät: König Haakon VII.!
König H «na ko n antwortete:
Es ist mir eine liebe Pflicht, Eurer Majestät im Namen der Norweger unb in meinem eigenen Namen für das großartige Kunst werk zu danken, das Euere Majestät geschenkt haben Es erinnert un5 an die Talen unterer Wikinger unb wirb dazu beitragen, ihr Andenken auch für die Nachkommen zu bewahren und ihnen zu Augen, daß die^Taten der Norweger nidit mit den Personen Uerben. Unsere Freude über die Statue wird noch bedeutend er höht durch die Wertschätzung, die wir nir den Geber hegen. Seit fielen Jahren, .ich glaube seit 18st0, haben Euere Majestät all täbrlidi Norwegen besucht. Ihre großen Gaben an die Domkirdie in Drontheim, Ihre großartige Hilse bei dem Brande von Aale sund im Jahre 1903, Ihre Liebenswürdigkeit gegenüber allen, die mit Ihnen in Berührung gekommen sind, alles das zusammen hat veranlaßt, daß wir Norweger in Euerer Majestät einen Jreuitd Norwegens erblicken.
Bei dieser speziellen Gelegenheit fühle ick) mid) berechtigt, Ihre Besuche mit besonderer Dankbarkeit zu erwähnen. Es ist in diesem Jaftre daS Jubiläumsjahr Euerer Majestät. Bei einem Rückblick muß es jeden freuen, daß dieses eine Reihe von Friedensjahren für Deutschland bezeichnet, und vieljach sind die Forfichritte, auf die bic Nation auf dem einen oder bem anberen Gebiete mit Besriebigung zurück blicken kann. In biesen Regierungsjahren ist es Euerer Maje- stär gelungen, zu beweisen, wie ein Monarck) ben Charakter einer ganzen Nation beeinflussen unb diese anspornen kann zu Patriotismus, Selbstaufohferuna und Pslichtgesühl. In dem ich die Hoffnung ausspreche, bafr es Euerer Majestät vergönnt sein möge, noch viele Jahre fortzufahren in der Arbeit für Deutschlands Wohl, bringe ich ein Hoch auf Euere Majestät aus.
Der König hielt die Rede in deutscher Sprache. Zuletzt sagte er auf norwegisch: Mit diesen Worten will ich alle "Norweger bitten, mit mir ein dreifaches Hurra für Kaiser Wilhelm auszubringen.
Das Hurra, dos »König Haakon auf den Kaiser aus- brachte, fand überall begeisterten Widerhall.
Das norwegische Marine-Orck/ester spielte bic bcutsche Nationalhymne. Die norwegischen Kriegssdfiffc feuerten Salut. ‘Sic Majestäten besichtigten barauf die von geschmack- Vollen Grasanlagen unb Blumenbeeten umgebene Statue. In einsamer Höhe steht sic, von ihrem Fuße großartige Aussicht nach allen Seiten bes Sognefjorbs gewährenb. Wäh- renb der Besichrigung der Statue trat der norwegischo Mu- fitinfpclior Olsen vor die deutsche Militärkapelle unb birri gierte ben von ihm komponierten Frithjof-Fcftmarsch. Damit war bic offizielle Feier beenbet. Der Kaiser unterhielt sich nod) einige Zeit mit ben geladenen Gästen. Sodann schritten die Majestäten die Ehrenkompagnie ab, während die beiden Militärkapellen spielten. Die Majestäten begaben fick, von der Volksmenge lebhaft begrüßt, zum Strande und fuhren auf dem „Sleipner" nach Balholm, um die Belc- ftatue zu besichtigen. Um 1 Uhr war Galatafel an Bord der „Hohenzollern".
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