Ausland.
heutigen Aufführung von Nichts" liegt die Bühnen- Grunde, die die 17 33er» drei Schauplätze zusammen- lieberflüssigen, straffe Zu
gestern tut Triumph in ?Jiara Kaids huldigten ihm und die Bc olurung lubelte ihm zu. Die Artillerie feuerte Salutschüsse ab
Dor der ruiuscyen, lerbifchen, bulgarischen und griechischen Gesandtschaft nmrben >bundgebungen dargebracht.
Ter König von Gr echenlano empfing am Donnerstag vormittag in Wien die Botschafter Italiens, Rußlands und Frankreichs in gemeinsamer Audienz.
** Stadttheater. Der Shakespeares „Viel Lärm um rearbeitung von E. Bertram zu Wandlungen des Originals auf drängt. Ausmerzung manches
Deutsches Reich.
Der Reichskanzler
eepab sich nm Donnerstag abend zu kurzem Aufenthalt nach 1. t n c r h o f. Er folgte damit einer vor längerer Seit an genommenen Einladung des Prinzregenten von Bayern Ter Reichskanzler hat, so berichtet Dao Wolff'sche Bureau, den Beiuch nicht in letzter Stunde absagen wollen, um nicht zu gnmdlou-n Beunruhigungen wegen (iiesährdung des Friedens unter den Groninachten durw die Baif.inwirrcn Nahrung zu geben.
Agadir wieder von Aufständischen besetzt
Tanger, 8 Okt Das Küstenwachtschiff „Marrachr" ist äeute früh, von Agadir kommend, hier eingetroffen Als e an Agadir vorbei'uhr, wurde es von feindliche m Gesch ü p ft\a€r eF.V‘-nVn- erwiderte mehrere Stunden mir dem ÄimcnnMaitKbtn ,.,va z t" zusammen das Feuer. Agadir schein' wieder von Ausitandmlten, die mit Waffen gut versehen sind besetzt ui lern. Dre französischen Gruppen, die Agadir bttepeii sollen, kreisen nm 4. Oktober hier ein.
•n asablanea vorn 2. Oktober gemeldet wird
ist Generallyltnant L mutet) gestern int Truimph in Mara kef ch emgezogen. zte großen Kaids huldigten ihm und die B.-
ammenziehung der Handlung und Modernisierung sprachlicher Inversländlichkeiten früherer Zeit haben sich als besondere Vorzüge dieser Bearbeitung erwiesen, die ihre Feuerprobe vor zwei Jahren bei der Einweihung des Wiesbadener Residenztheaters mit bestem Erfolge bestanden hat. Die Inszenierung liegt in den Händen von Oberregisseur Walter DmorkowSki.
** Vom Roten Kreuz wird geschrieben: Im ganzen .Hessenland und weit über seine Grenzen hinaus ist das warme Interesse bekannt, das die Großlierzagin nicht nur allen Zweigen ozialer Fürsorge, sondern allen humanitären Bestrebungen im weiteren Sinn unermüdlich widmet. Einen neuen Beweis für dieses Interesse hat die hohe Frau vor kurzem dadurch gegeben, das; sie den vom Hessischen Landesvereiu vom :Roten Kreuz ausgebildeten Hilfsschwestern und Helferinnen vom Roten Kreuz eine Diensttracht verliehen hat. Ts ist die gleictie, die von dem König von Preußen durch eine an den Kriegsminister gerichtete Ordre vom Iß. März den Preußischen HitsSschwestern und Helferinnen vom Roten Streut verliehen worden ist. Dabei mag erwogen worden sein, daß es wünschenswert sei, die Hessischen Hilfsschwestern und Helferinnen bei Ausübung ihres Dienstes lür das Rote \freuj auci in ihrer äußeren Erscheinung den preußi eben ganz gleichzustellen, da beide int Frieden nach denselben Grundsätzen ausgebildet werden und im Krieg unter Umständen in demselben Lazarett, oder wo man sonst ihrer bedarf, nebeneinander in Tätigkeit treten müssen. Mit dem Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz find auch seine Hilfsschwestern und Helferinnen der Großherzogin zu großem Danke verpflichtet. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß im Laufe des letzten Sommers in Darmstadt etwa 65 neue Helferinnen ausgebildet worden sind. Da aber hiermit der im Falle eines Krieges eintretende Bedarf bei weitem noch nicht gedeckt ist, so wäre es sehr erwünscht, loenn alle Samariterinnen — auch die früher ausgebildeten — sich entschlössen, ihre tbeoretifdjc Ausbildung alsbald durch einen vier bis sechswöchigen praktischen Lehrgang in einem Krankenhaus zu vervollständigen, damit sie eben im Kriege als »Helferinnen vom Roten Kreuz" in den Lazaretten der Heimat bei der Pflege der Berwundeten verwendet werden können.
§§ Aus dem Gießener Gastwirtsgewerbe Das Hotel Central in der West Anlage, das bisher rituell geführt wurde, i)'t tn den Besitz des Herrn C. Köhler übergegangen der es neu hergestellt hat und es vom Samstag ab dem allgemeinen Besuch eröffnen will. Auch daS Cafä Ebel eine der ältesten hiesigen Gaststätten, hat in der Person des seitherigen Kolosseumspächters Ohm einen neuen Inhaber bekommen.
*♦ Aus Gießens §ranzosenzeit. Unser Museum tzat eine «mahl SortrqtS etroorben, die flr die @ef*übtc uniem stabt (rtt mtnenant fmb Es und ackt Abbildungen von Pen ",c- uf lind 1797 roabrrot. 6er sranioiHchen Besednnn
-tobt und .Teilung hier geweilt haben Die Bilder i Auicbc nach Silhouetten kopiert Aus den mit Tinte Ju? Bildern berge,teilten Widmungen, deren 3christzüge"die aus bet 3eu um 1NOO w,edergeben, er'adrt man, nSdk «edonen . j und. Die Bilder tragen die Unterschrift Le,b Das kiirtrin 11 hm Oli,rA»rtnMii»r S w et)te
Perltschen Golf nach Chorem-Abad wird in einem Ytusiajun im Auswärtigen Amt beraten. Der russische Plan emer Bahn von Tfchulfa nach Täbris macht anscheinend wenig /Z-onicvriue, obwohl üch der Direktor der Straßenbaugeiellichaften ^ichulla- Täbris und Enseli Teheran seit 14 Tagen in Teheran aufgalt und versucht, mit Persien zum Abschluß zu kommen.
Poincarö und Sasonow.
Der „Figaro" schreibt über die Unterredung Po in- earSs mit Sasonow
Es ist überflüssig unter den gegenwärtigen Umstanden bye »roße Wichtigkeit dieser Unterredung besonders zu betonen~ xie beiden Staatsmänner haben eingehend die verschiedenen^ weiten der Balkan frage erörtert, und wir glauben zu wissen, daß diese Unterhaltung einen befriedigenden Eindruck bettens der M ö g lichke it einer sofortigen gemeinsamen Aktion ergeben hat.
Der offiziöse „Petit Parisien" sagt:
Wenn Oesterreich Ungarn und Rußland, diese b iben im Orient einflußreichsten Staaten, sich über das Reformvrogramm^ einigen, das der Pforte zu unterbreiten wäre — denn die Durch sührung der mazedonischen Reformen ist die Grundbedingung für die Wiederherstellung der Ruhe — wenn sie sich mit vollster Loyalität und vollstem Bertrauen verständigen, um das Kabinett Mukhtar Pascha zur Erweiterung seines Dezentralisations planes zu bestimmen, bann ist noch Aussicht auf Hintanhaltung des Konfliktes vorhanden. Aber jede dilatorische Maßnahme must vermieden werden und die Verständigung vor dem ersten scharfen Flintenschuß, der noch immer droht, abgeschlossen werden.
Tie Finanzlage der Valkanstaaten.
Jetzt, da die Lage am Balkan sehr gespannt geworden ist, und die Gefahr eines Krieges äußerst nahe genickt ist, tritt die Frage hervor, nric es um die Finanzlage derjenigen Staaten bestellt ist, die der Türkei den Krieg er Härten wollen. Im allgemeinen muß gesagt werden, daß die finanzielle Leistungsfähigkeit eigentlich nirgends derartig ist, daß diese Staaten einen auch nur irgendwie längeren Krieg ungestraft durchführen könnten. Wenn man finanziell so steht wie Griechenland, Bulgarien und Serbien, so muß man das Vorgehen dieser Staaten kurzerhand als sträflichen Leichtsinn bezeichnen. Nur burd: die Jahre lange Friedensarbeit und mit Hilfe der europäischen Mächte hat sich das Wirtschaftsleben der genannten Staaten in den letzten Jahren gehoben, konnte besonders ihre Finanzlage einigermaßen gebessert werden, und nun steht alles wieder auf dem Spiele.
Von den bulgarischen Anleihen ivirb in Berlin die 6proz. von 1892 notiert. Andere Emissionen sind an der Berliner Börse nicht zugelassen. Dagegen hat die 5proz. Tabakanleihc von 1902 in Frankfurt einen offiziellen Markt. Bekannt Ist, dgß eine 4'/-proz. Anleihe von 1909 wegen Mangels genügender Spezialgarantien in Preußen nicht zum Börsenhandel zugelassen wurde, wohl aber nach langen Verhandlungen in Hamburg einen Börsenmarkt fand. Außerdem ist noch darauf hinzuweisen, daß sich Bulgarien gegenwärtig in einer besonders peinlichen finanziellen Lage befindet, insofern, als es vor der Aufnahme einer neuen großen Anleihe steht. Es werden in P a r i s Verhandlungen über eine Anleihe von 180 Millionen Francs gepflogen, ob sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen zu einem Ziel führen, ist sehr fraglich. Im einzelnen werden in betreff der Anleihen Bulgariens die Rechte der Gläubiger durch ein aus französischen Banken zusammengesetztes Konsortium gewahrt.
Von Serbien wird eine 4l/,proz. Goldanleihe im Gesamtbeträge von 150 Millionen Francs und eine 4proz. Anleihe von 1895 gehandelt, die ursprünglich nur zum Teil, schließlich aber im Gesamtbeträge von 355 Millionen Francs zur Berliner Börse zugelassen wurde. Mit der Verwaltung der für die serbischen Anleihen gestellten Sicherheiten ist eine autonome Monopolverwaltung betraut. Von dieser Verwaltung werden sämtliche Staatsmonopole und die Stempel« wie Getränkgebühren verwaltet. Außerdem sind die Reineinnahmen der Eisenbahnen und die Zollerträge für den Dienst der Anleihen bestimmt.
Auch in Griechenland besteht eine internationale Kontrollkommission, welche die Verwaltung der Staats schulden geregelt hat, so daß die Gläubiger gegen die üblen Erfahrungen früherer Jahre gesichert sind.
♦
Ter FricdcnSfchluß mit Italien!
Konstantinopel, 4. Okt. Sicherem Vernehmen nach hat der türkische Ministerrat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, den letzten Vorschlag Italiens an zu ne hm en. Die Unterzeichnung der Friedenspräliminarien kann sofort nach der Ankunft Seif Eddins in Ouchy erfolgen. Seif Eddin ist gestern nachmittag nach Ouchv abgereist.»
R o m, 3. Okt. Die Ageuzia Stefani bezeichnet das von Konstantinopel verbreitete Gerücht über den Abschluß des Friedens als vollständig falsch.
® asel'3. Ost. Die Schweizerische Depeschenagentur melbet: Aach Meldungen aus Lausanne steht die lln terzei ch n u u g des Frieden s v e r t r a g es bevor.
Aus Stadt und Land.
Vie en, 4. Oktober 1912.
** Tageskalender für Freitag, 4. Oktober: Stadttheater: „Viel Lärm um nichts." Anfang 8 Uhr.
•• Landesuniversität. Der Großherzog hat am 28. September dieses Jahres den außerordent. lichen Professor Dr. Herm. Hirt in Leipzig, zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der LandesunwerNtat Gießen für daS Fach des Sanskrit und der vergleichenden indogermanischen Sprachwissenschaft mit Wirkung oom 1. tJt. ernannt.
** Versetzt wurde der Pfandmeister V. Meffert zu Fürth in den Beitreibungsbezirk Dieburg. Der Steuer- ousseher Adam Rhein zu Lauterbach wurde zum Pfand« meister für den Beitreibungsbezirk Alsfeld und der Steuerausseher Konr. Stier zu Gießen zum Pfandmeister für den BeitreibllngSbezirt Fürth ernannt.— Erledigt iit die stelle eines SteueranffeherS bei dem .Hauptsteueramt Gießen.
** Ruhe st an dls Versetzung. In den Ruhestand wurde versetzt der Setyrer an der Gemeindeschule zu Udenhausen Johs. Schweitzer auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen xxenfte.
** Die Ausstellung „Der Mensch" verlängert. Da der Andrang zur Ausstellung „Der Mensch" in Darmstadt täglich zunimmt, hat sich die Ausstellungsleitung veranlaßt gesehen, den Schluß der Ausstellung noch hinauszuschiebeu. Die Ausstellung ist demnach noch den ganzen Oktober hindurch geöffnet und zwar von morgens 9 bis abends 10 llhr, auch Sonntags.
** Sitzungen des Provinzialausschusses finden ftatt: 1. am Mittwoch, 9. Okt., vorm. 3/.t9 Uhr. Tagesordnung: a) Beschwerde wegen G e r u ch b e l ä st i - g un g beim Gewerbebetrieb des Moses Keßler zu G i e ß en. b) Klage des Ortsarmenverbands Wetzlar gegen den Landarm en ver band Gießen wegen Unterstützung des Heinrich Ortmüller zu Wetzlar, c) Klage des Orts- armenverbands Wallen rod gegen den Ortsarmenverband Brauerschwend wegen Unterstützung der Familie Ruppel von Brauerschwend. d) Gesuch des Gg. Fr. Seipp zu Dors-Gill um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft, e) Wirtschaftsbetrieb im Hause Lahn- straße 9a. 2. am Samstag, 12. Oktober, vormittags 3/^9 Uhr. Tagesordnung: a) Der Brunnen des Heinrich Seipel V. zu Fauerbach v. d. H. b) Bürgermersterwahl zu Burkhards, c) Beigeordnetenwahl Ober-Seern e n. 3. Am Mittwoch, 23. Okt. vorm. 3/49 Uhr. Tagesordnung: a) Ausnahme des Beigeordneten K. Alles von Dorheim in die 'Fürsorgekasse. b) Rekurs gegen einen Polizeibefehl des Kreisamts Schotten -von Hch. Grüning in B r e u n g e s h a i n. c) Klage der Anwälte des stud. jur' Karl Kempff in Gießen, als Inhaber des Kempffschen Familienfideikommisses, gegen die Stadt Gießen wegen K a n a l g e b ü h r e n f e st s e tz u n g. 4. am Samstag, 26. Oktober, vorm. 3/49 lll)r. Ablösung der Streu- und Weideberechtigung in den Gemeinden Pfordt, Uetz Haus en und Nieder-Stoll.
** Die elektrische Bahn nach Wieseck geneh- m i g t. Die Errichtung der elektrischen Straßenbahn von Gießen noefy Wieseck ist vom Kreisamt genehmigt worden. Die Vorarbeiten sind in vollem Gange und es wird, wenn möglich, noch in diesem Herbste mit dem Bau begonnen werden.
o- t. Persiens.
rrZ-CPCJan.' Der Minister deS Aeußern bc
cbfidjtujt dem britii di e n und dein r u s i i f ch c n G e i andre: fetn Bedauern darüber auSmdrücken, daß fei n e R e §.^rung nrckt ;n der Konferenz in Balmoral di
sr.K.naK.Äsr. SS
aus Der KrregSgewncbte Der StaDt und >wning Gieren und Deren Umgebung vom 7 Juli bis 19. September 1796 von einem Augenzeugen erfährt daß der damalige Bürgermeister Wörmer Mitglied der Kriegskommission war. Die während der Franzofen ;eir ihres Amtes waltete. Das nächste Bild zeigt den französischen General Rep, der 1796 und 1797 zeitweise in Gießen Quartier genommen hatte. Rach der Widmung ist auf em'm weiteren Bild ein Graf Zeppelin wiedergegeben. 4luch das BUd des durch Goethe berühmt gewordenen Professors Höosner befindet sich in der kleinen Sammlung, ebenso ein Freiherr, denen Raine auf der Abbildung nicht näher festzustellen ist. Die Frauen - weit, die damals in Gießen eingekehrt war, wird vertreten durch die Bilder einer Herzogin von Weimar und einer Herzogin von Hessen, sowie durch eine Prinzessin Friedrich von Mecklenburg. Eine Herzogin von Hessen hat es nie gegeben und es liegt wohl eine Verwechslung vor. Damals wohnte im Herzoglichen Hause in Wetzlar eine Herzogin von Württemberg. Es ist möglich, daß Die Dame während der Franzosenzeit öfter nach Gießen kam und als Herzogin von Hessen gegolten hat. Es ist sicher möglich, nach Ehastels Tagebuch, nach der Literatur über Professor Höpfner und nach den Gießener Wochenblättern, in denen die ein- und anspassierenden Fremden angegeben sind, die bezeichneten Per sonen, vielleicht auch den Amertiger der Bilder zu bestimmen. In der schon erwähnten Kriegsgeschichte und in Buchner, „Gießen vor 100 Jahren", findet sich dafür kein Anhalt.
** Der städtische Marktausschuß hatte die sofortige Einrichtung eines provisorischen Vieh- marktplatzes westlich vom Güterbahnhof (in der Gegend der Teichlerschen Wirtschaft) beschlossen und mit der Herrichtung des Platzes war bereits begonnen worden. Auf eine Anfrage der Bürgermeisterei hat das Kreisamt aber erklärt, daß es wegen der damit verbundenen Seuchen- gefahr die Whaltunb der Gießener Viehmärkte nicht g c - ft a 11 e n. würde. Die Arbeiten zur Herstellung des provisorischen Marktplatzes sind daraufhin eingestellt worden.
** Preußische Klassen-Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse der 227. Lotterie muß unter Vorlegung des Vorklassenloses bis zum 7. Oktober abends 6 Uhr geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur 4. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose 3. Klasse bis zum vorerwähnten Termin eingelöst sein. ,
•* Daß erste Iugendfest tn Gießen wurde, wie uns von einem Teilnehmer mitgeleill wird, nicht 1858, sondern schon 18 5 3 abgehalten.
** Der h eilig e Bureaukratius ist schon öfter kritisiert worden. Daß auch die Eisenbahubehörde sich vom Buchstaben nicht losmacheu kann und nicht nach kaufmännischen Grundsätzen verfährt, beweist folgender Fall. Eine Gießener Firma hat nach Station Marburg eine Frachtgutsendung erhalten und der dortigen Güterabfertigung auf einer Postkarte mit Firmenstempel mitgeteilt, daß die Sendung einem namhaft gemachten Spediteur in Marburg zur weiteren Veranlassung ausgehändigt werden solle. Die Güterabfertigung Marburg schickte an die Güterabfertigung Gießen die" Karte der Gießener Firma mit dem Ersuchen, sie möge der Firma anheimgeben, eine Vollmacht für den Spediteur mit dem gefetzlick)^n Stempel von 1.50 Mk. auszufertigen. Die Güterabfertigung (ließen schickte der Firma das Schriftstück zu mit dem Bemerken, das; Vordrucke zu dieser Vollmacht bei der Eisenbahngüter- bchörde in Gießen käuflich zu haben sind. Die Firma schickt nun zu dieser Behörde, um das Formular zu beschaffen, und muß dafür 1 Pfg. bezahlen. Die Unterschrift unter der Vollmack)t muß aber amtlich beglaubigt werden Durch alle diese Formalien vergeht Zeit, die Sendung liegt auf dem Güterschuppen in Marburg und erleidet eine Verzögerung von drei Tagen.
Landkreis Gießen.
() Lich, 3. Okt. Recht rege ist auch in diesem Jahre hier die Bautätigkeit wieder gewesen. Sechs neue Häuser sind im Laufe deS Sommers, zumeist im Bahnhofs- oiertel, entstanden. Zwei größere baciliche Arbeiten sind zur Zeit noch im Gang und werden bis zum Frühjahr vollendet sein. Es sind dies ein nach den Plänen von Professor Metzendor.ff-BenSheim von der hiesigen Firma Stenglcr auS- zuführender Anbau am fürstl. Schloß und der Neubau einer katholischen Kirche. Letzterer steht in der Bahn. Hofsstraße, gegenüber der Post. Er wird vom hiesigen Bau» geschäft Gebr. Fey in Form einer Kapelle aufgeführt. Die Gesamtkosten sollen sich auf rund 30000 Mark belaufen.
KreiS Alsfeld.
h. Alsfeld, 3. Okt. Bei dem Bahnwarterposten 47 (im Lcuseler Feld) an der Strecke Gießen—Fulda wird zurzeit eine Blockst ation errichtet. Das Gebäude toirb' demnächst fertiggestellt und voraussichtlich am 1. November in Betrieb genommen.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 3. Okt. Die Kartoffelernte hat begonnen. Ihr Ausfall ist dieses Jahr sehr gut. Auserlesene Kartoffeln kosten hier 3.50 bis 4 Mk. und Kartoffeln wie sie vom Acker kommen, nur 3 Mk.
L. Ossenheim, 4. Okt. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Gemeinde dem Eiektrizitätswer k Wölfersheim anzuschließen.
8 Bad-Nauheim, 3. Okt. Unsere in der weiten Umgebung bekannte und beliebte Kirmes, daS sog. Saisonschlußfest, wird am 6., 7. und 13. d. Mts. gefeiert.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmitadt, 3. Okt. Die Stadto. Henrich und Genossen haben den Stadtverordneten einen Antrag zur Gemeindesteuer vorgelegt, wonach Vermögen im Werte bis zu 3000 Mark von der Steuer befreit bleiben sollen. Elternlose Minderjährige und erwerbsunfähige Personen, deren Vermögen bei einem Gesamteinkommen von weniger als 750 Mk. den Betrag von 10 000 Alk. nicht erreicht, und — unter den gleichen Voraussetzungen — Witwen, wenn sie nicht etwa ihr Vermögen und Einkommen durch freiwillige -LmnögenSabtretimg an Kinder oder sonstige Angehörige unter die vorstehenden Beträge vermindert haben, sollen von der Lteuer von Grundbesitz, Gewerbebetrieb und Kapitalvermögen befreit bleiben.
Hessen-Nassau.
Kröffelbach, 3. Okt. 9tach fast 50jahriger Tätig- eit trat unser Lehrer Johannes Bückner in den Ruhestand. Ec war 47 Jahre in unserer Gemeinde tätig, so daß fast amtliche Einwohner seine Schüler gewesen sind.
rck ° nkenberg , 3. Oki Für eine Amahl Bewohner des Edertal,perregebiets, die bis jetzt noch keinen anderen Wohnsitz ?un,I$cn ^cn» 10111 wan jetzt außer dem bereits bezogenen Neu- ^end) noch cm neues Dorf erstehen lassen und vnmr ein neues ^rmgbaufen. In Aussicht genommen ist der schon früher außer Elbach genannte sog. Daudenberg Dicht bei Bnnghausen gelegene fläche, auf der die Bringhäuser ohnedies viel ^m-indemald und Land besitzen Große Grundstücke haben zwar
V ' ’1h’ hier anucheln, nicht zu erwarten, e» sind ja auch
durch,chnittlich Heine Landwirte, Handwerker und Arbeiter,


