Ausgabe 
4.11.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

gegen Kirk Misse zurückgewichen. Es ist den Türken geglückt, sich zwischen Bunar Hissar und Kamaklue festzusehen.

Konstantinopel, 2. 9?ot. A m t l i ch e N a ch ri ch - ten aus dem Hauptquartier bestätigen, daß die Bulgaren westlich und bei Bunar Hiss ar zu­rückgeworfen worden sind. Auf dem linken Flügel bei Luele Burgas hätten nur Scharmützel stattgefunden

Nach Mitteilungen, die vom Kriegsministerium aus­gingen, soll das Umgehungsmanöver der tür­kischen Armee erfolgreich gewesen sein. Tie bei Wisa und Luele Burgas stehenden Korps hätten sich ver­einigen können.

Der Kriegskorrespondent derSabah" telegraphiert: Die Bulgaren wurden aus Lule-Burgas ver­trieben. Die Verluste sino auf beiden Seiten, besonders bei den Vulgärer:, groß. Es wurden 1300 Verwundete nach Konstantinopel geschafft Zahlreiche .tturben schreiben sich als Freiwillige ein und tragen einen Fez mit der Aufschrift:Nach Sofia oder in den To b."

Jcni G azet t a" erfährt, daß die Bulgaren wegen der schwierigen Lage der bulgarischen Armee zwischen Luele Burgas und Wisa beschlossen haben, durch Heran­ziehung der Truppen von Küstendil die Ost- armee zu verstärken. Die Verteidigung der Grenze überlasseir sie den Truppen dritter Klasse.

Die türkischen Blätter melden eine große Schlacht der Vorder-Armee bei B o z a d s ch I b u r n u und W e r t i - kop an der Eisenbahn, 12 Kilometer östlich von Mo­denas. Die türkischen Flugschiffe beobachteten die Stel­lung der Griechen. Tie Stellung der Türken ist günstig Wie Griechen ergriffen die Flucht unter Zn- rücklassung vor: acht Kanonen. 20 griechische Ka­valleristen sind gefangen genommen worden.

Ferner melden die türkischen Blätter einen neuen Aus­fall aus Adrian opel auf der Seite gegen Marasch. Der Kampf dauerte 10 Stunden.

Der Großwesir richtete an den Generalissi­mus Nazim Pascha eine Depesche, in der er ihn zu seinem militärischer! Erfolge beglückwünscht und hin- zufügte, es seien auch diplomatische Erfolge erzielt.

Der Sultan, der eine lebhafte Befriedigung über die Schlachtberichte bezeugt, richtete, als er die Moschee verließ, an die Offiziere einige Worte und sprach die Hoff­nung aus, die Freude werde bald allgemein werden.

Vie Beschießung von Adrianopel.

Seit gestern (2. Nov.) früh wird Adriano- Hel beschossen. Es waren Gerüchte verbreitet, daß die Festung bereits kapitulierte, die Gerüchte sind jedoch amtlich noch nicht bestätigt worden. Mehrere bul­garische Flugschiffe umkreisten Adrianopel zwecks Re­kognoszierung.

Serbische Erfolge.

Belgrad, 3. Nov. Es verlautet, daß Issa Bol­jet i n g e sich mit 15 000 Albanesen den serbi­schen Truppen ergeben habe.

Ter König ist gestern nachmittag mit dem Minister­präsidenten Pafit sch in feierlicher Weise in Uesküb e i n g e z o g e n. Die Einnahme von P r i z r e n d wird amt­lich bestätigt.

Tie Montenegriner.

R j e k a, 3. Nov. Trotz des anhaltenden Artillerie­feuers der Türken gelang es gestern einer montene­grinischen Brigade von ungefähr 3000 Mann, die Bojana auf einer Pontonbrücke zu überschreiten.

Vie Entsendung deutscher Kriegsschiffe.

Wie das Wolffsche Bureau erfährt, erhielten die zurzeit sich im Mittelmeer befindlichen drei KreuzerHer- t h a",B ineta" undGehe r" den Befehl, sich zum Schutz von Leben und Eigentum der Deutschen in die türkischen Gewässer zu begeben. Außer- dein werden der PanzerkreuzerG o e b e n" und der kleine .streuzerBreslau", welche gegenwärtig in Kiel mit Ucbernahme von Proviant und Munition beschäftigt sind, wie verlautet, bereit gemacht,- um binnen 24 Stunden in Ser zu gehen.

England mobilisiert?

London, 3. Nov. Große Aufregung herrscht in Chatham infolge der Austeilung zahlreicher Tele­gramme der Admiralität, durch die die auf Urlaub befind­lichen Offiziere und Mannschaften an Bord der Schiffe zurückberufen werden.

Ebenso wie für Chatham sind für die Häfen Devon- p o r t und Plymouth sämtliche Offiziere und Mann- schaften der Schiffe vom Urlaub zuriickgerufen worden. Die siebenteTorpedozerstörerflottile und ver­schiedene andere Schiffe sollen am Sonntag und Montag von Devonport und die fünfte Zerstörerflot- t i l l e am Montag von Plymouth abgehen. Man glaubt, daß sämtliche Schiffe nach dem nahen Oste n bestimmt sind.

Portsmouth, 3. Nov. Eine Sonderausgabe der Evening News" meldete daß auf der sechsten Zer­st örerflottillegroßeTätigkeit herrsche. Die Zer­störer seien bctcit, in See zu gehen. Es verlautet, daß die Seeleute und die Offiziere an Bord berufen worden seien und daß die Flottille heute nacht mit versiegelter Order abfahren werde. Außerdem verlautet, daß auch

günstige Stimmung entgegen, der Dreibund frage sich, ob er den Balkanstaatcn gegenüber nicht irgendwelche Inter essen zu vertreten haben werde, was bei einer Macht der Triple-Entente nicht der Fall sei. Das Blatt richtet dann an die Balkanstaaten die dringende Mahnung, in enger Fühlung zu bleiben und ihre im Frühling dieses Jahres getroffenen Vereinbarungen und die gegenwärtige Lage auszugestalten. Wenn ihnen dies gelänge, so werde ihre Verhandlungsfähigkeit eine zehnfach stärkere sein. Sie hät­ten einen glänzenden Erfolg errungen, aber das ge­ringste Schwanken werde ihr Verderben werden.

Die Hoffnung .Kiamils.

Ter Konstantinopeler Korrespondent desMatin" mel- bet, baß Ki am il - Pas ch a ihm unter anderem folgendes erklärt habe: Frankreich und England haben in Kon­stantinopel ungeheure materielle und moralische Interessen. Sie haben sich in bedeutungsvollen Stunden unserer Ge­schichte als treue Freunde der Türkei gezeigt. Ich hoffe, daß sic uns auch heute alle beide .einen Beweis ihrer Freund­schaft geben iverdcn, und daß durch ihre Einigkeit diejenige Europas in einem Gefühl der Sympathie für mein Land erzielt werden wird.

DerMatin" hat vielleicht die BetonungFrankreich und England" zu stark aus den Worten Kiamils beraus- gehört, denn es ist nicht anzunehmen, daß dieser Politiker die Empfindlichkeit der anderen Mächte willkürlich reizen wollte.

Vom früheren Sultan Abdul Hamid.

Konstantinopel, 3. Nov. Ab du l H a mi d, der hier eintraf, ist, wie gemeldet wird, gestern früh an Bord derLoreley" durch ein türkisches Dampfbvot nach dem Palaste Beylebey übergeführt worden. Mittwoch mittag holte ihn ein von Oberleutnant Becker kommandiertes Boot in Saloniki vom Kai ab. Nach Besteigen des Bootes sprach Abdul Hamid seinen Dank aus, welchen er an Bord der Loreley" dem Kommandanten, Kapitänleutnant v. Arnim und dem ersten Offizier, Oberleutnant Rose, wiederholte. Er sagte auf Französisch:Ich danke Seiner Majestät dem Kaiser sehr für die Freundschaft, die er mir auch in diesen dunklen Tagen beweist." DieLoreley" verließ um drei Uhr nachmittags Saloniki. In Begleitung Abdul Hamids befanden sich seine zivei Hauptfrauen und 10 Nebenfrauen und Dienerinnen, welche mit ihm zusammen die Offiziers­messe der beiden Offizierstammern des Achterdecks bewohn­ten. Dann kamen noch sein siebenjähriger Sohn Mehenicd Alid Efendi, vier türkische Offiziere des militärischen Ge­folges, drei Eunuchen, zwei Diener und zwei Köche. Auch bei den Mahlzeiten auf derLoreley" lvar der Exsultan heiter und ausschließlich Familienvater: er und schlief sehr gut.

Eine Niederlage gelandeter türkischer Truppen.

DieTimes" meldet aus Sofia: SchefketTorgut Pascha landete mit 20000 Mann in Media. Er versuchte, den linken Flügel der Bulgaren am 31. Ok­tober zu umgehen, wurde aber von den Bulgaren u n t e r K u l i n - S ch e f f v o l l st ä n d i g g e s ch l a g e n. Es ist unbekannt, ob es den Türken gelungen ist, wieder auf ihre Schiffe zu kommen.

Türkische Greueltaten.?

Sofia, 3. diov. (Agence Bulgare.) Auf dem Rück- Mge von Babaeski nach Luele Burgas verübten die türkischen Truppen vor drei Tagen in dem fünf Kilometer nordwestlich von Luele Burgas gelegenen Dorfe Aivali Greueltaten, deren Opfer gegen 2 00 Personen, darunter Frauen, Greise und Kinder im zartesten Alter sind.

Man muß diese Meldung mit Vorsicht aufnehmen, da sie aus bulgarischer Quelle stammt.

Das BlattMir" berichtet aus zuverlässiger Quelle, daß die Türken, bevor sie Temir-Hissar verließen, in einer Kaserne 200 Bulgaren einschlossen und die Kaserne in Brand steckten, so daß sämtliche Bulgaren umgekommcn seien. Im Strumatal hätten die Türken bulgarische Einwohner gruppenweise angebunden und nieder gemetzelt.

Das Vorgehen Ser Griechen.

Athen, 3. Nov. Als die Bewohn-er der nordöstlich Son Verrio gelegenen Stadt Njausta erfuhren, daß die griechische Armee auf Saloniki marschiere, verjagten sie die türkischen Behörden und ließen dem griechischen Thron­folger sagen, daß die Stadt griechisch sei und täglich 2 5,000 Rationen Brot liefern wolle. Njausta zählt 10 000 Einwohner.

Athen, 2. Nov. Die Blätter veröffentlichen über eine Schlacht bei Nalkankoei (südlich vom Ostrowo- See) folgende Einzelheiten:

Die Türken waren viertausend Mann stark und hatten ungeheure Verluste. Zweihundert Reiter, tausend andere Soldaten wurden getötet. Sieben Geschütze fielen in die Hande der Griechen. Die Türken flohen bestürzt in der Richtung auf Monastir, ohne weiter zu wider­stehen. Ter Feind tourbe von der g-neckisch en Artillerie buck>- stäblich weggcsegt. Tic Schlacht dauerte sechs Stunden Trotz des Baionettkampfes und der starken Stellung der Feinde waren die Verluste der Griechen nicht sehr bedeutend Tausende von Gewehren fielen den Griechen in die Hände Tic Türken sollen gestern c i n e n Z u g v o n B e r w u n d c t c n aus der Straße von Kozani nach Kailar erschossen haben. Ter König besuchte die Verwundeten, die nach Kozani gebracht worden waren, und beglückwünschte sic zu ihrem heldenmütigen Verhalten.

Tie Kapitulation von Prevesa.

Athen, 3. Nov. Es lotrb bekannt gegeben, daß die Stadt Prevesa am Golf von Arta kapitulierte.

General S a p u n d j a t i s meldet Einzelheiten über die Besetzung der P r e v e s a beherrschenden Höhen von N i copolis. Danach begann der Angriff auf die türkische Armee, die in Prevesa verschanzt war, heute nacht 2 Uhr Dre Griechen eroberten die Höhen von Nicopolis und sprengten eine türkische Batterie in die Luft. Die türkischen -soldalen und Pacht BozukS flüchteten und wurden von- ben Griechen verfolgt. Ein türkisches Torpeboboot hat den Golf von Arta beschossen. Die Griechen mach­ten 4 5 0 Gefangene.

Der- Kommandant her vor Prevesa befindlickren Flotte jcpeirtneit, daß er 500 türkische Gefangene zum Transport an Bord habe.

Ein türkischer Schleppdampfer getapert.

Nach einer Blättermeldung aus Athen bat ein qrie- Torpedoboot einen türkischen Schlepp- lrrkaper^t, der die griechische Flagge ge- J!?d) ^nifi zu segeln, wo er versuchen 4IVh? wr9 21n fc 11 cn türkischen Kreuzer Jv 1 c b c r flott z u machen Der Sck>lep;wamp,er wurde von der Mannschaft des griechischen Torpedobootes nach P:raus gebracht. J 1 1

die 2. und 3. F lo 11 e n d i v i s i o n, die aus vier Schlacht­schiffen und neun Kreuzern besteht. Befehl erhalten habe, sich zur Abfahrt bereit zu machen.

Dazu -wird aus Londonzur Beruhigung" mitgeteilt: Tic Gerüchte über eine Mobilisierung der englischen Flotte, die durch die Presse -gehen, werben von der Armirali- tat als vollkommen unbegrünb-et bezeichnet. Es wird keinerlei Schiffsbcwegung in ben Hei­ni ische n Gewässern in Erwägung gezogen.

Nach dem BerlinerLok.-Anz." wird in leiteirden poli­tischen .Streifen Londons hervorgehoben, daß cs sich n u r u m eine teilweise Mobilmachung der englischen Flotte handele. In keiner Weise sei sie gegen andere Mächte gerichtet.

Stolypin erklärte in derNowoje Wremja", die Bulgaren müßten sich mit ihrem Vormarsch beeilen, auch Ruy land müsse auf der Hut fein. England sei zwar mit Rußland befreundet, doch seien Aegypten und Syrien so verführerische Leckerbissen, daß es Kiamil Pascha vielleicht gelingen werde, England gegen Rußland auszuspielen.

Die Wiener Politik.

Tas WicncrFremdcnblatt" stellt fest, die allgemeine Auf­fassung der europäischen Mächte gehe dahin, daß die bedeuten­den Interessen, welck>e Europa auf dem Balkan be­sitzt, nicht berührt werden dürften. In diesem Sinne habe sich auch Safonow unzweideutig geäußert. Gerade auf biefer Auffassung beruhe aber der Wille aller Mächte zur Einmütigkeit und gemeinsamem Handeln, ein Wille, der sich selbstverständlich während der Tauer des Krieges noch nicht habe betätigen können. Tic Balkanstaaten ließen erkennen, daß auch sie den ungestörten Fortbestand der europäischen Interessen auf dem Balkan in Rech­nung ziehen. Den vereinzelten serbischen Stimmen, die mit der in Europa vorherrschenden Friedensstimmung nickst im Einklang ständen, möchte das Blatt keine übermäßige Wichtigkeit beilegen. Es kann, so schließt das Blatt, der bestimmten Erwartung Raum gegeben werden, daß der Balkankricg keine weiteren ernsten Komplikationen nach sich ziehen wird.

In Verbindung mit den Nachrichten von der Entsen­dung von Kriegsschiffen durch die Großmächte nach tür­kischen Häfen weist dieTribuna" darauf hin, daß Italien im Aegäischen Meere durch die erste Division des zweiten Ge­schwaders, bestehend aus den Sck)isfenRegina Margherita", Emanuele Filiberto",Ammiraglio di Saint Bon" und Coatit", unter dem Admiral Amero Taste vertreten ist.

Wie es heißt, haben die Botschafter an die Pforte bas Ersuchen gerichtet, einem Kreuzer jeder Nation die Durch­fahrt durch die Meerenge zu gestatten.

DerPester Lloyb" schreibt über die Ereignisse am Balkan:

Nach wie vor sind unsere leitenden Kreise und in vollem Einklang mit ihnen alle Vertreter unserer öNentlichcn Meinung entsckstofscn, an dem bisherigen Proaramm scstzuhalten, das un­seren Interessen am meisten entsprach. Tie Interessen sind heute die gleichen wie in ber Vergangenheit. Es ist absolut unmöglich, daran zu zweifeln, daß die S el b stbes chrä n kun g, die wir uns aus freiem Entschlüsse auf erlegten, von uns als bindend anerkannt wird,, solange unsere Interessen wirklich gewahrt werden können, um berehviUcit mir sie auf uns genommen haben. 'Xber ebenso sicher und unzweifelhaft ist, daß selbst der Friedlichste der Friedlichen in dieser ganzen Monarckste von einem Ueber- bordwerfen der Interessen nichts wissen will und zu ihrem Schutze jeder nur denkbaren Neugestaltung auf dem Balkan gegenüber auf ber Forderung beharren wird, daß die Garantien für ein bleibend gutes Verhältnis zu den B a l k a n st a a t e n in politisckicr und wirlschaftlickier Hinsicht geboten sein müssen. Zweierlei verlangt unser altes bewährtes Orient Programm: Verlangt von uns Be- scheideichcit, bau mir nicht auf Eroberung auSgehen und ans mit der Entwickelung dessen begnügen, was wir haben, und verlangt pvn uns Festigkeit, daß wir unsere Zukunft nicht dem Zu­fall vreisgeben und ihr schon gegenwärtig eine <->chutzmauer und Bürgschaften errichten.

Fanzöfifchc Ermunterungen für den Balkanbnnd.

DerTemps" erklärt, die Balkanstaaten wüßten, daß ihre eventuelle ,v e st s e tz u n g in Salonik ober in einem Abria Hafen in Wien Beunruhigung Hervorrufen werde. Tie Triple Entente brachte dieser Eventualität eine

Aus StaSt und Caitö»

Gießen, 4. November 1912.

** Tageskalender für Montag, 4. Nov. Versamm­lung von Iung - Deutschland. Vorträve von Pros. Kissinger- Tarmsiadt und Pros. O. Tr S ch ö l l - Friedberg. Abends 8/4v Uhr in der Turnhalle des Turnvereins.

** Ordensverleihung. Ter Großherzog hat die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen den Wackstmeistern a. T. Karl Tietz und Andreas L e ib- ner, beiden zu ihrem Ausscheiden aus dem Großhnzoglichen OKndarmeriekorps verliehen.

** Lehrcrpcrsonalien. In den Ruhestand ver- c tz t wurde der Oberlehrer an der Volksschule zu Mainz Rektor t'ldam S t e n n e r auf fein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste.

** Zulassung und Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. ?Im 1. Oktober wurde der Gerichts assessor Paul Loo ff zu Worms zur Rcckstsanwaltschaft bei dem Amtsacrickst Pfeddersheim und am 8. Oktober der Rechtsanwalt Dr. Ludw. Schocncnberg zu Offenbach zur Rechtsamrmlt- schast am Landgericht der Provinz Starkenburg, neben der ihm rüber erteilten Zulassung bei der Kammer für Handelssachen zu Offenbach und dem Amtsgericht Offenbach, zugelassen. Am 25. September hat der Rechtsanwalt Tr. Aler. Marx zu Offen­bach die Zulassung zur Rechtsantvaltschaft aufgegeben.

"Der Verein städtischer Beamten -hielt am Samstag abend eine außerordentliche Hauptversamm­lung ab, die sich mit dem ablehnenden Beschluß der Stadt- verordneten-Verfammlung wegen der Gel^altSerhöhung für die städtischen Beamten und Lehrer beschäftigte. Nach län­gerer Aussprack>e wurde beschlossen, erneut an die Mit­glieder der Stadtverordneten-Verfammlung wegen einer Gehaltserhöhuna heranzutreten. Es wurde betont, die Beamtenschaft verstehe es, daß eine Stener- crhöhung gerade aus diesem Anlaß keinen guten Eindruck in der Bürgerschaft machen würde. Die Beamten sind aber der Ansicht, daß wegen der Gehaltserhöhungen eine Steuererhöhung nicht notwendig ist und wollen dies in der Eingabe an die Stadtverordncten-Bersammlung mit Zahlen belegen.

** Stadttheater. Nochmals sei auf die morgige kcmicre von Hermann BahrsPrinzip" hingewiesen, )ie unter der Regie von Direktor Steingoetter steht. Er lM anch für z. T. neue Aussbattung Sorge getragen und nainentlich die Herrschaft lickte Küche des 2. Aktes wird sich n modernster Einrichtung darftellen. Auf vielfache Lünsche wird HartlebensRosetimontag" am nächsten Mitt­woch im Abonnement wiederholt.

** Kreisziegenznchtverein Gießen. In der qcftrigen unter dem Vorsitz des Rea.-Rals Dr. Merck ab gehaltenen Sitzung des Vereinsausschusses, in der 22 Orts­vereine vertreten nxaren, wurde die vom Verein eingerichtete V e r m i t t e l u ng s st e l l e für den An- und Verkauf sowie zum Tausch von Zuchttieren an StÄle des nach Heidelbergs versetzten Kreis-Ackerbauinspektors Strcr^ dem' Martin SckMall in Gießen, Marburger Straße 66, übertragen. Als Vorsitzender der Körkommission wurde Zuchtvernxüter Büxler beim hiesigen Landwirtschastskammer-Ausschuß gewählt. Die Aufnahme und Kennzeichntmg der Jungvieh- bestäube würbe in ber seitherigen Weise Schmall-OKeßen lv-citerhin übertragen. Gleichzeitig wurde beschlossen, die infolge der Maul- und Klauenseuche unb ber Vorbereitung zur landw. Kreisschau bis jetzt nur teilweise vorgenommenen Körungen in alletc Ortsvereinen, in denen ein Bebürfnis zur Körung noch besteht, alsbald vornehmcni zu lassen.

"Der erste Schnee dieses Winters ist gestern hier gefallen, zerrann aber rasch wieder zu Master. Auf dem Hoherodskops schneit cs seit Samstag. Der Schnee ist bei 5 Grad Kälte liegen geblieben, bietet aber noch keine Gelegenheit zur Ausübung des Wintersportes.

Landkreis Gießen.

= Sie inbach, 3. Nov. Einem hiesigen Einwohner ist es gelungen, eine Flug maschine herzustellen, die heute ihren ersten Aufstieg machte. Er ging glatt von statten, aber bei dem zweiten Versuch mürbe die Maschine in einet Höhe von etwa 60 Meter vom Winde erfaßt und kippte