Ausgabe 
31.5.1912 Erstes Blatt
 
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in der Kultur fortgeschrittenen Süden, dessen Ritterschaft damals auch in hoher kultureller Blüte stand, die Aufgabe zu übernehmen, tit dies Land zu kommen und dasselbe wieder neuem Blühen ent­gegenzuführen. Es ist aus bewährtem Munde uns heute schon kundgegeben worden, welch furchtbarer Zustand in dieser unglück­seligen Mark damals herrschte, und wenn es ihm auch gelang, teil­weise wieder Ordnung zu schaffen und einen Keim zu neuem Blühen zu säen, so hat doch die Mark noch manchen schweren Sturm er­leben müssen und ist oft der Tummelplatz ft em der Reiche und ftemder Herren gewesen, bis schließlich der Große Kurfürst und der Große König ein ür allemal die fremden Völker vertrieben und für Märker und Preußen das Recht schufen, sich selbst leben zu können, ohne ihren Fleiß und ihre Landeserzeugnisse fremden Velleitäten zuliebe verloren gehen sehen zu müssen, und als somit mit Gottes Hilfe endlich der preußische Bau gefügt war Und mein seliger Großvater in langer Friedenszeit das Schwert geschliffen hatte, daS notwendig war, um Deutschlands Einigkeit zu erringen, da wurde zum zweiten Male in großem Maßstabe für das deutsche Vaterland dasselbe Werk vollbracht, daS einst für die Mark vollbracht worden ist, und es gelang, ein für allemal den Fremden zu verweisen, unsere Felder zu zerstampfen und unseren Fleiß zu vernichten, bloß nm ihren eigenen Interessen nachgehen zu können. Auf brandenburgischer Grundlage, auf preußischem Unterbau rr^t das Deutsche Reich und das deutsche Kaisertum, und deshalb wollen wir am heutigen Tage der Völker und der Brandenburger gedenken, und nicht zum wenigsten der Branden­burger, die im Jahre 1870 ihr Gut und Blut dransetztcn, um dem alten Herrn die Kaiserkrone zu erfechten. Solange ein Hohen- -oller lebt uni) solange es ein Brandenburg gibt, wird man an Konstantin Alvensleben, Vionville und an das 3. Korps denken. Das war die alte Brandenburgertreue, wie sie durch alle Jahr­hunderte sich erhalten hat, und diese Treue wünsche ich dem künf­tigen Geschlechte der Stadt Brandenburg. Daß diese Treue nie­mals erlöschen möge, darauf leere ich den Pokal?

Der Oberbüraer meist er brachte ein abermaliges dreifaches Hoch auf den Kaiser aus. Der Kaiser ließ sich eine Reihe Staatsvertreter vorstellen. Rach dem Vorbei­marsch der Ehrenkompagnie verließ der Kaiser nach 12 Uhr unter erneuten andauernden Hochrufen der Bevölkerung Brandenburg. Nachmittags wurde ein historischerFest- zug abgehalten.

Die Aeichrtagrersatzwahi für Hotten.

Saarlou is, 30. Mai. Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Merzig-Saar louis-Saarburg erhielt ^Amts­richter Tr. Werr (Zentr.) 15894 Stimmen, Stauch lZeutr.-Gegenkaudidat) 7131 Stimmen, Pick (natl.) 1510 Stimmen und Kramer (Soz.) 898 Stimmen. T r. Werr ist somit gewählt.

Roeren, der bekanntlich wegen seiner Streitigkeiten um den Charakter des Zentrums das Mandat niedergelegt hatte, war bei der letzten Wahl mit 25 789 Stimmen gewählt worden, während die Nationalliberalen 2629, die Sozial­demokraten 1112 Stimmen aufbrachten.

Verbesserungen im Eisenbahnverkehr.

Die preußische Eisenbahnverwaltung hat in den letzten Monaten verschiedene Maßnahmen zur Erhöhung der Betriebssicherheit und zahlreiche Ver­besserungen an den Personen- und Gepäck­wagen vorgenommen, die im allgemeinen vor kurzem zum Abschlüsse gelangt sind. Im Hinblick auf die be­ginnende Hauptreisezeit sei ein kurzer Ueberbliü über diese Verbesserungen gegeben. Die elektrische Strecken­blockung ist auf den meisten Hauptbahnen durchgeführt worden, auch die Ausrüstung der Strecken mit Strecken­fernsprechern, die eine schnellere und bequeme Verständi­gung der Block- utü) Streckenwärterposten unter sich und mit den nächstgelegenen beiden Stationen ermöglichen, ist so weit gefördert worden, daß runb 25000 Kim. Bahn­strecken mit diesen Streckenfernsprechern zurzeit ausge­rüstet sind.

Die Arbeiten an den v-tzugwagen zur Sicherung der Reisenden bei Betriebsun­fällen sind beendet- bei den neueren Wagen sind an Stelle der nur in ftfällen aufzuklappenden Drehfenster große Fallfenster getreten, die auch im gewöhnlichen Be­triebe geöffnet werden dürfen. Diese Wagen sind ferner mit Werkzeugen, Leitern und Feuerlöschgeräten ausgerüstet, auch werden in den Personenzuggepäckwagen vollständige Werkzeugkasten und Leitern mitgeführt, um im Notfälle gefährdeten Reisenden wirksame HUfe leisten zu können. Auf gute und zweckmäßige Ausstattung der Aborträume ist besonderer Wert gelegt worden. Die Klingelleitungen für die Bediensteten der Speisewagen sind inzivischen ent­fernt worden, oa sie vielfach versagten und Beschwerden veranlaßten. Die Speisewagen-Gesellschaften haben dafür besonderes Personal zur Bedienung der Reisenden in den Abteilen eingestellt.

Die Beleuchtung ist erheblich verbessert durch die Einführung des Gasglühlichts, die fast beendet ist. Die Versuche mit elektrischer Beleuchtung sind fortgesetzt worden. Hierbei wird der elektrische Strom durch Dynamomaschinen im Packwagen erzeugt und durch Kabel den einzelnen Wagen des Zuges zugesührl oder es wird für jeden Wagen eine besondere Dynamomaschine vorgesehen, die den zu seiner Beleuchtung erforderlict>en elektrischen Strom unabhängig von den übrigen Fahrzeugen liefert. Die vorhandenen Schlafwagen sind sämtlich mit elektrischer Beleuchtung aus­gerüstet worden. Neuerdings haben einige v-Zugwagen unter Verwendung von Metallfadenlampen reine JMffumula- torenbeleuchtung erhalten.

Um einen sanfteren Gang der Schlafwagen und der Drehgestellwagen zu erreichen, sind neue Wagen mit Drehgestellen amerikanischer Bauart beschafft worden, die außerdem noch Federn aus Spezialstahl haben. Die Fußböden der Wagen werden abweichend von früheren Ausführungen freitragend gelagert Tie Speisewagen und die Schlafwagen werden in der Regel sechsachsig gebaut. Bei Schlafwagen neuester Bauan ist durch Verlängerung des Wagenkastens eine Verbreiterung der Abteile, zweck­mäßigere Anordnung der Sitze, Schlaflager und Wasch- einrichtungen erzielt und die Bequemlichkeit für die Reisen­den erhöht. Tie für v-Züge bestimmten Wagen werden bunt) eiserne Platten in den Wanden und im Boden zur Verbesserung der Gangart besctnoert. Auf Verbesserung der Lüftung*- und Heizeinrichtungen und auf ihre sorgfäl­tige Instandhaltung t|t bei den neuen Wagen aller Gat- lungen besonderer Wert gelegt worden.

Die äußere Klassen und Abteilbezeich- u ung erfolgt neuerdings durch C ina ille sch> ld e r mit weißen arahijKen Zifiern und äu&itAten auf

schwarzem Grunde. Dadurch wird den Reisenden das Auf­finden der Wagenklassen und der Abteile erleichtert und die Zugabfertigung beschleunigt.

Um die dreiachsigen Wagen allmählich aus den schnell­fahrenden Zügen zu beseitigen, ist eine größere Anzahl vierachsiger Wagen beschafft worden. Ein Teil'der be­schafften vierachsigen Abteilwagen 3. Klasse ist mit be­sonderen Einrichtungen zur Beförderung von Kran­ken in Betten oder auf Fahrstühlen versehen, die eine Umwandlung zweier nebeneinander liegender Abteile in einen zur Aufnahme eines Bettes geeigneten Krankenraum in einfacher Weise ermöglichen. Diese Wagen verkehren hauptsächlich in Zügen nach den Bädern, die hohe Kranken­frequenzen aufweisen.

Tie dreiachsigen Wagen für den Fernverkehr haben eine bessere Ausstattung erhalten: es sind Aschbecher in den Abteilen 3. Klasse, Lichtschützer vor den Lampen und Fenstervorhänge eingeführt, auch werden neuerdings die Personenwagen 4. Klasse mit einem Linoleumfuß- bodenbelag, mit Fenstervorhängen, Gepäckbrettern und Kleiderhaken versehen sowie mit doppelter Teckenschalung gebaut, um die Jnnenräume im Sommer kühler halten und im Winter leichter erwärmen zu können. Für Bahnlinien in landschaftlich schönen Gegenden ist eine Anzahl von Aussichtswagen beschafft, deren große Fenster den Reisenden einen freien Umblick gewähren.

Auf gründliche Reinigung der Personenwa­gen wird nachdrücklich hingewirkt; auf den größeren Bahn­höfen sind zu dem Zweck maschinelle Reinigungsanlagen eingerichtet.

Zum Schutze der Reisenden gegen Raub­anfälle während der Fahrt ist die Umwandlung der zu­schlagpflichtigen Schnellzüge in v-Züge nach Möglichkeit beschleunigt und die Bauart der neuen Abteilpersonen­wagen so geändert, daß möglichst mehrere Abteile in offener Verbindung miteinander stehen.

Bei den leichten dreiachsigen Gepäckwagen wurde der Gepäckraum und der Radstand vergrößert. Außerdem ist zur Erhöhung der Betriebssicherheit das Eigengewicht durch Anbringung von eisernen Platten im Untergestell vermehrt worden. Zur Einstellung in die Schnellzüge wurde eine größere Anzahl vierachsiger Gepäckwagen beschafft. Tie Zugführerabteile der Gepäckwagen erhalten sämtlich Gas- glühlichtbeleuchtttng, ebenso die Gepäckabteile derjenigen Wagen, die vorzugsweise in Personenzügen laufen.

21ms Statt Mtit Cant«

toteüen, 31. Mai 1912.

* * Tageskalender für Freitag, 3L Mai. Stadt- theater: Gastspiel des Hanako« Ensembles :Im Teehausech OtakechTer Selbstmord". Anfang 8 Uhr.

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**DasGroßherzogsvaar besuchte am Mittwoch in Kiew mehrere Kirchen und reiste abends nach Kalisch ab. Am Bahnhof waren bei der Abfahrt die Vertreter der Regierung und der städtischen Behörden anwesend.

** Ordensangelegenheiten. Der König von Preußen hat den nachbenannten Personen die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen nichtpreußischen Orden erteilt, und zwar: des Ritterkreuzes zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: dem Prinz- lich Stolberg-Wernigerodeschen Amtmann Glaser in Ra­denz, Kreis Koschmin; des demselben Orden zugehörigen silbernen Kreuzes: dem Prinzlich Stolberg-Wernigerode- schen Hegemeister Bayer in Dobrapomoc, Kreis Kosch­min, dem Prinzlich Stolberg-Wernigerodeschen Förster Scheuermann in Radenz, genannten Kreises, und dem Landgräflichen Wildmeifter Schneider in Fasanerie bei Hanau; des Hessischen Allgemeinen Ehrenzeichens: dem Prinzlich Stolberg-Wernigerodeschen Forstaufseher Iaeschke in Wzionchow, Kreis Koschmin.

* Historische Kommission. Der Großherzog hat den lath. Pfarrer i. P. Peter Bruder m Dieburg auf ein Nachjuchen von der Stelle eines Mitgliedes der Historischen Kommission für das Großherzogtum Hessen enthoben.

- Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Gust. Schwalm aus Vonhausen eine Lehrerstelle an der Musterschule zu Friedberg. Erledigt ist eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sulzheim.

JubiläumS-Gauturnfest 1912. Der Preß- auSschuß hielt gestern abend eine längere Sitzung ab, in der die eingelausenen Entwürfe für die Jestpostkarten usw. geprüft und auSgewählt wurden. Es wurde beschlossen, eine Starte mit einer Abbildung der Festhalle anzufettigen und eine mit einer von turnerischen Emblemen eingefaßten Ansicht von Gießen. Um den Wett der Karten zu erhöhen, sollen sie mit eingedruckten Marken versehen werden. Weiter wurde dann die Ausgestaltung der Festschrift und verschiedene interne An­gelegenheiten beraten.

**Neuerungenin Gießens Umgebung. Der Heinrich Schreiber-Weg ist seit einigen Tagen fer­tig gestellt und wird von Spaziergängern schon vielfach begangen. Der Weg beginnt kurz hinter dem Bahnüber- gang und verbindet den alten Feldweg mit dem sog. Nizza, wo er Anschluß an das Waldwegenetz hat. Er führt längs >es Klingelbachs her und ist etwa 900 Meter lang. Ter Weg wurde von der Feldbereinigung angelegt, während die Stadt die Befestigung übernahm und der Verschöne­rungsverein ihn aus Nkitteln der Schreiber-Stiftung mit 153 Lindenbäumen bepflanzt. Wenn die großblätterigen Linden erst einmal Schatten spenden, wird der Weg einer unserer schönsten uni) begangensten Spazierwege sein. Ter Alte Schiffenberger Weg wird in der Nähe der Landes-Heil- und Pflegeanstalt voraussichtlich als öffent­licher Weg aufgehoben werden und nur noch als Holz­abfuhrweg für eine bestimmte Zeit erhalten bleiben. Da der sog. Schutzstreifen längs der Anstalt auf absehbare Zeit seinen Zweck nicht erfüllen kann, haben sich seit Er­öffnung der Anstalt manche Unzuträglichketten heraus- geftellt, deren Beseitigung im Interesse der Kranken wie auch der Spaziergänger äußerst wünschenswert erscheint. Man null dies durch Verlegung des Weges nach Süden hin erreichen. Wetter wird zurzett, wie wir hören, eine Anregung erwogen, in un­serem Stadtwald einen Tierpark anzulegen. Man will Hirsche usw., die in unserer Gegend aus der freien Wttdbahn verschwunden sind, in einem umzäumten Teil des Waldes unterbringen, um unserem Walde einen neuen Reiz yinzuzufügen. Zn Betracht käme hierfür etwa der Wald an der Happelswiesc. Der Gedanke, aus Anlaß der Errichtung der Frankfurter Universttät dem dortigen zoologischen Garten eine Konkurrenz zu, machen, soll bei dem neuen M kme Rotte ipitteu. y

Zn A merika verstorbene Hessen. Paierl Aloysius Kurtz wurde in Tayton, C., wo er eine Misst)?. I leitete, während einer Predigt auf der Kanzel vom Schlec- getroffen, worauf er alsbald starb. Frau Frederik Hoff.! mann, 79 Jahre alt, in Brooklyn; Frau Kath. Götz, gtt. I Grimm, 45 Jahre alsi in Brooklyn; Heinrich Dorf, 54 Jahre alt, anS Gießen, in Brooklyn, N. 'I.

Landkreis Gießen.

= £a ubringen, 30. Mai. Am nächsten Sonnii' findet hier das volkstümliche Turnen deS 2. Bezirks; d e S Gaues Hessen statt. Vorgeschrieben sind folge, h£ Lieblingen: Stabhoch- und Freiweitsprung, Steinstoßen im) Schnellauf über 100 Meter; dazu kommt noch eine Pflicht. Freiübung. Dem Turnen geht ein gemeinschaftlicher Turnger der Wetturner voran und versammeln sich die Turner morgens 8Vi Uhr in Lollar. DaS Wetturnen beginnt um 10 Uhr auf dem Festplatz. Nachmittags finden Turnspiele und Schau, turnen statt.

w. Taubringen, 30. Mai. In der Nacht auf ben 28. Mai wurde in dem Garten des ForslwatteS Chr. Braun an der Kreisstraße eingebrochen. Auf Antrag deS Eigentümers wurde durch einen Polizeihund aus Biu- dach eine Spur festgestellt.

---- Allendorf a. d. Lumda, 30. Mai. Der hiesige Männergesangverein errang bei dem Wettstreite in Kassel am zweiten Pfingstfeiettage unter starker Konkurrenz m der zweiten Landklasse den dritten Preis und den Ehrenpreis. Ter Berem steht unter der Leitung deS Lehrers Schmidt von Kesselbach und ist bereits schon im Besitze mehrerer Preise und Ehrenpreise. Zu der am 9. und 10. Juni hier slattsindenden 7. Bundesturnfahrt des Lahn-DunSberg» Bundes sind bis jetzt ca. 160 Wetturner gemeldet.

Kreis Büdingen.

# Rohrbach, 30. Mai. An der Viehtränke, der sogenannten Wehd, fand man an der tiefsten Stelle den 49 Jahre alten Knecht Heinrich Altenburg auB Hänichen ertrunken. Bei dem hiesigen Landwirt Hch. Weber war der Ertrunkene mehr als 20 Jahre ununterbrochen als verlässiger Dienstknecht in Stellung. In letzterer Zeit merkte man Spuren von Irrsinn. Er erfreute sich eines guten Rufes.

A Rohrbach, 30. Mai. Unter den Schweinen herrscht eine Seuche. Gestern brachten zwei Fuhrwerke die über die Feiertage gefallenen Tiere zum Schindanger und täglich mehren sich die Fälle; namentlich fette Schweine gehen zu Grunde.

Kreis Lauterbach.

r. Herbstein, 30. ibiai. Infolge der Brandkatastrophe im vergangenen Herbst herrscht in unserem Städtchen eben eine rege Bautätigkeit, damit die Gebäude möglichst vor Einbringung der Ernte unter Dach sind. Ter begrenzte !; Raum, auf dem die abgebrannten Hofreiten standen, ver-F- ursachte bei Ausstellung der neuen Pläne einige Schwierig-W feiten; es mußten für mehrere Gebäude andere Bauplätze ein-|i geteilt werden, damit den baupolizeilichen Vorschriften Rechnung ßj getragen werden konnte. Mit der Aufstellung der Baupläne, die auch eine andere Einteilung des OrlsbebauungSplaneS zur Folge hatten, mar Regierungsbaumeister Haas aus Darmstadl von dem Ministerium beauftragt. Durch die in diesem Jahn beabsichtigte Erweiterung deS Wasserwerkes wird künftig auch eine bessere Löscheinnchtung geschaffen.

Kreis Schotten.

A Ulrich stein, 30. Mai. Wegen Errichtung einer Automobilpost zwischen hier und Mücke und hier und Scholten sand jüngst eine Zusammenkunft auf dem Hoherodskopf stau. r Man hofft, die Verbindung bis zum 1. Oktober d. IS. in? Leben zu rufen.

A Vom Vogelsberg, 30. Mai. Die Vegetation hat gute Fortschritte gemacht und die drohende Futternot üi nun behoben. Die Saat steht sehr gut und berechtigt j- den besten Aussichten. Rur führte man Klagen über do! mangelhafte Aufgehen der Sämereien.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 30. Mai. Wiederum trug sich auf der Bahnstrecke Friedberg Homburg ein Unfall Air. Ein Bahnschasiner fiel bei Holzhausen vom ZuP, doch sind seine erlittenen Verletzungen leichter Art.

L. Bad-Nauheim, 30. Mai. Das große KunsttrS und das Triebwerk, das jahrzehntelang die Soole n c den Siedhäusern wie nach den Badehäusern führte, Ml ;efct ftill. Die Soole wird jetzt durch eine elektrische fs* H tung hingefübrt. Seit zwei Sagen ist auch die Leitutz , vom Ludwigsbrunnen nach der Trinkkuranlage in Betrüb. Wie man seither Kur- und Karlsbrunnen an der Irir.b 1 kuranlage trank, so trintt man jetzt auch daselbst LudwigW wasser.

h. Niederweisel, 30. Mau Die Johannit:rI von Hessen-Nassau und Hessen hielten heute in der Ij* l1- figen Komturkirche ihren Ritt er tag ab. In der schäftlichen Sitzung beschloß man, an dem I o h a n nitcv Hospitale umfangreiche bauliche E r ro e i t c ru n g . n vorzunehmen. Einem gemeinsamen Mahle der Ritter in Butzbach schloß sich ein Besuch von Bad-Nauheim an.

Starkenburg und Rheinhessen.

R.B. Darmstadt, 30. Mai. Zurzeit sind Besttö« bungen im Gange, die sämtlichen mittleren PoD Eisenbahn-, Berwaltungs-, Finanz-, nungs-, Steuer-, Justiz», Militär-, Bau- utt» städtischen Beamten Hessens zu einem groß« Verbände zu vereinigen, um die Standesinteresien durch gegenseitige Hilse und Unierstützung besser vertreten, gen} besonders aber bei Wahlen für den Stadtrat, den Lanotr; und Reichstag durch ein geeintes Vorgehen ein entschn- dendes Wort mttreden zu können.

SarmHabt, 30. Mai. Der nationale flongrz. bet deutschen Vereinigung für SäuglingSjch finbet Ende September hier statt. Tie letzten 2agun<_e. (Berlin, München, Dresden) waren von 200300 Aetzier und sonstigen Jntereffenten besucht. Als Kongreßott ist * dieses Jahr Darmstadt gewählt worben, da die eäugün^ fürsorge in Hessen, besonders soweit bie Lanbgemelnben ü Betracht kommen, vorbildlich geregelt und Darmstadt der eir ber Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge ist.

ch. Bingen, 30. Mai. In einer hier stattgciuudemij Versammlung der Vereinigung Binger Weinbergsbesitza wurde beschlosfen, von jedem der in der Binger Gema» kung begüterten Weingittsbesiyer zur einheitlichen Tuch' führung von Bekämviung^arbeiteu gegen den Heu- Sauerwurm einen Beitrag von 5 Psg. für Die Rute odU LUvu b Ml. füt dW Morgen zu fordern. Da das