Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten.
Selters*«
rtrctungen: Beehstein, fdux,Kaps,Knauß,Mand( )chiedmayer, Thürmer, iofberg, Mannborg
wünscht l)Qt, muß doch geinischte Gefühle in Frankreich erregen. Wir lauen die letzten Meldungen folgen:
V°n Beileids-
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Ein Yohenzollern-Tag in Brcmdenburg.
Brandenburg, 30. Mai. In Gegenwart des Kaisers wird heute die fünfhundertjährige Wiederkehr des Einzugs der Hohenzollern in Brandenburg gefeiert. Es finden deshalb die Wiedereinweihung der altehrwürdigen St. Katharinen- Kirchc nach umfassender Wiederherstellung des Innern, die Enthüllung des Kurfürstenbrunnrns mit Reitcrstand- bild des Kurfürsten Friedrich X. von Professor Manzel und die Einweihung des aus den Ruinen neuerstandenen Rathauses statt.
Tie Altstadt mit dem schönen Festsaal, welcher dem öffentlichen Gebrauch zurüctgegeben ist, und die Straßen verschwinden unter einer Flut von Laubgcwinden, Fahnen
maschine mit Schrauben, ein kleines Rahmenwerk aus Kork und Bambus, mit Papier beklebt und mit Papierluitschrauben. Wir tauften cs die „Fledermaus". So cm zartes Spielzeug ist in den fänden Heiner Jungen nur von kurzem Bestand, cs war schnell zerstört: aber die Erinnerung wirkte fort. Einige Jahre später begannen wir diese „Fledermäuse" selber zu konstruieren, eine immer größer ats die andere. Aber zu unserem Erstaunen fanden wir, je großer das Tmg wurde, um so schlechter flog es. Wir wußten nichts davon, daß nur eine Verdoppelung der Flächen etwa eine Bcrachtfachung der Kraft erforderte. Wir verloren die Lust und zogen es vor, unsere Trachcn steigen zu lassen. Allein als n ir alter wurden, begann die „Fledermaus" uns nrieber zu beschäftigen."
Tcn Anstoß zu dieser Ausnahme des Flugproblems gab der tragische Tod Llto Lilienthals, in dem Wilbur Wright seinen Lehrer und Porgänger verehrte. „Tie kurze Notiz seines Todes im Jahre 1896," so erzählt Wilbur, „sachte mein passives Interesse wieder an und veranlaßte mich, ein Buch über „Tiermechanismen" von Prof. Marey aus meinem Büchergestell zu nehmen, das ich bereits wiederholt gelesen hatte. Seit dieser Zeit fand ich mich gedrängt, mehr derartige Werke zu lesen, und als meinen Bruder Oroille ein gleiches Interesse ergriff, gingen wir bald vom Lesen zum Tenken und lchlicßlich zum handeln über. Ter Hauptgrund, weshalb das Problem so lange ungelöst blieb, schien mir darüt zu liegen, daß nicht einer bisher zureichende praktische Erfahrungen gesammelt hatte." Mit genialem Blick hatte Wilbur die Bedeutung der Lilient Hälschen Gleitilüge erkannt und verschaffte sich nun mit unermüblubet Ausdauer die notige Hebung und Praxis darin. Erst nach vielen Hunderten von Gleitflügen, als er in den Jahren 1900 bis 1903 die Sicherheit beim Fliegen erlangt hatte, rüstete Wilbur Wright die Gleitmaschine mit einem Motor aus und erfand so den flugfähigen Trachcnslieger, durch den nun das Flugproblcm praktisch gelöst nter.
Paris, 30. Mai. Iw der bereits erwähnten Te- peschc des Generals L i a u t e y über die finge in Fez heißt es: Es ist unerläßlich, die ehemaligen Behörden, von denen keine Spur mehr vorhanden ist, raschestens wieder- herzustellcn. Ich habe im Lause meiner Unterredung mit dem Sultan erkannt, daß wir uns hier wie in Feindesland befinden und nur auf unsere Truppen, jedoch auf keinerlei lokale Unterstützung rechnen dürfen. Im Einvernehmen mit dem Konsul Gaillard und dem General Moinier habe ich bereits Maßnahmen ergriffen, um wenigstens dem Anschein nach die Autorität des Wachsen wiederherzustellcn. Ich appel- licrte an diejenigen Persönlichkeiten, die noch cllvas Ansehen und Einfluß besitzen und diese werden die traditio- netten täglichen Audienzen beim Großwcsir wieder auf- nehmen.
Tas Eindringen der Berber in Fez.
Paris, 30. Mai. Gestern abend telegraphierte General Liautcy, daß am 28. Mai nachmittags er
hebliche Streitkräfte die Nord- ttnb Ostfront von Fez angegriffen haben, aber zurückgeschlagen worden sind. Einige hundert Berber drangen in die Stadt ein. Im ersten Augenblick befürchtete man, die Straßen der Stadt Sdyritt für Schritt verteidigen zu müssen. Infolge der getroffenen Maßnahmen besserte sich die Lage der Stadt jedoch gegen 10 Uhr abends. Ta die Feinde durch die Kämpfe außerhalb der Stadt erschöpft waren und die Bevölkerung sic nicht unterstützte, verloren sie die Fühlung mit den französischen Truppen. Sie ergriffen jedoch beim Tagesgraucn am 29. Mai d i e Offensive im Norden von Fez, wo in einer Entfernung von 10 Kilometern feindliche Ansammlungen bemerkt wurden. Man erwartet heute abend Verstärkungen aus Mckines, die große Muni- tionSvorräte initbringcn. Ter Sultan war zuerst sehr erschrocken, beruhigte sich aber gegen Abend infolge der fortgesetzt beruhigenden Nachrichten. Liautey bemerkt hierzu, daß er beim Tiner mit dem Sultan versuchen werde, im Einvernehmen mit diesem Maßnahmen zu treffen, um die guten einflußreichen Elemente der Stadt zufriedenzustellen und die Stämme zum Auseinandergehen zu bewegen. Von dem Erfolg des Generals Alix am Muluja, der gestern hier bekannt wurde, erwartet man gleichfalls einen wirksamen Eindruck. Die Lage in der Stadt ist augenblicklich besser. Tie Franzosen hatten fünf Tote und acht Verwundete.
Berlin, 31. Mai Tie „Voss. Ztg." meldet aus Tanger: Nach einem Radiotclcgramm aus Fez besetzten die in die Stadt eingcdrungenen Stämme ein ganzes Stadtviertel. Oeftcntliche Ausrufer geben bekannt, daß die Bewegung nur gegen dicFran- zosen gerichtet sei, die anderen Europäer aber nichts zu befürchten hätten. Wie verlautet, traten viele Europäer aus Fez den Weg an die Küste an.
Eine verfrühte Beglückwünschung.
Poincare sprach General Liautey telegraphisch seine Genugtuung über die siegreiche Verteidigung von Fez während des Tages und der Nacht zum 28. Mai aus. Ter Ministerpräsident versicherte General Liautcy seines Vertrauens und beauftragte ihn auch, den Offizieren und Truppen seinen Tank und seine Glückwünsche für ihren Mut und ihre Ausdauer auszusprcchen.
Paris, 30. Mai. Nach einer Blättermeldung betrugen die Verluste der Franzosen bei den in den letzten Tagen von den Marokkanern auf Fez unternommenen Angriffen insgesamt 4 3 Tote und über 70 Verwundete.
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i Gegr. 1866 Tel. 462 V 3d Pflanzen biete ich J ilas- und Kristallvasen lapart.Kunsttöpfereien I .
— Sudermanns,Lohannisfeuer"alsOper. Ter Mailänder Komponist E a m u s s i wird, wie das „B. T." er» fährt, im Auftrage des Verlergers Edoardo Sonzogno Sudermanns Trama ,^Johannisjeuer" jn Musik setzen. Sudermann selb st
। flanzösischcn Gcncralresidenten keinen Zweifel. Am Mitt- , woch war die Lage der Franzosen verzweifelt. Tic Berber hatten einen Teil der Stadt erobert, und es ist vielsagend, daß Liautey eine rettende Wendung von dem Eindruck des kleinen Vorteils am Muluja erwartet. Im übrigen setzt er seine Hoffnung aus Verstärkungen aus Mckines und die Anknüpfung friedlicher Verständigung mit den einflußreichen Marokkanern in Fez Tic Möglichkeit einer Nieder-
wilvur Wright f.
Neuyork, 30. Mai. Wilbur Wright, der wochenlang am Typhus darnicderlag, ist heute früh in Tayton, seinem Geburtsort, gestorben
Mit Wilbur Wright ist ein Mann aus dem Leben geschieden, bet durch sein Werk einen unvergänglichen Anstoß zur Fortentwick- ung der Kultur gegeben Hal, der wirklich von sich das stolze Lott sagen kann, daß er durch seine Tat der Menschheit Aus- iichlcn eröffnet hat, deren Verwirklichung fie vor ihm nur in kühnen Träumen geahnt. Ter Mann, der als ErUer gezogen ist, dieser Eroberer im Reich der Luft, war zugleich der echte Typus des modernen Erfinders, nüchtern, kritisch, jchwcigfam, unempfänglich für äußere Ehren. Wenn man ihn fad, fo drängte sich der einzigartige Eindruck einer genialen Periönlichkeit am, die ans einem inneren Zwange ihren Weg veriolgtc. Er hat uno erzählt, wie er auf den Sandhügeln von Kitty Hawk, wo <r mit dem Bruder jahrelang seine Versuche anstellte, dtc schwalben Lud Lerchen seine einzigen Besucher waren, deren lustiges Lich- tummeln in der Lust und fröhliches Zwitschern ihm wie eine Ironie erschien, die ihn zu neuen Versuchen anstachelte.
Als er nach Europa kam und in Frankreich feine ersten Tätige machte, da staunten die Franzosen diesen füllen, ummriaicn Amerikaner an, der sich nicht ausiragen und nicht photographieren Acß und wie ein Zauberer mit seiner mcrÜvurdigen - lata)ine m seinem Schuppen haiUierte, unter den Flügeln seines .<ppa- nalcs schlief und von morgens früh bis abends ip.it daran ar- Seihte. Niemanden ließ er heran, selbst die kleinsten se
vollbrachte er selbst, niemals in Eile, stets ruhig, bcobachund, ^iclts von dem zugänglich, was sonst das Menfchenyerz oiuui nnid das Gemüt erfreut. Wie in ihm und dem Bruder das rylug- :Problem vom kindischen Spiel allmählich zum Lebcn-?ivert auf- Ivuchs, hatte er in einem schlichten Selbstbekenntnis erzählt.
, „Im Spätherbst 1878 kam unser Vater eines Tages nach Haufe, er hielt einen Gegenstand in der Hand, und ehe wir thn Krfcnnen konnten, warf er das Heine Gerät in die Lust ft" pubt zur Erde nieder, wie mir erwartet hatten, cs ftog ourw •to» Zimmer, stieß an die Tecke, und erst nach einer '«eue jani zu Boden. Ein kleines .Spielzeug war es, eine Art pftug-
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und Bannern. Ueberall sind Ehrenpforten errichtet: Schulen und Vereine bilden Spalier. Ter Zuzug aus der ganzen Provinz, auch aus Berlin, ist genmltig Extra- züge bringen immer neue Scharen. Das Wetter ist kühl uno trübe. ___
Um 10 Uhr vormittags Iras der Kaiser, begleitet von Prinz Oskar, unter dem Geläute der Glocken und den Hochrufen der Menge vom Neuen Palais hier ein. Er lvurdc am Portal der St. Kathariuenkirche, nachdem er die Front der Ebrenkomvagnie des Infanterieregiments Nr. Bö abgeschritten, von den städtischen Behörden und der Geistlichkeit empfangen. Am Kirchenportal hatten sich unter den Ehrengästen eingefunden: der Reichskanzler, Minister von Trott zu Solz, Finanzminister Tr. Lentze, Obcrpräsident Eonrad, kommandierender General v. Bülow, der Präsident des evangelischen Obcrkirchenrats Voigts und die Bürgermeister der Nachbarstädte. Der Kaiser loobnle dem Festgottesdicnst bei Die Weiherede dielt General- superintendent Köhler, das Vaterunser sprach Lberpsarrcr Mohnhaupt. Der Kaiser hat eine große Anzahl Ordens- auszeichnungen verliehen, unter anderem erhielt Oberbürgermeister Dreifert den Kronenorden dritter Klasse.
Von der Kirche begab sich der Kaiser im Automobil unter stürmischen jrundgcbungcn des Publikums zum Denk- malsplcch. Hier war das Kaiserzelt errichtet sowie Tribünen für die Damen. Oberbürgermeister Dreifert hielt eine Rede, in der er u. a. ausführte: Tic Bürgerschaft habe den heutigen Tag lange herbeigesehnt, um dura) Aufrichittug eines würdigen Tentmals für Kurfürst Friedrich I. dem Tanke für all das Gute sichtbaren Ausdruck zu geben, da? die landesväterliche Fürsorge des Herrschergeschlechts Hohen- zollern ein halbes Jahrtausend hindurch der ganzen Mark und auch der alten Kurstadt Brandenburg gebracht hat. Ter Redner dankte für das Erscheinen des Kaisers und wies darauf hin, daß die machtvolle Persönlichkeit des Burggrafen Friedrich von Nürnberg verhütet habe, daß nm der dem Untergang geweiht scheinenden Mark die gesamte Ostmark vom Deutschen Reiche absplitterte. Tamil sei der Grund zu einer großartigen Entwickelung Brandenburgs und Preußens gelegt gewesen. Eingedenk des alten Wahl- spruck>es: Hie gut Brandenburg allewege! erneuere Brandenburg das Gelübde unverbrüchlicher Treue.
Tie Hülle fiel und die Musik spielte die Nationalhymne. Der Kaiser äußerte sich Professor Manzel gegenüber außerordentlich anerknnenö. Stach einem Gang uni das Denkmal betrat der Kaiser das alre Rathaus und begab sich zum Festsaal in den oberen Stock. Hier wurde er mit Fanfaren empfangen. Nachdem der Kaiser sich in dos goldene Buch eingetragen hatte, nahm er vom Bürger meister den Ehrentrunk entgegen und hielt folgende Ansprache.
Tie Ansprache des Kaisers.
Ich spreche der Stadl Brandenburg meinen herzlichsten Tank aus, daran gedacht zu haben, mich zu ihrer Feier einzuladcn. Es1 ist eine Feier gewesen, die weit Über die Mauern von Brandenburg hinaus ihre Bedeutung hat, und ich freue mich, daß die Brandenburger gewünscht haben, ihren Kurfürsten und Markgrafen unter sich zu sehen, wie selbstverständlich der Kurfürst sich freut, wenn er unter seinen Brandenburgern weilen kann. Die wcchselvolle Geschichte, die Über unser Vaterland hingegangen ist, hat manches Geschlecht l-ervorgerusen und mit Ausgaben bedacht, und schließlich ist cs das Geschlecht meiner Vorfahren gewesen, denen es erst mit vielen Hindernissen gelungen ist, zu dem schweren Werk den Grundstein zu legen und schließlich das eWrk zu erbauen: die beut sche Einigkeit auf brandenburgischer Basis unter preußischer Führung! Wir wollen es nicht vergessen, daß cs für den damaligen Landeshauptmann und späteren Kurfürsten gewiß ein fchwcrer Entschluß gewesen ist, aus dem sonncnrcichen, schreibt das Libretto, dessen italienische Versifizierung Enrico Ca« vachioli besorgt.
— T i e Entdeckung altgriechischer Malereien. Bei den Ausgrabungen in Pagasai in Thessalien wurden kürzlich eine Anzahl Stelen entdeckt. Die Malereien unö farbige Zeichnungen aus wiesen und für die Archäologen und die ftünitler gleichermaßen interessant sind. Es ist das erste Rial, daß so gut erhaltene Reue von Malereien aus klassisch griechischer Zeit gesunden mürben. 3m Laufe des letzten Monats find nun, wie der „Gaulois" berietet, noch über 100 Stelen und eine Anzahl Marmortafeln zu Tage gefördert worden, die auch alle mit Malereien bedeckt sind. Besonders auffallend ist darunter ein Gemälde, das em Totenniahl barftdlt, wobei die Teilnehmer mit Namen bezeichnet find, eine große Grabplatte von 2 Meter Länge, eine Stele mit der Darstellung eines Kindes, das mit einem kleinen Hunde fVielt, eine große Stele mit den Bildern zweier Krieger usw. Die Ausgrabungen, bie in einer alten Totenftadt vorgenommen werden, sollen noch fortgesetzt werden, und man hofft nocb auf weitere Funde derselben Art. J2lm auffallendsten ist die Tatwche, wie gut sich auf mehreren Stelen die Farben erhalten haben, obwohl feit der Ausführung dieser SHalereien über zwei Jahrtausende verflossen sind.
— Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Ter Zentralverband der Badeärzte Oe st e r- reichs hält vom 11. bis 13. Oktober d I. feinen 7. Kongreß in Meran ab. — Geheimrat Prof. Tr. L. Lichtheim, Direkior der medizinischen Klinik an der Universität Königsberg i. Pr. tritt zum Herbst d. I. vom Lehramt zurück. Ter ausgezeichn^e Kliniker ist am 7. Tezember 184ö zu Breslau geboren uiw wirkte feit 1888 in Königsberg als Nachiolger von Professor — Ter Leipziger Kirchenhistoriker Kgl. sächs. Geheim - Kirchenrat Prof. Tr. theol. ct phil. Theodor B r i ege r, ~om- herr des Hochstifts Meißen, feiert am 4. Ium seinen ,0. Geb/c. - tag. Sem Geburtsort ist Greifswald. 1876 folgte ii tu t Ruft als ordentlicher Professor nach Marburg, von wo er 1 -
nach Leipzig über Hebelte. Im Jahre 1877 ernannte^ ihn Die Göttinger theologische Fakultät zum Ehrendoktor Der -J)e .gic. Sem Hauptarbeitsaebiet ist die pteformationsgefchichle.
Vie Belagerung von §ez.
Mag auckf die französisckse Regierung in einem offi liefen Artikel die Mahnung aussprcchen lassen, man solle sich durch tendenziöse Nachrichten nicht beunruhigen lassen, General Liautey selber, der sich in Fez kaum in der Rolle eines Protektors fühlt, muß zugeben, daß die Lage ernst, sehr ernst ist: er tveiß, daß er „in Feindes Land lagere; alle aus diesem Zustande erwachsenen Folgen itnd Verpflichtungen fasse er ins Auge." Las man bis vor wenigen Tagen die französischen Zeitungen, so war ganz Marokko durchaus friedlich, nur die bösen Teutschen, allenfalls auch die begehrlichen Spanier, die einen Ersatz für ihre amerikanischen Verluste in Afrika erträumten, stifteten ein fvenist Unruhe Im Innern des Landes, wo diese mißgünstigen Unruhestifter nicht hindrangen, da herrschte eitel Friede und Freude, Freude darüber, daß bald der französische Seaensspender nahe. Man zog nach Fez. Es waren 10000 Mann, die ein reiches, wenig hügeliges Land fanden, in dem sie die 75 Millimeter-Kanonen amvenden und beit Feind erwarten konnten, indem sie seine Ernten niedcrbranntcn. Ieht aber, wo sie zu den Berben gelangt und mit den Zatjans, einem Gliede des berühmten „Berbcrblocks" in Berührung gekommen sind, hat dieser militärische Spaziergang seinen unterhaltsamen Eharattcr verloren. Tie Gegner, fast alle mit Lcbel-Gewehren ober -Karabinern und Schncllfeuergcwch- ren neuesten Modells ausgerüstet, sind ausgezeichnete schützen, sic finden eine großartige Unterstützung in einem äußerst schwierigen Gelände, das sich selbst verteidigt und Itao sie höchst geschickt ausnutzen.
Aus der friedlichen Turchdringung Marokkos muß eine ^militärische werden. Darüber lassen die Berichte des neuen
ihem a. Mosel ’ankfurt a. M.
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nr. 126 Erster Blatt 162. Mrgang zreitag, 3H Mai 1912
D,r Siebener Anzeiger A ä Be,na»vrets:
erscheint täglich außer nwnatlicki73Pf.,viertel-
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