Ausgabe 
3.10.1912 Erstes Blatt
 
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Deutsche» Reich.

Zur angeblichen Mandats niederlegung des Präsidenten K ä nt p f.

Der Präsident des Reichstages Abg. K ä m p f hat an die

Voss. Zta." folgendes Schreiben gerichtet:

In den Zeitungen steht eine Auslassung über meine Mandatsniederlegung. Diese Auffassung beruht auf Vermutungen. Ich habe noch keine Entschlie-

ten Ausgebots und der Reservisten gemeldet Die Divisionskommandeure haben Befehl erhalten, die R'.- difdivisiouon vollzählig zu machen. Jedes Bataillon toll auf die Dauer <nnes Monats auf 800 Mann gebracht werden Die mobilisierteri Divisionen von El Basan werden dem­nächst nach Slutari abgehen. .

Der Ausschuß für Reformen im Gebiete der Malissoren ist unter Marschall Kaazrm Pa,cha nach Skutari gbgereist. , .. , .

Den türkischen Handelstchiffen, die in den Häfen des Schwarzen Meeres sich befinden, ist bcfoh.cn wor­den, sofort nach Konstantinopel zurüctzukehren ^ic.Hafen- behörde laßt alle griechischen Tampfboote registrieren.

Die Pforte verweigert den griechischen S ch i s f en die Ausstellung von Durchfahrtspässen durch die Darda­nellen und erklärt, sie könnte die Schiffe chartern. Mehr als 50 griechische Schiffe befinden sich im Schwarzen Meer, 2 2 vor Konstantinopel.

Verhalten Auminnens.

Wie der rumänische Generalstabschef lautPester Lloyd" erklärte, wird Rumänien, wenn sich die Lage ver­schlimmere, auch zur t eilweisen M ob i ti, a tion aenötigt sein. Rumänien würde in 24 stunden schlag­fertig sein. . _

Italienische Truppenlandungen in Meinancu?

Daily Expreß" meldet aus Rom: siebenund- n s z i g t a u s e n d Mann i ta li e n i s ch e^r ^.rup- pen seien zwölf Meilen nordöstlich der ^znicl ^a- m o s gelandet worden. Eine amtliche Bestätigung dieser Nachricht sei noch nicht zu haben.

Tic ^riedcnsvcrhandlungen in der Schweiz.

Nach Meldungen aus L a u s a n n e sind die italienischen und türkischen Friedensvermittler zum Endergebyis gekommen. Doch erscheint ihnen die Bekanntgabe der Bedingungen während der Erregung in der muselmani­schen Welt zurzeit nicht angezeigt.

Ter tiirkifche Lderbefehlbhabrr.

Bon der Persönlichkeit Abdullah Paschas wird deinLok-Anz." von unterrichteter Seite folgende inter­essante Charakteristik gegeben:

Der Generalissimus ist ein Schüler des Feldmarschalls Frei Herrn von der Goltz, dessen Adjutant er längere Zeit gewesen ist. Mit Goltz hat er viele Generalstabsrcisen gemacht und aus­gearbeitet. Er ist sehr sprachgewandt und ein wissenschaft­lich hochgebildeter Mann. Sein Einfluß aus die jungen Offiziere i)t besonders groß. Soldat durch und durch, kennt er keine Rücksichten auf seine Person. Von kräftiger Gestalt, ist er fähig, alle Strapazen und Entbehrungen zu ertragen, ohne daß sie einen Einsluß auf seine Energie zu haben vermögen. Im gegebenen Moment scharf wie ein Messer, versteht er auch einmal fünf gerade sein zu lassen und hat so nicht zuletzt sich die Liebeunddas Vertrauen seiner Untergebenen in demselben Maße gewonnen, wie er deren Verehrung durch seine militärische Begabung sich zu erringen gewußt hat. Unter Abdril Hamid war er Ehes des Militärkabinetts, doch ohne besonderen Einsluß, übte aber dabei stets im Geheimen einen guten Einsluß auf die Heranbildung der jungen militärischen Generation aus. Rach der Revolution wurde er Kommandeur des 4. Armeekorps in Ersiniau an der russischen Grenze, wo er für die Ausbildung des Armeekorps außerordentlich tätig war. Später wurde er zum Kommandeur des 2. Armeekorps in Adrianopcl berufen und dort hat er sehr lange Zeit für die Ausbildung und insbesondere für die Befestigungen der stark vernachlässigten Festung das MensckrenmögliMc getan. In letzter Zeit war er Kommandeur der Truppen von Smyrna, und er ist vor kurzem nach Kon stantinopel wieder zurückberufen worden, lieber die Zusammen­setzung seines Stabes ist näheres noch nicht bekannt: jedoch ist kein Mangel an geeigneten und fähigen Kräften vorhanden. ,Aus der Masse der hochgebildeten Stabsoffiziere, die ausschließlich aus der deutschen Schule hervorgcgangen sind, wollen wir gleich­sam als Stichprobe nur drei mit Namen nennen, weil deren Träger auch in der deutschen Militärliteratur bekannt und an­erkannt sind. Es sind dies Pertef, Halil und Schewad- Bei. Für einen Krieg ist insbesondere zu betonen, daß der neue Generalissimus nicht wie früher an der Strippe von Iildis hängt, sondern jetzt in der neuen Zeit selbständig seine Beschlüsse, ohne zu fragen und ohne sich um jemand zu kümmern, zur Aus­füllung bringen kann und wird.

das Hochgebirge in Frage kommen." Um eine Zersplitterung der Kräfte zu verhüten, möchten wir allen Freunden des Naturschutz parkgedankeus in Bayern dringend empfehlen, sich unverzüglich dem Verein Naturschutzpark Stuttgart anzuschließen, der dort ja bereits eine große Anzahl von Mitgliedern besitzt und besonders stolz daraus ist, daß sich unter ihnen auch Prinzregent Luitpold und andere Mitglieder des bayerischen Königshauses befinden. Dann wird es bald möglich sein, auch die Frage eines bayerischen Naturschutztwrkes ernstlich in Angriff zu nehmen und sie einer schnellen Lösung entgegenzusühren.

*

Der neue Münchener Intendant. Ter neu ernannte Intendant, Freiherr Element von und zu Franken stein, hat eine gründliche musikalische Fachausbildung genossen. Er gehörte zwei Jahre dem Schülerkreise Ludwig Thuilles in München an, und studierte später in Frankfurt bei Iwan Knorr. Im Jahre 1907 war er tu Amerika musikalisch tätig. Vom Jahre 1902 bis 1907 weilte er in England und gab mit einer englischen Overngcscllickast teils in London, teils in großen bri tischen Städten Vorstellungen. 1907 kam er an das Hoftheater in Wiesbaden, und schon 1908 an die Berliner Hofoper Hier, wo er nur ein kleines G chatt bezog, zeichnete er sich durch großen Fleiß und Umsicht aus. Sein bescheidenes und zurückhalten oeS De'en erwarb ihm bald die Sympathien aller, mit denen er dienstlich zu tun batte und zusammenkam. Auch Girat v. Hülsen Haeseler wußte ihn wohl 'n schätzen, indem er ibn zum Nach folger deS Kapellmeisters Rüdel ernannte, als dieser nach Ruß land ging. Die Intendanturgeschäfte lernte er durch den Grafen v. Hülsen und Geheimrat Winter kennen Seine Tätigkeit belrach tet der neue Intendant als LichenSauigade. Er will die großen Traditionen in München fortführen, insbesondere Schöpfungen, wie die Mozart- und Wagnerfestspiele nicht nur unangetastet erhalten, sondern auch weiter pflegen und fördern. Mit dem Kapellmeister oder dem noch zu ernennenden Generalmusikdirektor beabsichtigt er verständnisvoll zusammenzuarbeiten. Herr v. Fran Tenftrin ist auch als .>tzr»mponist hervorgetreten Er hat eine ein aktige Over ..Rahab", die vor 22 Jahren in Budapest und vor einem Jahre in Hamburg erfolgreich aufgeiübrt wurde, so wie eine OverFoitnnatuS ' komponiert. Auch der modernen Literatur bringt er ein lebendiges Interesse entgegen. So ist Hugo v. HoNmannstdal einer seiner intimsten persönlichen Freunde

Kurze Nachrichten a u S Kunst und Wissen schäft. Enriro Caruso ist die tourttcmbergitdK große Mr daille für Kunst und Wisscnsckxnt am Bande des Friedrrchowem verlieben worden. Zum Direktor her Münchener Kunstgetoerbeschule wurde anstelle des in den Ruhesrand tretenden Direktors Emil v. Lange Architekt Prof. Richard Riemerschrnid-München ernannt.

tz un g getrotren, metine dies ttudi in den rnidyften ^agen^uxv nick'! tun können, da ich im Begriffe bin, für einige -tage in Geschäften nach Mailand zu reifen."

Zu den Maßnahmen der Regierung gegen die Fleischteuerung

nimmt nun auch dieKonservative Korrespon­denz" Stellung. In ihren Ausführungen ist bemerkens­wert, daß sie sich nicht so schroff wie die

zcitung" gegen die Einfuhr fremden Bichs wendet, «sie schreibt darüber: ,

Weil wir Maßnahmen zur Linderung der Steuerung durck- aus für geboten halten, so wollen wir untere Bedenken geg Tarifermäßigungen im allgemeinen zuruckstcllen und ihr Notwendigkeit im gegebenen Augenblicke anerkennen; .ebenw N o wir einer Erweiterung der D i e h c i n t u h r m o g l i ch i e i t c nickt grün dsay lick abgeneigtvorausgei eN natur uy, daß die Seuchengesahr wirklich ausgeicklopen cnckemt Aber über allen Einzelheiten darf man das Endziel nickt aus ^ni Auge verlieren, das darin zu suchen ist, daß die deutliche Landwirt­schaft unabhängig vom Auslande unser Volk mit ausreich^tdem gutem Fleisch zu angemessenem, möglichst glcichbleibendem Preye versorgt." , . . , «.

2er Heidelberger Stadtrat Jxit bei der badi­schen Regierung betreffs der Einfuhr frischen ausländischen Fleisches die gleichen Vergünstigungen erbeten, welche den Städten Mannheim, Karlsruhe und Freiburg gewährt wor­den sind. Ferner hat die Heidelberger, Stadtverwaltung den von ihr zu kontrotlierenden Verkauf frischer Seefische auf den vier städtischen Wochenmärkten während des Winterhalbjahres das Pfund um 5 Pfg.^unter dem je­weiligen Ladenpreis mit einer hiesigen Seesischhandlung vereinbart.

Die Großh. oldcnburgischc Regierung schließt sich den Maßnahmen Preußens gegen die Fleischteuerung an, soweit sie für das Großherz-ogtnm Anwendung finden können.

Zluslanfc.

Ein russischer General wegen Unterschlagung verurteilt.

DerBerliner Lokalanzeiger" meldet ans Petersburg: General U ck a t s ch o g o r o w i t s ck wurde wegen Unterschlagung im ruf rusck-japanischen Kriege vorn Petersburger Militärgericht ;,um Verlust des Adels, aller Ränge und Orden und zu 3i-> Jahren Versetzung in die Arrestantenkompagnie, sowie zur Zahlung von 340000 Mark verurteilt.

*

Die Revolution in Mexiko.

Wie aus Eagle-Paa im Staate Mexiko gemeldet wird, ist es bei Monclova (Mexikos zwischen Bundestrnppen und Aufständischen zu einer Schlacht gekommen, in der 200 Wann fielen.

Der Streit unt die chinesischen Finanzen.

Auf Anregung Rußlands findet zwischen den Re­gierungen der Länder, die hei der S e ct s m ä ch t e g r n p p e für die chinesische Anleihe vertreten sind, ein Meinungs­austausch darüber statt, ob es ratsam ist, wegen Zahlung der 50 Millionen Dollars Entsclzädigung für die Boxerunruhen auf China einen Druck auszuüben. Die Stellung der Vereinigten Staaten zu dieser Anregung ist noch unbestimmt.

Ans Stabt nn- Land.

(Si ic en, 3. Oktober 1912.

* Ordensangelegenheiten. Der Großberzog bat dein Provinzialdirektor der Provinz Nhcinhessen, Geheiinerat A. Brei der t zu Mainz, die Erlaubnis zur Annahme nnd znm Tragen bc5 ihm vom König von Preußen verliehenen Roten Adler-Ordeiiß ziveiter Klaffe nnd dem Direktor des Zoologischen Gartens zu Berlin, Professor Dr. Lndw. Heck zu Berlin, die Erlaubnis zur Annahme und znm Tragen des ihm von dem Herzog von Anhalt verliebenen Ritterkreuzes erster Klasse deS Herzoglich Anholtischen HauSordenS Albrechts des Bären erteilt.

** Lehrer Personalien. Überträgen wurde dem Lehrer Adam Geißler zu .Hartershausen eine Lehrerstelle cm der Genieindeschule zu Stammheim: dem Lehrer Ioh. Gerhardt zu Fran len Hausen eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Birkenau; dem Lehrer Gg.' Lauten- sch lüg er zu Birkenau die Lehrerstelle an der Gemeinde schule zu Franken Haus en: dem Schulverwalter Daniel Grünzfelder zu Ober-Mörlen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst.

Erledigt sind: eine mit einem fatf). Lehrer zu be setzende Lehrerstelle an her Gemeindeschule zu Epperts­hausen; eine Lehrerstelle an der evang. Schule zuWald - Michelbach.

** Postpersonalnachrichten. Verliehen wurde der Charakter als Rechnungsrat dem Ober-Tclc graphensekretär Walckcr in Mainz; der Eharakter als Postsekretär dem Ober-Postassistenten von der Schmitt in Lauterbach: der Titel Obcr-Postassistcnt dem Postassisten- ien Rückert in Offenbach und der Titel Ober-Telegraphen assistent dem Telegraphenassistent R u p p e rs b er g e r in Mainz. Versetzt wurden: Ober Postpraktikant Köhler von Darmstadt nach Posen als Postinspektor: die Postsckrc- läre Fitzky von Schotten nach Babenhausen, Schnei­der von WormS nach Offcmbach und Steinmetz von Gelsenkirchen nach Darmstadt, Postverwaltcr Vogt von >lleinkrotzenburg nach Sctwtten, Postassistent Schmidt von Nidda nach Gießen. Ernannt wurden zum Ober-Post- sckretär Telegraphensekretär Schupp in Darmstadt nnd Postsekretär Sp ieh l in Alzey: znm Ober-Telegraphensekre­tär Tclegrophensekretär Petersen in Mainz. U e b er­tragen wurde dem Postsekretär Kaufmann in Darm­stadt eine Bureoubeamtenstelle 1. Klasse bei der Ober Post- direktion; bem Ober Postassistenten Ring aus Gunters­blum die Postverwalterstelle in Kleintrotzenburg. Etats­mäßig an gestellt wurde Postassisteut Sachs in Hcp- penhenn. Bestanden haben die Postassistentenprüfung die Postgelnlfen Born in Gernsheim, Böttcher in Kelsterbach, Scherff in Stockheim und Winkes in Ober- ramstadt: die Telegraphenassistcntenprüfung Telegraphen gelnlfe W e n z in Main.; und Telegraphenanwärter Mil- denberger in Offenbach. Angenommen wurde Karl Made aus Darmstadt zum Telegraphengehilfen In den Ruhestand treten Postsekretär S i o r in Badenbanscn Postgehilfin Stein m^Darn^stadt nnd Telegraphengehilfin Hirschstein in Mainz. G e st o r b e n ist Ober Postsekre- tär Ackermann und Postsekretär a. D. Sinter in Darmstadt.

" Rotari atSwesen. Ter Groß herzog hat den Notar Justizrat Dr. Bertram Aug. Bittong m Mainz auf sein Racksnchen ans dem Staatsdienste entlasten.

Gastspiel des Ungarischen Zirkus benrv Ein großes iportlick kumtlensckwS Ereignis steht, wie man uni idtmbt, umerem Publikum bevor: Ter berühmte erste unaariüSr Zirkus Hmry kommt. In ganz Europa besitzt sein Gigentünwr Heinrich Noichke Henry, von Qlcburt ans ein ReichsdeuOcker Direktor und Künstler einen Nangreichen Namen. Aus Ungarn

dcr eiaenthmen xvimnt des coeirantgcn Pferdes, hat Sicnrn leinen nun der. oüibften J?erfönhchfeiten vielfach anerkannten MarstaU, der 120 Edel rosse birgt, zusammengestellt. Einige glanzvolle Reiter- feste, wie sie in dieser Pracht und Ausführung nock nie hier gesehen wurden, werden veranstaltet werden. Aber bei der Pfcrde- kunst allein läßt es Henry nicht bewenden, ebensowenig, wie er nur mit Zirkussurrogaten sein Publikum zu erobern sucht. In Henrys abweckslungsreichcn Programmen findet man erstklassige Zirkusspiele mit den neuesten Erscheinungen der Artistik ver­einigt. Ein Massenaufgebot von Personal, das 200 Personen stark ist, darunter Artisten aus allen Weltteilen, der reiche Pscrde- stall, zahlreiche Elephanten, Kamele, Zebras, Hunde der v.er- idncbenften Rassen, nickt in letzter Linie die nach dem nmeri kaniscken System organisierte Sckanstellung, die in Sonderzügcn von Stadt zu Stadt in Eilzugsgeschwindigkcit transportiert wird, alle diese Momente geben zusammen das stets verblüffend wir kende Zauberbild des großen und echten Zirkus, der feit unbcnl licken Zeiten aus die Menschen seine Anziehungskraft ausgcübt und bis heute an Intensität nickts verloren hat. 2er Zirkus wird für 5 Tage hier auf Oswaldsgarten ausgestellt. Die Ver­anstaltungen beginnen am Montag, 7. Oktober, i Siehe Inserat.)

"Eine Eintrittskarte zu in siebenten Jugend- fest am 25. August 1865, bas zur Erinnerung an das 600jährige Jubelfest der Stabt Gießen gefeiert wurde, ist dem Mnseum von einem Gönner übergeben worden. Da datz Iugendfest früher alljährlich gefeiert wurde, so ist durch die Karte der Nachweis erbracht, daß 1858 baJ Geburtsjahr unseres Jugendfestes ist.

" Der Wind Hof ist jetzt in seiner äußeren Gestalt nach Plänen beS Architekten Nicolaus fertiqgestellt; er nimmt sich weit malerischer aus als vor dem Branbe. Die Be- dachimq ist statt mit Schiefer mit roten Ziegeln (Bieber- schwänzen) auSgeführt worden. Der Turm ist etwas ab­getragen und hat eine abgestumpfte Haube bekommen.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 30. Sept. (Schöffengericktssihung.) Ter Landwirt und Kalkbrenner W. N. von Bleichenbach wurde wegen Uebertrctung des § 369,2 StGB, zu einer Geldstrafe von 5 Mark oder 1 Tag Haft verurteilt. Von der Anklage des Be­trugs wurde er als nicht schuldig freigesprochen. Ter Dienst- knecht G. I. II. von Vonhansen wurde wegen Körperverletzung unter Annahme mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 10 Mark ober 2 Tage Gefängnis verurteilt. Der Lanbwirt H. K. von Calbach würbe wegen Wiberftanbs gegen die Staats gewalt als nichtsckmldig von Strafe unb Kosten freigesprockicn. Der Taglölmcr K. Sch. von Mibingen wirb wegen Unterschlagung zu einer Gesangnissttase 'von brei Wock>en verurteilt. In ber weiteren Anklage wegen Betrugs würbe bic Hauptverhanblung znm Zwecke weiterer Beweisaufnahme ausgesetzt. Der Tag löhner P. E. von Bübingen wurde infolge rechtsgültig eingelegten Einspruchs gegen einen Strafbefehl wegen Ikbcrtrctung ber Sonn tags ruhe während bes Gottesbicnstes in eine Geldstrafe von 1 Mk ober 1 Tag Haft verurteilt. Die Ehefrau bes Taglöhners W. K. von Büdingen würbe wegen Körperverletzung unter Zu­billigung mifbernber irmftänbe zuj 3 Mark dx<r 1 Tag Gefängnis verurteilt. Der Metzgermeister Th. O. von Bübingen nahm seinen rechtsgültig eingelegten Einspruch gegen einen Strafbefehl wegen Uebertrctung ber Schlachthausorbnung zurück. Ter Chauffeur E. H. von Hanau a. M. wurde infolge Einspruchs gegen einen Strafbefehl wegen Uebertrctung des § 79 der Eisen­bahn-, Bau- und Betriebsordnung zu 10 Mark oder 2 Tage Haft verurteilt. In der Privatklage des I. M. von Klein- steinheim gegen die R. B., Tochter des W. B. in Bübingen wegen Beleidigung durch anonyme Briefe wurde die Hanptver- handlnng zum Zwecke weiterer Beweisaufnahme ausgesetzt. Es soll das Gutacktcn eines Sachverständigen erhoben werden Als solcher wurde Dr. Popp zu Frankmrt n. M. in Aussicht ae rtommen. Tie Privatklage des Lehramtsreferendars Tr. L.', von Büdingen gegen den Kanfmarni L. L. daselbst, wegen Be­leidigung wurde durch Vergleich erledigt.

Kreis Alsfeld.^

--- Atzenhain, 2. Okt. Am Sonntag wurde unser Schulhans seiner Bestimmung übergeben. Mittags gegen 11/2 Uhr stellte sich her Festzug, an dem u. a. als Ver­treter der Kreisschulkvinmissiou Alsfeld Kreisrat Dr. Hein­richs nnd S^l)nlrat Eck sowie bic Vertreter bes Bauamtcs, Bauinspektor Fischer unb Kreisstraßenmeister Hoffmann, Meber^Ohmen, teilnahmen. Pfarrer Rcufch hielt nach einem erhebenden Gesang der Schulkinder:Preiset Gott mit lautem Schalle die Weiherede. Dann erfolgte bnrch die Herren des Kreisamtes an Bürgermeister Stoffel die Schlüsselübergabe. Daran schloß sich die Besichtigung des prächtigen Baues. Auf dem Festplatz entbot Lehrer Gen g- nagel im Namen der Gemeinde den Willkommengruß.

Kreis Schotten.

Schotten, 2. Okt. Die HauptversammlUng desLehr er heims Vogelsberg" fand heute unter guter Beteiligung in dem Heim statt. Sie zeigte, daß bas Lehrerheim in einer gedeihlichen EnttoiUlung begriffen ist. Der Vorsitzende Lehrer D e r n - Offenbach widmete dem ver storbenen Mitgliede Lehrer Karpf-Eschenrod einen warmen Nachruf. Namens des Bezirkslebrervereins Schotten wünschte L1 n k - Rudingshain den Verhandlungen besten Erfolg. Schriftführer Dirlamm-Nieder Eschbach be­richtet über die vorjährige Hauptversammlung nnd die Vorstaiidssitzung im Dezember 1911. ~£er Vorsitzende er stattete den Jahresbericht für 1911/12 und gab einen Rück­blick ans das verflossene Jahrfünft. Das im Jahre 1895 gegründete Heim hat sich besorrders seit 1907 gut entwickelt Tas Heim Jwt viele Opfer gefordert. Die Mitgliederzahl ist in den letzten 5 Jahren von 1170 auf 2350 gestiegen Im abgelaufenen Jahre stieg die Mitgliederzahl um 110

^du(bcn f0J,mcn 925 Mk. abg-tragen w-rden, a6ei es bleibt immer noch eine Sck>uld von 31 883 Mk Das Lkr mögen beträgt 4078 Mk. in bar. Die Backessttftung ^vrauenbanr versugt über fast 2000 Mk. Fräulein B. ..(aul, die 12 ^ahre als Pächterin tätig war, schied aus dem 5>eun. Durch ein Geschenk wurde ihre Tätigkeit an- erkannt. Al^. neuer Pächter wtirde unter 13 Bewerbern *vfrr Mutter getmchlt. An Zuwendungen erhielt das Heini u. a. vom Landevlehrerverein 200 Mk., vom Feuerversiche­rungsverein hesnscher Lehrer 100 Mk. Rechner Held- -Lchoiten verlas die Iahresrechuung für September 1911/1» Die Gesamtcinnalime betrug Ö526 Mk., die Ausgaben 55^3 Mark, xie Mitgliederbeiträge ergeben 1259 Mk. Die Rück­zahlung von Anteilscheinen erfordert 850 Mk., die Tilauna und ^'nsen 1890 Mk., die Unterhaltung des Gebäudes 2^a Mk. Das Heim stettt einen Wert von 37 500 Mk dar

N^cr nmrde Entlastung erteilt. Der Voranschlag für 1912 13 wurtw m Höhe von 3185 Mk. aenebmiat Es fotten 18 Anteilscheine znrückgczahlt ivcrbcit. 21c Vor- Ituiwstmih. ergab die einstimmige Wiedenvahi der Herren Held-Schotten, Deru-Neu-Iscnburg 5hauptlohrer Bach Mainz, Emmerich-Roßdorf, Engel Schotten und Vorb^ch- ^ngelheim. Lehr leb hast gefaltete sich die Aussprache über dic cmgelauseuen Antrags 2er Antrag des Vorstands auf Beitragserhöhung von 1 Mk. auf 1 50 Mk wurde rnrück. gcftellt. Der Antrag Enqel-Lchottm im Lnschluk Ueberlandzentrale Wlfershrim, elektrisches Litt,, im Lehret Kenn emzusuhren, ,-nd Zustimmung. Ta der Besuch des Herme in den letzten Zähren, besonders auch in diesem Som. mer, überaus stark war, wird seine Erweiterung darch