errungen.
Kreis Friedberg.
am j
ITlainj, 28. J ^"vechaiidllinq j
Deutsche Kolonien.
Eine Reise des Staatssekretärs Dr. Sols. Der „Reichsanzeiger" nieldet: Staatssekretär des Reichs- tolonialamts Dr. Sols trat eine etwa viermonatigc D i e n st r c i s c nach D c u t s ch - S ü d w c st a f r i k a und den englischen Kolonien Südafrikas an.
Sport.
• ® au 9a Lahn- und Dill-Dau des Deutsche» Radfahrerbundes. 50 Radfahrer aus dem Lahn- und Till» Dau hatten sich am ersten Pfingsttage vormittags tnHcrzhaufe» a. d. Edder getroffen, darunter 20 Fahrer vom Radklub Germania lind vom Radfahreroeretn 1885 aus Diesen. Tie gemeinsame Reise ging das Ittertal hinauf über die einstmalige hessische Enklave Bühl zur Eddertalsperre. Aus Schloß Waldeck wurde die Stacht zugebracht. Am zweiten Tage ging eS nach Hemfurt, wo die Sperrmauer besichtigt wurde, und dann nach Wildungen. Rach Besichtigung des BadcS trennten sich gegen 5 Uhr uachmUtagS tue Radfahrer, um in die peimat zurückzukehren.
land fand Dienstag vormittag tm Mausoleum zu Gmun- bcn statt. Erzherzog Josef Ferdinand wohnte als Der- treter des Kaisers Franz Josef der Beisetzung bei. Zahlreiche Fürstlichkeiten und Abordnungen ivaren zugegen.
Üauvbeiitzer-Bereiuc im Großherzogtum dessen bieli liier seinen erste» Verbanüstag ab. Bertielen waren die vereine Mainz, Darmstadt, Offenbach, (Hießen und Friedberg. Direktor B c» l. t - 'Juwij dankte Pu: da- ayc Jnu rezjc, 4» der
2lu»!ant.
Das französische Ministerium der Arbeiten und Sozialen Fürsorge veröffentlicht eine Bevölkcrungs- st a t i st i k F r a n k r e i ch s für 1911. Danach betrug die Zahl der Geburten 742114, die der Todesfälle 776983, woraus hervorgeht, dast die Bevölkerung im Borjahre um 34869 Seelen abgenommen hat. Die Geburtenziffer von 1911 war die niedrigste, welche die vorhandenen statistischen Ausweise Frankreich jemals zu verzeichnen gehabt haben. Besonders stark war die Sterblichkeit, wie schon früher auch seht in dem Dcparte- ment der Normandie, sowie in einigen Gegenden der Bretagne und der Provence.
Die marokkanischen Stämme haben nach einer neuesten Meldung in größeren Scharen die Stadt Fez von neuem angegriffen.
Mai. Der Landesverband der
3n der großen >rg i. V. sand ivä X Allgemeine « icmittn und i jjimq roar die Jul El Zweigverein« 1 ixibmira! Tr. S a ■k Bertscbnbung, ■xitt am beredtste Kigenbem Maße gc Ä:nMung von Schr Kib Verbesserung Di gioltc Gesuche ginge iütislden, sondern beten, wie von C mücr zahlreich w umg der Namens nb kleinerer StÜd yntii* der auf bi .18 '?onn mit ui >nn aud) bie gleit "Zeitlichen Schreibg
T:c gesamte M ersehen ist, auf m vcn Mitglieder, «eng 314. As Sei nngtta 1914 besti bst und Aachen al )n einer befonbt •t ^vortrag über ^Liiebeö m Böhn 5-mqjgemflB aussc
^aghel, Geh.
Kreis Wetzlar.
— Wißmar, 28. Mai. Gestern abend ,/,10 Uhr kam cß hier auf der OrtSslraße zu einer Messerstecherei. Zwei Burschen gerieten wegen emeS Mädchenß aneinander und im Verlaufe deß Streiteß versetzte der Zigarrenarbeiter Kraft dem Bäckergesellen Pape, der auß Lage in Lippe- Detmold stammt, vier Messerstiche in den Unterleib, durch die P. lebensgefährlich verletzt wurde. Der Verletzte kam nach Gießen in die Klinik, während Kraft verhaftet und nach Wetzlar in Untersuchungshaft gebracht wurde.
Hessen-Nassau.
h. Wiesbaden, 28. Mai. Unter reger Beteiligung hielt hier der Herbergsvervand für Hessen und Hessen-Nassau seine Hauptversammlung ab. Nach einer Andacht sprachen Hausvater W al ke n h o r st - Wildungen über „Die seelsorgerische Arbeit an den Wanderbrüdern und die bisherigen Erfolge", und HauSvater Kania-Kassel über „Hausvater- und Hausmutterferien". Die Konferenz beschloß, bei den Behörden Schritte zu tun, daß den HerbergSvorstehern und deren Frauen Ferien gewährt werden. Ueder ,^erbergskonsum- vereine" berichtet Hausvater Rothenberger -Frankfurt. Man war der Meinung, daß zum gemeinsamen Einkauf der Lebensmittel ein engerer Zusammenschluß der Verbergen nötig sei. Ein Ausschuß wurde mit der weiteren Verfolgung der Angelegenheit betraut und beauftragt, auf der nächsten Hauptversammlung Bericht über seine Tätigkeit zu erstatten. Den Kassenbericht des Verbandes erstattete der Rechner Pfarrer Kleeberger-Friedberg.
2(. Derbanöstag der Deutschen Techntter-Verbander.
Köln, 28. Mai.
Wie wir bereits berichteten, wurde der BerbandStag mit einem Vortrage des Lic. Traub-Tortmund über: ,fS) a ß Koali- tionsrecht und die Angestellten" im ehrwürdigen Gürzenich eröffnet.
Am LamStag nachmittag begannen die Beratungen in frpnk Missionen. Im Mittelpunkt der ganzen Tagung, die von über 300 Abgeordneten beschickt ist, bei überfüllten Tribünen steht tue Errichtung einer neuen Satzung. Der Deutsche Techniker- Verband wurde vor fast 30 Jahren als paritätische Organisation gegründet, entwickelte sich aber durch die Verhältnisse zu einer Angestellten-Organisation Tie vom Verbandstag angenommene Satzung tragt dieser veränderten Lage Rechtmng, weü Arbcug^er in Zukunft von der Ausnahme ausgeschlossen sein sollen. Bemerkenswert ist weiter auch, daß eine straffere Zentralisation der Leitung durchgeuchrt wurde, die in einer Ehcttüchen Ml-
von ihm alsdann beantragten Revision von KasseberiÄ und fraise, wurden gewählt Kaufmann Ringel-Gießen und »ädcrnrir. i Finger Darmstadt. Architekt S ch c m b s Darmstadt führte t i Vorsitz und ging zur Erstattung des Geschäftsberichtes im abge- laniencn Jahr. über. Als vorläufig erledigt können vier Arbeiten gelten: 1. Der Bericht an die Regierung und beiden frommem betreffend die Gemeinde st euergcsetzgebung. 2. Tie Reform des Landesbrandkassen-Gesetzes. 3. Der Be- rici>t an bie Regierung zwecks Eintreten beim Bundesrate gegen die Ueberhandnahme der Belästigungen und N a ch- leiledurch Kraftfahrzeuge, Automobile usw. in ben größeren Städten und die dadurch bedungene Erhöhung der Gefahr und Unglücksfälle. 4. Die Denkschrift an fämilitbe über bürgermeister, Bürgermeister und Sladtverorbneten-Bersammlnn- gen des Großherzogtums. Direktor Volk-Mainz schloß sich hierbei nochmals kur; an und zeigte daraus hin, wie in allen diesen Fragen auch das große Publikum durch zahlreiche Artikel in b*n Tagesblättern aller hessischen Städte auf bem lausenden gebahnt und das Interesse dadurch wachgerusen und rege gehalten worden [ei .hieraus tarnen mehrere Anträge des Vereins Ossenbach zur Verhandlung, zunächst die Frage der 2. Hypotheken. Direktor Volk. Tie Schorn sreinsegergeldsrage, über die Volk- Mainz, Winter-Ofsenbach und Schmidberger-Friedberg sprachm, wird im laufenden Geschäftsjahre in den Bereich der Tmigkeit des Landcsverbandsvorstandes gezogen werden. Eine längere spannende Aussprache rief der Antrag aus Gründung einer „Hessischen Hausbesitzer-Zeitung" hervor. Grundsätzlich wurde die Gründung beschlossen. Heber das rigorose ErmittlungS- verfahren der Hessischen Beyördenbeider Heranziehung der W c r t z u w a ch S st e u e r sprach Herr Winter- Ofsenbach. Der Vorsitzende empfiehl^ Material zu sammeln und wird dann der Landesverbands-Bontand an geeigneter Stelle, aber auch in geeigneter Form vorstellig werden. Betreffend die raschere Erledigung von Miets- und Räumungsklagen berichtete derselbe Redner mit dem Erfolge, daß beschlossen wurde, bei dem Ministerium der Justiz vorstellig zu werden. Ein weiterer Antrag Ofsenbackis, das Gesetz die Sicherung von Bauforderungen betreffenb, fand nicht allgemeinen Beifall und Anklang und war man in Majorität der Ansicht, daß fick hier die 3mereffent?n- kreise, die BaugewerkSvereinigungen, in ihrem eigenen Intern c selbst bemühen möchten, eine Besserung der Lücken des betreffenden Gesetzes anzustreben. Eine Revision desHessischenStempel- st e u e r g e s e tz e s, hauptsächlich hinsichtlich des Jmmobilienwech- sels, namentlich bei Zwangsversteigerungen, begründete Herr Winter-Offenbach. Auch frier wurde beschlosfen, Material zu sammeln und bann in der Sache vorzugehen.
w Mainz, 28 Mai. Der frühere Direktor der Mainzer Lederwerke, Heinrich Hermann, hat in einem Anfall geistiger Umnachtung feinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht.
h. Friedberg, 28. Mai. Bon einem Personenzuge der Lime Friedberg-Homburg ließ sich gestern abend ein lojähriaer Bursche aus Niederrosbach überfah- r e n. Der Lebensmüde wurde auf der Stelle getötet. — Beim Bolzenwerfen nach einer Scheibe wurde ein Gastwirt so unglücklich von einem Geschoß ins Auge getroffen, daß dessen Sehkraftverloren ging.
= Bad-Nauheim, 28. Blau Am Samßtag findet im neuen Konzerthause baß erste große Kunstlerkonzert statt. Für daß Konzert ist eine der bedeutendsten Sängerinnen der Gegenwart, Frau Martha Leffler-Burckard, König!. Kammersängerin vom Hoftheater zu Wießbaden, verpflichtet iDorben. Die Künstlerin, die durch ihre glänzenden Erfolge bei den Bayreuther Festspielen, sowie bei den Festaufführungen im Prinzregenten-Theater zu München bekannt ist, wird die große Arie der Rezia aus Oberon „Ozean, du Ungeheuer*, sowie Lieder von Weingartner und Richard Strauß zum Vortrag bringen»
Starkenburg und Rheinhessen.
m. Offenbach, 28. Mau Ein schwerer Einbruch sdieb stahl wurde im Bureau des Sekretärs des hessischen Landesvorstandes der sozialdemokrati chen Bartet verübt, das sich in dem Gebäude des Offenbacher Abendblattes in der Herrnstraße 16 befindet. Der Tater erbrach einen Schrank und em wendete daraus die darin an- geschraubte öieldkassette, in der sich ein größerer Geldbetrag befand. Bon dem Täter, der.mü den Lolalverhallnijsen vertraut gewesen fein muß, fehlt jede Spur.
Der englische Kriegsminifter in Wetzlar.
Gießen, 29. Mai.
Die abermalige Reise des englischen Kriegsministers Lord Haldane wurde anfänglich allgemein mit der hohen Politik in Verbindung gebracht und als eine Fortsetzung seiner früheren Tätigkeit zur Anbahnung besserer Beziehungen zwischen Deutschland and England angesehen. Zwar wurde demgegenüber entschieden der private Charakter der diesmaligen Reise Lord Haldanes betont und bestimmt mitgeteilt, daß sie lediglich der Auffrischung der deutschen studentischen Crinnerungcn des Ministers und seiner Erholung dienen sollte, aber das Gerede von einer Zusammenkunft HaldaneS mit dem deutschen Botschafter in London Freiherrn v. Marschall und wichtigen politischen Aufträgen beider Staatsmänner wollte nicht verstummen. Jetzt aber lfat der tatsächliche Verlauf der Reise des Ministers bestätigt, daß es sich nm eine Erholungsfahrt an die Stätte seines Studiums in Deutschland und zu einigen der deutschen Goethestädte handelt. Die erste Zeit seines Aufenthaltes in Teuifchland verlebte der Minister in Göttingen, luo er vor nahezu vier Jahrzehnten studiert hat. Sein dortiger Aufenthalt diente nur der Erholung, Besuche empfing er so gut wie keine und namentlich die Vertreter gewisser großstädtischer Zeitungen, die ihn ausfragen wollten, mußten unverrichteter Tinge wieder abziehen.
Gestern mittag gegen 2 Uhr ist Lord Haldane, in dessen Begleitung sich der bekannte englische Historiker Professor B r o w n befindet, von Göttingen abgcreist und zwar nach unserer Nachbarstadt Wetzlar, wo er um 5.10 Uhr eintraf und im „Herzoglichen Haus" ab stieg. Der Minister gedenkt mehrere Tage in Wetzlar zu verweilen, um als begeisterter Verehrer Goethes hier die Stätten, die durch den Aufenthalt des Dichters geweiht sind, zu besuchen und einige Ausflüge in die Umgebung zu machen. Von Wetzlar aus begibt sich Lord Haldane voraussichtlich über Koblenz nach London zurück.
wandern und Reifen, Räder und Sommerfrischen.
△ Grünberg, 28. Mai. Tas Pfingstfest stand in Grün- berg unter dem Zeichen des „Wandervogels", denn der Gautag der Hessischen Wandervogel fand für 1912 hier statt. Es waren zum Gautag gewandert folgende Ortsgruppen: Franv- furt, Wiesbaden, Höchst a. M., mit je 2, einer Mädchen- und einer Bubengruppe, Marburg mit 3 Gruppen, ferner Bad-Homburg, Bensheim a. d. B., Bonn a. Rh., Büdingen, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Godesberg a. Rh., Hanau, Gelnhausen, Heidelberg, Kl.-Linden, Laubach, Lollar, Mannheim, Mainz, Wetzlar, Worms, Ziegenhain bei Zvassel mit je 1 Ortsgruppe. ^luHerdern waren gekommen Vertreter von Bkünchen^ Leipzig und Hamburg. Zusammen waren eS 310 Wandervögel^ darunter 68 Mädchen. Die Mädchen waren alle in Bürgerhäusern einquartiert. Die Buben hatten unter Leitung und Aufficht der Gruppenführer in Scheuern Hordenquartierc bezogen. Am zweiten Pfingsttage fand am Ausgange des herrlichen Brunnentals nuttagfr großes Abkochen statt, wonach die Wandervögel eine« Sängerkrieg und schöne BolkstänAc unter sich veranstalteten. Zu diesem herrlichen Schauspiele im Tale hatten sich viele Hun- berte von GrünbergS Einwohnern cingesunden und sahen untf hörten von dem BcrgeShangc den Volkstänzen und Volksliedern zu.
Die Ausbildung erfolgt unentgeltlich unter Gewährung von freier Wohnung und Verköstigung im Mutterhaus, sowie einer entsprechenden Vergütung. Dem Alice-Fraucn- Berein gehören z. Zt. 89 Pflegerinnen an. Da jedoch ortwährend an den Verein Gesuche um Ucberlassung von Schwestern gerichtet werden, denen nicht entsprochen mer- den kann, da über sämtliche Schwestern bereits verfügt ist, können noch wettere Lehrschwestern angenommen werden. Frauen und Jungfrauen, die sich dem edlen Berufe )er Krankenpflege widmen wollen, seien hierauf hingewiesen. Nähere Auskunft erteilt die Vorsteherin des AUce- Hospitals zu Darmstadt.
** Wartburg-Verein. Der Verein christlicher junger Männer „Wartburg" hat den Pfingstmontag dazu benutzt, in die Gottesnatur hinauszugehen und eine größere Marschtour unternommen. Morgens um 51/, Uhr ging es bis Wetzlar mit der Bahn, von da aus Marschtour nach Dianabura und Greifenstein. Kurz vor Dianaburg wurde zum Morgenkaffee abgekoclfl. Dann ging es unter röhlichen Gesängen zur Burg Greifenstein. Am Fuße der Burg wurde zum zweiten Male Rast gehalten und zu Mittag abgekocht, wobei sich der Verein des Entgegenkommens eines Flurschützen erfreute, dem die frohen Augen der Wanderer und ihre frischen Lieder wohl der beste Dank waren. Tann ging es zurück über Katzensurt nach Wetzlar, wobei unterwegs noch einmal zum Kaffee ab- c;etod)t wurde. Um 9 Uhr langte man wieder in Wetzlar an, um mit der Bahn nach Gießen zurückzufahren.
** Zu der Notiz über den Diebstahl in der Goethestraße ist mit^uteiten, daß die Dame am Bahnhof nicht durch einen Polizeihund sestgesteltt wurde. Es lagen Tatsachen vor, sie einem Verhör zu unterziehen und dies geschah zufällig von einem Beamten, der seinen Hund bei sich hatte.
Landkreis Gießen.
= Groß en-Lin den, 28. Mai. Der hiesige Ge- sangverein Harmonie erzielte frei dem am zweiten Pfingstfeiertage in Kassel abgehaltenen Gesangswettstreit und starker Konkurrenz in der 1. Land klas f e den ersten Preis, während die mitkonkurrierenden Vereine in der Punktzahl weit zurückblieben. Der unter der Leitung des Herrn Sarnes stehende Verein hat schon mehrere Preise
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Verein für Krankenpfleae vom Roten Kreuz (Protektor Großherzoa Emst Ludwig; Präsidenttn: Prinzessin Ludwig von Battenberg, Prinzessin Viktoria von Hessen, z. Zt. vertreten durch die Großherzogin) hat die Ausgabe, im Kriege im Zusammenwirken mit dem hessi chen Landesverein vom Roten fttcu* die Militärverwaltung in der Fürsorge für die im Felde Verwundeten und Erkrankten zu unterstützen, im Frieden diese Hilfstätigkeit vorzubereiten und überhaupt zur Förderung einer zweckmäßigen Krankenpflege in Friedenszeiten, besonders in Hessen, mit Rat und Tat beizutragen. Zur Erfüllung dieser satzungsgemäßen Aufgaben bildet der Mice-Frauen- Verein Berufskrankenpflegerinnen für Kriegs- und Friedenszeiten aus und verwendet diese im Frieden zur Aus Übung der Krankenpflege im Mutterhaus (dem Alicc-Hoipi- lat zu Darmstadt) und in anderen Krankenlstiusern, sowie außerhalb von solchen (in der sog. Privatkrankenpsleae), indem er sie dem Staate, Kreisen, Gemeinden, kirchlichen Verbänden, freien Krankenpflegevereinen usw. zur Ver- ugung stellt. Außer im Alice-Hospital zu Darmstadt wird der Krankejipslegedienst von Schwestern des Alicc- Frauen-Vereins zurzeit versehen: in der Medizinischen Klinik und der Frauen-Klinik der Landesumversi- tät Gießen, im Kreiskrankenhaus zu Alzey, im Kreiskrankenhaus zu Alsfeld, im Stadtkranken- haus zu Bad-Nauheim, in der Lungenheilanstalt der Landesversicherungsanstalt Großherzogtum Hessen, „Eleonorenheilstätte" bei Win ter kästen. Ferner sind noch an 14 verschiedenen Orten des Großherzogtums Alice- Schwestern in der Privat- und Gemeindekrantenpflege tätig. Ter AlicoFrauen-Verein ist Mitglied des Verbandes der Deutschen Frauen-, Hilfs- und Pflegevereine unter dem Roten Kreuz und des Verbandes Deutscher Krankenpflege- anstalteu vom Roten Kreuz und sorgt für feine Schwestern in gefunden und kranken Tagen in auskömmlicher Weise durch Gewährung freien Unterhalts und eines mit den Dienstjahren steigenden Gehalts, eines alljährlichen, vier- wöchentlichen Erholungsurlaubes, ferner ärztliche Behandlung und Verpflegung während der Erkrankung und einer angemessenen Alters» und Dienstunfähigkeitsversorgung. Die Probezeit und Ausbildungszeit der Schwestern beträgt in der Regel mindestens ein Jahr. Am Schlüsse müflen sie eine wissenschaftliche und technische Prüfung aMcgcn und werden dann als Rote-Kreuz-Schwestern im Dienste des Vereins lebenslänglich angestellt. Voraus- etzung für die Aufnahme in die Schwesternschaft, die von der Vorsteherin des Alicehospitals als Oberin geleitet wird, bildet völlige Unbescholtenheit, völlige geistige und körperliche Gesundheit, ausreichende Bildung des Verstands und Gemüts und ein Lebensalter von nicht über 35 Jahren.
Au» Statt und Land.
Gießen, 29. Mai 1912.
•• Daß Großherzogßpaar trat gestern von Sewastopol auß die Rückreise nach Darmstadt an. Daß ruff. Kaiserpaar begleitete eß auf der Kaiserjacht „Standart* von Lwadia nach Sewastopol.
•• Lehrcrpersonalien. Der Großherzog Haiden provisorischen Lehrer an dem Ernst-Ludwig-Seminar zu Bensheim, Joh. Bentz, zum Lehrer an dieser Anstalt ernannt. — Ernannt wurde ferner die Schulamtßafpirantin Hulda Waldner auß Wasselnheim zur Lehrerin an der Eleonoren- schule zu Darmstadt, unter Belassung in der Kategorie der Volkßschullehrerinnen. — Entlassen wurde der Lehrer an der Gcmeindeschule zu Rieder-Ingelheim, Leonhard Muntermann auf sein Nachsuchen, mit Wirkung von» Tage seiner Dienstniederlegung an. — In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der kath. Schule zu Bingen Franziska Hutter auf ihr Nachsuchen biß zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit. — Erledigt ist eine cvang. Schnlstelle zu Bücheß. Daß Präfentationßrecht steht dem Fürsten zu Ysenburg-Büdingen in Büdingen zu.
♦♦ Das HilfS schulwesen im Großherzogtum Hessen. Wie in Deutschland, so hat sich auch in Hessen das HilsSschulwcscn verhältnismäßig rafch entwickelt. Nach einer soeben veröffentlichten Statistik bestanden am 1. Mai d. I. in den fünf größeren Städten: Darmsiadt, Gießen, Mainz, Offenbach und WormS int ganzen 29 Hü'.-chuiUasfeii, gegen 24 im Vorjahre. Diese Ostern erhielten neue Klaffen Darmstadt 3, Offenbach und Mainz je 1. Die meisten Klassen überhaupt zahlt Darmstadt mit 9, dann kommt Offenbach mit. 8 und Mainz mit 7. In Worms bestehen 3 und in Gießen 2 Klassen. Die Gesamtschülerzahl betragt 651, nämlich 367 Knaben und 284 Mädchen. Der Koniesslon nach sind 393 evangelisch, 245 katholisch und 13 andersgläubig Die durchschnittliche Klassen- starke beträgt in Darmstadt 20,77, in Gießen 24, in Mainz 21, in Ossenbach 24,26 und in Worms 25 Kinder. Die älteste Hitssfchuleinrichtnng hat Mainz, gegründet 1892 Tann kommen Darmstadt und WormS im Jahre 1899; 1903 folgte Ossenbach und 1904 Gießen.
** Hessens Weinernte 1911. Nach dem ersten Viertel- jahrSheft der Statistik des Deutschen Reiches für 1912 waren in Hessen 1911 rund 12 900 Hektar Weinberge vorhanden, die 3 8 7 685 Hektoliter Weinmost im Werte von 23 475 462 Mark erbrachten. Der Turchschnitlsertrag aus den Hektar betrug 30,1 Hektoliter, der Preis eines Hektoliters Most beziffert sic auf 60,6 Mark. Ter Geldertrag von einem Hektar Rebsläche beträgt 1820 Mark^
** Kleyer-Stistung. Der für Förderung deö Auto- mobilbaueS und der Luttschissahri an der Technischen Hoch - schule in Darmstadt errichteten „ftletj er-Stiftung'* ist vom Großhcrzog am 11. Mai die Genehmigung erteilt worden.
•• Eine neue Station an Der Main-Weser- Zahn. Am 1. Juni wird der an der Bahnstrecke Frank- 'urt a. M.—Kaffe! zwischen den Stationen GunterShausen ind Oberzwchren neu errichtete Haltepunkt RengerShaufen für den Personen-, Gepäck- und Expceßgut-Vertehr eröffne werden.
* Alice-Frauen-Verein Der 1867 von der Großherzogin Alice von Hessen gegründete Altce-Fraueu-


