Nr. 13
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Die neue Brüsseler Zuckertonvention
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6d<6etnt tägkl- mit Ausnahme des Sonntags
D«e H<te6rwi FamtlienbläNer" werden dem .Unteiger* viermal wöchentlich beigeiegt. da» „Krdiblflti f8r den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „landwittschastlichen Kett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Die Monarchenzusammenkunft in Venedig.
Venedig, 25. März. Der König ist um 8i/2 Uhr dormittags hier eingetroffen. Er wurde von den Behörden empfangen und von der Volksmenge lebhaft beqrüüt Tas Wetter ist herrlich.
Der König kam um 10^8Uhr an Bord der Hohen- Sollern. Der Kaiser, welcher Marineuniform trug.
. , -?ie die Witwe eines hohen Oniziers und ihre zwei SohnL starben im Dienste des Vaterlands. Ihre Töchter hielten 1908 in I'cunchen emen Vorcraa über die englische Frauenbewegung, als re ,ich in Deutschland von ihrer erstmaUgev. Gefängnisstrafe Ochouen.
Vedakkion. Eroedinon und Tnitfertt: Schul- ftrnBC 7. Eroed non und Verlag: eyyp 51. Redaktion > 12. Tel.-AdraAnzeigerDiesen.
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recht haben. Obwohl fein Mann gern hört, daß ein Mädchen mißbraucht wurde, lmrd er doch, wenn es güt, die Zustände zu andern — nun, erwirb sie eben doch gut finden, so nnc sie sind." .bas i|t eines der Dinge, die speziell die f^rou reformiert wünscht, unö wenn wir und unsere Führerinnen gestorben sind, werden andere lommen mit anderen Führerinnen und den gleichen Wünschen. Keine von uns kämpft, weil sie gerne kampff wir alle tun es aus der Ueber^ugung, daß es der einzige Weg ifL um nir die Frau Gerechtigkeit zu erlangen Wir erwarten nicht, daß die Manner kühlen wie wir, denn sie stecken nicht in unserer -vaut. Darum aber müssen wir handeln Doch wir handeln nicht aus revolutionären oder aus schlechten Diotivcn." Sie erhielt zwei Monate Gefängnis mit harter Arbeit.
Dienstag, 26. März M2
NotanonSdrucr unö Verlag der Br üblichen UntoenuiiiS - Buch- und Eiemdruckerel.
R. Lange, Gießen.
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Dublin. Später kaufte ich ein Haus auf dem Lande und zahlte« sie har dieie Irnre ausgeichlagen, weil es ihr wichnger schien für Steuern und Abgaben. Mein Gärtner, der weder lesen noch die Sache der Frauen zu kämpfen.
srau S. seit längerer Zeit Fürsorgeerziehung auf Kosten der Gemeinde .uirtorf erhalten, es also b.ni Ehemann S. unmöglich gewesen sei, in Billertohaui • . men neuen Unter» stützungswohnsip zu erwerben In der heutigen Sitzung des Provinzialausschusses bestritt der Vertreter des Beklagten, daß derartige Kosten den Charakter von Armenpflegekosten tragen Ter Provinzialausschuß gab jedoch der Klage statt und entschied, daß Kirtorf Ersatz zu leisten habe.
2 Zulassung des früheren Rechtsanwalts Dr. v. - Lauterbach als Rechtskonsulent. Mit Beschluß vom 9. Dezember v I. hatte her Kreisausschuß des Kreises Lauterbach deni frül)-eren Rechtsanwalt Tr. H. die gewerbsmäßige Besorgung fremder Rechtsangc- legenl>eiten und bei Behörden wahrznnehmendcr Gesclßifte, besonders die Abfassung der daraus bezüglichen schriftlichen Aufsätze auf Grund der Vorschriften des $ 3.5 Abs I, :l. der 9i. OJ. C. untersagt. H. erhob Rekurs mit der Begründung, ir fti nach Gros enlüder verzogen, der Kreisausschuß Lautti- bach mithin nicht mehr zuständig gewesen. Ter Provinzial» ausschuß bestätigte heule das erstinstanzliche Urteil.
3. Reklamation der Gemeind e Trais-Hor- loff gegen den Beitrag der KreiSumlagen für 19lO Rj Tie Gemeinde Trais-Horloff bat um Rückersatz eines Teils der für 1910 gezahlten >kreisumlage, weil das Steuerkapital der -Gemeinde in diesem Jahr sich infolge grosfer Steuernachlässe erheblich vermindert fyabe. Der Kreisausschuß Gießen lehnte das Gesuch der Konsegiienzen wegen ab, weshalb die Gemeinde Rekurs an den Provinzialausschuß verfolgte. Tiefer wies den Rekurs als unzulässig kostenpflichtig zurück.
schreiben kann, durfte wählen, aber ich nicht trotz aller gezahlten Steuern. Tann heiratete ich und wkdmete mich in großem Umfang der sozialen Arbeit. Hier fanb ich, daß man sich um Geld mehr bemühte als z. B. um den Schutz von hunderten von Mädchen mit 16 oder Kindern mit IO und 11 Jahren. Ich werde lompfen, bis diese Gesetze geändert sind, selbst wenn ich dafür sterben müßte, und die Frauen in unserer Bewegung denken eben so. Wir wollen Gesetze, die das Weib schützen, aber nur die Frau eil werden solche Gesetze fertig bringen." — Sie erhielt 2 Monate Gefängnis mit harter Arbeit.
Mrs. Eleanor Jakobs, Frau des bekannten englischen No- vellutcn, war angefiagt, 4 Fenster zertrümmert zu haben. Aut die tvragc des Richters antwortete sie: „Ich tat es, weil ich es als Mutter von 5 Kindern für mdne Pflicht' hielt. Es iff der einzige Weg, wie wir gegen das Handeln oder vielmehr 9h(6t= handeln der Regierung protestieren können. Richter: Ich halte diese Antwort für so absurd, daß es nur notwendig scheint. Sie auf Ihren Geisteszustand prüfen zu lassen." Mrs. I.: „Oh, ich bin gan? normal. Ich habe zwölf Jahre bei meinen >tnv bern meine Pflicht getan. Aber ich hoffe, daß. wenn meine Töchter erwachsen sein werden, sie die gleichen Rechte, Verantwortung und Pflichten haben werden wie meine Söhne " Richter: "Ick, werde Sie acht Tage einem Arzt zur Untersuchung Ihres Geitteszustandes übergeben." Man führte sie ab und erst auf das Zeugnis ihres Gatten, der sie für geistig gesund erklärte, wurde ihr Fall noch einmal behandelt und sie zu einem Monat Gefängnis mit schwerer Arbeit verurteilt.
_ Am 9. Mär; stand unter etwa 50 Suffragettes auch Tr. Ethel Smhth* vor dem Richter. Sie verteidigte sich wie folgt: „Ich hörte einmal den früheren Erzbischof Henfon unö Mr. Spurgeon über die Zahl der Prostituierten in London sprechen und Mr. Spurgeon sagte offen, daß von ihnen nicht ein Drittel aus taffer- danem Antrieb auf der Straße feien, sondern Hunger, Arbeitslosigkeit und der Mädchenhandels hätten sie so weit gebracht Als ich vor l’/4 Jahren zu der Frauenstimmrechtsbewegung überging, hörte iw, daß schon Versuch über Versuch unternommen worden ist, um das Schutzalter der Mädchen heraufzusetzen. Einer meiner Freunde, ein Parlamentsmitglied und Jhitifuffragift, sagte mir: »das wird man nicht eher erreichen, als bis die Frauen das Stimm-
Am 12. Marz wurde mit vielen anderen Sustragcttes Mrs. «radenburn*) und ihre beiden Töchter verurteilt. Miß G. Bracken- durv erinnerte an das Wort von Sidney Smith: alle Mißregierung kann »ich rechtfertigen mit der Erwägung: „Wenn das Volk revol- tiert, nt es noch nicht reif für die Freiheit: wenn das Volk sich rutng verhält, dann will es feine Freiheit." „Sie, meine Herren" fuhr sie fori, „neben hier für das staatliche Recht, wir stehen hier um des m o r a 11 s ch e n und g ö t t l i ch e n Gesetzes willen und werden kampien und wieder kämpfen, bis Sie einsehen, daß unser Geist nicht durch Strafen eingeschüchtert roerden kann" Der Richter verlangte, daß Miß B. verspreche, sich ein Jahr lang jeder Teilnahme an der Frauenbewegung zu enthalten, worauf sie erwiderte: „Ich muß nach meinem Gewissen handeln, und wenn es feinen andern Ausweg gibt, so roeroe ,ch ins ^k’angnis gehen. 3d) kann mich nicht durch ein Versprechen binden Ich opferte wunderte von^Pund und ich bin bereit, mich selbst für diese Sache ;u opfern. Ich werde ihr mein Leben und meine Arbeit weihen, einerlei, ob mir andere davon abraten."
Das Urteil lautete auf einen Monat Gefängnis Auch ihre Lchwejwr erhielt eine (Yefängnisstrafe, ebenso di Mutter. In ihrer Verteidigung wies diese auf die Taten der '.'Je ärmer hin, öu i.^r ^tinunr'rfi. nith:
Aufruhr, Brandlegung und Zerstörung erzwangen. „Was ich tat,"
-ie, „tat ich als Protest gegen die Unterdrückung der Frau, Ich bin bereu mein Leben hinzugeben für meine Schwestern und ^/^er." — Und io ging auch diese 79 jährige Frau ins Gesang-- ms wie Tauiende vor ihr in der Geschichte der Menschbei» - um einer Ueberzeugung willen.
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♦ Sie m die Tochter des Generals T. H. Snchth und eine bekannte Komvonisttn der Gegenwart. Werfe von ihr wurden in Berlin, Leipzig, Weimar, Prag und London mit großem Beifall auf geführt Zu dem im Marz in Berlin ftattfinbenben internationalen Kongreß von Mufikern und Komponisten war sie ein- geladen werden, um eines ihrer Werke selbst zu dirigieren Aber
Frauen-Feuilleton.
Suffragettcs vor Gericht.
Don Paula Messer-Platz, Gießen.
Man kann ganz unpolitisch gerichtet fein, man kann von aller Bewertung und damit von aller Beurteilung der Kampfes weise der englischen Suffragettes absehen — und man kann doch die einzelnen Stadien der Bewegung mit starkem Interesse verfolgen. Wer es nämlich liebt, geschichtliche Vorgänge mit den Augen des Psychologen zu betrachten, der wird in der englischen Frauenstimmrechtsbewegung von heute Kräfte entdecken, deren Art, Entwicklung und Verwicklung dieselbe ist wie in 'Bewegungen, Reformbestrebungen, ja in Freiheitskämpfen früherer Zeiten. Ein scharfes Beobachten der Gegeilwartsereignifse wird darum das Einfühlen in die Geschichte der Vergangenheit er leichtern: durch das Verständnis der Vergangenheit aber wird am ehesten das bekämpft, was man an unserer Zeit und unseren Politikern beklagt: daß sie aus der Geschichte nichts gelernt hatten
Am 1. und 4. März haben die Suffragettes in London bekanntlich eine sehr erhebliche Zahl von Fensterscheiben zertrümmert, -um ihre Entrüstung über die Haltung der Regierung in der Frauenstimmrechtsfrage auszudrückcn. Es ist dies ein in England tast traditionell gewordenes Mittel, um politische Unzufriedenheit zu äußern. Groß war die Zahl der Teilnehmerinnen an dieser Demonstration, und viele wurden dabei verhaftet. Bis jetzt sind schon über 200 Frauen zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt, und täglich kommen neue Suffragettes vor Gericht. Auffallend ist es nun, daß feine einzige dieser Frauen, die doch allen Ständen angeboren und die naturgemäß unter geistiger
und körperlicher Abspannung und Ermattung leiden — daß keine einzige angesichts der Gefängnismauern ihr Vorgehen beschönigt oder beklagt hat. Eine echt englische Geistesverfassung spricht aus ihnen in der zähen Ausdauer, mit der sofort das als recht Erkannte dem praktischen Leben, zugeffihrt werden soll. Aber noch stärker macht sich in diesen Frauen eine geradezu religiöse Begeisterung für ihre Ziele bemerkbar. Lassen wir sie am besten selbst sprechen.
Mrs. Sarah, Conner äußerte sich am 7. Mörz vor Gericht: ,<Vor allem muß ich immer wieder bedauern, daß ich, di. im ein so schönes Heim habe und dort so glücklich lebe, gezwungen bin, aus die Straße zu gehen uird Fenster zu zerschlagen, weil bie Männer dieses Landes den Frauen ihre Rechte vorenthalten. Als ich in Cambridge studierte, mußte ich Geld und immer wieder Geld an die Männer zahlen, aber ich erhielt dasür die Univeriitäts- grade doch nicht, obwohl auch die geforderte geistige Arbeit mit Auszeichnung geleistet worden war. Ebenso ging es mir in
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empfing ihn am Fallreep Tie Monarchen küßten sich wrederholt und begrüßten sich mit herzlichem Händeschüt- teln xie „Kplberg" gab den Salut. Der .stouia begrüßte fo- iden Prinzessinnen und den . rmz
ri e m sowie das (befolge Tie Kapelle der „Hohen- rollern" empfing den König mit Fanfaren und spielte die Marcia Reale Der Kaiser und der König ocnveiltcn in längerem Gespräch auf dem Teck der „Hohenzollern" stogen 2 i j © t u n b c. Zeitweilig wurde der Bot- s cha f ter h i n zug ez og en. Gegen 12 Uhr verließ der König die „Hohcnzollern" unter Salut. Gleich darauf be- gaben sich der Kaiser, der Prinz und die 'Prinzefsiiinen zum königlichen Palast, wo eine F r ü b st ü ck s t a s e l stattsand, zu d^r auch die Spitzen der Behörden geladen waren.
Fürst ru TVü r ft en b e r g *tft heute mittag hier ein- getroffen und hat auf der „Hohenzollern" Wohnung genom- men. Heute nachmittag fuhren der Kaiser unb der Mönig und die Fürstlichkeiten auf Einladung des Königs nach der Insel Torcello, wo alte Balilichkeiten und die mit Mosaiken geschmückte alte >lirchc besichtigt wurde Tie Rückfahrt erfolgte gegen Abe»id durch den Canäle granbe Abenbs sand beim Kaiser an Bord der „Hohenzollern" ein Tiner statt, bei dem der Kaiser lmks neben dem König saß.
Um IO1/2 Uhr verließ der König die „Hohenzollern" nach herzlichster Verabschiedung von dem Kaiser und den Fürstlichkeiten. Um 11 Uhr reiste der König ab. Tie „Hohen- zollern" geht morgen früh nach Brioni in See
Nach dem Tiner wurde den Majestäten eine große Serenade gebracht. Ein geniischter Chor und ein Orchester waren auf einem großen schwimmenden, reich illuminierten Prahm plaziert, der neben der „Hohenzollern" beilegte. Ein Männerchor sang die deutsche S>nmne, bas Orchester spielte „Marcia Reale". Es folgten Stücke aus ben Opern von Rossini, Bellini, Verbi, Mascagni und Wagner, teils mit Chor Von Wagner wurde das Vorspiel zu den „Meister- singerii" und der Cinzugsmarsch des Chors aus dem „Tannhäuser" gespielt, zum Schluß beide N.itionalhymnen. Zahllose Boote umringten die Kaiserjackü; die Ufer mit den alten weltberühmten Bauwerfen erstrahlten in prachtvollem Buntfeucr. Tas Publikum brachte den Majestäten stürmische Kundgebungen dar.
Au» Stadt und £an0.
Gießen, 26. März 1912.
** Für d i e Sitzung der Stadtverordneten- Vcrf ammlnn g am Donnerstag, 28. März, nachm. 4 U hr, i't folgende Tagesordnung vorgesehen: 1. Mitteilung. 2. Bausache August Saame, Liidwigflraße 41. 3. Ausbau t’cr verlängerten Vleichstraße. 4. Nachtrag zu der Kühlhaus- Ordnung. 5. Teilnahme van Schülerinnen der Volksschule am HanShaltungSunterricht der Alleeschule. 6. Bestiinmlmgerr betreffend die Ausschüffe und Deputationen (Art. 130 und ff. der Städteordnung).
** Der Zweigverein Gießen des Vogelsberger Höhenklubs veranstaltete am Samstag abend in Steins Garten lein viertes Stiftungs- und Tekorierungsfest, das bei recht gutem Besuch einen sehr schönen Verlauf nahm. Die reichhaltige Vortrags- folge wurde durchweg von Vereinsmitgliedern bestritten. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Redak- teur, Heß, folgten in bunter Abwechslung gemeinschaftliche Lieder, Männerchöre der Gesangsadteilung, Gesangsvorträge von J-rau Lerch, Herrn T re y fu ß, Duette von den Herren Krug und Faber, Tialettvorträge und Kouplets von L>errn Nauheimer und ein recht flott gespieltes Liederspiel „Die wilde Toni", das außerordentlichen Bei- soll sand. An folgende Mitglieder konnte die satzungs- gemäße Auszeichnung für die Beteiligung an mindestens zckm der 12 Progranrrnwandernngen verliehen werden. Znm erstenmal an Frl. Enrmy Kohlerrnann, sowie die .Herren Karl Hohmeier, Rnd. Ploch und I. Weishaupt, zum zweitenmal an Frl. Mühlenbein unb Emma Wagner, sowie bie Herren Rub. Hahn, Aug. Hauck unb Adam Reinig, zunr brittenmal bie Herren Karl Änbreas Karl Gaul von Lollar Louis Kahl unb Gg. Mathai von Lollar, zum oicrtenmaE Karl Faber unb Christian Georg. Tie Vereinsbamen ließen burch Fräulein Wenzel eine reichgestickte Stammlisch-Stanb- arte nebst Stänber überreichen unb ftifteten den bei der Sammlung dafür erzielten Ueberschuß der Vereins lasse zu- gnnsten der Vergröfzerung der Waiiderbibliothek. Nach
Zweites Blatt 162. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
chlumanung zugegangen. Tie Truck Lu0’ Protokoll betreffend die Fonsetzung der durch ^r^ckerverttag vom 5 Mar; 1902 gebildeten internationalen L^?azu abgegebenen Erklanmgen und eine um- Janflrnt&>- ySl--lhd) ,baItcn eine Reihe von Staaten
Marz 19O_ die Bruneier 3iidcrtmvrmion abgeschloffeis, Beieitigung der Prämien und Schafffrng gleicher Wett ^Ä^ed'Näungen fur ben Zucker der verschiedenen Länder be ziveckte. Alle BertragSstaaten hatten sich uir Abschaffung aller öuxtopi^un unb jur bes Prämienzuckers mit Aus-
Olerch-'^uen od^-r Hnfuhrverbol verpflichtet. Bei Ablauf der nsten funffahrigen Vertragsperiode erHärtc England, ba* der JO auptabn eigner für unsere Zucker ausfuhr ist, daß cs bei der Üun ventwn nur verbleiben könne, wenn cs von der Pflicht zur An Wendung von Ansgleichsmaßregetti gegen Pramienzucker befreit mflrbe. Hiermit war der Hauptvorteil von Englands Beteiligung an der Konveulion Sicherung des englischen Marttes für die Aus suhr der KonveMlons,Maten unter '.'lusicht „st des Pramienzuckcrs auf alle Falle verwren, da Englands Bert le,bei, bei der Konvention aber rmmerhtn doch iwch einige Votteile für bie Zuckeraiisfiihr bitten unter Verlängerung der Konventivn auf weitere , e 3er ^u^^and gewünschten Befreiung zugestiinmi, zu gleich aber ine Gefahr, die besonders von bem r u s s i s che n.P rä dem englischen Markte drohte, dadurch erheblich <ü»ge|chwacht, bau Russland zwar unter Aufrecht er h«ilruwr ^iner Prämien gewahrenden Gesetzgebung, aber unter Beschraw M s^lkr Ausfuln über die westeuropäische Grenze auf jährlich 200 (XX) Tonnen in die Konvention eintrat.
Infolge der großen Dürre des letzten Sommers ist in den meisten europäischen Zuckerländern die Rübenenite iingew-chnlich schwach und ine Zuckergewi nun ng sehr gering gewesen. In R u ß daaegen ist auch int laufenden Bettiebsja.'m' die Ziübcnernle UM, die Zuckergewinnung äußerst günstig gewesen. Rußland be laB ungewöhnliche Mengen von Zucker, die es nicht aussLhren wnnte, während auf dem europäifcheu Markte die Preise für Jurfer airfterorbent1id) angezogen. Diese außergewöhnlichen Ver yattnisse haben Veranlassung gegeben, zu einem Antrag Ruß-
J.n .blc Erhiöhllrng seines AusfuhrkoMingents für das Betttebsiahr um 400 000 Tonnen zu billigen, lieber diesen Antrag hat innerhalb der jwnventtonsftaateu eine eingehende Erörterung ftaltgcfuntien. Das Ergebnis dieser Verhandlungen war, daß die von Dsstand gestellten Bedingungen von den Bertragsitaaten als unamiefrrnbar bezeichnet werben mußten. Die Vettragsstaaten machten einen Vermittelungsvor' schlag, der nach weiteren Verhandlungen schließlich angenommen ttnitbc, nachdem Rußland verschiedene feiner Wünfck>e zurückgestellt batte. Es war namentlich ein Verdienst Deutschlands, die übertriebenen russischen J-orderungcn bekämpft zu haben. ES ist arrcidit ruorbrn, daß Rußland der Aufrechterhaltung des bisherigen Kontingenrs von 200 000 Tonnen zugestimmt Ijai, auf die lieber- traflbarfcit unausgetiutzier 5toittingnti5teile sowie auf die Bewilligung von Ucbfrfortlingenten verzichtete imb sie schließlich mit einem Uebertorttingent von 150 000 Taimen für das Betriebs- 1911/12 unb von je 50 000 Tonnen für bie folgenben beiden untcr Verteilung ber je 50 000 Tonnen in zweimal 25000 Tonnen aus die am 1. September 1912, 1 März 1913 1. September 1913 und 1. März 1914 beginnenden Halbmhre einverstanden erklärten Diese Abnuichungen sind in dem neuen Zuckerprotokoll nicdergelegt. Der Einfluß der iugcftanbmcn Er- Iwlnmgni des russischen AusfuhrkoMingents auf den Preis des Zuckers ist jedenfalls nach Lage der Prodnktionsverhälrnisfe Nickst derart, datz Fabrikanten und Händler dadurch fühlbar ge- schÄ>igt würben. Was im allgemeinen Imereffe vermieden werden muß und vermieden worden ist, war lediglich die Herbeiftchrung einer iveitgehenden und dauernden Beimruhigung des Zuckermarktes, während im übrigen auf die Abwickelung etwaiger rein- spekulativer Käufe und Verkäufe von Zucker ferne Rücksicht genommen werden konnte.
Zlrbeiterbewegung.
Ter englische BergarbeiterauSstand.
L 0 n d 0 n, 25. März. Die getrennten Verhandlungen der Regierung mit den Grubenbesitzern und Bergleuten dauern fort Der Regierung ist es noch nicht gelungen, die beiden 'Parteien m einer gemeinsamen Sitzung zu vereinigen. Das Crc- lutwtomitec der Arbeiter will wieder um 5 Uhr nachmittags eine getrennte Sitzung abhalten. Als nicht walpfcheinlich wird es angelegen, daß heute eine gemeinsame Sitzung abgehalten wer den kann.
Ein Telegramm aus Glasgow meldet, daß die allgemeine Abkehr der Bergleute vom Ausstand wahrscheinlich ist. 1000 Bergleute haben bie Arbeit in Bcllshill 'Grafschaft Larack) wicber ausgenommen und ungefähr weitere tausend auf anderen Zechen
3m Unterhaus erklärte der Staatssekretär des Innern, taB, Da die Verhandlungen noch schwebten, die Beratung der Kohlengrubenbill auf morgen verschoben wurde.
Provinztal-Ausschuß ver Provinz Lbcrheffen.
L. Gießen, 23. März.
Anwesend: Gehcimerat Dr. Usinger, als Vorsitzender, fünf ordentliche und ein Ersatzmitglied.
Anfang 9, Ende iy4 Uhr.
1. Klage des Ortsarmenverbandes Biller tsHausen gegen ben Ortsarmen v erb an d Kirtorf wegen Unterstützung bes W. S. S. wohnte über 40 Jahre in Kirtorf, verzog aber dann nach Billertshausen und wurde dort unterstützungsbedürftig.
Hausen klagt nun mrf Rückersatz der gezahlten Unterstützirng.


