Ausgabe 
23.12.1912 Drittes Blatt
 
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fjintn anderen Kreisen znrückstehe Es handele sich um eine Denkschrift, nicht um einen Voranschlag. Diese habe aber inso­fern grundsätzlichen Charakter, als, wenn man den Ausführungen der Denkschrift zustimme, damit bindende Richtlinien für die Arbeit späterer Jabre gegeben seien. Tie Kreisverwaltungen müßten wissen, welche Mittel sie bereitzuhalten hätten und dafür schon jetzt Vorsorge treffen.

Mitglied B r a u e r - Ober-Ofleiden bemerkt, die letzten Aus­führungen des .Herrn Provinzialdirektor veranlaßten ihn, schon jetzt Stellung zu der Denkschrift zu nehmen, weil vielleicht die später vorgebrachten Wünsche nicht mehr berücksichtigt werden könnten. Er wolle zugeben, daß die Denkschrift durchaus objektiv versaßt sei. Daß der Autoverkehr nicht in erster Linie die Ursache zu dieser Vorlage gewesen wäre, sei ihm sehr faßlich, denn die Straßen seien früher schon in schlechtem Zustand ge­wesen und früher schon hätte man nach Mitteln suchen müssen, um Abhilfe zu schaffen. Daß man gerade den jetzigen Zeitpunkt für die Vorlage gewählt habe, der zufällig zusammenfalle mit der Zeit, in der der Automobilverkehr nicht nur im Kreise Gießen, sondern auch in anderen Kreisen zunehme, sei ein außerordentlicher Zufall. Nun sollten an den Wohltaten der Vorlage die Kreise teilnehmen, die an sich schon durch die Bahnen und die Einführung von Elek trizität bevorzugt wären. Man müsse aber versuchen, für die anderen beiden Kreise dem fehlenden Verkehr dadurch abzuhelfen, daß man auch dort Automobilstraßen baue. Er denke da an die Automobilverbindungen AlsfeldLandesgrenzeNeustadt, Kir torfLandesgrenzeKirchhain und MückeUlrichstein., Wenn man jetzt hier ein ganz neues Unternehmen in Angriff nehme, ehe d!c Versprechungen der Provinzialverwaltung bezüglich der Elektrizität in den beiden Kreisen erfüllt seien, und wenn man in diesem Stadium keine Versprechungen mache, daß man auch an die geringeren Landesteile denke, so falle es den Vertretern dieser weniger von der Natur begünstigten Kreise schwer, einer solchen Vorlage zuzustimmen, wenn man auch rein rechnerisch die Vorlage gut heißen müsse. Was später geschehe wisse man nicht. Die Erfahrungen mit dem Kleinpflaster seien noch jung und es frage sich, ob das Kleinpflaster nicht später mehr Unter­haltungskosten erfordere, wie die heute vorhandenen Straßen. Es würde für die Vertreter der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten die Zustimmung erleichtern, wenn von der Provinzial­verwaltung sichere Versprechungen gemacht werden könnten, daß man die Straßen so herzustellen suche, wie es für den Autoverkehr angemessen sei. Man könne auch an einen Beitrag der Provinz an die au dem Autoverkehr be­teiligten Gesellschaften denken, wenn man davon absehe, einen einmaligen Zuschuß zu geben. Der Staat habe dazu noch keine Stellung genommen, weil er die ganze Sacke grundsätzlich regeln wolle. Er meine aber, irgend etwas müsse für die Gegend getan, und es müßten jetzt Zusicherungen für die Zukunft ge­geben werden. Es sei auch nicht zu verkennen, daß die, die die mit Kleinpflaster versehenen Straßen in Zukunft benutzten, die doppelten Lasten transportieren könnten gegen seither. Das fei ein großer Vorzug gegenüber den schlechten Straßen in den nörd­lichen Kreisen, die zudem noch große Steigungen aufwiesen. Man müsse also dem seinerzeit gegebenen Versprechen jetzt etwas größere Wahrscheinlichkeit geben.

Der Vorsitzende dankt zunächst auch im Namen des Provinzial-Ausschusses .Herrn Brauer für die objektive Würdigung, die er der Vorlage habe zu Teil werden lassen. Er könne es verstehen, daß der Vorredner als Vertreter eines der Kreise, die bei der Vorlage zunächst nicht in Betracht Tarnen, hier zum Ausdruck bringe, wie in diesen Kreisen das Gefühl herrsche, daß nun wieder die wohlhabenderen Kreise bevorzugt werden sollten. Zunächst möchte er aber sagen, daß aus den Kreisen Alsfeld und Lauterback noch keine Wünsche auf provinzielle Unter­stützung in der von Herrn Brauer anaeorbneten Richtung vor gebracht worden seien. Wenn derartige Wünsche kämen, dann sei er überzeugt, daß sie vom Provinzialausschuß wohlwollend geprüft würden. Es liege ja nachher dem Provinziallandtag selbst ob, über derartige Anträge zu entscheiden. Bezüglich der Unter­stützung der Automobilverbindungen sei allerdings zu überlegen, was der Staat tue. Es sei wohl fein Zweifel, daß durch die Automobilverbindungen Nebenbahnen gespart würden. Diese ftrage jetzt prinzipiell zu erörtern, sei aber wohl auch nicht die Absicht des Herrn Brauer.

Von diesen wäre weiter die Frage der Elektrisierung der Kreise Alsfeld und Lauterbach aufgeworfen worden. Er könne dem Provinzialtag heute versichern, daß von der Provinzialver­waltung das Möglichste getan werbe, um auch biefen beiden Kreisen baldmöglichst Wohltaten der Elektrizität.teilhaftig werben zu lasten. Die Verhanblungeu wären im Gange, ein Projekt werbe in nächster Zeit vorgelegt und es würbe bann zunächst Sache des Pro­vinzialausschusses sein, in Verhanblungeu mit den beteiligten Kreisen sestzustellen, was sich in der Richtung machen lasse. Er wolle aber darauf aufmerksam machen, daß bis fetzt nicht einmal die Anleihe für das bereits im Bau befindliche Leitungsnetz von Wölfersheim begeben sei, sondern daß mau sich auf andere Weise geholfen habe. Mau müsse schon deshalb mit Rücksicht aus den Stand des Anleihemarktes mit weiteren Engagements der Provinz vorsichtig sein. Tie Frage der Versorgung der Kreise Alsfeld und Lauterbach, das erkläre er hiermit nochmals nachdrücklichst, sei jedoch niemals aus dem Auge verloren worben und die Versorgung sei vielleicht näher als man denke. Was die Haltbarkeit des .Kleinpftasters anlange, so könne Baurat Hechler aus Wunsch hierüber Auskunft geben, der in der Provinz Han noocr Besichtigungen vorgenommen habe, die ergeben hätten, daß die Haltbarkeit recht gut sei. Es sei bestimmt zu erwarten, daß an Wärterlöhnen usw. in Zukunft gespart werde Man könne aber auch von Ersparnissen sozusagen nach der negativen Seite hin reden, insofern als die Materialpreife und die Löhne von Fahr zu Jahr in die Höhe gehen, während künftig keine höheren Unterhaltnngskosten wie seither verursacht würden.

Graf Wilhelm zu Sol ms-Lau doch möchte aus den Ausführungen des Herrn Vorsitzenden feststellen, baß auch bic Kreise, die jetzt gar nicht ober nickt so berücksichtigt würden, wie andere Kreise, jederzeit in der Lage seien, auch während der fünf Jahre, für die Vorlage .Kleinpflasteranlagen vorsehe, der Provinz Wünsche vorzutragen, unb daß die Provinz bestrebt fein werde, diese Wünsche auch innerhalb der fünf Jahre zu erfüllen. Es könnte doch sein, baß Straßenteile in biefen Kreisen, bic von ber Vorlage nicht berührt würben, auch ben höheren jährlichen Aufwand erforderten

Der Vorsitzende stellt daraus fest, daß diese Frage int Provinzialausschuß allerdings noch nickt erörtert worden sei. Man märe der Ansicht gewesen, nun zunächst einmal mit den Straßen vorzugehen, die zurzeit sehr hohe Unlerhattungskosten verursachten Mit den etwaigen Wünschen ber Kreise müsse der Provinzial ausschust aber auch den Nachweis bekommen, daß während einer Reihe von Jahren tatsächlich eine höhere Summe aufgeivcnbet wor­den sei. Wäre bas nickt her Fall und ergäbe sich trotzdem die Not Notwenbigkeit von Kleinpflaster, so müsse darüber allerdings int Rahmen des Ordinariums des Proviitzialkassevoranschlags Beschluß gefaßt merbeu Es seien ja seither schon unter dem Kapitel ..Außerordentliche Herstellungen" eine ganze Reihe von Kleinpflasteranlagen vorgesehen unb ausgeführt worden. Man dürfe auch in den anderen Kreisen nicht vergessen, daß betracht licke Zuschüsse zu der Persehuna von Ortsdurckfahrteu mit Klein vflaster von der Provinz geleistet worden seien. Wenn sich im Kreise Schotten Herausstellen sollte, daß eine Straße verfehlt angelegt sei, so denke er, daß man auch Mittel unb Wege finden werde, um bezüglickeu Wünschen innerhalb ber Grenze des Mögliche,! zu ihrem Recht zu verhelfen. Er könne natürlich darüber heute nichts bindendes erklären, sondern nur soviel sagen daß, wenn sich innerhalb, einer Reibe von Jahren Herausstellen sollte, daß andere Straßen ebenfalls einen höheren Aufwand erforderten, es wohl nur ein Akt der Gerechtigkeit und Billie feit wäre, wenn der Provinftattag zum Beschluß tarne, auch für Versetzung dieser Straßen die nötigen Mittel bereu zu stellen

Abg. Hofmann-Hof Güll bekennt sich alt Freund > Vorlage. Sehr sympathisch hat es ihn berühr', da', bic v. Pflasterung nicht im Interesse des Antomot 1 eingciühu

werden solle. Er möchte nur wünschen, baß diese Ansicht auch weitere Verbreitung finde. Sehr ungünstig^ wirkten aber Artikel in der Presse, die das Gegenteil besagten. So .habe er int Frank­furter Generalanzeiger eine Notiz gefunden daß der Kreis Gietzen beschlossen habe, einen Teil der Kreisstraßen mit Kleinpflaster zu versehen, weil der wachsende Automobilverkehr dazu dränge. Solche Behauptungen fänden in der Bevölkerung sehr leicht Aus­nahme. Es sei eine gewisse Empörung in der Landbevölkerung schon dadurch entstanden, daß ber Kreis Gießen jetzt die Ctzauiftc- rung der Feldwegabfahrten auf 25 Meter fordere. Die Be­völkerung sage, daß auch diese Forderung nur gestellt werde, um dem Automobilverkehk zu dienen. Wenn nun weiter solche falsche Nachrichten erschienen, so wirke das auf die Landbevölkerung ungünstig, und er möchte den Wunsch aussprechen, daß Gegen- artitel veröffentlicht würden.

Kreisrat Kranzbühler-Schotten legt großen Wert darauf, als weiteres Motiv ber Vorlage angeführt zu sehen, baß wenn man im Kreis Schotten zu höheren Unterhaltungskosten komme auch biefer bic Unterstützung ber Provinz finde ebenso wie die anderen Kreise. Er könne bemerken, daß der Kreis Schotten nur deshalb unter dem Turchschnittssatz geblieben sei, weil die Straßenunterhaltung gewisse Mängel gehabt habe. Er möchte bitten, daß bic Provinz nicht ben Nachweis eines zehn­jährigen Durchschnittes verlange.

Abg. Brauer: Für manche Kreise sei es gar nicht möglich, jährlich 1200 Mk Unterhaltungskosten aufzuwenben, weil die Hälfte aus Kreismitteln aufgebracht werden müsse. Was bic Ausführungen bes Oekonomierats Hofmann anlange, so glaube er. daß es schwer halten werde, die Bevölkerung zu einer anöcrcn Meinung zu bringen. Es sei nicht zu verkennen, daß bic Mög­lichkeit ber Benutzung eines Automobils nur ben besseren Kreisen offen stehe und daß von diesen manchmal nicht die. Rücksicht auf die Bevölkerung genommen werde, die notwendig sei. Er halte es aber auch für richtig, daß man für das Automobil Opfer bringe, nachdem es nun einmal Verkehrsmittel geworden sei. Wie die Bevölkerung fick nach und nach an die Bahnen gewöhnt habe, werde sie sich vielleicht auch an die Automobile gewöhnen. Turch Zeitungsartikel werde aber die Mißstimmung nicht aus der Welt gebracht.

Ter Vorsitzende bemerkt, man könne bic Straßen in dem oberen Teil ber Provinz nicht in Parallele stellen zu benen anberer Kreise. In ber Wetterau sei ein enorm starker Verkehr, der sich mit bem in ben nördlichen Kreisen nicht vergleichen lasse. Dazu komme, daß die sämtlichen Kreise schon seit Jahren walzten unb badurch ihre Straßen besser unterhielten. Wenn sich bic Notwenbigkeit ergebe, im Kreis Schotten mit Kleinpflaster vorzugeyen, werbe ber Provinzialausschuß wohl nicht verlangen, baß erst zehn Jahre gewartet werde. Zunächst müsse man aber im Kreis Schotten den Anfang mit dem Walzen machen. Er glaube, daß auch im Kreis Alsfeld noch wenig gewalzt worden sei. Der von Herrn Hofmann erwähnte Zeitungsartikel habe wohl auf dem Mißverständnis eines Reporters beruht. Er bedauere auch derartige Artikel, aber man könne wohl nur im Weg ber Berichtigung etwas machen, unb biefen Weg be­schreite er nur in ben allergravsten Fällen. Vielleicht könnten aber die Provinzialtagsmitglieber baju beitragen, baß in ihren Kreisen solchen Gerüchten der Boben entzogen

werde. Daß gegen die Chaussierung der Feldwege maßlos agitiert werde, wisse er. Es gäbe Leute, die

von der Notwendigkeit dieser Maßregel nicht zu überzeugen seien. Da bliebe uns das Verwaltungsstreitverfahrcw Im übrigen sei dies eine Angelegenheit, die den Kreis' Gießen angehe unb auf die er deshalb nicht näher eingehen wolle.

Mgeordnetcr Dr. W cb c r - Kvnradsdvrs: Wenn mau einer­seits bic Gemeinbcn antzaltc, daß sie die Feldwege chaussierten, so müsse man auf der anderen Seite auch den Wünschen der Ge­meinden Rechnung tragen, bic innerhalb der Ortsdurchfahrten bessere Zustände schaffen wollten. Er bitte, bei dem Kleinpflaster auch die Ortsdurchfahrten nicht zu vergessen. Wenn man -sich überlege, daß bei einem Straß"nnetz von 2270 Kilometern jetzt nur 40 Kilometer mit einem Koftenauftvand von 1000 000 Mark mit Kleinpflaster versehen würden, so müsse man sich darüber klar 'werden, daß weitere Herstellungen «über die Kräfte der Provinz hinausgingen. Man lasse einmal einen Krieg kommen und werde bann setzen, was von ben Millionen noch übrig bleibe. Er- glaube, ber anbere Weg werde doch wohl die Hauptsache bleiben, nämlich das Walzen ber Straßen. Tas, was der Provinzialtag heute tue, solle nur das Aeußerste fein.

Mgeordnetcr Alles- Nieder-Florstadt: Unter den vorge­sehenen Strecken befinde sich die von Assenhcim nach dem Bahnhof. Sie weise einen außerordentlich starken Verkehr auf und müsse iedes Jahr gewalzt werden. Wenn hier nicht mit Kleinpftaster abgeholfen werde, sei die Straße nicht zu unterhalten. Was die Feldwege betreffe, so gingen die Straßen vollständig zugrunde, wenn die Feldwege nicht chauffiert würden.

Kreisrat Tr. Heinrichs-Alsfeld spricht den Wunsch aus, baß die Bahnhofstraße in Alsfeld schon früher wie vorgesehen mit Kleinpflaster versehen werde.

Vorsitzender: Wenn nicht besondere Verhältnisse Vorlagen, sollten die Straßen in ber vorgesehenen Reihenfolge * bleiben. Kleinere Abänderungen könnten ja gemacht werden. Hierüber habe sich der Provinzialtag ibei jedem einzelnen Voranschlag schlüssig zu machen.

Kreisrat Boeck m a n n-Büdingen legt dar, daß bfüglich der im Kreise Büdingen vorgesehenen Strecken vielleicht eine M- weichung von der Vorlage eintreten werde.

Hierauf wird die Vorlage einstimmig ange­nommen.

lieber den weiteren Verhandlungsgegenstand des Prooinzial- tages, den gegenwärtigen Stand der Elektrizitätsver­sorgung der Provinz Oberhessen, werden wir morgen berichten.

Lin schwere; Grubenunglück.

Dortmund, 21. Dez. Heute nachmittag wurden 31 Opfer der Katastrophe auf der GrubeMinister Achen­bach" auf dem Gemeindefriedhofe Br am bauer in einem Massengrabe beerdigt. An der Beerdigung nahmen u. a. Regierungspräsident v. Bake, Exzellenz General v. Schubert, Generalleutnant v. Harbou, Landrat von der Heyden-Rynsch und andere hervorragende Persönlichkeiten sowie zahlreiche Vereine mit ungefähr 150 Fahßen teil. Die Leichen wur­den zu je sechs auf fünf Wagen zum Friedhöfe übergeführt. Ein Steiger wurde in einem besonderen Grabe beerdigt. Das Massengrab war schwarz ausbeschlagen und mit Gru­benlampen umstellt. Grabreden hielten der Generalfuper- intendeut Simon-Münster, der evangelische Ortsgeist- liche Batt und Tvmkapitular Geistlicher Rat Klein- Paderborn. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge umstand den Friedhof. Zahlreiche Häuser und die Zechen­gebäude hißten Trailers ahnen.

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rm. Darmstadt, 22. Dez. Der russische Student Jacob Landau aus Warsckau ist an dem Tage, au dem der erstochene Student Weiser beerdigt wurde, in einem Laden erwischt worden, wie er zwei Krawatten in eine Tasche steckte, ohne sie zu bezahlen' Das Rektorat der Hochschule hat L. auf vier Jahre, die höchste zulässige Zeit, relegiert. Inzwischen ist L. auf seinen Geistes­zustand untersucht unb trotz seiner Minderwertigkeit für die Tat verantwortlich erklärt worden. Bei der gestrigen Schönengerichts tierhandlung gab er an, daß er als Freund Weisers an diesem Tage sehr aufgeregt war unb sich des Vorfalls kaum mehr erinnere. Der Vertreter ber Anklage beantragt 5 Tage Gefängnis, doch kam er mit einem Tage davon: voraussichtlich wird er zur be­dingten Begnadigung empfohlen

Universitäts-Nachrichten.

)( Marburg, 22. Dez. Der ordentliche Professor der Rechte, Dr Ernst Hey mann, hat einen Ruf an die Universität Tübingen erhalten. Er soll dort die Stelle des Rechtslehrers Prof. Rietschel einnehmen.

vüchertisch.

Der Deutsche kennt seine Sprache nicht", so betitelt sich ein umfassendes Unternehmen Buch, Postkarten unb Familicnspiclctz das dergegenwärtig größten deutschen Bildungs­lücke" begegnen will. Erschienen sind die Spiele em Vertag der Leipziger Lehrmittclanstalt Tr. O. Schneider in L c i p z i g und zwar 1. T i e deutschen Vornamen mit den davon abge­leiteten Familiennamen. 2. Ter Wortschatz. Als Proben geben wir daraus: aus den Familien- unb Schülerspielen. Von ben Vornamen: Woherkommtund wasbedeutet Heinri ch" ? Von Hcimrich abgeleitet bedeutet es Haus­herr, von Hagau-rich: Gutsherr Herr eines Hags). Davon bildeten sich die Familiennamen: Heine, Heinze, Hcinicke, Heinemann, Hcinzelmaun, Hinsch Henze, Heu stell) u. ä. 2lus dem Wortschatz: Worauf ist das WortS t c ck b r i e s" > heute: die Personbeschreibung eines gerichtlich Gesuchten) zurückzusützren? Antwort: Es war ur­sprünglich die mit dem Dolche ans Torg csteckt c" Vorladung vor das mittelalterliche Femgericht. Woher kommt das Wortschenken" für geben unb erlassen? Von ,ein> schänken" unentgeltlich z. B. als Willkomm. Aus diesem ur­sprünglichenzu trinken geben" wurde wohl wegen ber Läufig­keit dieser Handlung in Deutschland dasgeben" überhaupt. Der Herausgeber der Spiele ist ein Gießener, der sich mit dem Decknamen Thcod. Okrell verbirgt.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

1. weihnacktsfeiertag, den 25. Dezember. Kollekte für die Kleiukinber-Bewahranstalt.

Gottesdienst.

3n der Stadtkirche.

Vormittaas SPX Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Beickie unb heil. Abendmahl für Matthäus'- und Markus« geiueinbe aemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Abends 5 Uhr: Pfarrasst steut Hoff m a n n.

3n der Zotzannerkircde.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Adolph.

2. Weihnachtsfeierlag, den 26. Dezember.

Ja de Stadtkirche.

Vormittags 9*/, Uhr : Piarrer Sckwabe.

Abends 5 Uhr: Liturgischer Gottesdienst.

Pfarrer Bechtolsheimer.

3n der 3ob<in- .Dr

Vormittags 9*/? Uhr: Pfarrer Ausfel d.

Beichte unb heiliges Abendmahl für Lukas- unb Johannes- gemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkircke.

katholische Gemeinde.

»ottcsöienft

Dienstag, den 24. Dezember:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Mittwoch, den 25. Dezember: weihnachtsfest.

Misfionserncnerung.

Vormittags von 5 Uhr an : Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 5 Uhr: Christmette unb Misstonspredigt.

, 6'/,, 7, 7V 8 Uhr: £4. Messe.

V n 9 Uhr: Hochamt mit Mifsionsorebigt.

,, 11 Uhr: Hl Messe mit Misstonsvredigt.

Nachmittags um 4 Uhr: Feierliche Vesper mit Segen.

w 4V, Missionsprebigt.

Abends um 8V2 Uhr: Missionsprebigt.

Nachmittags 5 bis abends 10 Uhr Gelegenheit zur heil. Beicht.

Donnerstag, den 26. Dezembers Fest des heil. Stephanus.

Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste hl. Messe.

um 8 Uhr : Austeilung der hl» Kommunion.

* um 9 Uhr: Hochamt mit Mifsionsorebigt.

, um 11 Uhr: Heil. 'Messe mit Missionsprebigt.

Nachmittags um 4 Uhr: Fest-Andacht mit Segen.

Nachmittags um 4'/, Uhr: Missionsprebigt.

Abends um 8'/, Uhr ist Missionsprebigt.

Nachmittags von 5 bis abends um 10 Uhr ist Beichtgelegenheit.

Freitag, den 2 7. Dezember:

Vormittags von 61,; Uhr au: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, utn 6*/ 7, 7*)2, 8, 8'/ Uhr: Hl. Messe.

u 9 Uhr: Missionsprebigt.

Nachmittags 5 bis 10 Uhr: Beicktgelegeuheit.

Abends um 8'/, Uhr: Missionsprebigt.

Samstag, ben 28. Dezember:

Vormittags von 6,. Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 61/,, 7, 7% 8, 8% Uhr: Heil. Messe.

r - 9 Uhr: Misstonspredigt.

Nachmittags 510 Uhr: Beichtgelegenheit.

Gottesdienst am 24. Dezember.

Lollar nachmittags 5 Uhr: Pfarrassistent Klingel.

Mainzlar 6 Dekan Guß mann.

katholischer Gottesdienst um 9'/, Uhr:

in Lich am 25. Dezember und 29. Dezember, Grünberg am 26. Dezember unb 1. Januir, , Hungen am 26. Dezember unb 1. Januar.

Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe».

Niederschlag 0,0 mm.

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4,3

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Höchste Temperatur

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C 3-Ö 8S5 dD

am 21. bis 22, 21. 22.

Dezember = -s- 1,1 0.

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