Ausgabe 
28.2.1912 Erstes Blatt
 
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lige Sitzung der Kammer der Reichsräte und der Kammer Der Abgeordneten für eröffnet.

"vom italiensich-türlischen Kriegsschauplatz.

(5in amtlicher Bericht aus Beirut.

Konstantinopel. 27. Febr. Ein Telegramm des Dali von Beirut besagt: Tie schleunigen Maßnahmen zum Schutze der Konsulate und der fremden Niederlassungen sowie zur Wiederherstellung der Ordnung haben einen guten Eindruck gemacht. Tie Konsuln beglückwünschten den Mali, dankten ihm und tadelten das Vorgehen der Italiener, welche die unschuldige Bevölkerung, Privat­wohnungen und das Hospital des Roten Kreuzes beschossen hätten. Auch amgesehene Ausländer sprachen dem Mali ihren Tank aus. Infolge der Proklamierung des Be­lagerungszustandes hat die Bevölkerung die Waffen in die Polizeiwachen zurückgebracht. Tie Frist für die Ab­lieferung der Waffen läuft heute ab. Abgesehen von den auf den Libanon geflohenen Kaufleuten haben die Banken und Handelshäuser den Betrieb wieder ausgenommen. Nach amtlichen Meldungen beträgt die Zahl der am 24. ds. Ge­löteten 58, rund zwar 2 Marineoffiziere, 20 Matrosen und 36 Einwohner; u6 Personen, darunter ein Russe, wurden verwundet.

Friedensvermittlung der Mächte?

Paris, 27. Febr. DemMatin" zufolge hätten die englische und die französische Regierung dem von dem russischen Minister des Aeußern, Sasonow, an­geregten Geoanlen zugeftimmt, im Verein mit den anderen Mächten beiöerTurteieinenenergischenSchritt zur Beendigung der italienisch-türkischen Feindseligteiten zu unternehmen. Die Tripleentente sei geneigt, nachdrücklich bei der türkischen Regierung dafür einzutreten, daß sie ihre Truppen aus TripotlS zurückziche und mit Italien in Verhandlungen über einen Friedens­vertrag trete. Tiefer Vertrag solle die Lebensinteressen und die Würde der Türkei wahren. Tie Tripleentente sei bereit, diesen Schritt sofort zu unternehmen, jedoch unter der Bedingung, daß Deutschland und Oester - reich-Ungarn sich ihm anschließen.

Tie Pforte gibt nicht nach.

Konstantinopel, 21. Febr. Die Pforte beauf­tragte ihre auswärtigen Botschafter, den Mächten kate­gorisch zu erklären, daß eine Verständigung für den Frie­den aus der Grundlage des italienischen Annexionsdekrets unmöglich sei.

.Gestern früh erschien ein italienisches Kriegsschiff vor Mersina und entsandte ein Boot, um die Papiere ei nesdeutscyen Dampf ersim Hafenzuunter­suchen. Alsdann entfernte sich das Kriegsschiff wieder.

Eine französische Warnung.

Paris, 27. Febr. Amtlich wird gemeldet, daß Mi­nisterpräsident P o i n c a r e den Botschafter Barröre be­auftragt hat, mit dem italienischen Minister des Aeußern San Giuliano den Zwischenfall von Beirut zu erörtern und aus die Folgen hinzuweisen, welche dieser im Hinblick auf die französischen Staatsangehörigen und Schutzbefohlenen haben könnte.

Ein vergeblicher Vorstoß der Italiener.

Konstantinopel, 27. Febr. Wie das Kriegsmini­sterium meldet, machten vier Bataillone Infanterie, zwei Abteilungen reitende Artillerie und drei Batterien Artil­lerie der Italiener am 23. Februar einen Vorstoß, um Zanzur zu besetzen, sie zogen sich aber vor dem heftigen Feuer der türkisch-arabischen Streitkräfte zurück. Die Türken hatten zwei Verwundete. Die Verluste der Italiener sind unbekannt.

Aus Hessen.

Ausbau des landwirtschaftlichen Instituts der LandeSuuiversitat.

In der Zweiten Kammer haben der Abg. Grü­newald u. Gen. folgenden Antrag gestellt:

Es wolle an Gr. Staatsrcgierung das Ersuchen gerichtet werden, den Ausbau des landwirtschaftlichen Instituts der Landes­universität in die Wege zu leiten durch Ernennung zwerer Extraordinarien sowie durch Einstellung entsprechender Be­träge in den Etat der Landesuniversität und. Zuweisung je eines Stückes Versuchsfeld an die Dozenten.

Die Begründung hierzu lautet:

Dem Bericht dcs Ausschusses, nach welchem ein weiterer Aus­bau deS landwirtschaftlichen Instituts der Landesuniversüät nicht

Bewertung der Haussrauenarbeit ist entstanden aus dem Bedürfnis der verheirateten Frau nach pekuniärer Unabhängigkeit. Das Ziel kann nur aus dem Boden des Eherechts erreicht werden. .Der Gesetzgeber braucht nur die gesetzliche Unterhaltspflicht des Mannes dahin zu bestimmen, daß er der Ehefrau ein Anrecht auf Vereinbarung eines festen Haushaltsgeldes als auch eines festen Sondergeldes für ihre persönlichen Bedürfnisse zuerkenm. In der Aussprache führt Frau v. Puttkammer aus, daß die Autorität der Frau am geringsten beim ländlichen Mittelstand fei. Die Arbeiterfrau wisse ganz genau, welche Werte sie schafft.

Das weibliche Dienstiahr bildete den nächsten Gegen­stand der Verhandlungen. Frau Elisabeth Gnanck-Kühne führte aus, das weibliche Ticnstjahr fei jetzt eine anerkannte For­derung der Frauenbewegung. Der Familienhaushalt sei nicht nur KfdU zusammcngebrochen, sondern es. werden größere An­forderungen denn je an die Leiterin gestellt. Zur Erfüllung dieser Ausgabe muß die weibliche Jugend durch das Mädchendienstjahr vorbereitet werden. Das Jahr soll in Gemeinschastshäufern ab* gedient werden, die sich selbst besorgen und an Anstalten ange» gliedert sind, die Arbeitsgelegenheit bieten. Die Rekruten aus den Volks- und Mittelschulen werden vom Staat unterhalten, die höheren Mädchen bestreiten ihren Unterhalt selbst und zahlen Schul­geld. Dafür genießen sie einen vielseitigen Unterricht und haben höheren Ansprüchen bei der Abgangsprüsung zu genügen. Das Abgangszeugnis soll als kleiner Befähigungsnachweis dienen und soll die Berechtigung zum Heiraten erteilen.

Damit waren die Verhandlungen deö heutigen Tages beendet.

Eine bedeutsame Erfindung. Dem deutschen In­genieur Karl Rammelsberg, der noch vor kurzem dem höheren Beamtenkörper des Patentamtes angehürte, ist eine Erfindung geglückt, die möglicherweise eine Umwälzung auf dem Gebiete der Nachrichtenvermittlung herbeiführen kann. Es ist ihm ge­lungen, die Sprache auf einem Blatt zu fixieren, dessen großer Widerstand geaen unsanfte Behandlung bet ungemein geringem Gewicht seine Versendung durch die Post als gewöhnlicher Brief Siiläßt. Auch die Schreibmaschine kann in bezug aus Schnelligkeit nicht mit dem neuen Verfahren wetteifern, denn dieses läßt jedes Tempo zu. Schon der gewaltige Zeitgewinn, den das neue Verfahren bringt, läßt es überaus wertvoll erscheinen, doch noch ein anderer Umstand erhöht diesen Wert, das ist die völlige Wahrung des Briefgeheimnisses, das auch militärisches Interesse erwecken kann. Endlich ist es nicht ausgeschlossen, daß die Neue­rung den Wert der Diktixphonographen stark verringertuni) möglicherweise die bisher benutzte schwere, zerbrechliche, teure Platte durch ein »vesentlich anders geartetes, wohlfeiles Material 5U ersetzen berufen sein kann Mit Rücksicht darauf, daß Aus­landspatente neben dem deutschen nachgesucht werden, ist eine eingebenbere Darstellung dieser bedeutsamen Erfindung noch nicht angängig.

tunlich erscheint, ist nicht zu zu stimmen. Tie Entwicklung, welche das Institut seither genommen hat, ist eine günstige, was die beiden Lehrer, der Direktor des Instituts und fern langjähriger Mitarbeiter, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln leisten konnten, ist erreicht worden. Gegenwärtig bennden sich in Gießen 69 Studierende der Landwirtschaft, von denen 56 Hessen sind. Es wäre bedauerlich, wenn man die weitere Entwicklung des Instituts abschn^den und dasselbe ver­öden lassen wollte. Tie Kosten, welche der Ausbau des Instituts verursachen wird, sind nicht so groß, wie man im Ausschutz angenommen hat: sie werden sich für persönliche und sachliche Ausgaben auf höchstens 14 000 Mk. per ^zahr beziffern.

Im Interesse der Landwirtschaft wie insbesondere auch der Landesuniversität erscheint die Erhaltung und der Ausbau des Instituts erforderlich. Nähere Begründung behalten wir uns vor.

Die Rauchplage in Bingen.

Der Migeordnete So Herr u. Gen. beantragen in der Zweiten Kammer: _

Tie Kammer wolle beschlienen, an Gr. Regierung daS Er­suchen zu richten, mit den zuständigen Ei senbahnbchorden in Unterhandlung zu treten, tunit die durch den Rangier- betrieb im Bahnhof Bingerbrück und am Rhein- t a i in Bingen verursachten Rauchbelästigungen.schleunigst beseitigt, nur rauchfreie Kohlen Verivendung sinden und eventuell notige maschinelle Veränderungen vargenommen werden.

Der preußisch-hessische Vertrag als Hin­dernis der Deutschen Eisenbahngemein- schaft", eine neue Schrift von Eisenbahndireklor a. x. A. Grooß, ist bei Ed. Roether in Darmstadt erschienen. Tie Schrift ist zugleich eine Antwort auf die Veröffent­lichung des Wirtl. Gehcimerats Tr. Kirchhoff, in der dieser den bisherigen Mißerfolg der Bemühungen um eine deutsche Cisenbahngemeinschaft nachgewiesen und auf die ablehnende Haltung der übrigen Eisenbahnstaaten zuruck- gesührt hatte, ein Verhältnis einzugehen, welches, wie das Hessens in die preußisch-hessische Gemeinschaft, einer Me­diatisierung gleichkäme. Grooß sucht die Berechtigung seiner Vorschläge für eine entsprechende Aenderung des preußisch-hessischen Vertrags zu begründen und den Nach­weis zu führen, daß der in Ergänzung dieses Vertrags schon 1901 von Preußen und Hessen mit Baden über dessen Anteil an der Main-Neckarbahn abgeschlossene Vertrag genau die Bestimmungen über die Verteilung der Reinerträge ent­hält, welche er seither für Hessen gefordert hat, lvelche aber nach wie vor von Preußen abgelehnt werden.

Die künftige chinesische Versüssung.

Peking, 27T Febr. Tie Delegierten zur Beratung über die künftige Verfassung sind hier emge- troffen und werden morgen mit ihren Beratungen be­ginnen, die sich mit der Verfassung, der Zusammensetzung der Negierung und der Bestimmung der Hauptstadt be­schäftigen soll. Es wird angenommen, daß die Delegierten Peking als Hauptstadt belassen werden.

Nach einer Konsulardepesche aus Nanking machte Yuan­schikai Sunyatsen die Mitteilung, daß eine inter­nationale Bankgruppe die Gewährung einer Anleihe in Höhe von 20 Millionen Taels angeboren habe. Er werde daher demnächst vier Millionen Taels nach Nanking schicken, um die republikanischen Soldaten zu bezahlen, die ins­gesamt 300 000 Mann zählten und eine nationale Gefahr darstellen würden, wenn sie nicht bezahlt und vorsichtig behandelt würden.

In China bahnen sich ähnliche Vorgänge an, wie man sie in der Türkei beobachten tonnte. Die neuen Gewalt­haber der jungen Repnblu treten schon mit größerem Selbst- bewußtsem nach außen auf. Im vorliegenden Falle sind es die Holländer, gegen Tie China Front macht:

Nanking, 27. Febr. Das republikanische Ka­binett besprach heute die angeblich vor kurzem erfolgte chlechte Behandlung von Chinesen durch die holländischen Behörden aus Java. 9!ach amt­ieren Meldungen wurden drei Chinesen getötet und hundert verhaftet und ohne irgendwelches Gerichtsverfahren ge­fangen gesetzt, weil sie die Abdankung des Thrones gefeiert hatten. Dr. Sunyatsen hat sich mit Yuans chikai in Verbindung gesetzt. Man glaubt, daß energische Maß­nahmen ergriffen werden. Das Kabinett soll sogar die so­fortige Aushebung des Vertrages mit Holland und die Ab­berufung des holländischen Gesandten erwägen. Es herrscht große Erregung.________________

Deutsches Keich.

Auf der am Dienstag in Berlin abgehaltenen Verbands­versammlung des Zweckverbandes Groß-Berlin wurde in engerer Wahl der Berliner Stadtkämmerer Dr. Steiniger mit 56 gegen 45 Stimmen, die auf Oberbürgermeister Voigt- Barmen sielen, zum Direktor des Zweckverbandes Groß-Berlin gewählt. Im ersten Wahlgange erhielten Steiniger 43 Stim­men, Voigt 38, Bürgermeister Reicke 19 und der praktische .Arzt Tr. Bernstein-Charlottenburg eine Stimme.

DerBerl. Lok.-Anz." meldet aus Mörs: Hier wurde der englische Sprachlehrer Aller wegen Spio­nageverdachts verhaftet. Er hatte seit einigen Tagen die Festungsanlagen in Köln und Wesel photographiert. Man fand sehr viele Platten bei ihm vor, die noch zu untersuchen sind.

Heer und Flotte.

Ter Bocanschlag für das englische Heer weist eine Steigerung von 170 000 Pfund und eine Erhöhung dcs MannschastsbestandeS um zweihundert Mann für die Ausgestaltung des Flugwesens auf. Vorgesehen ist ferner die sofortige Errichtung einer gemeinsamen Heeres- und Marine- Fl u g s ch u l e auf der Ebene von Salisburi). Außer den für diese Flugschule bestimmten Flugzeugen soll eine bedeutende Zahl weiterer Flugzeuge als erster Anfang der Flugzeugausrüstung der Feldarmee angeschafft werbe».

Airchc und Schule.

Der Bat.kau gegen dieUreuzjettuog".

Rom, 27. Febr. DerOsservatore Romano" vcrösfentticht eine gegen den Artikel derK r e u z z c i t u n g"Vie KUric und der deutsche Katholizismus" gerichteten Note, in der vor Individuen und Gruppen gewarnt wird, die unter den deutschen Katholiken Zwietracht säen durch religiöse und soziale Lehren, die denen der Kirche widersprechen.

TieTägliche Rundschau" meldet noch: In der offiziösen Note desOsservatore Romano", der sich gegen denKreuz- Zeitungsartikel"Kurie und deutscher Katholizismus" wendet, hecht cs u. a.:

Niemand zweifelt an der Orthodoxie der Mehrheit der deut' scken Katholiken, auch derjenigen der Kölner Diözese. Aber es gibt leider einige Menschen oder Gruppen, die irrige Lehren verteidigen und verbreiten, und um dem verdienten Tadel zu entgehen, sich hinter wahre Katho­liken verstecken, und so glauben machen, daß auf diese ein kirchlicher Tadel sollt. Ter Heilige Stuhl hat die inierton- fenionellen Gewerkschaften als solche nicht verurteilt und sich auch nicht ausgesprochen über die zwei Systeme, die ftch in Teutschland gegenüberstehen, sondern er hat den Bifchöien überlassen, sich nach ihren örtlichen Verhältnissen zu richten. Aber der Heilige Stuhl kann die Besorgnis nicht verhehlen, die durch Lehren und Tendenzen aus sozialem

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Antrag deö Provinzial-Ausschusses, . .«kmrrr 'M rt 1 i C r ' !

4.

nroliuschem Gebiete droh-'N, die e.'r Ich Tie Katholiken Tentschlaf ißtrauen gegen Rom ablegen und fick i:I?

L Erb" hfcSl 17.

Erweiterung dersürdas U e b e r l a n d w c r k W ö l ic heim vorgesehenen Leitungsanlagen u n b J) tä­tigten Kredite. Nachdem Baurat Schöberl'-tar»^ stabt über ben Stand der Vorarbeiten für das lleberlano^ berichtet hatte, wurde die Erweiterung der ÜeitungdaiUagcn die Ausnahme einer weiteren Anleihe von 1100 000 Mk. centr^ t-

5. Anträge des P r o v i n z i a l-A u s s chussc-» . Genehmigung der Entwürfe der Satzungen uk«

Säie. , 8|

itifadunfl mit e der Zmvachsst MÄgeni Vortrag fcrra Beifall auf trH, man möge tr nb seinen loyo ttA vielleicht se I «ton manchem " hauenöo

* u des Deutsch« rn.ijur die Ko Mk suj Montag,

5 -agen aus Fr M in den Ginge

Veranlassung t W' tolonialg Mige Schutztrup [weji. 168 über F Ertrag Halter Minder angelt F^rechts-Vei

lyimt,

da er dann eine sichere Grundlage habe. Der Vorsitzen!' bemerkt noch, wenn der Provinztal-AuSschuß einen berarngi Beschluß gefaßt habe, so müsse es doch irgendwo zum Ausoru. kommen. Ties sei nur im Voranschlag möglich, damit er vor

und lesond^s kir innen Lehre entgegengesetzt seien, sollten darum ihr Mißtrauen geg. an die Weisungen des Heiligen

hallen. _

Sitzung Oes prooinMtags der Provinz ©bc'Men.

Gießen, 24. Februv

Anwesend: Provinzialbirektor Geheimcrat Tr. Ufingcr und 23 Abgeordnete sowie die Kreisräte der Provinz.

Ter Vorsitzende begrüßt zunächst die. Erschienenen. Er gebtaU sodann des verstorbenen Abg. Geh. Iustizrat -tr. Schäfer unr hebt dessen Verdienste um die Provinz rahmend hervor ju Ehren des Verschiedenen erheben sich die Anwesenden von >.r Plätzen Hierauf werden die Abgeordneten er a I d - ftrieöbeig und Hoffmann- Hosgüll zu Urkundspersonen beucllt und htl Protokollführer verpflichtet. Sodann wird in die ^agesordmrng

Provinzialtag genehmigt werden könne.

Zu Rubrik VIH fragt KreisratTr. Kranzb ühler ao. in welcher Weise der Verkehr der Wanderer jetzt genau | fei. Dadurch baß auf der Strecke FrankfurtGießen zwei pflegungsstationen weggefallen wären, zöge sich der,Verkehr mcst ; nach dem Vogelsberg zu und erhöhe die Armenpflegekosten Gemeinden. Der Vorsitzende erklärt kurz dic neue Crgcnj sation. Kreisrat Dr. Kranzb ühler: Er finde es nickt ieM richtig, daß den Kreisen Friedberg und Gießen die Kosten VerpNegungsstationcn, die doch eigentlich Armenpflegekosteii leierj zur Hälfte von der Provinz ersetzt würben, während die ander cH Kreise die Kosten des Wanderverkehrs allein tragen niüBterJ| Bürgermeister Stahl-Friedberg: Die Wanberarbcilsstätten sei« | deshalb geschaffen worden, um ben Wanderbettel nach genm'<Äl Richtungen zu leiten. Die Zuschüsse würben nicht gegeben, u« Stadt und Kreis Friedberg in den Armenpflegekostcn zu entlauf ^ sondern um sie dafür zu entschädigen, datz ihnen der giöft.^ Teil der Wanderer zugeschoben worden sei. Er fei gern bete diese Wanderarbeitsstättc an eine andere Stadt abzutreten. BenM wirtlich der Verkehr sich jetzt nach der Seite ziehe, so sei Sache der Polizeiverwaltung, ihn wieder nach der Hauptfti zu leiten. Kreisrat S ch l i e p h a k e bestätigt diese Ausführun-

Älbgeordneter Dr. Weber: Er glaube, daß die von Kranzbühler angeregte Frage sehr wohl einer Prüfung bis »ul nächsten Jahr bedürfe und möchte bitten, sie entsprechend vo:* *J zubereiten. Vorsitzender: Wenn man im Vogelsberg nn Wanderarbeitsstätten errichte, so sei das wieder eingesühn, wc« man auf der anderen Seite erst beseitigt habe. Man könne Df- Zuschuß zu den Arbeitsstätten doch nicht als Zuschuß ?u Armenpflegekosten ansehen. Kreisrat B o e d m a n n_- Büdingn I Tie Sache sei umgekehrt, wie Herr Bürgermeister Stahl gm-« habe: weil der Wandererstrom auf der Strecke ftranburtöitBC I gewesen fei, deshalb seien dort Naturalverpslegungsstationcn en I gerichtet worden. Der Kreis Büdingen liege ja auch an ein v Heerstraße und er habe, als in Preutzen die Bestimmungen ve schürft worben feien, Erhebungen über bie Zunahme der '-ar bernben ungeordnet. Bis jetzt fei noch nicht viel zu mtrm I Man müsse abwarten, wie sich der Verkehr in Zukunft g-"üi Abgeordneter F a l ck - Fnedberg betont, daß bie .stabt Frieddci» allem 50 000 Mark Kapital investiert habe lür die Wandcrareeil ftätten, zu benen bie anberen Streife keinen Pfennig geleimt b ütc < Sie bringe auch jeden Tag noch neue Opfer. Tie Arbeit o- Verpslegungsgäste sei gleich null. Er weine der Verlegung a Stelle keine Trane nach, wenn eine solche eintrete. Man ioi- aber die Sache nur einmal ruhig laufen lassen. Nach tu.: - Bemerkungen der Kteisräte Boeckmann und Kranzbühler er des Bürgermeisters Stahl wird der Punkt verlassen.

Abgeordneter Tr. Weber beantragt, Rubrik 1 des anschlags der Provinzialkasse zusammen mit dem folgenden Pui i zu verhandeln, wogegen sich fein Widerspruch erhebt.

3. Voranschlag des Wasserwerks Inheiden:u- 1912. Es cntjpinnt sich zunächst eine Aussprache über die v I Handlung der llebcrschüsse aus dem Wasserwerk und die ad o- I Tilgung der aufgenommenen Anleihe, an der sich bie Forstmeister Dr. Weber, Professor Dr. Bietmer uns jx- I Vorsitzende beteiligen. Hieraus wird der Voranschlag oi Wasserwerks mit einer Emiiahme und Ausgabe von öOJ _ I genehmigt. Weiter wirb ber Provinzialtasse-Boranschlag mit I Einnahme und Ausgabe von 680 216 Mk. 67 Psg. gutgeh:

I ''-tadttbec f*22B die heutige isingenben Grü

Evan tote er un. das Progra 1 inner Gesang

eingetreten.

1. Rechnung ber P r o v t n z t alkasse und ?e:. waltungsbericht für 1910. Nach Mitteilung des Vorsitzenden ist die Rechnung von Bürgermenter Stadl Friedberg vorgeprüft und die erhobenen Anttände siatz

beseitigt worden. Nachdem die Rechnung zirkuliert hat, ro-rt sie genehmigt vnb dem Rechner wird die beantragte (rntlafta-c erteilt vorbehaltlich endgültiger Prüfung der Rechnung bu- bie Ober-Rechnungskammer. Ebenso werden der Verwaltiiiig«. bericht der Provinz und die Jahresberichte der 5iectieiiiini::.; und deS chemischen Untersuchunasamtcs für 1910 genehmig:

2. Voranschlag der Provinzialkaffe für 1912 Ter Vorsitzende verliest die einzelnen Rubriken.

Bei Rubrik IIIAllgemeine Verwaltung" beanstandet Kr.-.«» rat Tr. Heinrichs, baß für Haftpflichtversicherung ni:.. vorgesehen fei. Der Vor sitzende bemerkt, datz cs sich un einen Betrag handele, der zum großen Teil ersetzt werde, fr bitte aber um die Ermächtigung, den etwa auf die Provinz er.r fallenden kleinen Betrag aus dem Reservefonds entnehmen < dürfen. Ties wirb genehmigt. Zu Rubrik IVKreissttasci-. fragt der Graf z u Solms-Laubach an, warum bie Straßen- warte kleine Häufchen Steine in gewißen Entfernungen u Die Schlaglöcher der Kreisstraßen hereini. . i.n. Er halt dies für keine Verbesserung der .straße und i tag auch den Z.r.l nicht einzusehen. Provinzialbaubeamtcr . a) l e r bemerkt, daß man jetzt allgemein von dem früheren Fliauistem zu dem La system übergehe, das allerdings mehr koste.. Ganz entbehren l- _ man aber immerhin das Flicken nicht, insbesondere nicht bei c. . löchern. Graf Laubach: Er sei nicht gegen daS Flickfystmi er halte cs nur für zwecklos, diese Häufchen Steine zusamm.n. zukratzen. Wenn man flicke, so solle man dies auf eine grohet Strecke tun. Der Vorsitzende bestätigt den gerügten Mißsta.U und bemerkt, es solle demnächst eine Zusammenkunft der xrtt»- rate stattfinden, in der über einen gemeinsamen Walzplan for.» Über ein einheitliches Flicksystem Beschluß gefaßt werden io!'.. Abgeordneter Brauer: Tie Mitteilung des Herrn Vorsitzen^ werde icdenfalls von der Landwirtschaft außerordenttich freudig begrüßt werben. Daß aber die Verbesserung jetzt er|t komm., Werbe man nicht begreifen.

Weiter bemerkt Abgeordneter I ö ck e l - Friedberg: Er sich nicht sehr damit befreunden, daß die Straßen, für bie noi feine Mittel vorgesehen seien, schon im Voranschlag ständen, baw: sie einstweilen grundsätzlich genehmigt würden. Ties sei niä vcreinbarlich mit dem Kunststraßengesetz. Im Gesetz sei alltf enthalten, und es sei nicht notwendig, die Sache noch nnir:. in den Voranschlag aufzunehmen. Gehe der Antrag aber üb::, das Gesetz hinaus, so fehle dem Provinzialtag dazu 0;: | Machtbefugnis. Der Vorsitzende erwidert, daß sich ber vinzial-Ausschuß gerabe mit dieser Vorsehung genau an das Q)t gehalten habe. Was im Voranschlag stehe, solle nicht mehr.f lagen, als was das Gesetz erlaube. Es solle dadurch den Äni'ci die Möglichkeit eines Rückhaltes an die Provinz gegeben werd:» Krcisrat Schliephake: Ter Beschluß des Provinzial-Än-- schusscs sei ihm als Kreisrat sehr angenehm, besonders bei tu Verhandlungen nut anderen Behörden wegen Straßenneudaur r

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