Ausgabe 
28.2.1912 Erstes Blatt
 
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- Hoftrauer. Der Grobherzog hat wegen

des Ab

Itt ie ArmenMStk- fc-

Ortsgruppe Stessen

Deutscher Frauen-Verein

vom Roten Kreuz für die Kolonien

liegen wegen Unterstützung des E. Philipp aus Burg münden.

Landesverband fressen

zu verleiben bei wu*

Karnbach, Bahnhofstr. 27

Hier Bedarf

hat

1912.

Stadt­

hochgehendnr Fluten der Lahn stürzten. Während man den Schuld, der fein Schwimmer ist, retten konnte, er« trän*6 (Banger, obwohl er des Schwimmens kundig war, vor oen Augen seiner Frau, die ihm eben das Mittag­essen bringen wollte. Zanger hinterläßt Kinder. Die Leiche wurde noch nicht geborgen. (Bilb. Tgbl.)

V. Kassel, 27. Febr. Gestern abend verletzte der 23jährige Bäckergeselle Habicht seine Braut durch zwei Schüsse lebensgefährlich und erschoß die Mutter des Mädchens, die Aufwärt eri n Schultheiß. Tann sprang der Täter aus dem vierten Stock in den Hof hinab, wo er mit zer­schmetterten Gliedern liegen blieb. Ec starb auf dem Wege nach dem Krankenhause. TaS Motiv der Tat ist Eifersucht.

deS Grobherzogs Wilhelm von Luxemburg, zu Nassau, eine Hoftrauer vom 25. Februar bis eriihcfjlid) 2. März angeordnct.

Eine öffentliche Sitzung deS Provinzial-

dröhnt, t, "bl-sen und bie

J anbet er jeF r :ffurt®ie&enr

Vor nutzlosen Nacnobmuneen sei drin।end gewarnt ---

Otto Reichel, Bl'll"$.0.

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m Offenbad), 28. Febr. Eine Milchfälschungs- g e f di i di t c beschäftigte gestern da» Lfsenbacber Schöffengericht. Ter 62jährige Niilchhändler Lorenz Väth betreibt in Gernemschast mit seinen beiden Söhnen einen Milch-Großhandel, in dem täglich 2000 Liter umgesetzt werden. Er und seine Söhne wurden mehr­mals erlavvt, wie sie Magermilch der Vollmilch zusetzien. Tie drei hatten sich daher wegen Nahrungsmitleliälschung zu verant­worten. Nach der chemischen Analyse wurde sestgeslellt, daß die Milch teilweise nur einen Fettgehalt von 1,7 Prozent auswies. Nach längerer Beratung erkannte daS Gericht auf je 3u0 Mk. gegen den Vater und den Sohn Gregor und 60 Mk. gegen den Sohn Johann.

Kleine Eageschronik.

Tu Erdbebenwarte Darmstadt-Jugenheim regi­strierte am Montag abend 9.33 Ubr ein Erddeden, das auf ber Bal'.anbalbinsel ftattgefunben da.. Nach einer Meldung aus Belgrad wurde es dort ai# em starkes Nahbeben oen.cicvnet Ter Herd des Bebens dün'tc etwa 300 Kilometer von Belgrad entfernt sein

In Neufirchen bet X'allc mürbe der trorfter ten8 bei der Bersolguna von Wilddieben aus dem Binterhalte n 1 e ber­ge s ch 0 s s e n. Mehrere Schüsse durchbohrten die Lunge, ^er Beamte hatte zuvor einen Trobbnef erhalten

21ns Stadt und Land.

Gießen, 28. Februar

-» LageSkalenbersür Mittwoch, 28. Februar.

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>yk IV ^'.1.1^Ausschusses findet ain SamStag, 2. März, vormittags in, warum fesTl ».1 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des jien EntierrLi I tz^s MalkinuS zu Alsfeld um Erlaubnis zum Betriebe rctfeit in Gastwirtschaft. 2. Reklamation gegen die Beigeordneten- lQ0 Heisters. 3. Klage der M. O. Leo Witwe zu

3.hingen gegen die Landwirtschaftskammer wegen Heran- rung zu deren Umlagen. 4. Klage deS OrtSarmen- otrbandeS Gießen gegen den Landarmenverband

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gestrllaug von Kommt, sionen fftr die Her» Iung der Provinzial-Siechenanstalt und des i er werks Inheiden. Die Entwürfe werden genehmigt. _ i Antrag auf Genehmigung des Entwurf- der öiung über bic Dienstverhältnisse der Ange- fii(tcn der Provinz LberHessen. Auch dieser Ent- L wirb genehmigt.

** 7 Kahl von 4 Mrtgl tebern für bie - alender - lifrc 1912 unb 1913 ber Kommissionen für bie Wwaltung: a) ber Provinzial-Siechenanstalt. 8«:, Laubach beantragt Dahl burch Zuruf. Hiergegen er- M ich fein Widerspruch. Aus Antrag des Prvvinzial-Aus- C werben gewählt: Professor Dr. Biermer, Rentner L ch Emme 1 ius, Beigeordneter Keller, Gießen, und Krncr Erich Wasserschleben. b) b es Wasserwerks ii tiben. Asuch hier werben dem Antrag beS Provin-ial- W Lusses entspeechersd aewähst: Mühsenbesitzer Fa 1 ck, Fried- Io. Üürgermeister Stahl, Friedberg, Bürgermeister 2 tövier a ^ad) unb Forstmeister Dr. Weber, Konrabsdors

$ la sonstige Anträge nicht gestellt werden, schließt ber Bor- &trl>2 mit Worten bes TanfeS ben Provinzialtag.

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Rabattmarken des Vereins.

« Fraueuvorträge. Der bereits angekünbigte Bnran des Deutschen Frauenvereins vom Roten -:cuz s ür die Kolonien (Ortsgruppe Gießen) ist nun- r)r aus Montag, 11. März, festgesetzt wordem Hofrat r agen aus Frankfurt spricht über die Stellung der »au bet den Eingeborenen unserer Südsee-Kolonten. L'' Veranlassung des Frauenbundes der Deut­ern Kolonialgesellschaft wird am 14 Marz der -u.aliqc Schutztruppenossizier Hauptmann Lehner vom SOieat. 168 über feine Erlebnisse in Kamerun Art Vortrag halten. Der gestern irrtümlicherweise im Vzcskalender angekündigtc Vortragsabend im Frauen- cimmrech t s-Äerein findet erst am Dienstag, den

i.i arz, statt.

Stadttheater. Nochnrals sei darauf hingewie- ie, daß die heutige Vorstellung vonJulius Caesar" zwingenden Gründen die letzte des Werkes fern muß.

" Der Evangelische Arbeiterverein ver­glicht, wie er uns schreibt, im AnMentcil ber heutig«! fcniner das Programm des am 10. Marz, dem stiftuims» kg seiner Gesangsabteilung, stattfindenden Volks- c.iferhaltungsabends. Die Cualitat des Gebotenen, fei; die Mitwirkung des Orchestervereins bürgen den Musikfreunden für einen wirklichen Genuß.

- Till-Lahn-TaunuS-Negeldund. Die am Sonntag abgebaltene Hauptversammlung war von ben Kinds Gießen. Wteseck, Wetzlar, Eisemroth unb Weilburg sehr gut j besucht. 9116 Ort beS bteSjähngen BunbeSfe'leS wurde Weilburg gewählt. Im Anschluß an bie Tagung fand ein von dem Gießener KegelklubAlle Neune* veranstaltetes PreiSkegeln statt.

- Ortskrankenkasse. Auf Anfrage fei mitgeteilt, daß in ber letzten Zeit bie praktischen Aerzte Dr. Stein­reich unb Dr. Wagner als Kassenärzte zugelassen würben

Landkreis Gießen.

b. Allenbors a b. Lahn, 28. Febr. Ein hiesiger Hütten­arbeiter war längere Zeil krank Es war bem Arzt nickst möglich, bie Ursache unb ben §itz ber Krankheit sest-usteUen, weshalb von ihm eine Römgenstrablcn-Turckrleuchtung in ber Klinik in Gießen angcorbnet wurde Dabei ist festgestellt worben, baß ber Mann eine S11cknabe 1 von etwa 6 Zentimeter Länge im Rücken hatte, bic burch Cpcration beseitigt würbe. Dem Manne ist es unbekannt, wann unb wie bie Nadel in feinen Körper gelangte

KreiS Büdingen.

4- Bleichenbbach, 27. Febr. In einer Abend­gesellschaft fiel einem der arbeitenden Mädchen ein Garn­knäuel zur Erde. AIS sich das Mädchen vom Suchen wie­der ausrichtete, stieß es gegen die Hängelampe: die GlaS- ampel hob sich aus dem Lampcngestell heraus, siel herab zur Erde, zerbrach, und das Oel brannte lichterloh Die Mädchen flüchteten aus dem Bereich des Zimmers. Aus der Schlaf kammer holte ein besonnener Bursche eine Bettdecke, warf diese auf das Feuer und so konnte dasselbe erstickt werden: einige Augenblicke später wäre ein großer Brand unvermeidlich gewesen. Die Bettdecke ging zu Grund Auch ein auf der Bettdecke liegendes Brautkleid wäre bei­nahe dem Feuer zum Opfer gefallen.

Starkenburg und Rheinhessen. 1

w. Darmstadt, 27. Febr. Ter Landgerichtsdirektor am Landgericht ber Provinz Starkenburg, Wilh. Zimmermann, ift brüte nacht im 62. Lebcnsiahre gestorben Zimmermann war als Sohn des Hoigerichtsdirektors Friebrich Zimmermann in Gieß en ge­boren, studierte in Gießen, nahm am Krieg 1870/71 teil und legte 1872 die erste, 1874 die zweite Prüfung ab. 1880 wurde er Amtsrichter m Groß-Umstadt, 1882 in Mainz, 1888 in 2 stein, von wo er 1889 als Mitglied bes Landgerichts nach Mainz berufen wurde. 1903 wurde er zum Direktor des dortigen Land­gerichts ernannt und 1908 in gleicher Eigenschaft an das Land­gericht Darmstadt versetzt.

Hessen-Nassau.

x Biedenkopf, 27. Febr. Der Stadthaushalt für 1912 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 191 743,43 Mk. festgesetzt Zur Erhebung gelangen wie im Vorjahre 18o°o Zuschläge zur Einkommensteuer, 200®o Zuschläge zu den Realsteuern und lOOo/o Zuschläge zur Betriebssteuer. Ein Antrag des Magistrats geht dahin, die nicht mehr zeit­gemäße Erhebung von Zinsen für die Kosten der Zuführung der Wasserleitung nach den vor den Toren liegenden Häusern fallen zu lassen, weil die Leute durch das Wassergeld genug bezahlten.

Gräveneck, 27. Febr. Ein schreckliches Schauspiel erlebten gestern nachmittag die Arbeiter an der neuen Grävenecker Brücke. Zwei Leute, Albert Zanger aus Falkcnbach und Schuld aus Elkerhausen, wollten beim Ab rüsten einen Balken transportieren, als am Gerüst eine Klammer nachließ und beide mit dem Balken in die

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AuS der Hefsischen Zioeiten Kammer.

M. Darmstadt, 28. Febr Tie Zweite Äar^mcr setzte beute bie allgemeine Aussprache über ben StaatS - Voranschlag fort. Abg. Ulrich (£) findet bie Finanzlage nicht so rosig, wie sie von einzelnen Rednern geschildert wurde. Zonst werde es möglich sein, die berechtigten Forderungen der Beamten ohne werteres zu erfüllen. Die Lozialdemokraten würden m diesem Zweck auch vor einer Neuerhöbung nicht rurückschreckcn, wenn diese progressiv gestaltet werbe, so daß nur dte Reickicn davon betroffen würden. Tie Regierung sei gegenwärtig bloß die Geschäftsführerin der siaatserhaltenben Parteien Wenn erst einmal die Sozialdemokratie bic Mehrbett in der Kammer bade, werde diese tue am meisten staalserbaltende Pattei sein. Die Entwickelung gehe in ber Richtung des soziali^ I inus voran. Der Redner spricht bei Schluß ber Redaktion uo® weiter.

Lohnbewgung im Schneidergewer b e.

Berlin, 28. Febr. Eine VettrauenSmännerversammlung des deutschen Schneide rverbandeS nahm gestern abend zu den gescheiterten Verhandlungen in Fra n k für t am Main Stellung. Der Vorsitzende teilte mit, daß am L März auch in Berlin die Arbeit einzustellen fet Da mit itner langen Tauer des Kampfes zu rechnen fein wird, wtrd in der ersten Woche keine Streikunterstützung gezahlt, und bic in Arbeit stehenden männlichen Verbandsmitglieder haben vom 1. März an doppelte Wochenbeiträge zu leisten. Sämtlichen Arbeitgebern wird der Tarifvertrag übersandt, der in einiger Punkten von den üblichen Forderungen des Verbandes abweichl und mehr den Zugeständnissen der Arbeitgeber entspricht. In allen Geschäften, bie biefen Vertrag nicht anerkennen, wird du Arbeit eingestellt.

(Ml Offenbach, 28. Febr. Die btengen organisierten Schneider beschlossen, am Donnerstag abend bie Arbeit einzustellen.

M. Offenbach, 28. Febr. Jrn hiesigen national» liberalen Verein sprach gestern abend Svnbikus Dr. ©trefemann über bie politische Lage. Jrn Anschluß an ben Vortrag wurde eine Entschließung angenommen, in der bas Ein­treten nationalliberaler Abgeordneter für bie Wahl BcbelS als Reichstagsvräsident bedauert unb dem Abg. Bafserrnann bas Ver­trauen ausgesprochen wird. In einer weiteren Entschliebimg wurde dem Fabrikanten Böhm bie Zustimmung beS Vereins zu seiner politischen Stellungnahme ausaesprochen.

Herne in Westfalen, 28. Febr. Gestern wurde auf der ZecheM ontvinis" sämtlichen Sckwchtlöhnern über und unter Tage durch die Verwaltung bekannt gegeben, daß vom 1 März ab ber Lohn um 20 Pfennig für bie Stunbe erhöht wird. Außerdem wird gemeldet, in ben AuSschußs,Hungen einer Reihe von Zechen sei ebenfalls eine Lohnerhöhung als bevorstehend bezeichnet worden.

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Kausmäunischcr Verein und Ortsge- Jm Kauftn. VerernShaus sprach am ^antpalt Raab in gut besuchter Ver- ___________>rtzuwachssteuer. Rach Erläute- . - - eia einiger grundlegender Begriffe und allgemeinen »e-

QUBerorbenüi: »W tzilbtungen über Sinn und Absicht des Gesetzes führte er, etung jetzt ert l-f ^^sachen Beispielen ausgehend und allmählich zu l.Friedbera- Origen Fällen übergehend, an der Hand von Skiz-en, : Ll 2 Teilen und Berechnungen, bie er zur besseren Veran

' Hmlichung entivorfen l)>atte unb auf Schultafeln vorzeigte, M^^uhörcr in bic Gcunbzüge bes schwierigen Reichs «Vachssteuergesetzes unb in bas Verständnis ber nötigsten, zum Teil recht komptizierten Einzelbesttm- Bingen bes Materials ein. Es kam auch bie Gießener Lnsfatzung mit ihren Zuschlägen zum Gemeinbean-- & an ber Zuwachs steuer zur Besprechung, unb nach etwa 1 Jriinbigcm Vortrag schloß Rechtsanwalt Raab seine mit tttaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen, mit bem IMnsch, man möge keine maßlose Kritik an dem Gesetz flkn unb feinen loyalen Tenbenzen bie Anerkennung nicht Ittfaflcn, vieNeick)t sei die Wirkung boch nicht so schlimm, re sic von manchem vorausgesagt werde.

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