Ausgabe 
25.5.1912 Erstes Blatt
 
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Verirrung.

Fahrlässige Tötung.

migt

Kreis Büdingen.

Au» Statt und Cant«

ließen, 25. Mai 1912.

Pfingsten.

ES war einmal ein junger Mensch, der fyattc viel vom heiligen .Geiste gehört, und wie wieder einmal Pfingsten Heran,lahte, beschloß er, sich umzuschauen, ivo er den l>ei- ligen Geist finden könne. Er nahm ein theologisches LelMuch zur Hand und studierte es mit Ijcißcni Bemühen. Er fanb in ihm die 5>äßc:Der heilige Geist ist das Prinzip der subjektiven Heilsvermittlung. Seine innergöttliche Stellung bestimmt ihn dazu, gleichwie den Sohn seine innergöttliche Stellung zur Menschwerdung bestimmt hat. Vermöge seiner trinitarischen Stellnng kommt es dem heiligen Geiste zu, alles, was vom Vater gewollt, durch den Sohn in das objektive Dasein vorausgesetzt wird, in die Einheit mit Gott einzuführen, insbesondere den Gegensatz zwischen der persönlichen Kreatur und zwischen dem «chöpscr durch seine Immanenz in ihr zu vermitteln." Da packte der Ara.nn, der dies las, das Bilch Ulld nxtrf es voll von Ingriimn in deil Winkel. Einige Zeit f pater wurde ihm von einer srommen Versammlung gesagt, in der ixrs Walten des heiligen Geistes deutlich zu spüren sei und das Psingst- ereignis sich gewissermaßen erneuere. Er ging hin und merltc bald, wie hier die Stimmung bis zur Fieberhitze gestiegeil war: er lsörte, wie die Redner, die der Reihe nach sprachen, so taten, als ob für sie und zwar für sie allem ein Thron im Himmel bereitet sei, und wie sic über die, dle anders dachten, mit gehässigen und höhnischen Wor- teil aburteilten. Da fiel dem lungen Manne das Wort des Apostels Paulus ein: Die Irucht al'er des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, und er ging betrübt von dannen.

Wie er älter wurde, zog das Leben in wechselvollen Bildern an ihm vorüber. Er hörte, wie ein Kind am Abend vor dem Schlasengehen betete. Den ganzen Tag war es bescl-ästigt gewesen. Tie Schule hatte chr Recht gefordert, dann kam das sröylicl-e Spiel bis zur sinkenden Sonne. Run lag das ;Rnd in seinem Bette und sprach mit ge­falteten Händen - Müde bin lch, geh' zur Ruh', schließe beide Augen zu, Vater laß die Augen dein über meinem Bette jein. Hab ich unrecht heut getan, sieh es, lieber Gott, nicht an, deine Gnad und Jesu Blut macht ja allen Schaden gut. Schlicht und herzlich klangen diese Worte durch das von der Abendd<inmlerung erfüllte Zimmer, dann schlief das Kind ruhig ein. Und der suchende Mensch sah in einem Krankenhause einen Familienvater, der einer Operation aus Leden und Tod entgegenging. Der Kranke war nichts weniger als reich, seine Familie lebte von dem, das er verdiente, aus dem kleinen Wohnhause ruhte eine Hypothek, die Frau war kränklich, uird die vier Kinder noch unerzogen. Aber der von so schiveren Sorgen ge­plagte Mann ivar ruhig und gesagt, er nahm, ebener in den OLtirauoiisiagl ^ejuhri wuroe^ AhichuÄ von Cyyi Stuten

Ausland.

Einer Pariser Zeiiungsmeldung zufolge, tragen sich einzelne s r a n z ö s i s ch e P a r l a m e n t a r i e r mit der Ab- sicht, im Hinblick aus die deutsche Heeresvermehrung den .Antrag e i n z u b r i n g e n, daß für die Kavallerie und Artillerie die d r e i > a h r i g e Dienstzeit wieder e i n g e f ü h r t wird, da hierdurch der Bestand der berittenen Truppen erheblich verstärkt werden könnte. Die Verlegung des Grundsatzes der Gleichheit könne viel- leicht dadurch gut gemacht werden, daß man den Kavalle­risten gewisse En l s ch ä d i g u n g e n , z B. eine flß r ä mic von 800 F rancs, gewähren könne, die aus ihre drei­jährige Dienstzeit verteilt würden. Dieser Vorteil würde viele junge Leute bestimmen, sich freiwillig zu den be­rittenen Truppen zu melden.

Die L^ahl D e s ch a n e l s zum s r a n z ö s i s ch e n Kam­merpräsidenten wird von der Pariser konservativeii und nationalistischen Presse mit großer Befriedigung aus- genomnien, als ein Beweis, daß der radikale Block entgültig zerbrochen sei. Es ist bezeichnend für die heutigen poli­tischen Zustände in Frankreich, daß die Sozialisten dem gemäßigten D e s ch a n e l ihre Stimmen zusamnien mit der Reaktion gaben nur deshalb, weil Deschanel Anhänger der B c rhältnis w a h l ist. Der neue französische Kam­merpräsident ist ein Sohn des bekannten sranzösischen Schriftstellers und Politikers Emile Deschanel, er ist JG Jahre alt und gehört der Kammer seit 1881 an. Er nahm unter den gemäßigten Republikanern Platz und machte volkswirtschaftliche und auswärtige Fragen zu seiner Spezialität. Man weiß, daß ihm jüngst vom Minister- präjideuteu die Botschaft in Wien und auch die in Peters­burg angeboten wurde. Er hat sonwhl 1898 als auch 1901 den radikalen Brisson aus dem Präsidentenstuhl der Kammer verdrängt.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 24. Mai.

108 Vorstrafen _

hat der Bäcker K. H. von Breslau, der wegen Sittlichveitsoer-, brechens und Bettelns, deren.er sich int April d. I. in Ebcrstadl chuldig gemacht hatte, zu 6 Monaten Gefängnis, 4 Woclren Hai: und zur Ueberweisung an die Landespolizeilxchördc verurteilt wurde. Die Untersuchungshaft wurde ihm, da er geständig war, ungerechnet.

Jugendliche Brandstifterin.

Die 16 Jahre alte Tienstmagd L. R. von Dauernheim ba^ an zwei kurz auseinander folgenden Tagen im März d I inj Gcbäulickckeiten ihrer Dienstherrschaft Brand angelegt, ivaöurfl Ihrem Dienstherrn ein Schaden von etwa 25 000 Mk. eiu stand, AbS Gruiw gibt sie schlechte Behandlung an. Das Geriäst ver­langte eine Gesamtgefangnisstrase von einem Jahr drei Monmcn über sie. Zugute gehalten wurden ihr ihre Jugend und bu im: der Geschlechtsreifung offenbar in Zusammenhang stehende Geistes

D1O0 Mk. ab. Daoideaermciüer Glanz hak tmeberboft tut Gesuch um Zuführung der Wasserleitung aus städtische üofkn nach seinem neu zu erbauenden Wohnbauic eingereicht. Da fit Straße zur allgemeinen Bebauung noch nicht eröffnet ist. icbni der Gemeinderat das Gesuch ab. Ebenso wird dessen Gc«uch unt Abänderung des vöhenplanes absckläglich beschftden. Der (?*. meinberat siebt auf dem Standpunkt, baß die Straße nach dem genehmigten Höhenplan zweckmäßig projektiert ist und daß nten nickst auf die Sonderwünsche eines Einzelnen Rücksicht nehmen könne Tic Bewohner der Gymnasium st raßc batten die Stadtvertretung erpicht, bei trockener, heißer Jahreszen iür eine Begießung der Straße zu sorgen. Ter Gemeinderat gibt zu, daß der Staub lästig sei, ist aber der Einsicht, daß man in einer kleinen Stadt wie Büdingen solch teure Maßnahmen nicht treffen könne. Tie Bewohner sollten die Bekanntmachung der Bürgermeisterei befolgen und vor ihren Häusern die Straße öfters begießen. Tas Gesuch wird abgelehnt. Tie Jndunrielebrerm bittet um Beschaffung von Lehrmitteln. Tie KreisschulkommiGwii hat die Anschaffung empfohlen. Dem Gesuche wird stattaegeben und die Anschaffung beschlossen. Ter in der letzten Si^ung genehmigte Vertragsentwurf zur Anstellung des Gasmeisters wird von diesem nicht angenommen. Daraufhin wird Gasmeister Ar- beiger nicht angestellt, sondern nur vorläufig bis zu einem Jahre als Gasmeister angenommen.

KreiS Lauterbach.

Lauterbach, 24. Mai. Wegen Errichtung eines Schwimmbades fand gestern abend im Saale zum Johannes - berg eine Besprechung statt. Kreisrat Bechtold erklärte die Lage des Bades. Es soll an der Straße Lauterbach-^Tirlammcn am Grabenwiesenteich angelegt werden. Im Voranschlag waren vorgesehen für Materialien usw. 2800 Mark, für ein BadchL^'cn für Richtschwimmer 680 Mk. und für ein Badebäusaien 800 Ml. Zusammen einschließlich sonstiger Unkosten 4630 Mk. Tavon gehen ab 1500 Mk. aus sreiwilligen Stiftungen. Die Differenz soll ans weiteren freiwilligen Stiftungen und Mitgliederzahlungea ausgeglichen roerbat.

KreiS Friedberg.

L. Friedberg, 24. Mai. Unter großer Beteili­gung wurde heute nachmittag Kommerzienrat Fer 1, ch zur letzten Ruhe bestattet. Kränze wurden nicjcrgelegt von der Handelstammer Friedberg, dem Detail listenverein, dem Personal des Geschäftshauses usw.

Starkenburg und Rheinhessen.

! Mainz, 24. Mai. Hier wird die Erhebung einer Ge­bühr für die Müllabfuhr geplant. Tie Steuer soll tarn nächsten Jahre an zur Einführung kommen. Am hiesigen Pla^ dürfte der A u s st a n d der S ch i f f e r seinem Ende entgegen gehen. Mehrere größere Firmen Haven die Forderungen der Streikenden genehmigt.

Heppenheim a. d. B., 24. Mai. Ter seit Jahren bei dem hiesigen Spar- und Kreditvereiu angestellte Baulbeamt: Franz Höhn ist seit etwa 14 Tagen verschwunden und man hort, daß er sich nicht unbedeutende Unterschlagungen hat zu schulden lammen lassen.

Hessen-Nassau.

W. Hornburg v. d. H., 24. Mai. Jrn hiesigen Theater sand heute eine Wohltätigkeitsvorstellung zum Besten der neuen Abteilung Homburg und Umgebung des unter dem Proteft torat der Kaiserin stehenden Deutschen Frauenvereins vom Roten Kreuz für die Kolonien statt. Zur Aui- sührung gelangte ein dreiaktiger SchwankTalolo" (Samoanisch^ Liebeswerben). I

H. Büdingen, 24. Mai. GemeinderalSfiVung. In der heutigen Sitzung, in der Bürgermeister Fendt, Beigcocd- neter Toner und neun Gemeinderaismitglieber anweiend waren, wurde vor Eintritt in die Tagesordnung der Voranschlag der Voder en Mädchen schule unterzeichnet. Er ichttetzt mit

und sprach: Was mein Gott will, gescheh' allzeit, |ein WiN' ist stets der beste. Wieder einen anderen lernte der Menscy, der einst in Büchern und frommen Versamm lungen den heiligen Geist gesucht hatte, kennen, der war lochbegabt, ein geschickter Agitator, ein trefflicher Organi- alor, aber es ging ihm schlecht, er hatte ein kleines Ein- ommen und war von Schulden gedrückt. Ta wurde ihm eine glänzend dotierte Stelle angeboten, volle Freiheit solle er haben, nur das eine wurde ihm zur Bedingung ge­macht, er müsse anders reden als seither und seine scit- Ijcrigen Gesinnungsgenossen bekämpfen. Ta ging dieser Mann mit sich zu Rat, und das Resultat seines Nach- enkens war: ich will ein ehrlicher, ausrechter Mensch blei­ben, mein Gewissen soll mich vor Gott nicht anklagen. Und endlich fand der den heiligen Geist suchende Mensch eine Mutter, der ein schweres Tagewerk aufcrlcgt war. Sie hatte einen Ehemann, der heftig und leichtsinnig war, aber sie lenkte ihn mit freundlichen Worten; wenn er nach Hause kam, so war die Wohnung in Ordnung, die Kinder waren reinlich gekleidet und saßen bei ihren Schul­aufgaben. Wenn später alle zu Bett gegangen waren, o saß die Mutter beim Scheine der Lampe und nähte für sie Ihrigen; an Sonntagnachnrittagen las sie in ihrer Bibel und ließ gern die Heilandsworte auf sich wirken, ic von der Selbstverleugnung und vom Tlenen handeln.

Nun wußte der suchende Mann, wo heiliger Geist zu inbcn war, und indem er sich vornahm, dem Beispiel aller dieser Geistesmenscben, mit denen ihn Gott in seinem Leben zusammengeführt hatte, nachzueifern, wurde es ihm ge­wiß, daß der heilige Geist angesangen hatte, auch an seinem Herzen zu arbeiten. H B.

**TageSkaleuder Kinematograph: Täglich Vor- UQung.

Biograph: Täglich Vorstellung.

Ri ilitär konzert am TienStag nachmittag 4'/. Uhr aiü der LiebigSböhe.

GemäldeansstellungdesKunstvereinSim Turm­haus am Brand. Geösfnet täglich (mit "Ausnahme von SamStag), von 111 Uhr, Sonntags von 113 Uhr.

Museum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geöffnet Sonntag vorminags 111 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen von 111 Uhr vormittags

legung des Relchsstempelgesetzcs. die Vorlage betreffend die Stempelabgabe für vorn Ausland auf das Inland gezogene Wechsel, die Vortage betreffend die Grundsätze für die Festsetzung des Turchschnittsertrages der Zuwachs­steuer für entschädigungsberechtigte Gemeinden, die Vor­lage betreffend Ausdehnung der BundeSratsbeschlulse am «. Mai 1905 und *. Mai 1906 auf das Vensionsverhältnis der Rektoren, Elementarlehrer und Lehrerinnen bei der Heeres- und Marinevcrwaltung.

TieRordd. Alla. Ztg." meloet: Die Betriebsein, nahmen der preußisch hessischen Staatseise n- hahnen betrugen im April 1912 gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 2.0 Mill. Mk 3.61 Proz., im Güterverkehr 8.7 MM. Mk. = 7.62 Pro­zent, insgesamt nach Abzug ocr Mindereinnahme aus den -sonstigen Quellen 10.6 Millionen Mk. - 5.92 Prozent mehr. In Betracht zu ziehen hierbei ist, daß der April 1912 einen Sonntag weniger und einen Werktag mehr hatte als im Vorjahr.

In der württ em bergischen Zweiten Kam­mer wurde am gestrigen Freitag von der fortschritt­lichen V o l k s p a r t e i folgende Anfrage gestellt:Ist die königliche Staatsrcgierung bereit, darüber Auskunft zu geben, wie weit in der Tonauversickerungs- trage die Verhandlungen mit Baden gediehen sind, ins­besondere, ob zu erwarten ist, das; die badische Re­gierung die Zuleitung von Donauwasser aus wurttem- bcrgischcs Gebiet in einer Menge, die zur Beseitigung der bestehenden Mißstände auSreicht, bewilligen wird; fer­ner, ist die königliche Staatsregierung emschlossen, die Entscheidung des B u n d e s r a t s anzurufen, wenn nicht in Bälde eine Einigung erzielt wird?"

DieKreuz-Zeitung" teilt mit, baß mit Rück­sicht aus gewisse Aendcrungen, die die Gesct-äftsbetriebe derKreuz Zeitung" und zugleich die Stellung des Ehes- rcdakteurs berühren, der jetzige Eh e f r c b a ft c u r des Blattes, Ministcrial Direktor a. D. Dr. Hermes aus seinen Wunsch demnächst aus seiner Stellung scheidet.

** Ordensangelegen heit. Der König von Preußen hat dem Generalmajor von Etzel, Komman­deur der 75. Jns.-Brig., die Erlaubnis zur Anlegung des Komturtreuzes zweiter Klasse des Verdienstordens Phi­lipps des Großmütigen erteilt

** Nation al-Flugspende. Bei unserer Ge- chästsstelle gingen ferner ein: Dr. St. 2.00, Frau Pros. Z. 20.00, Obersekunda des Realgymnasiums 22.80, H. G. 5.00, Dr. Lejeune 5.00 Mk. Zusammen 54.80 Mk. Be­reits quittiert 826.30 Mk. Insgesamt gingen ein 881.10 Mark.

* Aus dem Militärwochenblatt Zn Leutnants der Res. wurden besördert die Vizefeldwebel Lange (I Ham> bürg), des Leibgardb-Jns.-Regs. (1. Hess.) Nr. 115; Becker (I Hamburg), des Inf. Regts. Kaiser Will)elm (2. Hess.) 9tr. 116; zum Oberleutnant Klein (Wiesbaden), St. der Res. des Jns.-Lcib- rcgimcntS Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117; zu Leutnants der Res. die Vizescldwcbel Schuster (I Tarmstadt), des Jnf.-Rcgts. Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, Muhl (I Tarmstadt), des Im. Regts. Prinz Carl (4. Hess.) Nr. 118; der Abschied bewilligt A! eher (I Tarmstadt), M ünch (Wetzlar), Oberlts. der Landw. Inf. 1. Aufgebots, Wenzel (Gießen), Oberlt. der Landw. Kav. 1. Aufgebots, letzteren zwei mit der Erlaubnis zum Tragen der Landw. Armee-Uniform, G i l d e m e i st e r (I Tarmstadt), Ober­leutnant der Landw. Feldart. 2. Aufgebots, Plagge (II Tarm- labt), Lt. der Landw. Inf. 2. Aufgebots; zum Stabsarzt befördert der Oberarzt d. Res. Tr. Ulmer (Wetzlar) und der Oberarzt der Landw. 1. Aufgebots Dr. Schlick (Worms).

* Getreideernte-Ertrag in Hessen. Rach einer Zusammenstellung, die auf der Großh. Zentralstelle ür die Landesstatistik gemacht wurde, beläuft sich bei einer Anbaufläche von 213 018 Hektar im Jahre 1911 der Er­trag der fünf Fruchtarten, Weizen, Spelz, Roggen, Gepstc und Hafer aus mehr als 41/2 Millionen Doppel­zentner, die einen Wert von nahezu 91 Millionen Mk. darsteNen. Der Hektarertrag berechnet sich auf 211/2 Dop» petzentner und der Ertragswert pro Hektar auf 427 Mk

** Der Zirkus May nrußte eine Verschiebung seines hiesigen Gastspiels cintrctcn lassen. Nach neuer­lichen Verhandlungen ist dem Zirkus May der Oswalds garten zum Aufstellen seiner Zcltaiilagen frei gegeben worden.

" Das Verzeichnis der Fernsprechstellen in Gießen, das von der Firma Ernst Balser seit Jahren herauSgegeben wird, liegt in einer neuen Ausgabe vor. Auch diesmal wieder zeichnet sich das Verzeichnis durch seine lieber- sichtlichkeit auß. Namentlich wird eS von allen Benutzern angenehm empfunden werden, daß die Llnschlüsse^ mit zwei ober mehreren Bezeichnungen au verschiedenen Stellen zu finden sind. So steht z. B. Nr. 51 unter .Brühl'sche Druckerei* und unterGießener Anzeiger* (Expedition und Verlag).

** Gießener Hundezucht. Auf der großen P a - vifer Hundeausstellung erhielt der aus der Schwan- scheu Zucht stammende Pinscher Farand de Gießen Nr. 331 (Besitzer Herr Berthold Michel in Paris) den ersten Preis.

Landkreis Gießen.

s. Lollar, 24. Mai. Geilieiiiberatssitzung. An­wesend sind: Bürgermeister Schmidt, Beigeordneter Ger- lach, die Gcmeinberäte Rrngleb, Forbach, Back, Schupp, Schmitt, Romer und Hofmann. Weber und Erdmann find entschuldigt. Die Feldbereinigungskosten in Höhe von 94800 Mk. werden von der Gemeinde übernommen, und mit 1H,prozentiger Abtragung, die zirka 35 Jal>re in Anspruch nimmt, durch den Gcmei.ndeeinnehmer von den Grundbesitzern erhoben. Der Quadraiineter Bereini- aungskosten ftdlt sich auf ungefähr 3 Pfennig. Die Baufluchtlinie am Klmgelsberg wird genehmigt. Tic diesjährige Heuernte für das Faselvieh wird an L. Hof­mann V. und Karl Gerlach zu dem eingcreiditcn Preise von 8 Mk. für je 1000 Quadratmeter vergeben. Die Bebürfnisfrage zur Wirtscyastskonzession des August Morn- Verger wird verneiitt. Römer befirrwortete bas Gesuch, die Bersarnrntung war jedodi gegenteiliger Ansicht Tas Baugesucb der Eisenwerke Lollar, das eine Erwei­terung der Stcffclanlagcn, sowie den Bau eines neuen, 60 Meter 1-ohen Kamines vorsieht, wird geneh-

Der Weichensteller St. in Hirzcicham ist an geklagt, bunti "Fahrlässigkeit im Dienst den Tob des Bahnarbetters Rud. Nage! verursacht zu haben. Er soll, als Fahrdienstlefter auf Dem Babu> Hof zu Hirzenhain beim Rangieren nicht genügend aufgepaßt babat Die Verhandlung ergab, daß dem AilgcÜagten Line ^luilb ju- zmncssen ist. Das Gericht gelangte daher zu einem Freispruch und übernahm auch die Kosten der Verteidigung auf die Staatskasse

Wegen Erregung öffentlichen AcrgcrnisscS begangen am 25. Älpril d. I. durch Vornahme unzüchtiger £?anfr Imrgeu iin Philosophenwald, ist der Ehauftcur H. D. in Gicsvr. aiigctlagt. Trotz Leugnens wird er überführt und da er wegen bc gleichen Vergehens bereits viermal vorbestraft ist, zu 6 M 0nate r Gefängnis verurteilt.

Diebstahl und Hehlerei.

Der in Diensten einer Kölner Firma stehende Arbeiter I. 8B war im Otto der v. I. zu Bad^dtauhcim an dem Neubau des Grant» Hotel beschäftigt, als ihni eines TageS angeblich das Geld iortfam In dieser Verlegenheit rics er den vorbeifahrenden Händler "b B an und bot Uebcrreftc eiserner Träger zuni Kauf an. B. gma darauf ein, gab ihm 1,20 Mark für das Eisen und Derftatic 9I in der Nähe der Baustelle, um cs später abzuholcn. Ta bu Voraussetzungen des Rückfallsdicbstatzls bei W. gegeben find, war er zu der gesetzlichen Mindcststrafc von 3 Monaten Gcfängnä verurteill. V. erhielt wegen Hehtcrei 14 Tage Gefängnis, oxl- Gericht empfahl jedoch crstevem, im Gnadenwege eine HerabicMai der Strafe zn erwirken.

Eine unsinnige Wette.

Am Abend des 10. März b. I gingen in einer Wirtschaft £ Rodhcim v. b. H. der Maurer S. R. und der Taglöhner L. £ eine Wette ein. ES wurde verabredet, daß der, öa in emo: Stunde am meisten 1 rücke, die ganze Zeche und dem anderen n^j eine Mark bezahlen sollo Da ein Dritter dem H. beim Truue- hals, entspann sich ein Streit, der sich auf der 5uaw und wobei auch das Messer gebraucht wurde. Die Angckla^ I. R. und N. W. wollen ui 9Lotwehr gehandelt haben. Da» Gericht war der Meinung, daß eine Schuld der -lnge^-tr- nicht ausreichend klargestellt sei, und sprach sie deshalb von eau. und Kosten frei.

Erfolglose Berufung.

Dic Blnmcnbinderin M. Sch. ans Hamm i. ®. ®ai f** September bis Tezember v. I. in einem hiesigen BlluncngeiS- gegen ein Monatsgedall von 120 Adrrk als Kassiercru» ww und beging in dieser Zeit eine Reihe von IImcridMo^ungflU sie vereinnahmte Kundcngclder für sich behielt. Ta sic ocr vorbestraft iit, bekam sie von dem Schöffengericht Gietzeo Tage Gefängnis. Ihre Berufung gegen dieses Urteil wuroe warfen.______________________________________

Das Müllheimer Eisenbahnunglück vor Serichl.

Q Freiburg i. Br, ^4.

Nack: Eröffnung der heutigen Sitzung wurde ,:inächst di« sage des kommissarisch oernommenen Studenten -Lcyserl Tresden verlesen Sodann wendet sich der Angtklagte r

I 'N längeren Ausiubrungen gegen btc B oauprungea 0 r I jchilli, daß er unkollegial, streng und geschwätzig \cv

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