Erstes Blatt
162. Jahrgang
Samstag, 25. mal tvi2
General-Anzeiger für Gberheffen
m. 122
WGietzener Anzeiger
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Nolotwnrönick und Verlag der vrüstl'lcheii Unio.-Buetj. und Steinöruderel R. fange. ReOalfton, «rpeöitton und Drudcrei: Schulftratze 7. Ä-.11® «s’.r'V' 'S'* bis vonnitlaqä 9 Uhr. Büdingen: Scrwfpreditr Nr. 269 SefchLftzftellc Bahnhofstraße 16a. Änzeigenteü: H. Beck'.
Die heutige Nummer umsatzt 16 Seiten.
Pfingsten!
Girren, 35. Mai.
Akte unsere kirchlichen Feste lvcrdcn von einer „Freude Hochgefühl" getragen: die christliche Weltanschauung soll in nichts Niederbeugendes oder Fatalistisches haben, nric die großen Rcligionslehren des ästens. Wir feiern keine Abkehr dom Leben, und der Hauch der altbelebcnden Natur beseelt die Bilder unseres kirchlichen Gedenkens. Seit Goethes Sonnentagen nennt man P s i n g st e n das l i c b - iche Fest: gerade seinen Eintritt begleitet ein iveltlich roher Geist. Die Natur rauscht in ihrem schönsten und »eiterslen Farbenkleide Aber unter ihrem Geloande tragt ie auch das laut und frisch pochende Herz Sie hegt nicht mehr nur Bildung und Streben, sondern sie hat cs bereits |u einem Glanze non Vollkommenheit gebracht in der Ent- picklung des jungen ÄrünS und der hoch ragenden oder keschaulich träumenden Blntenpracht. Fast möchte man sich nicht mehr damit begnügen, den Tag nur lieblich zu rennen. Ter beste Abglanz der Seeligkeit himmlischer Vcr- bcißungen gemährt uns mehr, als einen freundlichen .Anklick, und wenn lvir am Pfingstfest den Blick voni Erden- gewühl abwendcn, dann riesel: uns durch die uns überragenden Naturwunder das köstlichste Erdenglück in die Seele. „Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein! Du steift der Erde, bist mir näher " Und wir klagen nicht, daß eS, ach, ein Schauspiel nur sei, denn wir wissen cd, daß die freundliche Botschast des Sommers sich immer erneut lind wie der Pfingstgeist alljährlich neubelebend und er- tuickend uns weiter führt.
Der Pfingstgeist ist seit jenem Tage, da die Jünger lhristi den zu Jerusalem Versammelten mit feurigen Zun- }en die neue Lehre predigten, oft falsch verstanden worden. Jit Gewalt und Terrorismus suchte man da die Gläubigen & zu gewinnen. Den blutigen Glaubenskriegen, die die Völler untereinander führten, sind wir ja heute glücklich entrückt. Jbrr die zehrenden Glaubenskriege der Parteien im Innern I sind fast noch schlininter, und es erl-ebt sich die Frage, jD der Pfingstgeist etwas an sich haben soll noit der , politischen Spekulation, die ja den Menschen so sehr in ihren Bann zu schlagen verinag. Wir glauben es nicht, ' daß der Schöpfer der christlichen Religion das gebilligt . haben würde. Er predigte: Seelig sind die Friedfertigen, | hie reinen Herzens und geistig arm sind; ihrer ist das I Himmelreich. Heute aber wird Religion und Politik leider I nur allzusehr miteinander verquickt. Und die Politik in I ihren schlechtesten Formen, mit stumpfsten und plumpsten I Mitteln, arbeitet an der „Erziehung" der Menschen. Da ! ist es wirklich ein Bedürfnis, zu der reinen, unmittelbaren s Offenbarung, zu der die Natur uns das schönste Gleichnis gibt, zurückziltehren.
Auch die 110 Genossen im Reichstag sind eifrig bemüht, i^llc Welt" von der Richtigkeit ihres Glaubend zu überzeugen. Und der „Vorwärts" predigt heute auch mit feurigen Zungen, indem er vom letzten Sitzungstag des Rcichs- -ags berichtet: wie der Genosse Ledebvur „all sein schweres beschütz gegen die Burgen des persönlichen Regiments spielen ließ", wie „der hin und herwabernde Jupiter auf dem Lrästdentenstulst mit den Donnerkeilen willkürlicher Ordnungsrufe dazwischenfuhr", wie der Reichsparteiler Schultz
• melancholischen Eulenaugen einen letzten hilflosen 1 !31id in den Saal ioarf", wie der „Fleischgcwvrdenen Hilf- ■Oo)igfeit" des Kanzlers „nur ein llanglos Wimmern Den
(Ein Idyll aus dem Rigaischen Inselkriege.
Eme heitere kleine Episode aus Der Geschichte der itültemidjen ] ^.Eroberungen" im Aegäischen Meere erzählt der Ibrieaskorre- u 'pondenl Parlv Sarfoglio in der Slamua. Durch einen Zufall hotte ■ bet Korrespondent an Bord eines ariechischen Handelsdampfers die I Kleine Insel Le ros bereits einige Tafle vor der Besetzung durch die .Italiener besucht Auf Leros gibt cd nur ein Neines, unbe- « eutcndes Fischerdorf, und die tiirlndie BesaMng, die nut dem I Sorbrüigeit der Italiener im Aegaisclrcit Meer vonr Londe völlig s Jbflcidyutten ivar, bestand nur aus ein paar Mann. Die ackeren Hriegcr, die weis; Gott sdpin wie lange vergessen und ^Nassen ans dem öden Eiland hausten, waren iid) natürlich dar- 4Ltr klar daß sie, wenn uid)t heute, dann std-er morgen ihr k i land irgendeiner italicnifdxm Landungsabtrilung übergeben Jiufeten, waS inzwischen ia auch gesdwlten i|t Allah batte vor- ' jcjien, seinen Söhnen Kanonen zu sd-eicken und aud) mit der Munition modne es bei dieser kleinen, verlassenen Schar nicht iUm besten bestellt getvesen sein.
Als Sarsoglio die einsame Insel besudüe, bockten die paar Soldaten trübselig aus der alten, lsalb verfallenen kleinen Festung, ,-c noch aus den OManuagen Venedigs llanimt imd auf einem Arisvorsprunge liegt. Von hier beobachteten sie das Meer, und
Clejubl ihrer Wehrlosigkeit zog sich der Trupp stets schleunigst ■niüd, wenn am Horizont der Rand) eines Dampfers jidübar ^nrde oder ein italienisches Torpedoboot vorüberfuhr. Erst wenn ec dann sahen, daß bad Torpedoboot l'idi nidyt im geringsten nm ihre Insel tümmerte und ruhig weiter glitt, kehrten die^rmen .*ic rle ein wenig zögernd in ihre „Festung" zurück. „Vom -tainp* ‘er aus habe ich eine dieser Izastigen Fluchten nui angesehen, 'ht ivenigen Soldaten hatten unseren Besuch zwar trennbhd) rntpfangen, aber unsere Amvesenheil erfiülte sie mit bereditigicr lxaidibeiinid)tcit. Unser griechischer AVapitan batte ml) den Wm r.lrubt, dem Sergeanten zu erzählen, wir seien illllienische Cm pe re, bie gekommen seien, um sid» die ge.ngnete ■stelle für ine l uorstelzende Landung in aller Ruhe einmal anzujeheii. .'In * errb hatte ein i von mir seinen li:u i
Apparat stellen, und die guten Türken, die eine joldie Maschine ■M) nie in ihrem Leben gesehen hatten und die bildende Leimung itrr Linse aus sich gerichtet sahen, machten immer einen voriich jligitn Bogen, svenii sie dieser geheiiilNisvollen Piaickine nalK Linien, tim 'JZad)mutag tarn bann am Horizont ein italienische^ Torpedo ^ovckszerstörer in Sidsl. Svsort verkrochen sich ixe „^trcülruric ton Leros" hinter den alten Festungsmauern. Mein Freund jein ächiLDawgrapyeil sprang zu seinem Apparat unb begann mH
Erz dem metallenen Munde entquoll". Dann heißt eS zum Schluß:
„Wenn aber die Sozialdemokratie floh auf diesen Erfolg in die Ferien arbeit darf, so nicht etwa, weil durcki Zufall die Ledebour, Südekum und Echeidemann erleuchtete Geister und Herr von Bethmann Hollweg rin im Finstern um herstolpernder TapS märe, sondern weil hier zwei Weltanschauungen, zwei Welten aufcinanberpralltcn, deren eine frisch und blühend und zuknnststrächtig ist uzje brausten der junge Mai und deren andere voll kalten Moders friert iric ein BeinhauS."
Diese fragmentarische Aeußeruug ist auch eiu Hauch von Pfingstgeist, freilich keiner in im screni Sinne Das viele politische Gewürz mit dem die ursprüngliche Lehre Marrens gepfeffert wird, mag wohl selbst nicht jeder Anhänger des Zukunftsstaates vertragen. Aber auch bad Zentrum, die zweitstärkste Gruppe unseres heutigen Reichstags, hat uns vor Toresschluß im preusüsckü'u Abgeordnetenhaus noch einmal den Pfingstgeist gezeigt, in denen Zeichen es die Welt zu gewinnen hofft. DaS Zentrum hat es meisterhaft verstanden, die Ausbreitung seines Christentums mit politischem Rafsinement zu bewerkstelligen. Auch aus seiner Polen Politik schauen diese Grundsätze heraus. Und hat nicht Herr Erzberger noch letzthin im Reichstag dafür gefochten, auch von der Kanzel herab dürfe Politik gepndigi werden?
Das sind die Parteien, die unserem politischen Leben heute daS Gepräge geben. Wir andern wollen lieber, nach Ledebours erleuchteter Meinung, „von Politik keine Ahnung" haben und aus den reineren Quellen des Pfingstgeistes schopsen. Wir wollen uns auch des Auf- dämmerns einer besseren Zeit freuen, die mit dem neuen „Block aller Gutgesinnten" aud der Ferne verheißungsvoll winkt. Tie (Einigung des Reichstags und der Regierung auf eine Besitzsteuer könnte vielleicht wie ein erlösender Regen die staubige Atmosphäre schlimmsten Parieigezänkes endlich reinigen. Freilich möchte man der Basserinann-Erzbergersckwn Umarmung keinen langen Bestand prophezeien „Ans der Lava, die der Berg geschieden, möcht ich nimmer meine Hütte bait’n." Doch das sind ZukunftSsorgen, die uud einstweilen die Freude an dem sich aufllärenden Pfingst Himmel nicht verkümmern sollen.
Gras vcrchtold in Berlin.
Der österreich-ungarische Minister des Aeußern, Gras Berchtold, ist am Freitag vormittag in Berlin ein- getroffen.
Der Kaiser verlieh ihm ben Schwarzen Adler- orben.
Bon einer bem Grasen Berchtold nahestehenben Per son wirb ini(geteilt, baß die Reise des Ministers nach Berlin keinen besonderen Zweck habe. Die Bei lincr Besprechungen würden deshalb auch nicht zur Bor bereitung neuer Vermittlungdversuck>e im italieni)d)rtur- kischen striege benutzt werden. Die (tzesahr einer Rückwirkung dieses strieged auf ben Balkan |ci jetzt noch weniger zu befürchten, als vor einigen Wochen.
Die Beisetzung Oes Königs von Dänemart.
Kopenhagen, 24. Mai. Vor der Ueberführung der Leiche bes Königs nach Roßkildc fand in der Schlostkirchc eine Trauerfeierlichkeit statt. Die Kerzen aller mit Flor unt- wunbenen Kandelaber waren angezündet. '?Ut beiden Seiten des Sarges hielten 24 Offiziere des Heeres und der Marine die Ehren ivadfr*. Allmählich trafen die fremden Militärdeputatumen, die
wildem Eifer und laut ladxmd die Kurbel zu drehen: er wollte diesen hastigen strategisch nicht imtwendigen Rückzug ans seine Platte bannen. Die Besdiüftiflunfl mit dieser Höllenmascknne trug dann nod) dazu bei, die „Garnison" noch mehr zu beunruhigen: sie fühlten einen zweiten gefährlichen Feind in der Flanke. Aber Allah war unserer Sache nidit hold unb bestrafte uns: der Apparat funktionierte nicht, und so fani die Aufnahme nicht zustande, wie eifrig der Operator sich mich bemühte, sich seine spür lid-en Haare auszuraufen."
Ein paar Tage später wurde die verlassene Insel von Italienern „erobert".
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— I m Raturwisscnschastlid)en Verein zu Darmstadt spradi in der 278. Sidung Prosessor Tr List über dieGesduchtc bcrTeichwirtschaft und Fischerei in Hessen.Tarmstadt. Zunächst wurde die Teich,virtschaft der oberen Grafsdzaft im IG. und 17. Jahrhundert unb bann die im 18. unb 19. Jahrhundert eingehend besprochen. Alsdann zeigte Lehrer Saal aus Pfungstadt die von ihm l)ergestellten Bienenpra parate. S,c zerfallen in zwei Gruppen: erstens die Entwick- lungssnifen der Arbeitsbiene vom ersten bis zum lebten Tage (20 Präparate in 6 Gläsern-: zweitens die Bewohner Bienen^ liaated und ihre Erzeugnisse. Es sind dies: Mömgin, Arbeitsbienen und Drohnen neben ben entsprechenden Zellen, Bienen mit Pollen, gedeckelte Brut, gedeckelter und gesck.leudenen Honig, Wachsblauchen usw. Außerdem gehören einige mikroskopisch: Präparate und die Pt.oiographie eines Bienenschwarnics dazu. Herr Saal hat da ein Lehrmittel über die Biene zusammengelteUt, wie es vollständiger und übersiditlicher wohl nidit vorhanden ist. Von Grostherzog- lichem Ministerium sind die Präparate bereits als Lehrmittel für bie Volks und höheren Schulen empfohlen, .verr Saal zeigte hicrauf in ähnlicher Weise Hergestelltc Präparate von der Waclie - motte, dem Dcrbrritcften Feinde der Biene Hierauf sprach Tr. Haupt über d,e Enhpdros ober Wasserpeine. Tie Waiier,leine sind hohle Ealcedonmandeln, bie Waner und atmoipbunfdK Luft enthalten Sie sind schon lange betanni, unb Plinius hat sie wahr,dzeinlich aus beii Eolli Berici bei Vicenza beschrieben. Ihr Hauvtiundort ist icdoch Uruguay in Süd Amerika Sie kommen meistens lose im Venoitterungsschutt von Eruptivgesteinen, bei Melaphi'ren, vor, seltener im festen Gestein Tie Schale ber Wassirwine bestehl meist aus ,?inen Miefelringcn, die burd) Schrumpiung Waiscrvenust- der äußeren Menchran zu erklären sind.
— Neues aus Alt-Aegypten. Tic englische archäo- soguche Gesellschaft in Aegypten tat jochen ben Bend» über die
Missionen und Filrstlichkeiten ein. Ern Offizier aus dem " .'.v ,e des deutschen 8'ron Prinzen legte im Namen des Kaisers einen praditvollen üranz nieder Ib: v Orgelspiel betraten der König und die Königin-Witwe die xg\- <
Roskilde, 24 Mai. Seit den Morgeiistunden ist der
Mensck'c'nzndraiig aus der Hauptstadt und den übrigen Land i •iiett sehr groß. Der Bal "dos und der 9‘3cfl, bnrdi bt-n der Trau rzug geben wird, ist nu. lauerdekorationen gridmuldt Jnsant iic und Kavallerie ist Lier rinnetroffeu. Ihn 12' , ll - Farn ?. i Ertrazug mit den Ministern, Reick tagömitgliedern und dem divlo matifei en Korps an Um 11 ? 11 br traf der Zua mit der Vcnlr bc6 M'önigd und dem Trauergefobie ein. Tic königlichen Herrschaften und die übrigen Fürstlichkeiten bcgalte» sich m die Warte- säle, wohin der Sarg von Offizieren getragen wurde. • loiiig lichen Tarnen begaben sick) zu Wagen nach der Toirl.in T.r Sarg wurde aus den Leichenwagen »estelll. Während die Militäi
kavelle einen Choral spielte, inne sich der Zug in Bewegung ?tn der Spiße ritten Dragoner, es folgleii sn'ldartillerie und Jnsanterie Hinter dem Sarge kamen die Füistlickäeiten. In der ersten Reihe schritten der König mit seinen S ö h n e n, der König von Sckuveden, der König der Hellenen, der >»önig von Norwegen und die übrigen Hrnschäften. Um 2' , Uhr laut bei Trauerzug bei der Domkirche an, wo der Sarg sofort vvm Wagen gehoben und in die Kirche getragen wurde. Diese nar aufs prachtvollste geickmiückl mit sckuvarz und weißen Draperien und Blattpslanzen. Aus dem Clwre hatte die hohe Eleistlicküeit Plag genommen. Ter Trauer.zug mit der Leiche des Könige bewegte sich in der vorgeschriebeneu Lrdnung bnrd) den Mittclgang, wo bet Sarg aus den Katafalk gehoben wurde.
Die 'Trauerfeier wurde eingeleitet durch einen Ehoralgesang, woraus Hosprediger Paulli die Trauerrede hielt. Aus bie Rede des Hofpredigers Paulli folgten ein Clwr- und rin Sologesang Gleichzeitig wurden von JinanteriebatailIonen Wcmelmniven ab gefeuert. Während fid) die ganze Versammlimg erln'b, wurde der Sarg in die Kapelle Friedrid)S V. getragen. Die königlichen Herrschtiften folgten dem "Sarge. Nadrdcmt dieser aus seinen Pla, gestellt war, sprack) Hofprediger Paulli ein Webet. Unter Crgel klängen verliefen die töniglicl" n Herrichaften die Kirch, i : tganeii f'd) ins Palais, wobei der König die Königin Witwe, König o'uUav die Königin Alexandrine filhrte, während bie nnbcren »erihHiikh folgten. Radi kurzem Ausentlxilt im Palais begaben lifti die Herrsdiasten nach dem Bahnhof, von wo gegen vier Uhr die Rück reise nach K'open Hagen erfolgte. In zivci Sonderzügen folgten die übrigen Trauergäste.
Der italienifrf}:türti|d)c Krieg.
Konstantinopel, 24. Mai. Ter Kommandant der tflrtifd)cn Streitkräfte auf Benghasi meldet unterni 20. Ma>: Fünf italienische Bataillone mit zwei Gebirge geschüven nnd^ zwei MaschinengewelTreii hatten den P a ß e n t Eita in im Süden von Frna in der Nälte der tunesischen Grenze angegriffen^feien bis in ihre Verschanzungen z u r ü ck g e t r i e b e n morden. Sie hätten viele Zelte und Munition zurückgelassen Die Türken und Araber hätten acht Tote und 20 Verwundet, gehabt.
Konstantinopel, 24 Mai. Hier verlautet, dost die italienische Flotte noch immer bei den Inseln ühiov, Mytilene und Lemnon kreuzt. — „Tortschurnani Hakikat" erfährt, daß die tiirfikhe Garnison auf Rhodos deshalb kapitulierte, weil die Italiener die ihnen von Spionen verratenen Munitionodepots mit Beschlag belegten, so daß die t ü r k i s ch c n Truppen ohne Munition blieben.
Deutsche» Uelch.
Der „Reichsanzciger ' meldet: In der am 23. Mai unter dem Vorsitz des Staatsministers und Staatssetre tärs des Innern Dr. Delbrück abgelmltenen Plenarsitzung des BundeSratd wurde dem Entwurf der Ta> b a kste u e r ord nu ng und der Vorlage betreffend die Einrichtung von Lammelkarten und die Vernichtung der Quittungstarten die Zustimmung erteilt Angenommen wurde die Vorlage betreffend die Grundsätze ,;ur .Ane-
n i m, i > c n ganz R, il ■
neuer Werke entdeckt worden In Memphis hnt man eine Reihe von Dcnkmäleni von ungeheurer Größe gefunden (Sm ist der qröftle bisher bekannte Vertret,-r einer ruhen tun Sphin., 26 cnglifdK Fuß lang und mehr als 80 Tonnen von cGewicht Diese Sphinr stammt wahrsckieinlich aus der 19. Dynastie, etwa um 1300 vor Elirisw Eine andere große Sphinz wurde un Tempel des Ptah gesunden, sie trägt den Warnen Ramses 11. In demselben Tenrpel sand man auch eine groiw '.srnppe aus rotem Granit, die Ramses IL an der Seite des (Lottes Ptab barst, Ilt, für dessen Tempel jener König viel getan hat. WickUig, Au grabuttgen machte man auf einem Kirchlwf in Tarkah. Hier mürber etwa 600 ivräber gefunden, die bis (iOOD vor Ehrislo zurückreickjen Ucbrigens scheint diese Stätte bis in die Römerzeit als Begrubnir plap gedient zu haben Tie Gräber und ilyr Inhalt waren le merkenswert gut erhalten. Leinen aus der Vor-Menahzeit war so frisch, wie wenn es eben von der Bleiche käme. Tic 'arge, vielfach m der Form von Häusern jener it, waren erhalten. Tic ganze ■Sammlung wird im nadrften Monat m London ausgestellt werden.
— Eine großartige M u s e ii m s - S t i f t u n g, bie in ihren Bcstiminungen von voibildlicher Eutsidit zeugt, hat Franc, Barllett dem Bostoner Museum iibenutcfcn. Wie in oem von Prof. Bienuann herauegcgebeiuit Ercerone berichtet wird, sdjenkie der Millionär dcm iMuseum rin Kapital von ein uno einer halben Million Dollars in Ehicagoer Haus unb Grundbcjii., dessen Zinsen während der ersten orei Jahre zum Ankauf von neuen Kumt werken verwandt werden sollen. Tie Kunstwerke müssen von Fachmännern empfohlen werd, n. Wad) Abi au' Der Drei .’-aijr,- können bie Museumsb. Hörden ous lährlichc Einkonimcn aus bti.i Kapital nach Gutdünken verwenden.
Marl Hepp y. Am lonnerclag ist m Darmstadt ber xidfler Marl Hepp, ben wir gehqcnthd) feines 70. Gebürte tagco cingclxnocr würdigten, im 72 Lehcustahre gestorben «em Name ist nicht weit über bie Grenzen seiner ilieinischc u Heime gedrungen. Hepp tonnte feiner bidMcrndjcn Neigung crit ipat folgen, da des Lebens Notdurst ihn zwang, einen prattiidxn Beruf zu ergreifen. Bis zu feinem »*). L<6cits)ahrc n>at er Kausmami. - Von seinen Werken ut besonders das T rama „Tei Prior von Santi Marko" bekannt gciootbcn Lmiic phtlojopl- Tid-Utng „Paracelfius" ist dem Publilum nid)t vertraut geworden. Bon großem Fleiß und von viel Liebe zur Literatur zeugt ein: Schiller-.Biographie, die zum Teil auf die Quellen flurudgntß


