Ausgabe 
21.12.1912 Erstes Blatt
 
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denen Kurdenstämme stellten der Türkei 400 Batail­lone k u rdi s ch er Freiwillige zur Verfügung

Athen, 20.Dez. (Agence d Athenes.) Tie Griechen verjagten auf Mytilene die Türken aus ihren vorgeschobenen Stellungen imb nahmen Achyron ein. Sie setzen die Verfolgung fort. Die Kapitulation des Feindes ist sicher.

Aus Saloniki wird unterm 19. d. M. gemeldet: Bei Beglischta zwischen Florine und Koriza zogen sich die von den Türken angegriffenen griechischen Soldaten, die nur eine Kompagnie stark waren, vor der Uebermacht zurück. Sie erhielten jedoch nach zwei Stunden Verstär- l'ungen und schlugen die Türken zurück. Beglischta ist von den Griechen wieder besetzt worden.

Eine türkische Darstellung über den letzten Seekampf.

K o n st a n t i n o p e l, 20. Dez. Ein hier angekommener Marineoffizier berichtet über die Tätigkeit der türkischen Flotte in den letzten Tagen: Am 12. Dezember liefen 4 Torpedo- bootszcrstörer und 2 Torpedoboote zu einer Erkun- dungsfahrt aus, bemerkten ober, nichts vom Feind. Am 13. morgens dampfte das LinienschiffMessudije" bis zur Um­gegend des Forts Kumkaleh imb Seb i Iba Iw, als es sich plötz- l i ch einem Angriff Pon8 griechischen Torpedoboot s- zerstörern ausgesetzt sah. T-erMesfobije" schlug sie in die Flucht. Am 15. Dezember machte die 1. türkische Torpedoboots­division eine Erkundung und kehrte zurück, um dem Ko mm an danten zu berichten. Dieser entschloss sich zur Offen­sive und lies mit der Flotte aus den Dardanellen aus. Das LinienschiffHaireddin-Barbarossa" feuerte die ersten Schüsse ab. Sodann eröffneten derTorgud Reis",Assar Tewfik",Messudije" unbMed idije" ununterbrochen das Feuer. Der griechische PanzerkreuzerAweroff" erwiderte es: nach einer halben Stunde waren bereits einige Kanonen desAwerofs" geseck/tsunsähig. Trotzdem setzte er stimm Widerstand noch eine Stunde fort, bis auch die grasten Geschütze schwiegen. Tann flüchtete er in der Richtung aui Imbros. Tic türkische Flotte griff sodann dieHydra",Svetsai" undPsara" an. Um das Geschwader gegen einen Torpedoangriff zu schützen, besänftigte die erste türkische Torpedobootszerstörerdivisfon die griechischen Torvedr'bootsz^rstörer, indem sie deren Feuer auf sich lenkte. Die türkische Flotte konnte so den Rest des griechischen Geschwaders angreifen und zuni Rückzug zwingen. Während des Gefechtes näherten sich die beiden Geschwader auf 3000 Meter.

Vorsichtshalber umfuhr unsere Torpedobootszcrstörerdivision die Insel Tenedos. Um 4 Uhr nachmittags versuchte diese Tivi­sion den Angriff auf die 8 griechischen Torpedo­boot s z e r st ö r e r. Nachdem ungefähr 100 Schüsse abgegeben waren, beendigte sie die Erkundung, und vereinigte sich Abends wieder mit der Flotte. Ter Offizier erklärte, er sah, wie der Awerofs" sich neigte, am Bug, in der Nähe des Schornsteins und an anderen Stellen beschädigt.

Von der Belagerung Skutaris.

Aus Podgoritza wird gemeldet: Die Türken un­ternehmen täglich aus Skutari verzweifelte Aus­fälle. Die Serben werden von den Montenegrinern un­terstützt. Unter den Gefallenen befindet sich der serbische Brigadekommandeur Paschtrovitsch.

Bekanntlich hatte der türkische Oberbefehlshaber in Skutari sich geweigert, die ihm durch den deutschen Ge­schäftsträger überbrachte Nachricht vom Abschluß des Waffenstillstandes entgcgenzunehmeit.

Die vots i asterkonferen;

tagte am Freitag nachmittag unter dem Vorsitz Greys zum letzten Male vor dem Weihnachtsfestc. Das Unter- Homs hat sich bis zum 30. Dezember vertagt.

Der Lordmayor von London gab am Freitag ein Früh­stück zu Ehren der Delegierten der Friedenskonferenz, an dem Premierminister Asquith, der Minister des Aeußern Sir Edward Grey, der Lordpräsident des Geheimen Rats Morley und andere Minister und hervorragende Persönlich­keiten teilnahmen.

Ein Einlenken Serbiens.

Der BerlinerLok.-Anz." meldet aus Belgrad: Nicht nur in der Presse, sondern auch in politischen Kreisen ist ein Einlenken fühlbar, da die wirtschaftlichen Verhältnisse unerträglich unsicher geworden sind. Die Kauf­mannschaft befürchtet, falls die Krisis noch kurze Zeit an­dauert, den Zusammenbruch. Die Nachgiebigkeit in

der albanischen Frage rührt auch von der Ueber- zeugung her, daß die Pazifikation des eroberten Gebiets außer Albanien alle Kräfte Serbiens lange und völlig beanspruchen werde.

Eine Reorganisation des bulgarischen Heeres

Sofia, 20. Dez. Den Blättern zufolge beabsichtigt das Kriegsministerium die Reorganisatton der militärischen Streitkräfte des Königreichs, um sie den durch den S^ricg geschaffenen neuen Bedingungen anzupassen. Reserveoffi­ziere, die gegenwärtig bei ben Fahnen stehen, werden auf­gefordert, als aktive Offiziere bei der Armee zu verbleiben, um die Militärkadres in den eroberten Gebieten zu ver­stärken.

Bulgarien empfindet eben sehr schwer die großen Ver­luste, die der Krieg ihm gebracht hat und es wird bei der Vergrößerung seines Landbesitzes in nicht unerhebliche Schwierigkeiten kommen.

Tie russische Duma und der Krieg.

Petersburg, 20. Dez. Tie Reichsduma trat heute in die Erörterung der Rede Kokowtzows ein. Das Mitglied der Rechten Purischkewitsch führte aus, daß kein Krieg populärer wäre, als gegen den h i st o r i - schen Gegner Rußlands, die Flickmonarchie. Der Krieg würde das ganze russische Volk in patriotischer Begeisterung vereinigen und alle Parteiunterschiede beiseite schieben. Der Nationalist Graf Bobrinski erklärte, daß in den Fragen der äußeren Politik die Mehrheit der Duma zusammengehe. Falls Verwickelungen ein- treten sollten, würden in Rußland weder politische Parteien noch Nationalitäten vorhanden sein. Sollte Ser­bien und der Balkanbund zerschmettert werden, so würde in Rußland ein solcher Stu..n der V o l ks e n t stun g und eine solche Machtreligiöser Gefühle losbrechen, wie in den glorreichen Tagen der russischen Geschichte. Der Abgeordnete Lwow, Mitglied der Zentrumspartei, er­klärte, daß ganz Rußland wie ein Mann die Ehre des Vaterlandes schütze, wenn es die Stunde erfordere. Ter Kadett Maklakow führte aus, daß die politischen Geg­ner der Negierung im Kriegsfälle die Feindschaft ver­gessen würden, eingedenk, daß die Regierung die Inter­essen Rußlands verteidige. Ter Vertreter der Progressisten sprach sich in ähnlichem Sinne aus.

Ans Staöt unö Land.

Gie neu, 21. Dezember 1912.

** Tageskalender: Stadttbeater: Samstag nach­mittag 31/., Hin : K nder-Vor'iellung:Die drei Jpautemännerdieii/ Sonntag nachmittag 37, Uhr:Autoliebchen" ; abends 7*/2 Uhr: So 'n Wmdhund.-

E v crni g. K i r ch e n g e s a n g v e r e i n : Die Geburt Jesu Chriäi. Sonntag nachmittag 5 Ubv in der Stadtlirche.

K i n e m a l 0 a r a v b: Täglich Poräettung

B i 0 g r a p b-L i ch t s p i e I e : Täglich Vorstellung.

B a k 0 ' s K a m m e r - L i ch t i v i e l c: Täglich Vorstellung.

Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.

Museum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geöffnet Sonntag vormittags II1 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11 1 Ubr unentgeltlich.

Gemäldeaus st ellungdesKun st Vereins im Turm­haus am Brands Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 111 Uhr, Sonntags von 113 Uhr, außerdem Mittwoch nachmittag von 3-5 Uhr.

91 n § it c 11 u n g deutscher Maler aus Worpswede und Niedersachsen in der Allen Klinik. Täglich geöffnet von 11-7 Ubr

Oefientl. Politische Versammlung: Rci ckstagsabg. Bass ermann: Die politische Lage. Sonntag abend 7'/, Uhr in der Turnhalle an Osivalds Garten.

langende Tecke das Eindringen von Schmutzstoffen in den Boden verhindert. Ein reiner Untergrund ist aber, wie der berühmte Hygieniker Pettenkoser nachgewiesen hat, für das Wohlbefinden der auf ihm lebenden Mensck)en von weitgehender Bedeutung. Dabei läßt sich ein derartiges Pflaster auf einfache und sckmclle Weise Herstellen und ausbcfsern: der Asphalt, der in Blöcken in den Handel kommt, wird in Kesseln geschmolzen, aus einen vorher angesertigten Untergrund ausgegossen und dann glatt gewalzt. Ebenso wie der Asphaltboden in den Sttidten die Verunreinigung der obersten Erdschichten verhindett, spielt er auch bei allen mit der Hygiene zusaimnenlmngenden Betrieben eine wichtige Rolle, und man findet ihn sowohl in Badezimmern wie in Schlachthäusern, in Molkereien, VielMllen usw. In der Industrie benutzen ihn die chemischen Fabriken, megen seiner Widerstandsfähigkeit gegen Säuren: ivegen der Leichtigkeit, mit der er gereinigt werden kann, die Brauereien und noch viele andere Betriebe. Ta er vollständig undurchlässig für Wasser ist, Hut man in ihm ein vorzügliches Mittel, um Bauten, die auf feuchtem Boden aufgefükwt 1 verben müssen, gegen den Zutritt von Wasser zu schützen: man braucht nur die Sterne mit Asphalt anzustreichen bezw. zu tränken, um trockene Keller uitb trockene Mauern zu erzielen. Bei allen sogenannten .Lfoliermitteln" für Bauzwecke ist der Asvlwlt das Hauptmalerial. Mer nicht nur dem unteren Teil des Hauses gewährt er Schutz, sondern auch dein oberen, und die sogenannte Dachpappe, die zum Bedecken der Tücher dient, ist weiter nichts, als mit Asplmlt bestrichene Pappe, durch bi? der Regen nicht hindurckzzudringen vermag. Zu diesen hauptsächlichsten Anwen­dungsgebieten kommt noch eine Anzahl weiterer, die im Ver­gleich mit ihnen von allerdings geringerer Bedeutirng sind, z. B. beim photographischen Steindruck, ferner werden Firnisse und Lacke der-, verschiedensten Art daraus hergestellt, der Kdrvscrstecher überzieht seine Platten mit einem Asphaltgrund, in die er mit kunstgeübter Hand die später zu ätzende Zeichmtng cinritzl usw. Und Man Tann bel-aupten, daß es wohl wenige Stoffe gibt, die sich einer so ansgedeimten und vielseitigen Verwendung erfreuen, wie gerade der Asphall.

** Zeitig die Rechnungen aussteklen und vunktlrch ) rc bezahlen. Mit dem Schlüsse des Jahres sind für den Handwerker Verpflichtungen fällig zu denen er bares Geld dringend bedarf. Tie Taffache, daß der Hand­werker oft über seine Verhältnisse ungewöhnlich lang Kredit ge­währen muß, bedeutet für ihn eine schwere Schädigung Im Interesse des Handwerkerstandes kann deshalb nickt oft genug

* Rentenguittungen. Vom 1. Januar ab müssen zu den Invaliden-, Kranken- und Altersrenten- Quittungen ausschließlich die neuen Formulare ver­wendet werden, die auf Anfordern von der Landesversicherungs­anstaltGroßh. Hessen" in Darmstadt an die Rentenempfänger, die ihre Adresse genau anzugeben haben, zum Versand gelangen. Da aber unter den Rentenempfängern vielfach Zweifel darüber herrschen, welches alte und welches neue Formulare sind, wird auf nachstehendes aufmerksam gemacht: Die neuen Quittungs­formulare unterscheiden sich von ben alten dadurch, daß der die betr. Rente kennzeichnende Buchstabe I, K und A nicht mehr über dem WortRentenguittung", sondern rechts neben diesem steht: ferner sind jetzt die oben rechts stehenden WorteU Nummer" undPostvermerk" mit zwei Strichen und die unter den Worten ,/des Empfängers Stand:)" befindliche behördliche Bescheinigung mit einem dicken schwarzen Strich umrahmt, was bei den bischerigen Quittungsmustern nicht der Fall war.

** 3at)r biinbertreicr des Infanterie.Regi­ments Kaiser Wilhelm im Jahre 1913. Die Feier findet am 7., 8. und 9. Juni statt, Hauptfesttag ist der 8. Juni. Da auf 1012 000 Teilnehmer gerechnet werden muß, ist es dem Regiment völlig unmöglich, die alten Kameraden als Gäste behandeln zu können. DaS Offizier- korps hat die Absicht, die Veteranen am 9. Juni zu einem einfachen Frühstück besonders einzuladen. Alle ehemaligen Angehörigen sind dem Regiment von Herzen willkommen, es wird ihnen geraten, den im ganzen Lande gebildeten Jubi­läumsvereinigungen beizutreten, da nur dann Gewähr ge­boten wird, daß sie in Gießen Unterkunft und Verpflegung hnben können. Auskunft erteilt der Vorsitzende der Jubi- läumsvereinigung Rechtsanwalt Kaufmann in Gießen, der auch Anmeldungen entgegennimmt.

** Hessische Sterbekasse für Unteroffiziere. Mit (Genehmigung des Großherzogs beträgt vvm 18. September ab das aus der Stcrbekasse für Unteroffiziere zu zahlende Sterbe­geld bei dem Weben eines Mitgliedes, statt zweihundert Mark dreihundert Mark und bei dem Ableben der Ehefrau eines Mitgliedes, statt hundett Mark, hundertundfünfzigMark.

** Das Weihnachtskonzert unserer Regi- mentsmusik findet in diesem Jahre ausnahmsweise am Abend des ersten Weihnachtstages in Steins Garten statt.

Silberne Hochzeit begehen Friedrich Bosold und Frau, Emilie, geb. Musknlus, am Montag, 23. Dezember.

' AuS der Haft entlassen wurde in Wetzlar Theodor Bentke, der wegen Raubniord-Berdachts fest- genommen war. Es hat sich hcrauSgestellt, daß er an dem Mord der Witwe Zimmermann in Cronberg nicht betei­ligt war.

Aus dem Pariser Tagebuch eines Prinzen. Eine Geschickte erzählt der englisch? Schriftsteller und Vorleser Frank Harros, der gegenwärtig in New Bork weilt, in einem dortigen Blatte über das Tagebuch des jungen Prinzen von Wales, des Enkels von König Eduatt» dem Siebenten. Seine Mutter besteht darauf, daß er ein Tagebuch führt und darin alles und jedes notiert, was sich Bedeutungsvolles in seinem Leben er­eignet. Vor kurzem kam er mm, wie man sich erinnern wird, nach Paris, um seine Erzielnmg zu vollenden, indem er die Sehens Würdigkeiten der französisä»en Hauptstadt itubierte und Besuche bei den französischen Ministern und dem Präsidenten machte. Fol­gendes iitjiun eine Seite aus seinem Tagebuch:18. September. Kam zur Sorbonne mit meinem Hofmeister um 10 Ubr vormittags Frühstück mit meinem Hofmeister um 1 Ubr mittags mit meinem Hofmeister zum Louvre um 2> - Uhr Tee 1

Ging darauf hmgewiesm werden, daß der Handwerker nur bann kon- . £ ... u. .Wl-, *rC mit dem kurrenzfähig und wirtschaftlich selbständig bleiben kann wenn

HofmeMer. Liner nnt Memem Hosmenter Gearbeitet mit meinem er Löhne und Einkäufe pünktlich zu bezahlen imstande ist R3 meuter dis 10 Uhr abends Zn Bett gegangen um 10' Ubr darf hierbei aber nicht verkannt werden, daß auch non den Ärtnh- Ick macht nur wißen, was Großvater an Varis fo sckwn werrit.i elbst auf ältlicheren Eingang ihrer Außens^n,^^ gefunden hat." . . . I hmgewirkt merben kann daß itc die Huchfutnung nutzt aäd

lache ansehen unb ihre Rechnungen nicht erst dann ausschrrib«, wenn die Kasse leer ist. Publikum und Handwerker mögen bei' r?jgen, einen Uebelstand zu beseitigen, der schwer empfunden wird und doch verhältnismäßig leicht bei gutem Dillen abgestellt werden kann. Man wird nicht fehl gehen in der Annahme, bat kein Kunbe etwas darin finden wird, wenn mit Äblieieruna der Arbeit, für Reparaturen vielleicht monatlich, Rechnung aus gestellt wirb, sofern dieses allgemein zur Einführung gelangt liegt es doch im Interesse beider Teile, schon um Streitigkeiten ju vermeiden. Es sei aber auch hier wieder darauf hingewiesen, baß die Handwerkskammer getreu ihrer Bestimmung, die Interessen der SDanbroerfer zu fördern, im Laufe des letzten Jahres eine neue Einrichtung getroffen hat, den Handwerkern die Einziehung ihrer Ausstende zu erleichtern. Die Einziehungsstelle, die am 1. Choher ihre Tätigkeit begann, übernimmt die Beitreibung der ihr über­tragenen Forderungen zu äußerst mäßigen Gebühren und kann da­her die Jnanspru-ckmahme dieser Stelle nur wärmstens empfohlen werden. Trägt der Handwerker dazu bei, das Borgunweien zu bekämpfen und bedient er sich in schwierigen Fällen der Dienste der Einziehungsstelle, dann ist ein guter Shritt weiter getan aut diesem Handwerk unb Gewerbe schwer schädigenden Gebiete.

Hessen-Nassau.

Frankenbach, 20. Dez. Unser Lehrer .Karl Tebus wird am 1. April nach Frankfurt versetzt. Tebus steht fünf Jahre im Dienste unserer Gemeülde, auf seine Anregung wurde der GesangvereinTeutonia" gegründet.

(SericbtsfaaL

Leipzig, 20. Dez. Das Rcicksaericht verwarf die Revision des HülsentaUr,kanten Friedrich P r i tz s ck a , den das Schwurgericht Müncke».Gladt>ach am 8. Oktober des Verbreckens gegen das Eprenastoffaeiel, zu 10 Jahren Zuchtbaus verurteilte. Vritzscke sandte aus Rache dein Ersten Siaatsauioalt, einem Skaats- auiv.ilt und den: Laudgericktsdireklor in München-Gladbach als Muster ohne Wert 'Bomben zu, die beim Auspaekeu erplodiere» fällte». Nur die V'ornckt der Empiäuger vereitelte die Absicht.

der Humor in der Z-nsur.

Heber seine Erlebnisse mit ber türfifojen Zensur macht St4» phaye Lauzanne imMatin" brollige Mitteilungen: ,Ln einem großen Saale des Telegraphenamtes zu Pera," schreibt er,saßen an den beiden nach dem Garten h-in gelegenen Fenstern zwei Herren: ber rechter Hand war der politische, der linker Hand der militärische Zensor. Ick verdanke ihnen manchen Verdruß, aber ick verdanke ihnen auch köstliche Minuten. Alles in allem genom­men, muß ich ihnen für die Nörgeleien Absolution erteilen. Der eine von ihnen sprach eines Tages, als ick mich beklagte, ein Watt, das mich geradezu rührte:Was wollen Sie, mein Herr," sagte er, es ist sehr schwer, zu gefallen, tvenn man besiegt ist!" Tie Dienst­ordnung verlangte, daß man ihnen alle Depescl>en borlegte, daß sie s«e läsen, und das; sie mit roter Tinte ihren Namen daruntersetzten: erst wenn das Telegramm mit diesem kabbalistischen Zeiclren Der- sehen war, nahmen die Bemnten es zur Beförderung an. War die Tepcsche politischer Natur, so mußte sie von dem politischen Zensor gelesen und beglaubigt merben: war sie militärischer Natur, so gc langte sie an den militärischen Zensor. Die Schwierigkeit begann, wenn es sich um eine Nachricht lymbclte, die polirisch und militärisch zugleich,, oder die keines von beiden war: in solchen fdnvicrignt Fällen spielten die beiden Zensoren Tennis mit ber Depesche, in dem sie sich das Papier mit Schlägern über das vorschriftsmäßige Schalternetzwerk zuwarsen. Der politische Zensor war ein Ar menier, groß, dünn, leicht ergraut, fein, höflich und ein Freund der schönen Literatur. Er ließ alles durchgehen, menn nur die Wendungen geschickt warm. Eine Vorliebe hatte er für blumige Umschreibungen, während ihm ein knorriger, schmuckloser Stil wenig zusagte. Ms ich eines Tages schrieb, daß die österreichische Botschaft einen armen Herzkranken getötet habe", da er in einem Augen­blicke großer Panik in aller Eile auf einen Lloyddampfer gebracht trete-n mußte und infolge des Schrecks vom Schlage getroffen wur. ., sah der Zmsor mich vorwurfsvoll an unb sprach:Gctöts ist ein zu hartes Wort, ft'önnten Sie dafür nicht setz.en: umfommen ließ?" Und als ich ein anb ernt al meldete, daß in Konstantinopel ber Typhus unb die Cholera ausgebrochen feien, sagte mein Zensor mit milbem Tadel:Typhus mag bingeben; aber Cholera klingt nicht besonders sckön!" Und damit es besser klänge, ließen mir drei Tage in Konstantinopel den Typhus ivüten, während wir die Cholera einfach strichen . . ."

Unübertrctbar waren die Zensurvorschriften auf dem Kriegs­schauplätze selbst, die Bestimmungen der Zensur, die in Tschorlü, Tscherkeßköi ober in Hademlöi wütete. Diese Zensur erstreckte sich nicht nur auf die Telegramme, sondern auch auf die Privatbriese: sie. traf nicht nur die Kriegsberichterstatter, sondern auch die Militärattachees, die Herren und Damen vom Roten Kreuz, die Aet^te usw. Sie ließ auch nicht die unwichttgste Einzekhe-'t durch­gehen: sie duldete nicht, daß man von der Vergangenheit, von der Gegenwart oder von der Znknm't spräche. Sie hinderte die Journalisten nicht selten, eine Wahrl>eit zu sagen, die für bk Türkei selbst nicht unwichtig gewesen wäre. Sie beraubte über­dies bie ganze türkische Telegraphenverwaltung nicht unbedeutend« Eumabmen. Als Beweis ermähne ich nur ein Telegramm aus tschorlü, das 720 Worte zählte unb von dem Major Wasif Bei auf fünf Worte rebujiert wurde. Der treffliche Zensor hatte ran die ersten drei und die letzten beiden Worte des Telegramms stehen lassen. Mit einem einzigen Federmesserschnitt batte er bie ganze Mitte herausgeschuitten, und der Text lautete jetzt wortgetreu folgendermaßen:Sckstacht roieberbegaim gestern . . . Schlacht fortbauert!"

vermischte-.

* Verflogen. Der gestern nachmittag 3 Uhr 30 Min. auf dem Flugplatz Habsheim aufgestiegene Flugschüler, Unter- offizier C^z ipa, nur in Uniform mit dem Lederwams darüber, der nach Straßburg zu fliegen gedachte, geriet infolge erschwerter Orientierung über die Grenze und ist, wie man soeben hott, um 5 Uhr 15 Min. nachmittags bei Marnay (Haute saöne) ziemlich glatt gelandet. Czipa, der von der Fliegerschule in Straßburg zur Ausbildung als Feldpilot nach Habshrim ab* kommaickiert ist, hat gestern abend aus Mamay nach Mülbaustn an tnc Aviatic-Gesellschaft mitgeteilt, daß er seitens ber Militär­behörden unb ber Bevölkerung freunblich ausgenommen worben und baß ihm bis jetzt keinerlei Schwierigkeiten bereitet worben f£TCn- Wie ber in Märnay am Ognon, 20 Kilometer von Sc.?nco gestern nachmittag gelandete Mülhauser Flieger, Flug- schuler Unteroffizier Czipa, meldet, wav er beim Aufstieg von Dabsheim gleich von anfang an zu hoch geflogen und hatte hit Orientierung verloren. Er hatte den Kanal als Richttinie ge nommen, diesen aber statt landab nach Straßburg, lanbauf nack Frankreich hin verfolgt. Sein Flugzeug ist leicht beschädigt, und ^iüra hofft, daß ihm nach erfolgter Ausbesserung die französischen Beborden das Zurückfliegen gestatten werben.

^Feuersbrünste. Ein Großfeuer auf bet Werft ® doß in Hamburg, das in dem unter dem .ocobellschuvpen gelegenen Ankleideraum ausgebrochen war, ver nichtete den Schuppen. Nach zweisttindiger angestrengter Tätig der Werffseuerrvehr 'nnb fünf hamburgischer Löfchzüae mit 13 Rohren war bie Gefahr für die umliegenden Werffgebäude beicitigt. 3n der Kunstanstalt Albrecht & Meister in Rei ntckendorf brach, vermutlich durch unvorsichtiges Hantieren mit Benzin, Feuer aus, das sich schnell über den ersten unb zweiten Stock ausbreitete. Arbeiter und Personal konnten ft® m Sicherheit bringen. Der sehr bedeutende Schaden soll bur® Verttcherung gebeckt sein. Auf dem Hörber .Hochoienwerke fand eine Explosion statt Die Dächer der umliegenden Bauli®- kriten wurden zerstört und die Fensterscheiben eingedrückt. Ver schiedene Maschinen sind beschädigt worden Ein Arbeüer iv verletzt In der Nähe der Ervlosionsstelle ist eine DymomW Patrone aufgefunden worden. Der Betrieb ist nicht gehört

Die llntertunnelunfl des Rheins hat si® als unwahr berausgestellt Tie Nachricht des Woisssche" Bureaus entbehrt jeder Unterlage. Die .> hernstrombaM

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jagte er zu dem au örutnant, mache idi

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