Ausgabe 
4.1.1912 Erstes Blatt
 
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Veutscbes Reicy.

Der Kaiser hat am Mittwoch vormittag den R e i ch Z - kanzler besucht.

Am Mittwoch mittag traf in Karlsruhe zu zweitägigem Besuch der Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklen­burg-Schwerin mit seiner Gemahlin, der Großherzogin Alexandra, einer Schwester der Prinzessin Max von Baden, ein.

Ausland.

Wie derNieuwe Courant" im Haag meldet, das Fern­bleiben der Königin Wilhelmine von dem Galaball, am 3. Januar nicht aus einen minder günstigen Gesundheitszustand der Königin -urückzuführen: unter den Gästen des Äoses ver­breitete sich vielmehr ein Gerücht freudiger Art, dem keinerlei Dementi entgegengesetzt wurde.

Eine Note der Agence tzavas stellt in Abrede, daß batüit die>e sei, die Garnisonen des 1. Armeekorps um mehrere Infanterie- und Kavallerie-Regimenter zu verstärken. Erne wei­tere Note dementiert amtlich, daß für die Fremdenlegion in Deutschland oder anderswo Anwerbungen gemacht würden, und daß den Angeworbenen oder den Agenten eine Prä­mie bezahlt würde. Die Zahl der Anwärter übersteige übrigens den Bedarf bei weitem. m , < _

Präsident Taft äußerte am Mittwoch zu Besuchern des Weißen Hauses, daß er nicht die Msicht habe, sich von dem Wettrennen um diePräsidentschaft zugunsten Roose­velts zurückzuziehen. Nur der Tod könne ihn letzt am Kampfe hindern.

Kreis Büdingen.

X Nidda, im Januar. Neujahr und noch fein Winter, noch keine Schneeflocken, noch keine Schlittschuhbahn. Auf dem Weihnachtstische funkelten die Schlittschuhe so ver­heißend und jetzt sind sie wieder hinweggeräumt.^Jm Garten blühen die wunderbaren .Christrosen", auch koommerroien sind noch vereinzelt zu finden; am Neujahrstage pflückte Schreiber dieses blühende, duftende Veilchen in seinem Garten. Möge und das Frühjahr nicht entgelten lassen, was wir jetzt genießen. rij.

± Nidda, 3. Jan. Heute vormittag ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhof beim Verladen einer Weiche ein bedauerlicher Unfall. Zwei Bahnarbeiter, Her, mann Klüs und W. Prieb eck, wurden von der fallens ben Weiche so schwer getroffen, daß ersterer einen Ober, chenkelbruch erlitt und sofort in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. Der Schwerverletzte ist der Sohn ;es Bahnwärters Otto Klös in Kohden Weniger schwer erwiesen sich die Verletzungen des anderen Arbeiters: er )atte eine Knöchelquetschung davongetragen und wurde mittels eines Bahnwagens nach Kohden in seine Wohnung geschafft.

0. 011 e n b e v g, 2. Jau. Einen wohlgelungenen Ball ver­anstaltete gestern der Fußballklub .Germania'. Eine Tombola mit hübschen Preisen und die ausgezeichnete Holzheimer Kapelle jorgten in ausgiebigster Weise für die Unterhaltung.

Kreis Alsfeld.

(?) Nieder-Ohmen, 3. Jan. Vier junge Bur­schen verübten in den Abendstunden allerlei Unfug. Sie klopften den Leuten an den Fenstern und erschreckten sie, sie zerschlugen oder zerwarfen auch manche Fenster­scheiben, sie überschritten unbefugter Weise den Bahnkörper und machten sich an der Weiche zu schaffen und was solcher Tollheiten noch mehr waren. Sie sind jetzt zur doppelten Anzeige gebracht worden und zwar von her Gen­darmerie und der Bahnverwaltung.

§ Ober-Ohmen, 3 Jan. Unsere Pfennigspar- kasse, die von Pfarrer Jung geführt wird, hat sich als ein Bedürfnis der Gemeinde erwiesen. Allerdings ist sie keine reine Pfennigkasse, sondern nimmt alle Beträge als Einlagen an. Ihren Höhepunkt erreichte die segensreiche Kasse im Juni vorigen Jahres, indem ihr Vermögens^ bestand sich auf 31480 Mk. belief. Gegenwärtig ist dev Bestand der Einlagen 28 900 Mk., wovon allein 1200 Mk. am 1. d. Mts. zur Einzahlung gelangten.

Kreis Lauterbach.

fc. Schlitz, 3. Jan. Die Leiche deS Erbgrafen trifft am Donnerstag abend oder Freitag früh von Ehrisliania in Schlitz ein; die Beisetzung findet in der gräflichen Familien­gruft am 6. Januar statt. 200 Beileidstelegramme sind von Fürstlichkeiten, Verwandten und Freunden der gräflichen Familie eingetroffen, darunter ein Telegramm vom Kaiser, dem Großherzog und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Kideclen-Wächter.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 3. Januar. Wie verlautet ist der durchgegangene Rechner der Modauer Sparkasse auf dem deutschen Konsulat in Ohio verhaftet worden. ES ist aber fraglich ob ein Auslieferungsantrag gestellt wird, da die Kosten sehr hoch sind.

ch. Heidesheim, 3. Jan. Bon vier mit allen EmbruchS- werkzeugen und Waffen, wie Revolver und Dolchen, ausgerüsteten Kerlen,'umrde in der Nacht in die hiesige Konservenfabrik von Faber ein Einbruch unternommen. Nachdem die Einbrecher sich in das Gebäude Eingang versäufst hacken, raubten sie sämtliche Messing- und Kupferteilc, deren sie habhaft werden konnten. Um ihren Raub besser fortschaffen zu können, stahlen sie aus einem Gehöft zwei Handwagen und wollten sich mit ihrem Raube aus dem Staube machen. Der in der Nähe wohnende Landwitt FvanA Lauer war auf das Treiben der Einbrecher aufmerksam geworden, batte die Polizei und seinen Bruder verständigt und lauerte nun mit einer geladenen Flinte den Einbrechern auf. Als sie sich ent­fernen wollten, gab Lauer einen Schuß auf die Einbrecher ab, . Leicht gelang es dann, die überraschten Einbrecher feft-unchmen. , Es sind vier Burschen aus der Umgegend, die schon manches auf dem Kerbholz haben.

Hessen-Nassau.

fr. Frankfurt 2. Jan. Nachdem an dem Projekt einer , Schnellbahn Wiesbaden-Frankfurt a M. von der

s. Lollar, 3. Jan. Ge m e i nd e r a ts s i tz u n g. Anwesend sind Bürgermeister Schmidt, Beigeordneter Ger- lach, die Gemeinderäte Weber, Erdmann, Ringleb, For- bach, Back, Schupp, Schmitt, Römer und Hofmann. Der Vorsitzende verliest folgende Stattsti 1 aus dem verflossenen Jahre: Es fanden 19 Gemeinderatssitzungen statt, in denen 75 Punkte erledigt wurden. Bon der Bürgermeisterei wur­den 1902 Angelegenheiten erledigt. Zu gezogen sind 227 verzogen 218, Geburten 63, Sterbefälle 35, davon fünf tragische Fälle, der Zuwachs der Seelenzahl beträgt 37, die Gesamteinwohnerzahl 2260 S-eelen. Vor Eintritt in die Tagesordnung rüst die Erwähnung eines Zeitungsartikels durch Gemeinderat Schupp einige unliebsame Erörterungen hervor. Nach Klarstellung durch den Vorsitzenden konnte zur Tagesordnung übergegangen werden. Dem Bau- gesuch der Buderusschen Eisenwerke steht nichts im Wege, da es sich um einen Neubau auf dem Werke handelt. Die Lohn führten in der Gemeinde werden künfttg aus- geschriebetl und möglichst int Akkord an den Billigsten ver­geben. Zum Bau der neuen Lumdabrücke gibt der Vorsitzende ein Schreiben des Kreisamtes bekannt, worin empfohlen wird, die zu erbauende Brücke nicht nach dem vorgesehenen Projekt, sondern der Straßenbreite ent­sprechend zu bauen. Nach Einsicht in die vorliegende Karte, beschließt die Versammlung, die Brücke statt 6 Meter 8 Meter breit zu errichten. Die von Joh. Schäfer nachge­suchte pachtweise lleberlassung von Gemeind-egelände wird genehmigt. Als Pachtpreis wird 3 Pfg. für den Quadrat - ineter festgesetzt. Das Angebot des Balth. Römer auf Ouarzit wird von ihm vor Eintritt- in die Verhandlung motiviert. Nach Verlesung der früheren sich hierauf be­ziehenden Protokolle empfiehlt der Vorsitzende, darüber ab- zusttmmen, ob Quarzit gebrochen wird oder nicht. Tie Versammlung beschließt das erstere, ist jedoch der Ansicht, die Steine nicht aus der Hand zu vergeben, sondern offent»

Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. W. Lahmeyer.u. Eo. in Frank­furt a. M. seit Jahr und Tag fortgesetzt gearbeitet und mancherlei Schwierigkeiten, die sich der Ausführung dieses 18-Millionen- Projekts in den Weg stellten, bmweggeräumt, vor allem die sehr schwierige Frage der Einmündung in die beiden Städte eine befriedigende Lösung gefunden ist, ist es nunmehr an der Zeit, die an der Strecke liegenden Orte zu hören. Ter Bau der Bahn wird nämlich von der Hergabe des nötigen Geländes abhängig geinacht Es ist dies ein großes Opfer, das die Gemeinden feit bringen haben, aber sie werden dazu sich verstehen müssen, um den Bahnbau nickt scheitern zu lassen. Tie Bahnbaugesellschaft hat bei der Nackmcki-ung der Konzession, wie auch 6et ben vv» läufigen Entscheidungen des Ministers der öffentlichen Arbeiten betont worden ist, ausdrücklich vorgesehen, daß auch Personenzüge m verkehren l-aben, die die sämtlichen an der Bahnstrecke liegenden Zwischenorte bedienen, sowie daß außerdem der DorortsverkeHr für Wiesbaden und Frankfurt a. M., soweit er hierbei in Betracht kommt, einschließlich des Arbeiterverkehrs mit aufzunchmen ist, ein Projekt, das den Interessen der sämtlichen Zwischenorte gerecht wird. 'Tie Linienführung ist derart, daß die Bahn südlich an Ettenheim vvrbtt nach dem Remtplatz laufen wird. Tort ist die erste Haltestelle geplant. Von da geht die Bahn entlang der Ehauss« WiesbadenFrankfurt a. M. zur Haltestelle Nordenstadt, bon da nach der Haltestelle bei der Schlagmühle, weiter sind Halte*

bürg 37 (21). 5. Armee-Korps: Sprottau 36 (2OV2). 6. Armee-Korps: Beuthen (O.-Schl.) 36 (20). 7. Armee- Korps : Minden 37 (2IV2). 8. Armee-Korps: Mühlhttm a. Rh. 37 (211/2). 0. Armee-Korps: Kiel (als Marine­garnison) 36 (20). Neustrelitz 35 (1 '. 10. Armee-Korps:

Aurich d7 r2Ö3/4). 11. Armee-Korps: Arolsen 36 (20). 14. Armee-Korps: Bruchsal 37 (21V,), 15. Armee-Korps: Straßburg i. E. 37 (21*,). 16. Armee-Korps: Forbach 40 (24*/.-). 17. Armee-Korps: Strasburg (W.-Pr.) 35 (19).

** Ei n Militär-Genesungs he im. In der ehe­maligen Abtei Eberbach wird ein Genesungsheim für Unteroffiziere und Mannschaften deI 18. Armeekorps errichtet und zwar in den Gebättden, die zurzeit der Justizverwaltung zu sGefängniszwecken dienen. Die Gefangenen werden am 1. Ok­tober d. I. nach Diez überführt. Die von der Königl. Wein­baudirektion seither teilweise perwendeteu ehemaligen Abteigebaude, wie das Refektorium, das tzum Kelterhause umgeschaffen ist und die weiten Kellerräume, in denen die Perlen desSteinberg" lagern, den ein ft fleißige Mönche von Eberbach angelegt, werden dieser verbleiben, ilyr aber noch einige Wohnungen für Küfer und Hofleute, über die seither die Justizverwaltung beringt, über lassen werden, die in Eberbach besteh?nde Volksschule, die von den Kindern der Strafanstaltsbeamten sowie denen der Landes-Heil und Pflege-Anstalt Eichberg und von Kindern aus den umliegend n Gehöften und Mühlen besucht wird, bleibt erhalten, da bei Kriegsminister feine Anzahl Beamte und Unterbeamte zur Vermal tung des Httms beftinuneu wird Auch ist geplant, Insassen der Landes-Heil- und Pflege-Anstalt Eichberg, die dem Unterricht zu folgen imstande sind, ber Eberbacher Schule zuzuführen Der obere Stock des Konventsgebäudes, der eben zu Strafanstaltszwecken benutzt wird und das Dormitvrium, den einstigen gemttusamen Schlafsaal der Mönche, «enthält, wird vollständig restauriert, um als Sehenswürdigkit erhalten zu bleiben.

" Stiftung für baS Lehrerheim. Assistenzarzt Dr. Regensburg stiftete in dankenswerter Weise dem Lehrerheim bei Schotten als Wandschmuck vier sehr schöne Stahlstiche:Die Schule'', rTic junge Mutter*, ,5lranz- roinberin'", .Brotneid".

Stadttheater. Zur Aufführung derFrösche' deS AristophaneS am kommenden Montag, den 8. Januar erhalten Schüler und Schülerinnen höherer Klaffen dieselbe Preisermäßigung wie die Herren Studierenden. Am Dienstag nach der Aufführung der .Frösche" fällt die Abonne- mentSvorstellung auS; an diesem Abend wird zu Volkspreisen die bekannte Posse ,Ky ritz-Pyrttz' wiederholt. Auf viel­fachen Wunsch nach guten älteren Lustspielen ist für nächsten Freitag ,Dr. Klaus" angefetzt worden, doch sei schon heute darauf hingewicsen, daß daS Stück bann nur noch im Mittwochabonnement wiederholt wird.

** Zither-Konzert. t<nt schreibt urw: Wie aus dem Inseratenteil ersichltiu) veranstaltet der Verein Zither kran z" ans M a r b 11 rg am Albend des 14. Ja­nuar ein großes Zither-Konzert mit Gesang in Steins Garten. Dem Verein, der im vorigen Jahre bereits in BicLenkopf, Kirchhain sowie in Marburg in den Stadtsälen Konzerte gab, geht ein guter Rus voraus, den er

lich auszuschreiben, worauf der Vorsitzende die Finanzkvm- mission beauftragt, einen Vertrag auszuarbeiten, nach dem die Sache zu regeln ist. DaS Gesuch des Wiesenwärters K. Fuchs um Gehaltserhöhung wird nach Erklärung durch den Vorsitzenden als gerechtfertigt betrachtet und ihm eine Aufbesserung von 30 Mk. bewilligt. Die seither festge­setzte Sprungzeit für(>as Fasetvieh erroeift sich als vollständig genügend und soll in Zukunft genau eingebalten werden. Zur T i l g u n g d er G e m e i n d e s ch u l d e n stellt der Vor­sitzende den Antrag, sämtliche Schuldscheine auf einen zu vereinigen und ihn mit 2 Proz. zu amortisieren. In 35 Jahren sei dann die Schuld getilgt. Nachdem Einzelne die 2 Proz. als etwas stoch finden, beschließt man doch demgemäß, da das Kreisamt eine geringere Tilgung nicht angemessen findet.

± Lich, 3. Jan. Wie schon mitgeteilt, beging gestern

Aus Stadt und Lund.

Gießen, 4. Januar 1912.

In Audienz empfangen wurden vom Groß- Herzog am Mittwoch u. a. Professor Schaumann von Gießen und SanitätSrat Dr. Platz von Großen-Linden.

** Bahnpersonalien. Der Großherzog hat den Baurat in der Hessisch-Preußischen Eifenbahngenieinschaft, Friedr. Weiß in Mainz, auf sein Nachsuchen unter Aner­kennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhe­stand versetzt und rym aus diesem Anlaß das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, den Bahnmeistern Friedr. Dammer zu Grünberg und Peter Schemel zu Gießen, und dem Bahnhofsverwalter Adolf Weck zu Ehringshausen die unkmrdbare Anstellung verliehen. Ferner wurde den Bahn Hofs aus s ehern Otto Sei­bert zu Häuserhof und Aug. Lind zu Grund-Schwalheim, den Eisenbahn-Unterassistenten Eberhard Schmidt und Wilh. Lu h zu Gießeir, Adam Helfrich zu'Büches-Düdels­heim, Wilh. Rühl zu Büdiiigen, den Weichenstellern erster Klasse Angelin Keller, Weigand Müller und Friedr. Heinrich zu Gießen, dem Rangiermeister Konrad Dru­cker zu Mücke, den Lademeistern Gg. Sänger zu Lauter­bach, Joh. Schmulbach zu Lollar, sowie den Lokomoitv- führerri Peter Arnold und Friedr. Dörr zu Nieder­hausen, Ludw. P f a f f zu Gießen, Otto Wie ch a r d zu Fried­berg, Gg. Lehr zu Mdda, Albert Gern and und Peter- Horn zu Stockheim und Gottlieb Rufer zu Friedberg die unküiidbäre Anstellung verliehen.

Das Beköstigungsgeld für Mannschaften der Armee und Marine. Nach einer Bekanntmachung des Königlich Preußischen Kriegsmiuisteriums im Armee-Verordnungs- blati vom 29. Dezember 1911 stellt sich das sog. niedrige Be- köstiguugsgeld für Mannsckjaften für das 1. Halbjahr des Ka­lenderjahres 1912 in den Garnisonen des 18. Armeekorps täglich auf nachstehend angegebene Sätze (die darin enthaltenen Vergü­tungen für die täglichen Fleischportionen sind dabei in Klammern angegeben); Babenhausen 41 Pfg. (24^/1 Pfg.), Biebrich 38 (22), Butzbach 41 >25*/,), Darmstadt 41 (25), Frankfurt a. M. 41 (25* 0'1, Gießen 42 (26*3), Hanau 40 (42), Homburg v. d. $1/43 <263/4), Mainz 38 (22*,.), Offenback 41 (25), Weil­burg 41 (25i/i), Wiesbaden 39 (23), Worms 39 (223/0. In den übrigen Armeetorps sind hiernach als billigste Garnisonen zu verzeichnen: Garde-Korps Berlin und Großlichterfelde mit 39 (23) Pfennigen. 1. Armee-Korps: Ottelsburg 34 (18). 2. Armee-Korps: Bromberg 36 (20i/i). 3. Armee-Korps: Brandenburg ia. H. 37 '(211/4).- 4. Armee-Korps: Magde-

cr di llniticriiiiit Gießen, um Tierheit runde zu studreren; 1862 im Frühjahr machte er sein Staatsexamen und vromo^ vierte als Dr. phil. am 22. April 1864 an der llniocrjital Rostock. Seine tierärztliche Tätigkeit übte er hi -berheften aus. Als Kreisveterinärarzt wurde Dr.^Kreuder 181)6 in Lauterbach angestellt und als solcher 1877 nach Nidda ver-i setzt, wo er den heute noch bestehenden segensreich wirkens ben Pferdeversicherungsverein gründete. Nachdem Dr. KreuM der als Kreistierarzt 1886 pensioniert worden war, siedelte er als Stadttierarzt nach Lich über, wo er als erfahrener Praktiker gefchätzt wird und soweit es seine Jahre zulaften, heute noch wirkt. Auch schriftstellerisch ist der ^nbilar, besonk.rts auch durch seine gemeinverständlich behandelten: Artikel zur Abwehr von Viehseuchen usw., hervorgetreten. Der Jubilar, der jetzt gerade ein viertel Jahrhundert in unserer Stadt wohnt, hat hier keinen Feind und in allen Schichten unserer Bevölkerung hegt man den Wunsch,, daß es dem Jubelpaare vergönnt sein möge, noch bre eiserne Hochzeit feiern zu dürfen. .

r. Londorf, 2. Jan. Auch hier verunglückte em junger Bursche beim Neujahrsschießen. Tie ganze Puloerladung erhielt er inS Gesicht, so daß er erhebliche Brandwunden bekam und sofortige ärztliche Hilfe erforderlich war. Es war einen Tag lang ungewiß, ob der Verletzte seine Sehkraft nicht eingebüßt hatte. Heute geht eS wieder bester.

ich unter der Leitung seines ruhicigen Dirigenten Herrn G. Rabenbrock auch hier in Gießen bewahren bürftc. Außer Ensemble-Vorträgen gelangen auch Einzelvortrage und Quartetts sowie Tyrolerliebee mit Instrumentalbegleitung u. a.Am Wörthersee") zur Aufführung. . .

** Im Kolosseum ist auch diesmal wieder ein lorgtgltiq ausgewähltes Programm ausgestellt, das sich lebhafteiren Btttalls erfreut und im allgemeinen auch einen guten Zuipruck achzu- weisen hat. Anni de Sawa unterhält die Besucher durch ihre hübsch und flott vvrgttragenen Lieder. Die Geschwister van Hell erweisen sich als vorzüglich geschulte L'ylophomo^elermnen von gutem Geschmack und Temperament. Fritz ^^bes> erfreut durch einige gute humoristische Vorträge, die starken B Hall Nnden und das Strauß-Duo erntet mit seinen höchst lustigenBer- wandlungsvotträgen die ausgelassenste Httterkeil. Als tüchtiger Mirniter erweist sich Franyois Rivoli, der große Ncanner aus Geschichte und Leben z. T.mit überraschender Aehnlichteit da*' stellt. Eine ganz vorzüglick^ Nummer bringt das A b s -A v,e l l 0- Trio am hoben Trave;; mit fast staunenswerter Straft und Genauigkeit vollführt es seine verblüffendsten Uebungen, die^edes- mal ftürmifd)en Beifall finden. Svlvestr 0? ?, ben bie Frage­zeichen schon als eine der bekanntenDamenherm kenntlich machen, tritt als entzückend echte Tarne auf, bie mit Cl>arm' ihre Lieder singt, um schließlich als öerr abiiitretcn, nachdem er mit seiner natürlichen Stimme einige Wellen gelungen hat. Akrobatische Tänze von feinen Reizen bringen die Eha101 r s, ein gewandtes Paar, das in verschiedenen Stostümen allerlei Tänze ausführt. Den Schluß des interessanten Programmes bil­det S 0 m-S a m sa , das Menscken-Rätsel, der durch ganz außer­ordentliche Gliederfimststücke verblüfft, u. a. eine -chwere Hantel rückwärts mit den Zähnen von dem Boden aufhebt und zum Schlüsse durch einen kaum 40 Zentimeter großen Rmg kriecht. Alles in allem ein sehr sehenswertes Programm.

** 3 u b c m b e b a u e r (i d} c n SS 0 r f 0 m m 1115 in der Neujahrsnacht schreibt uns ein Augenzeuge.^ Die -laier flüchteten von der Bahnhofstraße nach der Süb^Anlage in die Grundstücke von Jaeger, Weißbäcker und Krailing. -ter in die Hand Gestochene lief bis zum Selterstor und rief nach Schutzleuten; diese stellten die Namen der Täter fest und nahmen dann die ^Verfolgung anf.~ Gleichzeitig kam cm Pächter des Gießener Wach- und Schließ-Instituts hinzu, der, gefolgt von einem Friseurlehrling, die obengenannten > Grundstücke absuchte. Die Täter wurden von dem Lehrling im Krailingschen Garten entdeckt, wo sie von ben nachkom ment) en Schutzleuten fest genommen würben.

* Unfall. Gestern vormittag, als Fuhrunternehmer Bender in der Blechstraße zwei erst erworbene Pferde ein- spannte, war ihm der Sattlergehilse Diebel behilflich. Die Pferde gingen aber gleich durch und Diebel geriet unter den Wagen. Er erlitt einen Beinbruch und wurde nach Anlegung eines Verbandes von Btannschaften der Sanitäts­kolonne nach der chirurgischen Klinik gebracht. Diebel ist gestern abend infolge seiner Verletzungen geworben.

Selbstm ord? Am Lahnufer bei den Klärbecken­anlagen wurde gestern ein brauner Samthut und ein graue? Damen-Jackett gefunden. Fußspuren führen nach der Lahn, so daß angenommen wird, es sei dort eine Frauens­person in das Wasser gegangen. Als vermißt wurde indes bis jetzt niemand gemeldet.

** Frühling im Winter. Heute wurde uns ein munterer Schmetterling, ein kleiner Fuchs, vorgezeigt, der gestern nachmittag in einer Küche in der Lonystraße zugeslogen ist.

Landkreis Gießen.

das Kreisveterinärarzt Dr. K r e u d e r s ch e Ehepaar das Fest der diamantenen Hochzeit und zwar im 'engsten Familienkreise. Beide Geistlichen unserer Stadt nahmen an der Feier teil. Zahlreiche Gratulationen von nah und fern waren für das Jubelpaar eingetroffen. Der Fürs: zu Solms-Lich und dessen Gemahlin sowie der Erbprinz batten sich in der Wohnung des greisen Jubelpaares ein- gtfunben, um ihre OKnckwünsche auszusprechen. Der Groß- herzog übersandte fein Bild mit Unterschrift und einem sehr liebenswürdigen Begleitschreiben. Dr. Kreuder ist 82 Jahre alt, er stammt von Alsfeld. Seine Gattin, die in Winnerod geboren wurde, ist zwei Jahre jünger; beide erfreuen sich noch körperlicher und geistiger Frische. Der Jubelbränitgam war ursprünglich Landwirt. 1856 bezog