Erst« Blatt
162. Jahrgang
General-Anzeiger für Gberhessen
Nr. 3 Erst« Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 4. Januar W2
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für die Redaktion 112, lp^ « a.« • * .. politischen Teil: August
BW General-Anzeiger für Gberhessen -MM- lür"Ä^Ta'" nunnner Notationrdnid und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Stcinöruderet R. Lange. Redattion, Expedition und Druderet: Schulstratze 7. 2°^.:^E.Heß-^sür den bä vomtittan^Tußä Büdingen: Fernsprecher Er. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.
Die Uonservatwen aus dem Rückzug.
Auf dem ostpreußischen Parteitag der Konservativen hatte ihr Führer Herr v. Heydebrand u. d. Lasa eine Stich Wahlparole für die Konservativen dahin abgegeben, daß mir derjenige liberale Kandidat gegen den sozialdemokratischen zu unterstützen sei, der folgende drei Fragen mit „Ja" beantwortete. Nämlich
1. Bist du bereit, jede Verminderung der kaiserlichen und der RegierungSgcwalt unter allen Umständen zu v.-rhindern'? 2. Bist du bereit, unter allen Umständen für einen lückenlosen Schutz unseres wirtschaftlichen Lebens mit Hilfe des Zollsystems einzulrcten? und 3. Bist du bereit, jede Maßnahme zu unter stützen, die den .Schutz der bürgerlichen Gesellschaft gegen die Sozialdemokratie bezweckt?
Diese Forderungen des Herrn v. Heydebrand fanden ehre fast einmütige Zurückweisung durch die liberale Presse. Sie waren wohl zunächst an die Nationalliberalen gerichtet, in deren Kreisen man namentlich für Pnult 3 einiges Verständnis voraussetzte, aber der ungekrönte König von. Preußen erlebte hier eine Abfuhr, die" ihresgleichen sucht Denn die parteiamtliche Nationalliberalc Korrespondenz verspottete die Meine Majestät von Klein-Tschuukawe, indem sie ihrerseits den Konservativen ebenfalls drei Bedingungen stellte, von deren Erfüllung die Nationalliberalen ihre Stich Wahlhilfe sür einen konservativen Kandidaten abhängig machen würden. Und diese Bedingungen lauteten:
1. Bist du bereit, die Verminderung der kaiserlichen Gewalt und die Verletzung der Autorität des Staates durch die päpstlichen Uebcrgriffe in die weltliche Hoheitssphäre unter allen Umständen zu belämpjen! 2. Willst du unter allen Umständen einer kräf tigeren Heranziehung der Erbschaften zum Ausgleich der nnge reellen SteurrreHeilung beistimmen? Und 3. Wie hältst du es ■nut der preußischen Wahlrechtsreform? Bist du bereit, jeder Maßnahme zuzustimmen, welche dem Liberalismus die politische Gleiacherechligung cinräumt?
Aeußerst gereizt nahm man deshalb bei den Konservativen die frühere Parole wieder auf, nämlich, sich an einer liberal-sozialistischen Stichwahl überhaupt nicht zu beteiligen und so die Sozialdemokratie indirekt zu unterstützen. Das Sprachrohr dafür war Herr v. Oldenburg-Januschau, der in Marienburg ungefähr ausführte, daß die Liberalen H*|t durch den Sieg der Sozialdemokraten gefügig gemacht werden müßten, daß sie also von den Konservativen rücksichtslos zu bekämpfen wären, um die rote Flut int Reichstag bedenklich ansteigen zu lassen.
Diese Tesparadopolitik ist nun doch im konservativen Lager ernstlichen Bedenken begegnet. Zwar hatte sich der weit erschau en de -Teil der konservativen Presse schon früher bemüht, die Heydebrandsche Stichwahlparote in ihrer tatsächlichen Bedeutung abzuschwächen, aber erst heute nimmt die parteiamtliche Konservative Korrespondenz an den Hende- brandschen Stichwaslbedingungen sür Liberale eine Korrektur vor, die den deutlichen Rückzug der Konservativen in dieser Frage erkennen läßt.
Denn, während Herr v. Heydebrand von dem! liberalen Kandidaten verlangte, daß er jede Verminderuttg der kaiserlichen und Regierungsgewalt verhindere, sollen jetzt nur poch „die verfassungsmäßigen Rechte der Kaisergewalt ungeschmälert erhalten werden", und die Forderung eines lückenlosen Zolltarifs wird zu der eines „ausreichenden" herabgestimmt, lieber bi cd aber soll es sich in diesen beiden Puntteu, ebenso wie. bei dem dritten, der den Schutz der bürgerlichen Gesellschast gegen die Sozialdemokratie betrifft, nur um Grundzüge handeln, die zwar unter keinen Umständen aufgegeben werden dürfen, bereit Formulierung selbst aber dem Takte unb ber Gewissenhaftigkeit ber einzelnen konservativen Wahlkreisvorsitzenden überlassen bleiben muß. Steht alles bieses fd>oit in-direktem Widerspruche
Zclix Vahn f.
Felix Dahn ist, wie wir gestern nur noch in einem Teil unserer Auflage mitteilen konnten, int Alter von 78 Jahren in Breslau gestorben.
Fclir Dahn, ber nun nach einem mühevollen und arbeitsreichen Leben ausruhen darf, der Gelehrte und der Dichter des „Kampfes um Rom" hat uns in seinen vierbändigcn Lebcns- erinncrungen vieles berichtet von den schweren Kämpfen, die er als junger Forscher durchkosten mußte, um Anerkennung und Stellung zu finden. Der in Hamvurg geborene Sohn eines Schanspchlervaares — sein Vater Friedrich Dabn stammte aus einer alten Berliner Bürgerfamilic — verlebte seine Jugend in München. Als der junge Felix mit 16 Jahren die Universität bezieht, treibt ihn Wunsch und Neigung zur Philosophie, und sein Lebenstranm ist, dereinst vom Katheder herab die Jugend zu erleuchten. Aber ein Vermögen hatte er nicht zu erwarten, die Austührung des schönen Traumes scheiterte in der rauhen Wirklichkeit und ber junge Stuckent beugte sich Vernunftsgründen und studierte Rechtswissenschaft. Noch war fein Leben sorglose Hoffnung auf eine schöne Zukunft: erst mit der Habilitation a^s Privatdvzent der Rechtswissenschaften in München begann der Ernst des Daseins seine ersten Schatten zu werfen. Tie Sorgen um das tägliche Brot zerrissen bald die schönen Träume. „Ich hatte die letzten drei Jahre jeden Tag viele Stunden Aufsätze in allerlei Zeitschriften unb Zeitungen schreiben müssen, das Notwendige zu verdienen. Ich litt hart: ich erkrankte an Lungenentzündung. Mit Mühe hergestellt, mußte ich 1862 nach Meran, in den Süden, die ßttrk angegriffene Brust zu heilen. Nur schwer war das möglich zu machen." Und als der junge Rechts- icljrci" nach seiner Heimkehr die heißersehnte Anstellung noch immer nicht sand, entschloß er sich, — „mit wahrer Verzweiflung im Herzen" — den Traum einer akademischen Laufbahn aus dem Scheiterhaufen der Armut zu opfern. Im letzten Augenblick kam die außerordentliche Professur in Würzburg. Schon zwei Jahre später wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Als lms Jahr 70 zum erstenmal nach langer Zeit alle deutschen Stämme vereint gegen den Erbfeind im Felde sieht, leidet es den Rechtsprofessor der Universität Würzburg nicht daheim. Aber sein Gesuch um Einstellung als Freiwilliger wird in Bayern wie in Preußen abgewiesen. Von jenen Tagen, in denen in ihm die alte patriotische Begeisterung mächtig wieder auflohte, erzählte er noch als alter Mann;
zu den Heydebrattdsck>en Erklärungen, so wird man in dem Verdachte, daß den Konservativen sehr viel daran gelegen ist, einen Einbruch der Sozialdemokratie, auch in ihre Wahlkreise, mit Hilfe liberaler Stichwahlunterstützung zu verhüten, noch weiter bestärkt, wenn man lieft, dag dort, wo teilt lokales konservativ-liberales Stichwahlabkommen existiert, ein solches auf Grund gegenseitiger voll- und gleichwertiger Verpflichtung für weitere geeignete Fälle gemäß ber nach links revidierten Heydebrandschen Bedingungen zu erstreben sei.
Au8 dem Wahlkreis Kießen-Grünbcrg-N bba.
Ter Wahlausschuß der Vereinigten Liberalen in Gießen bittet uns um Aufnahme folgender Zuschrift:
Tie Anhänger des Herrn Werner suchen aus dem Lande vielfach die Sackte ihres K.mdibaten durch die Behauptung zu fördern, die liberale Einigung sei nur von einigen N.ttionalliberalen der Star: Gießen herbei geführt, die ländlichen Vertrauensmänner seien nickt befragt werden und ständen dem Kandidaten Erkelenz gleich- gü.tia \*r ablehnend gegenüber. Dem gegenüber sei festgestellt: Tie nc-tiengllibevale Beririnensmännerrersammlung vom 10. Tc- ’ember war sehr gut besucht unb in ihr überwogen bie ländlichen V. rlianenSmanncr. Tiefe Versammlung hat einstimmig, ohne das der geringste Widerspruch eines länd ickcn Vertrauensmannes ncäurcrl wurde, erklärt, sie wünsche die liberale Einigung und -? r Kandidat Erkelenz sei ihr genehm. Wer in den letzten Tagen bte jubelnde Zustimmung gehört hat, mit du in den ländlichen Crtcn, n ie Musi enheim, Lang:darf, Atzenhain, Obcrsecmcn, Ge- dun, Hungen usw. das Eintreten r.ationalliberaler Redner für die liberale Einigung unb den Kandidaten Erkelenz begrüßt wurde, der weiß, daß d:e Vertrauensmänner vorn Lande die Stimmung der natianailiberalcn Wähler rick.iZ zum Ausdruck gebracht haben. Du Natianalliberalen aus dem Land? nie in der Stadl stehen einmütig zu dem Kandidaten Evl.ün.'., der sich durch seine ebenso kraftvolle wie maßvolle, echt bentjd-c Persönlichkeit täglich neue Sympathien und neue Anhänger gewinnt.
Friedberg-Büdingen.
x Bad-Nauheim, 3. Jara. Während der Wahl' kampf seither fast ausschließlich auf dem Lande geführt wurde, haben sich die Parteien die Städte bis auf die letzten Tage aufgehoben. In Friedberg, Büdingen, Vilbel unb hier werden in bett nächsten Tagen noch die Hauptwahlschlachten int Wahlkampfe geschlagen werden. So fanb teilte die erste Wahlversammlung hier unter dem Vorsitz von Sanitätzsrat Dr. Baur statt. Ter von beit National- liberalen ausgestellte unb vorn Bund der Landwirte unterstützte Kandidat Landgerichtsrat Strack-Gießen entwickelte in außergewöhnlich stark besuchter Versainm- 11111g seine Programmrebe, in der er das Zusammengehen mit dem Bund rechtfertigte. Es gelle den Wahlkreis der Sozialdemokratie zu entreißen, und das sei nur durch den Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien möglich. Eingehend verbreitete sich der Redner über die äußere Politik des letzten Jahres und über bie baraus sich folgernbe Stellungnahme der Partei zur Heeres- unb Flottenfrage. Neben ber nationalen Grundlage seines Programms hob Tr. Strack vor allem seine Stellung zu den wirtschaftlichen Fragen hervor: er stehe, so betonte er iausdrücklich, auf dem Boden einer vernünftigen Schutzzollpolitik und werde stets für die Interessen des Mittelstandes und der Reichsbeamten sowie für die Rechte unserer Arbeiter ein treten. Nach den mit Beifall ausgenommen en Ausführungen sprach Rechtsanwalt Kaufmann-Gießen über die gegenwärtige politische Lage im Reich und über die Aufgaben des neuen Reichstags unb trat warnt für bie Kandidatur Strack ein. In der Aussprache sprach Rechtsanwalt Tr. B rüch er--Bab-Nauheim für bie fortschrittliche Kandibatur Leuchtgens unter lebhaftem Beifall ber anwesenden Fortschrittler.
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Aus dcm Wahlkreis Darmstadt-Groß-Gerau.
bs. Dar m st a b t, 3. Jan. Es verlautet, baß die Zen- trumskandibatursür ben Wahlkreis Darin stabt-Groß- Ger au heute nachmittag durch Beschluß ber Vertrauensmännerversammlung dieser Partei zurückgezogen wurde. Wie es heißt, soll die Zentrumswahlparole lauten: für Dr. O s a n n.
Mawz-Oppenheim.
Mainz, 3. Jan. Als Kandidat des Bundes der Landwirte wurde für den Wahlkreis in einer Vertrau ensmännerversammlung der Gutsbesitzer Otto D e 11* weiler aufgestellt. Er ist dann neben dem Zentrum', dem Sozialdemokraten und dem Nationalliberalen ber vierte Kandidat.
Aus dem Wahlkreis Marburg-Kirchhain-Frankeuberg.
0 Marburg, 3. Jan. Der Vorsitzende des liberalen Volksvereins Prof. Tr. Schücking krläßt folgenden Aufruf: „Nachdem die dcmokratisckie Vereinigung, abgesehen von unserem Wahlkreise, Kandidaten ausgestellt hat, welche einzig unb allein wider die Fortschrittspartei gerichtet sind, sehen wir airgefichts unserer Zugehörigieit zu dieser Partei uns außer stände, an der ebenfalls im Namen der demokratischen Vereinigung proklamierten unb von uns früher in Aussicht genommenen Kandidatur des Herrn von Gerl ach in unserem Wahlkreise sestzuhalten. Wir Verzicht c n bei den Verhältnissen des Marburger Wahlkreises auf die Ansstellung einer S 0 n be r t a n b i b n t n r , halten es aber in Anbetracht der politischen Sage im Reich für ausgeschlossen, daß einer unserer Partciginwsscn seine Stimme einem Kandidaten der Rechten zuführt."
Aus dkw Wahlkreis Fraustadt-Liffa-
Berlin, 4. J'an. Im Reichstagswahlkreise Fraustadt- Lissa, wo der frühere Reichstagsabgeordnete für Glatz- Habelschwert, Graf Oppersdorf, sich selbst als Kandidat ausgestellt hat, wendet sich der Vorstand des nationalen Wahlvereins ber deutschen Katholiken an bie tatholisch- beutschen Wähler mit dem Aufruf, den Grasen von Oppersdorf nicht zu wählen.
Im ersten wiirttembergischcn Neichstags.vahlkreis- ber bisher durch einen Sozialdemokraten vertreten war, haben die Konservativen die Unterstützung des gern eins am en Karrdidaten der liberalen "Barte i c n , des Oberbürgermeisters M ü hlberg , beschlossen. Das Zentrum hat eine aussichtslose Zählkanbidatur auf» gestellt.
(Eine eigenartige Meuterei in (England.
Eine foitberbarc Meuterei mit noch sonderbarerem Aus» gang wird aus England gemeldet:
Im Lager 0011 Sonant o or in ber Nähe von Peters- fielb (Grafschaft Southampton) brach am Silvesterabend eine Meuterei aus, bie erst jetzt bekannt wirb. Es scheint, baß einige schottische Soldaten, bie in Longmoor lagen, empört barüöer waren, baß ihnen nicht ber ganze Neujahrstay freigegeben worden war. Sie versammelten sich, als die Lichter ausgelöscht waren, warfen einige Baracken um unb bombardierten unter Ser«, wünjchungen bie Quartiere ber Offiziere mit Steinen. Offiziere und Unteroffiziere kamen sofort in ihren Nachtgewändern hervor, woraus die Leute Karre bildeten, in das einige Serganten zu bringen versuchten. Sie erhielten babei aber Bajonettstiche, unb einer von ihnen würbe erschossen. Schließlich forbertc ein als guter Boxer bekannter Offizier den beften Boxer unter ben Leuten zum Einz e l kamp fe heraus. Offtziere unb Mannschaften stellten sich im Kreise auf. Ter Offizier besiegte ben Soldaten. Darauf kehrten bie Leute langsam in ihre Baracken zurück.
„Hinein mußte ich: so schloß ich mich der Nothelferkolonnc des hessischen Majors von G r 0 l m a n n an, die das Recht hatte, dem Kronprinzen von Preußen auf die Schlachtfelder zu folgen. Ich erachtete es als das großartigste Glück meines Lebens, daß es mir vergömtt war, die große deutsche Siegesschlacht bei Sedan von morgens 7 Uhr bis zu ihrem Crrde in unmittelbarster Teilnahme mitzumachen." Er begleitet die bairischen Jäger bei dem Sturme auf BazeilleS mib hier trifft ihn ein Prellschuß eines Granatsplitters am Arm und schleudert ihn in den Straßengraben. Aber zum Glück ist die Vertvunduug übcrrascheirderwcise mir leicht, und wieder auf die Straße getrieben „sah ich — wohl eine der allerersten — die weiße Fahne auf der Bastion von Sedan wehen und wies cs unserem Hauptmann. Wie soll man das schildern!"
Sechs Jahre später erschien „Ein Kampf um Ro m", der Tahn mit einem Schlage berühmt machte. Er war inzwischen einem Rufe nach Königsberg gefolgt. In seinen Lebenserinne- rungcn gibt uns Tahn ausführlich Kunde von dem Werden und Wirken seiner Tichtmrg. Er erzählt nickt ohne Humor, daß seine dichterischen Neigungen ihn in seiner akademischen Laufbahn geschädigt hätten., „Die Hauptursachen einer späten und langsamen „Karriere" sind der Mangel an jeder . . . sagen wir Betriebsklughcit in mir und bann das „verfluchte Tickten", das ja den echten und gerechten Professor Kaste verlieren läßt unter seinen Amtsgenosscn."
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— Ge in äldedieb stahl. In der 91at^t vorn 1. auf 2. Januar sind Diebe in die Kircho des heiligen Sebastian von Siena eingeb rangen und haben bart ein äußerst kostbares, aus bem 16. Jahrhundert von Ser Hand eines unbekannten, alten Meisters stammendes Gemälde gestohlen. Tie dort angestellten Nachforschungen nach dem Tckebe hatten bis jetzt noch fein Ergebnis.
kf. Was französische Schriftsteller den Frauen zum neuen Jahre wünschten. Ter „Gaulois" Hal bei einer Reihe der bedeutendsten LchriftüelleT- Fr- ■.reirh-' - r*' •
frage gehalten und sie um ihre 'Jici
Frau gebeten. Jean Aicard, ein M-.rgtied Der Arader ic aaneaye, antwortete: ,,Was soll man denn Den trauen noa- rnnrren? Sie besitzen ja alles: sie sind se n, r.e haben bie rischsten Reize, die ihnen eine nahezu unumichr^
geben, sie haben Treue und Falschheit. Was soll man einem solchen Wesen noch wünschen? Tas einzige wäre vielleicht, daß es verstehen lernen möchte, daß die großen Tl?eaterhüte keineswegs von gutem literarischem Geschmack zeugen." Rene Bazin, ein anderes Mitglied der Academie, spricht den Wunsch aus, daß „die Frauen doch wieder für die Männer beten möchten". Ter Akademiker Brieux bedauert, daß „die Erziehung des jungen Mädchens heutzutage geradezu darauf hinauslausc, den Eharakter zu verderben und ihm, Falschheit, Hochmut und Eitelkeit einzuimpfen. Tie Heirat ist zu einem Finanzunternchmen geworden, und die Liebe spielt, nur eine ganz nebensächliche Rolle. Ich wünsche deshalb, daß die Frauen sich von diesen Vorurteilen, lossagen, sich unabhängig mackzen und klug und gut werden". Jules Claretie und Grenet-Tancourt bedauern, daß „bie Frau von heute so wenig ber Frau von vorgestern gleicht", und alle Eigenschaften, die ehedem eine Zierde der Frau waren, heute verloren gegangen sind. Emile Faguet wünscht, daß „die Frau von beute wenigjtens nicht iwch weiter auf diesem Wege fortschreiten möchte und nicht zu einer — vielleicht noch mehr zu verdanimenden Frau von morgen werden möchte". Henri de Regnier und Emile Fabre predigen ebenfalls die Rückkehr zum „wahren weiblichen Eharatter". „Tie Frauen können ja Aerzte, Rechtsanwälte und auck Droschkenkutscher werden, wenn sie dabei nur „Frauen" bleiben, und cs stets als ihre erste Taseinspflicht betrachten, dem Manne zu gefallen und ihn zu beglücken. Sie mögen bleiben, wie die Natur sie geschaffen hat, d. h. entzückende We,en, schwach — doch nicht allzu schwach —, mit einem großmütigen Herzen und mit nur mittelmäßiger Klugheit." Julcs Bois hat ein Buch veröffentlicht, das den bezeichnenden Titel „Tas Ehepaar der Zukunst" trägt und für ihn ist die Frau das Ideal, „die die „Tugenden ber Vergangenheit" mit den „Kräften der Zukunft" zu vereinigen versteht". Ws Tugenden ber Vergangenheit bezeichnet er Sanftmut, Bescl-eidenheit, ein ewig sreunbliches Lächeln, Häuslichkeit und — Sparsamkeit, sowie bas Bestreben, den Mann glücklich zu machen. Tie „.Vträitc der Zukunft" sinb besonders ein starker Wille, strenge Beharrlickück unb eine große Individualität, ohne brr hie f~ic
• 1: Unia y^afein ,ugrunb^ gehen wmv r~uittPe
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sm neben und wünscht nur, emß ,.ue ein wenig mch. nuu in den Naturwissenschaften sich anetgne: \


