Ausgabe 
2.10.1912 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

nunmehr auf (^runb eines hervorragenden Enimuns und der vor der Königl. Prüfungskommission in Münster i. W. abgelegten werteren Prüfung dasKünstler-Einjährige"" er­halten. Herr Becker ijt derzeit bei dem Jöorfjbauamt jji Siegen als Architekt angeftellt.

Ter K o h lenbczugSverein hat in feinem Ende Juli abschließenden Gefchästssahr im ganzen 92 570 Zentner Brennmaterial an 1284 Mitglieder abgesetzt. In» Vorjahr betrug der Umsatz 94 510 Zentner bei 1275 Mitglieder.

Bauplahveräuberung. Professor Dr. Leutert hat in der Rothohl je einen Bauplatz zu Mk. 30000 (bar Quadratmeter Mk. 18,00) an Professor v. Eicken und Frau Witwe Generaldirektor Schrader auS Hannover veräußert. Beide Plätze sollen mit villenartigen Wohnhäusern bebaut werden.

Zwangsverkauf. TaS Anwesen, in dem sich am SelterSweg das Automatenrestaurant besindet, ging für Mk. 74 000 an die Hypothekargläubigerin Frau Witwe Blödner als Höch'tbictende über. Das HauS war mit 96 000 Mk. hypothekarisch belastet.

Kreis Büdingen

H. Büdingen, 30. Sept. Tie am vergangenen Freitag anberaumte Otem einbcrate.fi fcung war beicl>lustunfähig und wurde deshalb auf Montag, 30. Sevt., nachmittags 5 Uhr, verlegt. Auch diese Sitzung hatte dasselbe Schicksal. Anwesend war nur Bürgermeister Fendt, die G'mrinberatSnntglicbcr Schulz, Tretet, Rullmann, Klein, Ticmcr, Wittekind und Hinkel. Tie übrigen Gemcindevertreter sind verhindert und fehlen entschuldigt, -tav noch wird wegen Dringlicßlrit in die Berattmg der Tagesordnung eingetreten. Tie Vergebung der K an a l i sa t i o n s a r b e i t e n in der unteren Balmtzotstraße ist wegen Tringlichkeit durch Um­frage bei den Gemeinderatsmitgliedern erledigt worden, xxe Ar­beiten nebst allen Lieferungen hat Maurermeister Fastbinder- Büdingen erhalten. 'Tic beiden Gcmrinde hebamm en sollen unter denselben Voransfetzungen wie die übrigen Gemeindebeamten in die Gemeindekrankenversicherung aufgenommen werden. Vom Bürgermeister wird die Frage angeregt, ob eS nicht ratsam sei, die ganze Straßenreinigung in der Stadt zu Lasten des jährlichen Voranschlags aussührcn zu lassen. Man rechnet mit einem sährlichcn Koslenaichvand zwisck»en 4000 und bOOO^Mark. Wegen den erheblichen Kosten ist die Stimmung in der Sitzung zurücklwltend Gemeinderat Rullmann ist der Ansicht, daß Bü­dingen für diese Einrichtung noch viel ;u viel Klein- und Land­stadt sei, und dast Sommerfrischler und sonstige Besuchet gar nicht die Anforderungen an Strastenreinignng stellten, wie dies in Frankfurt, Nauheim oder ähnlichen Städten der Fall sei. Er hält den heutigen Gebrauch für vollkommen ausreichend, indem er anführt, dast der grösste Teil der Bewohner die Straste ohne Kosten durch Familienmitglieder reinigen liesten, dast sie es aber nicht freudig empfinden würden, wenn ihnen durch eine solche Einrichtung jährlich 56 Mark Kosten ausgeburdet würden. Ge­meinderat Klein l,ält eine ordentliche Straßenreinigung im Inter­esse des Zuzugs von Fremden durchaus für angebracht. Tie An­gelegenheit wird vertagt und einem Ausschuß, bestehend aus Bür­germeister Fendt, Gemeinderat Klein und Schäfer, überwiesen. Büdingen ist reich an altertümlichen Fachbauwerken, mei­stens in Eichenholz Ter gröstte Teil dieser oft sehr schön aus- gefübrten Fachbauwerke ist beworfen. Um die Hausbesitzer zur Entfernung dieses Verputzes und zur Herstellung ihrer Häuser, nach der das Fachwerk sichtbar wird, zu veranlassen, wird votgeschlagen, im Voranschlag Mittel vor-giiebe», .Hausbesitzern kleine Prämien zu gewähren, die b er artige Renovationen an ihren Häusern aus­führen lassen. Auch die Angelegenheit wird dem gleichen Ausschuß überwiesen, zu dem noch Gemeindetat Rullmann zugezogen wird. Tie Erweiterung des Ortsbauplanes von Büdingen ist angeregt. Ter Gemeindetat ist der Ansicht, daß durch die Aus­stellung des nach Süden und Südwesten gelegenen Ortsplanes hinreichend für Bauplätze zu Wohn- und Geschäftshäusern gesorgt ist. Um aber die Möglichkeit zur Erbauung von Villen am süd- lidyn Ablxmg des Psaffenwaldes zu ermöglichen, soll für den nördlichen Teil von Büdingen rin Ortsbauplan errichtet werden. Eine Kostenrechnung im Prozeß der Stadt Büdingen gegen die Aktienzuckerfabtik Büdingen in Stockheim wird genehmigt. Die Ersatzansprüche her Fi scherci chter an die Stadt be­züglich der Fischerei in der Gemarkung Büdingen werden abgriehnt und nur 100 Mark zum Einsatz neuer Brut bewilligt. Tas Niederschlagsvetzeichnis bet Rechnung für 1911, das diesmal eine ungewöhnlich hohe Summe aufweist, wird genehmigt, bis auf den Posten eines Bürgers, der sich auf alle mögliche Weise von der Pfändung zu drücken weis. Auf Antrag Rullmann wird dieser Poften in Liauidation und erneut in Beitreibung gesetzt. Die Gemeinde Friedberg hat Ersatzansprüche für Hilfsbedürftig- keitskosten durch die Erkrankung des P. S. an die Gemeinde Büdingen gestellt. Tot Gemeindcrat beschließt, die Ansprüche abzulehnen, weil S. schon über ein Jahr von Büdingen verzogen, und durch die kurzen Besuche seines Sckmagers eine Fortsetzung des Unterstützungswohnsitzes nicht hcrgelritet werden kann. Die beiden in Aussicht genommenen Wasenplätze haben sich für diesen Zweck als wenig brauchbar erwiesen. Ter Ausschuß wird beauftragt, andere Plätze einzusehen und dem Gemeinderat erneut Vorschläge zu machen.

X Nidda, 1. Oft. Henle trat der Buteattvorstehet des hiesigen Finanzamts, Louis Schüler, in den Ruhe- stand, lieber 58 Iahte ist er bei der Steuerbehörde be­schäftigt gewesen. Als 14 Fahre alter Junge trat er bei dem damaligen Lteuerkonnnissar Winterstein hier in Stellung, arbeitete dann unter dessen Nachfolger und legte sogar noch al« nahezu Siebzigjähriger vor vier Jahren die neu ein- geführte Prüfung für Finanzamtsgehilfen mit gutem Erfolge ab. Die Verdienste und treue Amtsführung Herrn Schülers sind durch Aerleihlmg zweier OrdenLauSzeichnungen und jetzt bei seiner Pensionierung durch Verleihung des Titels Kanzlei­rat anerkannt worden. Der Greis ist körperlich und geistig nock recht rüstig.

Hesscn-Nastau.

$?. Fran nurt, 1 £ft. Im SiNungssaale der vollzählig krichnenen Stadtverordneten Versammlung er­folgte heute abend die Einführung des neuen Cbcrbürger meilterö Borgt, früher tu Barmen, durch den RegierungSpräfi- beuten o. Meister. Lieser widmete zunächst dem scheidenden Cberburgmncnter Adickes Worte dankbarster Anerkennung und wumchre bann seinem Nachfolger, baß er nach dem Frankfurter Wahlwruch stark tm Recht sei. Tann werbe man einst auf bre »era »otgt «ut ebenso grauer Haelmchtnug zurückblicken, wie jetzt ägx - Miguel. Ter Stadtverordnetenvorsteber

a> : r. rat k^rredleben hob ebenfalls die vielseitigen Verbrenne von Tr Adrckes hervor und hieß dann den neuen Cberbürgcrmetiler wrllkommen, mit dem Wunsche, daß ihm Frank Juri eine traute Her mal werden möge. Oberbürgermeister V oigt dankte den Storrebnem und versicherte, daß es sein höchstes Ziel

werde, den Ruhm Frankfurt-, daß eS in der Sorge für die wrrlichattlrch wachen an der Spitze der bcutfdKn Städte nmridnere, zu wahren und zu mehren, Handel rind Verkehr zu fordern, tonie Sparsamkeit walten zu lassen, aber auch die be- oeiiUamcn, wert in bre 3ufunft blickenden Projekte seiner Vor ganger ini ornfie ihrer Gründer auszugestalten.

. Der Bauunternehmer Joh.

Hemr. Hack hat Konkurs gemacht. Wie in einer kürzlich abgehaltencn Gläubigeroersammlung mitgeteilt wurde, sind auf die insolvente Firma für rund 360 000 Mk. Wechsel (frmanz. und Warenwechsel) tm Umläufe. Die Passiven werden auf zwei Millionen Mark geschätzt, die Aktiven sollen m gleicher Höhe sein, bestehen jedoch zum größten

Teile auSKJmmobilienbesitz, der bei einer Veräußerung starke Einbußen erfahren dürfte. Die Aussichten für die Gläubiger find ungünstig. _______________

Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung.

Um den größeren Anzeigen für die Sanis tag snmmner eine sorgfältige Sayausslairung zu sichern, empfiehlt es sich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher fru bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvoll« .Anordnung gewährleistet werden. ,

Verlag der Giehener Anzeigers.

Rcichsgerichtsbrief.

Machdruck verboten.) js. Leipzig, Oktober 1912.

Schadensersatz und Schmerzensgel dw eg en ver­minderter Heiratsaussicht durch einen

Automobil unfall.

Tic Tochter eines Handwerkers in einem Orte bei M ü n ob e n ist als 12jähriges Kind von dem Automobil des Hotelve- sitzers G. in München überfahren worden Als folgen bc- Unfalls blieben eine leichte Schiefstellung des Beckens (Verbiegung der Wirbelsäule! .und eine Verkürzung des rechten Beines um 2 Zentimeter zurück. Auf die Lchadensersatzklage der Verunglückten und ihres Vaters verurteilte das Landge­richt München den Automobilbesitzer unb.ben Chautteur g e - samtschuldnerisch zum Ersätze des entstandenen Schadens.

Tas Oberlandesgericht München dielt es für an­gebracht, auf eine Llbsindungssumme von 8500 Mk. zu erkennen. Und zwar billigte es dem klagenden Vater 2500 Mk. iue Heilungs- und Pilegekosten zu, der Verunglückten selbst aber 6 0 00 M k. als Schmerzensgeld für die leichte körperliche VeruMtal tung und gleichzeitige 23 erminberung der Heiratsau s - sicht. Aus den E n t s ch c i b u n g s g r ü n b e n des Oberlandes­gerichts interessiert die Feststellung, daß die durch die ttnsalls- folgcn hervorgerusene Verminderung der Heiratsaus­sicht nach der wirtschaftlichen Seite hin als Erschwernis des Fortkommens der Klägerin in Betracht zu kommen hat. Alsdann führt das Oberlandesgericht aus, daß bei der Zumesiung einer Summe von 6000 Mk. für die Tochter eines kleinen lcistd- (idtfn Handwerkers gegenüber den Erben eines Hotelbesitzers (der zuerst beklagte G. i)t während des Prozesses gestorben) nicht zu hoch gegriffen ist. Deshalb erklärt dann das Oberlandesgericht die Erben wie auch den Chauffeur als Ge sa m t s chu l d n er für haftpflichtig.

Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts hatten die Erben des verstorbenen Automobilbesitzers wie auch der Chauffeur' Re­vision beim Reichsgericht eingelegt. Der Chauffeur be­sonders mit der Begründung, daß vom Oberlandesgericht seine Vermögensverl>ältnisse mit denen der beklagten Erben des G. als gleichstehend behandelt worden sind und er somit als Gesamt­schuldner zur Tragung der Hälfte verurteilt ist. Das Reichs­gericht hat die Revision der beklagten Erben als unbegründet zurückgewiesen, dagegen das Urteil auf die Revision des Chauffeurs hin aufgehoben und die Sache zur anderwriten Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht München zurückverwiesen.

Die deuisch-sranzösische Sprachgrenze.

Daß die deutsch-französische Sprachgrenze seit fast einem Jahrtausend eine beinahe unerschütterliche Festigkeit bewiesen hat, ist das Ergebnis einer hochinteressanten Untersuchung, die Prof. Dietrich Schäfer tm Oktober heft der Inter­nationalen Monatsschrift veröffentlicht. Die öfter gehörte Mei­nung, daß das deutsche Sprachgebiet sich einst viel weiter als gegenwärtig erstreckt habe, wird durch die Geschichte widerlegt. Die Teilung der Reiche im Vertrage von Verdun im Jahre 843 hat Grenzen festgelegt, die mit unwesentlichen Verschiebungen bis zum Westfälischen Frieden bestanden, dessen Bestimmungen auch nichts mit der Sprachgrenze zu tun hatten. Wenn man die heutige deutsch-französische Sprachgrenze vom Kanal bis zu den Alpen verfolgt, so zeigt sich, daß sie nirgends eine politische, eine staatliche ist und beide Scheidungen nur auf kurze Strecken von wenigen Meilen zusammenfallen. Nimmt man nun die gc- chichtlichen Zeugnisse für die Herrschaft einer der beiden Sprachen ans dem letzten Jahrtausend zusammen, so ergibt sich, daß er­hebliche Verschiebungen nicht stattgefunden haben und daß für die einzelnen Wandlungen besondere örtliche Gründe maßgebend ge­wesen sind.

Kurth hatte dies für Belgien nachgewiesen. Für Elsaß- Lothringen hat sich durch die Forschungen Wittes, bei denen außer den Flurnamen auch die Familien-, nicht die Personen­namen ausgiebige Berücksichtigung gefunden haben, dasselbe er­geben. Schon ums Jahr 100 waren die Sprachinseln, die bis dahin zu beiden Seiten der Sprachgrenze bestanden hatten, bis auf wenige deutsche drüben, verschwunden. Wenn in Lothringen in her Zeit von 1000 bis 1500 eine Verschiebung stattgefunden hat, so ist es zu Gunsten des Deutschen gewesen: die dcutscl>en Sprachinseln haben im allgemeinen eine größere Widerstands­kraft bewiesen als die größeren romanischen. Eine gegenteilige Bewegung setzte mit dem 16. Jahrhundert ein. Unter französischer Herrschaft war es dann mit der deutschen Geschäftssprache na­türlich aus, und die Französierung einzelner Ortschaften, die schon Johann von Lothringen begonnen hatte, setzte sich fort Wittes Karte, die den Verlust der Deutschen überblicken läßt, zeigt in der Gegend von Marial und Saarbriid einen Streifen von 15 bis 20 Kilometern Breite, der im Durchschnitt aber nickt über eine Meile breit ist. Für die Gesamtbeziehungen der beiden Sprachen, bedeutet dies Verschwinden ivcilh, wenn es auch für das Lothringer Gebiet kein gleichgültiger Verlust ist. Die Stadt Metz bat zu allen Zeiten französisch gesprochen: bei der Nähe der Sprachgrenze hat es natürlich immer dort auch Deutsche gegeben, die aber nie einen so großen Bruchteil der Bevölkerung ausgemacht haben, wie gegenwärtig. Im Elsaß ist das Ergebnis etwas gun,tiger für das Französische. Aber die Bemühungen der Revolution und des Kaiserreiches, dann Loui Philippes und Napoleons III., das Französisch in Elsaß-Lothringen zur vollen Geltung zu bringen, haben nennenswerte Erfolge nicht gehabt' iie stießen besonders auf den Widerstand der Geistlichen beider Konsesiionen.

Bis zur Zahlung von 1905 hat die französische Bevölkerung Itanbig abgenommen: die jüngste Zählung bat zum erstenmal eme Zunahme ergeben, aber nicht im französischen Sprachgebiet, »andern in den großen, von leber deutschen Städten des Elsaß ein Beweis, datz politische Gründe die 9(ngaben beeinflußt haben' ''".V ® ntro C1' ?ab blc ^beiten Zimmerkis erwiesen, daß Ä bcJ Sprachgrenzen, die im großen und ganzen

durch die Völkerwanderung bereits crrolgte, die später eintre- !fn?^?$f$61fbun9Cn *u Gunsten des Deutschen, nicht d.-s Fran- .'0111*011 waren, |o am nordwestlichen Ufer des Bieler Sees um <r??Zurtcn und vor allem in Wallis' V1 neuerdings bat in Wallis unverkennbar eine rückläufige <?°5 französische drang hier mit der Elfen Ä b'c bas Land vom Genfer See her erschloß: aber trtUxihnranders werden, wenn durch die Lötsäx'ii- JjSj1bnofl a $krlnnbung nut dem Berner Land fertiggestellt fein Deutschschweizer zeigt keineswegs eine l er ed Ezugeben. er lernt das Französische,

L C »A. «y » fi? ^vrackw eines Staatswesens und i^Orovrn Bekehr, aber er bangt an seiner Art . . Die Festig- feit der Sprachgrenze erklärt sich, so führt Prof. Schäfer zum

"chlutz aus, vor allem aus der Gleichartigkeit der geifhgen und wirtschaftlichen Kultur der Völker zu beiden Zeiten, die e-nj^ fammenleben und gemeinsame Arbett in demßckben etaat5n>eien ermöglichtAn Reibungen hat es ja nubt gefehlt, aber die Gr i*i*te kennt kein Beispiel, das sie zu einer -prengung bet staat­lichen Zusammenhanges geführt hätten. Wir Dimtf^n haben ern Interesse daran, daß es auch icrner so bleibe Wir brau*en im Reichslande die angestammte franzo'itzve Sprache m*t su bekämpfen: weitere Verbreitung aber hinein in die urdcuttche Bevölkerung dürfen wir nicht dulden. Das wäre nicht nur cm Verrat am Reiche, sondern auch am clsatz lothringnchen Gentes leben. Tcitn dieses ruht nicht aus dem Grunde einer Bkiichkultur, sondern ist in seinem innersten Wesen beut)*, begründet auf öem mehr als tausendjährigen Gebrauch der deutschen Sprache: die ausgepropste französische Kultur hat es nur mit einem ent­stellenden Firnis überzogen."

Vermischter.

Wie die neuen Kongo-Kolonien Deutsch­land übergeben werden. Am 1. CftobiT flattert &um erstenmal die deutsche Fahne in unserer neuen Kongo-Kolonie: em großer Teil des von Frankreich an uns abgetretenen Ge­bietes wird amtlich den Vertretern der deutschen Regierung über­geben und zwar jene Gebiete, dienatürliche"" Grenzen besitzen. Ueber die Art und Weise, wie diese Heb ergäbe sich vollzieht, hat der Leiter der französischen Grenzkommisfion .Hauptmann Pori- guet dem Marin einige interessante Mitteilungen gemacht. Beide Regierungen sind übereingetommen, diesen Akt mit ber_ größten Einfachheit vollziehen. Die Uebergabe und die Empjang- nahme wird sich zwischen zwei Regierungsbeamten oder zwei höheren Offizieren absvielen, und damit vermeidet man eine Fülle von Förmlichkeiten. Schon vorher hat man die Archive bereit- gestellt und zur Residenz des Distriktschess gebracht Am Montag abend, also am Tage vor der Uebergabe, ist der mit der Ueber- nähme beauftragte deutsche Beamte oder Offizier in der Nähe eingetroffen, übernachtet in unmittelbarer Nachbarschaft der an diesem Tage noch französischen Station, nimmt die Archive und Dokumente in Besitz, die ihm von dem bisherigen Herrn des Landes übergeben werden. Zugleich empfängt der deutsche Regierungsvertreter alle gewünschten Informationen und Mit­teilungen. Mit der Morgendämmerung, also mit dem Augenblick, da in den Kolonien die Flaggen gehißt werden, ist dann die Ueber­gabe vollzogen: das Land ist deutsch geworden. In dem Augenblick, an dem an der Fahnenstange statt der Trikolore die schwarz-weiß-rote Flagge gehißt wird, werden die bisherigen Herren des Landes den deutschen Boden bereits verlassen und die neue Grenze überschritten haben.In denselben Formen voll­zieht sich auch die Uebergabe jener Landstriche, die unter sran- zösische Herrschaft treten. Die Protokolle, die dabei abgefaßt werden, find schon vorher festgesetzt und stimmen im Wortlaut miteinander überein.'" Dort, wo die Grenzen noch nicht genau bestimmt sind, wird die deutsch-französische Grenzkommission ihre Arbeit am 1. Dezember beginnen. Beide Parteien der Kom­mission sollen nach dem Programm mit der Grenzregulierung auch wissenschaftliche Arbeiten verbinden.

Hk. Fortbildungskurse für Tropenkrank- heiten. An der Kaiser-Wilhelms-Akademie sollen nach der Klin.-therapcut. Wochenschr." vorn Wintersemester ab zum ersten­mal Fortbildungskurse für Tropenkrankheiten abgehalten werden. Zu den Kursen sind Studierende nach erfolgter Ablegung des Phy­sikums zuzulassen. Für bereits im Dienst befindliche Militärärzte und Angehörige der Schutztruppe werden jährlich einmal vier­wöchige Ferienkurse abgehalten. Nach einer Verfügung des Kriegs­ministers ist den Sanitätsoffizieren der Armee beziehungsweise der Schutztruppe hierzu ein entsprechender Urlaub zu gewähren.

Gin Warnungsautomat gegen Eis bergge- fahr. Professor Copland von der Universität Leeds bat jetzt auf der Reise nach Kanada zum erstenmal einen von ihm er­fundenen Warnungsapparat gegen Eisberggefahr praktisch erprobt. Es handelt sich um einen Mechanismus, der bei Abnahme des Salz gehaltes des Meerwassers ein elektrisches Läutewerk automatisch in Bewegung setzt. Tic Vorrichtung wußde während der Fahrt erprobt und gab dreimal Warnungssignale, die die Nähe von Eis­bergen ankündigten, ehe die Gefahr durch andere Mittel, ins­besondere durch Temperaturmessungen des Meerwassers, ermittelt werden konnte.

Tf. Eine elektrischeRattenfalle. Die großen ameri­kanischen Schlächtereien kämpfen mit allen Mitteln gegen die Natten. Sie haben zwar wirksame Rattenfallen, aber, wenn die Ratten gefangen sind, entsteht immer die Frage, wie man sie töten soll Ein Industrieller hat nun eine Falle erfunden, die gewissermaßen ein elektrischer Hinrichtungsstuhl im Kleinen ist. Eine Ratte, die ihn betritt, wird nicht gefangen ober, wie es bei manchen alten Fallen der Fall ist, zerquetscht und toer ftümmelt, sondern durch den elektrischen Strom sogleich getötet.

Sport.

* Radwettfahren. Am Sonntag, 22. Sept., hielt der Gießener Nadfabr-Verein 1885 sein Schl u brennen auf der Karlsruhe ab. Um 8 Uhr begann das VereinS-Meister- schaßs.Rennen über 2 km. 1. Preis Rud. Schön hals, 2. Preis K. Balser. 3. Preis (3g. Biedenkopf. Daran anschließend war um 3% Uhr Wanderpreisfahren über 20 km. Die Beteiligung war sehr stark und nachstehenbe Fahrer wurden mit Preisen bebacht: Schönbals, Euler, Balser, Dietz, Steih, Zutt, Döring, Rompf, Biedenkovs, Rensch, Klein, Adam, Bevpler, Robenhausen, Wagner, Gärtner. Bei dem am Sonntag auf der Rennbahn an der Hardt abgehaltenen Rab-Rennen konnte der Radfahr-Berein 1885 wieder auf schöne Erfolge zurückblicken. Es erhielten die Mitglieder Rud. Schönhals den 1. Preis und Karl Euler, den 2. Preis.

Das hat Scotts Emulsion fertig gebracht."

Mein Söhnchen Erich erhielt Scotts Emulsion von feinem 14. Monate an. Er war damals für sein Alter recht weit zurück, an ein Sitzen ober an Gehversuche war nicht zu denken. Es war nun erstaunlich, wie während und durch den Gebrauch von ScottS Emulsion sich die Kräfte deS Kindes hoben und seine Entwickelung in jeder Beziehung voranging. Ein mächtiger Appetit hatte die langersehnte und andauernde Gewichtszunahme zur Folge. Die Zähnchen kamen verhältnismäßig schnell durch, ohne dein Kinde zu schaffen zu machen, und wie groß war meine Freude, als ich an Erich den Drang, sich aufznrichten, sich auf die Füße zu stellen, bemerkte. Heute, nach kaum viermonatigem Gebrauche von Scotts Emulsion, ist der kleine Mann schon ganz gut imstande allein durchs Zimmer zu laufen. Die Leute, welche das Stinb früher gesehen haben, können sich diesen schnellen Umschwung gar nicyt erklären. Allen diesen sage ich:

Das hat Scotts Emulsion fertig gebracht".

Düsikldorf, Blumenthalerstr. 9 I., 8. Januar 1912. (gez.) Frau WUH. stlosbach.

Man verlange bestimmt Scotts Emulsion und laste sich durch die billigeren Preise der zahlreichen Nachahmungen nicht täuschen.

ecotte Emulsion wird von UN» auL!Llter,lich tat arohen verlaust, und »war nie lose nach Gewicht oder Matz, sondern nur in versiegelten Originalslaschen in Karton mu unserer Schutzmarke (Fischer mit dem Lorsch). (Scott k Lowne, ÜJ. m v V, tzronksurt a. M.

Bestandteile: Feinster vtedizinal-pedertran 150/1, prima Vlyzerin 50,0, uiitervdo«phoriglaurer «alk 4,3, unterphoSpdorigsaure» Natron 1A, vulo. Tragant 3.0 seins,er arad. Gtamsni pulv. SA Wasser 1S9X) Mkotzol 11A i)ier*u aromatische Omulfion mit Zimt-, Mandel« und Saultheriaül ,e r Troofen.

Kuverts mit Firma billigst

vrühl'jche Univerfitätr-Druckerei. R. Lange, Sieden