Ausgabe 
25.4.1912 Drittes Blatt
 
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Bei bet Liebesgabe muß man sich Wundern u^r bic Hallung der Liberalen. (Sehr wahr! rechts.) All die Jahre war es für sie ein Geschenk aus der Reichskasie an die Großagrarier auch Bassermann hat das auf dem nat.onalliberalen Parteitag«! ge sagt und warum jetzt auf einmal alles ganz ander«. Jetzt ist sogar Bassermann zweifelhaft, ob eS -Oroßagrarischer Eigennutz oder flonfumftcuer ist. (Hört! Hört! und lebhafter De'fall recht«. P.uruf von links: Turchschnittsbrandl) Tamit kommen Cte nicht durch. Genau so wie Bassermann Muller-Meinrngen und Gothein. Aber von den Sozialdemokraten wundert e» mich am meisten. (Zurufi Erbschaftssteuer!) Tie Erbschaftssteuer hat die Fraktion 1909 mit 18 gegen 16 Stimmen abgelehnt. (Abg. Tr. Frank ruft: Nicht wahr! Ein anderer ruft: Agita- tionSlüge!) Ein unbekannter Abgeordneter ruft mir zu: Lüge! Ich lasse eS mir nicht gefallen; schützt der Präsident mich nicht, dann wehre ich mich, (Unter großer Unruhe meldet sich der sozialdemokratische Elsässer PeiroteS.) Ihr Sreunb ®Jnmel hat damals erklärt: Im Programm steht nichts von Erbschaft«, steuer; diesem System keinen Groschen Ta wurde beschlossen, die Steuerpolitik der Sozialdemokraten auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen; und al« der 1910 kam, da tr« klärte der Parteivorstand, eS sei Vorsorge getroffen, daß nach gründlicher Vorbereitung die Frage auf einem zukünftigen Par­teitage geklärt werden werde. lHört! Hört! und Heiterkeit.)

Ich bin heute noch der Ueberzeugung, daß, wenn beute die Erbschaftssteuer kommt, die Sozialdemokraten sie nicht bewilligen werden, um die Wehrborlagen zu decken. Dr. Müller hat unrecht. Nicht aus taktischem, sondern anS prinziv'.ellem Grunde war die übergroße Mehrheit des Zentrums gegen die Ausdehnung der Erbschaftssteuer. Tie Frage ist sehr strittig. Auch einzelrw Per­sönlichkeiten der linken Parteien haben sich mit aller Scharfe gegen die ErbschaftSsteu-r ausgesprochen, so 1906 Dr. Wiemer und noch 1908 Dr. Müller-Meiningen. TaS kann nicht aus der Welt geschafft werden durch die geradezu verblüffende Mittel- lung des Tr. Müllrr, er sei gescheit geworden. (Heiterkeit.) Jetzt fordert man die ErbschaftSsteu.r au« politischen Er­wägungen. (Sehr richtig! rechts.) Ein Zwang zu neuen Steuern liegt angesichts der großen Ueberschüsse nicht vor.

Allen Schichten des Volkes werden jetzt große Lasten auser­legt, besonders der Landwirtschaft. Ta muß der Krieg«- Minister auch die Wünsche der Bauernschaft berücksichtigen. Tie Reservistenübungcn dürfen daher nicht zur Saat- und Erntezeit stattfinden. Die Landwirtschaft muß auch bei der Lieferung der Naturalien mehr berücksichtigt werden. Wir bitten um eine Denkschrift über die Verteilung dieser Lieferungen. Auch der Handwerkerstand verdient Rücksicht und mehr Auftrane. Be- bäuerlich ist die Mißachtung der D uel l e rla sse. Un- erhört ist eS, daß ein Mann, der sich nach den Gesetzen de« Staates und Gottes richtet, nicht würdig sein soll, dem Offizier- korp« anzugehören. (Lebh. Zustimmung im Zentr.) Leider scheint die Zahl der Soldatrninitzhandlimgen wieder zu wachsen. (Hört, hört!) Der Vorgesetzte muß da haftbar gemacht werden. 1 Die KabinettLorder im Falle Sambeth muß von einem christlichen Volke als «ine Schmach emp funden werden. (Lebh. Zustimmung i. Zentr.) Ter Reichskanzler und der Kriegs- Minister sollten sich das Wort Friedrich v. Schlegels zum Grund­satz nehmen: Tie Zukunft eines Volkes ist nur geborgen auf dem Fundament eines christlichen Staates und des christlichen LebeuS. Xßeb}. Beifall i. Zentr und rechts.),

Preußischer Kriegdmlnsster b. HttrinsttNk

Nur zwei Worte! Herr Erzberger hat die kaiserliche Kabi- AeitSorder im Falle Sambeth für eine Schmach erklärt, die damit dem christlichen Volke angetan wird. (Lebh. Sehr richtig! i. Zentrum.) In dieser KabinettSorder wird aber ausdrücklich ge­sagt, daß eine ehrengerichtliche Untersuchung nicht am Platze wäre, sobald jemand aus religiösen Gründen ein Duell ablehnt. Also gegen die religiösen Gefühle hat man nichts. Aber ein solcher Mann gehört nicht in die Gesellschaftskreise deS Offizierskorps. (Stürmische EntrüstungSrufe im Zentrum tnb links; lang anhaltende Bewegung und Unruhe.),

Abg Dr. Paasche (Natl):

/ M it feinen letzten Worten hat der Krieg«- Irrinister gezeigt, wie wenig Verständnis er für bte Gefühle bei Volkes hat. (Stürmischer Beifall im Zentrum und links.)

Als Dr. Paaschc daS Wort nimmt, ist eS schon 6% Uhr Uhr. Dr. Gradnauer hat zwei, Erzberger drei Stunden gesprochen. Die große Unruhe, die auf die Worte deS Kriegsministers eingesetzt hatte, dauert fort und macht eS dem Redner kaum möglich, mit seiner Stimme durchzudringen. Seine Bitte, ihm die unangenehme Pflicht, noch in dieser späten Stunde zu reden, nicht zu schwer zu machen, findet kein Gehör. Er führt ungefähr ouS: Gewiß, wir haben jetzt 220 Millionen Ueberschüsse berechnet; im Etat waren aber 217 Millionen Anleihen vorgesehen, und Herr Wermuth hat in seiner Broschüre durchaus recht, daß, wenn man die Schuldentilgung durchgeführt und auf Grund der Ueberschüsie die Anleiben nicht gemacht hätte, nichts übrig bleibt. Wir haben die Bestimmung gegeben, daß Einnahmen über den Etat zur Abwalzung der Schulden ver­wendet werden sollen; aber heut bedeutet eS nicht ein Fest- halten an diesem bewährten Grundsatz, wenn wir diese Summe jetzt diesem Zweck nicht zuführen, zu dem sie bestimmt war, sondern die einmal vorgesehene Anleihe machen.

Herr Wermuth hat durchaus recht, daß es nicht die Pflicht ist, eine einmal in Aussicht genommene Anleihe unter keinen Umständen zu machen, sondern sie so zu verwenden, daß keine neuen Schulden gemacht werden. (Sehr richtig! links.) Ich erkenne das Verdienst des neuen Schahsekretärs um die Ent- Wickelung unseres Finanzwesen« voll an, aber den bewährten Grundsatz hat er prei-gegeben. Und mir scheinen hie Zahlen, dre gemacht sind, reichlich optimistisch. Der Redner spricht sodann über die Liebesgabe. BassermannS Er­klärungen haben nicht etwa die Bedeutung, daß wir die Ab- änderung des SpirituSgescheS ablehnen, im Gegenteil, wir halten an unserer Auffassung fest, die wir auch damals, die wir auch vor den Wahlen hotten. Tie Verhältnisse im Brennereigewerbe haben sich geändert, so daß wir die Abschaffung der Liebesgabe verlangen können. Aber eS wird nicht ohne weitere Belastung des Konsum» abgehen. Der Redner beruft sich auf die be. kannten Erklärungen de» Direktors der Spiritus- Zentrale, be» konservativen Abgeordneten Kreth.

Tie Preiserhöhung de» Spiritus bedingt auch die Verteuerung de» technischen Spiritus. Dir können die Vorschläge der Regie- rung nicht ohne Sang und Klang annehmen. Wir müssen auch die notige Rücksicht auf da» Gewerbe nehmen. Eine Sonderkommis, ston, in der besonder» sachverständige Herren sitzen, würde die Ar. beit nur fördern. Opfer müssen gebracht werden, aber sie müssen auch von den Schultern getragen werden, die dazu fähig sind. . ?Zun,?" vielgeschmähte Erbschaftssteuer. Sie run so, al« ob wir Tag und Nacht deswegen nicht schlafen können. Tie Finanzlage ,st doch nicht so rosig, vielleicht reichen die Liebe», gaben auch nicht au«. Al» Ersah müßte bann eine reine Besitz, [teuer kommen tote e» bie Erbschaftssteuer ist. Im Interesse der ©cfunbung unserer Finanzen wäre e» un« lieber gewesen, wenn v«7Äenn0 . Erbschaftssteuer dorgcschlagen hätte, die 60 b'» JO Millionen bringen wurde. Di r h a b e n k e i n c D e r a n- ^? sung. sie letzt in Vorschlag zu bringen. (Hört, hort!) Wir wollen ermthaft und gewissenhaft an dem arbeiten, toa» die Regierung un» vorgelegt bat. Dir hoffen, daß wir zu dem Ergebm» kommen, daß da» Schlagwort von der Liebesgabe verschwindet, und daß auch d.-n Brennereien der nötige Schub gewahrt wird. Cb da» mit den Vorschlägen der Regierung cr- reicht werden kann, ift eine andere Frage.

Man nennt un» die Väter dieser Vorlagen. Man sollte un» dankbar sein, daß wir rechtzeitig auf die Gefahren aufmerksam gemacht haben. Wir baden auch >as Recht, eventuell mehr zu fordern, al» die Regierung vorschlägt. Ich bin nicht mit allen Agitationen einverstanden, die der Floltenveretn früher be- trieben hat. Aber er hat zweifellos große Verdienste, ebenso wie jetzt der Dehrvercin. Wir müssen Weltpolitik treiben. Durch möglichst einmütige Bewilligung der Mittel für unsere Rüstung

müssen wir vem Ausranve beweisen, väv vas deittscye xjdüt ge»

willt ift feine Macht zu wahren. «Lebhafter Beifall.)

Wei'terberatung Donnerstag 1 Uhr. j^trner Interpella­tion Bassermann (Natl.) über den bayemichen Jestutenerlaß.

Schluß gegen 7 Uhr.__

Aus Statt unö CanO*

(Plenen, 26. April 1912.

* Staatsbahn-Personalien. Aus Anlaß seines Uebertritts in den Ruhestand erhielt der Regierungs­rat Fleischmann von der Eisend.-Direktion Frankfurt den Roten Adlerorden 3. Klasse m. d- Schleife Ernannt wurden: die Hllssrangierführer Ewald und Ebert in Friedberg, die Hilfsschaffner Kiefer II. rn Wetzlar, Loh II., Knorz, Wittkopp, Schäfer, Jordan, Horn, Weber, Müller IV., Hahn, Werg II, und Volk in Gießen, Hetsche in Glaoendach, Harnisch in Friedberg, Knoth in Oberaula, Wisker und Klein in Kirchhain, Menzel in Gedern zu Schasinern - Ver­lebt wurde: Sif.<iii|unt Reitz non Mucke nach Muhl- heim a. Bahnmeister Diätar Zeitz von erutoa nach

Hünfeld. . , _. ,

** AuS der Gendarmerie. Fuygendarm Elche- nauer, der am 1. April 1911 von Gießen nach Groß- Gerau versetzt worden war, ist zum 1. Mai als berittener Wachtmeister nach Darmstadt versetzt.

** Stenographie. Am Sonntag, 5. Mai, findet in Butzbach die Frühjahrvertreter.Versamm- lung des Bezirkes Gieren im Hessisch-Naisaulichen Ver- bandGabelsbergerscher Stenographen" start. Verbunden ist hiermit ein W e t t s ch r e i b e n in den Abteilungen von 60 Silben aufwärts (je 20 Silben steigend), wozu vom Gabelsberger Stenograpbenoerein Butzbau) Ehrenpreise im Gesamtwerte von etwa 300 Mk. in Aussicht gestellt sind. Unter anderem haben hierzu Geldbeträge utid Gegenstände die Stadt Butzbach, die dortige Bezirtssparkasse und der Vorschußverein, der Butzbacher Verkehrs- und Wanderoerein und mehrere gewerbliche Firmen und Private gestiftet. Das Ergebnis des Wettschreivens soll möglichst am gleichen Tage betannt gegeben werden. Um 5 Uhr findet im Hes,i- schen Hof der FestvortragStenographie und Schule" statt, den Oberrealschuldirettor Dr. Pitz, Als- seld, übernommen hat, anschließend hieran ist ein Tanz- tränzchen geplant. Die hieiigen Stenographen werden da- raus aufmertsam gemacht, daß für das Wettschreiben des Bezirkstages in den Vereinen besondere Uebungs- ab ende eingerichtet sind.

Kreis Büdingen.

X Nidda, 23. April. Gestern tagte (ter die Synode des Dekanats Nidda. Tie Andaast hielt Pfarrer Reichert zu Ober-Lais. Er mahnte zu kräftiger Mitarbeit am Bau des Reiches Gottes. Außer einem beurlaubten Pfarrer fehlt keiner von der Synode. Dekan Kirchenrat Fischer gedachte des kürzlich pen­sionierten srüheren Tekanstelivertreters Pf. Hildenbrand-Echzell, dem ein Begrüßungstelegramm nach Darmstadt gesandt wurde. Aus dem Bericht des Tekanatsausschusses ist heroorzuheben: das Dekanat zählt 20 Pfarreien mit 36 Gemeinden und in diesem 18310 Evangelische. Tie Kindererziehung in Ehen ist meist evan­gelisch. Uneheliche Geburten kamen 11 vor. An den. 3 Zahltagen besuchten den Gottesdienst 10 729 Erwachsene = 292/a Proz. und 5791 Kinder = 31,6 Proz. Tas hl. Abendmahl genossen 7820 männlichen und 8105 weiblichen Geschlechts ----- 1617b Personen und 142 Privatkommunionen = 154,23 Proz. Tie Katechismuslehre wurde gut besucht. An Gaben christlicher Liebes­tätigkeit wurden gespendet 7444 Mark, auf den Kops der evangel. Bevölkerung 40,6 Pfg. Es folgten Berichte über äußere und innere Mission, Gustav-Adoll-Verein, Evangel. Bund, Erziehungs­verein, welche ein stetes Wachsen dieser Vereine zeigten. An­erkannt wurde besonders die Verlegung der Sonntagsschule (Ge­werbliche Fortbildungsschule) zu Nidda aus einen Werktag und wurde eine anerkennende Kundgebung der Synode an den Vor­stand der Schule beschlossen. Aus der Wahl eines Tekanstell- vertreters ging Ps. Brill zu Ober-Widdersheim hervor. Es folgte nun ein Referat von Pf. Hermann- Nidda über das Thema: W eiche Anforderungen st eilt die auf größere Be­lebung unserer Gemeinde hinzielende Bewegung der Gegenwart an die kirchlichen Organe der Ein­zel g e nt e i n b e?" Referent verlangt, daß die kirchlichen Ge­meindeorgane die ihnen natürlicherweise gegebene Vermattung des Vermögens der Gemeinde selbständig in die Hand nehmen und zwar soll die Ausführung nicht in der Hand des Geistlichen liegen. In dieser Arbeit regieren die Gemeindeorgane, ohne zu herrschen, nur indem sie der Gemeinde dienen. Zur größeren Entfaltung der Tätigkeit der Gemeindeorgane find Gemeindehäuser zu schassen als Stützpunkt außergottesdienstlicyer Lebensäußerung. Tie Gemeindeorgane haben namentlich die christliche Liebestätig- kcit entfalten zu helfen. Es soll überhaupt erreicht werden, daß die in dieser Beziehung in die Kirchenverfassung aufgenommenen Paragraphen nicht blos auf dem Papier stehen. Eine Diskussion konnte nicht stattfinden wegen vorgerückter Zeit. Dem Kirchenrat Fischer wird als Angebinde zu seinem 70. Geburtstag (19. April) nachträglich (weil noch nicht fertig) ein Album mit den Photo- araphien der Dekanatsaeistlichen überreicht werden. Unser Tal prangt eben im Schmuck des Frühlings; wo das Auge hin­schaut, erblickt es Blüten. Außer an Aprikosen und Kirschen hat der Frost keinen Schaden getan.

Hcfjen-Nasja'i.

X. Hanau, 22. April. Aus Anlaß der im Jahre 1913 stattfindenden Hundertjahrfeier des hier garnisonie- renden thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 wollen die an vielen Orten bestehenden Vereine ehemaliger 6er Ulanen sich zu einem Bunde zusammenschiießen und die Geschäftsführung dem Frankfurter Verein übertragen. Als Ehrengabe der alten 6er Ulanen für das Regiment am Jubiläum soll durch freiwillige Beitrage ein Fonds gesam­melt und dem Regiment überwiesen werden, dessen Zinsen zur freien Verfügung des Regimentskommandeurs stehen sollen zwecks Verteilung an Unterohtotere und Mannschaf, ten bei besonderen Leistungen und Auszeichnungen in allen Dienstzweigen.

Kurort acKhairen, der auch an Unterhaltungen alles bietet, Wa­den yiuieutbnlt angenehm zu machen, geeignet ist: Konzerte, Theater, Tanzunterstallungen, Kinderfeste, Feuerwerke ufw.

Sport.

LandeShochschul - Wettkämpfe Gießen- Tarmsladt. Tie Bestrebungen, geünibeiteport unter der Hoch­schuljugend Hessens nachdrücklich zu förbern, haben dadurch eine besondere Bedeuiung gewonnen, daß der Großherzog sein Juterege an der Frage bekundet und bei ihrem Zustandekommen stir die Wettkämpie etaai«piei|e zur Verfügung neuen. Am Sport inter­essierten Gießener Studenten gibt die A k u b e rn i s ch c A b t e i l u n g des Gießener Sportvereins die Möglichkeit, unter sach­gemäßer Teilung zu üben und dadurch das ihrige zur Förderung der Angelegenheit ieizutiagen. m v

- Mainzer Auderoerein. Nach dem soeben er­schienenen Berichte über da» Veiemejahr 1V1L18 hat der Verein jeu seiner löiti enolgten Gründung 172 Regatten besucht und auf ihnen 33a Siege errungen, em Verein zunächst fonunen in der Zahl der Siege die Franksiirter RudergejeUichast Germania nut 2ü7 und der Berliner RudeUlub nut 2u4 liegen.

Johannisthal, 24. April. Bei einem Flugversuch mit einem Hüselin-Emdeaer stürzte heute morgen der frühere Grade- Pilot Gasser ab. Der Apparat wurde zertrümmert, Der Flieger selbst erlitt innerliche Verletzungen und wurde ins Krankenhaus Britz gebracht.

Der neue dampai.ik in venesig.

Venedig !>at fernen Eampanfle wieder. Ein luczer aber in haltreichec Satz, den nur der in seiner ganzen Tragweite erfassen kann, der cs miterlebt hat, welch einen Schrecken die Venenaner bekamen, als am 14. Juli 1902 die Kunde die Stadt durcheilte: Der Campanile ist emgeiäirzt! ES war ein Tcauectag, alS dieses alte Wahrzeiä-en dxr Stadt Venedig in Schutt und Trümmer sank. Alle Kräfte taten sich damals zusammen, um den be­rühmten Gloüenturrn von San Marco in seiner alten einfachen Pracht Wiedererstehen zu lassen.

Arn heutigen Donuerstug ioll die Einweihung des Campanile und der Gloaen ftattfinben. Um den Wunsch des Papstes, das Geläut der von ihm gestifteten Glocken zu hören, entgegenr-i kommen, wollte der ftalienii'che Pvstmuusier auf Anregung des Bauleierts Architekten Moretti auf dem Markusplatz eine Anzahl Mikrophone aufstcllen lassen, die mit einem im Zimmer des Papstes aufgeitellten Hörrohr verbunden werden sollten. Der' päpstliche Staatssekretär Merry bei Val gestattete aber den ftaat- liehen Telephonarbeitern das Betreten des Vaiilans nicht und daher unterblieb die Ausführung dieses Planes.

Zur Einweihungsfeier wird den Brieimartensammlern eine Ueberraschung geboten werden. Die ftalienische Postverwaltung' gibt eine tfünf* und eine Zehn-Centesimi-Briesmarke heraus, die mit Bilder vom Campanile versehen sind.

In der Lagunenstadt, die auaj sonft von vielen Fremden be­sucht wird, wimmelt es von fremden Gästen, die sich daS pracht­volle Schauspiel einer Illumination des Markusplaves nicht ent­gehen lassen wollen.

vermischtes.

* Seit 15 Jahren ueaorieflich verfolg^ wird der Lotterieschwindler Johannes Lüdecke. Er betrieb im Jahre 1897 in Berlin und Zehlendorf ein Serienlosgeschäft, das ihm recht gute EinLnfte brachte und wobei er die Lotteriespielec tüchtig über die Löffel barvierte. Auf vielfache An-eigen erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn wegen Wucher- sowie wegen Stempel- und LotterievergehenS, doch gelang es ihm, noch rechtzeitig nach dem Auslande' abzudampfen. Bon hier au5 setzte er seine unsauberen Manipulationen fort und gründete besonders in Dänemark und Holland unter hochtönenden Namen Gesell­schaften, die sich mit dem Vertriebe von Prämienlosen befaßten. Neuerdings ist der Inhaber der (Sommerte- und (£reb iet- bank in Amsterbam unb sucht für seine Zwecke im Deutschen Reiche Agenten unb Unteragenten, bte ihm spiellustige Elemente zuftihren sollen. Durch pomphaft audgeftattete Schreibensichen" er ihnen einen Anteil an holla nbischen und türkischen Prämienlosen, bie sich vielfach gar nicht in seinem Besitz befinden. Dafür, daß er so gütig ist, die Verwaltung der Lose zu übernehmen, läßt er sich 60 Mk. pro Jahr für Spesen und lonstige Unkosten zahlen, wodurch die Spieler noch nicht das geringste Anrecht auf die Lose haben. ES kann daher nicht Dringend genug vor der Beteiligung an diesem Prämien- losschwinde 1 gewarnt werden. Außerdem macht sich auch jeber, Der in ausländischen Lotterien spielt, strafbar.

Kleine Lageschronik.

Am Dienstag bracy im Steinvruch der Aktiengesellschaft Marmorwerke-Treuckitlingen beim Verletzen eines großen Steines plötzlich ber Krahn, wobei ein Arbeiter getötet tourte. Bwei Arbeiter würben schwer, ein er würbe l e i ch c verletzt.

In Rottweil würbe in ber Nacht -um Mittwoch der 50jährige Arbeiter Georg Rapp burch die Explosion des guß­eisernen Hoä)bruckpretz^yltliders einer neuen Mafajine, einer sog. Blockpresse, getötet

Eingesandt.

(Tür Form und Inhalt aller unter dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Reoaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen. Um ben vier iJ.uo ui#r abgehenden Schnellzug nod) zu erreichen, wollte ich Sonntag vormtttag an der SUice- Itraße Die langsam von dem (Safe Hettler anfahrenve Elektrische benutzen. Ich winkte bem Wagenführer zu was derselbe auch merkte damit er wußte, daß ich noch mftsahren wollte. Im gleichen Augenblick aber, als ich im Begriffe war, aufzufpringcn, stellte der Führer den Wagen auf sehr erhöhte Geschwindigteit, 1° daß ich mehrere Meter geschleift wurde. In der Gefahr, nun unter bie Elektrische zu kommen, bat ich ben Führer, boch wenig­stens zu halten; iedoch vergeblich unb nur burch eine letzte Straft- anftrengung gelang es mir, auf ben Wagen zu kommen. Zur Rede gestellt, glauote ber Schaffner noch eine be,ondere Heldentat begangen zu haben und meinte:Sie hatten ja nicht auhu- Iprmgen brauchen!"

'Xad Aufipringen, was an sich ja strafbar ist, gibt aber bem tführer noch lange fein Recht, ben betreffenben Fahrgast absichtlich durch beionbcrs schnelles Fahren in Gefahr zu bringen.

w. oranffurt a. M., 24. April. Heute morgen er- >choß sich in der Bleichsiraße em 23jäf)tiger Metzgerbursche namens Slegsricb Rotyfchilb mit einem Revolver. Die Kugel ging muten ms Herz unb führte ben sofortigen Tob herbei.

UJanöcrn und Helfen, Bäder und Sommerfrischen.

o l o a ö u n D 3 n l) a 1 a t o 11 u m Salzungen (Lburniueii). Aie Zaot Der Kurgaste bat in Den leisten Jahren üiiöig zugenommen. Tie Jnbatalionseinrichtungen von Salzungen fiiio al» muitergultifl zu dezerwnen: Die beiden grouen Gradier- J'"'? unmittelbarem Anschluß baran Gurgeirannie, ein Was- bV. Un U»a Qtünumol-Ili> fcit d'efem Jaure ein Inhalatorium nach euRovn,,0- xuneben |mb pneu.nalifche Kammern Dor0e" und es steht eine Anstalt für Einzel- letoutmiA' ,urh1<cil8». »E nod> allen Diegeln medljini- inlinnoo ber ie. '. '"', Vü9,C"C «' T°v« >U

zSütStal' nmileicn vobenlage, am äüblmng Oes emnaUiOtl. oyne ^ m ?e'I7" n" »>*

«"- -u" ieViet«" trimer fli^ f. der erste Bürgermeister fieot, aus dem als langwellig verichrlenczi Stadicveu ucuu »uieii uioöeeuen

Meteorologische veobachtungen der Station Gießen

April

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Höchste Temperatur am btiedrlgsie , ,

18,1 9 C.

4- ö.b0 c.

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1912

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46

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Sonneiijchem

diele schlaflose Nächte sind ein Loser das Tausende von Muttern luren Äaugiingen bimneii. Tie meine Schuld aii der Un ruhe Dei ittnöer tragt eine unrichtige Ernayimig, em Ueberiüller tinDlicpeii Berdauungsoigane uut Storren, die nicht genügend eitbt uerarucuct werden tdnneu.Kufete" als Aavruugsuiniet vieiet hier eine ueale vihe. Denn es iit nicht nur leicht veedauUch und wovlichuiecteiid. lonöeru es wirkt perdauiiiigsregelno und Dringt ia

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Tie gestrige Verha^ roschungen mehr. Ter AM hielt seine schwe Mlhmg nichts in vo zollte er die Sache in mach zwar allgemein gegenseitig in bei Wmrtige Amt seine iiunmte Unterlagen h itimmte in ber Tu -rj meinte, überhaupi selbstänbige lieb Ringer ben Fall § mann auf ben Fall Cz minifter in ber Aussp ging als aus ben Ti näher zu beleuchten

Auch der Marine sich seinem Angreifer g lich unb friedlich erleb Mgelaunt, ob er not daS habe er in der Eil auk roidlid) nicht ba- nochmals, ' iiillllenvereins unb b( hen Haußmann Ion Uuschung der Reiche Idjritt.

, $ der folgende Aehenredners

** Kon eine: rundweg nicht- {53*tot btt -«ach einer rjeml ^ofraten Wurm, b nnncat^ Serufen n («wn. ^erc Spahn JJB über seine Dux uns weiter sprech 5 u.nb nun rechnet ßfohahe, auf eine f ber wird der äna.