Ausgabe 
25.10.1912 Drittes Blatt
 
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Gummi-Gchuhe--

162. Jahrgang

Drittes Blatt

Nr. 152

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

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Wieder zu Kräften

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Samiß u.Velvets, KXU Salomon i Cie.

M illi on cn- K onrurs in dcr Ncw Ä orkcr K on. fcftiondinbuüric. Die Jackson Mack Manufacturing '(Som- vann in New Pork, eine Altiengesellschast, die nut 1 Million Sltr. kapital arbeitet, ilt wie dieTextil-Wochc" erfährt, in Konkurs geraten. Tie Verbindlichkeiten betragen etwa 1 Million xltr., denen an Aktiven ca. 600 ODO Lstr. gegenüberstehen. iie Air nm betrieb eine der größten Fabriken von seidenen Unterröcken in den Vereinigten -'Staaten und hatte eine tägliche Produltion von 6000 Röcken. Tas Geschäft wird unter Kontrolle des Gläubiger- ansschnsses vorläufig weitergeführt, um die lausenden Geschäfte abzuwickeln. '

ICircbc Uttd Sdiitlc.

chlitz, 24. Clt Gestern wurde in der hiesigen

wird klar und gekräftigt* Liebling aller

Redner, Sänger etc.

Preis Mk. 1.50 in Apotheken. Wo nicht erhältlich, wende man lieh an Ferromanganin- Geseilschalt Frankfurt a. M.

gebendsten Sachverständigen, den Aerzlen nnd seine Beliebt­heit bis in die allerhöchsten Kreise einzig da. So wurde z B. in einem Vorträge des Berliner Z?ausfrauenvereins vom 16 März 1898 berichtet:Tie Somatose wurde auch von den Kindern unseres Kaiserpaares mit durchweg gutem Erfolg angewandt und ist denselben außerordentlich gut bekommen".

Einen weiteren überzeugenden Beweis geben die mehr als 260 S rigina larbeit en, die namhafte Professoren und praktische Aerzte über die verschiedenen Formen der Soma­tose in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht haben. Eine gleiche Beachtung wird von keinem ähnlichen Produkt auch nur annähernd erreicht.

Redaktion, Expedition und T ruderet:duil- straße 7. Erpeduion und Verlag: Redalnon.^»O112. rel.-Adr^AnzeigerOleLen.

Tie«iehtner Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS Krcisblatl für den Kreis Süthen" zweimal wöchentlich. TieLandivirtschaftlichen Seit- srogen" erscheinen monatlich zweimal.

(ScridHjfaal.

§ Darmstadt, 24. Oft. Vor der Strafkammer des hie­sigen Landgerichts fand heute die Verhandlung gegen deri Metzger- gehilsen Pauli statt, der am 5. Juli d. ES. bet Pwngttadt einen schweren Automobilunfall, der dem Besitzer des Automobils, Dr Otto Fiedler, das Leben kostete, dadurch herbeuuhrte, daß er an seinem Wagen keine Laterne halte und außerdem noch aut der linken Seite der Chaussee fuhr. Die Anklage lautete aut fahrlässige Tötung. Pauli ist einige Male wegen Ucber- tretungen Geldstrafen verurteilt worden, sonst aber noch un­bestraft Die Verhandlung nahm wegen der.zahlreichen Zeugen uitt) der Sachverständigen, .die vernommen werden mußten, den ganzen Tag in Anspruch. Das Gericht erkannte aut eine Gesangms- ftrafe von 2 Monate n.

Handel.

Diskonterhöhung der Neich^bank.

Tie sächsische Bank hat bereits am Mittwoch ihren Diskont auf 5 Prozent erhöht, die Deutsche Reichsbank ilt dann am Don­nerstag gesolgt. Der Status der Bank hatte sich tn den letzten Tagen wesentlich verschlechtert, auch die Devisenpreise verfolgteil eine anziehende Tendenz, so daß eine Gesahr Tür den deutschen Goldbestand drohte. Wahrend der Status der Reichsbank bis in die dritte Oftoberwochc hinein noch relativ günstig war, ist das Zentralnoteninstitut in den letzten Tagen erheblich in An- sprach genommen worden, namentlich durch die Provinz. Der Metall­bestand bat sich seit dem letzten Wochenausweis nur um 16 Mil ltonen Mark i. V. 51 Millionen Mar! vermehrt und die An­lagen haben nur um* 9 Millionen Mark <i. V. um 161 Millionen Mark» abgenommen. Andererseits haben Allerdings die fremden Gelder einen Zuwachs um 117 Millionen Mark (42 Millionen Mark» erfahren. Es ergibt sich, daß die ungedeckren Noten um etwa 23 Millionen Mark schlechter sind als im Vorjahr. -taR die Reichsbank nicht gleich um ein volles Prozent mit dem Zins­fuß in die Höhe gegangen ist, bart wohl aus ben seitherigen günstigen Gelbstand zurückget'ührt werben. Tie bisherige Diskont­rate ber Reichsbank war seit Mitte Juni in .(traft, um welche Zeit sie um ein halbes Prozent ermäßigt würbe. Der Satz von 5 Prozent hatte vom September 1911 bis Mitte Ium 1912 bestanden.

4t Wagenmangel. Im Mitteldeutschen Braunkohlen­revier haben am 22.-23. Oktober 50 Prozent ber geforderten Wagen gefehlt. .

* Die Aliiminiurnblechpreiie und erhöht worben und eine weitere Erhöhung ber Preise gilt als bevorttehend.

'Sin Draht st ifteverband wirb unter ben Aabnkan- ten dieses Artikels angestrebt unb soll twch in diesem Monat burch eine Versammlung von Intereiienten bei'cklon^i werden.

Man gebe den Kindern eine Zeitlang früh, mittags und abends einen kräftigen Kaffeelöffel flüssige Eisen-Soma- tose mit der gleichen Menge Wasser verdünnt oder in Milch, Kakao, Suppe usw. Gar bald merkt die Mutter mit Genug- tuung, wie die Kleinen aufzuleben beginnen und allmählich ihre frühere Munterkeit, Eßlust, frische Gesichtsfarbe wie­der erlangen, wie mit Besserung des Allgemeinbefindens die Freude am Spielen und Lernen sich erneut ein,teilt.

Diese Erfolge der Eisen-Somatose beruhen auf ihrer eigenartigen Fähigkeit, den Achpetit, die Verdauung unb den gesamten Stoffwechsel gründlich und nachhaltig anzuregen und zu fördern. Insbesondere steigern die tn ber Eisen-Somatose enthaltenen Albumosen (aufgeichlostenc Eiweißkörper die Absonderung der wichtigen Verdauungs- säfte, von denen die Eßlust abhängt, auf natürliche Weste, während der zweite Bestandteil das Eisen den Hämoglobin gchalt des Blutes und die Zahl der roten Blutkörperchen erhöht. c , _r _

Durch Regelung der Verdauung und bestere Verwertung der nebenher genossenen Speisen begünstigt die Eiscn-Soma- tose eine gründliche Ernährung des ganzen Körpers und bewirkt Gewichtszunahmen, die eine reichliche Speisezufuhr allein nicht erzielen kann.

Die Eisen-Somatose stellt eine neue, befonders mr Blutarme, Bleichsüchtige geeignete Form des bekannten Kräftigungsmittels Somatose dar. Dieses steht durch seine nahezu 20 jährigen Erfolge, sein Am'eben Rpt h

4; Konkurrenz für ba s Ä ob l e n i ö n b i f a L ^on Torttnnnb wird beridnet, baß die Ans cm' iter nad bau Rücktritt des preutmdyn Fiskus vom Syndikat bic Abmachungen, die sie mit dem Snnbitat gctrossen haben, aufheben wollen.

Warenproben als Eifendabngepäck. Heber die Annahme von Warenvroben lMusteini bei ben Eifenbahngeväck- abfertifliuuidfiellen Herr scheu in der Daubelswelt noch incliad) irr- umlictie.ltifdiauuuqen. Ta« beivcticn bie vielen Beschwerden, die von ben Bahubeliorten zu bearbeiten ünb. Zur Cvicutieriina mag «olgenbeS bienen: Muster, die Geschä'tsieisende zu aeschmtlichen Zwecken mit sich führen, iverben nur bann als Reisegepäck zum acivoluUicben Geväcksaiz angenommen, wenn sie nach der ganzen Alt ihrer Vervackung als Proben, beziv. als Pinsler erkennbar ünb. Tie haukig'te unb richtigste Verpackungsart befiehl in ben Mustrrkosserii. Die Deklaration de« Inhalt« als Muster genügt nach den Vahnbestimmungen nicht. ^-er Taris schreibt eine besondere Vliistervervackung vor. Als solche können nicht gellen tone, reinagette voljhüen, vernäbie Ballen, faul- männtjd) verpackte Kartons und dergleichen. Die Viunervervackung muß io beschossen fern, daß sie dem Eisenbahuversonal sooleich den Inhalt als Waienvrobe Cl'htflcr) kenntlid, erschein, n lassen. Waren­proben, die nicht ben Bestimmungen entsprechend verpackt sind, werden nur als Expreßgut angenommen und befördert. Die Waren­proben, die bei einer Mustermesse zur Ausstellung gelangen, sind denselben Bestimmnnaen unterivoiien; es muß demnach auch hier aus der Art der Vervackung zweiielsfrei ersichtlich sein, daß eS sick; um War 2 proben handelt.

Ein Opfer des Balkankriegcs in Berlin. Die seit 30 Jahren bestehende Berliner Konsektions- und Textil- Exportsirma A. u. F. S d) m i l l'sieht sich, wieConseelionair" mit teilt genötigt, bei ihren Gläubigern ein Moraiorunn nadirii- suchen. Tie Firma, welche hauptsächlich nach Serbien, Bulgarien, Griechenland und ber Türkei exportiert, sieht sich zu biclcm cdiritlc gezwungen, weil ein großer Teil ihrer Kunden zum Mtli^ir- dienst herangezogen worden ist, und zahlreiche dortige Geschäfte überhaupt geschlossen sind. Tie Banken haben jeglichen Kredit gesperrt Den Verbindlichkeiten von 530 000 Mk. lieben nomi­nelle Aktiven von 770 000 Mk. gegenüber. Beteiligt sind 200 Berliner und auswärtige Fabrikanten der Textil-, Baumwoll­waren-, .Tuch-, Kleider stoss- und Damenkonfektionsbranche.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Laboda Dragees anerkannt vorzügliches Mittel gegen Husten, Heiserkeit, Katarrh. Die Stimme

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Allgemeine Körpersthwäihe

ist in unserem nervösen Zeitalter leider ein weitverbreitetes Obel. Wer regelmäßig morgens und abends Kasseler Hafer - Kakao (Nur echt in blauen Kartons für 1 M., nie­mals lose!) trinkt, kommt bald

Anstatt unbekannte Präparate zu probieren, wird man als Kräftigungsmittel bei Blutarmut, Bleichsucht, Nervosität der Kinder usw. zuerst zur Eisen-Somatose greifen, die größte Wahrscheinlichkeit des Erfolges für sich hat. Versuch mit ihr sei besonders auch denen empfohlen, schon durch ungeeignete Mittel enttäuscht wurden.

Stadtkirche die diesjährige Snnode des Dekanats Lauterbach abgehoben Im Gottesdienst predigte Cber- Pfarrer MüUer Laitierbach über Lffenbarg. Jobs Map. 2 V. 2: ,^Ich weiß deine Werke und deine Arbeit". Es schlossen sick) daran an die geschäftlichen Perl>andlungen, die von Dekan Schmidt geleitet wurden Nach Verlesung der Antwort des Lberkonsistoriums auf hie Beschlüsse der vor jährigen Dekanatssynode und nach Genehmigung einer Svnooalwahl folgte der Bericht des Dekanatsausschusscs über das Jahr 1911. Es sei aus ihm folgendes mitgeteilt: Geboren wurden 676 Kinder >43 mehr als im Vorjahr). Taufverweigerungen kamen keine vor: konfirmiert wurden 676 Kinder (45 mehr als im Vorjahr >; Ehen wurden ge* chloffen 222 «37 mehr als im Vorjahr). Gemeinschaften, die sich aber zur Kirche halten, bestehen in Lauterbach und Maar: Sektierer (Tarbnstens befinden sich in geringer Zahl in Maar: sie stehen der Kirche entschieden ablehnend gegen­über. An den 3 offiziellen Zählsonntagen besuchten den Gottesdienst 21413 Erwachsene und 8885 Kinder Tas Abendmahl empfingen 27 776 Personen. Klage wurde ge­führt über das auch auf den Dörfern sich immer mehr ent­wickelnde Bereinswesen, was schädigend auf die Sonntags- Heiligung und den Besuch des Gottesdienstes wirte. Was die Werke der Wohltätigkeit anlangt, so wurden im Dekanat 23641 Mk. aufgebracht. An lirchlichen Vereinen bestehen 7 Kirchengesangvereine, 2 Posaunenchöre, 2 Zweigvereine des Evangelischen Bundes, 3 Inngfrauenvereine und ein Iünglingsverein. Nach Erstattung dieses Berichts hielt Geh Iustizrat Wahl einen Vortrag überTas Gesetz betr. die Verbesserung der Eintünste der Pfarrstellen und des Zentralkirchensonds". Pfarrer Schäfer berichtete über die Arbeit des Delanatserziehungsvereins, der 81 Zög­linge in feiner Fürsorge hat. Ein weiterer Vortrag mußte wegen Zeitmangels für die nächste Synode zurückgestellt iverben. _____________

Nuiverfttäts-Ncickrickten.

Hofrat Dr. vhil. Leo R ein i sch, ernerit. ord. Professor ber ägDPtiidicn Sprach und Altertumskunde an der Wiener Universität, feiert am 26. Oktober seinen 80. Geburtstag.

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vor dem Me Handes S. ^m zum Stabt crn Motore 8 > N /öch lpil( mir m- Melaus der A sm Auge & ... 7t ?uftschisf üb. tont Mustk iAn danb nmhenns Zinnen c .erste Panne (Es far ulW setzt sich wick

Mainz (Dort wo b< über Stuttgart (£bet-

Landung bei Echter n der Höh'). 19. 0- 20. Das Luftschö tinimt in Gottes Rat ig sein (Der ungebeugt )ie Hand zum Bunbc > über alles, eht, er kommt mit Pw.

) OperCarmen" In d Klang. Patriotislie marsch aus bem & lilbart.

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Blutarme, bleichsüchtige Kinder.

I Welche Mutter wünscht nicht, daß ihre Lieblinge sich irärfitiq entwickeln, daß sie recht gesund und munter sind? Celche Mutter möchte nicht alle sckmdltchen Ernslüsfe aus Körper und Geist von den Kindern fernhalten; damit sie sas werden, was das Mutterherz ersehnt und erträumt: zesunde, glückliche Menschen?

Wie manche Mutter beobachtet aber voll sorge, day Mitunter trotz aller Pflege die Kleinen nicht recht vvrau- fMinnen, sondern in der Entwicklung Zurückbleiben. Die sonst gewohnte Munterkeit ist verschwunden, dre Kinder zeigen sich nnluftig zum Lernen und meist auch zum Essen.

, Meist sind es die Anstrengungen der ^chulzett, zu iueitig frische Luft, unrichtige Ernährung (zu viel Fleisch, Mfee Süßigkeiten > usw., die nicht besonders wideritands- 'Lhige' Kinder manchmal nervös, reizbar, übellaunig, appetitlos machen. L ..,

Es wäre verkehrt, die Kmder dann noch zu quälen und zum Essen zu zwingen, denn widerwillig genoffene -»eisen werden nur ungenügend verarbeitet, nberichten nur die Organe. Zu guter Verdauung gehört unbedingt CLluft. Es ist auch ganz unnötig, Zwang anzuwenden, A" man damit nervöse Schwächezustände, ?lppetitlo|igkeit Neichsucht, Blutarmut, Magenverstimmungen usw. nicht dcheben kann. Tas ist leichter und natürlicher auf f andere Weife möglich.

Die tragischen Zeiten des Balfantricgcs.

los Tel 1 ramme von allerlei Waffentaten der ftriegfül renden der B-. gciiterungKsähigkcit Iricgernd) qennutcr Ge- , ir ütcr Bilder von ivchend n Aahnen und siegesiubel luggeneren, ; spielen sich I tntcr der Aront, dalr.nm m den Lozarcttm und Kraiiken-

I I ui fern, jene tra.iud.cn, m.nsd'lich enchutternden s^-nen ab, die oen Kr-ei bcalcticn müssen und bod) von den ferner flehenden | an (ruht mit ubecs.l n iv.-rdcn Von dieien Gfiten des Battan

| krieges-enttviNt der Kricgslorrcpondent des Eorrtere della ^era ><no Bem -nne erqreiicnbc Sdrildernng: m Podgorttza mgr er trüge, wie die ers'.en Verwundeten heiMgebrackt wurden nne die

aht der Hingesttcckten immer größer iuarb, bic K-rankenbautcr . iL-llte: nnd'wtc iid in den Jubel tat einen die Mimme Klage der

I anderen mengte, bt ihre Liebsten dem Molod)krteg geopfert salmt. I L<nn für die Montenegriner ilt dieser Krieg ein-Volkskrieg Fung « unb Alt, birof: und Klein, Arauen und Kinder haben ,ett Wodien 3 an den Vorbereitungen nntgearbeitet, Ixiben llnitormen geschiieidert, t'orräte zusammengetragen, Munttion gesdfleppt und auf gejubelt, i i enblid) hie Kriegserklärung la in. '

Aber schon nad) dein enteil Tage kamen bic Opfer der ersten timp'e müde blutbcbedtc Gestalten, m deren Augen noch der -'.glanz der fürchterlichen Szenen lag, die sie miterlebt hatten. ) Hj Freunde und Kameraden geltützt, wankten dieje Gctronenen idlid.it hurd) die Straßen der ^ladt und schleppten sich bi- zum Krankenhause. Und ber Zug ber Venvundeten ward größer und größer, ftunnu unb gesenkten Äanptes, ben Blick starr > ben -Stratzennaub vergraben, matt unb teilnalMsloS, so kamen ir daher um £»ilie, Pflege und wenn möglid), Rettung zu judfen.

) rl oft unb steigert sich seither dieses ernste -dflui'vi. l die Bevölkerung lernt bic tragischen Seiten des Krieges - nen, überall eilt man den Derwunbeten entgegen, um sie zu fiuycu und weiter zu geleiten, unb sink» sic im K^rankenhauie, I L mcidit man nidy mehr von ihrer Seite. Das Lazarett von l"dgvrixa itt der Ort, wo die jubelnd davongezogenen Soldaien nun Arau, Kind und Sdjiücftern mieberfel)en: nad) bem Kampse. I ia Krankenhaus ist groß, doch sdwn am zweiten Tage war es v. klein geworden: enger unb enger mufften bie Betten neben- -i-ianber geschoben n>erbat, neue Lager ivurbm ausgesdstagen, y lui den Korridoren, auf den Terrassen, im Treppenhaus, in den Lrivatzimmerii der Aerzte, im ^lpothekerraiiin, in ben Zimmern kl Mranfenid.ioeftern. Aber ber Zug der Verwundeten wurde herum nicht schwächer, dauert unanslförlich fort; in eifernder Vast erriditeten fleißige öänbe Notdälher, Zelte werden aufge- schlagen, auf der Erde finden die Matratzen ihren Platz, unb als atd) all biefe Vorbereitungen von ben Anf'orberungen ber butteren Wirklichkeit Überboten wurden, da begann man, die verwundtten Kampfer im Freien zu betten, im iöofe des vospitals. Die deachbarhauser nnirbcn requiriert, in Hütten unb Sd>euncn machte man Quartier, unb heute find nur noch weniac Käufer in Pod goritza, in denen nicht Verwundete liegen unb die Pflege i Irr er i'cnbsleute empfangen

Im Krankenhaus bat jedermann freien Zutritt unb bod) ent- ftebt keine Verwirrung. Sie Eltern, bic Verwaübten, die Ge schwister der Berwunbeben unterstützen bic Krankensd)wcstem, sie 1 alle zeigen eine Fassung, bic erschüttern muß, man hört keine Mage, fein Zmnineru, leine Rufe ber Verzweiflung, eine hartnäckige Entschlossenheit hat sich auf allen Gesichtern eingegraben und (eilten Kummer will jeber allein tragen, vier liegt auf einem ' Jette ber Sohn bes Generals Boskowitsch: ber Vater beging am Vorabend des Krieges Selbstmord, ber Sohn fiel sd)wer,vcrwundet tim Angriff auf Tetsd)itsch unb wartet nun auf ben Tod. Seine '9; utter unb bie Prinzessin .Venia leisten bem fterbenben jungen p Offizier den letzten Liebesdienst. Zwei furdjtbare Wunden haben L feine Brust zersetzt. Man hat ihm nicht gesagt, daß keine £)ofp

,g bleibt, aber er selbst weist «: eS ist aus Unb als er Ül,[t, wie das Leben ben jungen Körper verlassen will, da ridktet

i sich noch einmal mühsam in den Kissen auf, reicht traurig ndKlnb der Mutter ben Munb zum Abschiebskusse, brückt die j sande der Prinzessin unb sinkt zurück: tot. Unb bie Mutter, bic | Mu Zohne bis zum lebten Augenblick ben Selbstmord des Vaters I onheimlid t hat, legt auf einige Sdunbcn bas £)anpt neben das jjicss toten Kindes unb geht bann starr und stumm von bannen, um sich mit ihrer Verzweisftmg einzuschließen. Ringsum eilen inzivisd en Aerzte, Krankenpsleger unb Araucn umher. Eine von ihnen steht am Lager ihres Ma mies, sieht die Aerzte oorbcüauTcn, jireeft ihnen die öänbe entgegen und slüstert etwas. Der Leib f de--- Mannes ist durch Baiouettstiche zerfetzt: bic Aerzte haben ibn jiljon nnterfud t und sind weitergegangen: denn hier ist alle X)iuc umsonst. Aber bic Fraü will noch immer hoffen, Itteckt immer lieber üorbeicilcnben Aerzten bie tiänbe entgegen unb hört immer mieber bie gl. ick? Antwort:Spater, später, cm wenig Geduld' Utib die Arau hat Geduld unb Angst. Der sterbende Gebirgsmann, tin Hüne, liegt bewegungslos. Der Kopf ist zurückgesunken, bie flugen sind starr geöffnet: ber Blick aber ruht unausgesetzt wort­los auf ber Frau, bic sein Leben teilte unb bie er nun verlaut- früher verlangte er nod Wasser, nun will er auch nicht mehr Hülfen, aber nod) immer steht bie Frau stumm unb ratlos neben ihm und hält das Wasserglas in der £>anb. -

j Vin und wieder erzählen leidtter Verwundete von ihren Er­lebnissen ; bann sammeln sich Zuhörer um das Lager, lauschen, ergänzen, letzen dem Kranken erzählen unb nicken, vier liegt kin Giminasiast, der an der Seite des Vaters mitten in den Kampf

! icg. J&äl.rcnb des Handgemenges bei Roghame nnirbcn sie ge- trennt, verloren sid> aus den Augen. 9hm sehen sie sich wieder, I hu Lazarett, beide von Pajonettstid>cn zen'leischt. Beide geben nur schwache Hoffnungen. 9lbcr man l>at sie nebenciuanber gc- bettet, Vater unb Sohn, damit sic sich sehen unb einander zulächeln iciuicn, wenn das letzte Stündlein da ist. _____________ _______

Sreitag, 25. Oktober 1912

Rotationsdruck unb Verlag ber Vrübl'fchen Universität- - Buch- und Sieindruckerei.

R. Lange, Dießen.

Mcm verlange in der nächsten Apotheke oder Drogerie neue flüssige Eisen-Somatose in Originalflaschen zu M 2.75. AlsErsatz" oderebensogut" angebotene gering­wertige Nachahmungen, die oft verstopfend wirken, die Zähne schwärzen, die Magenschleimhaut angreifen usw. weise man zurück. Es gibt keinen wirklichen Ersatz für die Eisen-Somatose. C*/

iber, abends 6 D|i. Schütz

rag = j aus Frankfurt a.st der Jugend hkljtv hlreichem Besuch laden rr Stutjira ZmmM !=gruienDcrtii. »- HflH

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