König'" von den Litzen erhoben. Als während der Verlesung des Protokolls der Herzog von Aosta erschien, wiederholte der Senat die Kundgebung. Ter Präsident begrüßte im Namen des Senats die Herzöge von Aosta und Genua und dankte für ihr Erscheinen in der heutigen Sitzung iAnhaltender Beifall.) Tann fuhr der Präsident fort: Anläßlich der Anwesenheit der Herzöge, die eine Zier für Heer und Marine seien «Beifall), erneuere der LenatdasLob, das erdenzuWasserundzuLande Kämpfenden bereits gezottt habe und bringe an den Gräbern der für das Vaterland Gefallenen aufs neue den Tribut der Tränen und des Ruhmes dar. (Anhaltender, Beifall.) .
Ministerpräsident Giolitti erklärte, nichts fei für die Regierung eine größere Stärkung als diese Worte des Senaispräsidenten, der die erste Versammlung des Staates repräsentiere, und gleichzeitig einer der Patrioten sei, die an der Wiederaeburt Italiens teil hatten. (Lebhafte Zu- üimmung.) Fünfzig Jahre, seit Bestehen des Werkes, an dem er so lebhaften Anteil gehabt, habe er das Glück, als Präsident die einmütige Zustimmung des Senats zu erleben, durch die ein anderes großes Unternehmen gut geheißen werde, das die Ehre und den Ruhm des Vaterlandes erhöhe. Unter lebhaftem, anhaltendem Beifall und Rufen: Es lebe Italien! wurde die Sitzung geschlossen.
In Geheimer Abstimmung wurde der Gesetzentwurf über die Einverleibung von Tripolis von den anwesenden 202 Senatoren einstimmig angenommen.
Der Erohherzog von Luxemburg f.
Luxemburg, 25. Febr. Ter Großherzog von Luxemburg ist heute abend 7 Uhr geftorben.
Ein altes deutsches Fürstengeschlecht ist mit dem Heimgegangenen erloschen, das Haus Nassau ist im Mannesstamm ausgestorben, und nur das Haus Luxemburg ist außerhalb der Grenzpfähle als fremde Dynastie noch vorhanden. 1890 war cs in Holland die Ottonische Linie des Hauses Nassau, die mit König Wilhelm III. in derselben Weise ausstarb.
Großherzog Wilhelm, der vierte dieses Namens im Anschluß an die drei niederländischen Könige und Großherzoge, war geboren am 22. April 1852 in Biebrich als der Sohn des regierenden Herzogs Adolph von Nassau und der noch lebenden Her- -ogin Adelheid, geb. Prinzessin von Anhalt. In seine Jugend- lahre fielen die schmerzlichen Ereignisse von 1866, die dem Herzog Adolph den nassauischen Thron kosteten. Der Herzog nahm nach der Auseinandersetzung mit Preußen von 1867, die ihm ein bedeutendes Vermögen ließ, außerhalb Deutschlands seinen Wohnsitz, und zwar naturgemäß in Wien, da er wegen Oesterreichs in dem Ringen zwischen diesem und Preußen der verhängnisvollen Neigung zu ersterm, einem gegebenen Worte gemäß, gefolgt war.
Die Beziehungen des Nassauischen Fürstenhauses mit Luxemburg wurden, wie wir einem Artikel der „Köln. Ztg." entnehmen, angeknüpft, als Herzog Adolph im Frühjahr 1889 während der Krankheit des Königs von Holland als Regent vorübergehend nach dem Großherzogtum berufen wurde. Damals begleitete ihn der 37jährige Erbprinz. In Luxemburg brachte man dem nassauischen Hause um so größere Zuneigung entgegen, als zum ersten Male seit vielen Jahrhunderten das alte Land wieder ein eigenes Fürstenhaus erhielt, aufhörte ein Anhängsel zu sein.
Im Sommer 1893 führte der damals Einundvs^rzigjährige, nachdem der Widerstand feines Vaters gegen die Heirat mit einer Katholikin gebrochen war, die Prinzessin Maria Anna von Braganza, die zweitjüngste Tochter des einstigen Königs Miguel von Portugal, heim und nahm mit ihr Aufenthalt auf dem Schloß Berg in Luxemburgischen, wo heute an Stelle des frühem anmutigen, aber räumlich beschränkten Landsitzes ein weitläufiges modernes Schloß erstanden ist. Mit Ausnahme einer einzigen sind die sechs Töchter des großherzoglichen Paares dort geboren.
Im Jahre 1902 übergab der greife Landesherr — er war 85 Jahre alt — feinem Sohn die Regentschaft, und drei Jahre später gelangte Prinz Wilhelm nach dem Tode seines Vaters, 17. November 1905, auf den Thron. Aber schon Mitte Januar 1906 verschlimmerte sich plötzlich sein Zustand infolge mangelhafter Herztätiakeit, wahrscheinlich veranlaßt durch zu starkes Rauchen, die Lähmung wurde bald nahezu allgemein und die Sprache ging dem Kranken vollstäirdig verloren. Die Aerzte erklärten bald jede Besserung für ausgeschlossen, zuletzt war der Patient nur noch ein anscheinend betvußtlos dahin vegetierender körperlicher Organismus.
Bon denen, die in Luxemburg Gelegenheit hatten, dem Groß- Herzog Wilhelm näher zu treten, lvird er als ein besonnener Mann von ruhigem, gesundem Urteil gerühmt, an dem das Land zweifellos einen trefflichen Fürsten gehabt hätte. Da der Groß- Herzog feine männlichen Erben, sondern nur sechs Töchter hatte, wurde im Jahre 1907 mit Hilfe des» leitenden Staatsmannes, des Ministers Eysckxm, ein Familien st atut geschaffen, nach dem die Krone auf die älteste Tochter vererbt wird.
Die neue Groß Herzogin Marie Adelheid ist jetzt 18 Jahre alt.
Arbeiterbewegung.
Lohnbewegung im Ruhrgebiet.
Essen a. Ruhr, 25. Febr. Im ganzen Ruhrkohlengebiet wurden heute etwa 20 Bergarbeiterversammlungen abgehalten, die von dem sogenannten Dreibund, dem alten, sozial- dernokrattschen Verband, dem Hirsch-Tunckerschen und dem polnischen Bergarbeiterverband einberufen worden waren, um die Lage der Bergarbeiter zu erörtern. Der ChristlicheGewerk- verein, der sich von der Lohnbewegung fernhält, verbreitete Flugblätter im ganzen Bezirk, in denen vor Putschen gewarnt und zur Bewahrung dec Rul)e sowie zum Vertrauen auf die Berbandsleittingen aufgefordert wird. In einer Versammlung in Oberhausen betonte der Reichstagsabgeordnete Sachse die Notwendigkeit der Lohnerhöhungen und wies es zurück, daß die im Gange befindliche Bewegung den englischen Bergarbeitern bie Kastanien aus dem Feuer holen solle. Niemals Dänen die Engländer von den Deutschen einen Sympathiestreik verlangt. Doch fei keine Zeit geeigneter, wie die jetzige, die Lohnforderungen der Bergarbeiter durc^udrücken. Der Bettreter des Hirsck^Dunckerschen Verbandes begründete die zehn Forderungen der Bergarbeiter. In allen Versammlungen wurden gleichtaulende Entschließungen angenommen, in denen sich die Berg» arbeitet mit dem Vorgehen der Berbandsvorstände zur Herbeiführung einer Lohnerhöhung einverstanden erklären, die längst notwendig gewesen sei und bei der günstigen Lage der Industrie auch zweifellos möglich sei. Für den Fall, daß die Erwartung der Bergleute getäuscht iverden sollte, beauftragen bie Versammelten die Vorstände des Dreibundes, geeignete Schritte für die entschlossenen Forderungen im Interesse der Bergarbeiter zu tun und versprachen, die Orgauisationsleitungen mit allem Nachdruck zu unterstützen.
Au» Statt und Land.
Gießen, 26. Februar 1912.
Der Voranschlag der Stadt Gießen
für 1912 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 6 112 845,25 1911: 5 055 935,15) Mk ab. Hiervon entfallen auf die Betriebsrechnung 3 293 011,72 (3147 008,90) Mk. und auf die Vermögensrechunng 2 819 833,53 (1908 926,25) Mk Erfreulich ist bei der Betriebsrechnung neben der Stetigkeit der Entwickelung, daß der Voranschlag ohne Erhöhung der Gemeindesteuern abgeschlossen werden konnte. Nachstehend seien einige wichtigere Angaben aus dem Voranschlag mitgeteilt, der übrigens z. Zt. in der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen liegt. Ii: im Besitz .der Stadt befindlichen .Gebäude erbringen 28944,88
(28 476,88) 'Sil. Einnahme. "Xa.5 *>air5 zji.u.ig ju _-l wird niedergetegt, dagegen sind die in städtischen Besin übergegangenen Häuser Äfterweg 9, Katbarinengasse 5 und Neustadt 22 neu mit Einnahmen aufgefüyrt. Tie Verringerung der Ausgaben für die bauliche Unterhaltung der Gebäude usw. von 18180 auf 15010 Mk. beruht in der Hauptsache darauf, daß im laufenden Jahr für den Umbau des westlichen Torhauses am Neuenweg 4200 Mk. aufgewendet wurden. Die Einnahmen aus den städtischen Grundstücken sind mit 39 021,50 (38 967,90) Mk. vorgesehen, wovon 21 000 Mk. aus die in eigener Bewirtschaftung befindlichen Wiesen entsallen. Tie Ausgaben für die Grundstücke weisen eine Verringerung um 200 Mk. auf 13 336,29 Mark auf. Der Ertrag der städtischen Waldungen ist mit 106 434 (104 845,56) Mk. in Einnahme gestellt, während die Ausgaben mit 41 935,88 (41992,59) Mk. fast gleich bleiben. Vorgesehen ist die Fällung von 8200 Festmetern Holz, wofür ein Erlös von 104140 f 102 415,56) Mk. vorgesehen ist, während Holzhauer- und Setzerlöhne 18 882,56 (18 779,30) Mk. erfordern. Bon den großen städtischen Werken erfolgt nur vom Gaswerk eine Ablieferung an die Stadtkasse und zwar Cm Betrage von 96 200 ( 89 400) Mk. Tie übrigen von den Werken erzielten Reinerträge werden zur Schuldentilgung verwendet. Dadurch verringern Yicf) die auf dem Elektrizitätswerk ruhenden Schulden um 132127 Mk., die des Gaswerks um 30000 Mk. und die des Wasserwerks um 69 700 Mk. Schlachthof und Fleischbeschau schließen mit 110 788 (109132) Mk. in Einnahme und 111 716 (110 410) Mk. in Ausgabe ab. Die Fleischbeschau ist mit 8000 (7700) Mk. Einnahme und 8928 (8978) Mk. Ausgabe vorgesehen. Tie eigentlichen Schlachtgebühren erbringen 79 000 (78000) Mk. Zur Tilgung der Kapiöal- schuld auf dem Schlack)tbof find 2 Proz. = 13 911,50 Mk. vorgesehen, währeno der Darüber hinaus verbleibende Heber» schuß von 600 Mk. nach ministerieller Anordnung einem Erneuerungssonds zufließt.
" Landesuniversität. Professor Dr. Opitz, der Leiter der Frauenabteilung an den Düsseldorfer Städtischen Krankenanstalten, hat, wie un§ aus Düsseldorf gemeldet wird, den Ruf an die hiesige Universitätsklinik als Nachfolger des Professors von Franquß angenommen.
** Ordensangelegenheit. Ter Großherzog hat dem Regierungsrat Wstor zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Roten Adler-Ordens 4. Klasse und dem Geheimerat Dr. Tr.-Jna. Weber zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der rhm von dem König von Preußen verliehenen Rote Kreuz-Medaille erteilt.
** Eine Sitzung der Stadtverordneten-Ver- s a m m l u n g findet am Donnerstag, 29. Februar, 4 Uhr, mit folgender Tagesordnung st«üt. 1. Mitteilung, 2. Bau- gesuch Eduard Noll für Neustadt 49, 3. Baugesuch Karl Küchel für Ludwigsplatz 8, 4. Baugesuch Peter Kronenberg für die Süd- Anlage, 5. Baugesuch Wehrum für Ecke Credner- und Glaubrecht- sttaße, 6. Baugesuch Heinrich Langsdorf für die Schützenseraßc, 7. Baugesuch Ernst Klause für die Mühlsttaße, 8. Baugesuch Emil Kalbfleisch für die Straße nach dem Friedhof am Rodtberg, 9. Baugesuch der Firma Georgi für die Steinstraße, 10. Pachtvertrag mit der Firma Poppe unb Eo., 11. Gesuch bes Weißbinbermeisters Georg Wagner III. um Verpachtung ftäbtischeu Gelänbes, 12 Gesuch der Frau Meta Hengst Wwe. um Genehmigung zur Errichtung eines Verkaussstandcs in ber Nähe ber neuen Kaserne, 13. Pachtvertrag mit ber Garnisonverwaltung über Schießstanbsgelänbe, 14. Erbbauvertrag mit Georg Schäfer: hier: Erwerb bes Grundstücks, 15. bisherige Maschinisteilwohnung im Schlachthos, 16 Herstellung eines gepflasterten Hebergangs an der Haltestelle der Straßenbahn am Schützenhaus, 17. Vaumpslanzung in der Georg Philipp Gail-Sttaße, 18. Beseitigung von Bäumen am Vrand- platz, 19. Vergebung von Fuhrleistungen, 20. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen, 21. Genehmigung von Rechnungen, 22. Voranschlag der Armenkasse für 1912, 23. Voranschlag der Plockschen Stiftung für 1912, 24. Herstellung von Einfassungs- gräbern auf dem neuen Friedhof am Rodtberg, 25. Abgrenzung der Gerüste auf dem Friedhof am Rodtberg, 26. Volksschulgebäudc an der Crednerstraße, 27. Schutzvorrichtungen an den Straßenbahnwagen, 28. Kunstsammlungen an der llniDcrfitnt und in der Stadt Gießen, 29. Herstellung eines asphaltierten Bürgersteigs am Brandplatz.
** Gießener Stadttheater. Benefiz des Herrn Norden. Zu seinem Ehrenabend hatte sich Herr Norden das weiße Röß'l und seine luftige Fortsetzung ausgewählt und damit einen guten Griff getan; das Theater war außerordentlich gut besucht und begrüßte den Künstler mit herzlichem Beifall. Eine große Anzahl von allerlei Angebinden wanderten nach deut ersten Stück auf die Bühne, und das Publikum bereitete dem beliebten Künstler, der den Giesecke mit heiterstem Temperament spielte, eine fröhliche Ovation. — Tie Tarstellung verlies flott und frisch und hielt die Zuschauer in angenehmster Laune.
** Im Kolosseum gibt gegenwärtig allabendlich Peter Prang mit seinem Ensemble höchst amüsante Gastspiele. Der bekannte Kölner Komiter, der seine Kunst in Gießen schon verschiedentlich zeigte, sinder außerordentlichen Anklana und Beifall. Zunächst ging der Kölner Schwank „Der Lufttutscher" in Szene. 'Das burleske dramatische Durcheinander erhält seine Lebens- und Wirkensfähigkcit erst durch Prangs hochkomische Figur und seine tolle Laune. Wie er den an der Seite einer stjets unwilligen und besorgten Gattin aus Abenteuer herumschwadronierenden An- tou Lehmann schon äußerlich herausputzt und durch Grimassen und schnurrige Bewegungen belebt, ist in seiner Art eine Meisterschaft. Das Kölner Platt erhöht natürlich bie Wirkung, und die gelungenen Spässe unb Witze zünben unmittelbar. Tazu bie erschütternben Berllei- dungsszeuen; der alte Familienpapa auf dem Gipfel seiner halb freiwilligen, halb uitfreuml- ligen Unternehmungen als Indianer! Tann wieder die drastische Verstellungskotnödie vor der Gattin als Irrer, der d«s Erinnerungsvermögen verloren hat! So anspruchslos bas Auftreten ber übrigen Kräfte ist, Peter Prang lfat bas Zusammenspiel fein am Schnürchen. Am Mittwoch gelangt, wie uns mitgeteilt wirb, der Milica r-Ausftattungs- schwank „Wer kann dafür?" zur Aufführung.
** Vom Frauenstimmrechtsverein wird uns geschrieben: Das Streben nach politifcher Gleichberem- tigung bat innerhalb ber beutschen Frauenbewegung erst in den letzten Jahren eingefeyi. Andere Lander iinö uns bereits weit voraus uiid nicht wenige haben den Frauen alle politischen Rechte gewährt; wieder andere Staaten flehen knapp vor dem Ziel, so z. B. Schweben. Aber mit dem größten Interesse sehen die Politiker aller Parteien auf den in England sich abspielenben Kamps um bas Frauenwahtrecht. Dort bet deni uns an politischer Reite weil überlegenen Volte hanbelt es sich darum, ein neues, allen Männern doS Wahlrecvt gebendes Gesetz burdk xubruigen. Tie Suisragettes unb mir ihnen die mächtige Labour Bartl), an ihrer Spitze Macbonald und Kair Harby, luollcn durch ein Amendement dieses Gesetz auf alle Frauen auSbehncn und tu der Oehenll tcvkett drohten diese Führer bereits damit, Das <f»ouverne- irent it stürzen, wenn es sich diesen Wünschen nicht fügen sollte, ^it den inannigfacysten Verzerrungen i;t uns bei Kamps der Suffragette^ gegen die Regierung geschildert worden.
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Lollar, 25. Febr. Gestern hielt der Turnverein
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uirv in.; ..-..iz-au .,<wcn na) DemiGc <\raue;t von Dem Dan körende, Karnpi übgciüenDct Der hiesige Frauenstimmrechlsvertin halt es deshalb für seine Pflicht, darüber Aufklärung zu geben, unb läßt am 5. Mär; von Miß Tyson aus Li'ndon einen ö-f.-i'l lichcn Vortrag batten, in welchem ber Versuch gemocht wird, die englische Stimmrechlsbewegung zu begründen und die „Äili- laut männer" ihres Vorgehens zu rechtfertigen. In ilieftenbe* Deutsch weiß die (Suffragette Miß Tnson ihrer Aufgabe gereiht zu werden und der Verein hat allen Grund zu hoffen, das; Diner Abend ihm neue Anhänger und auch der englischen Frauen- bewegung gerechtere Beurteiler schassen wird.
•• Gießener Industrie. Tas bekannte Kalkiverk und die Dampsziegelei Aug. Gabriel jun. in Gießen ist durch eine neue Gesellschaft erworben worden, die steh unter derFirma Kalkwerk und Dampfziegelei Abend, stern G. m. b. H. in Gießen gebildet hat.
- Falsche Nachricht. Von einem auswärtigen Kone, spondenzdureau wirb die Nachricht verbreitet, daß zwei Koni, pagnien des hiesigen Regiments nach Fulda abgeganzrn seien, um in ber bärtigen Gegend eine Streife nach Zigeunern zu unternehmen. Wie uns ba§ RegimentSburcai' auf Anfrage mitteilt, ist die Nachricht unrichtig.
"Eine Störung im Elektrizitätswerk verursachte gestern abend gegen */,10 Uhr das Erlöschen de; elektrischen LichteS in der ganzen Stadt, in Krofdorf und Gleiberg. Nach etwa einer Viertelstunde ivar die Störun; beseitige und die Lampen brannten wieder.
** Zurückerhalte u mit Hilfe der Kriminalpolftei in Frankfurt a. M. hat die Firma Julius Rofeuthal u. Eo die ihr am vergangenen Sonntag durch einen Einbruch gestohlenen Fuchs-, Marder - und Iltisfelle, die einen Wert von mehr als 1000 Mk. haben. Ter dorlia: Käufer hat bei dem Handel den Kaufpreis rinaebüßt. Cu er nicht noch wegen Hehlerei bestraft wird, bleibt abzu» warten.
" Silberne Hochzeit feiern am Mittwoch Zugführer Louis Walther und Frau, geb. Bauer.
Hofmann den Turnberickü. Ter Verein hielt 70 Turustundku ab. Auf auswärtigen Festen wurden 49 Preise errungen. — Die Rechnungsablage ergab einen Jahresüberschuß von 108,44 Mk, wovon 50 Mark des Barvermögens zugelegt iverixn. Tas Geiami. vermögen des Vereins beträgt jetzt 3220,74 Mark. — Der feu- herige Vorstand wurde mit Ausnahme des zweiten Turmeari- wiedergewählt. — Ferner wurde beschlossen, im Lause des Jahres eine gemeinschaftliche Fußwanderung zu unternehmen unb zwar über Alten-Buseck, Großen-Buseck, Beuern, Klimbach, Attendon a. d. Lba. unb von dort zurück mit ber Bahn. — Die Mitglieder- zahl bes Vereins beträgt zurzeit 33 aktive, 138 passive, 34 Zöglinge, zusammen 205 Mitglieber.
s. Ruttershausen, 25. Febr. Ter 7. B u n b e s? t u x n* tag bes Turner-Vun bes „Lahn-Tünsberg" iano heute unter bem Vorsitz von L. D a u p e r t - Wicseck hier stau. Die neu angemelbeten Vereine Wenkvach, Alten-Busecl, Staufenberg, Kinzenbach, Albach nnb Kesselbach wurden einstimmig au'- genommen. Anwesend waren 43 stimmberechtigte Vertreter. — Das Protokoll vom 6. Bundesturntag 1911 wurde genehmigt. — Ter Bericht des Bundesvorsitzenden bot einen llcbcrblid iib:r die vorjährigen Feste und Ausschußsitzungen. Tie Milgliederzahl des Bundes beträgt 2281. Nach Mitteilung des Bundesturnwatte» sanden 6 Borturnerstunden statt, mit einer Beteiligung von 401 Turnern. — Tie Rechnungsablage zeigte einen Heberschuß von 188,59 Mark. — Als Ort der Bundesturnsahrt am 9. Juni 1912 wurde Allenborf a. d. Lda. mit 19 Stimmen gewählt. Ter Änttag bes Bunbesausschusses, bie Turnsahtt jedes Jahr vor dem Bunbessest abzuhalten, wirb genehmigt. — Als Zeit des Bundessestes 1912 in Wieseck wirb der 21. Juli fe ft gelegt —1 Für das 8. Bundesseft 1913 ist Lollar als Feswtt beftimmt. - Der Bundesausschuß für 1912 setzt sich folgendermaßen zusammen: 1. Vorsitzender Daupert-Wieseck, 2. Vorsitzender Büracrmcißfl Schmidt-Lollar, 1. Turnwart Schmidt Launsbaä), 2. Turnwatt Dort-Großen-Buseck, 1. Schriftführer Rcinecke-Wiefeck, 2. Schrirt- füfyrer Gerlach-Bieber, Rechner Gerlach-Fellingshaufen. — Zn Den Turnausschuß mürben gewählt: Geißler-Lollar, Karber-Lden- Haufen, Lotz-Wieseck, Rinn-Launsbach, Schneider-Großen Buseck. Die Abhaltung des Bergfestes 1912 wird Waldgirmes übertragen. — Der Antrag des Turnvereins Rodhcim, den Bund in 2 Bezickc zu teilen, wird abgelehnt, ebenso der Anttag deS Tunu'ereniS Großen-Buseck, wegen eines zweiten Vertreters zum Bnndeskurn- tag für Vereine über 100 Mitglieder. — Zu dem Antrag deS Turnvereins Steinbach und Großen-Buseck, betreffend Wegfall Der Pflichtfreiübiingen bei den volkstümlichen Turnfesten, wird he* schlossen, die Hebungen bei dem Bergfest beizubehalten.
Kreis Lauterbach.
~ Lauterbach, 25. Febr. Zum Schutze der Bevölkerung gegen die in letzter Zeit vorgekommenen Ausschreitungen von Zigeunern sind im Laufe des gestrigen Tages etwa 50 hessische Gendarmen, darunter einige zu Pferd, sonne der Gendarmeriekommanbeur hier eingetwfsen, die in versöwteinn Ortschaften längs ber hessisch pceußisckjen Grenze innerhalb bti Kreises Lauterbach cinnuartiert wurden und von hier r:tren- vatrouillen unternehmen. Auch je eine Abteilung der Marburger Jäger unb bes Infanterieregiments Nr. 168 sinb zur Hukerstutzung ber Gendarmen in Fulda eingetrosfen. Dem Vernehm.n na2» sind gestern nachmittag bereits zwei Zigeuner in Niederstoll festgenommen und in das Haftlokal in >schliy eingeliefert worber. Ob diese an dem Mord des Försters Noinanus aus Niesig bmeiligr mären, wird bie Hntersuchung ergeben. Die Mutter des Mörders Ebenber befinbet sich in Großenlüder in Haft. Auf vrfum'dxr Seile werden bie gleichen Maßnahmen wie auf hessischem okbi<: vorgenommen unb man hofft, die Walder in einigen Tagen oon bem Gefinbel zu reinigen. Tas gestern verbreitete Gerücht, m Hilders sei em Gendarm von Zigeunern erschossen tvorden, beruht» auf Hnwahrheit.
Starkenburg unö Rheinhessen.
M. Offenbach, 26. Febr. (Pno -Tel.) Heute nacht geriet der Hausierer Wilh. Büttner mit feinem Konkurrenten Liedler in einen Streit, der zu Tätlichkeiten an-attete. Li edler wurde durch einen Stich in bie Herzgegend gelötet, während Büttner drei Stichwunden davontriig.
Hessen-Nassau.
(I Marburg. 25. Febr. Nachbem gestern abeno 50 Marburger Jäger zur Verfolgung der megrn brr voxt' taten verfolgten Zigeuner i ns Rhön gebiet abgenlckt linf, folgten heute abend weitere 50 Mann, meistens gelernte 5or,!fL
[] Marburg, 25. Febr. In einer gestern gelciuntiuD des Provinzial-Saattnarkts abgchaltenen Lan divirtc- Zer* f a m m l u n g kam es zu einer Aussprache über die gegenrndttigf Lage und die Zukunft der f u r h e f f 11 d) e n Pferdezu «-. Allgemein wurce ieftgeftellt, daß das kurhessische Rassepferd, ,d" früher so prächtiges Remontematerial lieferte, dos einzig- sei, das sich ber Eigenart des Landes anpasse. Tas rdwusc Pferde eigne sich nicht für Hessen. Aus biefern Gruiibe »mnj gewünscht, baß bie Warmblutzucht Nicht ganz der .>kaltd.attu^ weichen bür ft. Bon ben anwesenben PferbeLüchtern iid) mehr als Zweibritlet als Züchter ber Wdsrinblulp'er^ -. Wünsche sollen bei ber kurhessisck>c>l TanDwirtschastskamrn7 bei ber Derwaktung bt^ Landgeftüts znr "Geltung gebracht n’CiDcn«
w. Wiesbaden, 24. Febr. Zoh.- Jak. Söhnletn, ber Gründer nnb frühere langjährige Chef ber Rhemgol^ Söhnlein & Eo. Rheiugauer Schaumitteinkellerei '! heute morgen im 85. Lebensjahre gestorben.
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