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•• Die wurde gestern fchluß an den der Lahn ein (Adelphia) an
nickt angenehm war. Tic Tatsacke, baß schieben Sie dem Bruder zu. Zeugin: Ja. wissen Sie, daß Bruder es war, aus dessen laden wurden? Zengin: Weil ick gehört immer so macht. Beisitzer Tr Lehr: Ist anlassnng des Bruder geschehen? Frau
L. Friedberg den im hiesigen Gt des Nachmittags in aus Heidelberg Ar Theaters statt, un Lnsängen das Heuti
Starke
1 Mainz, 26. meist sarbige Lichtb Rheines, der Alt- m darstellen. Sie sind j m Qüffelbotf begi ju wttbtn.
üb, daß Ihnen das Sic geladen wurden, Staaksanw.: Woher Veranlassung Sie ge- hohe, daß Bruder es
Bisniarckfeier der Studentenschaft in der üblichen Weise abgehalten. Im Animposanten Fackelzug, der namentlich jenseits entzückendes Bild bot, hielt stud. Mathes der BiSmarcksäule eine eindrucksvolle Rede,
die Ladung aus Ver^
.. „ „ . w Schapiro: Nein, ich
habe Herrn Bruder so etwas nicht zugetraut.
Zeuge Bruder beftreitet, daß er jemals Mädchen zur Anzeige gebracht, die ihm nickt zu Willen sein wollten.
Bruder diesen Antrag gemacht. Als sie, wie gesagt, nichts davon wissen wollte, habe er sie mitten in der Nackt um 11 Uhr aus der Ludwigstraße stehen lassen. Bors : Haben Sie eirund zur Beschwerde gegen Frau Sckapiro gehabt? Zeugin: Unangenehm ist es mir gewesen. Bors.: Das glaube ’'
10. wissenschaftliche Fortbildunas- kursuS für Lehrer an der L a n d e s u n i v e r si t ä t sand gestern seinen Abschluß. Die etwa 80 Teilnehmer versammelten
Univer
hk. Marburg, 2 ^coinarius und Tirekto Nm an 'die fiicfige lln j-_ Med.-Rats Pros.
worauf in der Nennbahn die Fackeln zusammengeworfen wurden. Den Kommers eröffnete stud. 0. Fisch - r (Chattiae) mit einer schwungvollen Begrüßungsansprache, die starken Beifall sand. Auf Kaiser und Großherzog sprach ,odann stud. theol. Dell, wonach stud. Basel (Starkenburgiae) eine packende Rede auf Bismarck hielt. Die Rede auf die Universität hielt stud. Walther. Sei gutem Humor vergingen die wenigen Stunden der Nacht und die Sonne stand ichon längst über dem Gesichtskreis, als die letzten Studiosen heimwärts zogen.
•• Zum 200. Geburtstag Roussea uS veranstaltet "'te Freie Studentenschaft am Freitag, den 28. Juni, einen Vortragsabend. Herr Dr. Strecker-Bad-Nauheim wird prechen über .Rousseau*.
an sich. Bors.: Hat sich Frau Schapiro gegen den Dellen der Vorgesetzten in Dinge ungemischt? Zeuge: Das weitz ick nicht. Sie kam in vollständig neue Verhälmnse, und da tu ihr wohl manches passierr, was ihr jetzt nicht mehr passiert.
Heber die Zeugenaussagen in der Voruntersuchung vernommen, gibt der Zeuge zu, oaß bei Herrn Hirsch der Eindruck erweckt werden konnte, daß Herr Berndt befangen snn könnte.
Zeuge Avothcker S. unterhielt seinerzeit in Mainz, an Verhältnis mit c.nem Fräulein St. Frau Schapiro soll dem Zeugen erklärt haben, baß er hingehen könne, wohin er wolle, fie toerOi ihn überall verfolgen. Zeuge: Frau Schapiro hat auch getagt, solche „Verhältnisse" dulden wir mchl in Main,;. Frau Lchapiro bestreitet auch dies. ~ _
Eine Frau W. macht Aussage zu dem Fall etnes Strotzen kehrers Sck., in dessen Wohnung Frau Schapiro unberechtiger- weise eingedrungen sei. ___
Es wird dann der Straßenkehrer Sch. vernommen, der an gibt, daß er zu Frau Schapiro gegangen^ sei und sie gebeten habe, einzuschreiten, da seine Frau einem Mädchen Obdach gegeben habe, das gewerbsmäßig Unzucht trecke.
Die Zeugin Schmidt erhebt gegen Frau Schapiro die Klage, daß sic zu ihr gekommen sei, ihr gcsag^ habe, sie sei ein ganz schlechtes Frauenzimmer, das habe Frau Schapiro dreimal wieder holt. Frau Schaviro: Ten Ausdruck „schlechtes Frauenzimmer" habe ich auch nicht gebraucht. Bors, izur Zeugin): Hat Herr Berndl, als Sie bei ihm waren, irgetckwelchen Einfluß aus ii ausgeübt? Zengin: Herr Berndt hat mich gar nicht angefrörL Er hat auch gesagt, ich sei ein schlechtes Frauenzimmer und daß ich mich herumtreibe. Beigeordneter Berndt schildert den Vorgang auf seinem Bureau. Die Frau sei sogleich in eine derartige Wut geraten, daß jede Vernehmung ausgeschlossen war.
Ein anderer Zeuge bekundet, daß seine Frau ihm nritgctcil: habe, daß sie von Frau Schapiro auf der Straße angesprochen worden sei, und baß Frau Schapiro ihr gegenüber ein sehr häß liches Word gebraucht habe.
Der folgende Zeuge ist der ehemalige Polizeiwachtmeister Meckel, der entlassen wurde, und bann später ein Teteklivbureau aufgemacht hat. Er bat sich in bett Dienst ckes Angeklagten gestellt und für diesen allerhand Recherchen angestellt. Auf einer Kon seren; wurde von Herrn Berndt die Anweisung gegeben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Besonders solle die Polizei nickst bei Liebespärchen einschreiten. Er sagte ferner, baß bie sogenannte freie Liebe gestattet fei. Der Zeuge wirb bann auch über £>cn Einbruchsbiebstahl bei dem Beig. Berndt vernommen. Er weiß darüber nicht mehr, als bie Gerüchte. Verl. Bernstein sucht fest- tzustellen, baß auf Grund des Prozesses mildere Bestimmungen getroffen feien.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 27. Juni 1912.
** Tageskalender für Donnerstag, 27. Juni. Drittes Abonnernentskonzert in Steins Garten. Anfang 8 Uhr.
•• Lehrerperfoncilien. Uebertragen wurde dein Schulamtsafpiranten Hch. Wolfs aus Berstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Ohmen.
** Zulassungen jur Rechtsanwaltschaft. Am 24. Mai wurde dem Reckstsanwalt Gg. H e h d zu Darmstadt die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgerickst Darmstadt I neben der Zulassung bei dem Oberlandesgericht; am 25. Mai wurde dem Regicrungsassessor Theodor Weber aus Lich, zurzeit in Stuttgart, die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Fürth erteilt.
** Auszeichnungen für Feuerwehrleute. Der Großherzog hat dem Brandmeister und Kreisfeuerwehr-Inspektor Karl Müller zu Friedberg das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, den Zugführern Fritz Bechstcin und Jak. Kotmarschlag, sowie den Feuerwehrmännern Alb. Stark, Phil. Döpp und Joh. Thomas I., sämtlich zu Friedberg, das Mlgemeinc Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" verliehen.
•• Keine Erkrankung des russischen Thronfolgers. Die »Darmst. Zig.* ist von der Russischen Gesandtschaft in Darmstadt ermächtigt worden, das Gerücht von einer angeblichen tuberkulösen Erkrankung deS russischen Thronfolgers als vollständig unbe- gründet und der Wahrheit nicht entsprechend zu dementieren.
"Voll der russischen Gesandtschaft. Der K. rllssische Ministerresident van der Vliet hat gestern einen mehrwöchigen Erholungsurlaub angetreten. Während der Dauer der Belirlaubnng werden die Geschäfte der Gesandtschaft dlirch LegationSsekretär Grafen von Kotzebue Baron Pilar von Pilchau als Geschäftsträger geführt werden.
Männer-Badevereins stattfindet, hingewiesen wurde, so fort beute noch darauf aufmerksam gemacht werden, baß am Sonntag, 30. Juni, nachmittags, auf dem Festplatz eine größere Anzahl Wettspie le der Schüler zum Lus- trag kommen. Es wird gespielt: Faustball, schlagball, Tamburin ball, Barkauf, Fußball und Schleuderbatl, wozu schon feit Einigen Tagen die Ausscheidungsspiele statt- siuden, denn nur die besten Mannschaften, rn den borge, sehenen 2 Stufen, kommen am Sonntag nachmittag in den ^ndkamps. Diese Spiele versprechen neben dem Schüler- Setturnen einen sehr schönen Aerlauf zu nehmen. Es sei besonders auf ein Tamburin-Ballspiel hingewiesen, bad zwischen Schulern und Schülerinnen zum Austrag- kommt. Das Schüler-Wetturnen ist gut vorbereitet. Es werden sich etwa 500 Knaben und Mädchen daran beteiligen Ebenso sind zu dem Stafettenlauf aus 320 Meter von den einzelnen Klassen der Schulen je 4 Schüler gemeldet, so daß auch dieser Teil des Schüler^Zetturnens einen schönen Verlaus nehmen wird.
** Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Tie Frage, wohin zum Sommer aufenthalt, ist zurzeit wieder brennend. Der Vortrag, den Amtsgerichtsrat Dr. Mahr morgen in Steins Garten halten wird, will in Wort und Bild mit einer Gegend bekannt machen, die es an Naturschönheit mit den berühmtesten Landschaften Südtirols aufnehmen kann und deren Besuch gleichzeitig eine Tat im Dienst des bart kämpfenden Tiroler Deutsch- tums ist. Die Burg selbst, die das herrliche Luganer Tal beherrscht, ist zu einer Gaststätte ausgebaut worden; von einer deutschen Gesellsckiast, die in zielbewußter völkischer Arbeit die deutschen Reisenden in dieses stille Tal zu ziehen strebt, um den dort ansässigen deutschen Bauern und Gewerbetreibenden Verdienst zu verschalen und sie dadurch auf ihren vom Welschtum bedrolsten Sitzen mi erhalten. Eine etwaige Reineinnahme des Abends wüwe den Abgebrannten in Lusern (Südtirol) zugeführt werden, denen der Landtag und Landesansschuß von Tirol nicht nur einen Unterstützungsbeitrag, sondern auch bie Erlaubnis zur Ausnahme eines Darlehns von 2500 Mk. vom Wiener deutschen Schulverein abgelehnt hat.
•• Der Hess» sch-Nassauische Main-Rhein» gan-Verband G a b e l s berg e rscher Stenographen hält seine diesjährige Verbandstagung, die gleiche Veranstaltung, wie sie im vorigen Jahre mit der Jubiläumsfeier des hiesigen Gabelsberger Stenographen-VereinS verbunden war, in Höchst a. Main ab. Auch dort wird wie in Gießen den GabelSbergeranem von allen Seiten das größte Interesse entgegengebracht. Davon zeugt schon die Tatsache, baß auch in Höchst den besten Arbeiten beim Wettschreiben wertvolle Ehrenpreise zufallen, die einen Gesamtwert von über 1000 Mk. darstellen. Bis jetzt sind rund 1000 Wcttschreiber angemeldet, die in Abteilungen von 100 bis 360 Silben ihr Können zeigen werden. Auch die Gießener ‘Vereine werden mit einer stattlichen Zahl von Wettschreibern sich beteiligest.
’• Sonderzüge. Anläßlich de8 Lahntalsänger- d»ln deS festes fährt am kommenden Sonntag ein Son der- zug noch Hungen, Gießen ab 720, Schiffenberg ab 780, Äarbenteich ab 736, Lich ab 7*8, Langsdorf ab 75*, Hungen an 758 vorm. Die Rückfahrt erfolgt Hungen ab 930, Langsdorf 937, Lich ab 9*5, Garbenteich ab 958, Schiffenberg ab 1002, Gießen an 1012 abends.
Landkreis Gießen.
b. Wi eseck, 27. Juni. Heute Donnerstag, 27. Juni, abends 9 Uhr, findet eine öffentliche Gemeinderatsitzung mit folgender Tagesordnung .statt: 1. Wasserleitungserweiterung am Lichtenauer Weg. 2. Die Projektierung einer neuen Straße von der >dirchstraße auf die Altenbusecker Straße führend. 3. Ortssatzungen über die Gehalts- und Dienstverhältnisse der Beamten und Bediensteten der Gemeinde Wieseck. 4. Berke hrS- wese n. 5. Naturalisationsgesuch des Franz Voigt. 6. Straßenbeleuchtung.
-m. Hängen, 26. Juni. Nur noch einige Tage trennen und von dem Sängerbundesfest, das am SamStag nut der Feier des 7 5jähr. Jubiläums des GesangveremS „Eintracht* leinen Anfang nimmt. Zwei alte Tore, daS Ober- und Untertor, sind in den letzten Tagen an den Stellen, wo sie ui alter Zeit gestanden hatten, wieder errichtet worden nnb werden bet ihrer naturgetreuen Herstellung an längst vergangene Zeiten erinnern. Auch sonst ist man in eifriger Tätigkeit.
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Kreis Alsfeld.
w. Alsfeld, 25. Juni. StadtvorstandSsitzang Anwesend Bürgermeister Dr. Bölstng, Beigeordneter Weitz, sowie 11 GeiueinderakSinitglteder. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende ein Schreiben der Frau Beigeordneten Kurtz bekannt, worin ne für dre ihrem Manne von der Stadtvertretung erwiesene fehle Ehre dankt. Ferner übermittelte der Vorsitzende eine Entladung des Militärvereins 'JllStelb zu dem am nächsten Sonntag zu 91 ft- ield staltündenden,>ahnenweihleft. Weiter wurde zu der Angele-m- beit neuer Garnisonen nutgeteilt, daß nach den Angaben des ReickStagSabg. Heck, der int Kriegsrninmertum Erkundiguiwen ein- gezogen habe, die Errichtung des 3. Bataillon« für das Inf -Regiment 'Ar. 168 nicht geplant fei. ES werde nur eine neue Maschinengewehr- Kompagnie errichtet, die voraussichtlich nach Offenbach komme. — Zu der B e r w a l t u n g s r e ch e n f ch a f t der Bürgermeisterei and dem Jahre 1910 erstattet der Vor fitzende Bericht, aus dem -u entnehmen ist, daß der Äaffenabschluß recht günstig war. bemerkt weiter, daß es zur Erreichung einer gefunden Fimm>- wirtschait in einer Gemeinde unbedingt erforderlich sei, slelS im Rahmen des Voranschlags zu wirtschaften. ES dürften feine Ausgaben ohne T<ckung bewilligt werden. Ter Rechenschaftsbericht wurde aenehmigt. Bei dem Voranschlag der Oberreat- schule für 1913 verbreitet sich Gemeinderat Braun über die ZusÄußverhältnisse bet Städte zu den Kosten der höheren Lehranstalten, wie sic von der Regierung letzt neu zur Regelung vorgesehen seien. Ts sei Pflicht der Sladwerttetung, daraus hmM- wirken, daß die Zusckmßleistung der Stadt in annehmbaren Grenzen gehalten werde. Er stelle daher den Antrag, den Vertreter der otabt Alsfeld nn Hess. Landtag, Abg. Reh, iu ctsuchen, dafür ein' zu treten, daß die anläßlich der Beanttenbefoldimgsrefvrm in Hessen vorgesehene stärkere Heranziehung der größeren Städte zu den Kosten der höheren Lehranstalten und die vorgesehene ErmäßigiüU der Zuschußliistung der Stadt Alsfeld für bie Oberreal schule autD jur "annabme gelangten. Ter Voranschlag Der OberrcalsAle für 1913 wurde genehmigt und der Anttag Braun einstimmig <ut* genommen. — Bezüglich des Geländeetwerbs zur Erbauung der Eisenbahn AlSseld-N iederaula legt der Vorsitzende Den von der VollzugSkommiffion der Feldbereinigung aufgeftellten Vertragsentwurf Dor, wonach Die Feldberemigung-°-qesellfchast daS gesamte !ür_ Den Bahn bau Alsfeld-Niederaula erforderliche lande der Stadt Alsfeld zur Verfügung stellt. Es fei dazu bemerkt, daß eS Uw bei dem Derliegenden Entwurf um das Gelände merbajb des Bahnhofs handelt. Als Mitglieder der Gelande- enverbskomminwn erstatten die Stadw. Koch und Braun Bericht zu der Angelegenheit, wonach der Feldbereinicnuigsgefellschast für den L-uabratmetet des zur Verfügung gestellten Geländes der Bonmerungswen nebst einem Aufschlag von 2 Pfg. zu vergüten
lief) zu einer Scklußfeier in dem Hotel Großherzog. Auch der Rektor der Universität ünd die beteiligten Profefioren hatten sich dazu eingefunDm. Der Obmann des Gießener LchrervereinS, Lehrer Val Müller-Gießen, wies au< das zehnjährige Bestehen der Kurse hin. Er dankte den Behörden der Universität für ihr Entgegenkommen, besonders dem Rektor Prof. Dr König und dem Geh. Kirckenrat Prof. Dr. Kruger, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. ^Sommer, Prof. Tr. Dannemann und Dr. Berliner DaS Sehnen nach Weiterblldung habe die Lehrer zu den Kursen gebracht. Sein Hoch galt Der Universität, dem Rektor und den Professoren. Rekwr Tr. König versicherte, baß Die Universität gern ihre Mittel zur Dersügung stellt, um sie der Allgemeinheit sruchtbar zu mackren, besonders feien die Lehrer seit Jahren gern gesehene Gäste und sie würden auch in Zukunst srcunblickie Ausnahme sinden. Geh. Kirchenrat Dr. Krüger betont namens der Dozenten, daß es ihre Ausgabe sei, Auillärung zu schassen. Sie begrüßten deshalb bie Kurse Der Lehrer, die weiter bestehen müßten. Dem Lehrer Müller dankt et sür die Leitung der Kurse. Geh. Mcdizinalrat Pros. Dr. Sommer erklärte, daß er gerne seine Klinik zur Bcrsügung gestellt habe, fei es doch gerade für den Erzieher nötig, auch mit dem Gebiete deS PsnchtaterS einigermaßen betraut zu sein. Tie innige Verbindung der Lehrer mit der Universität begrüße er mit Freuden Auch er gedachte der Verdienste des Oberleiters der Kurse, Lehret B Müller, der nicht nur die Kurse zustande gebracht habe, sondern sie letzt bereits seit zehn Jahren leite.
** Jubiläums-Gautumsest Gießen 1912. Denn gestern auf das Schülerschwimmen, das am Samstag, 29. Juni, nachmittags, in der Badeanstalt des
n.Schotten, 26 finbet das Somme höbenklubs auf b( leimng hat dkl 8wi( tragen des neugebildet gesangsabteilung gel Vereins ein von Tele, benes TheoterMchen Aufsühnlng. Das $ heimatlichen Wanders berget Mundart abge
M Marburg, vn der Mne Frau Erhard Hauptmann
Damit schließt die Sitzung gegen 7 Uhr abends.
bs. Darmstadt, 26. Juni.
(8. Perhandlungstag Vormittagssitzung.)
Zu Beginn der heutigen Verhandlung will Bert. Pagenstechcr zunächst feftstellen, zu welchem Zwecke die BeNeidigung eine Reihe von Zeuge,, habe laden lassen, die über den Verkehr des Herrn Berndt mit Den Damen Ä., St. und G. aussagen sollen. Seiner Ansicht nach sei der FaN genügend geklärt, auch beftreite Herr Berndt den Verkehr durchaus nickt. Pen. Bernstein stimmt dem Tr. Pagenstcckier zu.
Ter erste Zeuge in der brütigen Sitzung ist der Landgcrickts. rat Alte ndorf. Acsem Zeugen bat Der Polizcirai gesagt, das; er nichts machen könne, die Polizeiassistemin reiße alles
tzttr der Ansicht, daß die Eltern selbst für ihr Kind sorgen sollten. Der Stege geht bann näher auf die häuslichen Verhältnifse bei den Eltern des Kmoes ein, die nach seiner Schilderung nichr gerade geeignet waren, eine gute Erziehung zu ^erbürgen. Vorf.: Herr Professor, uns interessiert nur der Fall Schapiro.. Zeuge: Ich halte es nicht für gut, daß man das Kind untersucht hatte und zweckens, baß man das Kino in eine Dienststelle gebracht hat. Tas bat auch der Beigeordnete Berndt beanstandet, und er hat auch der Frau Schapiro gesagt, sie dürfe das nicht tun. Frau Scyapiro: Tie (Atem kamen zu mir und klagten, daß das Kind sich lag: unb Nächte lang auf der Straße herumtreibe, also einen sehr lüdeclichen Lebenswandel führe. Auch neigte das Mädchen zu Diebstählen. Die Mutter erklärte, sie könnte mit dem Kinde nichts tun. Sie bat, daß ich das Mädchen unterbringe. Zeuge: Ein tiveitcr Fall ist der: ein Mädchen rourbe ausgegriffen, untersucht, als geschlechtskrank befunden, nach einiger Zeit entlassen, unö bann in bas Eäcilienheim nach Wiesbaben gebracht. 92aMcr stellte es sich heraus, daß das Mädchen noch krank war. In biefem Heim werden bie Mädchen nicht genügend bewacht^ Die Mädchen gehen bis nach 11 Uhr auf die Straße. Das ist kein Heim für sittlich gefährdete Mädchen. Der Zeuge geht dann auf Einzelheiten in der Protokollführung ein und beschwert sich darüber, daß in dem Protokoll eine Bemerkung gestanden habe, die ihn beleidigt habe. Vors.: In welcher Weise beanstanden Sie die Tätigkeck der Frau Schapiro? Zeuge: Daß das Mädchen in das Eäcilienheim gebracht worden war. Dieses Jnstttut halte ich sicht für gut. Staatsanwalt: Sind Sie selbst solchen Mädchen des Abends auf der Straße begegnet? Zeuge: Wie soll ich solchen Mädchen begegnen? — Der Zeuge ist über diese Frage ziemlich erregt. Ter Vorsitzende sucht ihn zu beruhigen. Frau Schapiro gibt dann Auskunft über das Eäcilienheim. Der Zeuge geht bann auf einen anderen Fall ein, in dem ein Kind aus dem Waisenhaus entlassen wurde. fKacßfrer sei cs wieder in schlechte Gesellschast geraten. Es kam bann wieder zurück und es wurde ber Anttag auf Zwangserziehung gestellt. Die Fran Asfistentin habe bann festgestellt, baß es sich um ein verlogenes Kind handele Das Kind kam bann in das später errichtete Heim der Frau Assistentin. Tie Frau Assistenttn hat gesagt, daß sie das Kind aufnehmen wolle. Das habe ich beanstandet, weil ein so schlechtes Kind nicht in ein Heim für Prostituierte gehört. Ich habe bann den Anttag gestellt, daß das Kind in eine Anstalt gebracht werden müsse. Staatsan w.: Woher schöpfen Sie Ihre Wissenschaft, daß in dem! Heim der Frau Schapiro Prostituierte untergebracht wurden? Zeuge: Weil das Heim dazu gegründet wurde. Staatsanw.: Tas ist nicht wahr. Zeuge: Wenn ich Prostittiicrte sagte, so will ich das einschränken und sagen: zweideutige Mädchen. Bors.: Woher wissen Sie beim, baß bas Mäbchen mit ben anbem zusammen war? Zeuge: Das ist ein ScAuß, ben ich ziehe. V rs.: So, also nur ein Schluß? Konnten denn keine Vorfichtsii*chregeln getroffen morden fein, daß das Mädchen von den anderen getrennt werde? Zeuge: Das weiß ich nicht- In zwei Fällen war die Trennung nicht durchgeführt. Frau Schapiro: Ich nahm das Kinb bei mir auf und habe es mit meinem eigenen Kinde zusammen in einem Zimmer schlafen lassen. Hier war das Kind jedenfalls in einer einwandfreieren Umgebung als in dem Hause ihrer Mutter, die gewerbsmäßig Unzucht treibt. Die Mutter hat mich damals fast kniefällig gebeten, ihr Kind nicht in eine Anstalt zu geben.
Es entspinnt sich nun eine längere Aussprache darüber, ob Frau Schapiro hier über ben Kops ber Behörde hinweg gehandelt habe.
Es wird dann die Stadtverordnetenversammlung besprochen. Er habe damals sprechen wollen, sei aber unterbrochen morden. Erst später habe er erfahren, daß vorher Vereinbarungen getroffen waren. Die Ausstände, die er in jener Sitzung habe machen wollen, seien ganz andere gewesen als die der Herren Horch und Hirsch. Bert. Bernstein sucht festzusiellen, daß auf Grund dieser vorherigen Vereinbarung der Angeklagte sehr wohl ber AnsiO sein konnte, daß hier Komödie gespielt wurde.
Der Zeuge rügt bann noch, baß Frau Schapiro als Dank für ihre Hilfeleistung Gelb für ihren Unterstützungssonds ange- nontmen habe. Der Zeuge hat zuerst ben Ausdruck „Trinkgeld" gebraucht, fick aber später verbessert. Der Vorsitzende sagt, darin könne er nicktS Schlimmes erblicken.
* Ein Frl. Sch ist mit noch einem anderen Mäbchen zu Frau Sckwviro geloben, lieber bas Verhalten der Fran Schapiro rann sich bie Zeugin nicht beklagen.
Die nächste Zeugin ist ein Frsi Pf. Dieses Mädchen hat Verkehr mit einem verheirateten Manne, von dem es drei Kinder fiat. Es wird bann auch, ber Mann selbst vernommen. Er hat seine Frau unb Kinber im Stich gelassen, um mit bem Mädchen zu leben.
Wachtmeister Becker sagt auch zu diesem Fall aus. Der Wachtmeister Becker hat keine Kenntnis davon, daß die Frau Sckwpiro über die Köpfe anderer hinweg, Anzeigen auf die Beine gestellt habe. Vert. Bernstein: Sic haben früher gesagt, Vor- füßruttgen wurden bei Mädchen, die weder gewerbsmäßig Unzucht trieben, noch gesckstechtskrank verdächtig waren, nicht vorgenommen unb sind auch niemals 'angedroht morden. Der Zeuge bleibt bei seiner Aussage, baß früher schärfer vorgegangen mürbe.
Nachmittagssitzung.
Die Nachmittagssitznng beginnt mit ber Bekmnblung bes Ein- bruck-sbiebstahls, der seinerzeit beim Beigeordneten Berndt verübt wurde.
Es wirb bann in ber Sache selbst in ber Zeugenvernehmung fortgefahren.
Eifenbahnschaffner Sch. lebt von seiner Frau getrennt, bie er in großer Not zurückgelafsen bat. Er teilte eine Wohnung eine Zeitlang mit brei ober vier Mädchen Dazu kamen noch feine eigenen fünf Kinder. Eines Tages kam bie Frau Assistentin nnb ein Schutzmann zu ihm, um sich nach ben Mäbchen zu erkundigen Bors.: Warum hüben Sie sick nun zu beklagen? Zeuge: Sie hätte mich bestellen Kinnen. Sie ist aber in mein Haus gedrungen
ES mird dann ein Ingenieur S. vernommen, der über seine Beteiligung an ben näckstlicken Razzien Auskunft gibt.
Eine weitere Zeugin sagt über einen Besuch der Frau Schapiro vor 8 Uhr morgens aus.
Die folgende Zeugin ist ein junges Mädchen, die Freundin der Zeugin von heute vormittag. Sie behauptet, daß sie nur aitt'Deranlaffuns, bes Bvuder geladen wurde, weil sie seinen Anttag, mit ihr in Verkehr zu treten, abgemiefen hatte Sie erzählt dann einen Fall, wo der Bruder sic und ihre Freundin eingeladen hätte, mit i(ym ein Glas Wein zu trinfen. Sie haben bieicr Ein Übung and) Folge geleistet unb auf bem Nachhausewege habe ihr


