Erster Blatt
162. Jahrgang
Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.
Das Freimaurertum ist also wieder einmal der Po->
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Der neue russische Botschafter in Berlin.
Aus Anlaß der Ernennung Swerbejews zum Bot- chaster amBerliner Hofe schreibt die „Nowojc Wremja":
Die Ernennung überrascht allgemein. Swcrbejew zählt zu den unbekannlen Berühmtheiten. Man habe allgemein geglaubt, daß ein so verantwortlicher Posten wie der Berliner mii einer Per- önlichkeit von bestimmter politischer und diplomatischer Physiognomie und großem persönlichen Prestige besetzt werde, besonders in der deutschen Reichshauptstadl, ivo ein so einflußreicher Diplomat wie Kaiser Wilhelm lebt. Swerbejews Tätigkeit während der Krisis wegen Bosnien und der Herzegowina sei rein unpcr- önlic!)en Charakters gewesen. Es habe sich nur darum gehandelt, einen Zusammenstoß mit Graf Aehrenthal zu vermeiden. Alle Instruktionen habe das Auswärtige russische Amt erteilt; eine selbständige politische Tätigkeit sei von Swerbejew nicht verlangt worden. Safonoro strebe wahrscheinlich nach einer Vereinbarung mit den auswärtigen russischen Vertretern über ein gemeinsames, einheitliches Arbeiten. Tas wäre ein Schritt vorwärts zu den lang erwarteten Reformen des Auswärtigen Amts. Der Kaiferbegegnung wird außer Kokozew und Sosonow der neu ernannte Botschafter Swerbeiew beiwohnen, der dieser Tage aus Athen in Petersburg eintrifft.
sick neuerlich in einer kleinen Festung einzuschließen, wo er, nur mit den notwendigsten Lebensmitteln versehen, belagert wird. Auch C o n f u d a wird von Truppen Said Idris belagert. Lobeia und Hodcida droht Belagerung Die Anhängerzahl des Schciks wächst jeden Tag.^ Auch einer der stärksten Stämme Jinan Jahras, der Stamm Hasced, der mehrere tausend Gewehre zählt, ist von Jinan zu Said Idris über gegangen und befindet sich gegenwärtig in Haroda. Dies ist sehr wichtig, weil der Abfall von Jman Jahia auch die Lage in Sana, der Hauptstadt des fernen, prekär macht, lieber türkische Bewegungen gegen den Scheik liegen keine Nachrichten vor. Im Gegenteil werden die Nachrichten über Kamelankäuse, die die Türken vornehmen sollten, aus guter Quelle in Abrede gestellt.
prozeh Zchapiro-Hirsch.
bs. T a r m |t a b t, 25, Juni.
7. Berhandlungstag.
In der Tienstagsverhandlung, aus der wir wegen Telegramm- versparung nur einen kleinen Auszug bringen konnten, tragen wir von den Aussagen des Prof. Hebel, einem Mitglied des Zentrums im Mainzer Stadtparlament, noch folgendes nach:
Proi. Hebel: Ich habe bei dem Einiritt der Polizeiassistentin erklärt, daß ich Beanstandungen hätte, die auf dem Gebiete der Fürsorge lagen. In einem Falle hatte ich beanstandet, daß ein iiinö, das noch nicht 14 Jahre all war, von seiner Mutter zur Polizeiassistennn gebracht worden war, weil das Minb 'ich herum- treibe. Ich habe aus den Akten entnommen, daß dieses Kind ärztlich untersucht worden war. Tas itinb wurde für gesund befunden und dann einem Mädchenherm überwiesen. Tort war es etwa 14 Tage. Es durste nicht auf die Straße und war vollständig abgeschlossen, es konnte noch nickt einmal seinen ieli- glösen Pflichten nachkommen. Meiner Auffassung nach lag kein Grund vor, das Kind einzusperren, weil die Eltern noch da waren. Bors.: Auch nicht, wetm die Eltern es wollten? Zeuge: Ich
Deutsches Reich.
Ter Kaiser sandte am Dienstag von Bord der „Fio- nia" an den König von Tänemark ein Funken- telegram ni folgenden Wortlauts: „Ich bin an Bord der „Fionia" und beeile mich. Dir meine Glückwünsche zu senden zu der trefslichen Leistung der dänischen Techniker. Tas Schiss bedeutet einen ganz neuen Abschnitt beb Schiffbaues, der Bewunderung verdient. Tie dänischen Ingenieure können sich mit Reckst den Ruhm zuschreiben, den ersten praktisch gelungenen Schritt auf neuer Bahn getan zu haben als Lehrmeister für alle. — Der König sandte ein Tanktelegramm.
Ter nicht immer ganz zuverlässigen „Wiener Allgem. Zeitung" wird aus Berliii gedrahtet und der „Deutschen Tageszeitung" von dort berichtet: Wie in sehr gut informierten Kreisen bekannt wird, habe der deutsche Kaiser während der Kieler Woche sich wiederholt sehr optimistisch über bic internationale Lage ausgesprochen unb ben Frieden als ungefährdet erklärt.
Prinz Rudolf, der dritte Sohn des Prinzen unb der Prinzessin Rupprecht von Bayern, ist am Mittwoch nachmittag, brei Jahre alt, gestorben.
Tas Juliheft der Monatsschrift „Nord und Süd" bringt eine Reihe von Artikeln aus der Feder von hervorragenden deutschen Staatsmännern unb Politikern über das Thema: „Die deutsch-englischen Beziehungen" u. cl, von Prinz Schoenaicy-Carolath, Posadowsky, Wermuth, v. Schwerin-Loewitz, Bassermann, Dr. Riesser, Hugo Stinnes, Baron .Pechmann, Arthur Gwinner unb August Thyssen.
Die Ergebnisse der spanisch-ftanzösijchen Verhandlungen.
Das Reutersche Bure tu erfährt, daß bie Hauptpakte in den Marokkoverh inblungen zwischen Frankreich und Spanien als entschieden betrachtet werden dürfen. Hieraus folge noch nicht, daß ein vollständiges Hebereinkommen unmittelbar bevorstebe. Eine Reihe technischer und rechtlicher Einzelheiten, die wegen ihrer sekundären Bedeutung bisher zuruckgestellt würben, seien noch zu erlcbigen. Die Frage bes Uerga-Ialcs sei im allgemeinen gelöst worden. Bon großer Bebeutüng sei ber Bau einer Bahn von langer nach Fez, die nach dem deutsch-französischen Adlommen vom vorigen Jahre vor allen Bahnstrecken in Marokko hergestellt werden muß. Frankreich wünscht den Bau möglichst bald in Angnf zu nehmen, aber einige Fragen harren noch der Entsck>ei. düng. Was bie Stellung bes Sultans in ber fran- zöfifckicn Zone anbetrifft, so ist man übereingefommen, daß ein K Halis eingesetzt werden soll, ber ben S u 11 a n in ber spanischen Zone vertreten wirb Einzel- beiten, wie der Modus ber Ernennung des Kyalifen und seiner Nachfolger, sind noch nicht erledigt. Fragen von allgemein rechtlicher Bedeutung, wie Bestimmungen über den Bergbau, sind im einzelnen noch nicht ausgearbeitet. Ebenso fehlt es noch an Bestimmungen über die Anleihen, bic ber Sultan kontrahiert hat. Gegemvärtig befassen sich bic Lerhanblungen mit der Frage der Internationalisierung von Tanger; es ist eine Munizipalverfassung ins Äuge gefaßt, in ber einerseits bic Vertreter ber verschiebenen Mächte, andererseits die Stadt Tanger berieten sein sollen.
Paris, 26. Juni. Der Ministerpräsident empftng heute die Abordnung ber muselmanischen Algerier, welche ihm erklärte, baß ber Erlaß über bic Einführung der G e - stellungspflicht unter ben Eingeborenen große Aufregung hervorgerusen habe. Tie Eingeborenen seien bereit, Frankreich gegenüber ihre patriotische Pstiäst zu erfüllen, doch verlangten sie unter anderem, baß auch für sie wie für bie anberen Franzosen bic Militarbienstzett aus zwei Jahre ermäßigt werbe, paß bicjeiligen, roclrbc ihrer Militärpflicht genügt hätten, auf ihr einfaches Ansuchen bas französische Bürgerrecht erl-alten könnten, ferner baß bie Steuern gerecht verteilt und den Eingeborenen eine entsprechende Vertretung in ben gewählten Körperschaften Algeriens von Frankreich bewilligt werde. Ministcr- präsibent P o i n c a r 6 ctiuiberie, baß er bic ihm vorgelegten Wünsche mit bem größten Wohlwollen prüfen werbe.
Ein Gefecht.
Paris, 26. Juni. Aus Fez wird unlcrm 25. Juni gemeldet: General Dalbiez hatte am 23. Juni ein sehr lebhaftes Gefecht bei Riba mit den Beni Mtir und den Sidi Ratze, die zurückgeworfen wurden. Aus feiten der Franzosen wurden drei eingeborene Soldaten getötet unb 13 Mann verwundet. Wahrscheinlich trifft General Go u - raud Anfang Juli in Fez ein. Einige feindliche .Abteilungen boten ihre Untenucrfung an.
Der italienisch-türkische Krieg.
Rom, 26. Juni. Tie Agenzia Stcfani meldet aus Massaua vom 25. Juni: Die türkische Garnison der Farsan-Jnseln, die aus über 300 Mann bestand, wurde von Triftipen Said Idris, die auf 11 kriegsmäßig ausgerüsteten arabischen Segelschiffen dorthin geschickt worden waren, gefangen genommen. Die Garnison leistete nur geringen Widerstand. Auf dem Festlande sanden in ber letzten Woche mehrere Zusammenstöße statt, die sämtlich günstig für Said Idris waren.
S o l i m a n P a s ch a, der in E b h a e i n g e s ch l o s s e n ist, versuchte auszubrechen, wurde aber nach kurzem Kampfe, in dem er über 200 Mann verlor, gezwungen.
Nr. U9
Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer , Sonntags. - Beilagen: A viermal wöckenUuck M GiehenerZamilienblätter, fcK zweimalwöchenil.Nreir- EB blatt für ben Kreis (Siegen (TienStag und Freitag) W zweimal monoil. Land X wirtschaftliche äeitfraatn Ferniprech - Anschlüße: für bie Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
Der Popanz der Zentrums.
Man schreibt uns:
Der bayerische Kultusminister v. Knil- Itng hat in Anlehnung an bischöfliche Hirtenbriefe Stellung gegen den Gu 11 e m p le r o r d e n genommen. Weil dieser die Jugend „verführen" will, Wasser zu trinken. Der Guttemplcrorden, 1852 von Eoon in Nordamerika gc- tiftet, feit 1883 auch in Deutschland verbreitet, bemüht ich, die Enthaltsamkeit von alkoholischen Getränken zu ördern und ist ein nach freimaurerischer Art organisierter Verein. Deshalb wird er jetzt bei der Zentrumsregierung des Königreichs Bayern so verdächtig. Hat doch kürz- lich auch der Zentrumspfarrer und Abgeordnete Steets in der Zweiten bayerischen frommer erklärt, das Institut der „Wandervögel", der jungen Schulausflügler, fei feiner Partei nicht recht sympathisch, denn hinter dieser Sportbeivegung stehe sehr wahrsajeinlich die Freimaurerei.
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Bringe fit jedem gerne geitottet aliedelwe!6 irfer Strafe U
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Lin Zwischensall in der bayerischen Kammer.
München, 26. Juni. In ber Kammer ereignete sich bei der Beratung des Voranschlags des Innern ein Zwischenfall. S e g i tz (So*.) kritisierte bie Tätigkeit bes Ministeriums unb nannte die NichtbestSli gung fozialdemokrali scher Bürgermeister unb Beigeordiieter einen glatten Verfassungs- bruch. Ter amtierende Vizepräsident Frank rief ben Al>geordneten beswegen zur Ordnung, und ba der Abgeorbnete bic Aeuße- rung wiederhott gebraudjte, noch zweimal zur Ordnung unb entzog i h m nach dem brüten Orbnungsruf gemäß ber Ge chäftsordnung bas Wort.
Die Linke forbertc barauf die Entscheibung bes Hauses, ob bic Ordnungsrufe unb die Wortentziehung rechtmäßig seien. In namentlicher Abstimmung beschloß bas Haus mit 54 gegen 42 Stimmen, baß bie Ordnungsrufe und bie Wortentziehung seitens des Vizepräsibenten rechtmäßig seien.
Panz des Zentrums. Unb dieser Ton-Quichote-framps gegen Die Freimaurer ist typisch für die politische Lage, in der das Zentrum in Bayern zur Regierung kommen und der Jesuiten erlaß geboren werden konnte. „Freimaurerei und Jesuitismus verhalten sich", so bczeickjnct es trefflich der Historiker Johannes Sck-err in seinen „Letzten Gängen", „innerlich und wesenhaft zu einander nnc Antithesen und Gegenpole: Kirchlich und menschlich, Abso- luttsmus und Freiheit, Eifer unb Duldsamkeit, Bevormundung unb Selbstbestimmung, Mittelalter unb Neu-
Donnerstag, 21. Juni 1912
Bezugspreis: monatlich 75 viertel- . ▲ iährlid) Mk. 9 JO; durch
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für bie ingetnuinincr «oranon§onlck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinörudcrci R. Lange. Rcöaftfon, Erpedition und Druderet: Schnlttraße 7. ""d: für .Stadt und
- sormu.g.p ■< Upt,___vödlngcn: Zernipttchkr Hr. 269 6efd)äftsfttüe Bat)nl>ofKra6e I6-. »™c'flent.a:6:e> *,'<?.
zeit, Glaube unb Zweifel, Togmalismus unb Forschung, Zentralisation und Förberalismus — bas sinb Gegensätze, welche eine breite unb tiefe Kluft klaffen machen."
Was jetzt in Bayern an Autifreimaurerei an bic Oberfläche kommt ist nur ein Teilgefecht der Kämpfe, bie bas Zentrum auf ber ganzen Linie mit allen Mitteln zu führen neuerdings eutschkoffen ist. Die „Germania" gab zu diesem Feldzug vor einiger Zeit ba* Signal, als sie die Frage aufwarf, ob die Fortführung des Protektorats über die Freimauerei durch einen Prinzen aus dem Hohenzollern- scheu frönigsl-ause noch ferner mit der Würde und den Interessen der Krone vereinbar [ei. Das Zentrumsorgan erklärte ja dann auch, es erschetne mit Rücksicht auf bic Würde uub Interessen bei frrone geboten, mit ber privilegierten Stellung, welche die Freimaurerei tatsächlich genießt, aufzuräumen uni> bie Logen als .Gehei m v ar Hindu n g e n, bic sich auch mit öffentlichen Angelegenl)eiten befassen, einfach gemäß ben allgemeinen StaatSgesetzeu behandeln zu lassen.
Es war der Ruf nach bem frabi, ber da erging! Die Gesetze sollten als Vorspann für Ketzerverfolgungen im 20. Jahrhundert benutzt werden, um einen sonst nicht leicht zu fassenden, als unbequem empfundenen Gegner zu erdrosseln. Man sieht, die Methode bleibt dieselbe, nur die Form hat sich ben modernen Verhältnissen mehr an gepaßt. Oder soll man dies dahin auf fassen, daß die Gegner der Freimaurerei barau verzweifeln, ihren „Feind" mit geistigen Waffen bekämpfen zu können unb beslMb nun. gern bie Jünger Hermandads zu Hilfe rufen möchten? Nach früheren yiifclungenen Versuchen nimmt man jetzt eine neue Taktik auf, indem man sagt: „Ja, damals, als z. B. Kaiser Will)elm I. noch Freimaurer war, stellte sich der Bund als solck-cr ganz anders dar. Seitdem tyat sich alles geändert, die deutsche Freimaurerei hegt revolutionäre Tendenzen und muß verboten toerden.
Will man einmal den Gedanken zu Ende denken, daß es nämlich, wie in Oesterreich, gelingen Könnte, bei uns die gesetzlichen Getvalten in irgend einer Form gegen bie Freimaurerei mobil zu machen, was wäre bic Folge? Ganz sicher nur ein gewaltiges Erstarken des freimaurerischen Gedankens! Tie übrige Welt, durch den unvermeidlichen Spektakel aufgerüttelt, tarne jetzt zu der Erkcrnntnis, bie sie bereits Ijabeu kann, nämlich daß Tausenbe unb Abertau- .sende eigentlich zur Freimailrerei gehören, bie sich ihr dann anschließen würden in irgend einer Form. Gibt es doch heute schon 50000 deutsche Freimaurer. Der Geisteszustand der gebildeten und geistig führenden Kreise in Deutschland war vielleicht nie in einer für den freimaurerischen Gedanken so empfängnisfähigen Verfassung, wie in ber letzten Zeit, in der Zeit des Falles Traub unb anderer Fälle. 9tur in Verfolgung dieser Annahme kann man sagen: Zertrümmert Großlogen und Logen, den sreimaurerischen Gedanken und seine sammelnde locrbenbc Straft ficht das nicht an, denn sein Wesen ruht in den Idealen humaner Bildung, er rul)t einbegriffen in her gesamten gelingen und moralischen Verfassung all derer, die wir Deutschen als Geifteshcroen verehren und er ruht eingebettet in den Gehirnen und Herzen jeder neu Heranwachsenden Generation.
Es ist nun eine berechtigte, durch das Wesen der 'Freimaurerei bedingte Eigentümlichkeit des Bundes, baß. die Großlogen und Logen sich als solck>e nicht berufen erachten, kämpferisch auf den Plan zu treten. Eins wird aber nötig fein: verstärkte Aufklärung über We,en und Ziele der Freimaurerei. Tas Freimaurertum iclbjt zieht aus den neuerlichen Angriffen des Zentrums nur Gewinn. Der Angriff schweißt alle Freimaurer um|o enger zusammen, und das Zentrum sorgt ja selbst mithelfend ba- für, daß die gebildete Mitwelt mehr als bisher an bic Freimaurerei erinnert wird und zu ber Erkenntni.' kommt, daß bic Freimaurer als ein Faktor im Geistesleben zu erachten sind, nach wie vor unb heute mehr al» je.
Pension M.
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Ausland.
Das österreichische Abgeordnetenhaus nahm das W e h r g e s e tz in allen Lesungen an und begann mit der zweiten Lesung der Landwehroorlage.
Aus Wien wird gemeldet: Das Zentralkomitee zur Schaffung einer österreichischen Luftflotte hat sich tonjtituiert. Zum Präsidenten wurde der Fürst zu Fürstenburg gewählt. Der Minister des Innern H e i - n o l d begrüßte die Versammlung im Namen der Regierung und überbrachte die Beitrittserklärung der österreichischen Minister.
Als das englische frönigspaar auf seiner Fahri durch Süd-Wales die Kathedrale in Llando f f besichtigen wollte, durchbrach eine Frauenstimmrecht- l e r i n die Absperrung und b e s ch i in p f t c d e n M i n i st e r Mcfrenna. Tie wild gewordene Tarne rief: Kabinettsmitglieder dürften keinen Ausflug in bic Provinz machen, währenb Frauen im Gefängnis schmachteten. Bei ihrer Festnahme gab bie Ruheswrerin an, aus Lonbvn herübergekommen zu fein und Ellen Craig zu heißen.
Im englischen Unterlaufe erklärte Ministerpräsident Asquith auf eine Anfrage, daß die Anordnungen betreffend die Seeftreitfräfte im Mittelmeer noch erwogen würden.
ArbciterBervcgung.
Ter Londoner Ausstand.
London, 26. Juni. Obwohl die Lage in den Docks noch wen entfernt von normal ist und der Ausstand tortbauert, ist die Zahl der Arbeitenden täg l i ch g e w a ch s e n und erreichte heute 12 980. Auf 154 Schissen wird gearbeitet. Trotzdem sind die in den Docks angchäuften Warenmengen außer- ordentlich groß.
Greiz, 26. Juni. Der Verband der Sächsisch-Thü- ringifchen Webereien, dem 297 Mitglieder mit 35020 Webfrühlen angeboren, beschloß in seiner gestrigen Hauptversammlung, .eine Lohnerhöhung bis zu 20 Prozent c in» treten zu lassen. Tie erste Lohn^ihlimg nach dem neuen Tarif erfolgt am 4. Oktober.


