verstanden, dann setzt es links unb rechts Ohrseigen. Eine derartige Behandlung erhöht natürlich bei den christlichen Soldaten die Liebe rum Kommiß keineswegs. Es war ein großer Fehler der Heeresleitung, daß sie der Sprachenfrage kein Augenmerk zu- gewendet und nicht erst für die nötige Anzahl sprachkundiger Offiziere und Unteroffiziere gesorgt Hal, ehr sie die Nichtmohammedaner einberief.
Tie rechtlich ungleichmäßige Behandlung und die alttürkischen Erziehungsmethoden im Heere haben in den Nichtmohammedanern eine große Abneigung gegen den Militärdienst erzeugt. Massenhaft sind sie in die Berge und ins Ausland geflohen oder haben sich gegen Zahlung von 50 Pfund losgekauft. Am meisten Furcht vor des Sultans Rock haben die Griechen; sie sind auch d e schlechtesten Soldaten. Gute Soldaten sind dagegen die Armenier und Bulgaren, aber politisch unzuverlässig.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 23. Juli.
T i e bekannten Unbekannten.
Wegen Einbruchsdiebstahls zur Nachtzeit waren angeklagt der Tekorateur A. W. von Lorbach und der Schlosser F. L. von Bad- Nauheim. Sie waren beschuldigt, auS einem Laden in Bad- Nanheim Kleider, Stoffe und Tamenartikel im Wert von über 2000 Mk. gestohlen zu haben. Einer Schneiderin in Gießen, die mit dem Angeklagten A. W., der sich in Gießen und Marburg als Student und Dr. med. Werner ausgab, ein Verhältnis unterhielt, hatte sich einige der gestohlenen Sachen schenken lassen und war deshalb wegen Hehlerei mit angeklagt. Tie Anklage war in der Hanpt- sache aus ein ausführliches Geständnis de§ Angeklagten 91. W., in dem er sich und den F. L. als die Täter bezeichnete, aui- gebaut. In der Hauptverhandlung widerrief der Angeklagte A. W. dieses Geständnis und gab an, er hätte die gestohlenen Sachen von drei Leuten erhalten, deren Namen ihm nur zum Teil und deren Wohnort ihm nicht bekannt sei. Diese hätten ihm geraten, den Schlosser F. L. als den Täter anzugeben. Ties habe er auch getan, obwohl er gewußt habe, daß der F. L. nichts mit der Sache zu tun hatte, sondern ganz schuldlos war. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde daraufhin der 9lngcklagte F. L. aus der Haft entlasten und die Aussetzung der Hauplverhandlung zum Zwecke der Nachforschung nach den unbekannteii, angeblichen Tälern angeordnet. Zum Glück ist es geliingen, der Eigentünierin die sämtlichen gestohlenen Sachen wieder zu verschaffen.
R ü ck s a l l d i e b st a h l.
Der Dienstknecht F. B. hatte in der medizinischen Klinik in Gießen dem neben ihni liegenden Patienten F. P., der krankheits-
Luftschiifhallen, Aussichtsturm, hoher Fabrikschornstein, Kirchen, Schlösser, Fabriken. Gefährliche Landungsplätze,, wie Wein- und Hopfengärten, Steinbrüche unb Friedhöfe sind auffallend markiert und warnen den Luftschifser vor einer Landung. Tie Herstellung der Karte erfolgt unter Benutzung der deutschen offiziellen Karten- werke und unter der von Prof. Bamlcr organisierten Mttarbeit orts- und zweckkundiger Mitglieder des deutschen Luftschiffcr- verbandes.
Vermischtes.
* E i n trauriger Vorgang hat sich in O r a n i c n bürg abgespielt. Die dort wohnhafte Ehewan Tschäqe hatte ihre beiden Heinen Söhne zum Kaufmann geschickt, um ein Stück Speck ein- zukaufen. Als die beiden Brüder, von denen der eine sechs, der andere drei Jahre zählt, heimkehrten, stellten sie sich eine Weile (in der Pinnower Schleuse auf em Laufbrett. Plötzlich entglitt dem ältesten Knaben der Speck und siel ins Waster. Um ihn wieder herauszuholen, sprang der Kleine hinterdrein. Er ging jedoch unter, während der kleinere Bruder ängstlich zur Mutter eilte und ihr den Vorgang erzählte. Als die unglückliche Frau mit Nachbarn zur Rettung ihres Sohnes herbeieilte, war es zu spät; man konnte nur noch die Leiche des Knaben ans dem Wasser hcransholen.
Kleine Tageschronik.
Die Reblaus tritt neuerdings auch in weiten Gegenden der R h e i n p f a l z auf.
Der Polizeipräsident von Berlin erteilte die Genehmigung zur Errichtung eines städtischen Krematoriums.
In Wiesenthal erschoß der Masdrucker Watzel fei*? kranke Frau und seine zehnjährige Tochter und tötete sich dann selbst.
Vier Berliner Touristen bestiegen den O r t l e r ohne Führer. Bei dem 9lbstieg verirrten sie sich und wären verloren gewesen, hätte nicht die Pächterin des Bayern Hauses Hilferufe gehört. Auf ihre Veranlassung eilte ein Bergführer ju Hilfe und rettete nach dreistündiger Mühe die völlig Erschöpften.
In Jnonitz bei Prag ist in einer Sandgrube durch unvorsichtiges Abgraben eine Steinwand eingestürzt. Vier Personen und ein Pferdegespann wurden verschüttet. Drei Personen sind getötet, eine ist schwerverletzt worden. Tie Pferde find gleichfalls tot.
Eine vor einiger Zeit in der Seminarbibliothek in Trient gestohlene Dante-Handschrift ist in einer Buchhandlung wieder entdeckt worden. Der Dieb hatte sie verkauft.
halber nicht als Zeuge in der Hauptverhandlung austreten konnte, das Portemonnaie mit etwa 35 Mk. Inhalt und eine Mühe gestohlen. Nur die Mütze sah der Eigentümer wieder. Da der Angeklagte sich im wiederholten Nückialle befand und den Bestohlenen unter einem groben Vertranensmißbrauch nm seine so nötigen Er- sparniffe gebracht hat, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten, auf die vier Wochen der verbüßten Untersuchungshaft angerechnet wurden.
Gegenseitige Beleidigung.
Das Schöffengericht in Grünberg hatte den Privatkläger und Widerbeklagten R. von Flensungen wegen Beleidigung der Angeklagten und Widerklägerin S. zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurteilt. Gegen dieses Urteil hatten beide Parteien Berufung eingelegt, jedoch hatte nur die Berufung des Privatklägers Erfolg. Da das Gericht die der Angeklagten S. nachgewiesenen Beleidigungen für ebenso schwer erachtete, wie die dem Privatkläger R. zur Last fallenden, verurteilte es auch die Angeklagte S. zu einer Geldstrafe von 20 Mk. Die Kosten der Berufungsinstanz mußten ihr, da sie mit ihrer Berufung nicht durchgedrungen war, allein auferlegt werden.
Gerichtsfaal.
Gießen- 24. Juli. (Kriegsgericht.) In dieser Woche verhandelte das Kriegsgericht gegen den Sergeanten M. von der Lcibkompagnie des 116. Infanterie-Regiments in der Berufungsinstanz tvegen der einem Studenten in der frühen Morgenstunde verabfolgten Ohrfeige. Der Gerichtshof war zusammengesetzt aus Major Großmann als Vorsitzendem, Hauptmann Soldan, Oberleutnant Firmeinch und Oberleutnant Wehrheim als Beisitzende. 9lls Verhandlungsleiter fungierte Zkriegsgerichtsrat Heß. Die Anklage vertrat Kriegsgerichtsrat Koch. Tie Verteidigung führte Justizrat Metz. Der Tatbestand war fürs der folgende: Sergeant M. kam mit noch zivei Kameraden morgens um 5 Uhr von einer Verlobungsfeier und geriet in der Licher Straße mit einem Studenten aneinander. Das Standgerickst hatte auf eine Geldstrafe von 30 Mark erkannt. Vor dem Kriegsgericht beantragte der Vertreter der Anklage Verwerfung der Berufung. Der Verteidiger hingegen plädierte auf Freispruch, er hielt eine gegenseitige Beleidigung für vorliegend. Das Kriegsgericht hob das ergangene Urteil des Standgerichts auf, und erkannte wegen einfacher Körperverletzung auf eine Geldstrafe von 10 Mark oder 2 Tage Haft. — Die Hohe der Strafe wurde damit begründet, daß der Angeklagte, der sich mit zwei Kameraden dem Gegner gegenüber befand, nicht hätte tätlich werden dürfen, da hierzu iede Veranlassung gefehlt hat. In Rücksicht auf die Unbestraftheit des Sergeanten M. hat der Gerichtshof eine gelindere Strafe als das Standgericht ausgesprochen. Eine Berufung gegen dieses Urteil ist ausgeschlossen.
Paris, 24. Juli. Das Schwurgericht von M o u l i n verurteilte den 18jährigen Kausmannsgehllfen Auclair, der feinen Vcter e mordet hatte, weil dieser angeblich das ihm gehörige Erbteil vergeudet hatte, zu einem Jahr Gefängnis.
Universitäts-Nachrichten.
)( Marburg, 24. Juli. In der philosophischen Fakultät der mengen Universität habilitiert s i ch am nächsten Montag Dr. phil. Erich Obst mit einer Antrittsvorlesung über „Haus- ünd Siedelrmgssorrnen in Dftafrifa".
= Frankfurt a. M.. 24. Juli. In dem zu Ende gehenden Sommer-Semester beläuft sich die Zahl der ordentlichen Studierenden der Akademie (Besucher) auf 355. Zu ihnen rieten 279 Hospitanten unb 234 Hörer, so daß die ßksamtfreciuenz 868 (gegen 814 int Sommer-Semester 1911) beträgt. Bon den 634 ordentlichen Studierenden und Hospitanten sind 226, d. i. 26 «,ö, akademisch vorgebildet. Tem Berufe nach fllicbern sich die Teilnehmer an den Vorlesungen in 260 Kaufleute, 47 Industrielle, Ingenieure, Architekten, (Sbcmitcr usw., 38 Juristen und höhere Verwaltungsbeamte, 34 mittlere Vertvaltungsbeamte, 187 Lehrer und Lehreri im en, darunter 25 akademisch gebildete, 26 Studierende der neueren Sprachen, 31 Studierende der Matl-ematik und Naturwisfenfckmften, 33 Aerzte und anderen gelehrten Bernsen tlngcbörigc, 42 Personen aus sonstigen Berufen und 170 Personen ohne Beruf.
Lnftschisiahrt.
= Deutsche Luftfahrerkarte. Tas erste Blatt der beutfdKn Luftfahrerkarte mit der Darstellung des Teutoburger Waldes, wird jetzt von dein großen, über himbert Blätter umfassenden Kartenwerke erscheinen Tie bisherigen Prodekanen Mocdebecks und Okiffcrd, ferner die von der Zeppelin Konferenz beschlossene Probekarte waren hauptsächlich roegen der ungeeigneten Höhendarstellung als nicht zweckentsprechend abgelehnt Die Brüsseler Internationale Kartenkonferen.; hatte, wie die Umschau berichtet, 1911 dann eine Einigung auf den Maßstab 1: 200 000, sowie die bedeutsame Enveiternng des ganzen Planes zu dem eines einheitlichen Weltkarteun'erkes herbeigeführt. Jedes Blatt bin er aeronautischen Weltkarte soll ein Orieenwicher Gradfeld uiniancn. -Swi) sollen auch Anregungen befolgt werden, bk die ölttrreidnimc Lufsichnferkarte gibt. Die 2uftfd)ifferfignaturen sonne alle für bte)e wümckieuswerten Hilfszeichen sind grell rot bar ocitellt. Dte .vauptkommunikatlon einschließlich der erhaltenen ßahttvege, dann die Turchzugslinien in Städten, Märkten unb grotzeren Dörfern, endlich Exerzierplätze sowie zur Landung ne eignete* Gelände sutd gelb überdruckt Ertra bezeichnet sind unter andern, elektrisch beleuchtete Orte, Bahn böse, elektrische Straß. bahnen, oberirbifdte Starkstromleitung, Wanerstvffgasai,statt, ferner
Wegen Raubmordverdacht wird der 20 jährige Ingenieur Tclge, angeblich aus Bilbao in Spanien, verfolgt. Er hat durch eine Heiratsannonce sich an die in Regensburg in ihrer Wohnung ermordete Private Hinter herangemacht und soll sie durch 11 Messerstiche umgebracht haben.
Nach einer Meldung der „Liberte^ sind in einer Kaserne der republikanischen Garde in Paris an 60 Soldaten schwer erkrankt. Man glaubte anfangs, daß es sich um eine Massen- bergiftung infolge Genusses verdorbener Speisen handelte, doch neigen jetzt die Aerzte zu der Ansicht, daß eine Typhus-Epidemie vorliegt.
Büchertisch.
* Wegweiser durch Gießen. Neue Ausgabe 1912 bis 1913. Verlag von Emil Roth, Gießen. Als vor fünf Jahren die Firma Emil Roth in Gießen als Festgabe zur Dreihundertjahr- feicr unserer Landesuniversität ihren „Wegweiser durch die Universitätsstadt Gießen und ihre Umgebung" herausgab, konnte unsere Stadt sich rühmen, den besten Führer unter allen deutschen Städten zu besitzen, eine Monographie Gießens von hohem und bleibendem Wert. Auch als eigentlicher Führer war der stattliche Band äußerst zuverlässig und brauchbar. Die Firma Roth hat nunmehr, um dem Buche feinen Wert als Führer auch weiterhin zu bewahren, eine neue Ausgabe veranstaltet, die in einer Einleitung alles enthält und beschreibt, was in Gießen in den letzten fünf Jahren neues entstanden ist. Dadurch wird der Wegweiser auch für jetzt unb die nächste Zukunft wieder zum besten Gießener Führer, den kein Besucher unserer Stadt unbenutzt lassen möge. Auch der, der die erste Ausgabe des Buches besitzt, wird erstaunt sein über die Fülle von Neuerungen, die die letzten fünf Jahre unserer Stadt gebracht haben. Heber die hervorragende illustrierte Ausstattung des Wegweisers ist nichts neues zu sagen, sie entspricht auch heule noch selbst den höchstgestellten. Erwartungen.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.!
Rodheim a. d. B., 24. Juli. Unsere Wälder prangen in saftigem Grün, und wer zur Frühlings- und Sommerszeit ,n ihnen sich ergeht, muß ergriffen werden von der Schönheit unserer deutschen Wälder. Jedoch befremden ninß es, wenn Spaziergänger Sträucher und Büsche berauben, um sich zu schmücken, wobei zehnmal mehr abgerissen wird als nötig wäre. Gern sehen wir den Wanderer geschmückt mit einem grünen Zweig, aber alles mit Maß und Ziel.
Aber auch Denen, die mit der Axt unsere Wälder niederlegen, sei .Schutz unseren Wäldern" gugerufen. Gerade in letzter Zeit sehen wir in unserer Gegend, ivie große Flächen Wald nieder- aelegt werden. Die Wälder müssen der Kultur weichen, um unseren Beivolmern genügend Land zum Ackerbau zu erschließen. Anders natürlich ist es, luenn ehrwürdige alte Wälder, die zur Zierde der ganzen Gegend gereichen, gefällt werden, um.einer reizlosen Neubepflanzung Platz zu machen. In letzter Zeit nmlauscnden Gerüchten zufolge, soll unser Lärchen wa ld, der eine Zierde des Biebertales bildet, vom Streiche der Axt lallen, um einer Buchen- pslanzung zu weiche». Ich frage nun, ist es nölig, daß hier in dieser Art etwas zerstört wird, woran sich schon Generationen erfreut haben? Gibt es denn hier kein Verständnis mehr für Naturschönheiten ? Ueberall bestehen Vereine, die die Erhaltung alter Baudenkmäler fördern, und hier will man ein Denkmal zerstören, das mit unserem Dorfe geradezu geschichtlich verwachsen ist. Wie manchem unserer Einwohner ist unser sogenanntes Tannenwäldchen ans Herz gewachsen, wie mancher hat nicht unter seinen Bauin- ricsen den Worten eines Predigers gelauscht. Wer hat nicht von uns dort oben seinen Blick über das Dori hin zum Vetzberg und Gleiberg schweifen lasten. Und nun soll dieses alles enden. Ich glaube nicht, daß es eine Not nach Lärchenholz gibt, die uns diesen schönen Landschaitsschmuck raubt, und auch in forstwirtschaftlicher Hinsicht dürfte es noch sehr in Frage zu stellen fern, ob eine bessere Rentabilität erzielt wird. Es ist nicht möglich, ohne eine sehr teure Einfriedigung hier einen Wäld erstehen ju lasten, und aus lange Zeit hinaus dürste kein Ertrag zu erwarten sein. Wenn auch unser Lärchenlvald keinen Ertrag gibt, darf er unter keinen Umständen fallen, er kostet ja anch keine Unterhaltung. Als junge Schonung wird dieser schöne Fleck für lange Jahre für Spazier« (länger gesperrt, da eine Schonung nicht betreten werden darr Wit alle Bewohner Rodheims richte ich die Bitle, wer noch Sin..' für die Schönheit unseres Heincattales hat, der Helse mit, daß un ,, Lärchenwäldchen erhalten bleibt. ß-
Handel.
. .8 Re cs. Im Zusammenhang mit einer voraussichtlich un- zünftigen Reisernte in Mitteliava und den Iwhen Reispreisen m Japan, btc den Export stark anregen, bat die Niederländisch- liiduche .Hegurung den Reisexport bis auf weiteres unterlagt » .^Weiterer Rückgang der Staatsanleihen. Tie buitleben ^laaiöanletlx'n haben auch an der Frankfurter Mitt- mochsborie keine Erholung erfahren. Die 4 proz Reichsanleihe 121? itt bon 101 bis 100.90 zurückgegangen die 3* nro» non 89 80 bis 89.70 und die 3proz. b.rii "cSi^uf ben bÄ^t nwbng ten -tand von 79’ , Proz Einzig die 3 proz. Preußi leben Stoniold haben sich um 0.20 Proz. dis 79.70 gebessert U.
Lid <uFs t'Msi ’ebauert. daß nichts Wirkungsvoll^ mehr geschehen konnte, um enwn Derartigen Rückgang ju ver
hindern, der in manchen Zeitungen geradezu als eine Blamage bezeichnet wird. Tie Ursache des Rückgangs unserer Staatspapiere wird auch daraus zurückgesührt, daß das Publikum durch bnt iebarien Rückgang der Staatsanleihen und Renten des Auslandes beunruhigt wurde, und andauernde Verkäufe dadurch hervor- gerufen wurden Dazu kam, daß sich auch die kleine Spekulation des Anleihemarktes bemächtigte und durch ostentatives fcen unten dreien der Kurse ibn in eine zimliche Erregung versetzt. Auch das Ausland, namentlich London trat am Montag nut stärkerem Angebot von deutschen Rentenwerten Hervor. Men tonnte' dabei die Beobachtung machen, daß oerfdiicbcne Mittel- firmen mit großen Verkaufsaufträgen an den Markt traten. Man dürfte auch kaum fehl gehen, wenn man annimmt, daß dicke Verkäufe im Auftrage von solcher Seite Dorgenommen werden, die nicht im Markte selbst figurieren möchte, ^ehr beachtenswert ist, was der Berl. Korrespondent der „F. 3." weiter schreibt: Es ist natürlich der Versuch gemacht worden, immer wieder ;u intervenieren, aber schließlich hat dies auch eine Grenze; denn cs erscheint doch nicht angängig, daß sich die Bestände im Besitze der Seehandlung und des Konsortiums immer mehr erweitern. Sache der maßgebenden Kreise ist cs, immer wieder daraus bin« zuweisen, wie wenig gerechtfertigt die Kursrückgänge sind, gegenüber dem sehr besiedigendenr Stand der deutschen und preußi. schen Finanzen.
Märkte.
? Grünberg, 24. Juli. Ter heutige .Jakobimarkt" hatte eine starke Auffahrt an Jungschweinen aufzuweisen. Tem Angebot stand ein schwächeres Nachfragen gegenüber. Dadurch ging der Handel gedrückt. Bezahlt wurde für das Paar Ferkel erster Sorte 70-75 Mk., zweiter 60 — 65 Mk., dritter 50 — 52 Mk.
Limburg a. d. Lahn, 24. Juli. Fruchtmarkt. Durch, fchnittspreis pro Malter. Roter Weizen siiastauifcher) 19,20 Mk* weißer Weizen (angebaute Frenidforten) 18,70 Mk* Korn (alt) 15,00 Mk., (neu) 14,00 Mk., Gerste: Futtergerste 00,00 Mk., Braugerste 00,00 Mk., Hafer 10,80 Mk., Erbsen 0,00 Mk* Kartoffeln (neue) 8,00—9,00 Mk.
F.C. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 24.!Juli. Auftrieb: Rinder 116 (Ochsen 53, Bullen H Kühe 63), Kälber 244, Schafe 32, Schweine 462.
Geschäft mäßig rege. Preis für 100 Psh.
Lebend- Schlachtgewicht
Ochsen. Mk. Mk.
Dollsieffchige, anSgemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 4—7 Jahren . . . 52—66 92—96
Tie noch nicht gezogen haben (ungejocht) . . 63-65 91—94
Junge, fleischige, nicht anSgemästete und ältere
ausgemästetr 46—60 83-90
Mäßig genährte junge, gut genährte ältere . . 42—45 70—83
Butt e n.
Dollfleischige, auSgew* höchsten Schlachtw. . . 48—52 80—86
Färj en. K ü h *.
Dollfleifchige aeSgemäftete Färsen höchsten
Schlachtwertes 50-56 89-100
Dollfleljchige ausgemästete Kühe höchsten
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren ... . 44—46 81—85
Wenig gut entwickelte Färsen 43—48 83—88
Aeitere ausgemästete Kühe und wenig gut ent
wickelte jüngere Kühe 36—41 66—76
Mäßig genährte Kühe und Färfen 30—35 . 60—70 Ka l bec.
Feinste Mastkälber 64—66 107—m
Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 68—60 96—lOu
Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 62-66 86-91
Geringere Saugkälber 46—52 75—86
ö d) a <e.
Weidemastschafe:
Maftlämmer und Ataslhammel. .... 41—00 86—00 Schweins.
Dollfleifchige Schweine von 80—100 kg Lebend
gewicht 6214-65 79—A
Dollfleifchige Schweine unter 80Ke Lebendgewicht 60-62 77—W
Dollfleifchige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht .............. 62-63 78—80
Dollfleifchige Schweine von 120—160 kg Lebend
gewicht 61 77—00
kirchliche Nachrichten.
Israelitische Hcligionsgemcinöe.
Gottesdienst im Gemeindehause (Lonystraße 4).
Samstag, den 27. Juli 1012:
Vorabend: 7.45 Uhr.
Ai org ens: 8.00 Uhr.
Nachmittags: 4.00 Uhr.
Sabbatausgang: 9.10 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft.
Gotfesöienft
Sabbatfeier am 27. Juli 1912:
Freitag abend 7.55 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr. Predigt.
Samstag nachmittag 4.00 Uhr.
Sabbat-AuSgang 9.10 Uhr.
Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.
Verantwortlich für den politischen Teil I. B.: R. Lange.
Müller'sche Badeanstalt.
W af f e rw ärm e d er L a hn am 25. Iuli : 186 R.
Meteorologische Beobachtungen der Station Giehen.
— -- ■■■ —..... , ,,
Juli 1919
—Barometer aus 0° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Grad der Bewölkung in Zehntel der sichtb. tzimniel»fl.
Wetter
24.
2»!
747,6
261
11,0
46
NE
2
8
Sonnenschein
24.
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747,3
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12,4
77
ENE
2
3
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746,6
17,2
12,2
83
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t- 25,6 ’ C.
Ntebngste
23.
. 24
y- 12,5' C.
Niederschlag : 0,0 mm.
Eine versalzene Luppe schmeckt niemals gut. Wenn unsere Frauen im Haushalt etwas auSprobieren, glauben sie ost, eS besonders gut machen zu können, wenn sie etwas mehr nehmen, als angegeben ist. Das ist tricht immer richtig. So z. B. ist eS falsch, von dem neuen, erprobten Kaffee-Ersatz „Pcrlta" mehr zu nehmen als 2 knappe Eßlöffel auf ein Liter Waffer. Auch jeder Zusatz ist üoQfommen überflüssig. fPcrlfci ist nämlich so kräftig und ausgiebig, daß man nur halb soviel braucht, wie man eS bei anderen Kaffee-Ersatzmitteln gewöhnt ist. Deshalb ist ,<Perifa- auch im Gebrauch om billigsten, — und da er nicht nur billig, sondern auch wirklich gut und gesund ist, wird jetzt in vielen Haushaltungen nt.r noch „Perlka" getrunken. hr”/«
wirkt das echte Radlauer'icke'Hübner.
«Sw'h ? dtg. Rur echt aus der Krouen ^lvotbeke, »verriu >>. 8. Depot in den menten Apotheke« und Drogerien. lsl“4


