120 gegen 5 Grimmen abgeleynt hrarbe. Das Haus beabsichtigt auch diese Nacht die Sitzung auszudehnen.
Gegen 1/212 Uhr kam es während der Rebe des Abgeordneten Fresl zu einem Zwischenfall. Ter Deutsch-Fortschrittliche W e d r a rief laut in den Saal hin- rcin: Wir dulden das nicht länger. Wir sind Narren. In einer Stunde wird vielleicht das Haus geschlossen. Tie Wähler lachen uns aus, weil wir uns von Fresl zum Narren halten lassen. Der Vorsitzende rief Wedra wiederholt zur Crbmnig. Links ertönten zahlreiche Zwischenrufe. Es bauerte geraume Zeit, bis es gelang, Wedra zum Verlassen des Saales zu bewegen. Fresl setzte seine Rede in böhmischer Sprache fort.
Heute mittag beendete der Tschechisch-Radikale Fresl seine'16 stü n di g e Rede. (Anhaltender lebhafter Beifall bei den Tschechisch-Radikalen.) Die 25 Stunden dauernde Sitzung wird fortgesetzt.
Deutscbes Reich.
Im Reichstage ist beabsichtigt, nach der Wiederaufnahme der Arbeiten im Januar zwei Schwerinstage abzuhalten. Zur Beratung sollen gestellt werden zunächst der sozialdemokratische Antrag über die Einführung des Reichstagswahlrechts für die Landtage der deutschen Bundesstaaten. Hierbei soll die Frage des mecklenburgischen Landtagswahlrechts in ihrem neuen Stadium eingehend besprochen werden. Bei dem zweiten Schwcrinstage wird der Iesuitmantrag des Zentrums auf die Tagesordnung gesetzt werden.
Die Betriebseinnahmen der preußisch-hessisch e n Staatseisenbahnen
haben im Monat November gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 1.5 Millionen Mark gleich 3.40 Prozent, im Güterverkehr 3.7 Millionen Mark gleich 2.62 Prozent, insgesamt mit Einschluß der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 6.9 Millionen Mark gleich 3.61 Prozent mehr betragen.
Die erste Braunschweigische Landessynode, die am Mittwoch in Braunschweig durch den Kultusminister Wolff eröffnet wurde, nahm einstimmig eine Entschließung an, in welcher die Erwartung ausgesprochen wird, daß sowohl die Reichsregierung als auch die braunschweigische Staatsregierung entgegen den in letzter Zeit hervorgetretenen Bestrebungen auf Aufhebung oder auch nur Ab- bröckelung'des Jesuit enaesetzes ein energisch e s „N c i n" entgegensetzen werde, um den konfessionellen Frieden, dessen erbitterter Feind der Jesuitenorden sei, zu wahren.
Der Medizin e raus st and wird, wie wir hören, bei der ersten Lesung des Voranschlags im preußischen Abgeordnetenhause Gegenstand einer Aussprache werden. Die Regierung soll aufgefordert werden, die schwierige Furage des Ausländertums an den preußischen Universitäten einer erneuten Regelung zu unterzi.hen und allen berechtigten Wünschen der deutschen Studentenschaft nachzukommen. Auch in Berlin sind in letzter Zeit lebhafte Klagen laut geworden über das Vordringen des ausländischen Studententums, wodurch der deutschen Studentenschaft nicht nur bei Vorlesungen, sondern hauptsächlich in Seminaren und in Kliniken erhebliche Schädigungen entstehen. Diese Frage wird voraussichtlich auch nach oen Weihnachtsferien in einer Akademikerversammlung in Berlin erörtert werden. — Die Unterrichtsverwaltung hat vom Kurator der Universität Halle einen eingehenden Bericht eingefordert, die Entscheidung in der Frage dürfte kurz vor Weihnachten erfolgen, da der Wunsch besteht, daß die strittigen Fragen bei der Wiederaufnahme der Vorlesungen im Januar zur Zufriedenheit aller Beteiligten entschieden sein sollen.
Die Klinikerschaft der Universität Greifswald beschloß, ein Sympathietelegramm nach Halle zu senden und bei ben Vorsitzenden der Leipziger Klinikerschaft die Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages aller deutschen Klinikerschasten zum 4. Januar nach Halle zu beantragen. Es wurde beschlossen, nach Neujahr in den Ausstand zu treten, wenn die Forderung aller deutschen Kli- nikerschaften nicht anerkannt wird.
Ausland.
Das Flugwesen in Frankreich.
Einer offiziösen Meldung aus Paris zufolge hat das französische Marineministerium beschlossen, in B i s e r t a, Bonifacio, Nizza und Dünkirchen Stationen f ü r d a s F l u g tv e s e n d e r K r i e g s f l 0 t t e zu errichten. Zur Vervollkommnung dieses Flugw.seus stiftete das Marineministerium einen Preis von 30000 Francs für bie besten Wasserflugzeuge. Der Wettbewerb wirb von bem Aeroklub im Laufe des nächsten Jahres in Dauville veranstaltet werden Das Marineministerium hat sich er- bötig gemacht, jenes Wasserflugzeug, das den ersten Preis gewinnt und gewisse von dem Marine-Generalstab und dem Aeroklub festgesetzte Bedingunyen erfüllen sollte für 60000 Francs und das mit dem zweiten Preis bedachte Flugzeug für 50000 Francs anzulaufen.
Tttrehe und Schule.
D. Moeller gegen D. Harnack.
Unter dem Titel „D. Harnack und der Fall Traub" ist eine Schrift des Mitgliedes des Ev. Oberkirchenrats nut) weltlichen Vertreters des Präsidenten D. Moeller erschienen, die sich mit.Harnacks bekannter Kundgebung zum Fall Traub auseinandersetzt und das Vorgehen des Ober- kirchenrats verteidigt. Dabei tritt, wie die „Tägl. Rdsch." fcststellt, zutage, daß das Augenmaß des Kirchenjuristen und das des Theologen vielfach verschieden eingestellt sind. So wird Traubs Schrift über „Staatschristentum und Bolkskirche" als eine kühl und mit Vorbedacht geschriebene Bekennllüsschrift beurteilt, währcmd sie nach Traubs eigenen Angaben über die Art ihres Zustandekommens als leidenschaftlich? Protestschrift erscheinen muß, deren positiver Inhalt lediglich zwisclurn den Zeilen zu lesen steht und mehr nur lm'iterenrpfunden als nachgewiesen werden kann. Hier entscheidet die Psychologie. Sie tut es auch in anderer Beziehung, wo nämlich die letzten Urteile gefällt werden. Harnacks Betrachtung sieht in der heutigen Lage eines freimütigen, unerschrockenen, zukunftsfroh reformerisch gesinnten Theologen überwiegend kein schweres Problem, dem die Kirche nach Kräften gerecht zu toerben suchen mutz, sein Girier vertritt bie gebietende Macht des positiven Kirchenrechts, dem wir uns zu beugen hätten und dessen Tragrveite sich jeder- klargemacht haben müfc, wenn er ins geistliche Amt tritt. Es wird lange dauern, bis diese Gegensätze auch nur zur Verständigung reif sind geschlveige einen inneren Ausgleich gestatten.
Arbeiterbewegung.
Tie Lohnbewegung im Saarreoter.
Saarbrück en, 18. Dez. Die Königliche Bergwerks- Direktion gibt bekannt, daß die Frühschicht aller Gruben heute morgen ruhig eingefahren ist und Kündigungen nur von zwei Sicherheitsmännerrr für ihre ©teigerAbteilungen eingereicht worden sind. Bezüglich der im Laufe des heutigen Tages zu erwartenden Massenkündigung en durch Abordnungen gibt die Kgl. Bergwerks-Direktion bekannt, daß kein Zweifel darüber herrschen könne, daß die vor einiger Zeit von Belegschaftsmitgliedern abgegebenen schriftlichen Erklärungen, etwa des Inhalts, daß oie Unterzeichneten sich mit allen Schritten einverstanden erklären, die der Gewerkverein für Abwehrung der neuen Arbeitsordnung und zur Erreichung besserer Löhne tun werde, nicht als Vollmachten zur Kündigung angesehen werden können. KündiglMtgen auf Grund dieser Vollmachten müßten deshalb als rechtsungültig zurückge- wiesen werden. Aus ben beabsichtigten Eingaben werde sich daher nicht erkennen lassen, ob und wie viel ernst gemeinte Kündigungen vorliegen.
Im Lause des heutigen Tages wurden bei den einzelnen Derksinspektionen des Saarreviers durch die Vertreter der Belegschaften die Kündigungen für sämtliche Belegschaftsmitglieder eingereicht. Sie brachten die Kündigung bei den Werksdirektionen an, ohne dabei rechtsgültige Vollmachten vorzulegen. Die Beamten eröffneten den Vertrauensleuten, daß die Kündigungen nicht angenommen würden, weil einmal nicht daraus hervorgebe, für welche Leute die Kündigungen ausgesprochen werden sollten und zum anderen keine Vollmachten von ihren Auftraggebern vorgelegt werden könnten. Daraufhin begab sich heute abend ein Ausschuß, bestehend aus zwei Vertrauensleuten, die seinerzeit bei dem Handelsminister waren, nach der Bergwerksdirektion, wo sie um 6 Uhr von dem stellvertretenden Vorsitzenden empfangen wurden. Sie erklärten, für die Belegschaften in . sämtlichen Bezirken die Kündigung cinreichen zu wollen. Vollmachten legten auch sie nicht vor. Der stellvertretende Bergwerkbirektor erwiderte, daß die zuständigen Stellen die Werkdirektoren seien. Falls sie durch diese Erklärung die heute getroffene Entscheidung der Werksdirektoren über die mangelnde Rechtsgültigkeit der Kündigungen zu einer anderweitigen Entscheidung bringen wollten, könne er diesem Anträge nicht stattgeben, sondern nur die Richtigkeit der von den Werkdirektoren abgegebenen Erklärungen als zutrefferrd bezeichnen.
Ein Aufstand bei einem Tunnelbau der tran^pyrenäischen Bahn.
Paris, 18: Dez. Wie au s l'Hospitalet (Departement Ariegc) gemeldet wird, haben die Arbeiter an dem Tunnel von P u y m 0 r e n s der ttanspyrenäischen Bahn die Arbeiten eingestellt, weil die Zahl der Arbeitsstunden und damit auch der Lohn vermindert worden Ivar. Die Behörden trafen groß? Sicherheitsmaßnahmen, da die Ausständigen auch die anderen Arbeiter zum Anschluß an den Ausstand zwingen wollen.
Aus Stadt und Canö«
Gießen, 19. Dezember 1912.
** Landesuniversität. Der Groß Herzog hat am 14. Dezember den ordentlichen Professor in der philos. Fakultät der Landesuniversität Gießen, Geh. Hofrat Dr. Eugen Netto auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Treue und Eifer geleisteten sehr ersprießlichen Dienste, in ben Ruhestanb versetzt.
•* In Audienz empfangen wurden 00111 Groß- Herzog 11. a. Geh. Hofrat Prof. Dr. Siebeck von Gießen, Proieffoc Martin von Gießen, Oekonomierat Heil von Wickstadt, Kirchenrat Hainer von Hungen und Arresthausverwalter Klingler von Gießen.
** Titclverleihungen durch Kommunalbehörden. Das Offenbacher Kreisamt hat einen Beschluß der dortigen Stadtverordnetenversammlung beanstandet, wonach dem zweiten ständigen stellv. Vorsitzenden und Leiter des städtischen Versicherungsamts, Obersekretär Reitz, die Amtsbezeichnung städtischer Bersicherungsamtmann bei- aelegt wurde. Zur Begründung führt das Kreisamt aus, baß in Hessen ber Titel „Amtmann" nur von Beamten zu führen sei, die akademische Vorbildung und die landesherrliche Genehmigung besäßen. Tie Verleihung von Amts- prädikaten durch Kommunalbehörden, die wie „Amtmann" oder die „Rats"-Titulatur den staatlichen nacho.büb.t s.nd, erscheine juristisch insofern nicht einwandfrei, als darin ein usurpiertes, konkurrierendes Verleihungsrecht gegenüber oer alleinigen Prärogative der Krone erblickt werden könne.
** Die Großherzogin und die Gießener Kinderklinik.
Darmstadt, den 11. Dezember 1912.
An die Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürs.nge in Hessen, Darmstadt.
Ihre Königliche .Hoheit die Großherzogin haben mich beauftragt, höchst ihre Freude und Genugtuung darüber kundzugeben, daß es ber Großl-erzoglichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge gelungen ist, ben bedeutsamen Bau einer Kinderklinik in Gießen §u vollenden und in Betrieb zu nehmen. Die Z-rau Großl-erzvgin sind überzeugt, daß die Anstalt mit dazu beitragen wird, die bekannten Aufgaben ber Säuglings- und Kinderfürsorge und damit das Gemeinwohl zu fördern. Für die Ausbildung der Kreispslegerinnen ber Großh. Zentrale und der Eleonoren- schwestem wird bie Klinik ohne Zweifel bald unentbehrlich werden. Ihre Königliche Hoheit möchten ferner bei dieser Gelegenheit der von vielen Seiten betätigten verdienstvollen Mitarbeit an der Errichtung der Kinderklinik und auch der Stadt Gießen gedenken, die durch eine für ein Freibett zu verwendende jährliche Stiftung im Betrage von 600 Mark ihre Sympathie für die Einrichtung bezeugt hat. Die Frau Großherzogin haben den Wunsch ausgesprochen, daß dieses Schreiben durch Sie veröffentlicht werde.
Baron von Leonhardi, Oberhofmeister I. K. H. der Großherzogin.
** Des Prinzregenten Dank. Anläßlich des Hinscheidens des Prinzregenten Luitpold von Bayern sandte bie hiesige „Bayerische Vereinigung" ein Beileibstelegramm ab, worauf folgende Antwort eintraf: „Für bie Teilnahme an bem tiefen Schmerze, den bas Hinscheiben meines geliebten Vaters mir auferlegt, sage ich von Herzen besten Dank. München, Dezember 1912. Lubwig, Prinzregent von Bayern."
** Stadttheater. Gr.< fei nochmals darauf hin- gewtesen, baß bie z w e i t e H ä l f t e b e s A b 0 n n e m e n t s von jetzt ab in ben Geschästsstunben an ber Theaterkasse abgeholt werben kann.
Die Gieß c'n er K l i n i k e r s cd a i t erklärt zu den Ausführungen der Presse folgendes: Nickt der Vorstand der Gießener fllmifevidio’t hat die vorläufige Einsiellnng des .Nollegbefucbes be schloßen, sondern bie emveriäene Versammlung der Gießener Kliniker» ichaü einstimmig. Ferner handelt es sich nicht nm einen Streit' zur Gdudimg oder Durchsetzung von Wünschen der Gießener mmtferfd'mt, da ein .Streik" in unseren hiesigen Verhältnissen keineswegs zu begrimden wäre, sondern lediglich uni eineSynivatlne- knndgedunu für die grundsätzliche Stellungnahme der gesamten deutschen Klmilerfchast zur Ansländerirage und für das Vorgehen der Hallenser 5\luufetfdinit im besonderen (Die Mitteilung daß der Vorstand den Streck beschlösse,i habe, war uns von einen, Angehörigen der Klmckersckaft geidnicben worden. Red )
** P 0 stbienst während ber Feiertage Am Sonntag, 22. Dez., sinb bie Paket-Annahme und Ausgabe schalter von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends für ben Verkehr geöffnet. Briefbestcllung findet am Sonntag unb ben
beiden Feiertagen einmal, (Feldbestellung am 22. und 25. einmal statt, während die Paketbestellung am Sonntag zwei, mal, am 25. einmal ausgeführt wird und am 26. ausfällt Zur Verzollung von Paketen ist das Großh Haupt- steueramt am 1. Weihnachtstag von 10 bis 12Uhr vormittags geöffnet.
”$tr hessische Landesverband der Kaninchen, z ü chter hielt seine Hauptversammlung ab. Es wurde von den Züchtern mit Freilden begrüßt, daß der Staat eine größere Summe zur Hebung der Kaninchenzucht bewilligt bat. Die Mittel sollen zur Anschaffung von Zuchttieren an die Vereine verteilt werden. Die hessische Landes-Ausstellung für 1913 erhielt Butzbach und die Provinzial-AnSstellung für Oberhessen Klein-Linden.
" Roheit. In der Nacht vom 17. auf 18. l. Mts. wurde wiedennn am Wetterhäuschen in der Süd-Anlage eine Glasscheibe zertrümmert. Sonach scheinen die erst kürzlich wegen der gleichen Delikte verhängten hohen Geldstrafen (über 100 Mk.) nicht gefruchtet zu haben.
"Der wegen Raub mordverdacht in Wetzlar verhaftete Theodor Bentke ist erst am 14. Dez. ans den, hiesigen Arre st ha uS entlassen worden. Er verbüßle hier eine Haststrafe von 14 Tagen, die er hier wegen Bettelns erhalten hatte. Bentke ist 31 Jahre alt und stammt aus BreSlan.
Landkreis Gießen.
-m. L i ch, 18. Dez. Verleumderische anonyme Briefschreiber sind hier in letzter Zeit wieder in eifriger Tätigkeit. So erhielten u. a. die auswärts wohnenden Eltern eindd' hier bediensteten Mädchens, das einem hiesigen jungen Mann verkehrt, einen anonnmen Brief, in drni dies-er all.r mcg ich.n Untugenden bezichtigt luuroe. Der Zweck dieser Briefe wird leibet in vielen Fällen erreicht. Es wäre sehr zu wünschen, daß es gelingen würde, den Täter oder bie Täterin ausfinbig zu machen.
— Obbornhofen, 18. Dez. Bei der gestrigen Feld- unb Treibjagd wurden 18 3 Hasen zur Strecke gebracht.
-ft Weickartshain, 18. Dez. Unsere Gemeinde ist zur Erbauung eine» neuen Gotteshauses geschritten, da? ben heutigen Verhältnissen entspricht. Durch ben Bahnbau unb die Errichtung eines neuen Schulhauses, sowie durch Anlage einer Wasserleitung ruhte auf ber Gemeinde eine grofjt Schuldenlast und ber entsprechend eine hohe Gemeindeumlage. Es ist eine schöne, seit Jahren geübte Sitte, die Oememöe des Dekanats, welche sich ein neues Gotteshaus bauen will, durch eine Dekanatskollekte zu unterstützen.
A Grünberg, 18. Dez. Bei der Aufstellung des Voranschlags wurde eine Mindereinnahme von 1 0000 Mark festgestellt. Die Gemeindesteuer muß auf 132 Praz. erhöht werden,
Kreis Büdingen.
Ä. Büdingen, 17. Dez. Heute nachmittag fand Gc- meinderatsfitzung statt. Erst nach längerem Warten wurde die Sitzung beschlußfähig. Es tvareu anwesend: Bürgermeister Fcndl, die Gemeinderäte Schön, Schulz, Treser, Schäfer, Rullmann, Klein, Diemer, als Bettreter des Fürsten Kammerdirektor Dr. Weimern als Sachverständiger Kreisstraßenmeister Straub. Die P f l a ft c r arbeiten sind beendet. Der Bürgermeister legt die von Kreis- straßenmeister Straub ausgestellte Abrechnung vor. Tie Gesamtkosten einschließlich des Beitrags, den die Stadt für Pflasterung der Bahnhofstraße au den Kreis zu leisten batte, betragen 113 119 Mark 94 Pjg. Ter Betrag übersteigt nur wenig den Voranschlag Der Gemeinderat nimmt mit Befriedigung von diesem Ergebnis Kenntnis. Gemeinderat Schäfer beanstandet, daß an mehreren Stellen das. Pflaster mangelhaft ausgeführt fei. Gemeinderal Nullmann ist der Ansicht, daß viel mangelhaftes Material verwendet worden fei. Kreisstraßenmeister Straub tritt dem entgegen und teilt mit, der Unternehmer habe seinem Angebot entsprechendes Mater-ial geliefert. Auch die mangelhaft ausgeführler Stellen würden vom lln ernehrner im nächsten Frühjahr ordnungsmäßig hergestellt werden. Der Gerneiuderat erwartet von der Bauleitung, daß diese Arbeiten zeitig veranlaßt würden, ehe die Garantiezeit des Unternehmers ablänjt und daß die Ausbesserung richtig und meisterhaft ausgeführt wird. — Für die Herstellung eines Weges nach der Villa Felsennest sind 200 Mark vorgesehen Der Bürgermeister empfiehlt, die Arbeit möglichst bald ausführen zu lassen. Gemeinberat Sebön ist der Ansicht, daß bei der schlechten Beschaffenheit des Weges mit 200 Mark nicht viel an zufangen fei. Die Beschlußfassung wird vertagt. — Kammerdireltor Dr. Weimer teilt mit, daß der Kaufvertrag zwischen der Präsen» und der Stadt zum Ankauf des Grundstückes zum Bau da Leichenhalle abgeschlossen werden könne und empfiehlt, bn dlbschluß des Kaufes in das Grundbuch eintragen zu lassen, bat Privatbauten auf bem Grundstück niclK errichtet werden können, so lange der Frickihof sich hort befindet. Der Gemeinderat ist mit dein Eintrag einverstanden. — Die ftäbt. Wiesen in der Hammerweibe liefern sehr geringen Ertrag. Der Bürgermeister ersucht um Bereitstellung von Krebit, um im nächsten Frühjahr bie Wiesen in einen kulturfuhiaen Zustanb zu bringen. Es merben 50 Mark bewilligt. — Bon der Bürgermeisterei wird mitgeteilt, daß bem Pächter ber Teilhaberselxrft an ber Fischerei in ber Gemarkung Düdelsheim ber Zuschlag nicht erteilt werden könne. Die Bürgermeisterei wirb beauftragt, Maßnalxmeu zur anberweitigen Borpachtung bezw. Vergebung aus freier Hand in bie Wege zu leiten.
Kreis Alsfeld.
□ Aus dem Ohmtal, 18. Dez. Es gehört zu den seltenen Vorkommnissen, acht Tage vor Weihnachten noch den Ackersmann im Felde pflügen zu sehen. Das konnte man aber in diesen Tagen. Am Sonntag herrschte zudem wirkliche Frühlingstcmperattrr — 10 Grad R., die sogar die Bienen aus ihren Stöcken lockte. In den Straßen steht das junge Gras handhoch, ebenso färben, sich . die bewässerten Stellen der Wiesen grün.
X Ruppertenrod, 18. Dez. Die Viehzählung ergab 36 Pferde, 554 Rindvieh, 519 Schweine, 78 Ziegen, 1751 Stück Federvieh und 43 Bienenstöcke. In 135 Hausl)altungen wurden 1 Rind, 235 Schweine und 13 Ziegen geschlachtet.
Kreis Lauterbach.
r. Lanzenhain, 17. Dez. Auf den wieder schneefm gewordenen Feldern sucht man jetzt die im Gebirge durch den zu frühen Eintritt des Winters abgebrochenen Arbeiten zu vollenden. Der eine bricht seine liegen gebliebenen Stoppeläcker um und der andere sucht seine letzten Kartoffeln noch einzuheimsen, unb wieder ein anderer bemüht sich, in den durchnäßten und fiebrigen Boden Weizen zu säen. ES ift dies ein ungewohnter Anblick zu dieser Zeit.
-^-Schlitz, 18. Dez. Die sehr leicht zu Hochwasser neigende Fulda ist infolge der starken Niederschläge und der raschen Samer schmelze aus ihren Ufern getreten und hat das ganze Fuldatal von Hutzdorf bis zur preußisch-hessischen LandeSgrenze in einen einzigen, etwa 12 Kilometer langen Sce verwandelt. Hierunter hat die im Bau begriffene Babustrecke Schlitz — Niederaula, die in ihrer ganzen Länge oft sehr dicht an das Flußbett herantrist schwer zu leiden. Die Fluten haben den frisch aufgeworfene« j Bahnkörper stellenweise unterspült und die Erde fortgeschwcmmi. | Eine über ben Fluß gebaute Notbrücke zur Beförderung des Bah«' |
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