3. Klasse und dein Oberleutnant Soldan
im 4. Thüring.
auf Oberbessen: 24 (10°oi
** Der Hessische Schutzverein für entlassene Gefangene gibt seinen Rechenschaftsbericht für 1911/12 heraus, dem entnommen sei: Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich der Mitgliederstand etwas gehoben, so das; die Einnahmen aus Mitgliederbciträgen die seit dem Bestehen des Vereins höchste 3limine von 7216,80 Mark erreichten. Es sei an dieser Stelle ein Geldgeschenk ermähnt, das auf die Anregung des Herrn Maier-Offenbach auch im Berichtsjahre die Offenbacher Loge „Karl und Charlotte zur Treue" dem Verein überwies. Auch von anderen Orten wurde der Verein bedacht. Außer dem ordentlichen Staatszuschuß von 1000 Mark wurden durch das Wohlwollen der Großh. Regierung 1911 und 1912 außerordentliche Beihilfen von je 500 Mark gewährt. Im Jahre 1911 wurden 254 Pfleglinge neu ausgenommen, von denen 18 im Berichtsjahr und während des Jahres 1912 aus der Liste der Pfleglinge wieder gestrichen wurden. Es waren deshalb für die statistischen Zwecke 236 Pfleglinge (1910: 218) zu berücksichtigen. Unter diesen 236 Pfleglingen wareü 39 (1910: 30) weiblickie Gefangene (16,5o,o gegen 13,8% im Vorjahre). Dem Familienstände nach waren 62 (64) Pfleglinge noch ledig, 163 (143) verheiratet, 6 (9) verwitwet und 5 (2) geschieden. Zum ersten Male bestraft waren 80 (136), 156 (82) waren bereits vorbestraft. Dein Wohnsitz nach entfallen auf Starkenburg: 11 (47o/O), 1910: 103 (47o/o),
sollte man einmal eine andere Linie in Betracht ziehen und zwar die vom Gießener Friedhofswege aus entlang der neu projektierten Straße, die von der Dell- l öferschen Besitzung nach der Kornblum en st raße in Wieseck führt. Dann könnte als Endpunkt der Lindenplatz gewählt werden, der nahezu int Mittelpunkte unseres Ortes liegt und somit für die Benützung der Straßenbahn von allen Seiten rasch zu erreichen wäre. Von hier aus toürde auch die Wetterführung nach Alien-Buseck viel leichter her. zustellen sein als etwa von der Gießener Straße aus, die letzt als Endpunkt in Aussicht genommen ist. Für eine Geteiseanlage dürfte auch die Gießener Straße insofern nicht sehr geeignet sein, da bei Regenwetter von den ein. mündenden Straßen das Niederschlagswasser stets nach der Gießener Straße abfließt, und diese dann oft mit einem fußhohen Schlamme bedeckt ist. Man wird wobl cinwey. den, daß diesem Uebetftande durch eine Kanalisation begegnet werden könnte. Aber man bedenke doch, daß eine Kanalisierung der betr. Straßen 30 000—40000 Mk. kosten dürfte. Immerhin ist es dann noch zweifelhaft, ob da- durch auch der Schlamm vollständig beseitigt wird. Tie ztreisstraße Wieseck—Gießen ist aber auch langer als die hier vorgeschlagene Linie. Außerdem ist die Fahrbahn der Kreisstraße durch den Fuhrwerksverkehr schon jetzt sehr überlastet. Will man nun die Fahrbahn durch eine Geleiseanlage noch verschmälern, so liegt das gewiß nicht im Interesse des Verkehrs, und ob dazu die Kreisverwal- tung ihre Zustimmung gibt, muß doch sehr bezweifelt werden. Eine Erweiterung der Fahrbahn könnte nur durch Ankauf von Gelände erfolgen, wodurch aber die Kosten sich bedeutend höher stellen dürften als bei dem anderen Projekt. Jedenfalls sollte man bei der großen Wichtig- leit der geplanten Verbindung mit Gießen die Frage der Linienführung reiflich erwägen.
— Wieseck, 25. Juli. Die besonders von Gießen gern besuchte K i r ch w e i h e wurde auf den 18. u. 19. 91 n g u st festgesetzt.
s Heuchelheim, 24. Juli. Wie alljährlich fällt unser Kirchweihfest auch dieses Jahr wieder in die Mitte des Monats August. Man hat nunmehr den 18. d. MtS. fest bestimmt. Hier regt sich alles munter auf dem Felde um zu dieser Zeit das Land von der Frucht befreit zu haben. Die Frucht ernte fällt hier durchweg gut auS.
-m. Birklar, 24. Juli. Für langjährige treu geleistete Dienste auf dem hiesigen Hofgute wurden vom Landw. Verein für die Provinz Oberhessen eine Anzahl Arbeiter ausgezeichnet. Es erhielten für 25jähr. Dienstzeit: Ludw. LechenS, Hch. Gerhard, Marie Gerhard Ehefrau, Konr. Wirth, Otto Wirth, Hch. Ruppcl, JohS. Appel, Hch. Seitz je ; eine Ehrenurkunde und ein Medaillon, für Ibjähr. Dienstzeit: Karl Wallbott, Lisette Wallbott Ehefrau, Karl Reidel, Kath. Trautmann je ein Medaillon durch daS KreiSamt Gießen überreicht.
Kreis Büdingen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 25. Juli 1912.
** Der neue Roman in den Gießener Fa - Ntilienblättern macht unsere Leser wieder mit einem neuen, rasch zu Ansehen gelangten Schriftsteller bekannt, der packend und kraftvoll zu erzählen weiß, mit Dr. Walter B l o'e m, dein neu ernannten Dramaturgen des Stuttgarter Hoftheaters. In seinem Roman S o m m e r l e u t n a n t s, mit dessen Abdruck wir heute beginnen, entwickelt er uns die spannende Geschichte einer achtwöchigen Hebung. Zwei Reserveoffiziere, ein begabter Maler und ein tüchtiger Gelehrter, stehen im Mittelpunkt der Handlung, die uns nicht nur auf das glatte Parkett eines rheinischen Offizierkasinos, sondern auch hinaus auf den Exerzierplatz nnd in das Manövergelände im romantischen Hunsrück führt. Hier, inmitten des friedlichen Krieges führen fünf Herzen einen harten Kampf zu Ende, der nicht so friedlich Ivar wie der Schlachtenlärm des Manövers, und mit Spannung wird der Leser die Erlebnisse der beiden Frauen verfolgen, die den zwei Reserveoffizieren in den Weg getreten sind, die schöne, heißblütige Hauptmannsfran und das kühne, liebevolle Majorsmädel, dem selbst ein durchgehender Gaul nicht lange widerstehen kann. Auch die anderen Frauen und Männer all, die uns begegnen, fesseln durch die Lebensechtheit, mit der sie der Dichter gezeichnet hat, und wir sind davon überzeugt, daß wir mit diesem Roman unseren Lesern eine ebenso unterhaltende als auch spaunende Lektüre bieten, wie es denn stets unser Bestreben ist, bei der Auswahl der Romane mit größter Sorgfalt vorzugehen.
•• Lehrerpersonalien. In den Ruhestand ver- setzt wurde der Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Groß. Gerau Peter Schneider auf sein Rachsnchen unter An- erkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Der Groß. Herzog hat ihm ans diesem Anlaß daS Ritterkreuz 2. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
’* Aus dem Militär.Wochenblatt. Der Leutnant
Res. Langcnbcck (Elberfeld) im 2. Hess. Jeld-Art.-Regt. ,Rr. 61 wurde zum Oberleutnant befördert. Kranich ^Schwerin), Lt. d. Res. deS 2. Hess. Feld-Art.-RegtS. Nr. 61, wurde zu den Res.-Ofsizieren deS Krastfahr-Bataillons versetzt. Peueer (Colmar), Leutnant d. Res. des Gardc-Drag.- RegtS. (1. Hess.) Nr. 23, wurde zum Oberleutnant und Aüschler (Mainz), Oberlt. der Landw.-Jnf. 1. Aufgebots, auni Hauptmann befördert. Nicolaus (Gießen), Vize^ scldwebel deS Jnf.-RegtS. Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, zum Leutnant der Res. befördert. Der Abschied wurde bc-' willigt dem Hauptmann der Landw..Jnfant. 2. Aufgebots Mettenheimer (Gießen), mit der Erlaubnis zum Tragen der Landwehr-Armee-Uniform, und dem Oberleutnant der
" Ordensangelegenheiten. Der König von Preußen hat dem Leutnant Wilhelm Erbgrafen zu Schlitz genannt von Görtz ä la suite der Armee die Erlaubnis zur Anlegung deS ihm verliehenen Russischen St. Annen-OrdenS
Jnfanterie-Regt. Nr. 72 die Erlaubnis zur Anlegung des ihm verliehenen Ritterkreuzes 2. Klasse deS Hess. Verdienst. ordenS Philipps de§ Großmütigen erteilt.
Landkreis Gießen.
-n * Wieseck, 25. Juli. Man schreibt uns: Der hiestge Gern ei n ber at bat bekanntlich den Beschluß gefaßt, für die elektrisckre Straßenbahn von Gießen nach Wieseck 35 (M)0 Mk. zu bewilligen unter der Bedingung, daß
** Der Ruderklub „H a s s i a" unternahm am Montag vormittag von Limburg aus einen Dampferausflug nach Dehrn, um einer Einladung des Freiherrn von Tungern- Dehrn nachlornrnend, dem schön gelegenen Schloß Dehrn einen Besuch abzustatten. Die Ruderer wurden dort in freundlichster Weise empfangen. Der Vorsitzende des Klubs sprach dem Schloßherrn und seiner Gemahlin den Dank für die Stiftung der Ehrenpreise aus. Unter Führung des Freiherrn wurden Schloß und Park besichtigt. Die vom Ruderklub errungenen Preise werden ab nächsten Montag im Schaufenster des Blumenhauses Dietz, Seltersweg ausgestellt.
Vorschriften des § 103 d. Gew.-Ord. in Verbmdung mit Art. 1 Nr. I R.-Ges. vom 30. Mai 1908 und der Begründung zu dem Entwurf der Bestimmungen über die Handwerkskammern muß den Handwerkskammern die Eigenschaft als Behörden zugesprochen werden.
**6 0. Stiftungsfest des Wingolf. Unter überaus großer Beteiligung ihrer alten und jungen Mitglieder feierte in diesen Tagen die christliche Studentenverbindung Wingolf in Gießen ihr 60jähriges Stiftungsfest. Nachdem man sich am Montag abend in Steins Garten zur Begrüßungsfeier zusammengefunden hatte, sogen die alten und jungen Wingolsiten am anderen Morgen nach der altehrwürdigen Burg Gleiberg, dem Gründungsort der Verbindung. Hier fand nach althergebrachter Sitte an der historischen Eck die ernste Feier statt, geleitet von Pfarrer Hofmeye r- Offenbach. Nach einigen Stunden gemütlichen Beisammenseins trat man teils zu Fuß, teils zu Wagen den Rückweg nach der Stadt an, woselbst ebenfalls in Sterns Garten das Festessen stattfand, das mit vielen schönen Tischreden gewürzt war. Nachmittags um 6 Uhr stellte sich an dem Wingolfshaus der Zug auf, der sich unter Mitwirkung zweier Musikkapellen in langer Reihe durch verschiedene Straßen der mit reichem Flaggenschmuck versehenen Stadt nach Steins Garten bewegte. Hier begann um i/29 Uhr der Festkommers. Es mögen 300 Wingolsiten gewesen sein, die hier in bunten Reihen die Tafeln besetzten. Ter Kommers verlief in der schönsten Weise. Nachdem die zwei ersten Chargierten, ftud. jur. Ohly und stud. phil. Hofmann, Die Reden auf Kaiser und Großherzog und auf die Gäste gehalten hatten, gab D. Lie. Waitz von Darmstadt einen interessanten Ueber- blick über die Geschichte der Verbindung in den 60 Jahren ihres Bestehens. Von den 13 Gründern ist nur noch einer am Leben, Dekan und Pfarrer a. D. Koch, jetzt in'Darm- stadl. Mit großer Begeisterung stimmten alle Anwesenden einschließlich der zahlreichen Wingolfsdamen, die in der Seitenhalle des Saales Platz genommen hatten, in das Hoch auf bas weitere Blühen, Wachsen und Gedeihen des Gießener Wingolfs ein. Im Namen der Universität sprach in Verhinderung des Rektors Geh. Kirchenrat Krüger herzliche Begrüßungsworte, darin besonders hervorhebend, daß Win- golsiten in den 23 Jahren seiner Dozcntentätigkeit stets zu den fleißigen Hörern, nicht nur in seiner Fakultät, gehört hätten.. Er sprach daran anschließend den Wunsch und die Hoffnung aus, daß dies auch in Zukunft beim Wingolf gemäß seiner Prinzipien so sein möge. Der Vormittag des dritten Tages wurde mit zumeist internen Verbindungsangelegenheiten ausgefüllt. Am Nachmittag fand auf der Liebigshohe Gartenfest statt, das von Wingolsiten und ihren Familien überaus zahlreich besucht war und einen glänzenden Verlauf nahm.
bürg: 11 (47o/o), 1910: 103 (47o/0),
. .. 1910: 22 (10%), auf Rheinhessen:
93 Pfleglinge (39%), 1910: 77 Pfleglinge (35%), Hessen int ganzen: 228 Pfleglinge (96onl, 1910: 202 Pfleglinge (92<>ok Von den 236 Pfleglingen waren im Jahre 1910 evangelisch: 132 (60,5%), 1911 : 116 (49.1%), katholisch: 83 (38.1%! bezw. 119 (50,4%), israelitisch: 2 (0,9 °o), altkatholisch: 1 (0,5%) bezw. 1 (0,5%). Dem Lebensalter nach standen von'den Pfleglingen- im Alter bis 20 Jahre 1910: 23, 1911: 20, Über 20 bis 30 Jahren 79 bezw. 89, über 30 bis 40 Jahren 68 bezw. 84, über 40 bis 50 Jahren 37 bezw. 29, über 50 bis 60 Jahren 9 bezw. 10, über 60 Jahre 2 bezw. 4, zusammen 218 bezw. 236. Für Unterstützungen nmrdcn 8232,68 Mark verausgabt. An außerordentlichen Unterstützungen für Nichtpfleglinge wurden verausgabt in 1909: 643,10 Mark, 1910: 228,21 Mark, in 1911: 286,55 Mark. Tie Oiesamteinnahme beträgt 1910 12 439,06 Mark, 1911 11 806,22 Mark, die Ausgabe beträgt 1910 12 415,41 Mark, 1911 11 504,41 Mark. Die Führung der 235 im Jahre 1908 aufgenommenen Pfleglinge: Von diesen 235 sind noch 6 inhaftiert, 2 gestorben, geisteskrank 2, so daß für die Statistik noch 225 Pfleglinge in Betracht kommen. Davon mären rück fällig geworden 33, schlecht geführt hatten sich 10, während eine gute Führung ausweisen 182 oder 80,9»n. — Führung der 290 im 3obre 1909 aufgenommenen Pfleglinge: Es waren noch inhaftiert 6, gestorben 5, geisteskrank 2, für die Statistik kamen hiernach in Betracht 277 Pfleglinge. Davon waren 3<s rückfällig geworden, bei 13 wurde die Führung als schlecht bezeichnet, 226 hatten sich im abgelaufenen Jahre gut geführt, also 81,6% der in Betracht kommenden Pfleglinge. — Führung der 244 im Jahre 1910 ausgenommenen Psleglinge, von denen 26 wieder aus der Liste der Pfleglinge gestrichen wurden: Davon waren noch 1 inhaftiert, gestorben 1. Es kommen also für die Statistik iwck 216 Pfleglinge in Bktracht. Von diesen waren 29 rückfällig geworden, während sich 12 schlecht geführt hatten. Gut geführt haben sich dagegen 175 Pfleglinge oder 810*. — Ter Boran- f/blag für 1913 sieht in Einnahme 11 800 Mark, in Ausgabe l%.00 Mark vor. — In Gießen ist Arre st Hausverwalter Klingler bereit, Anmeldungen von neuen Mitgliedern ent gegen zu nehmen und für die hier errichtete Kleidersammelstelle getragene Klcrder, Schuh: usw. in Empfang zu nehmen.
Res. deS Eisenbahn-Regiments Nr. 3 Cramer (IDarmstadt.) Gehört die Handwerkskammer zu den öffentlichen Behörden? Diese Frage hat der Minister für Handel und Gewerbe in einem an die Handwerkskammer
Berlin ergangenen Erlaß bejaht. In diesem, für das „ r - ----- — ------»-«v,
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bene Punkte auseinander, die gegen die Kritik gerichtet waren. Der Unionist Pretyman erklärte, der Geist, in dem viele Mitglieder den Etat betrachteten, wäre von dem Wunsche ein» gegeben, dem Beispiel des Teutschen Reichstags zu folgen und den Etat debattelos anzunehmen. Wenn sie auch sicher wären, daß genügenb Vorsorge getroffen sei, so zweifle er persönlich doch, ob diese Vorsorge ausreichend ist. Es wäre, klar, daß 33 englische gegen 25 deutsche Schisse in voller Tienstbereitschast nicht einen Zicherheitsüberschuß von 60 Prozent darstellten. — Churchill unterbrach den Redner und führte aus: Es hat niemand behauptet, daß wir einen Sicherheitsüberschuß von 60 Prozent in voller Tienstbereitschast haben sollen. — Pretyman fragte: Betrachtet die Admiralität 33 gegen 25 für einen genügenden Sicherheitsüberschuß? — Churchill erwiderte: Allerdings. Wir werden für 1914 eine genügend große Seemacht haben. — Pretyman erwiderte, er betrachte den Sick)crheits- überschuß als zu klein. — Churchill fuhr fort: Deshalb ünccfjc ich auch von einem englischen Minimum und einem absoluten Maximum, welches auf Seiten Deutschlands verfügbar fein könnte. Wir sind der Ansicht, daß dieser Sicherheitsüberichuß vollständig ausreichend ist, wenn wir alles berücksichtigen: das Turch- schnittsmoment, das ausschließende Moment und die Qualität der Geschwaderschifse aus beiden Seiten. Hinsichtlich des Baues der Dreadnoughts erwarte die Regierung, im letzten Viertel 1913 achtzehn Dreadnoughts zur Versügung zu haben, während Deutschland dreizehn haben würde. Im letzten Viertel 1914 würde England 24, Deutschland 16 haben, im letzten Viertel 1915 /würde England 27, Deutschland 17 haben. Von dieser Ausstellung schließe er die Kreuzer aus und
rechne auch nicht die beiden Schisse vom Typ des
Lord Nelson hinzu, welche auch als Dreadnoughts betrachtet wor- ben sind. — Hinsichtlich des Zurückziehens der Schlachtschiffe aus dem Mittelländischen Meere erklärte Churchill, daß die Schiffe in die Heimat zurückgekehrt seien, weil sie dort, wo sie waren, nicht von Nutzen gewesen wären. Der Nutzen dieser Schiffe dieser Klasse sei gänzlich verloren, da Oesterreich und Italien neue Schisse einstellten. Jeder Generalstab in Europa kenne genau den Wert, welches ein Schiss besitze und diese Schisse hätten für die Wahrung der englischen Interessen keinen Wert mehr gehabt. Sie dort zu belassen, wäre nicht einmal ein erfolgreiches Abschreckungsmittel gewesen. Diese Schiffe wären in die Heimat zurückgekehrt, ihre Besatzung jedoch könnte stärkere Schisse vom Typ des King Edward bemannen. — Churchill begründete weiter die Behauptung, daß die Uebersührung von vier Dreadnoughts und Kreuzern in das Mittelländische Meer eine Verminderung der heimischen Flotte um vier Schiffe in sich schließe.
Mit den 60 Prozent Sicherheitsüberschuß wäre stets die Wahrung der englischen überseeischen Verpflichtungen beabsichtigt gewesen. — Churchill ergriff dann das Wort und trat den kritischen Ausführungen entgegen. Er bekämpfte die Behauptung, daß England in naher Zukunft nur einen Sicherhcitsüberschuß von vier Schiffen in der Nordsee haben werde. In Wirklichkeit habe England 33 Schlachtschiffe in voller Dienstbereitschast zu einer Zeit, wo Deutschland deren 25 habe und England würde ein fünftes Schlachtschissgeschwadcc von acht Schlachtschiffen haben, welches vollständig mit aktiven Mannschaften besetzt sein würde gegenüber vier deutsckren Reserveschiffen. England würde also 41 Schlachtschiffe haben, während Deutschlaird insgesamt 29 zur Verfügung ständen. Es sei ganz richtig, daß acht von 48 Schiffen im Mittelmeer feien, aber diese würden sich sehr häufig in den heimischen Gewässern aushalten und es würde so eingerichtet werden, daß sie dann in der Heimat sein würden, wenn ihre Gegenwart erforderlich erscheinen könnte.
s. Tübingen, 24. Juli. Heute nacht gegen Vs 12 Uhr brach in Wolf Feuer aus. Im Gehöfte des Rechners Henrich brannte die Scheuer, die zum Teil gefüllt war, und ein anliegender Schuppen vollständig nicber. Nur durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr, die bald von den umliegenden Wehren unterstützt wurde, gelang es, das Feuer von den benachbarten Gebäuden abzuhalten. Der Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein.
+ Nidda, 24 Juli. Heute wurde hier aus der Nidda die Leiche des lebigen Taglöhners Georg Faatz gekündet. Der im 52. Lebensjahre stehende, stets fleißige und nüchterne Mann war aus Scholten gebürtig und in letzterer Zeit in Eichelsdorf beschäftigt. Er wukde '-schon seit Montag vermißt und hat unzweifelhaft wegen schwerer körperlichen Gebrechen, wodurch ihm das Arbeiten immer sauerer wurde, freiwillig den Tod gesucht.
+ Ober-WldderSheim, 24. Juli. Dieser Tage kehrte hier ein schon längst verschollen Geglaubter in sein Heimatdorf zurück. ES ist dies der jetzt 42 Jahre alte Schmied Wilhelm Kammer, der vor 12 Jahren von der Strafkammer in Gießen ivegen Körperverletzung mit zehn Monaten Gefängnis bestraft wurde. Als er bestraft war, ivurde er zu Arbeiten außerhalb deS Arresthauses verwendet lind ergriff hier die Fllicht. Er flüchtete nach Frankreich und ließ sich bei der Fremdenlegion anwerben, wo er bis vor wenigen Tagen diente. Da seine Kräfte im Abnehmen sind, wurde er mit wenigen Francs entlasten. Von Heimweh ergriffen, eilte er in sein Heimatdorf und stellte sich der Behörde, um jetzt seine 10 Monate Gefängnis zu verbüßen. Wie so viele hat auch er bei der Fremdenlegion keine Eroberungen gemacht, sondern nur seine Gesundheit eingebüßt.
Kreis Alsfeld.
Ö Storndorf, 24. Juli. Die warmen Sonnenstrahlen im verflossenen Jahre haben auch in unserem Vogelsberg schädlich gewirkt. Am meisten haben die Wälder unter der Hitze gelitten, so daß eben noch viele Bäume dürr werden und ihre Acste hängen lassen. Ganze Strecken, die mit Fichten besetzt waren, sind zugrunde gegangen. Am besten kann man das am Waldranoe beobachten. Auch die Himbeerstöcke sind meistens verdorrt, so daß viele Leute, bie Beeren fud^eit wollten, mit leeren Gefäßen nach Haufe kommen und sich auf spätere Jahre trösten müssen. Selten ist es, lbaß »man während der warmen Jahreszeit Holzhauer im Walde sieht, aber auch diesen Sommer sind sie damit «beschäftigt, die dürren Fichtenbäume unserer Wälder umzuhauen. Dabei kommen sie auf einen hohen Lohn, ba die Wurzeln der Bäume bis zum Winter stecken bleiben. Aber auck) unsere Bäche mangeln an Wasser, so baß diele Mühlen mit Dampfkraft getrieben werben müsset:. Die Brunnen trocknen sehr leicht aus, da ihnen bas untere Grunbwasser fehlt.
A Ober-Ohmen, 24. Juli. Eine hiesige, 66 Jahre alte Witwe machte ihrem Leben durch Erhängen ein Ende. Dazu hatte sie sich säuberlich gewaschen und ihre Sonntagskleider angelegt. So fanden sie ihre Angehörigen erhängt auf der Oberstube. AuS einem zurückgelaffenen Briefe geht hervor, daß die Frau die Tat in geistiger Umnachtung begangen hat.
Kreis Schotten.
lp Aus dein Vogelsberg, 24. Juli. Um diese Zeit des Sommers findet alljährlich das Ausräumen der Mühlgräben statt. Zu diesem Zwecke wird das Wafser der Mühlbäche abgeleitet und das Flußbett wasser- eer gemacht. Da sich in den Mühlgräben gerne die junge Filchbrut aufhält, so gebt biese durch bas Räumen jedesmal )Ugrunbc. Dadurch wird dem Fischbestand in den Backten ein tatsächlich empfindlicher schaden zugefügt. ;?er die jungen Fische vor dem Räumen der Mühlgräben gesehen, wirb nach dieser Arbeit kaum noch eine Spur ixu*


