Die heut
ein
den
A ntlicher Teil.
auf
ur
stark, aber die große Mehrheit wird sie über-
* *" r endlich einmal
Tic Vlarttpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch» und «rotprcise am 20. Mai 1912.
Das Müllheimer Lisenvahnunglück vor Gericht.
0 Freiburg, 19. Mai.
Unter unvermindertem Andrang des Publikums wurde die Verhandlung fortgesetzt. Unter den geladenen Zeugen befanden sich die Frau und bie Tochter des Angeklagten Platten. Ter Sachverständige, Regierungs-- und Baurat Fuchs, gab eine eingehende fachtechnische Tarstellung über die Ursache der Entgleisung. Ter Sachverständige kam zu dem Schluß, daß nur die übermäßig.' Geschwindigkeit die Ursache der Entgleisung gewesen fein könne. Andere Sachverständigen äußerten sich dahin, daß der Angeklagte Platten gewisse bahnvolizeiliche Vorschriften, die im Interesse der Sicherheit des Publikums erlassen worden seien, nicht befolgt habe. In der weiteren Verhandlung kam zur Sprache, daß Platten bereits einmal vom Dienste suspendiert und ein Disziplinär-' verfahren gegen ihn eingeleitet worden war. Er wurde eine Zeit lang im Güterdienst beschäftigt, im Jahre 1908 aber wieder in den Schnellzugsdienst übernommen. Eingehend wurde erörtert, wie Platten am Sonntag den 16. Juli, dem Tage vor dem Unglück, gelebt habe. Tabei wurde festgestellt, daß Platten 8 Glas Bier und einige Gläser Wein getrunken hat. Er will von Ul>r bis gegen 2Va Uhr geschlafen haben, worauf er sich in den Dienst begab. Tie Sachverstüitdigen erklären seine Behauptung, daß die .Lustdruckbremse nicht funftioniert .habe, für unrichtig.
0 Freiburg i. B., 20. Mai.
Die Verhandlung in dem Prozeß gegen den Lokomotivführer Platten und Genossen wegen des Müllheimer .Eisenbahnunglücks wurde heute fortgesetzt. Cs wird zunächst festgestellt, daß Platten sich während der Fahrt wiederholt gesetzt hat, um ein klein wenig zu „baren". Von ber Station Auygen ab ist er eingeschlafen unb würbe erst burch die Zurufe des Beizers Männle wieder geweckt. Ter Heizer rief ihm zu, er solle doch bremsen, als sie bei dem Vorsignal Müllheim vorüberfuhren. Platten habe auch nach der Bremse gegriffen. Der Angeklagte Platten gibt an, daß er wegen lieber» anftrengung an den drei vorhergegangenen Tagen übermüdet gewesen sei; auch habe ihn auf ber Fahrt nach Basel bie Sonne ins Gesicht unb auf der Mückfahn ins Genick geschienen; dazu sei noch das Feuer^von ber Feuerbüchse gekommen und der Umstand, daß im heißen Sommer auf ber Lokomotive fein Luftzug wehe. — Ter Angeklagte Bähr gibt an, baß es nicht immer möglich sei, ben Lokomotivführer zu beobachten; er habe aber gesehen, baß Platten sich gesetzt habe unb bei ber Durchfahrt durch bie Stationen immer wieder aufgeftanben sei. Tie gleiche Beobachtung hat auch der Angeklagte Männle gemacht. — Längere Auseinandersetzungen knüpften sich an die Frage, ob es möglich sei, einen Zug, der mit großer Geschwindigkeit fahre, innerhalb 40 Meter zu bremsen, was von ben Sachverstänbigen als gewagt bezeichnet wirb. — Es werben bann bie verschiebcnen Aussagen Plattens vor bem Untersuchungsrichter verlesen, bie sich mehrfach widersprechen. Platten sucht dies damit zu erklären, baß er an dem Tage, wo er vernommen würbe, dem Unglückstage selbst, sehr aufgeregt gewesen war, zumal bie Vernehmung im Bureau des Stationsvorstanbes von Müllheim ftattfanb, wo alle Augenblicke das Telephon läutete und im Zimmer nebenan die Verunglückten lagen. Es werden nunmehr verschiedene Vorgänge aus früherer Zeit, die ben Angeklagten Platten betreffen, erörtert.
Darauf wurden bie Verhandlungen auf morgen vertagt.
Stan&e$amt$nacbrid?tcn*
(Nachträglich eingegangen.)
Londors.
Geborene: Mai 7. Tein Landwirt Philipp Rabenau U.
Sohn, Karl Heinrich.August.
Schotten.
HS !:Ä; r*'Änl
Ibrtüe für
S SÄ'
(Opernhaus.
Mittwoch, ben 22. Mai, abenbs Uhr: „Fräulew Teufel.' Donnerstag, ben 23. 'JJlai, abends 6X Uhr: .Lohengrin/ ureitag, ben 24. Mai, abends 7X Uhr: ,Att-Wien.' SamStag. den 2ö. 'Mai: .Alargarethe.' Sonntag, den 26. Mai: .Der Troubadour.' Montag, den 27. Mai: -Tannhäuser.' Dienstag, 28. Mai: „Die Fledermaus.'
Märtte.
Gießen, 21. Diai. DI arttv ericht. Auf heutigem öveben* niarfte kostete -. Butter das Pfund 1,30—LSo-Dlf., Hühnereier 1 Stück 7—0 'big., 2 Stück 00 Psg., Enteneier 1 Stück 10—0 Psg., (dänfecier 16t. 20 Pf., Slä|e das Stück G—5 Psg^ Kasematte 2 Stück 5—6 Psg^ Tauben pr Pr. 0,80—1,00 Mk^ Hühner pr. St. 1,00—1,60 Ach, Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 SJiL, Enten pr. St. 1,80—2,20 Alh, Gänse das Pfd. 00—00 Pfg^ Lchsenfleisih pr. Psd. 90—98 Pig, Rindfleisch pr. Pstmd 90—94 Psg., Kuhfleijch 80 Psg., Schweine« fleisch pr. Pfund 70—90 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 88—92 Psg. Hammelfleisch pr. Pfd. 70—90 Psg., Startoffeln pr. loo Kg, 10.00 bis 10.50 Alk., Weißkraut das Stuck 15 bis 30 Psg^ Zwiebeln per Ztr. 10,00—12,00 Alk., Milch das Liter 22 Psg., Aepsel per Ztr. 15 bis 20 Rüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00
Birnen das Pfund 20—25 Pfg., Kirschen das Pfund 58—60 Psg, Marktzeit von 7—1 tthr.
vor
. 3$ war als TT p«ft unb i SS'
X fluche xzM^ubcrnb :^"-.Ta ,-'rnnannickn L^Aünche
J!01 -re hei N rüblich ,u fi .Nm £j, die Pi Ä ieilt
Mn*. :
4®
Ätt 4"
ÄS ÄlQ]inj
baS vierte mußte getötet werden. Drei Ranonietd wurden ebenfalls leicht verletzt.
Magistratssekretär Hülsen, der an der Berliner Stadt- hauptkasse über 60 000 Mk. unterschlagen hat und dann flüchtete, erschoß sich im Hotel zum Goldenen Löwen in Dessau.
Ter Tamoser „Kronprinzessin Cecilie" der Hamburg-Amerika-Linie, der sich auf ber Fahrt von Neuyork befindet, meldet durch drahtloses Telegramm, daß seine Ankunft in Cherbourg eine beträchtliche Verzögerung erleiden wirb, da das Schiff unterwegs Schiffbrüchige eines bibber noch unbekannten T aln p f ers aufnehmen mußte.
In Scheidgen sind zweiGehöfteniedergebrannt, wobei zwei Personen ihr Leben cinbüßten. Ein Mann wurde tödlich verletzt. Zwölf Stück Großvieh kamen in den Flammen um.
In Forst in der Lausitz stürzte in der Arena Reichel ein Seiltänzer mit seinem Fahrrad vorn Turmseil. Er war sofort tot.
In Wien wurde die erste internationale Flugausstel- lung eröffnet.
Aus Grenoble wird gemeldet: Ein Zug der Paris—Lyon— Mittelmeer-Bahn stieß auf einem Eisenbahnübergang mit einem Straßenbahnwagen zusamme n. Ter Greiwbler Bankier Gon« brand wurde getötet, feine Frau lebensgefährlich und zwei andere Reisende schwer verletzt.
In Toulouse verletzte bei bem ftatifinbenben Stier- gefechte ein wütender Stier vier Stierkämpfer mit seinen Hörnern lebensgefährlich.
Ter auf der Fahrt von S u n d w a l nach Rouen begriffene norwegische Tampser „Ronde" ging mit seiner aus Holzswsfen bestehenden Ladung an ber Seinentündung unter. Tie Mann- schäft konnte gerettet werden.
In Neuyork fiel von einem Neubau ein großer S t e i n auf einen vorübersahrenben Straßenbahnwagen unb durchschlug das Tach. Eine Frau wurde getötet, mehrere Fahrgäste verletzt.
In Neuyork ist der Flieger Wilburne Wright an Typhus erkrankt.
In Houston (Texas) ist durch einen Brand im Geschäfts, viertel ber Stabt ein Schaben von etwa einer Million Dollars angerichtet worden.
Brotpreise in Gießen
Weißbrot 2 stg. 62 M, Schwarzbrot 2 Ng. 54 Pfg.
Zchauspielhaur.
. -^tttwoch, den 22._ Mai: „Prophet Percival". Donnerstag, "cn Mat, abenbs 7* 2 Uhr: „Glaube und Heimat". Freitag, den 24. Mai: „Gotz von Berlichmgen". Samstag, ben 25. Mm: „^.'roabet Percwal". -sonntag, den 26. Mai: „Prophet Percival".
V den 27. Mai: „Madame Sans-Göne". Ticnstag, den ' ,/Alt Heidelberg". MitNvoch, ben 29. Mai, abends
-'.Vs Uhr: „Ter Kaufmann von Venedig".
*) Astfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Ufo
©etreibepreife in Mannheim
Weizen 100 Kg. 24.50-00.00 Alk.
Roggen 100 Kg. 21.00—21.25 Alk.
Der Rebntt krktt für die Wll » sche örr ch eN l sHr » IS - dnstrie ein, die große Aufgaben AU losen unternimmt durch die Gewinnung von Produkten, bei denen fie den technischen Branntwein braucht, z. B. Kautschuk Tiefe Industrie ist m einer Üblen Lage, wenn das Gesetz fre nicht gegen die V e r t e u e t u n g des Rohproduktes schützt. Es ,,t im höchsten Grade bedauerlich, wenn so, ohne daß die Landwirtschaft Vorteil davon hat, diese Industriezweige belastet werden, und ich bitte den Schatzsekretär, den Bundesrat rur den Fall, daß es sonst nicht möglich ist, diese Wunsche zu erfüllen, zur Ausarbeitung einer Novelle zu bestimmen. Auch bei meinen politifchen freunden sind die Bedenken stark, aber bie große Mehrheit toirb sie überwinden, aus dem einzigen Grunde, daß endlich einmal das Branntweinaewerbe aut Ruhe kommt. (Zustimmung.) Es gibt kem Gewerbe, das so malträtiert ist wie der Branntwein: wer würde sich das gefallen lassen, wenn die Landwirte nicht so geduldig wären. (Lachen bei d. Soz.) Bei dieser Vorlage können sich rechts und links, und zwar links ziemlich weit, zusammenfinden; bekunden wir doch hier durch positives Zu. fam menarbeiten die Solidarität der Interessen.
sohn fSoyverspricht sich aber unb n e n n t ihn Js aakf ohn. Ter Heiterkeitssturm, der hierdurch entfeffeU Mrd, unterbricht die Beratung auf Minuten.
Abg. Davidsohn (Soz.):
der endlich zu Wort kommt: $$re äußere Heiterkeit ist auch eine innerliche. Ter Redner begründet den Antrag mit der Forderung, die Verarbeitung von Bleiweiß, wie es m Schweden und Baden geschehen ist, überhaupt zu verbieten; jedenfalls dürfe fie nicht noch prämiiert werden.
Ter Antrag wird cchgelebnt, ebenso ein bolkSparteilicher Antrag auf Verminderung der Ueberbrandstrafe. Ter Rest des Gesetzes wird in der Haftung der Kommissionsbeschlüffe angenommen.
Dienstag 11 Uhr: Ergänzungsetat unh Befitzsteueranträge. Schluß nach 8 Uhr.
Abg. Dr. Will (Zentr.-Elsässer) wünscht weitere Vergünstigungen für die kleinen Obstbrenner,
Abg. Dr. Weill (Soz.) 5
Nicht um bie Aufhebung der sogenannten Liebesgabe handelt eS sich, sondern um die sogenannte Aufhebung der Liebesgabe. Wir haben deutlich genug in der Kommission betont, daß wir die indirekte Steuer durch eine direkte ersetzen wollen, z. B. die Erbschaftssteuer. Der Reichskanzler kann also nicht sagen, er wisse nicht, ob eine Mehrheit dafür vorhanden sei. Die Mehrheit ist da. Unser Antrag wurde leider in der Kommission nicht angenommen. Nur der dritte Teil der National- liberalen war dafür. Und doch haben gerade die Nationalliberalen die ganze Wahlkampagne unter der Forderung der Erb- schaftösteuer geführt. Haben Sie das alles vergessen ? Nun, unser Antrag auf namentliche Abstimmung soll Ihnen das Gedächtnis stärken. Der Redner empfiehlt die Anträge seiner Partei. Tas Geld ist da, die sechzehn Millionen sind vorhanden. Man will sie zu unrecht dem technischen Spiritus zuführen. Verwenden wir sie lieber zugunsten der Veteranen und der alten Invaliden,
, Abg. Kölsch (Natl.)S.
Der Vorredner hat sich unnütze Sorge gemacht. Ich glaube wicht, daß unter un8 Nationalliberalen ein einziger sitzt, der nicht für bie Erbschaftssteuer ist. Wir wollen die Liebesgabe beseitigen. Ich halte es für richtig, den sozialdemokratischen Antrag anzunehmen und bie Deckung durch eins Erb» schaftösteuer zu schaffen.
Abg. Wurm (Söz.)2
Glauben Sie doch nicht, daß das Volk äüf Ihre Wihchön hereinfällt. Sie behaupten, daß jetzt die Liebesgabe abgeschafft wird, und die Folge wird sein — die Verteuerung des Spiritus. Glauben Sie, daß das Volk das nicht merken wird?. Die Liebesgabe bleibt in veränderter Form, die Spiritus- zentrale behält ihre Macht. Darüber sind sich alle Kenner der Verhältnisse einig. Nicht der Bundesrat, sondern die Spirituszetttrale diktiert die Ausfiihrungsbestimmungen. Die künstliche Begünstigung des technischen Spiritus hat keinen Zweck. Er kann mit dem Petroleum nicht konkurrieren. Bezahlen Sie lieber bie alte Ehrenschuld an die Veteranen des Krieges und der Arbeit. "
neues au Die clsaß-l faa eine Art
Kaisers ge üandesslagge,' -aß eine Äush Erfassung mi W- Unter -krasaiishebm jer Staatsfen jh Regierung- versicherte, die cn Aufhebung nahm die Kan
LethmannH vermutlich noct mallen sie mit d fiufe und Zeich -eutsch'seindlich ialrung solcher liche geleistet f tandee-sarbe koi bekanntlich scho .^raus besitzen ane die „Boss, iigmachung de- iireibt zu der ? ,.tann ein „Rei :alhringen ist,, dnzler von Bei ::g erklärt hat, fehl Elsaß-Loth lonbern es hat '.and - zu fuhr ft schwarz-tveiß-
Tas Maß Di ;tmad)t durch bi mi lfrlaß einer regen Fahnenfl Waffen ülsaß-L lausende vo 1870, weil sie j inihl einleben ki 'titiem zum gröf -ber die denkv bericht: . .Ltraßbu: iaö'lothrin! '-len Angelegen 3tr.) und Gen
(5oj.) I«i in dem V 3 »he anstelle E durch Reich 'olgende Fassun '"gesetz ge
Nachdem bie Je Anträge ih» Änderung mit . des elsaß-lo nn reil der ^ejenigen -oitzeder L< :Q"be selbs ;urtf> Preußen, Wnjo sehr t
Bekanntmachung.
B e t r.: Feldbercuugung Cucdborn.
3n der Zett vorn 14. Ins einschl. 31. Mai 1912 liegt Werktag-
Grotzh. Bürgermeisterei Queckborn
das Proickl über Regulierung einer Teilstrecke des Aescders- daches nebst zugehörigen Befchlüifen dcc Voitzugskommifsion und des Gemeinderats vom 20. April 1912
Elnfickk der Beteiligten offen.
Einwendungen hiergegen find bei Meidung des Ausschlusses utnerfcal. der obenangegebenen Lifenlegungsfrist bei Großd <?urgermeutcret Cuecfborn schriftlich einzureichen und zu begründen-
Friedberg, dcn 8. Mai 1912.
.Großherzogliche Feldbcreinigungskommifsär.:
___ «chntirstztzhn, Großh. Lj.reisamwroM. 4 _
Abg. STretlj (Kons.)^
Ich' muß die Bielen Angriffe gegen die Spiritus, zentrale zurückweisen. Ich gehöre zu ihrer Leitung. Das ist ja parlamentshistorisch geworden, da die Sozialdemokraten feinen Satz aussprechen, ohne darauf hinzuweisen. (Zurufe der Soz.) Bei mir ist viel Spiritus. Bei den Sozialdemokraten fehlt er ober, seit sie den Schnaps boykottieren, gänzlich. (Heiterkeit rechts.) Der Redner gibt einen Ucberblid über die.Gründung unb Entwicklung der Spirituözentrale. Es scheint fast, als ob manche Parteien der Ansicht sind, die Spirituszentrale sei ein poli. tisch es agrarisches Unternehmen. Das ist nicht so. Unter den Brennern und den Spritfabriken gibt es Anfänger aller politischen Parteien. Tie Brenner mögen mehr konservativ, die Spritfabriken mehr liberal sein. In der Geschäftsleitung sind alle politischen Richtungen vertreten. Wir haben da den alten Block wieder: einen Konservativen, einen Nationalliberalen und einen Fortschrittler! Er unterscheidet sich von dem Reichstagsblock nun dadurch, daß wir uns vertragen. (Heiterkeit.) Wir machen gar keine Politik. Wir versuchen nur, soweit eö in un. seren Kräften steht, Geschäfte zu machen. Der Redn^ bespricht dann Einzelheiten der Vorlage.
Abg. Wurm Moz-5^ ■
Dm den Geld sack der Spirituszentrale dreht sich alles. Den Spritfabriken geht es sehr wohl im Schatten der Zentrale. Sie erhalten 26 Proz. Dividende.
Schahsekretar Kühw \ ertoOtCtf ans eine Anfrage, daß die Verhandlüsttz'est. die sich regel, mäßig an die Einbringung einer Branntweinsteuervorlage knüpfen, nicht dazu verlocken, bald mit AbänderungS- varschlägen hervorzutreten. Wenn eine Aenderung bes Gesetzes aber im Interesse großer Industrien des heimischen Gewerbes liegen sollte, würde eine Aenderung natürlich erfolgen müssen. Der Schatzsekretär lehnt die sozialdemokratischen An- trage ab. D i e V e t e r a n e n f r a g e solle man mit der Vorlage W verquicken. Die Regierungen haben sich verpflichtet, in ernsttiche Erwägungen einzutreten, wie den Veteranen zu helfen sst. Diesen Verpflichtungen können und werden sie sich nicht ent- ziehen. (Beifall, Gelächter der Soz.)
Die Aussprache schließt. Der Antrag der Sozial- b emo traten, der die Liebesgabe vollständig bc. feitigen, also die Verbrauchsabgabe auf 1,05 Mk. fcfticben wird ui namentlicher Abstimmung mit 211 gegen 141 Ä™9häb®OeTe,|™0.Tt‘,,Cn ’mb Ket b°i -ine-
Auch ein anderer sozialdemokratischer Antraa bL technischen Spiritus bestimmten 16 Millionen für
hlr 5 unb 3ur Herabsetzung der Altersgrenzen bei
der Invalidenversicherung vom 70. <iuf3 65. Jahr verwenden will wird mit 203 gegen 147 Stimmen abgelehnt D^ür stimmten mit den Sozialdemokraten die Volkspartei und einiae Nationall,berate. § 1 wird dann gegen die Sozialdemok^ und einige Fortschrittler unverändert angenommen.
§ 2 handelt vom süddeutschen Reservat.
r . .. , m Mg. Dr. Sndeknm (Soz.)
-in-Berfassungs^nderung. Rechte des Streichung vermindert. Der Rednex beantragt
Schatzsekretär Kühlt:
. mS. nch N'cht darum, ein neues Reservat zu schaffen,
fn h^ir? c,C bc5 bestehenden. Würde cs gestrichen,
der^Vorlage Regierung gleichbedeutend mit der Ablehnung
$n uamentlicher Abstimmung wird das Reservat mit 219 gegen 126 Stimmen a u f r e ch t e r h a l t e n.
Auch im übrigen werden die Anträge der Sozial.
Lr? 1 e !l • htr die durchweg die Bolkspartei und von den Nationallilieralen der babi|d>e Kölsch stimmen abac- ^khnt. Dagegen wird ge^cn diese Parteien auf
? lKons.) angenommen der von dec Kommission" neu clngeführte § 7a gestnchen, der das Kontingent für die gewerblichen süddeutschen Stenntrei/n ! Höchstmaß von 3000 Hektolitern beschränkt 633
“ff.-, s: MsSAWfe
vermischtes.
♦ Tas Begräbnis des „Titanic"-Kapell- Meisters. In der stillen Landschaft Co Ine in der Grafschaft Lancachire war der kleine Kirchhof am Samstag der Schauplatz eines ergreifenden Nachspiels zu ber Titanic-Katastrophe: der tapsere Kapellmeister der Titanic Wallaoe Hartley wurde feierlich zur letzten Ruhe beigesetzt. Von weither aus der Umgegend waren die Leute in die Heimatstadt des unglücklichen Musikers gekommen, -um dem so tapfer in den Tod Gegangenen die letztt Ehre zu erweisen. In der ganzen Stadt waren die Läden geichlosien, überall flatterten Fahnen. Von der kleinen Metho- distenkapelle, in ber Hartleys Vater 25 Jahre lang Chormeister £elDt[en< ro(?r unb *n der ber Sohn als Chorknabe feine musikalische Laufbahn begann, bewegte sich der Zug zum Kirchhof; die Stadt Colne hatte eine Abordnung gesandt, ebenso das Territorials- Regiment, dem X)oi. j i atte, vor allem aber die Musikvereine. Fünf Kap7^-.» •: : n die Bahre, und als au
oem Friedhöfe der <2-arg deigSsetzl wurde, begannen die ver- lammclten Chore den Hymnus „Näher zu Tir, mein Gott" an- ziistimmen, den Hartley seiner wackeren Kapelle dirigierte, als die Titanic sank und nur noch der sichere Tod der Musiker harrte. Und während die weithin hallenden getragenen Klänge dieses £boralö durch die Lüfte zitterten, sah man aus den Augen ber eangcr die Tränen rinnen. Nun ruht der heldenmütige Kapelsi meister m beimatlidier Erde und sein Andenken ivird fort leben alt das eines Mannes, der furchtlos im Angesicht des Todes die Allgewalt der Musik anrief, um Hunderten von verzweifelten Menschen noch in ihren letzten Minuten den schwachen Trost zu spenden, der in jenen Stunden allein noch in menschlicher Macht lag.
Kleine Tageschronil.
$)ie Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen hat niuv meljr die Vorarbeiten für die diesjährige Burgenfahrt nach dem Layntal beendet mid die Einladungen versandt. Wie wir bereits mitgeteilt haben, wird die Fahrt mit einem Fest auf der Marksburg bei Äraubach am Abend des 8. Juni eingeleitet und dauert bi« ?um 12. Juni. Merkivürdig ist es, daß die Fahrt Gießen zwar berührt, day aber die Burg Gleiberg nicht besucht wird, obwohl sie zweifelsohne interessanter ist als der Kaismunt.
. . Automobil eines Bauunkerneli-mers aus Godesberg Mhr bei xtej in einen Sttaßengraben unb überschlug sich mehreremale. r.er Besitzer und dessen Frau wurden tödlich verletz», ihr Mmb erlitt eine icoivere Gehirnerschütterung.
c - »^g nachmittag ist ein Münchener St üben t aus Halle, i^ritz ^-uhrmann, von dem Gipfel bes Wendelstein^ abge stürzt. Er war sofort tot.
In Berlin wurde der Kausinann Bruno Schrödter d er- härtet ber gefälschte Aktien anfertigte nnb bei verschiedenen ■öanten größere Vorschüsse barauf entnahm.
Als in Lichtenberg ein Schutzmann ben Kutscher Rose nadjiö lvcgcn Ruhestörung verhaften wollte, sammelte sich eine grorere Menschenmenge an, bie eine drohende Haltung an- nahm. Eine Frau wurde festgenommen, die versuchte, ihren Mann ou befreien. Cm Imizueilender Schutzmann gab in der Notwehr einen Schutz ab, ber ber Frau in die Brust drang, so daß sie * ■ »yc r verletzt ins Rummelsburger strankeNhaus gebracht werben mußte.
Bei einer Beerbignng im Törtchen R u b o 1 fs w a 1 b a u im hl“e^r X rauer jug eine Ho 1 zbruckezu panieren, biefeVriTrfr Bach führte. Als bad Trauergefolge sich auf a? br,1n‘Jtc. brach ,tc zusammen und mehr als öU P e r !?vungeV° " i,emhd) HcT ab gab zahlreiche Ver- aus «?ot’^b?rO<hndh3d)lC^"d bes Ö3. Felbartiller-c-Regiments ' Srd-• • -9 Garden aus dem Trupoenübougsvi itz Neuhammer l. ‘V.. ' -ioar zu frut, losgegangenen .'sch'.itzschup der ;iri ucn I
1 ^"r Pferde gctrojjen. Drei waren sofort tot,»
Geborene: Mar 6. Dem Molkereiverwalter Robert Emck Ludwig Baustirm in Holzhausen, Kreis Kirchhain, eine Tochter, Toni.
Spielplan der vereinigten Sranffurtet StaMtbeattT
Bekanntmachung.
detr.: Feldbcreinigung in der Gemarkung Harbwald.
Dont S^at -3uni d. Js. hegt auf dem Gemeinbezimmer zu Borsdori
1. die Rechnung und Rechnungsurkunden der Feldbereinigung Harbwald,
^r- der VoUzugskommission vom 13. März
dieses Jahres und
3. das Verzeichnis der zum Ausschlag der ungedeckten Feld» bereinigungskosten zuzuziehenden Grundstücke,
zur Einsicht der Beteiligten offen.
hiergegen sind innerhalb obengenannter Offen» legungssriit schriftlich bei Großh. Bürgermeisterei Borsdors vorzubringen und zu begründen.
Büdi n^g e n, den 15. Mai 1912.
-ter Großh. Feldbereinigungskommissär.
________________^r- Goertz, Krcisamtmami.
Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. TI.
Fleischpreife in Gießen
r
Ochsen
50 Kg. Schlachtgewicht 74—95 Mk.
'/, Kg. 90-98 Psg,
r
E
fr
Kälber Schweine
V, Kg. Cchlachtgw. 85-105 Ps.
V, , . 71-75 ,
J/, , 88—92 ,
7, 70-90 ,


