Ausgabe 
21.11.1912 Erstes Blatt
 
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kartenverkaufS bat dazu geführt, daß an den Fahrkarten- schultern deS BaHnHofeS seit 1'/, Jahren zwei Beamte wenige: beschäftigt sind. Man erfuhr damals, daß die Behörde ol-5 Arbeitsleistung für einen Beamten am Schalter für Kopf und Tag den Umsatz van mindestens 300350 Fahrkarten an* siebt. In Wirklichkeit wird diese Durchschnittsleistung aus dem hiesigen Bahnhöfe bei weiten, überschritten. DaS wird aber nur dadurch erreicht, daß zu den Hauptverkehrszeiten die Reifenden zu lange am Schalter warten muffen, bi« sie abgefertigt werden, weil es eben zur ausreichenden Besetzung der geschloffenen Schalter an Beamten fehlt. Dem Der- \ | nehmen nach hat btc den Schalterbeamten vorgesetzte Behörde

** Ordensverleihung. Ter Großherzog hat dem| Haushofmeister im Dienste des Prinzen Ludwig von Bat­tenberg, Phil. Streb, das Ritterkreuz 2. Klasse des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen,.

♦♦ Erledigte Lehrer st ellen : Eine mit einem ebang. Lehrer zu besetzende Lehrcrstelle zu Raunheim und eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Schul­stelle zu Mühlheim.

** Gerichtsversonalien. Ter Großherzog hat den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg, Tr. Karl Fuhr, zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim ernannt, den Oberamtsrichter bei dem Amts- gericht Bad Rauheim, Geh Justizrat Wilh. Süfsert, auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm die

Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Phi. lipps des Großmütigen verliehen.

"Der preußische Buß- und Bettag hat wegen des schlechten Wetter« unserer Stadt keinen so großen Besuch

gekommen.

Tas russische KanonenbootK u b a n e tz", nicht wie gemeldet, der englische PanzerkreuzerWemnouth", ist gestern in das Goldene Horn eingefahren und hat vor dem griechischen Pa­triarchat Anker geworfen.

lioli leine Kapitulation von Monastir!

Belgrad, 20. Nov. Von amtlicher serbischer Seite wird gemeldet: Tie Nachrichten über die Kapitu­lation von Monastir sind verfrüht. Wie der Wojwode Putnik meidet, dauerten die Kämpfe vier Tage. Gestern floh der Feind nach einem hitzigen Gefecht geschlagen in völliger Unordnung. Er ließ in der Verwirrung seinen Gepäcktrain im Stich. Tie Beute ist beträchtlich. Einzel­heiten fehlen noch.

Dad Gefecht bei -llcssia.

Rjcka, 20. Nov. lieber den am Montag bei Alessia ausgesochtenen Kamps berichten hierher gebrachte Verwun­dete, die an dem Kampfe t ei [genommen haben. Unterhalb der Höhe des Erni-Brh machten die Türken einen Frontangrifs gegen die gedeckte Stellung der Monte­negriner. Alsbald cutiinefete sich ein lebhafter Ba- j o nett kam ps Tie Türken hielten s i ch glän­ze n d , doch gelang es den Montenegrinern, den Feind unter großen Verlusten zu zersprengim Die Zahl her Toten und Verwundeten auf türkischer Seite wird Hilt 600 Angegeben. Die Montenegriner hauen

Konstantinopel, 20. Nov. Die Sophicn-Mosche ist seit 15. November mit zahlreichen Flüchtlingen und kranken Soldaten, deren Zahl angeblich etwa 3000 be­trügt, gefüllt. Infolge eines zwischen der Stadtvräsektur und den aubcrci, Behörden entstandenen Kompetenzkonflikts wegen der Vcr- vslegung eines Flüchtlings, verließen diese am 16. November hie Moschee unb na luncnin'zweiinderNäHe gelegenen Läde n gewaltsam Lebensmittel weg. Die Moschee wurde deshalb durch einen Militärkordon abgcfperrt.

Tie osfiziette Liste von gestern verzeichnet 45 Cholerafälle; davon sind sieben tödlich verlaufen Bisher sind 268 Er­krankungen und 99 Todesfälle an Cholera vor-

Vord.

Man hatte immer verbreitet, Abdul fögmib sei kindisch ge- worden uftb wisse nichts von den Weltereignissen. Es zeigte sich, daß er vollkommen geistesklar und über alles vorzüglich unterrichtet mar. Man batte ihn früher nie zwanzig sranzösisck>e Worte hintereinander sprechen hören und er hatte immer getan,! als verstände er diese Sprach nicht. An Bord sprach er Fran-! zösisäi mit größter Vollkommenheit und Reinheit und so siießend wie seine eigene Muttersprache.

Zwei Kriege in einem Ialire," sagte er,das tst viel." Er erkundigte sich nach her deutsciKM Kaiserfamilie und jedem ihrer Mitglieder im einzelnen. Er wollte tvisscn, ob Sir Conan Doyle seine Sherlock-Hol meS-Rvmanrei he Noch fort* setze. Das ist bie einzige Literatur, die er in den letzten Jahren ge­nossen hat.Conan Dvyle hatte einen ausgezeichneten Polizei­direktor abgegeben," urteilte er eines Tages.

Bei der Änkunst im Bosporus machte er einige Schwie­rigkeiten, das beut,ehe Schiss zu verlassen und in das Boot zu steigen, das ihn allein an Land führte- während ein anderes Schiss seine zwölf Frauen, zwei Eunuchen und einen Neuge­borenen, sein letztes Kind, aufnah'w.

In $ enterbet) weigerte er sich, den für ihn bestimmten Palast zu beziehen mtb nahm! in einem kleinen abseits gelegenen Gartenpavillon Wohnung, verstummte wieder und wurde gegen alles, was um ihn vorging, gleichgültig. Er interessiert sich letzt mir noch für seinen Hülmerhof und fordert heftig seine Hübner, seine Puter und die Eselin, deren Milch er allein trinkt. Als er crfuljr, baß einer der ihn l»ewaebenden Offiziere, für bett er eine gewisse Sympathie empfand, flbtvifcn mußte, weil seine Frau Ja, der arme Mensch kann nicht machen.

gebracht, wie in den früheren Jahren.

** EvaKg Gefamtgemkinde. Gestern tagte im Io- bannessaal bie G em ei nb e v e r t r et u n g der c va n g. Ge. f a m t g e m c i n b e. Ter Vorsi etoe, Pfarrer D Schl osser, gedachte in feilt er einleitenden Ampraäte zunächst in ehrenden Worten de» iinwisävn verstvrb neN Mitgliedes des GcfamiKrchen. Vorstandes, Reallehrer Al back. Sodann berichtete er von der gtüäl'chen Vollcnbung der Reparaturen an des Johanneskirche unb der Stadtkträw- Tay namentlich bie letztere, mit ber iihtvicngeii ainrustung des Turmes bis über bat Helm hinaus ganz ohne Unfall vonstatten gegangnt ist, müsse uns mit besonderer Be« frietrgimg erfüllen, unb verpflichte uns zu herzlichem Tank gegen Gott Aber auch den Meistern unb iIrren Mitarbeitern grt'übn rückhaltloses Lob wegen ihrer sorgfältigen unb soliden Arbeit. Ein weniger erfreuliches Kapitel seien die .Kosten. Bei der Zc». Hanncskirä^! fei allerdings der Voranschlag von 20 000 Mk nicht überschritten nwrbcn. Dagegen seien bei bem stabtnrditunn wesentlich Höhere Kosten entsranden. Es habe iteb bei her erst burcf) bie Einrüstung ermöglichten genaueren Untersuchung der. ausgestellt, daß sich ber Turm an Dach, Gebälk, Gesimsen unb Eisenwerk in einem sehr scküecksten Zustand befand. Leider habe ha her bie Mird>e auch bei b?r Stabt sehr wenig Entgegenkommen gefunden. Tie Stabt sei nach dem Vertrag von 1910 verpstichtei. folange sie die Turmwächter auf dem Turme habe, deren Deh rturtg instand zu hatten Taranf. habe sich ber Kirckwnvorstand in aner Eingabe an bat Herrn Overbürget i: iter wegen Stv stellung einiger Mißstände gewandt, aber bis heute habe er über Haupt noch keine Antwort erhallen. Es fei das nicht das erste : mal, daß her Kirchenvorstand diese Erfahrung machen mfih't, j es wurde aber dadurch nicht schöner unb besser, soweit nnr hörten, habe bet Herr Oberbürgermeister jedes ÄUgegentommen mit der Begründung ab gelehnt, daß angesicksts ber nahe betör- ficlcnbcn Neuregelung des Feuerlöschwesens die Stabt nickst beab- iiehtige, noch Kosten für den Turm auszuwenben. Da diese Pläne aber, wie es scheine, vorerst noch gute Weile Imben, werben die mißlichen Zustände dort oben noch weiter bestehen bleiben. -Qocb nicht einmal die geringen Mehrkosten für Anlegung eines Absallrohres von Gußeisen, statt von Zink, um den achtern den Ausguß der in der Nacht gebrauchten Eimer zu ermöglickot, s« zu crtcia'en gewesen. Er glaube nicht, daß ein derartiges Ber fahren dem Willen ber Stadtverorbuetenversammlung eMfvrrLe Tie evangelische Gemeinde habe sich, entsprechend der Tatiatfw,

Amerikanische Studien auf den Schlachtfeldern.

Tie Regierung der Vereinigten Staaten von Nord­amerika hat bei der Türkei und den verbündeten Balkan- taaten um die Erlaubnis nachgesuckt, amerikanische

ziere jitm Studium auf die Schlachtfelder derI -s^'deti"weitaus'ü^^enden''Teil'Hr^Bürgerst^itt um- letzten Kampfe zu entsenden. Wenn bie|e Erlaubnis ge-1 stets zu einem durchaus loyalen Verb-alten gegenüber da geben wird, sollen sich die zurzeit tu Europa befindlichen $wöt verpflickcket gefühlt. Sie dürfe aber wohl auch ihrerseW amcrikanischeu sw.vallerievffiziere fmvie die Militärattaches ^as (Reiche vonseiten her Stabt erwarten. Der bnnn ootgt- in London und Paris sofort zum Kriegssckstluplay bestehen, iragene Jahresbericht gab keinen Anlaß zu wetterenfr Tas Kriegsdepartement roiinfdyt, daß sich diese Ossizierc öiterungen. Auch der Po r a n schl a g für das Jahr 1913 imirdr über die Behandlung der Verwundeten, die Organisation nach den von dem Vorsitzenden gegebenen Erläuterungen nach der der Armeen, sowie über die Feuerwirkung der Artillerie Vorlage angenommen imb mit 80 285,01 Mk. m Emnahm^ auf Festungswerk« utü SckMtzmgraben in7°rmi«ren. und fc.gaM bttficatet: Autolrebchen

f .. vamids "Loreley .Fahrt Gilberts neuer Schlager hatte auch gestern abend wieder

Uebcr die Reise des gewesenen SüttanS Abdul Harntb von Erfola un> das Autvliebcheu wird mvlil

Saloniki noch SiWtontinwt mrifi ber S°nd-rb«nchterftol,er bcS J« oIfl, uns iM . 1.ttolicwneii roitro nm Malin" in Konstantinopel rnalerisäte Einzel leiten zu berichten: noch manchem liebe mal mit l einen Tfoir^ttetn u r Dtc

Als ein türliicher Offizier vor bem entthronten Sultan er- Buhne tanzen, denn das iiaoen tue M achen so gerne - schien unb ihn um seine Zusttrnrnnng zu feiner Ucberführung und jedermann Vergnügt lieh aufs angenehmste dabei nach Konstantinopel bat, lehnte er schroff ab unb rief:Sic Uehcr den Inhalt'ist kaum etwas zu sagen. denn da wir werden mich von hier nur mit Gewalt (oSrciheu alles so toll und lustig durcheinander, da sprudelt können!" Da man sich scheute, Gewalt anzuwenden, manbte oon Munterkeit und Frohsinn, daß man gar keine man sich an Deutschland. . Tas deuttche ^.tattonSichtss\ Uehertcgen hat, sondern sich au den netten Ein.

So reich" wurde nach Saloniki gcichickt, und ftm Kapitän r,,, '' < h h i ft; oncn f ritifl o«* erfreut Tn-

hatte den Auftrag, den Sultan ivegyufülymt. Zwei Prinzen her UNS ^tuationm rrtr - - ,

kaiserlichen Familie, Schwiegersöhne des ehemaligen Sultans, be eine Au ftattung aufg ,

fanden sich an Bord. Sie begaben sich zn dem Gefangenen unb wirklich hervoiTragend ist, und die Emrichtilng, die ..urr wandten alle Künste ihrer Ueberredung an, sie macksten^ indes keinen Eindruck auf ihn. Daraus ließ man ben Kapitän der Loreley" in Galauniform antreten, nrorauf Abbul Hamib sofort nack)gab.Zur Rechtschaffenheit unb Fre,mbfchaft bes Kaisers lyibe ich volles Vertrauen," sagte er, ,^hnen, Herr Kapitän, folge ich bis ans Ende ber Welt." Eine Stunde später war er an

gramm besagt: Das türkische Detachement inDerkos trieb i dank unserer dreitägigen Kanonade und unter unserer Be- decknng den Feind an die Küste von Ormonly, 10 Meilen nördlich von Karabumu, zurück.

DieAgence Bulgare" erklärt alle Meldungen aus türkischer Ouelle über die angeblichen Siege ber Türken bei Tschataldscha als falsch und tendenziös.

Mir" meldet:Eine Abteilung bulgarischer Kaval­lerie griff oeftern mit drei Bataillonen Infanterie die , türkische Besatzung aus den Höhen im Norden der Stadt ; Fere an der Straße nach Tedeagatsch an, die aus etwa zwei Bataillonen bestand und schlug sie nach kurzem Kampie : in die Flucht. Tie Türken ließen einen aus einer Loko- . motive und 14 Wagen bestehenden Eisenbahnzug, der mit Lebensmitteln, Munition und Pserden angcfullt war, zurück. Der Zug wurde nach Timotica gebracht. Ben Adrianopel unternahmen die Türken vorgestern einen Durchbruchsvcrsuch, wurden aber nad» lebhastcm Kampfe, der den ganzen Tag angedauert hatte, mit be­trächtlichen Verlusteii in die Festung z u r ü ck g e w o r f e n. Die Eisenbahnverbindung zwischen Dimotica und .-vedea- gatsch ist wiederhergestellt.

Mahmnd Mukhtar Pascha ist durch drei Kugeln verwundet worden. Bei einem Rekognos­zierungsritt kam er an ein von ben Türken absichtlich aittgegebene» vorgeschobenes Fort. Dieses war aber nachts von Bulgaren besetzt worben unb bie türkischen Offiziere bemerkten ben Feinb erstmals sie auf breißig Meter Entfernung mit einem Kugelregen über­schüttet würben. Mahmub Mukhtar würbe das Pferd unter bem Leibe erschossen. Gleich barauf brach er selbst verwunbet zu.arn- men Ein selbst verwunbeter Solbat nahm mit ben Worten: Pascha, bas macht nichts!" ben General auf den Rücken uns rettete ihn heldenmütig vor ber sonst sicheren Gefangennahme. Zwei unverzüglich an Ort unb Stelle entfanbte Bataillone warfen bann bie Bulgaren ans bem Fort. ,

Somit ist es Mahmub Mukhtar bei Tschataldscha ebenso er­gangen wie im türkisch-griechischen K riege von 1897, wo er als Kavallerieführer bei Velcstino im Sturmritt einige Schwadronen an bie griechischen Schützengräben heransührte, bei dieser Attacke bas Pserb verlor und persönlich bann ans Hand­gemenge kam. Und noch eine Parallele drängt sich, wie mir ber Voss. Ztg." entnehmen, auf: Mahmub Muklstar war Komman- bant des Konstantinopeler Armeekorps, als im 'Avril 1909 bie Gegenrevolution gegen bie Träger bes Berfassimgsgebanrens ans- brach. Es war eine Mlitärrevolte, bie in erster Linie die ver­fassungstreuen Offiziere anss Korn nahm. Viele fOf,ziere mürben von ben Solbaten cmwrbet. Mahmub Mukhtar mußte fliehen, um nicht von bemselben Schicksal ereilt zu lucrbeu. Tas M o t o r boot ber Konstantinopeler beutschen Botschaft brachte ihn bamals in Sicherheit. Die beutsche Botschatt nahm sich Mahmub Mukhtars auch in bieseu schweren Tagen roieber freunbsmaftlich an, inbem sie bem Verwunbeten zum Transport vom Bahnhof zum Krankenhaus eines ihrer Automobile zur Verfikgung stellte. Er würbe auch im beutschen Krankenhause untergebracht.

Bukarest, 20. Nov. (Von einem Privalkorresponbenten.) Nach brieflich hier eingelaufenen Nachrichten aus Konstantinopel hat ber Großwesier heute ben verwunbeten General Pf ah inud Mukhtar Pascha im Krankenhause besucht Ter General ist bereits operiert. Nach Entfernung ber Shigel wirb letzt eilte glatte Heilung erwartet, ba der Beinknochen glatt durchschossen ist, so daß ber Pasels ut sechs Wochen g e- f unb sein bürste. Sein Ausscheiben bedeutet für ben Augenblick einen schweren Verlust für bie weitere zielbewußte Durchführung bet türkischen Verteidigung.

Tie Cholera wütet noch immer, aber angeblich nicht mehr so stark.

Verwundete türkische Generalstabsofftziere.

Konstantinopel, 20. Nvv. Zugleich mit Mahmnd Mukhtar Pascha wurde bei der Rekognoszierimg der Direktor der Militärschule Pankalsi, Oberst Ali Kemal, Major Salar Ebdin und Hauptmann Kia zum, alle vom Ge­neralstab, verwundet. Der Großwesir besuchte Mahmub Mukhtar Pascha.

Das Eingreifen der türkischen Flotte.

Konstantinopel, 20. Nov. Ein Telegramm beS türkischen 'Flotte nkommandanten trott Bnjuk- Tschekmebje vom 17. Nov. besagt: Tie Stille, bie bis Mitter­nacht bauerte, würbe gestern um 3,50 Uhr burch ein Mitraillenmn- feuer ber Posten auf ben Höhen von Kalikrasia unterbrochen. xnS Feuer bauerte bis 4,15 Uhr Morgens unb begann auf ber ganzen Linie roieber um 6,40 Uhr. Nachbem wir die Stellung bes Feinbes feslgestellt hatten, eröffneten roir baS Feuer von ben Kriegsschiffen au 3, burch welches bem Feinde große Verluste ziigesügt rourbni. Nach ben Signalen unserer an bem Lanbe befindlichen Leute wurde eine feindliche Batterie zer­stört. TaS Telegramm gibt Einzelheiten über die Signale der auf dem Lande befindlichen Matrosen, über die Entwicklung beS Kampfes zu Lanbe und über bie Weisungen brr Flotte. Die Ka­nonen her Pan-erschisse brachten halb eine zweite bul­garische Batterie zum Schweigen. Tie Granaten von den Panzerschiffen setzten verschiebene Dörfer in Branb. PapaS- BnrgaS wurde teilweise zerstört. Ter Feinb, der sich bemühte, bei Taschtovo am See und bei Bujuk-Tschekinebje Artille­rie in Stellung zu bringen unb Verschanzungen zu errichten, würbe vernichtet und bie Verschanzungen zerstört.

Aus Konstantinopel.

sechsToteundL2Verwundete (?). Die türkische Kriegskasse mit 100 000 österreichischen Kronen wurde erbeutet und acht Soldaten gefangen genommen.

Alles darf man natürlich auch diesen braven Mit­kämpfern nicht glauben. .

Eine Annäherung Rußlands an die Türket.

Konstantinopel, 20. Nov. Ter Großwesir besuchte gestern bett russischen Botschafter v. Giere und kvn- erierte sodann mit bem Minister beS Aenßern, Noradunahian. TaS BlattE s da rn", boS einen offiziösen Charakter annimmt, dementiert bie Gerüchte über militärische Konzentra­tionen RußlanbS an ber türkischen Grenze unb die Meldung, baß Rußlanb eine Note betrenenb bie Lage m den Provinzen von Ost-Anatolien überreicht habe, ^a- onoro habe bei seiner Unterredung mit dem Botscha'ter ^urkan- Vascha einfach bie Aufmerksamkeit auf bie Lage in den genannten Provinzen gelenkt. Rußlanb habe so ber Pwrte zu peritcijcn gegeben, baß sie währenb ber gegenwärtigen Komplikationen ver­meiden müsse, daß auch noch eine anatolische Frage entstehe. Efham" hebt -hervor, baß Rußland ein großes Interesfe daran habe, Bulgarien an bem Vormarsche nach Konstantinovel zu Hinbern nnb her Schaffung eines zweiten Zarenreiches an btn Tarbanellen vorznbeugen. Die Lage habe eine, vrülwche An­näherung zwischen Rußlanb unb ber Türkei geiawnen, welche letztere auf jod-'N Fall bie Grenze Kirk Kilisse-Adrianopel^ebe agatfch zu erhalten wünsckze. Inrolgebesfen habe b t e Pforte es für vorteilhaft befunben, bie Vermittel ung beS russischen Botschafters v. GierS für b i c r i e5 benSverhanblungen, welche beginnen werben, nachzusuchen.

Der Unwille des Zaren.

Petersburg, 20. Nov. Eine vorn Kaiser ver anlaßte Verfügung bes Kriegsministers besagt: ...

Es ist zu meiner Kemttms gelangt, baß gc roi 11 c M tIt = t ä r § in ber Gesellschvst f a 1 f d> e W e r ü ch t e über Vorbereckungen zum Kriege unb über eine Mobilisiernüg verbreitet staben, erkläre, daß Maßregeln zur U n t e r b r ü ck n n g bcrartigev Geschwätze getroffen rocrbcii sollen, bis die Schuldigen es roiderrnfeti.

Norden besorgte, ist ganz glänzend 'M nennen. Ein Teil der Gesänge mußte' unter stürinischem Beifall z ? wiederholt werden Auch die einzelnen Leistungen roaun z. T. ganz hervorragend in erster Linie Frl. Jüng­ling als Autoliebchen ztnd Herr Grosser als Linbeu- schmidt, die beide ganz ausgezeichnet waren. Eine sehr fesche Ungarin war Frl. Rappo, feuria und keck. Herr Norde n spielte den Weinhändler Somosfy ganz vortrcss- lich und weckte beständig schallende Heiterkeit. Frl. Scholz als Aurelie und Frl. Dagny als Rely zeigten sich eben falls von ihrer besten Seite. Selfr fein war Herr Goll als Oberkellner, und obwvhl er nur wenig zu sprechen hat, wirkte er durch sein Spiel fast wie ein Mittelpunkt Von den übrigen Darstellern sind noch die Herren Brüd- jam (Driebl'er), Gerhardt (Rvnnekamp) und Bolck (Leutnant) sowie die Damen Gaffrey lBehüde, unb Thale (Clarisse) zu neusten Tie musikalische Leitung der flott und sicher instrumentierten Posse mit ihren vielen hübschen Melodien hatte Herr Franz Adam.

* Stadttbcater. Der Anffüstrnng vonKönig?' Acutnant" etni' "25. November als Festvorstellung geht bi? Leonor en Ouvertüre Nr. 3 voraus, au S geführt von ber KapeU' unseres ZnfanterlertgimeniS unter Scihntg bes ObermuiikmeiitM Söder. In bem historischen Lushpiel Gutzkows sind bre mcifta unserer ersteii Kräfte unter Leitung bes LberregisfeurS TroorkoroSki besciHäftigi: hie Titelrolle wirb, roic schon bekanntgegeben, t>jn Heirn Rudolph Hollbach vom Kasseler Hoftheater gegeben. - In der VorstellungBraut von Messina" am Sonntag wird Frl Brehm die Rolle ber Isabella spielen.

♦♦ Verein für Luftfahrt. Bei dem lebhaften Interesse, das sich in letzter Zeit am hiesigen Platze für alle mit der Luftfahrt verbundenen Fragen gezeigt hat, diirstc erkrankt war. ,°-rre rt: der arme Mensch kann nicht nmdmd^r heuke abend m der alten Aula stattsinbende Betrag d.u

was er will Und dabei hat er nur eine Frmi. Wie wäre das erst, Herrn Majorb. c. von Abercron über 5on iocnn er, wie ich, ihrer zwölfe hätte!" und Lnftschrffuhrung" auf einen sehr lebhaften

eg-jg-L. such zu rechnen haben. Der Deutsche Lustfahrer-Verhane

Ans KterHt EanH. stellt der Heeresverwaltung im .Kriegsfälle seine sämtlichen

(Micrtfl 21 'Jfooembec 1912 Ballons intb Führer zur Verfügung. Eine Reibe hiesig«

.. s t -iS -tot

von Ranke. Anfang S'/, Uhr zu erwerben. Für diese wird der Vortrag besondere Ar

V er e iii f urFra u en st i m m re cht und A ll q. D e n tscher regungen bieten. Aber auch für alle anderen, die nur im Frauenverein: Vortrag von Frau Tr. A l t m a n n - ® o 11-1 allgemeinen der Luftfahrt Interesse entgeg-.'nbring. n, mir? deiner- Mannheim: Tie L'ebcnSmittelteuerung und die Frauen, der Vortragende aus der Fülle des Selbsterlebten unb Abends 8'/, Uhr tu Stein« harten. Selbstaeschauten eine Menge interessantester Einzelheiten

Luftflotteii-Verein: Vortrag von Dr. h. c. v. Aber- Tarstottungen bieten Es (yanbelt sich nicht um einer !'"d Uifischiffubrung. Abends 6 . Uhr uu grofeen R.ncf)t)ortra4jz sondern um ein Tlfema, dessen Behandlurit 'st'ei,n(^ Sereinl<iung: Sertraq non Tr. I. °->m fportlidKn müitänf^n tmb

Schiller- Fraiiküirk: Die geheimen Krähe des Katholizismus, punkt aus gewiß dazu beitragen wird, der Luftfal)rl n Abends 8'/, Uhr im Hotel Etnyorn. Freunde und Freundinsten zu (gewinnen. Ganz beionber.-

| wird nochmals aus die vorzüglichen Lichtbilder frmgcroiqat.

die den Vortrag in wirksamster Weise uriterstützen werben

DaS vorübergehende Sinken des Fahr-

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