Ausgabe 
20.5.1912 Erstes Blatt
 
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Montag, 20. mai (912

Erster Blatt

162. Jahrgang

Kr. M

Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten.

Adreßcntwurf. Der Adreß

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SN

einer Meldung aus Smnrna aus der Gegend von Chios.

Sie Haltung der

Konstantinopel, 18.

Die (Einigung über eine vesitzftener.

Während die Annahme der Wchrv o r lagen im

man durch Beunruhigung verschiedener Punkte Mleinaiiciu\ auch die inneren Verbindungen der lürlei zu erschweren Tie < uti.i Feil Italiens im Äegäischen Meere wird sich weiterhin in der Bc-

22 821 61 971 91188 216 48 811 [6001 92144 392 474 TOT 79 90 278 884 (8000] 483 628 648 85! 244 471 600 722 9 5389 90 « 2 81 91 98116 210 366 1000 J r 19 808 69 911 97108 [8000] ff 734 811 64 9 8010 100 9 60 61

n Wirkung mit Recht lütung von Verstopfung len. Von zahlreichen uchtkonfitliren M. I. imdrllcklloh LAXIN.

Die ietzirn Vorgänge im Reichstag.

DieNorddeutsche Ä l l g e m e i n e Zeitung^ schreibt:

In der gestrigen Sitzung des Reichstages hat sich ciw Vorgang abgespielt, der aus dem gewöhnlichen pari amen-, tarijchen Rahmen heraussällt, und der, wie mehrere .Zei­tungsberichte ergeben, nicht überall richtig bargcfielü wird.- Wir stellen daher den tatsächlichen Verlaus feit: 2er Ab-» geordnete Scheidemann als erster Redner zum Ctak des Reichskanzlers tarn in seinen Ausführungen, die von Anfang an von ungehörigen Wendungen ftroi . i,..>^nehrq fach vom Präsidenten gerügt wurden, auch aus die Straße burger Aeußerungen des Kaisers zu sprechen und gcü brauchte im Zusammenhang damit Schmähungen gegen: Preußen, die selbst aus dem Munde eines SoIuc5w.no* traten im Reichstage bisher unerhört waren. D a an statt des von einem großen Teile des H a u -< seserwartetenOrdnungsrufesnureine .':l a fy nung zur Mäßigung feilens des Präsidenten erfolgte, sah sich der Reichskanzler mit den Vertretern des Bundesrars veranlaß:, der, Saal zu verlassen

Nachdem Herr Scheibemann seine Rede beendet hattet erteilte ihm der Präsident für die Beschimpfungen! nicht einen Ordnungsruf, sondern beschränkte sich! auf die hypothetische Form der Zurechtwei­sung. Nach einer genauen Durchsicht des Stenogramms überzeugte sich der Präsident, das; diese Stelle o. r Sch.ioe-. mannschen Rede Ausdrücke enthielt, die Preu|,>. i aus daÄ schwerste beleidigten und er sprach nachti .. g l i c-. einen? O rdnungsruf aus. Danach kehrten die Mi. ( det des Bundesrats und der Reichskanzler zurüä Tas Verlassen» des Saales war allgemein als die schärf it . 7 o . it; d c s' Protestes gegen die unaualifi il. r r auf*

gefaßt Korden, Die bürgerlichen Parteien gaben tyre#

Deutsches Ueich.

In der Sitzung der Sächsischen Zweiten K a m in er am Samstag kam Fiuanziuiuisler v. .Seydowip bei der Beratung des Cisenbaunvoranjchlages am dir Zeuge der Reichs eisen bah ngömei ns ch aft zu sprechen. Er erklärte, diese sei gegenwärtig ohne jede pratii|che Be­deutung, weil die preugifche Regierung erst voi iurzem unzweideutig ausgesprochen habe, das; die preußische Fi* * nanzverwaltung ganz außer Stande sein würde, dem An­träge auf Uebergang der preußischen Ltaatseisenbahnen auf das Reich näher zu treten. Es bestehe also eine voll tont mene Uebereinftimmung zwischen der Auf­fassung der preußischen und d e i sächsischen 31 c - gierung. Bei Ablehnung der Reichseijenbahngemein- chaft durch Preußen fönnc an die Au.führung die,es Ge­dankens durch Sachsen nicht ernstlich gedacht werden.

Bei dem Hamburgischen Komitee gingen bis 18. Mai für die Nationalflugspende l.,->0-> Mk. ein. In der letzten Woche wurden rund 34000 Ml. ge­sammelt. _______________________________

heute die Besprechung über den _

enuvurs betont bezüglich des Krieges, daß die Ottomanen, die wünschen ein wichtiger Faktor des Wetlsriedens zu sein, Die Forl- etzung und Ausdehnung des Krieges bedauern. Aber die otto- manische Nation, der vor allem ihre Rechte und ihre Souveränität heilig seien, verharre in der hartnäckigen Vertei­digung der nationalen Ehre des Vaterlandes Der zweite. Präsident des MriminalflcrubtS, ein Unteisuchimgsri htcr und einige Gerichtsbeamten aus Echos, die ihre Aemter aus Furcht vor einem italienischen Angriff verließen, wurden abgelebt

etzung anderer Inseln zeigen.

Tie Zahl der in die Oteangenfdwft des Generals A nt c g l i 9 geratenen Türken beträgt 2300, darunter 36 Offiziere Sie zogen zwischen zwei in Reihen ausgestellten Bataillon u, die die v>c ivehre präsentierten, Hindura». Sie wurden nach Rhodos geführt, von wo sie sofort nad) Italien gebracht werden. u Miicg»bcntc beträgt 4000 Gewehre, zwei EebirgSbatterien, ztvei Maschinen gernebrbattenen und große Mengen Munit.o»

TerBerliner Lokalanz." meldet aus Konstantinopel: Ein italienisches Geschwader kreuzt vor E I» > o '.Uad) hört man heftiges Geschützseuer

türkischen Kammer.

Mai. Die M a m m e r begann

les.

ein bayrisches«., flemetbet. x

M Augsburgs

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chloß, den Großindustrie!. Geburtstag zum Ehren- süstete der Unterstühungz. und der Unterstützung-«

)!k. Die Gesamtsumme bc ngen reicht an eine W

seebootEeo" ist du: oct. Das schiff, das vor nommen war, hatte eine

14 Mann sind gelandet, i. Das Schiff ist von der Instand anscheinend Hofs-

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Der Kaifer in Homburg.

Homburg v. d. $?., 18. Mai. Tcr datier hörte Stute vormittag den Vortrag des zkriegsminrstcr General o. Heeringen und empfing später den lar|erltcyen Ge­sandten v. Reichenau. . . .

Tas Kaiserpaar, Prinzessin Bittoria Luise und Prrnz Cslar unternahmen mit Gefolge am Sonntag vormittag einten Svaziergang nach dem Kurpark, wo sie am Gstisabethenbrunnen von dem Kurdirettor Grasen ^eppcltn ^iwpsangen wurden. Sie ließen sich die Ncuanlagen er- llftren. Der Kaiser besichtigte dann die seinerzeit aus seine

Der italienisch-türkische Krieg.

Italienischer Lieg in Rhodos.

Rhodos ist nun endgültig im Besitz der Italiener, nach­dem Die türkische Besatzung geschlagen und zum größten Teil nt Gcsangcnschail abgesührt worden ist. Eine Meldung aus Kon­stantinopel gibt dies selbst zu:

K o n st a n t i n o v e l, 19. Mai. Nach einer im Kriegsministc- rium eingegangcnen Depesche haben die Türken auf Rho­dos nach einem heftigen, angeblich 48-stündigen Kamps über 2 00 Tote verloren, der Rest der Türken, 1200 Mann, wurde gefangen genommen.

Rhodos, 18. Mai. <Agenzia Stefani) Die italienischen Truppen, die gestern hier eingerroffen sind, ließen in Pshtkes eine Abteilung zurück, die den Verwundeten Helsen und die von den Türken in den benachbarten Dörfern versteck - t e n Waffen und Munition s am mein, sowie die Sol­daten tn ihre Gewalt bringen soll, die sich bisher nicht zur Heber gäbe ctngefunben haben. .

Gestern abend sind auf dem DampferSannio" bie, ersten 750 Gefangenen mit 29 Lssizieren eingeschisst worden, außerdem der Kommandant der aus der Insel befindlichen Truppen, der Kommandant der Gendarmerie, eine Abteilung Artillerie, eine Abteilung Maschinengewehre und 200 Kisten Mum- lion. Tie italienischen Truppen wurden von der meist mohamme­danischen Bevölkerung gut ausgenommen.

Weitere italienische Unternehmungen im aeg'äischen Meere.

DerMessagero" sagt: Gewöhnlich befindet sich in M a r m a - ritza eine kleine türkische Besatzung, die leytbtn beträchtlich ver­stärkt wurde. Die Türken versuchten zweifellos Der mittel» kleiner Boote aur einer der Sporadeninseln eine Landung auszuführen. Tas SchlachtschtüRegina Margherita" bombardierte die Kaserne von ')Ji a r m a r i 6 a in der Absicht, den Konzentra­tionspunkt der feindlichen Streitfrmte zu zerstören. Man darf nicht glauben, daß Italien an eine Landung an der Küste Asiens denkt: man will im Gegenteil jeden .Verbindungsweg zwischen ben Unfein unh hem ^ejüanb unterbrechen. Außerdem versucht

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2lu*laii0.

Die schwedische Erste Kammer verwarf nach langer Aussprache mit 86 gegen 58 Stimmen den Gesetz­entwurf der Regierung über die Einführung des-i Frauenwahlrechts zum Parlament Tie Ziveite Kammer nahm dagegen den Gesetzentwurf mit 140 gegen 66 Stimmen an. Ter Gesetzentwurf ist damit für Die»map verworfen.

Heer und Flotte.

Neue Krirgsichisse.

B a r r o w, 18. Mai. Ter japanische Kreuzer5T o n g o" ist heule vormittag in Gegenwart des tapanischen Botschafters! von der Werst von Vickers, Maxim u. Son vom Stapel ge­laufen. Ter Kreuzer hat eine Wasserverdrängung von 27 500 Tonnen, die Länge ist 704 Fuß, die Schnelligkeit beträgt 28 Knoten. Er ist das schwerste je vom Stapel gelassene Kriegsschiffs da sich alle Maschinen außer den Turbinen bereits an Bord befinden.

Newport-News iVirginia), 18. Mai. Tir Unlerdread- noughtTexas" ist heute vom Stapel gelaufen. Es dürfte^ das größte u n d ft ä r k st c K r i e g s s ch i f f d e r Welt fein. Seine Wasserverdrängung beträgt mit der gesamten Ausrüstung 28 367 Tonnen, die Länge 573 Fuß und die Schnelligkeit 21 Linolen.

Neichslag mit einer Schnclliakcit und Einmütigkeit vor sich gegangen ist, die eines nachhaltigen demonstrativen Ein­orucks auf das Ausland nicht entbehren kann, hat, wie das ja freilich von vornherein zu erwarten war, die leckungsfragc nicht nur wesentlich größere Schwie­rigkeiten verursacht, sondern es steht schon jetzt fest, daß ihre endyültige Lösung der Zukunft Vorbehalten sein wird, k Immerhin ist cs auch hier gelungen, nach Parten Kämpfen | /ine Einigung zustande zu bringen, und cs ist mit Sicher- 1 i,eit darauf zu rechnen, daß das Plenum des Reichstags, | ivelches schon am Montag in die Beratung der Wehrvor- F lagen eintritt, sich auf den Boden der gestern vorn Bud F getausfchuß mit großer Mehrheit gefaßten Beschlüsse stellen r wird.

Bemerkenswerter Weise haben sich zum Schluß alle [ Parteien auf den Standpuntt gestellt, daß der ur- jprüngliche Plmt der Regierung, wonach die Kosten der Lehrvorlagen lediglich durch die Etatsersparnissc mit Hilfe 1 der Aufhebung der Branntweinliebcsgabe gedeckt werden sollen, nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Dazu hat frei­lich auch die von der Ausschußmchrheit beschlosseneRe­form" der Branntwcinstcucrvorlage ein gut Teil beige- tragen, denn die ursprünglich aus etwa 36 Millionen Mk. geschätzten Einnahmen aus dieser Maßnahme sind durch . die Abänderung und Abschtvächung der Vorlage allmäh-

* lieh so zusammengeschrumpft, daß nunmehr kaum noch auf r die Hälfte jenes Ertrages zu rechnen ist, ganz abgesehen | davon, daß die durch die Vorlage unberührt gebliebene W Monopolstellung der Spirituszenirale dafür sorgen wird, I daß dieser bescheidene Gewinn für das Reich von den i Konsumenten getragen wird.

I TaS Defizit, welches sich so für die Deckung der Wehr- I vorlagen ergibt, soll nun nnd) dem Einigungsvorschlag | der Nationalliberalen und des Zentrums provisorisch durch

die Hinausschiebung der Zuckerfteucrermäßigung und end­gültig durcheine allgemeine, den verschiedenen Besitz­formen gerecht werdende Besitzstcuer" gedeckt werden. Was die Zuckerstcucr betrifft, so ist diese im Jahre 1903 nach dem Inkrafttreten bei Brüsseler Zuckerlonvention von 20 auf 14 Mk. ermäßigt worden, und 1908 wurde beschlossen, sie vom folgenden Jahre ab um weitere 4 Mk. hcrabzu- setzen. Tiefe Maßnahme imirbe bei der großen Reichs sinanzreform auf ben 1. April 1914 hinausgeschoben, wäh renb sie nach bent jetzigen Vorschlagspätestens nm 1. Ok­tober 1916" inkrasttrcten soll. Turch biese Htnnusschte-

butifl der Steueren tg werden der Rcichskasse in br hdi etwa 40 Millionen Ml cingebracht, diese vorläufige Deckung der Wchrvorlagcn bedeutet aber eine abermalige Belastung der Konsumenten, da eine nicht eintretende Steuerermäßigung dasselbe ist wie eine neue Steuer.

An die Stelle dieser provisorischen Tcckung soll aber nach der Einigung die endgültige Teckung durch eine Be­sitz st euer treten, und zwar soll die Regierung gehalten sein, dem Reichstage einen entsprechenden 0K'setzcntwurs dis zum 30. April 1913 vorzulegen. Tcr von tonservativer Leite gemachte Versuch, das WortBesitzsteuer" durchBe Ijitzbestcuerung" zu ersetzen, scheiterte, und damit ist, wie and) im Ausschuß betont wurde, unzweideittig zum Aus­druck gebracht worden, daß nur eine allgemeine Besitzsteuer, d. h. eben nur die Vermögens- ober die Evb- schaf tssteuer, in Frage kommen kann. Welche von diesen beiden Steuerformen aber bic größeren Aussichten Hal, darüber kann kaum ein Zweifel bestehen, selbst dann, wenn etwa der Antrag der fortschrittlichen Volkspartei bc- messend Einbringung der Erbschaftssteuer im Plenum nicht zur Annahme gelangen sollte. Was bic Bcrmögen-'slcuer octrint, so ist cs nicht wahrscheinlich, baß her Bundesrat seine durch die Rücksicht auf die Einzelstaaten bedingten Bedenken jetzt zurückstellen wird, und der Reichsschatzfctte- lir Kühn hat ja auch, während er erklärte, baß bic Reichs- leitung dem EinigungSanlrag nid)t ablehnend gegenüber* stehe, zugleich den Vorbehalt geinackst, daß bic L>ohcits* rechte der Einzelstaaten hmsicluiich ihrer Vermögensbeftcue- rung nicht angetnftet werben bürsten, Bezug cmf bic krbanfallstcuer scheint ja das Zentrum, welches diefc steuer (noch vor drei Monaten als eineBrüskierung zuruck- wics, setzt zu einer Revision seiner Anschauungen geneigt »u sein, und damit wäre, selbst wenn bic Konservativen auf ihrem ablehnenden Standpuntt verharren, auch ohne Hc Sozialdemokratie, aus die bei ihrer sehr vcrklauiulrcrten kmbfchaftssteucrbegeisterung im Ernstfall kaum zum rechnen ft, eine starke Mehrheit im Reichstage für bic .lachlaf;- Xuer gesichert. Was aber die Verbündeten Regierungen ctrifft, jo Iwben sic zwar, um bic Konservativen unb das Bentrum nicht vor den tfvpi zu stoßen, vffcubar uimt leichten ' Herzens aus biese Tcckungsmöglichkeit verzichtet, aber sie Derben diese schwerlich hartherzig zurückwerfen, wenn )ie ihnen von der Mehrheit des Reichstags freunbnnllig au .'m Präsentierteller bargebrachr wirb.

Der Olehener Anzeiger M 'W<' MW Bezugspreis:

erscheint täglich, außer jHw monatlich U.,DtcrteI-

71 tt tot AM* «SK/Ivlivllvl vUljvMvl

gernsprech-Anschlüße: N Bf Verannvortlich '..r den

für bie Redaktion 112, politischen Teil: August

SS General-Anzeiger für Oderhefsen SsfeS

NoIatlonkdiA» und Verlag ötr vrühl sch-n UniD..Bud)= und Sttinöruderei R. fange. Redaktion. (Erpeöition und Pmlerci! SchuNttatze 7. und

Dormittagü 9 Uhr. Büdingen: Zenlsprecher Hr. 269 Geschäfttstelle Bahnhofstraße 16a. Auzeigenteü: H. Beck.

Veranlassung geschehenen Baumsällungen und äußerte u dem später hinzuackommenen Oberbnrgermcistcr Lüblc >en Gedanken, bic Audenwiese als Park anzulegen und mit Blumen und Nadelholz zu bepflanzen.

Cron berg i. T., 19. Mai. Tas Kaiserpaar und die Prinzessin Viktoria Luise waren heute nachmittag um 5 Uhr im Automobil von Homburg kommend hier cin- getrosscn, um das Prinzcnpaar Friedrich Karl von Hessen zu besuchen. Nach dem Tee fuhren die Herr- chasten nach Homburg zurück.

Ter Kager unb Fürstbischof Tr. Kopp

Breslau, 19 Mai Tcr Kaiser erkundigte fid), wic dieSchlesische Dollszcitui-.g' meldet, in einem ljer^ lichen Telegramm nach dem Befinden der Fürstbischofs Tr. Kopp. Auch üum Kronprinzen und einer Reihe anderer deutscher Fürstlichkeiten sind Tcicgranimc cinge- gangcn.

lieber das Befinden des Fürstbifchofs D. Kopp wurde heute vormittag lautSchlesischer Volkszeitung" folgen der Bericht ansgcgcben:Bei langsam fortschreitender Besserung des Lolalbcsundcs macht sich die Rückwirkung der längeren Krankhcitsdaucr aus das Allgemeinbefinden cUvas mehr bemerkbar, jedoch nicht in befonders bcun ruhigender Weife."

Tie Reife des Kaisers nach Hamburg.

Hamburg, 18. Mai. Ter Kaiser wird zum Sta­pel l a u f des DampfersImperator" am 23. Mai vor­mittags zwischen 8' ..8 t Uhr mit großem Gesolgc im Tammtorbahnhoj cinttcffcn und von den Bürgermeistern Burchard unb Schröber empfangen werben. Tic Bürgermcisicr werben den Kaiser naü) dem St. Pauli- Landungsbrücken geleiten, von wo aus die Fahrt nach der Vuitanwcrjt um neun Uhr angetreten wird. Bürger­meister Burchard wirb bie Taufrebe ljalten, der K'aifer die Taufe des Schiffes vollziehen. Nach dem Stapellans, gegen 10 Uhr, begibt sich der Kaiser von den St. Pauli-Landungsbrücken zur preußischen Gesandtschaft. Um 12 .Uhr wirb ber Kaiser im Hause bes Bürgermeisters Burcharb bas Frühstück cinnehmen. Soweit bekannt, ge­beult ber Kaiser etwa um 2'.» Uhr nachmittags vom Damm torbahnhof weiterzureisen. An bcm Stapellaus unb dein Frühstück bei Bürgermeister Burcharb wirb auch Herzog Albrecht vou Württemberg teilnehmcn.

Der Streit um die französische Botschaft in Petersburg.

TasEcho bc Paris", welches seine Melbung über bie von ber russischen Regierung geforderte Abbe.rufung des Botschafters Louis in vollem Umfange aufrecht er­hält, berichtet, Iswolski unb Poincars hätten neuerdings eine Unterredung über diese Veröffentlichung gehabt und seien schließlich übereingekommen, daß Louis unter den gegenwärtigen Umständen seinen Posten nicht verlassen könne.

lieber bic Ursache ber gegen Louis angezcttelten In- trigucn schreibt bas Blatt: In Petersburg besteht eine ein- slutzrciche Partei, bic Rußlanb in eine abenteuerliche Orient­politik stürzen wolle und zu einem Anschluß an die ita­lienische Aktion gegen bic Türkei dränge. Diese Politik l"ci durchaus nicht nach bcm Geschmack der französischen und der englischen Regierung, die eine strenge Neutrali­tät beobachten wollten. Botfchastcr Louis habe eine In­tervention Rußlands im Orient, die er gegenwärtig für sehr gefährlich halte, mit der größten Entschiedenheit be- kämpst und ^ch dabei die Feindschaft der Anhänger dieser Politik zugezogcn.

TemTemps" zufolge rst es möglich, daß die ge- plantenbiplornatischenVeränderungennicht aus bic Petersburger Botschaft beschränkt bleiben, sonbcrn sich auch noch auf zwei andere Botschaf­ter von bcrsclbeii Bedeutung erftreden werden.