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20.4.1912 Fünftes Blatt
 
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April

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1912 ||

Höchste Temperatur am

Niedrigste , ,

= > 17,5 ' C. - 4- 63 °C.

scharf durchgeführt.

Tie Offiziere zogen ihre Revolver, aber in den meisten Fällen war es unnötig, sie zu gebrauchen. Revolvev- schüsse kurz vor dem Untergang rieett die GerÜht: hervor, der Kapitän und die Offiziere hätten Selbstmord verübt. Unmittel­bar vor dem Untergang sprang der Kapitän von der Brücke hinab. Nach der Wegwaschung des Tecks sah man viele mit Rettungk». gürteln hinuntersinken. Leichen trieben umher, als die letzten Boote absticßen. Tas Streichorchester spielte beim Untergang im Salon:Näher mein Gott zu Di r". Frau Isidor Straub weigerte sich, ihren Gatten zu verlassen. Niemand bestreitet den Heroismus der Mannschaft, welcher Oberft Astor und andere Passagiere der ersten Kajüte an Heldenmut gleichkamen. Tas Schottensyftem ver­hinderte nicht, verzögerte jedoch das Sinken. Tas Leck am Steuerbord lieb das Eiswasser ein, wodurch eine Explo­sion der Kessel herbeigeführt wurde. Die Explo-

Kleine Cogerchronik.

Wie dieKölnische Zeitung" aus O h l i y S meldet, überfielen dort zwei holländische Arbeiter einen Schleifer, raubten ihm seine Bärschaft von 20 Ml. und brachten ihm schwere Kopfwunden bei, an denen er im Krankenhaus gestorben ist. Die Täter wurden der« hastet. «

den Frauen und Kindern in der Dunkelheit verschwunden waren wurden die Männer ausgeforbert. die Boote zu besteigen. Dies wurde in aller Ruhe ausgeführt. Als Beaslcy inS Boot stieg war es 1 Uhr morgens. Die Nacht war herrlich und sternenklar ohne Mondschein Das Meer war ruhig wie ein Teich, aber es war bitterkalt. Gegen 2 Uhr bemerkte ich, ba& die ,,Titanic" sich langsam nach vorn neigte, mit dem Heck doch in die Lust. Die Lichter Mieten noch einmal auf und erloschen bann gleichzeitig Man hörte das Stöhnen der Maschinen. Das Schiff blieb etwa 5 Minuten aufrecht stehen, mit dem Rumpf 151 Fuß in die Luft ragend und ftfb als ickm'arze Masse gegen den Horizont abzeichnend. Dann neigte es sich zur Seile und ivr schmand unter dem Wasser. Gleichzeitig hörte man den grausen Schrci von hunderten von Mitmenschen, bic in dem eisigen Wasser um ihr Leben kämpften und um Hilfe schrien, die, wie sie selbst wußten, ihnen niemand mehr bringen konnte.

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Heilbewahrt bei Katarrhen, Husten Heiserkeit Verschleimung Nagen- säure.Jnfluenza u.Folgezustände. überall erhältlich In Apotheken, Drogen- und Mineralwasser Handlungen.

Die nach- A prjip am Sonntag, 21. April »lebenden ßvl ZilG > on 1 Ihn iihu^k-> s \l ur nur tue dringende Filii* ®-ch r »nzntreften: Dr. Ploch, Asterweg 34.

SanitÄUral i>r. Zinner, Goetbestrasse 10.

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4 Magdeburg, 19. April. Gelegentlich eines Streiks in den Hildebrandschen Mühlenwerien in Buckau kam es zu schweren Ausschreitungen, wobei Arbeitswillige schwer verletzt und an der Arbeit verhindert wurden. Der Gewerkschaftsbeamte M c n z hatte in der Näye der Mühle ein Streikbureau eingerichtet und seine Leute angehalten, ihm alle Arbeitswilligen vorzuführen, da­mit er ihnen zureden könne, sich dem Verbände unb bamit den Streikenden anzuschlieben. Die Beweisaufnahme ergab bic volle Schuld der Süigeflagten. Das Urteil lautete gegen Menz aus zwei Monate Gefängnis, die durch die Untermchungs- hast für verbüßt erklärt wurden: gegen die übrigen Angeklagten wurden Gefängnisstrafen von drei Tagen bis acht Monaten aus« gesprochen.

den Schulen zurückkehren. Noch können die MngeuSeelen baf Qnatücf nicht begreifen, aber in den kleinen Gelichtern malt sich ^/Abglanz von ber Verzweiflung der Großen, ne stampfentraurig und fteudlos nackchause, ahnen dumpf, daß rrgendwo^ ^gend me etwas Entsetzliches geschehen ist und vermögen es nicht zu fasten

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Tas Kabinett , M in Ungam h JJi, bic der bwh Aeroary, Herr iMinen hat, wo!

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Kd) sein Hin- u ^ät-'partci unb M hatte. Es cichte darin, datz )on xroalien die!

in einem Aug «^c in Kroatien zi

Ist Luiacs bei »dahrenen Staat )it fZusthpartei, bi jiming in ber < k risatzreferve ii xdage angetiinb heranzuzieh! . ni Ausgabe, b « schon in . rjdl bet Koalii "«iftrte an dem m km bet Tisz von bet it :.*n, um wenigst! crören. Tie ei <3i für früher o! d bcn Ungarn I Liijenberg zu des Landes ber Kron n bet gtage bei nm zum Mus briet btm k tibinanb \V Zur Temiffion !>chlägt man, ber

Met ber n - ine zweite Bes resorm. Angeki s ^nvilegienpariai t uigsrens annüher 1 Zahlte Voltsve : Mit auf öiest 5 i «ürchie durch etr i bic Reichsir ; Rament zu er ^^usihpari E)iresotm i Ipring dieser Rc I ' Ipricht die W I wird, diese j die Wehrvo

-.7 von der JJWe in bei

wartete Direktor Stachelin:

Simonins (ber ebenfalls gerettete Direktor des Schwerzer Bankvereins) und ich haben nichts ge) eh en, nur Tain: fc mir jetzt auf, baß es aus einmal so auberordentlich kalt gemorden war. Indessen hörie ich, als ich auf Deck gegangen war, bab einige Herren, bie noch im Pariser Salon grien en hatten, Den weißlich glänzenden turmhohen B e r g plötzlich im 45iaD bed Schiffes gesehen hätten. Da inbefsen bas Schiss schnell fuhr, war fein Entrinnen möglich gewesen." m

Staebelins Darstellung zufolge war lonwhl in ben Booten, wie auf derCarpathia" noch reichlich Platz.

Neuyork, 19. April. Ein Passagier der "Carpathia" be­hauptet, daß sich K a p i t ä n S m rt h ^berKommanbobruckeer - scho ssen habe. Nach einem anderen Gerücht b-.gtng der e r U Offizier^Selbstmord. Gerettete Leute von der Mann chaft Meises jedoch biefe Gerüchte zurück. Der Fcwrtan wurde unmitteb bar bevor das Schiss sank, noch aus der Kommandobrücke gesehen

London, 19 April.Daily Ehromcle mel^t aus Dalnax vom 18. April: Ter TampserParnana Don bet ailardinu: ist heute hier gelandet. DiePan)iana hatte bie.

lose Meldung von derTitanrc" am Sonntag um 10.30Uhr er halten, bevor ber Zusammemtoß enolgte. e t n 81 81 cr graphenbeamtederParisiana^ der 18 S t unbenti en ft getan hatte, begab sich danach zur Ruhe. Tie "^-anchaua wa 100 Meilen von ber Unglücksstelle enhemt unb hatte vor ber Carpathia" eintressen können, wenn bic Hilfesignale Der , Titanic" übernommen worden waren.

' London, 18. April. Tie White Star Linie hat aus Danzig ein Telegramm des deutschen KronprinzeMmars erhalten.

Neuyork, 19. April. Die fRe 11 u n g b e r U c b e r 1 eb c n- ben von derTitanic" ist dem Umstande zu verdanken, daß der Marcenitelegraphist an Bord der ,,Garpat6ria cm Sonntag cärenb nicht zur gewöhnlichen Zeit schlafe ging und daher das erste Signal derTitanic auJm9; g.

In einem Bericht der Frist. Ztg. erzählt der Neuyorkct Ver^ tretet des Blattes von einer Unterredung, die er mit JJiax Staehelin, dem geretteten Direktor der Schweizer Treuhand- Gesellschaft gehabt hatte, in der im Msentlichen die Aussagen anderer Passagiere bestätigt werden. Aus die ..War denn kein Anzeichen von nahender Gefahr zu entdecken gewesen i ant-

Merkwürdig ist übrigens, daß die seemännische Bevölkerung die Titanic mit einem unetüätlichen abergläubi'chen Mivtrauen betrackstet. Der Streik hatte schwere Not übet die Leute gebtaÄ und so mußten sie das Handgeld annehmen. Aberviele- von ihnen haben vorgezogen, weiter zu hungern. Sw wollten mcA an Bord dieses Sch.fses, tragt man warum, jo eAalt man nl^ Ant .omt nur ein Ackßrizucken. Seemannsaberglaube Emer ber »eij<r ging zweimal an Botb bes Unglucksschif। es und kehrte unrnct_w^«r heim: er wollte nickst mit, er hatte Angst vor dem Scaffe Aber Frau und Kinder hungerten, unb so ging er schlietzlich^un orittenmal hin unb blieb. Er kehrt nie wieder heim unb tyrau unb Kinder werben nun doppelt hungern ...

3300 Meter unter dem Mcrcsp egel.

Im amerikanischen Senate ist bereits rin Antrag ringebracht. der eine strenge Untersuchung des gesunkenen Rumpfes betTi­tanic" verlangt: in diesem Zusammenhänge werden genauere Angaben über bie Meerestiefe an ber Unsallstatte gemacht- Titanic versank ungefähr unter bem 31° Id' "erblicher Brette unb 50° 14' westlicher Länge. Hier ist bas Meer rund 3300 Meter rief unb in dieser Tiefe ruht nun das Unglücksschm, von )einer ersten Fahrt aus. In einer solchen Tiefe ist der W af 1 c rb r u ck so ge­waltig rund 21/2 Tonnen für jeben Quadrat zoll baß an Bergungsarbeiten unter gar keinen Umständen gedackst werben tann. Ein Mensch, der zu solchen Tiefen ins Meer hinabsteigen wollte, ivürbe ein Gewicht zu tragen haben, bas etwa 12 eisenbeladenen CÄlerzögen mit Lokomotiven entspräche. Unter diesem ^riesen- (►aften Truck ist ber Schiffsrumpf also wahrscheinlich wie seiden- papier zusammengedrückt worden, bie wasserdichten schotten smd gesprengt und die meisten EinrickstungSgegenstande z e r br u a t. Die Titanic wirb in bcn Tiefen bes Ozeans, in ber adsolu.en Stille und der ewigen Nackst bes Meeresgrundes bleiben. Schon hi Tiefen von 60 Meter arbeiten Tauckser nur mit großer Mut? unb unter fdjroicrigen Bebingungen. In der 4,iefe aber, m bet bv Titanic nun ihr Grab gefunden hat, ist tehes Tauchen un- möglich unb unsere Technik verfügt auch über kerne mechanischev Mittel, die imstande wären, bei einem so gigantischen 4tza.sser drucke Bergungsarbeiten zu leisten. Nur die Natur allein, du dieses riesenhafte Werk menschlick?er Arbeitskraft in wenigen Se­kunden zur Vernichtung verurteilte, hätte die Macht, durch irgend eine seltsame und glles erschütternde Umwälzung der Mensch- bett wieder die Reste jenes Schiffes zu zeigen, das so stolz aus- zog, das Meer zu beherrschen unb das so tragisch schon bet bem ersten Versuche zugrunde gehen sollte.

(Wettere Nachrichten siehe 1. Blatt.)

ein genaues Bild gew-innen, ^lanae das Ergebnis d^c Untersuchungen nicht oorlregt Wir beschranken uns beS halb daraus, die Nachrichten zu veröffentlichen, die dazu angetan sind, einen klaren Ueberblick über die Katastrophe zu geben. , _

London 19 April. TieCarpathia" hat Sandy Hock um 7 11fr pa'ssiert. Tie Fahrtbeschleunigung derCarpat^a hat es der Untersuchungskommission des Senats unmöglich gema^, in ber Bucht an Borb des Schisses zu kommen.

bieü um 8.37 Uhr an ber Cuarantaneftation. An der Batterie der Stadt Neuyork cnoartete eine Menge von MOMenschen mi eindrucksvollem Sch-oetgen die Ankunft des Schuss Die ersten Ueberlebenden begannen das Schiss um 9.35 Uch: zu verlasse. Tas Toden des Schiffes erfuhr erne gewis e Verzögerung, da zu­nächst bie 13 Rettungsboote derTitanic abgenommen werden mußten. Mehrere Krankenschwestern vom Roten ^euz und em Dutzend Aerzte warteten aus dem Pier; zwei Ambulanzen vom St.^Vincenz-Hospital waren in Bereitschaft Tie Regierung hatt auf die übliche Untersuchung der Z w i sche nd eckpaf sagiere verzichtet, um ihre Landung -u erleichtern. Nur Denvandte der Ueberlebenden, Beamte der White Star Line Vertreter der Telegraphen-Agenturen wurden auf dem Pitt -u gelassen. Die Stadtverwaltung von Neuyork hat bie Unter fünft ber Zwischendeckpassagiere Sorge getragen. An der he­figen Fondsbörse wurden für die Zwischendeckpgsfagiete derT tanic" 20 OO0 Tollars gesammeIt, die durch eine. W* orbnung an den Anlageplatz derCarpathia gebracht wuroen.

Berichte der Eeretteten.

Neuyork, 19. April. Ein Passagier der '-Carpathia" erzählte, man habe von derCarpathia" aus 16 Rettungsboote gesichtet. Die Uebersührung der Geretteten auf die "Carpa hm bot einen mitleiderregenden Anblick. Ten Erwachsenen wurden Taue um ben Leib geschlungen, Kinder und Säuglinge wurden in Säcken an Teck gezogen. E' n i g e B 00 t e w ar en n i ch halb voll, andere überfüllt. Einige Insassen trugen Gesell- schaftstoilette, andere N a ch t g e w a n d e r und Tecken. So bald die Geretteten an Bord derCarpathia waren, eilten sie in den Salon, um ein warmes Frühstück einzunehmen, da sie 45 Stunden bei schneidendem W r n d e i n d e n B 0 0- ten zEgebracht hatten. Sie klagten nicht unb fmenm pom Erlebten wie betäubt. Nach bem Frühstück wurde em Gottesdienst

dock) noch nicht es verrät. m

Da stehen starr wie Bildsäulen alte Frauen aus dem Volte, Mütter, deren heißglühenden Augen man es ansieht, baß fein nächtlicher Schlaf sie mehr erquickte, hier schluchzt eine Alle mit gebeugtem Rücken plötzlich qualvoll auf; die .weinende Tochter stützt die Alte. Und daneben stehen weißbärtige Manner, alte Seebären, deren junge fröhlich Söhne an Bord des Unglücks- dampfers auszogen unb nun nie wieberiehren. Sie halten sich wacker, diese in so vielen Stürmen ergrauten Väter: bie Stummel­pfeife ist ihre Rettung, man spürt, wie bie Zähne mit Harte das ab - gekaute Mundstück umklammern und sieht, roie bie Lippen sich zusammenpressen. Hin unb wieder drängt sich stumm ein Neu­ankömmling durch diese trostlosen Gruppen,^ geht still bis zu dem Gebäude, um hier bie ausgehängten weißen Zettel angstvoll zu studieren: die bisher bekannten Namen der Geretteten. Und wenn die alte Mutter sich dann mühe unb enttäuscht zuruckwendri unb mit stumpfen meck>anifchen Schritten roieber davongeht, mur- mein die Lippen enttäuscht:Wieder nur Passagiere, immer nur Passagiere." Ein wenig weiter, an den Stratzeitecken stehen die Männer in Teerjacken. Sie sprechen von der Titanic, £0 rote| Seeleute miteinander spreckxn. Sie sprechen von dem Schifte,, aber keiner spricht von den Menschen. Erne dumpfe abergläubische Angst hält sie zurück. Mit den Frauen ist es anders: die denken nicht an das Schiff, sie sprechen auch wenig, aber wenn, ihre Lippen sich bewegen, sprechen sie von ben Menschen. Und icdes kurze Wort, icber hastige leise hervorgestoßene Satz kündet eine Tragödie. Verlorene Worte, bie in ber bunklen Beklommenheit Atter kaum ein Echo fmben.Sie hat brei kleme Kinder/

Er war Heizer, em braver präckstiger Mann." Ter arme alte Smith, seine vier Söhne waren an Bord." ,Zn der Mac NaughtenüZtreet ist das Mädel wahnsinnig geworden sie ist erst seit einem Monat verheiratet: er ließ sich als istewarb an-

Neuyork, 19. April. Der von dem Komitee der lieber» febenben an die Presse ausgegebcne Bericht betont bie ungtnü- genbe Zahl der Rettungsboote, den Mangel an ausgebildeten Seeleuten zur Bemannung der Boote und die ungenügende Zahl der Offiziere. Außerdem verlangt er von der amerifanifrfjen Regierung die Einberufung eines internationalen Kongresses, um die Schiffsgefellschaften zu zwingen, die Passagierschiffe mit ausreichenden Rettungs­mitteln auszurüsten. m . s rr

Neuyork, 19. April. Nach bem Bericht eines Passagiers berCarpathia" wurden an Bord berTitanic" schon am iruyen Abend zwei leichte Erschütterungen verspürt, die ;edoch zu unbedeuteiid waren, die geringste Sorge hervorzurufen. Trotz­dem wurden die Maschinen sofort gestoppt.

Neuyork, 19. April. In bem Bericht eines Passagiers derCarpathia", des Korrespondenten derEvening World", Charles Hurd, heißt es: Bei-dem Untergang berTitanic" sind etwa 1700 P crso nen umgekommen. Ter Eisberg wurde eine Viertelmeile entfernt entdeckt; der Zusammenprall er­folgte fast gleichzeitig. Tann hörte man das Knarren der Hebel, welchc die Maschinen stoppten und die Wasserdichten Türen ver­schlossen. Einen Augenblick später gab der Kapitän auf der Brücke bie Anweisung, Rettungsgürtel auszulegen und die Boote nieder- zulassen. Tie ersten Boote waren mit Männern ge­füllt, bie zuerst auf'Deck erschienen waren. Als der Ansturm von ben erschreckten Männern, Frauen und weinenden Kindern au bas Teck erfolgte, wurde bie Regel:

Fraum zuerst!

f io n zerriß bas Schiff.

Neuyork, 19. April. Der Passagier BeaSley von der Titanic" erzählt, er habe zur Zeit bes Zusammenstoßes cm leichtes Ersckßittem bes Schiffes wahrgenommen unb jet Darauf <m Deck gegangen, wo er noch anbere Passagiere fanb, bie mbeficn nicht beunruhigt waren. In einem Rauchzimmer sah er Kartenspicler sitzen. Sie sahen bann einen a roß en Eisberg Dorbeitreiben unb nahmen an, baß bas Schift biesen gestreift habe, ohne zu ahnen, baß der Eisberg mit seinem unter Waner befind- lickwn Eis ben Schiffsb 0 ben bur chschnitten habe. Das Kartenspiel würbe daher fortgesetzt unb Beasley zog sich nach seiner Kajüte zurück. Kurz herauf begaben sich viele an Deck, wo alle dort befinblichen Personen wissen wollten, warum bie Maschine gestoppt worden sei. Da es ihm zu kalt war, ging er in seine Kabine, um sich wärmer anzuziehen. Hier hörte er bad Kommando: Alle Passagiere an Deck mit R e t t u n g s - gürteln! Alle begaben sich an Bord, Rettungsyürtel über bcn Kleibern. Nirgends herrschte eine Panik: es war auch nichts zu bemerken, was auf ein Unglück hätte schließen lassen. Das Schiff lag ganz still. Bald wurden die Boote zum Herunter­lassen fertig gemacht. Die Mannschaft stand dabei unb_ man merkte, daß etwas ernstes vorgefallen war. Die Laute stürzten auf daS Deck: die Männer hielten sich zurück. Die Frauen gingen auf das untere Deck, von wo sie die Rettungs- boote bestiegen. Einige Frauen weigerten sich, ihre Männer zu verlassen. Mehrere Frauen wurden von ihren Männern weggerissen und m bie Boote gestoßen. Die ganze Zeit über zeigte sich keine Spur von Unord­nung ober Drängen n ach den Booten. Man hörte kein hysterisches Schluchzen bei ben Frauen. Als die Boote mit

Ueberatt in den Gassen unb Straßen ber Hafengegend sieht man verzweifelte Menseln stumm unb ziellos umberirren. Man braudtt nicht ihr Gesicht zu sehen, man erkennt sie fthon von weitem an ihrem Gange, an biejcm seltsam schweren, langsamen mecktanischen Schritten: bie Frauen schleick-en stumm nafc an ben Häuserwänden dahin, als füabteten sie gesehen zu werden, unalück- lickte, hilflose Kreaturen, bie sich in einen dunklen stillen Winkel verkrieckten wollen, um weinen zu können, nur Wernen. Im I Vorübergehen erhascht man vielleicht einen flüchtigen Anblick des Gesichts' fast immer sind die Augen starr unb leer gcrabcaudge- richtet Unb währenb bic Stunden verNreichcn, irren biese Men- fdicn immer wieder durch bie Gassen: Von bem Hause ber White Star Line trostlos unb enttäuscht in bie kleine Stube, in ber sie bic Rückkehr bes Vaters, bes Sohnes, bed Gatten erwarten unb bann reicher fort zur Reeberei. Vielleicht ist nun bie Nachricht gekommen. Wenn ein Angestellter sich zeigt, brängen sich die Frauen vor. Kein lautes Wort: sie flüstcnr nur, aber sie flüstern und fragen mit i einer Inbrunst, in der das ganze Weh einer gebrochenen Menschen­seele ztttert Dock) sie fragen umsonst: die Beamten können nur ben Kopf fdxitlcln, sie blättern nervös in den Zetteln, bie sie in ben S?änben halten, und sie vermeiden es, diesen flehenden Frauen ins Gesicht zu sehen.Nur Gewißheit, mir Gewißheit" jammert eine weißhaarige alte Frau, deren Augen hinter den Brillengläsern in Wasser schwimmeii,wenn man nur etwas erführe, nur irgend etwas Bestimmtes" Erst spät am Nachmittag stirbt langsam und unerbittlich die Hoffnung ab. Eine schwere dunkle Berzweis- lang legt sich über die Menge. Die Gruppen lösen sich unb roerben c-ünncr Noch bat bic Gemeiniamkrit bes unermeßlichen Leides die Fassung äußerlich aufrecht erhalten' aber jetzt, ba man allein nadi Hau'c roanbert, alliein durch bie von Adenbfckiatten »er* st erteil Straßen, letzt bridn das Schluchzen sich Bahn.

In bcn b'scheidenen Heimstätten ber Hafengegend ist kaum eine lyamilie, bie nicht einen Sohn ober ben Mann, Den Ernährer, verlor. Und daS Erschütterndste sind bie Kinder, wie ftc aus

Lnstschissahrt.

Paris, 19. April. Der F l i e g e r B u s s 0 n ist gestern von Pau mit Zwischenlandung in Poitiers und Tours nach St. Cyr geflogen und hat mit diesem 736 Km. langen Flug vorläufig den Preis für die längste an einem Tage zu-, rückgelegte Strecke gewonnen. J

Aus Southharnpton wird berichtet:Wieder nur Pastamere?

Wirklich nur Passagiere?" und die Augen dieser armen schlichten

Frauen füllen sich mit Tränen. Hier und dort zittert ein schwerer, _ Frankfurt a. M., 19. April. Vor der hiesigen Straf, dumpfer Seufzer . aus einer Frauenbrust, die tiefste Not und f)atte sich der Eisenbahnsekretär Orth unter der Anklage

bange Ahnung bedrückt. Die 900 Männer, bic als Matrosen, Peches des Amtsgeheimnisses zu verantworten Neben ihm Heizer, Stewards und Mechaniker mit ber Titanic audruyten. muGfe ftch ber Kaufmann Karl Ullrich, ber Inhaber ber Firma hier in Southharnpton finb sie daheim, hier ist die Stabt Der @ebr Ulrich in Friedberg wegen Beamtenbestechung verantworten. Trauer und der Verzweiflung. Unb diese Frauen, Kinder und alten <$ic Bahnhofserwriterungen in Friedberg unb Bad-Nauheim sollten Männer, bie sich ba in bichten, angstvoll schweigenden Scharen . dnem im Besitze der Gebe. Ullrich befindlichen Gelände er- vor den Verwaltungsgebäuden der White Star Line in der Canut- ächtet werden. Die Anklage behauptet nun, daß Ullrich an Orth Street drängen, finb Frauen und Mütter, Söhne unb JBatcr lener ^anaetreten sei unb biesen burch Geschenke gefügig gemacht habe. Armen, bie ausgelitten haben und in bcn Fluten des Ozeans Einzelheiten über bie projektierten Erweiterungsbauten mit- grablos treiben. Aber noch weiß man es nicht, noch winkt nod) 8utnten. Die Kenntnis dieser Einzelheiten sott sich dann Ullrich immer ein kleiner bleicher Hoffnungsstern, noch starren die jungen Nutze gemacht haben, um eine größere Veriaufssumme von Mütter, die ihr sorglos .lachendes kleines Kind auf dem Arme £er Eisenbahnverwaltung zu erreichen. In der Verhandlung konnte tragen, stumm unb mit weitaufgerlssenen Augen auf das Gebäude, einziger Zeuge bestimmte Angaben bafur machen, batz etwa- das vielleicht in dieser Stunde schon das Geheimnis birgt und unrechtes vorgekommen sei. Das Gericht sprach daher bic 2ln» hnrfi nach nickt es verrät. _ _ I geklagten, die sich eines sehr guten Leumunds erfreuen, von

Strafe unb Kosten frei.

Direktor Jsmah, ber s chwer getadelt wird weil er das Schiff verließ, erklärte dem Vertreter der Frkf. Ztg . Ich schlief, als die Kollision stattfand, die mir den Eindruck machte als ob der Dampfer über etwas dahinrutsche. Das Schiff wurde an der Seite getroffen, so daß die S e i t e n 10 ä. n b e a u 1 g e r i s- en wurden. Die Mannschaft hielt vorzügliche Ordnung. Ich war im letzten Boot, das das Schiff verließ. Der Ä a bj t a n stand bann auf der Brücke. Daß er, wie behauptet wird,, Selbst­mord begangen habe, weiß ich nicht. Auf die Frage, wie lange es nach der Kollision währte, bis das Schiss sank, antwortete Jsmay: ZweiStunben 25 Minuten. Ter Befrggec sagt VandekN UHO POOCt UH0 d0MMersrlfcfleN.

darauf, es wäre also ausreichend Zeit aewcsen, alle Passagiere in . cd iv e 1 z T,e anulid e Aiisknn'is'ielle der sckweizcrisclien den Rettungsbooten unterzubringen, falls. solche vorhanden ,g^ Bundesbahnen im Internationalen öffentlichen Verkehrsdnrean, wesen wären. Jsmay erhärte: Ich möchte diese Frage tetzt I Berlin W. 8, Unter ben Linden 14, veransaabt fiir die beoor- nicht erörtern. Aus die Frage, ob der Kapitän ihn ersucht habe I f^eiibe Saison roiebernm gratis eine kleine T 0 u r i st e n k a r t r das Boot zu besteigen, antwortete Jsmay:Nein . , R e l i e f 1 0r m 1:65000 > mit wissenswerte,, allgemeinen Am

Southampton in Trauer. | gaben über Reiseroute.., ^hrkarten, Zollreopio.i, Pa.'e te.

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