Ausgabe 
21.2.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Knorr- Hafermehl und Reismehl

MM

M

MM

Bi

,1\\

Zweites Blatt

162. Jahrgang

G^chetnl flglid) mit Ausnahme des Sonntags.

Auch der oufccrorbcntlid>c

0 Marburg, 20. Febr.

^

en 141

lütiiiii'

FranMltt-2

Die Gießener LamiliendlStter- werden dem ryeifltr* Dievmal wöchentlich betq»leqt. daß XrtisMah für de> Kreit «lefctn- ,we>mai ®id)entlief). Die ,^and«lrt|chastlichen Seit» fraßen" erscheinen monatlich jroeimaL

ekftriidjcr te |3ttb. Fr. Olt« reinig:

Wäsch her Arl unter Zn« | -ötzler Sdjonm I 3i)CAinlität 'vcint rfilche, 3-ninilten-M I

empfiehlt I !.G.Kleinb cl, 66. Pabnbin-

Mittwoch. 21. Scbruar 1912

AotanonSdruck und üevtafl bet Ar üblichen Untxrfuäti - Buch- und 6wnbru<fertL

91 Sange, Sieben.

w

Erziehung der Rinber

ES sind wenige Eltern, die einzelne oder mebrere Erschein­ungen der Blutarmut und mangeldasten Ernäbrnng im Vnitfc der Erziehung ihrer Binder nickt wahrgenommeu haben. Blasse, Kops und Riickem'ckmcrzcn, rafchcS Ermüden, flimmern vor den Au ficn, Hcrzklovscn, Magcnbcickwerdcn, vollkommenc Avvctitlo igkcit, allgemeine Körvcrfchwäckc, NacklaK der (ticiftcdfriidic, sind alltägliche Erscheinungen der Kinderstube, besonders in der Ent- tviklungovcriode. Die englische und skrovhulitischc Krankheit, so auch die ererbte Neigung zur Tuberkulose wird stets von grober Blut­armut begleitet.

Die ärztliche Behandlung beiden erwäbnienKinderkrankheiten richtet sich in erster Reibe aus die Behebung der Blutarmut und auf die Bcrbcsserung der Blutbeschafsenbeit.

Es ist tatsächlich von vielen Autoritäten bewiesen, das; durch den Gebrauch von Lecifcrrin in verbältniSmäbig kurzer Zeit das Allgemeinbcsinden gehoben wird, das Aussehen und der Avvetit sich zusehends beben, der Ernährungszustand, die Kräfte, und die Wider- uandssäbigkeit gröber werden. Die Kinder erholen sich rasch.

Lcciscrrin >vird sehr gerne von allen Kindern genommcw da von angenehmem Geschmack. 'Breiö Mk. 3., zu haben tu Avothekcn, ganz sicher von: Unioerntäts-Avolhekc und Hirsch'Avothcke (sieben.

Die ältesten und yften ReitistacsabcicorbnetciL

Tcm bi'Ianntcn und bcwäl rten HanbbüchleinKurs ch- ners beutsche r ReichStag 1912/17", das wieder recht- eilig int Beriag von Herrn. Hillger-Berlin erschienen ist, entnehmen wir folgende interessante Angaben:

Tie io ältesten und 10 jüngsten Abgeordneten sind: Träger, F: Alterspräsident, geb. 1830, Tr. Lender, Fürst Radziwill, v Czarlinskl, Bebel, Horn-Neisse, v. Ccrhcn,

givs und 1 Deutsch-Katholik (gegen 5: 1907 und 1903), ebenfalls sämtlich 3; /Israeliten (gegen 3:1907 und 4:1903); 1 Baptist (F) 2 nicht angegeben (gegen 1 1907 (E, aus prinzipiellen Gründen. 1903 und 1907 waren noch 2 Altkatholiken und 1 Mennonit gewählt worden. Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist zurückgeaangen, die der Konfessionslosen, Freireligiösen und Juden hat zugenommen. Tic Evangelischen haben nicht mehr die absolute Mehrheit unter den Abgeordneten.

Rebofhon. tfcypoöinon und T ruderet: Ccbul« strotze 7 5r»et)tnon und Verlag dW Itebaftiorcfca® l 11 reü-Adr.AnztigeriLiegen.

Lchcllfist llid 6ab!:

L Nordicewim, I nd SonncrSiM all irischer Ware emnrl I

a,Uc W*liun>'

S zum 2b. E« nL-batz'ne'^

«hat,

DUSÄtt 'rtfrl - ...ytiinb 35 C 1

Stichen ho,j,.

0:bi6:^imci -;

^Ifraui.üV ö 6o'i,iö< 5'1':.

"siehll sehr ntitj finq Mi ^arktvlah 21, ffr I , °er Enqrlllv^ ibnitinartcn be;. jl MfeineiigeitSJ itockfij schöne weihe ^1 Wt, Si:

Z-l°>n.z.K Lcilialcn. bn'crm.

1 j___

3 Res., 3 w, 2 D. Bbd, 1 Z, ID; 130 ka t ho l i f fr 1907 und 140; 1903), u. zwar 90 Z, 18 P, . J, 4 N, 3 3, 2 F, 2 K', 2 D. Bbd; 69 Konfessio n s lose (gegen 18: 1907 und 44: 1903), darunter 10 Dissi­denten und ß Religionslose. sämtlich S; 8 frcireli»

r. Reichelsheim, 19. Febr. Der hier in voriger Woche gegründete Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs Mit 17 Mitglieder. Weitere Beitritts, ertlärungen stehen bevor. Sonntag, 18. Febr., unternah­men die Zweigvereine Echzell und Reichelsheim eine gemeinsame Wanderung nach Ortenberg, die einen recht anregenden Verlauf nahm. Von den munteren Wanderern wurde nach einem mehr als dreistündigen Marsch im Gast­haus zur Post in Trtenberg das Tanzbein geschwungen. Tie Bauleitung für die zu errichtende Lehrerwohnung würbe der Kreis Bauinspektion Friedberg übertragen. In Oer gemeinschaftlichen Sitzung des Gemeinderats und Schul­vorstands wurden die vorgelegten Pläne gutgeheißen und beschlossen, für den Neubau 32000 Mk. aufzubringen. Unser Turnderein begeht Sonntag, 25. d, M., fein . lOjähr iges Stiftungsfest.

innig. Akttid Qu der vouvior* dürfen ramsM'^'M 6enl?ri ilhlw 3erct" wlede^ nä6,ftle" iS 5? üfliinfl

Ciiiaeiandt.

fTVür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung )

Gießen, 19. Febr.

Dic Nebenbeschäftigungen der hessischen Be­amten nehmen mitunter Formen an, die im Interessr des An­sehens der Beamtenschaft, wie auch im Interesse des Staates unter­sagt gehören. v

Ein Verwandter von mir erhielt dieser Tage kurz nach dem Tode seiner Schwester folgende Karte:

Sehr geehrter £>eir! Infolge des HinscheideuS Ihrer Sckwester sind Sie verpflichtet, eine Erbscl>astsdeklaration an das Grostd Erbstlulftssteueraint ui Tarnistadl cin$ureidxn. Zu einer solchen bedari mau der Hilfe eines erfalneuen Mannes, um vor Nachteilen gesäützt zu sein. Ich biete Ihnen dal-er meine, Hilfe an, indem ich mir zu bemerken erlaube, daß ick in solchen machen grobe Eriahriingen besitze. Ta für die Folge auch über das Ver­mögen der Kinder Ihrer Schwester Rechnung zu stellen ist, fo bitte ich höflich, mir auch diese Rech nun g fiel lung zu übertragen. N. N."

Tb Karte trat bei den Leid r gaibcn ein b vor d e Beerb gung stattgefunden ! ich den (Siitbrui vor sic 1 n, den

sie aut die Hinterbliebenen machte. Anscheinend befürchtetc der betreffende Beamte die Konkitrrenz anderer Kollegen, denn es ist mir zu Öhren gekommen, daß bei größeren Erbscknften ein förm­licher Wettbewerb zwischen Beamten cintretcn soll und dic Be­amten den Leuten das Haus einlaufen.

Tic hessischen mittleren und unteren Beamten erhalten ja gewiß nickt dic beste Bezahlung, so daß es begreiflich erscheint, wenn sie ihr Einkommen zu erhöhen trachten. Aber derartige Bor- kommniise müßte die Regierung bed) entschieden unmöglich machen, indem sie den Beamten solche Nebenbesä)äftigungcn untersagt.

Tie Regierung mag anordneu, daß diese Reclmungsstellungen auf dem Bureau dienstlich zu geschehen haben. Wie ich mir sagen ließ, sollen diese Arbeiten zum Nachteil der übrigen Beamten doch aut dem Bureau erledigt werden, wenn dies and) abgc- leugnet wird. * Kl.

Watzenborn, 20. Febr. Auf vielseitigen Wunsch richten wir bic JBifte an den Gemeinderat, alsbald eine größere Loyalität zu schaffen, damit bei größeren Familienfesten usw. die Gäste in einem Lokal ausgenommen werden können. Tas; dazu ein Be­dürfnis vorliegt, hat sich kürzlich gezeigt, als bei einer Ho ät­zest zwei Lokale in Anspruch genommen werden mußten und da­durch für den Festgeber erhebliche Kosten entstanden sind.

SliM'

i- '

»Lwi

iahen sich seit 40 Jahren als Cindemahrung so vortrefflich gewährt, weil die Fabrikation nach wissenschaftlich bewähr­ten Grundsätzen erfolgt

Starkenburg und Rheinhessen.

= Offenbach, 19. Febr. Von der Handels­kammer wurden gewählt als Vorsitzender Herr Kom­merzienrat Mohr, als erster stellvertretender Vorsitzen­der Herr Louis Feifftrnann und als weiterer stellvertre­tender Vorsitzender Herr Gustav Boehm: als 9kd>* ner wurden gewählt Herr Kontmerzienrat Hinkel und als dessen Stellvertreter Herr Eugen Wallerstein.

Hessen Nassau.

Tic ältesten und jüngsten Mitglieder der einzelnen Fraktionen sind folgende: 3: Bebel, geb. 1840, Z. Len­der, geb. 1830, N: Wittum, geb. 1814, K: Gras Kanitz, geb 1841, F: Träger, geb. 1830, P: Fürst Radziwill, geb. 1834, R: v. £erhcn, geb. 181'), WV u. Res.: Tr. Burclhardt, geb. 1848, E: Telsör, geb. 1847, W: Freiherr v Scheie, geb 18-19, w: Freiherr o. Hehl, geb. 1843, Wendel, geb. 1884, Hop,mann, geb. 1883, Keinath, geb. 1879, v. Kaphengst, geb 1870, Tr. Haas, geb. 187.,, Sosinski, geb. 1872, Schroder, geb. 18 > , Tr. Werner Gießen, geb. 1876, Scl>atz, geb. 1872, v. Meding, geb. 18 8, Laux, geb. 1873.

lieber dre Religionsverhältnisse im Reichs- ing wird berichtet: Der Konfession na di sind 179 evangelisch (1907: 220, 1903: 199), darunter 32 luth., 1 Res. n zwar 41 K, 40 N, 37 F, 22 S, 14 R, 10 WV,

Schwan.-Lübeck, Graf Kanitz, Horn-Sachsen; Tr. Wer I ner Gießen, Diez-Äonstauz, Giebel, Freiherr v. Richthofen I Kuckboff, Keinath, Bolz, Tr. Weill, Koßmann, Wendel, 3 (geb. 1881).

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Wenn der Herr Vorsitzende des Finanzausschusses fest- zcstellt hat, wie in obigem Artikel betont worden ist, die . luegabcn für Schreibhilfe im Staatshaushalte würden eine bemerkenswerte Stelle einnefymcn und gäben zu Bedenken 1 jlnlaß, so möge hier festgestellt werden, daß btefer großen ' lucgabc auch ein Löwenanteil der gesamten Arbeitsleistung ' Miiübersteht, und daß nach Ansicht des Einsenders ein fpfch kleiner Betrag, wie oben angegeben, keine Veranlassung zu Bedenken für den Staatshaushalt geben kann,1elbst wenn n sich verdoppeln oder veröreifachen sollte. Der Herr Vor zitende des ?ÜitanMlsschusses gibt zu, daß die Vermehrung Irr Schreib kosten durch Vermehrung der Bevölkerung und Entwicklung der Gesetzgebung bedingt ist. Es möge hier Dervorgehoben werden, daß außer obigen beiden Faktoren kud) noch andere Umstände zur Vermehrung der Schreib- stchilsen ganz wesentlich beitragen. So z. B. in erster Linie Jnrb dies durch Nichtbewilligung bezw. Streichung von höheren und mittleren Stellen bewirft. Daß hiernach die Arbeitslast auf die Schreibgehilsen herabgedrückt wird, ist Mbstverständlich und braucht nicht näher nachgewiesen zu »erden. Sodann kommt hinzu, daß der heutige Bureau Betrieb ein ganz anderer ist, als in der guten alten Zeit, bot 20, 30 ober 40 Jahren, wo der Chef mit seinem ganzen personale in einer Stube zusammengesessen hat. Zu bicfer Kfit hat sich der Ehes oder der Assessor nicht gescheut, mit Innern Personale «aus mittleren Beamten) Briese abzuschrei- Mn, zu fuoeriteren, Zusammenstellungen zu machen oder IfrgL, um den Schreibgehilsen zu sparen. Heute ist das Anders!! Heute wollen die mittleren Beamten sich kaum Doch zu solchen qnalitätlosen Arbeiten verstehen, geschweige Des; solche von einem höheren Beamten erledigt wurden. k» werden z. B. bei einem großen Teil von Behörden zur- Lt die Arbeiten, die früher a u s s ch l i e ß l i ch v o n rn i 11 - Dkten Beamten erledigt wurden, heute nur Ion Schreibgehilsen erledigt. Unter solchen llnv knben sott es doch nicht Wunder nehmen, toenn bic Zahl Irr Schreibgehilsen gegen früher so.bedeutend gewachsen ist fcib weiter wächst.

Auf feinen Fall aber sollte man Klagen über dieses kkachstum führen, im Gegenteil, man sollte sich darüber j jteucn, denn würden diese kleinen Beamten an Zahl nickst rrchsen, so würden die mittteren und höheren, die aller ingv bedeutend kostspieliger sind als jene, es limcr tun: kt Staatssäckel würde dann noch weit mehr in .Iniprudi ptommen, denn das vorhandene Arbeitspensum muß er tbigt werden, einerlei von wem, von Heinen ober mittleren Harnten.

Auf alle Fälle aber sollte bie Regierung bie Verhältnisse ir Schreibgehilsen nicht ungünstiger geftalten ab.' sie find, ti Gegenteil, es wäre sehr zu wünschen, baß fie ihnen öa» |rr;eit sehr kärgliche Dasein burch Erhöhung der Vergütung »roessert und ihnen dadurch ein menschenwürdigere-, xafein »wschafft, damit sie nicht des Abends als Seiten)d)reiber zu !fauje bis spät in bie Nacht hinein sitzen müssen, um sich mit iriDatarbeiten nebenher noch soviel zu verbienen, baß Itc scl» mühsam durchs Leben durchschlagen können. Bon dieser Ei'Ecr- und Nachtarbeit bleibt doch nur als einzige <volge, s'iebergeschlagenheit, Mattigkeit und Un brand) bart int im -i«nste und somit ein Sdhiben für ben Staat, ferner binfte sich bei den jungen Leuten durch bie große JnHJaii rung all ihrer Kräfte unb bei ihren derzeitigen '.toten am echter liberaler Charakter nidit bilden lassen, dagegen Ä«er ein demokratischer oder besser gesagt sozialdemv- irakischer.

Nochmals die Kosten der Schreidhilse in hest n.

Man schreibt uns:

In Nr. 41 des Gießener Anzeigers findet man eine $jri$ mit der Heberschrist:Tic Kosten der Schreibhilfe in Ih ssen". Diese Notiz betont bie Vcrwenbung großer Sum jt!H für Schreibhilse unb ist baburch geeignet, bei ben Lesern jij falsche Auffassung auflommen zu lassen, als seien dies ? madigen Schreib lost en zum größten Teil auf bic vor rgen Jahren erfolgte Besserstellung ber Schreibgehilsen l^rch Erlangung ber Anstellung zurückzusühren Nach bicfer [ieli* bürste jebermann ber Regierung Auftimmcn, wenn si. [tu Anbetracht ber großen Kosten bas Anstellungsaller bei ; rchreibgehilfen von 30 Jahren auf 35 Jahre erhöht ober nut anderen Worten, wenn sie bas, was sie biefen Staats M'nem auf vieles Bitten gegeben, zum Teil toicbcr zurück nimmt. Ter mit ben Verhältnissen nicht Vertraute muß sich unwillkürlich fragen, was erreichen benn biete srfir eib c r f e e [ e n al le s mit ber Verleihung ber Au- »stcllung nach 10 Dienstjahren unb zurückgelegtem dreißigsten LbenSjahr, weil man ihnen Abzüge mad)en irioH te? Tiefe broac mag hier gleich beantworte werden Ti sc I gtbufen erreichen durch Verleihung der Anstellung außer [bem 216Mk. betragenden Wohnungsgcld id .h. in den großen lEtäbtcn, an kleineren Orten beziehen fte nur 144 Mk.) kich ts.

Die Erhöhung des pensionsfähigen Tienstalters durch «rühere Anstellung bringt ihnen erst bei ihrer Penfionie- [rung einen Mitzen, der aber so geringfügig ist, daß man htffcr gar nicht davon redet. Selbst noch nicht einmal diese 1216 Mk. bezw. 144 Mk. werden ihnen voll belassen: hiervon 'lammt bie ben Schreibgehilsen jetzt gewährte, 100 Mk. be- hagenbe Stationszulage mit Rücksicht barauf, baß sie nach tber Anstellung Wohnungsgelb erhalten, toieber in Abzug, ergo bleiben ihnen bare 116 bezw 44 Märkchen Vorteil k burch bic Anstellung. Es ist hier nicht wie bei allen anberen ;körnten, baß mit ber Verleihung ber Anstellung auch eine -rhaltssteigerung verbunben ist. Die Schreibgehilsen wer- kn mit bem jeweiligen Gehalt, das sie gerade beziehen, am Wellt. Also nur die 116 bezw. 44 Mk. betragende Erhöhung rorte Einkommens drückt die Staatskasse so arg. Wenn man Iin ne Innen will, daß bis jetzt im ganzen rund 100 Schreib- idplfcn angestellt sind, so beträgt die Mehrbelastung des kudgets, selbst wenn dic Angestellten sich nur in großen etäbten bcfinben, 100 x 116 = 11600 oder rund 12 000 Mk. nfj ein solches, für einen Staat doch wohl Heines Summ- dhn bic Regierung veranlassen kann, bie Verhältnisse ihrer Lchreibgehilfen zu verschlechtern, kann man nicht verstehen.

iVoran schlag der 3 t a 11 lif-it jetzi vor Er schließt mit 460560 Mk gegen 270999,44 Ml. im Vniadr ab. Ter Hauvt-

vorgesehen jind. - Am UiititKii Fa st n a ch t sdi e u S t a g ent-

änf er st lebhaftes Treiben. Hund, rtc ton Bi .i l icrtni, meistens Studenten, widmeten sich dem fröb itt-en Mummeinchantz und Aust! . un |( n

reich zuscl)auenden Publikum die größte Heiterkeit auS.

Ans 5-tnöt und Lnnd.

-v ic i ch, 21. Februar 1912.

"Eine S i lj u n g deö Oberhessischen Geschichts- Vereins findet am Donnerstag, 22. Februar, abends in hem großen Höriaal der Universität statt. Piofessor Watzinger hält einen Vortrag über Jericho.

Hotel-Neubau Einhorn. Rian schreibt unS: Das von Architekt L. Seuling gefertigte Bauprojekt über den Umbau des Hotel Einhorn liegt gegenwärtig den Be» Hörden zur Genehmigung, bezw. zur DiSpenSerteilung für Erker- und Balkonanlagen vor. In der letzten Sitzung der Stadtoerordneten-Verfammlung ist das Baugefuch infolge der durch die Baupolizei rind den Kunstbeirat erhobenen Bean- ftanbungen Gegenstand längerer Besprechungen gewesen, so daß es interessieren dürfte, von den Plänen Kenntnis zu nehmen. Architekt Seuling hat deshalb ein Modell unb eine Photographie des projektierten Neubaues in dem Schaufenster der Firma A. Kretzschmar, Nlarktplatz, ausgestellt.

Kreis Schotten.

n. Aus bem Vogelsberg, 20. Febr. Unter den vielen Mummereien, bic von ben Burschen auf bem Torfe an Fastnacht zur Maskerabe'bei ihren Umzügen beliebt inb, ist vor allem immer berB ä r" eine ber lanb- läufigftcn. Der Körper eines Burschen wirb hierbei von Kops bis zu Fuß mit Stroy umwickelt, Arme unb Beine dicht mit Strohseilen umwunden, das Gesicht gänzlich ge- sdiwärzt und zur KVpfbedeckung ein grob geflochtener Stroh- helm aufgestülpt. Ttr Tanzbär wirb an einer schweren Kette geführt, unb nun geht es mit ber Ziehharmonika ins Dorf, wo vor unb in ben Häusern Wurst, Speck, Schin- len und Eier zusammengefochten werben. Zlbenbs wer­den bann diese Naturalien in ber Spinnstubengesettschaft bei einem Fäßchen Bier luftig verzehrt. Daß bei solchen Mummenscherzen leiber oft nicht bie rechte Vorsicht geübt wird, beweist ein Vorfall in einem Vogelsberger Orte, wo das Strohtleib eines solchen Bären durch die Unvorsichtig- teit seines rauchenden Bärenführers in Brand geriet. '.Kur dem glüdlidjen Zufall, daß ein Eimer Wasser zu, Stelle war, ist es zu banken gewesen, baß berFassenach- ter" nicht kläglich verbrannte.

Kreis Friedberg.

m. Friebberg, 20. Febr. Ein schrecklicher Unglücks­fall hat sich heute morgen auf ber Strecke Friebberg-Hom- burg ereignet. Der in Rosbach um 6.35 Uhr abgehenbe Per­son e n z il g üb erfuhr zwischen Plock 12 unb 13, an ber Stelle, wo bie Wasserleitungsanlagen erbaut-werben, einen bei den Umbauarbeiten beschäftigten Arbeiter, ber in Stürfc zerrissen wurde. Daß bei ben Umbauarbeiten nicht schon mehr Unglücksfälle zu verzeichnen sinb, ist eigentlich zu Dcnvunbcm. Denn es kommt oft vor, baß Arbeiter bie Züge bis auf ganz kurze Entfernung herankommen lassen unb bann erst beiseite springen.

w

Donnert*

HalW