Ausgabe 
18.3.1912 Erstes Blatt
 
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2. Preise: Lehrer Ludwig - Burkhards, 5k. Spanier - Schoben, O. Äantmcr>£ber-SBibberd9eim. 3. Abteilung Tauben: Goldene Medaille und Ehrenpreis: Eduard Bär-Nidda, silberne Medaille derselbe, Ehrenpreis E. Scheidt-Eckarlshauien, K. Öanad-- Nidda: 2. Preise: M. Schneider-Sckwtten, R. Wolf, Effolder­bach, 23. Uhl-Nidda, G. Hupfer-Schotten, Bar-Nidda, tbaitad-- Nit^a. 4. Abteilung Kaninchen: Ehrenpreis M Weycl- Nidda, 2. Preis Erna-Sellheim-Nidda. 5. Gerate: Diplome: 23. Moll-Nidda, F. Pfohl-Nidda, F. 23. Richter-Reichelsheim.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 13. März. Unser neuer Güter« bahnhos geht, waS die Erdarbeiten anbelangt, seiner Voll­endung entgegen. Bis zum 1. Juli sind diese Arbeiten bc- endet. 500 000 cbm Erde wurden dazu verwendet. Ter Bahndamm selber wird 13 m hoch. Tie Güterhallc muh bis zum August fertig sein. Tie Abfertigungsgebäude werden erst zu nächstem Frühjahr fertig.

L. Friedberg, 17. März. Bei der hiesigen Taub­stummenanstalt geht man mit dem Plane um, eine achte Klasse zu errichten und das Gebäude entsprechend zu ver­größern. Die neue staatliche Blindenanstalt wird im Oktober eingeweiht werden. In die seitherige Blindenanstalt kommt die Kulturinsvcktion.

-l- Butzbach 16. März. Gemeinderatssitzung vom 15. März. Tie Gutachten des Dr. Ingenieur Th. X?enb von Darmstadt über die Erweiterung der Kläranlage der hiesigen Stadt wurden verlesen, hiernach ist Dr. Hevd für Lin- bauen eines solchen Rechen und Sandfangs in die Einlaufwand dec Klärbecken und gegen Einsetzen von Drahtkrben. Der Ge­meinderat beschloß, das Projekt des Ingenieurs Dr. H eh d nach den vorliegenden Plänen und Gutachten anzunehmen und dessen Aus­führung der Kulturinspcktion Friedberg zu übertragen. SfimtliJic Einlässc in die Kanalleitung sollen geprüft und etwaige Mangel beseitigt werden. Hinter der Kaserne soll ein Schacht eingebaut werden, in dem sich die festen Körper bezw. Gegenstände ab- setzen. Die Baugesuche des Kaufmanns I. G. Müller, General­vertreter für Motorfahrzeuge, wurden zur Genehmigung be ur- wortet. Die Einwendung des Professors Wämser gegen den Gemeinderatsbeschluß vom 9. Februar 1912, betreffend die neu- projektierte Straße zwischen Taunus- und Zkleeberger Straße wurde abgelehnt, weil der Einspruch vor der Offenlegung des Planes er­folgt sei. Der Entwurf des Kceisamts Friedberg, betreffend Erlaß von ortspolizeilichen Anordnungen über btc Beaufsich­tigung der Bäcker und BrotHändler, wurde ange­nommen. Die Verlängerung der Kanal- und Wasserleitung in der Taunusstraße bis zum Krchschen Grundstück würbe ge­nehmigt. Dem Arbeitergesangverein soll ein Zimmer in der Turnhalle als Singlokal vermietet werden. In der großen St. Äendelstraße sollen auf beiden Seiten innerhalb des vor­handenen Bebauungsplanes Vorgärten eingezeichnet werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 15. März. Seit Wochen haben eine Anzahl zwischen Bensheim unb Lindenfels gelegener Ort­schaften den Boykott der Gcschäftsletlte von Bens­heim beschloßen, weil diese sich angeblich wiederholt gegen den Bahnbau atiSgesprochen haben. In einer sehr gut be­suchten Bürgeroersaimnlung haben nun auch die Bewohner von Reichenbach sich diesem Boykott angeschlossen.

d. Mainz, 17. März. Die Schauspielerin Tn,de Tandar, die in der Schaukelszene derFünf Frankfurter^ End, Januar d. IS. zu Fall kam und den einen Fuß brach, wird demnächst als vollständig geheilt aus dem RochuSspital entlassen.

w. Oberwalluf (Rheiugau), 16. März. In der ver­gangenen Nacht brach auf den Vereinigten Schwarzfarb­werken in Oberwalluf Großfeuer aus, das ün Laufe des Vormittags die Dachpappenabteiluug der Firme vollständig einäscherte. Daä Feuer fand in den leicht brenn­baren Fabritationsscoffen reichliche Nahrung. Die Fabrik­feuerwehr und die F-euerwehr aus Eltville versuchten ver­geblich, des Feuers Herr zu werden. Im Laufe des Vor­mittags mußten daher die Feuerwehren aus Biebrich und den Nachbarorten zur Hilfeleistung herbeigcrusen werden. Tas gesamte Fabrikgebäude der F-icma, in dem vorwiegend Teerprvdukre lagern, ist vollständig niedergebrannt. Bis heute vormittag war es noch nicht möglich, das Feuer ganz zu dämpfen.

ch. Bingen, 17. März. Der Zigeuner Ernst Ebender der von der Polizei wegen der Ermordung des Försters Romanus in Fulda gesucht wird, ist angeblich in einer hiesigen Wirt­schaft gesehen worden. Bon Leuten, die das Signalement des Gesuchten tannten, wurde die Polizei benachrichtigt, die sich sofort nach der betreffenden Wirtschaft begab. Ter angebliche Ebender schien gemerkt zu haben, daß er entdeckt lvar, denn er bezahlte seine Getränke und flüchtete. Die Schutzleute nahmen sofort die Verfolgung des Flüchtlings auf. Auf der Flucht versuchte Ebendn die Schutzleute durch Bedrohung mit einem Revolver auszuhalten. Es gelang dem Mann, sich in die Weinberge zu flüchten, ioo er trotz eifriger Suche nicht gefunden werden konnte. Die Polizei des ganzen Kreist ist alarmiert.

Hessen-Nassau.

-r-. Rodheim a. b. Bieber, 15. März. Der hiesige Obst- und Gartenbauoerein, der eingeschlafen schien, hat sich wieder mit 45 Mitgliedern neu gegründet. Vor­standsmitglieder sind: Lehrer EloeS (Vorsitzender), Baum­wärter Bender (Rechner), Wegcmcister Hagner unb die Wcrk- führer Schmidt und Dönges. Falls ein günstiges Obstjahr emtritt, wird sich der Verein im Herbst an der von bei Kreisstadt Biedenkopf geplanten Gartenbau- und ObslauSstellung beteiligen. Am Mittwoch wurden die bisherigen Gemeinde« oertreter einstimmig wieder gewählt: Kl. 3 Jakob Bender; Kl. 2 Ludwig Gerlach und Ludwig Weil; Kl. 1 Werkführer TöngeS.

-l.Lichenroth, 15. März. Hier feiert das AuSzügler- Ehepaac A. Henning und Elisabetha, geb. Kaiser, am 2. April das Fest der diamantenen Hochzeit. Dei Jubilar steht im 87. und die Jubilarin tm 78. Lebensjahr.

w. Frankfurt o. M., 16. März. Halle nacht gegen 12 Uhr erschoß sich in den Taunusanlagen der 19 jährige Student Alfred Hillen aus Danzig. Tie Ursache der Tat ist noch unaufgeklärt.

Deutsches Reich.

Im Reichstag haben Dr. Werner (Gießen) und Genossen folgenden Antrag eingebracht:

Ter Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen :u ersuchen, anzuorbncn, daß 1. die Reser ve- und Land­wehrübungen nicht in die Saat- unb Grntcynt gelegt werden; 2 den beurlaubten Soldaten Freifahrt auf den beut) dien Eisai- bahnen gewahrt wird: 3. die Manöver- und Quartislaften gleich­mäßiger verteilt werben.

Deutsche Kolonien.

Berlin, 16. März. Die südwestasrikanische Nord- südbahtl Windhuk-Keetmanshoop ist nach einer telegraphischen Meldung am 3. März in voller Länge von 507 Kilometern dem öffentlichen Verkehr übergeben worden.

TLirche und Schule.

Pfarrer Traub.

Breslau, 18. März. Pfarrer Traub will gegen das auf Strafversetzung lautende Urteil bc5 Konsistoriums Berufu ng bei dem evangelischen Oberkirchenrat einlegen.

Aus Stadt und Land.

ü) leiten, 18. März 1912.

* Tageskalendcrfür Montag, 18. März: Allgemeine B ü r g e r - V e r f a in ni l n n g, veranstaltet vom Bürgerverem: Welches Interesse hat das Bürgertum an einer guten Volksbildung. Al'endS b1,, Uhr un Hotel Einhorn.

Die Kaiserin in Bad-Nauheim. Wie unS au6 Berlin von zuverlässiger Seite gemeldet wird, begibt sich die Kaiserin bald nach Ostern zum Kuraufenthalt nach Bad-Nauheim.

* * Audienz. Ter Großherzog empfing u. a. am Samstag den Stadtverordneten Stemmer, den König!. Regierungsbaumeister Sarrazin v o n N o 6 l l von Friedberg.

* * Ernennung. Der Großherzog hat den Staats­anwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Tr. Gustav Gänger ich zum Laudgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg und den Gerichtsassessor Karl Schuh­mann aus Bensheim zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen ernannt.

* * Steuerwesen. Der Hauptsteueramtsdiener bei dem Hauptsteueramt Worms Ludwig Philipp August Nohde, z. Zt. in Schotten, wurde zum Steuerausseher ernannt und ihm der Aufsichtsbezirk Schatten mit dem Wohnorte Schotten zugewiesen.

* * Erledigt ist die Stelle der Oberförster ei Gernsheim.

** <3 c i n 2 5jähriges Dienstjubiläum feiert nächsten Donnerstag der Eisenbahn-Unterassislent Tränker von Gießen.

* Der Sängerkranz Gießen veranstaltete gestern abend in Steins Garten unter der Leitung seines verdienten Dirigenten Albert Kasten sein Frühiahrs- Konzert, das sich eines sehr guten Besuches erfreute. So­wohl die gutgeschulten Chöre als auch die Solisten errangen such wohlverdienten Beifall, der bei dem schönen Lied Früh- lingsanlünft von Albert Kasten, das der dreistimmige Frauenchor mit edler Tongabe sang, außerordentlich stark einsetzte. Der schmiegsame Bariton des Herrn Lotz, der außer in dem großen MännerchorDer Pilot" auch zwei Lieder (O Jugend, wie bist du so schön, Vom Rhein der Wein) sang, fand herzliche Anerkennung und Frau Flimm mit ihrem wohltönenden vollen Sopran errang nicht nur mit den zwei Liedern: Sie sagen: es wäre die Liebe, Früh­lingszeit, sondern auch mit den Liedern mit Violinsolo und Klavierbegleitung, die von den Herren Jung und Kasten sehr schön und feinfühlig ausgeführt wurde, sehr starken, ehrlichen Beifall. Die Leitung des Herrn Kasten war durch­aus lobenswert und sicher und brachte die einzelnen Stücke zur vollsten Geltung.

"Seinen 8 0. GeburtSto g feiert morgen der frühere Postillon Johs. Stoll in voller Rüstigkeit.

' Warenschwindel im Großen hat eine Betrüger­gesellschaft in Berlin getrieben. Sic gründeten und bezogen unter den Firmen R. Ludwig Schäfer, Ernst Briege & Co., Arthur Rüffcr & Co. und M. Zerjaw, sämtlich in Berlin, Waren int Großen und verschleuderten sie dann. Fabrikanten und Lieferanten, die durch eine dec vorbezeichneten Firmen geschädigt wurden, tun gut, Anzeige bei der Polizei zu er­statten.

bOprozentige Fahrpreisermäßigung nach München. Der bayerische VerkehrSmimster hat auf den

unb wie biese sich ständig drehenden Tiere walzen auch sie immer­bar runbum, in Bewegung gehalten von ihren heißen Trieben, närrischen Launen unb Schrullen. Zumeist ist es die Liebe, hier in ihrer derbsten Form bargestellt, die die Pärchen in atemlosen Tanze hält. Die schreiend grellen Plakate, die ivahllos aus dem großen Bilderbuch des Lebens herausgerissen und zujammenac- lwngt sind, sind jedes für sich betrachtet apart und geistvoll, aber in ihrer Gesamtheit wirken sie crmudend, und nur die glänzende Regie, die derbsillisierende AuSstallung, die trefflichste Schampiel- kunst konnten vor einem Mißerfolg bewahren.

NeueVersteineruiigSjundeinAlaska. Alaska ist durch seinen 'Reichtum an versteinerten Ucbeneftcn vorwell- licher Säugetiere berühmt und neue Funde bestätigen jetzt, daß auch in geologisch jüngeren Zellen das heutige Schneeland über eine ungewöhnlich große Fauna verfügte. Auf Grund neuer For­schungen und Funde veröffentlicht Madison Braill im Smilhsonian Report einen lleberblick über die frühere Tierwelt Alaskas und stellt dabei fest, daß der Mammut und der Bison der Zahl nach am stärksten vertreten waren. An dritter Stelle stand das Pferd, an vierter der Hammel, an fünfter eine Hirschart, die mit dem Wapiti-Hirsch manche Vcrlvandtschast zeigt, unb an sechster der MoschuS-Lchsc. Es zeigt sich damit, daß diese ehemalige Fauna Alaskas mit der jetzigen Tierwelt Nordamerikas unb Asiens viele Berührungspunkte aufweist. Besonders interessant sind aber die neuaufgefunbenen Bisonschübel; sic lassen aus ein Tier schließen, das an Größe den heutigen Büffel bei weitem übertrifft. Der Bison ist also nicht nur der Zahl nach zurückgegangen, sondern ist auch kleiner geworden.

kf. T i e 16 n g ft e n Fernsprechlinien. Mit einer Länge von 2040 Kilometer steht die Drahlleitung BostonLittle Rock (Arkansas) an der Spitze der langen Lernsprechlinien. Es folgen nach einer Zusammenstellung im Kosmos: die 1920 Km. lange Linie BostonChicago und die J520 Km. lange Verbindung Reiv- pork-Cl.icago. In der alten Welt ist die Leitung BerlinParis nut 1102 die längste, auf der übrigens auch der nemforediDertebr BerlinMarseille (nmb 20u0 Km.) vermittelt wird. Tie Leitung LondonMarseille ist 1100 Kni. lang. Heber 900 Km. messen die Verbiiidnngen BerlinMemel (944 Km.), BerlinBudapest ^941 Knu) unb BerlinBasel (914 Km.).

Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissen­schaf k. DerAllgemeine deutsche Sprachverein" halt zu Pfingsten 1912 seine Hauptversammlung in Reich enberg (Teutschböbmen) ab, dessen Zweigverein mit der Hauptoersammluiig sein Löjahr. Gruiiduilgsiest vereinigt. In W i c n ist der ehemalige Direktor des BurgthcalerS, 5X Max Burckhaxdt, gestorben.

Antrag de? Internationalen Verkehrsbundes, Abteilung Bayern, ür die Fahrt zur Münchener Gewerbeschau 1912 eine Fahr­preisermäßigung von 50 Prozent für alle Personen gewährt, die Mitglied einer Krankenkasse sind. Alle, die von dieser Vergünstigung Gebrauch machen wollen, er­halten von der öffentlichen AuSkunftSsielle bcS Verkehrsbundes in Berlin W. 8, Behrenstraße 43 (Kerkau-Palast) nähere Auskunft.

Landkreis Gießen.

b. Wieseck, 17. März. Aus der AutolinieAlten- Buseck Wieseck Gießen wurden vom 3.16. d. M. von Wiefeck nach Gießen 4875, von Alten-Buseck nach Wieseck 288 und von Alten-Buseck nach Gießen 280, zusammen 5443 Personen befördert. Außerdem wurden an Arbeiter kart en, von Wieseck nach Gießen 188 und von Alten-Buseck nach Gießen 158 ausgcgcbcn, welche noch mit je 12 Fahrten auf die Strecke zu verteilen sind. Die Gefamteinnahme betrug annähernd 1000 Mark, also täglich etwa 70 Mark. Die Gemeinde zahlt für die Probezeit für den Kilometer 60 Pfg. Es wurden gefahren 88 Kilometer pro Tag ist gleich 52,80 M. es ergibt sich somit ein Ueberschuß von 17,20 Mk. jeden Tag. Heute fand eine gemeinsame Sitzung der Gemeinoevertreter von Wieseck und Alten-Buseck statt, yx der auch die Vertretung der Firma Büssing in Braunschweig erschienen waren. Bür­germeister Schomber erklärte dem Vertreter der Firma, daß sich die Stadt Gießen bereit erklärt habe, die elektrische Bahn für den derzeitig gebotenen Preis von 40 000 Mk. nach Wieseck zu verlegen. Hierauf erklärte sich die Firma bereit, den Betrieb durch 2 Autos mit Anhängern und einem Lastwagen zur Beförderung von Stückgut, auf eigne Rechnung auf die Tauer von mindestens 2 Jahren zu über­nehmen, ohne jegliche Garantie der Gemeinde, und den Verkehr so zu erhalten, daß er dem elektrischen in keiner Weise nachstehen solle. Nachdem sich die Vertreter verab­schiedet hatten, beschloß der Gemcinderat: Da die sofortige Uebertragung der Linie an die Firma Büssing der grünen Linie Gießen einen ganz enormen Schaden zufügen müsse, nochmals b$i der Stadt anzufragen, ob sie nicht das kleine Uebel dem größeren vorziehen und die elektrische Bahn un­entgeltlich nach Wieseck verlegen wolle. Die Probezeit des Autos läuft am 19. ab, sollte bis dahin von der Stadt keine Antwort eingelaufen sein, so soll der Verkehr der Firma Büssing unter Gründung einer G. m. b. H. übertragen werden.

---- Lich, 17. März. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, in den beiden Schulhäusern und der Kirche Zentral- Heizung einzurichten.

A $) u n g e n, 16. März. Die 18. Hauptversammlung der Molkereigenossenschaft tagte unter dem Vorsitze des Präsidenten Acker in derTraubs. Nach dem Geschäftsbericht betrug die Gesamtmilchlieferung im Jahre 1911 über 2Vs Million Liter bei einer Mitglirirerzahl von 516 Genossen. Der Rein­gewinn belief sich auf 5024 Mk. In den Vorstand wurden wiedergewählt Bürgermeister Lind-Griß-Nidda, Bürgermeister Bornmann-Trais-Dorlosf, W. Bopp-Bellersheim, Gg. Koch-Non- nenroth, L. Fr. Reitz-Inheiden, neugewählt G. Wolf-Wohnbach.

Kreis Büdingen.

X. Büdingen, 17. März. In dem im Februar 1908 er­öffneten Konkurse über das Vermögen der Bankfirma Max Wertheimer u. Co. in Büdingen (Oberhessen)^ dessen In­haber der verstorbene Bankier Hofrat Rothschild in Büdingen war, sand am Samstag am hiesigen Amtsgericht eine Gläubi­ger-Versammlung statt, in der zunächst die Prüfung der angemclebtcn Forderungen fortgesetzt wurde. Hierauf folgte der Samstandsbericht des Konkursverwalters Rechtsanwalts Kcil- Büdingcn. Diesem Berichte war zu entnehmen, daß die angemel- beten Forberungen in dem Konkurse ber Banksirma Wertheimer u. Co. über 2 Millionen betragen. Anerkannt sind bis jetzt 884 013 Mark. Weiter -werben noch anzuerkennen sein rund 1200 000 Mark. In der Masse werden etwa 130000 Mark zur Befriedigung ber Gläubiger verfügbar sein, so baß 6Vi Proz. zur Verteilung kommen können. Tie Aussichten für bic Höhe ber Konkursdivibende haben sich somit gebessert, da man anfangs glaubte, nur mit 12 Prozent rechnen au dürfen. Eng ver­knüpft mit dem Konkurse der Bankfirma Wertheimer u. Co. sind die Konkurse des Vorschuß- und Kreditvereins Ober-Mockstadt, c. G. m. u. H., und Burk. Die Konkursverwaltung Burk hat an den Konkurs Wertheimer u. Co. 700 000 Mark Forderungen angemeldet, von denen 350000 Mark anerkannt worden sind. Von der Konkursverwaltung Ober-Mockstadt sind 711000 Mark Forderungen angemeldet worden, doch ist hier ein Vergleich zu erwarte«. An dem Zusammenbruch des Vorschuß- unb Kredit- Vereins, der für seine haftpflichtigen Mitglieder verhängnisvoll geworden ist, indem jedes Mitglied 2300 Mark zur Deckung des Fehlbetrags einzahlen muß, war auch der nach seiner Verurteilung gestorbene Bankier Hofrat Rothschild wesentlich beteiligt. U. a. haben bei dem Konkurse der Bankfirma Wertheimer u. Co. noch Forderungen angemeldet die Stadt Büdingen mll 130 000 Mk. worüber ein Prozeß, den die Stadt Büdingen gegen die Aktien- Zuckerfabrik angestrengt hat, schwebt, die Reichsbank, Mlltzlieder der fürstlich Dsenburg-Büdinaenschen Famllie mit teils größeren teils geringeren Beträgen. Wie der Konkursverwalter rnlltcllte, kann damit gerechnet werden, daß im Jahre 1915 der Konkurs zu Ende geführt ist. AIS weiterer Konkursverwalter mll beschränktem Wirkungskreise ist Bezirkssparkassenrechner Friedrich Türck II. in Büdingen ernannt worden. Es handelt sich hierbei nur um eine vorübergehende Einrichtung, die wieder hinfällig wird, wenn einige Handlungen (Veräußerung von Liegenschaften) vollzogen worden sind.

* Nidda, 17. März. Eine Geflügel- und Äa* ninchen-AuSstellung fand gestern und heute im Kraftschen Saalbau für die Bezirke Nidda, Hungen. Gedern, Echzell, Orten­berg und Schotten statt. Die Ausstellung zeigte vorzügliches 3ud)tmatcrial. Sarnstagnachrnlltag wurde die AuSslellung im Beisein deS Kreisamtsassessors Stumps, des Vertreters der Lond- wirtschastskammer, Niogk-Grundschwalheim und ber Stadt er­öffnet. Krrisgeometer Diehl, der 1. Vorsitzende deS hiesigen Vereins, erstattete einen kurzen Bericht über Verein und Aus­stellung und der Vertreter des KrriseS Büdingen wünschte der Ausstellung guten Ersolg. Der Vertreter der Landwirtschasts- tammer hob die Bedeutung der Geflügelzucht hervor, die von der Kammer tatkräftig unterstützt wird und Oberst Weimer sprach für die Stadt Nidda. Unter Führung de» Preisrichters SA>ler- Nieder-Gemünden wurde die AuSnellung emgehend besichtigt. Zur Prämiierung standen drei goldene und drei silberne Denkmünzen und 500 Mark zur Verfügung. Ehrenpreise waren u. a. gestiftet von den Geflügelzuchtverrinen Schotten, Nidda, Sprendlingen, ber Landwirtschaftskammer, bei Bezirkssparkasse, der Stadt, dem Kreis und Privaten. Die Prämiierung hatte solgendks Ergebnis: 1. Abteilung Hühner: Goldene Medallle für Orpington Wllh. chuchhardt Gettenau, | über ne Medaille Herm. Leopold-Gettenau, Rich. Girsch-Wrißmühle, Kammerehrenpreije für WoandotteS K. Römhe^ '.KiDba, Zuchtstation Nidda für Italiener, Ehrenpreise: W. >-chuä>hardl--Gettenau, W. Heß-Echzell, PH. Ostheim-Echzell, H. Bode Effolderbach, K. Spam er III.. Schott en, W. Kraft-SelterS, Wild ^Ä-romm-Schotten, O. Spengler -Grundscdwal^eun, Aug. Göbel-Schotten, Th. Spomer-Nidda, erue Prelle: K. Spanier III.» Sckwlten, zweite Preise: R. Loth-Nllwa, W. Schuchhardt-Ger- lcnau, H. Fischer-Selter-, H. Bode-Effolderbach, R. Röper-Bad- Salzhausen, Ph. Barenz-ForsthauS Finkenbach, W. Geiß-Nidda, Th- Fisäier-Zwlefallen, «tlj. Spanier-Nidda, O. Spengler-Grund- särwaldeim, K. Luch-Götzen, K. Paar-Nidda, A. Holland-Nidda, V Bode-Esiolderbach, W. Reitz-Echzell, G. Heßler-Hungen, H. ILeopold-Geuenau, K. Römhcld-Nibba. 2. Abteilung Wasser­geflügel: Goldene Medallle und EhrenprerS Karl Spanier III.- >-pchotten, gafliflicrßräic W» KlauL-Nrdda, PH. HaaS-Nidda,

74. Mittelrheinischer Kreisturntag.

--- Trier, 17. März.

Die diesfährigen Verhandlungen des MiUrlrhcinkreises d« Teutschen Turnerschaft fanden am 16. und 17. März hier fta^ Di hiesigen Turnfteunde hatten alle Vorbereitungen auf da» Beste getroffen und auch dafür Sorge gcitagai, daß die Abgwrd- neien nut den zahlreichen Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt be- kanill gemacht rourben. .

Die Tagung ^cgann am Samstag nadjnrittag mll der 1 tzung deS Kreisansschufses.

llnterslützungen zu Turnhallebauten und Herstellung von Turn­plätzen erhallen die Vereine zu Ldernhelln i.Pfal-), Grotz-Zumnern, Wcllcsweiler und Attenhauseii a. d. Lahn. _ .

Der KreiSvertreter reüt weiter mll, daß der Mittlere 'Jiay* Gau sich angemcldcr habe, aber noch nicht ausgenommen werden,