tornttc, weil er sich noch nicht mit dem Zrahe-Jdarkal-Gan über Vie Grenzen geeinigt hat.
Der Kreisturntaa wurde am Sonntag vormittag 11 Uhr eröffnet Aus dem Bericht des ersten Kreisvertreters, Schulrat Schnuck-Darmstadt, ist folgendes mitzuteilen: Im Jahre 1911 Hal oie Zahl der Vereine um 56 zugenommen. Sie beträgt jetzt 1258, die sich auf 1129 Otte verteilen. Tie Gesamtzahl aller über 14 Jahre alten Mitglieder beträgt 128 183 (4- 6361 gegenüber dem Jahre 1910). Unter diesen sind Mitglieder vom 14. bis 17. Jahre Zöglinge) 24 464 (4- 1443 ). Die FrauenabtcUungen zählen 4974 Mitglieder (4- 828). Selbständige Frauenturnver- etne Tonnen mit gleichen Rechten und Pflichten wie die übrigen Turnvereine in die Gaue und damit auch in den Kreis ausgenommen werden. In den Schülerabteilungen turnen 9315 Knaben und 1972 Mädchen. Die <5djülct sind aber keine Vereinsmitglieder, sondern erhalten als Ergänzung der Schul turnstunden noch weiteren Unterricht in den körperlichen Hebungen. Eigene Turnplätze haben 360 (4- 22) Vereine, eigene Turnhallen 183 (4- 9) Vereine. Der letztere Punkt ist besonders rtndjlig für die Jugendpflege, da sie hierdurch, wie auch der preußische .^tzultusministrr in seiner Denkschrift über die bis jetzt erzielten Ergebnisse auf diesem Gebitte betont, von den Wirtshäusern unabhängig und auch nicht durch die Witterungsverhälvnisse beeinträchtigt tou> Zur Förderung der Jugendpflege werden Zöglingswetturncn, Vanderfahttcn mit den Eltern, Familien-, Lese- und Vortragsabende empfohlen. Zum Militär wurden aus den Vereinen des Kreises 4108 (4- 129) junge Leute eingezogen. An den Lehr- aängcn zur Ausbildung von Turnwarten und Vorturnern in jöetlin und Darmstadt nahmen 48 Turner teil.
Der Bericht des Kreisturnwatts, V o l z e - Franksutt a. M., fuhrt an, daß 1910 zur Belehrung der Turnwatte und Vorturner <4 Gauvotturnerstunden mit 4243 Teilnehmern abgebalten wurden und an den allgemeinen Hebungen der Gauftste 6620 Turner teil nahmen. Besonders erfreulich ist es, daß sich in den Gar- nisonstädten die Soldaten immer zahlreicher an den Hebungen der Turnvereine beteiligen und das Wandern und die Geländespiele immer größeren Umfang annehmen. Auch der Fechtbericht, von dem Kreissechtwatt Stassen- Hanau erstattet, weist eine rege Tätigkeit auf indem Gebiete auf. Zum ersten Male wurden mit gutem Erfolge Mannschaft!, kämpfe abgehalten. Auch die Kampfspiele wurden, wie der Spielbericht von dem 2. Kreisspiel- watt, Bär-Frankfurt a. M„ feststellt, in vielseitigster Weise gepflegt. In den wichtigsten, Schlagball, Faustball u. a., werden zurzeit Meisterschaftskümpfe ausgefochten. Im Schwimmen ist, wie der Bericht des Kreisschwimmwarts, Braun- Franffurt a. M., ausfühtt, der Fortschritt noch nicht jo bedeutend, da noch vielfach eine günstige Gelegenheit zum Ausüben fehlte. Außer dem Kreise veranstalteten auch schon mehrere Gaue Wettschwimmen. Für die Pflege und Förderung des Wanderns wird in Zukunft eine weitere Person im Ausschuß tätig sein. Jnbezug auf die Presse wird von mancher Seile über zu geringes Entgegenkommen dem Turnen gegenüber im Vergleich zum Spott geklagt.
Bon Ehrengästen waren anwesend: Ober-Reg.-Mar Ulfen, General-Major von Hopfgarten, Lber-Reg -Rat Schulin, Landrat Fürst von Troschka, Reg.- und Schulrat Dr. Berief, Bürgermeister Ncvses und Beigeordneter Osten. Im Namen der Staatsregierung sprach Lber-Reg.-Rat Alfen, für die Stadt Beigeord- neter Osten und für die Trierer Turner Herr Steinmetz.
Bettreten waren 189 Vereine mit 262 Stimmen, dazu 49 Stimmen des Kreisausschusses, gibt insgesamt 311 Stimmen.,
Gießener Strafkammer.
> Gießen, 16. März.
Messerstecherei.
In dem weltabgelegenen Freiensteinau kam es am Abend des Neuiahrstagcs zu einer wüsten Schlagerei, bei der das Messer keine geringe Rolle spielte. Aus einem verhältnismäßig unbedeutenden Vorgang eniroidelte sich der Streit Aus dem benachbarten preußischen Ort Kressenbach waren am Nachmittag drei Burschen — Arbeiter in den Steinbrüchen bei Schlüchtern — mit ihren Mädchen herübergekommen und hatten einige Stunden in einer Wirtschaft zugebracht. Um 9 Uhr abends machten sie sich aus den Heimweg. Sie hatten sich kaum eine Strecke von der Wirtschaft' entfernt, als sie auf einen hinter ihnen her- kommenden 9)1 arm aufmerksam wurden. Von einem Freiensteinauer Burschen, der sie begleüete, erfuhren sie, es sei der Pfarrer, worauf sie sich in Bemerkungen ergingen und ihm in auffälliger, nach des Geistlichen Auffassung sogar höhnischer Weise ihren Gruß boten. Dieser eilte, da er weitere Belästigungen befürchtete, in die unweite Hofrefte des Bürgermeisters und verlangte von ihm, die Namen der Burschen festzustellen. Diese waren indessen mit ihren Mädchen ruhig roeitergegangen. Ter Bürgermeister kam ihnen nach, faßte einen am Arm und forderte ihn auf, mit auf die Bürgermeisterei zu kommen. Ta fielen die offenbar unter der Einwirkung des reichlich genossenen Alkohols stehenden Burschen über ihn her und nur mit Mühe gelang es ihm, zu entrinnen. Mittlerweile waren auf seine Hilferufe Leute herbeigeeilt, unter ihnen der Gutspächter Hellwig und seine Frau. Der Angeklagte Kling ging dabei mit gezücktem Messer auf das Paar loi. In dem Handgemenge erhielt die Frau einen Stich in den Oberarm. Der ebenfalls zu Hilfe geeilte Maurer Greulich erhielt einen Stich in den Kopf und drei weitere Stiche, von denen namentlich einer in den Rücken, eine äußerst gefährliche Wunde verursachte. Die Burschen tobten noch eine Zeitlang auf der Sttaße, schlugen gegen Fenster und Häuser, auch nach dem auf seiner Haustreppe stehenden Apotheker, bis sie es für geraten fanden, das Dorf zu verlassen. Wegen dieser Ausschreitungen hatten sie sich vor der Strafkammer zu verantworten, die außer mehrwöchigen Haststrafen über Kling neun SDlonate, über Keil 3 Monate und 2 Wochen und über Böhm 3 Dlonate Gefängnis verhängte. Kl. verblieb in Haft, der Haftbefehl gegen die beiden anderen wurde aufgehoben.
Die Kreiskasse schließt in Einnahme mit 20 263,49 Mk. and in Ausgabe mit 16 847,29 Mk., also mit einem Heberschuß von 3416,20 Mk. ab. Tie Rothermelstiflung hat einen Bestand von 4569,58 Mk., die Kassen zur Ausbildung von Turnwatten und Vorturnern 3721,85 Mk. Das Gesamtvermögen betrage demnach 11 707,63 Mk.
Bei den weiteren Verhandlungen wird den Obmännern für Fechten, Spielen und Schwimmen Sitz und Stimme im Kreis- Msschuß erteilt. Die vorzüglichen Gerätturner sollen in Zu- 6uift bei dem Wetturnen besondere Auszeichnungen erhalten.
Für das Kreisturnfeft in Aschaffenburg werden die Tage vom 3. bis 6. August bestimmt. Das nächste Kreisturnsest ■jür 1915 erhält Saarbrücken, für 1917 ist Mainz Fest- ftäbt, da bann der dortige Turnverein sein hundertjähriges Bestehen feiett.
Die Leitung der Verhandlungen lag in den Händen des 1. KreiSvettreters, Schulrat Schmuck, der in seiner Begrüßungsansprache besonders auf den hohen vaterländischen Wert des Turnens und der Deutschen Turnerschaft hinwies.
Tierquälerei.
Ter wegen Tierquälerei häufig vorbestrafte Dachdecker und Bürstenmacher K. L. in Grünberg war von dem Schöffengericht Grünberg mit 4 Wochen Haft bestraft worden, weil er seinen Hund geradezu verhungern ließ. Nach Aussage der Zeugen hatte er den Hund in gutem Zustande erhalten. Tas Tier magerte jedoch im Besitze des Angeklagten immer mehr ab, bis es schließlich einem Skelette gleich sah. Tabei jammerte und wimmerte es unaufhörlich Tag und Nacht, so daß die Gesellen eines in der Nähe wohnenden Steinhauers ihrem Meister erklärten, das nicht langer mitanhoren zu können und die Aufgabe ihrer Arbeit in Aussicht stellten. Das Tier war mit der Zeit so schwach geworden, daß es sich kaum fottschleppen konnte: Bezeichnend sind folgende Vorkommnisse, von denen die Zeugen berichteten. Der Hund sprang einmal ein Kind, das einen Wecken in der Hand hatte, an und entriß ihm den Weck. Dann sollte er einmal ein Wägelchen ziehen, er konnte jedoch vor Schwäche nicht von der Stelle. Tie Strafkammer verwarf die von dein Angeklagten gegen das Schos- fengerichtsutteil eingelegte Berufung.
Dampferunglücf im banal.
Der englische Dampfer ..Lceana" der „Pen insular and Crientlinc'' ist mit der deutschen Barke „Pisagua" im Kanal zusammenge stoßen. Die Passagiere und ein Teil der Mannschaft der „Oceana" sind in Eastbourne gelandet worden. Dazu wird uns gemeldet:
Eastbourne, 16. März. Ter Dampfer „Oceana" ist heute vormittag gesunken. Er war gestern von T 11 b u r d mit bei Bestimmung nach Bombav abgegangen und halte 16 Passagiere 1. und gegen 30 2. Klasse an Bord, die zurzeit deS Zusammenstoßes schliefen: es heißt, daß 25 umgekommen sind. Nach einer anderen Meldung batte der Tampser eine Besatzung von 280 Mann und 41 Passagiere, wovon 28 in Ncwhaven und 9 in Eastbourne an Land gesetzt wurden: es werden also vier Passagiere vermißt, und es imrb befürchtet, daß diese sowie einige Mann Besatzung beim fbentem eines Rentings bootes ertrunken sind. Tie „Oceana" führte Lst. 747 610 an barem (Selbe mit sich.
Tie deutsche Barke „Pisagua" wurde in sinkendem Zustand von Schleppern in Dover eingeuracht.
London, 16. Pkärz. Ein französisches Fischerboot ist in Newhaven mit zwei Leichen des englstchen Dampiers „Oceana" angekommen. Verschiedene Personen von der „Oceana" sind schwer verletzt. Dem Schisfszimmermann wurde ein Bein abgenemmen Achtzehn Passagiere )inb notdürftig bekleidet m London eilige troffen.
London, 16. März. Die Schiffahrtsgesellschaft teilt mit, daß abends der Verbleib aller Passagiere der „Oceana" bis a u t sieben feftgeftellt sei.
handel.
Offenbach, 16. März, Heute mittag um 12V, Hhr ist über das Vermögen des Bauunternehmers Peter Karl Augen t h a I c r in Offenbach a. M. das Konkursverfahren eröffnen worden. Die Passiven betragen schätzungsweise 3 Millionen, die hauptsächlich in Hypotheken bestehen, die auf etwa 40 dem Augenthaler gehörigen Häusern in Offenbach lasten. Ferner sind zahllose Forderungen vorhanden, darunter solche von Bau Handwerkern in Höhe von mehreren 100000 Mark. Das Konkurs verfahren ist auf Antrag der Hessisch-Nassauischen Baugewerks Berufsacnofsenschaft erfolgt, deren Forderung in Höhe von etwa 5000 Mark Augenthaler nicht mehr zu befriedigen vermochte, nach dem es ihm noch gelungen war, die Zurückhaltung einer Reihe von Konkursanträgen, die im Lause der Woche eingegangen waren, zu bewirken. Die buchmäßigen Aktiven betragen etwa 2,8 Millionen Mark.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentltcher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 19. März 1912: Trüb, Regenfälle, mild.
Letzte Nachrichten.
:|: Essen, 18. März. In zahlreichen gestern im Ruhrrevier abgehaltenen Versammlungen des christlichen Berg- arbeiterverbandes kam einmütig die Auffassung zum Aus • druck, die bisherige Taktik beizubehalten und sich dem Streik unter keinen Umftänben anKuschließen. Alan erwartet eilte weitere Ab bröckelung bei der Streilbeteiligung.
London, 18. März. Die Zahl der infolge des Kohlen st r e i k s beschäftigungslosen Arbeiter wird einschtteßllich der streiken - den Bergleute auf 1,8 Millionen geschätzt.
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am Mittwoch, den 20. Jlttrz 1912, abends 81/« Ubr, in der neuen Aula der Univcrsttät einen Vortrag mit farbigen Lichtbildern und kincmatogravbifcheu Vorführungen halten über seine Erlebnisse auf seiner Fahrt
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Welches Interesse hat das Bürgertum an einer guten Volksbildung. Referenten: Herren G. Volk, Geschäftsführer des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung «Frankfurt o. M.), Tr. Fritzsche, Bibliothekar an der Universitäts-Bibliothek (Gießen). lDu/i
Freie Aussprache.
Wir laden die Bürgerschaft, insbesondere unsere Mitglieder zu recht zahlreicher Beteiligung an der Versammlung ein. Damen willkommen.
Der Vorstand.
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Wir machen hiermit auf diesen Vortrag besonders aufmerksam.
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