Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten.
Line Erhebung aus Kreta.
Athen, 17. Mörz. (Agence Havas.) Die neuerevo- lutionäre Regierung auf Kreta hat an den König von Griechenland ein Telegramm gerichtet, in dem dem König die Konstituierung mitgereilt und -der chrfurchts- vollen Ergebenheit an den griechischen Thron Ausdruck ge- geben nrirb. Die revolutionäre Regierung wird heute 'chre Konstituierung den Konsuln der Schutzmächte mitteilen. Lic hat beschlossen, daß künftighin alle Dekrete im Namen des Königs von Griechenland unterzeichnet werden sollen. - Tie Einberufung der Reserve und Miliz ist zurückgenom- men worden. Es herrscht vollständige Ruhe auf Kreta.
Der wechsel im Reichsschatzamt und die veckungr- vorschläge der Regierung.
, . Der Reichsschatzsekretär Dr. Wermuth, der es während UTnfaHenben Tätigkeit fertig gebracht hat, ,^oeutschen Reichsfiuanzen nahezu vollständig zu sanieren, legt fern Amt nieder, und an seine Stelle tritt der yenge Unterstaatssekretär im Reichsschatzamt, Kühn. Der autzere Grund für diesen Personalwechsel liegt barm, daß Wermuth rn der lkonfercnz der bundesstaatlichen Mi- nrster vom Donnerstag keine Zustimmung fand für die Don ihm geplante und zur Kostendeckung der neuen Wehr- Vorlagen bestimmte R e i ch s e r b s ch a f t s st e u e r, obwohl sein Chef, der Reichskanzler, sich noch am 16. Februar oem Reichstage in getvisser Weise dafür eingesetzt Deutschland verliert in Dr. Wermuth einen Reichs- sclwd.sekretar, wie es ihn, um mit Frhril. v. Gamp zu reden, Nichtiger fett 26 Jahren nicht kannte, und gleichzeitig einen Mann, der wegen seiner Charakterfestigkeit sich ebcnbür ia etnem Dernbura und Lindequist an die Seite stellen kann. Wie sich sein Nachfolger, Unterstaatssekretär Kühn, dem allerdings der Ruf eines ttichtigen Beamten vorangeht, im Retchsschatzamt beivähren wird, bleibt abzuwarten. S?offcnt- Itd) bringt auch er das Prinzip „Keine neuen Ausgaben ohne neue Einnahmen" so zur Geltung, daß wir nicht wieder in die alte ^cl)uldenwirtschaft hineingeraten. Gefahr dafür ist nach dem Deckungsplan der Regierung für die Wehrvorlagen genug vorhanden.
Denn, wie das Wolffsche Telegraphenbureau in Anlehnung an eine von der „Nordd. Allg. Zta." am Freitag abend veröffentlichte, ziemlich unllare Meldung über die Ergebnisse der Ministerkonferenz wenige Stunden später Mitzuteilen wußte, wollen die verbündeten Regierungen die Kosten der Wehrvorlagen in der Hauptsache nicht, wie schon bemerkt, durch Einführung der etwa 60 Millionen er bringenden Reichserbscl-afts,teuer decken, sondern durch Ab- fchassung der sogenannten Liebesgabe an die Brannt Weinbrenner, deren Ertrag auf etwa 40 Millionen zu schätzen wäre Es ist diese Liebesgabe noch ein Ueberblcibscl aus der Zeit der Bismarckschen- Steuerreform vom Jahre 1887 unb jnjar hat sie ihren Ursprung darin, daß man bamals die Menge Branntwein, die schon vor dein Jahre 1887 er Äugt wurde, einer um 20 Mk. pro Hektoliter geringeren Steuer unterwarf, als die Spiritusproduttion der nach dem Jahre 1887 neu hinzugekommenen Brennereien Daraw- ergibt sich im Zusammenhang mit der alle fünf Jahre er folgenden Neuverteilung des Spirittls-Kontingents, daß dic alten und alteren Brennereien gegenüber den jüngeren und lungsten ganz wesentlich bevorzugt werden. Zwar müssen mich die Kontingentsbrenner, die das ihnen zugewiesenc Kontingent durch ihre Produktion an Trinkdranntwein über schreiten, diesen Ueberschuß ebenso hoch versteuern (jetzt 125 Mk. pro Hektoliter, wie ihre minder begnnsttgten Kollegen, aber ihre Produktioiiskosten werden durch die Liebes gäbe ganz wesentlich herabgcinindert, zumal, tpenn es fick, dabei um landwirtschaftliche Brennereien handelt, die au- der abfallenden Schlempe noch einen Extra-Profit ziehen. Ueber solche Finanzfinessen schüttelt man natürlich den Kopf. Dennoch war es notwendig, sic einzuführen, nicht nur, um bet der Reform der Branntweinsteuer die alten gewerblichen Brennereien lebensfähig zu erhalten, und den landwirtschaftlichen, den Gutsbrennereien den bisherigen Wert der Bodenrente zu sichern, sondern auch ganz besonders deshalb, weil die süddeutschen Brennereien, die oft nicht einmal ihr volles Kontingent ausnützen, sonst ihren Betrieb wegen der norddeutschen Konkurrenz hätten einstellen müssen.
^rltner Thkaterbries: Gustav Wieds „Tanz- Man schreibt uns aus Berlin. Ten Versuch, Teile eimS m ^talomorin geschriebenen Romans auf der Bühne vorzu- tuhren, h<u der bekanme Dichter und Humorist Gustav Wied mit ;wenelhanem Erfolg unternommen. Im „Kleinen Theater" Uetz er dreizehn „Momentbilder" aus seinem Roman „Danz- manie" Varstellen, und wenn diese Dosen stark karikierten Aus- schnute aus dem Leben nicht yn sehr langweilten, so lag es an der geschickten Ausmachung. Die geistreiche Laune, der tief- Nnmg kornische Weitblick, die scharfe Charakterisierungskunst, dte u 1 ai5lten fmb und die in dem Buch entzücken, konnten von der Buhne herab nur in abgeschwächter Form imrken. Das Griindmotiv, das der dichter in dem ttagischen Anfangs- und Schlutzbtloe anschlägt, läßt die buMeste Aneinanderreihung von Szenen, die drolligste Häufung unzusammenhängender Figuren und Situationen zu: Tanzmäuse sind letzten Endes auch die Menschen^
gab der unglücklichen Dulderin eine so rührende Anmut- on?^emc r°- rei3cnbre Innigkeit, daß sie die Slimvathien der Schauer sofort eroberte. Herr Gähne, der als Hamlet t£t
^?^n auf Anstellung gespielt halle, und der sich inzwischen stets als erfahrener, kluger und vielseitiger Darsreller erwiesen hot gab wieder eme Multerletiiung seiner Kunst, oie man in Juluntt, wohl schmerzlich vermissen wird. Ter Kümstl-r der sich hier außerordentlicher Beliebtheit erfreut, wurde nut Ehrengaben Blumen und Beisall reich bedacht und mußte sich immer und
?uber ihm sind lediglich noch die Herren von Hamlets Later, RavpeporI als Laertes und B r uchwi tz als Horatro zu nennen Bon beit Leistungen der übrigen schweigt des, Kritikers Höflichkeit, denn was da geleistet wurt^, das war unserer Bühne, die schon häufig Proben ihrer Beiahigung gegeben Hot, absolut unwürdig — und die unfrei* Elgen vetterkettserfolge waren dafür ein guter Gradmesser Son Lhakespeares Gast war fein Hauch zu spüren, und es bleibt zu verwundern, baß man mit solchen offenbar umulänolichA die teilweise durch verfehlte Besetzung verschuldet roa^T "ch an Shakespeare herangewagl hat, und nun gar an Hamlet Gm Geist, der an das Wentze Roß'! erinnerte, wehte durch di- ganze Vorstellung, bie sich ut mehr als einer Hinsicht an Shake- weare venundtgte - „O wel!ch cm edler Geist ist hier
-2u^ -exn "wvhlauswattiertes" Rokoko-Kostüm über tue Buhne schritt, )et nur nebenbei erwähnt. n
Konzert des Evangelischen ttirchengesangvereinr.
Gießen, 17. März.
Eine zahlreiche, religiös und künstlerisch andachtsvoll gestimmte Gemeinde füllte, die Räume unserer Stadtkirche, um den Weihe klängen zu lauschen, die der Evangelische .Kirchen-Gesangverein m Verbindung mit einem Quartett von dLünstl er-Gästen uns in schöner Fülle und Vollendung bnrbot. Aus? dem überreidxm Schatze, ben uns I. S. Bach, der größte Genius der Kirchenmusik, hinter lassen hat,, waren mit glücklicher und sachkundiger Hand drei Kantaten für Soli, Chor, Meines Orchester, Piaiwfone und Orgel lmsgewählt, und zwar: „Ich habe meine Zuversicht"" (Nr. 188), „Mein liebster Jesus ist verloren" Nr. 154) unb „Ich bin ein guter Hirt"" (Nr. 85). — Die beiden letzteren sprachen besonders an: dem modernen Entpsinden fiebcit eben solche Partien etwas näher, welche schärfere dramatische Akzente auszuweisen haben, Nne z. B. die Tenor-Arie „mein liebster Jesus"" oder das Rezitattv ,chas ist bie Stimme", in welchem Bach feine bekannte Meister - fchaft im Rezitativ ipieber aufs lebendigste bewährt. Ein weitere Pvcle von leichter einleuchtendem Glanze war das Duett für Alt Unb Tenor^ mit dem so recht aus tiefstem Herzensgrund auf' ikigenben Schiit ß: „Ich will dich, mein Jesu, nun nimmermehr Ichsen", sowie die innige Tenor-Arie „Seht, was die Liebe tut"", bei der auch die Bedeutung «.Streichinstrumente mit Sordinen sehr mmmungsvoll wirkt. Reizvoll war in der letzten ganzen Kantate per pastorale Charakter durch die Bevorzugung der Holzblas- uiltnimente hervorgehoben: in dem eigenartigen Sopran-Choral werden freilich die Bläser-Zwischenspiele für manches Kind unserer *Ulgen Zeit, ttwas zu ausgedehnt fein; das ist ein stlig mübc-l Mnmertes spielen und schalmeien wie von himmlischen Hirten- 1 (baren, die feine Zeit und keine Eile kennen.
Um die Ausführung machte sich in erster Linie Herr Prof, ^rautmann verdient, der mit bewährter Umsicht nnd Sachkunde Leitung führte und daneben — wie zu Backs Zeiten allgemein 55 < Z~ ^ügel begleitete. Die Orgel spielte Herr Organist ^orlach mit Geschick und Geschmack. Nicht mindere Anerkennung hf ^e.P Leistungen des Chors und des Orchesters (Mitglieder -Militärkapelle, verstärkt durch hiesige Musikfreunde', freilich ^^Eochten z. B. die Bläser nicht ausnahmslos ihre heittett Par- kristallklarer Reinheit und Ruhe hinzustellen, daß das
Pikierte Stimmengewebe stets durchsichtig bliebe; doch das :
Siebener Stadttheater.
Hamlet.
Gießen, 18. März.
Zu Ehren des Herrn Kurt Gühne, der mit Ablauf der gegenwärtigen Spielzeit leider von hier scheidet, um einer An- Itellung nach Berlin zu folgen, wurde gestern abend Shrkefpeares ^Hamlet"" aufgesuhrt, und man hätte also bei der Stellung der Dichtung in der Weltliteratur eine besondere, sinnvolle und ausgeglichene Darstellung erwarten dürfen. Aber es wurde eine Karikatur daraus, und einzelne Darsteller fdnenen sich in edlem Wettstreit um des Ruhmes Palme selbst zu verspotten.
ryur die Rolle der Ophelia war Fräulein OlgaGauby vom Hoftheater in Wlesbadtn gewonnen worben, unb sie
Tie beutsche Branntweinversteuerung hat im Lause der , Jahre manche Veränderungen erlitten. Aber an der so- genannten Liebesgabe hat man bisher nicht gerührt, auch - ntcht einmal bei der Finanzreform von 1909, wo sich sogar dte Konservativen mit einer Herabsetzung der Spannung von aut 10 Mark pro Hektoliter einverstanben erhärten unb ba<5 Zentrum ebenfalls diesem Abbau beigepFichlet hätte, ,’*”n gezwungen gewesen wäre, Rücksicht auf seine )ubbeutfd)en Wähler zu nehmett. Nimmt man hinzu, daß der bayerische, württembergische unb badische Bundesrats- bevollmachtigte sich damals sehr' energisch gegen die Herabsetzung der Liebesgabe aussprachen, so kann man sich nicht genug bantber wundern, daß bie verbünbeten Regierungen o-t. einmal nrcht nur einen allmählichen Abbau der „Liebesgabe"', wie ihn bie Liberalen fordern, Vorschlägen, sondern die „Liebesgabe"" überhaupt beseitigt wissen wollen.
Tas kam der gesamten Presse so überraschend, daß auch heute noch, während Liberalismus unb Sozialbemokratie fiep mit dieser Maßregel an sich einverstanden erklären, in
.Reihen der Konservativen und Zentrumsleute, deren Anhänger ja in erster Linie davon betroffen werden, aroe Verwirrung herrscht. Man weiß nicht recht, wie man sich dieser Ueberrumvelung gegenüber verhalteii soll, und glaubt vorläufig, die Linke damit vor dieser Abänderung des Branntweinsteilergesetzes graulich zu machen, baß man eine , uug b e r Sp i r i t u s p r e i s e prophezeit, es also hinsteNt, als bcbeute ber Fortfall der Liebesgabe boch eine Konsumsteuer. Davon kann natürlich ebensoweiiig bie Rebe sein, tote von bem unerhörten Opfer, bas bie beutfdyc Lanb- totrtfcfKift hier laut „Deutscher Tageszeitung"' auf ben Altar be^ Daterlanbes nieberlegen soll. Das sinb, soweit man bie Wirkung jesst übersehen kann, nur Rebensarten, allein baut besttmmt, bte Llbsiiibungssumme der Kontiilgentsbreuuercieu möglichst hoch zu treiben. Und ebenso steht es wohl auch mit öcr Befürchtung, ber Branntweinkonsum könne infolge der Erhöhung ber Spirituspreife, über bie ja in erster Linie bie Spirituszentrale zu entscheiden hat, zurückgehen Aber bas ist zweifellos richtig, baß man die jährlich etwa 120 Millionen erforbemben Wehrvorlaacn nicht allein auf bie 40 Millionen ber auSfallcnbcn Liebesaabe verweisen kann Es erscheint beshalb die Vermutung durchaus richtig, baß man doch im Gegensatz zu ber Regierungserklärung bic Etatsüberschüsse für Die Welxrvorlagen in Anspruch nehmen, a, vielleicht noch eine subsidiäre Steuer einführen will woraus wenigstens der dunlle Schlußpassus von ber späteren qualitativen Verbesserung unseres Steuersystems hin- zudeuten.scheint.
Herr v. Bethmann-Hollweg hat — und darin liegt der innere Grund für das plötzliche Auftauchen der Branntwein- tciierrcform — die Erbschaftssteuer nicht aus den Händen der hier gegen Konservative und Zentrum vereinigten Liberalen und Sozialdemokraten entgegennehmen mölten • er hos,t, daß sich die bürgerlichen Parteien in punkto Abschaffung der Liebesgaben ganz ohne weiteres zusammenfinden werden, und baß so me von ihm schon lange ersehnte Samm- lungspolittk enblich zustande kommt. Wir glauben, daß ihm das nicht so leicht gelingen wird. Denn ganz abgesehen! davon, day die Liberalen, wenn auch die Abschaffung ber! Liebesggbe schon lange von ihnen geforbert wird, außerdem noch ans ber Erbschaftssteuer bestehen, bietet bie Neuorbnnng unserer Branntweinsteuergesetzgebung so viele unb so große Schwierigkeiten, baß sich die Parteien über Einzelheiten erst reckt m die Haare geraten werden. Die 40 Millionen reidum Nicht hin unb her, zumal wenn man davon noch bie Ent schäbigungen abzieht, beren Höhe vorläufig ja nodi qänzlid' unbekannt ist. 0
Herr v. Bethrnann hat, wenn die über die Tätigkeit de- bayerischen Ministerpräsidenten und ehemaligen Zentrums. führers, Frhrn. v. Hertling bei dieser Gelegenheit verbrei
"egt schon an ber « enhett dos Bachschen und des heutigen JJiuimnI5, die den ^mtrumcnten gänzlich andersartige 21ufgaben zu Nellen Pflegen. — Tie Solisten: Frl. I. Müller-Wetzlar Sopran ,rri. E. Reichattt-^ranlsurl (M), Herr I Breidinq- Frankfurt,'Tenor, und Herr H. Reinharbt-D-armstadt Baß waren wacker bestrebt, ihr Bestes zu geben, wenn es ihnen auch nicht überall gelang, bie technischen Schwierigkeiten so souverän zu beherrschen, batz ber geistige Gehalt restlos und vollkommen frei Nch entfalten tonnte. Die Ansprüche, die Dach an Aussührende nnc Hörer stellt, und eben ungewöhnlich hohe; er setzt Stimmen von ,ehr großem Umrarig in reifster Ausbildung in Ton- und Atemteckmik Dßtffli«. Seine mcl.nmmige, mristisch neffinnigc Schaffensart, ferne berbe Innigkeit^ die jede reichliche Tonschwel- geret verschmähte unb zur Höhenluft reiner Versteigerung emporstrebt, machen eS in ber Tat Nicht so leicht, ihm Gefolgschaft zu leisien. Desto höher der Gewinn, wenn es durch vplle Hingabe gelingt, in seine Spähre einzutreten. Ein schönerer GotteL-Tienst ist wohl nrcht denkbar. Welch ideale Aussicht wäre es, nach und nach den ganzen Bach, ober wenigstens seine Kantaten hören zu dürfen; leider sind^sie ja nicht alte erhalten: von seinen „fünf Passionen und pini Jahrgängen von >ttrchenmusik'", die er nach Angabe seines Lohnes PH. Emanuel geschrieben hat, isst m traurigen Zeiten ein zeit verstümmelt und verschleudert wordeii Was gerettet wurde, ut aber so reich, so vielseitig und wertvoll an Inhalt und Form, daß es bic schönste Ausgabe für unsere Kirchen- gesangs-Vereinlgungen bildet, diesen Schatz zu pflegen und mit ber Zett vollständig zu Heden. P
XÄ» * l62' 3df,r9aX w — lNontag, 18. März 19(2
Sonntags. — Beilagen: M Vez»M4s»reiS:
viermal wöchentlich ▲ A. A Y . monatlich75M.,mertel-
Oietzenerzamillendlätter I HM B Ak V? 7’1 A ▲▲ iäbrhto Dd. 2.30; burcf)
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teten ^l?lbitngkn richttg sind, sich völlig bem Zentrum unterworfen. Das muß ihn, der sich noch vor vier Wocksen im l Reichstage so scharf gegen bic Machtansprüede bes Zentrums löcnbetc, in Miftkredit bringen. Das Zentrum hat "vorläufig 1 aIJ° Een^Tteg erfodnen, aber es muß sich erst Herausstellen, 1 L>bwtrllid) cm enbgultiger ist. Warten wir daher ruhig , unb gelassen ab, wie bie Aehrvorlageii unb Deckungsvor- ■ I°9CT!. P1 ^TCn Einzelheiten aussehen. Erst bann wirb es 1 Stellung dazu zu nehmen unb zu erörtern, ob sie
ber von ber Regierung jetzt gebrachten Opfer wert sind, 1 inty auf ihrem Boden eine -sammlungspolitik überhaupt möglich rst. ° Y
Da? EntlafiiiugSgefuch Wermuth?.
. ^0^. Nachdem am Donnerstag eine Be-
Ivrechung des Reichskanzlers mit den einzelstaallichen Ministern imtlgefunden hatte, reichte der Staatssekretär des Reich.- schatzarnts
. er m u t h am Freitag morgnt sein En t l a ss u n g s g e s u ch ‘^r r 5^ ^p^i^otfer genehmigt. Der Unter- baatssekretar im Reichsschatzarnt Kühn wurde zum Rach- folger Wermuths ernannt.
Eme halbamtliche Erklärung.
<«r--.?Cr "berliner Lokalanzeiger" fdjTcibt: In mehreren ^"ern begegnen wir ber Ansicht, daß bie Bescitigtmg ber *l.jb ergäbe im Verhältttis zu ben neu aufzubrtngenben MMeln nur einen Dcrfd^roinbcnbcn Beirag barftellen ivürbe. -Labet totrb als durch neue Steuern aufzubrmgen eine viel 3u hohe ^untme, in einzelnen Blättern sogar ber Betrag oon 1/0 bis 180 Millionen Mark genannt". Wir möchten baran enimcrn, daß auch bisher nidjt txiran gebucht worden ift, bie Neurorberungen völlig burch neue Steuern zu berfen. Der burch neu aufzutreibenbe Mittel zu deckende Be- trag reicht auch nad) ben früheren Berechnungen nicht an» n a 1) c r n b an die genannte Ziffer heran. Die burdj Erwei- terung der ErbsdmftSsteuer aufzubringenbe Summe nnirbe ftd) nad) Maßst^ch der Pläne von 1909 auf etwa fünfzig Millionen belaufen haben. Aus ber Beseitigung der tiiebed- ^flbc toürbCT bis vierzig Millionen zu ertoarten sein, xer Unterschieb ist also keineswegs erheblich. Aufgabe ber Ministerbesprechung war es, barüber schlüssig werden, ^cher Teil ber neuen Ausgaben durch Erschließung neuer Einnahmequellen zu decken sein würde. Die Höhe dieser ^umme ist unter völliger Wahrung der bisherigen ©ruiib» fafo der Reichssmtmzverwaltung fesegestellt worden.
Wieder ein Ventscher in der ttürtei verschwunden.
Wiesbaden. 16. Mär» ^Priv-Tel) Ter Saufmamt Ka rl Beckel von hier, der für die Firma Dyckerhvff und Widmann in Biebrich in Saloniki tätig toar ist nach hierher gelangten Meldungen feit dem 3. März spur- los verschwunden. Die Nachforschungen des Auswärtigen Amts in Konstantinopel sind bisher ohne Erfolg gewesen.


