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22.6.1912 Erstes Blatt
 
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Kreis Büdingen.

Dr. Ploci

geschlagen.

den Sonntage seit

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Gericbtrsaal.

Kriegsgericht der 25. Division.

zu kommen scheinen, haben diese gestalten einen lieblichen Zug irdischer Natürlichkeit. Ihr Ausdruck zeigt eine große Feinheit und Beseeltheit, ihre kostbar beringten, wundervoll geformten Hände haben so sprechende Bewegungen, daß sie an die Kunst Leonardos im Abmdmahl erinnern. Vielleicht hat der Künstler die Bewohner dieser großen und schönen Villa selbst zu Modellen genommen, um in ihrem Bilde die Heiligkeit des alten Kultes darzustcllcn. Die Technik,^in der diese Werke ausgesührt sind, ist die bekannte Wachsmalerei der Antike, aus einen trockenen, glatten und soliden Untergrund mit einem heißen Instrument ausgetragen.

Die größte Meercstiefe. Das Vermcssungsschif der Kaiserlichen AtarinePlanet" untersuchte ans der Reise von Ostasien nach der Südsec die von ihm bereits 1907 nack>gewicsene Ticfgrabensenknng weiter, die sich an der Ostküste der Philippinen in nordsüdlicher Richtung hinzicht. Bei diesen Arbeiten wurde, wie fetzt telegraphisch gemeldet wird, eine Diese von 9780 Meter gelotet. Dies ist die größte bisher gemessene Meeres­tiefe. Die Lotung mit Grundprobe und Bodenteirrperatur ist einwandfrei; sie liegt in 40 Seemeilen Abstand vom nördlichen Teil der Insel Mindano. Die bislang bekannte größte Tiefe ist 9635 Meter und wurde 1901 südlich der Marianneninsel Guam durch den amerikanischen KabcldampserNero" gesunden. Tie neue Tiesseelotung unseres Vermessungsschiffes ist ein weiterer Bei­trag zu der langen Reihe wertvoller Aufschlüsse auf dem Gebiet der Meereskunde, die der Planet seit Antritt der Forsämngsreise im Jahre 1906 der Wissenschaft lieferte.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Tie Deutsche Anthropologische Gesellsckwft hält ihre 48. allgemeine Versammlung in Weimar vom 4. bis 8. August 1912 ab. Tie deutsche arktische Expedition zur Erforsckmng des nördlichen Eismeers (Nordostpassage) ist ge­sichert. Tie Expedition, deren Taner auf drei bis vier Jahre berechnet ist, wird unter Führung von Leutnant Sckröder- Stanz im Juni 1913 ausbrcchen und durch den Stillen und Atlantischen Ozean zurückkehren. Die Berliner Museen liefern die wissenschaittickx Ausrüstung. Frau B a v r b a m m e r, die von Beginn der wichsten Spielzeit an aus eine Reihe von Jahren für das^ Wiesbadener Host Heal er verpflichtet ist, verabsckriedctc sich am Dienstag von ihrem seitherigen Wirkungskreis, dem Hos- t de ater in Kassel, dem sic fünf Jahre angehört hatte Sie batte Madame Sans-Göne als Abschiedsvorstellung gewählt und das zahlreiche Publikum bereitete ihr eine lierzliche, von Akt zu Akt steigude Kundgebung, die sich zuletzt in zahllosen .Hervorrufen und Blumenspenden dokumentierte.

Verti Geyer Meyer

Schäfl Steim

Aus Stadt und Land.

Gießen, 22. Juni 1912.

* Tageskalender Kinematograph: Täglich Vor­stellung.

Biograph-Lichtspiele: Täglich Vorstellung.

Gemäldeaus st ellungdesKun st Vereins im Turm­haus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag), von 111 Uhr, Sonntags von 113 Uhr.

Museum des oberhessischcn Geschichtsvereins. Geöffnet Sonntag vormittag? 111 Uhr unentgeltlich.

Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittag von 111 Uhr.

Ausstellung zur Förderung derVolkS Hygiene: Sonntag bis Dienstag im Einhorn.

29. April; Pfarrer und Dekan, Kirchenrat Ludw. Fischer zu Eichelsdorf am 4. Mai; der evang. Pfarrer i^ P. Julius Happel von .Heubach zu Darmstadt am 8. Juni. Zur Wiedcrbesetzung ipcrben ausgeschrieben die eDaitgcnjcbcn Psarrstellen zu Treieichenhain, Walldorf und Wtutzers- kausen. Tie Bewerbungsfrist um die evang. Pfarrstelle zu Frischborn wird für hessische Bewerber bis zum 1. Juli verlängert. , , . , ,

** Rufs. Konsul. Dem zur Ausübung konsularischer Tienstvcrrichtungen in der Provinz Lberhessen zugelasse­nen russischen Generalkonsul, Wirklichen Staatsrat ga­rnier in Frankfurt a. M. ist das Reichsexequatur erteilt worden.

-«iWstand genoinr tanbe und weil d es sich hier Hand Wegen Dieb -ubsüberschre .«bandelt. Der Ä erlaubt. Um not I r un Namen einet .xnbten an seinen lieschittne zusammen imn Wecken Urlaub Ne Kaserne zurück. I Jen geständigen A notb einen roten B haben will, und ,i verantworten. Der hem das Ehrgefühl vorbestraft. Ter S an einen Vorgesetzt nnmal zu zeigen, und ibn 4 Wochen i der die Pertcihigun roten Besatzes für l <^etz heim, der mrnttdt ist. Der \ f« dienstliche ^roctj Tod bannt besetzen lorechung des Höhe' 'n eigentlich auch 'kclle vielmehr cir bat, wegen der U su kennen. Es t lingnii

Wohnnr heu

Dr-Me

" Lehrerpersonalien.

Lehrer Hch. Hübner zu Lber-Laudenbach eine Lehrerstclle an der evang. Schiile zu Hofheim, bem SchulanitSaspirantcn Otto Heß au5 Hiltersklingen eine Lehrerstclle^ an der Ge­meindeschule zu Reichenbach. Erledigt sind eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstellc an^ der Ge­meindeschule zu Hoh c n - lze ii. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemcmdcschule zu Kölzen­hain. Mit der.Stelle ist Organisten- und Vorlescdicnu

graphiert: Der Abgeordnete Bebel ist zur Feier des 60. Geburtstages des Führers der österreichischen Sozia­listen Dr. Adlex hier eingetroffen.

Die italienische Kammer verhandelte am Frei­tag über den Gesetzentwurf der Errichtung eines Kolonialministeriums. Ministerpräsident Giolitti hob die Notwendigkeit hervor, alsbald eine planmäßige und sichere Lösung der sehr ernsten Fragen für die Kolo­nien anzustreben, wie die Regelung des Familieneigentums, die Rechtssprechung, das Abgabcnsystem, Zivilsland und Schule. Ter Ministerpräsident schloß, die Errichtung des Ministeriums entspreche namentlich dem Wunsche, den neuen Kolonien eine solche Ordnung zu geben, daß die Bevölke­rung von Tripolis baldigst erkenne, daß die italienische Herrschaft für sie die Quelle der Zivilisation, des Wohl­ergehens und des Reichtums sein werde. (Lebhafter an­haltender Beifall.) Der Gesetzentwurf wurde mit 209 gegen 22 Stimmen angenommen.

Das En. wonntelle Frau gm ft aber trotzdem tu [«'« berühmte Scbn n'lr ""'dem es ro ; «n nut löei6et 5 . Ubeliue hm da- re 1848, Q[§ fte nämlich erb Bildnisse Lu! Üblichen jstaueno-s

Deutsche Kolonien.

Staatssekretär Dr. Sols in Lüderitzbucht.

Lüderihbucht, 21. Juni Der Staatssekretär des Reichskolonialamts Dr. Solf ist heute hier eingetrosfen und offiziell empfangen worden. Der Bürgermeister von Lüderitzbucht hielt eine Rede, in der er auf die schwierige Lage der Diamantenindustrie hinwies und die Hoffnung aussprach, daß der Staatssekretär ihr helfen werde., über die Schwierigkeiten Hinwegzukommen. Staatssekretär Tr. Solf erklärte, daß zum Pessimismus kein Anlaß vorliege und versprach, die Angelegenheit mit der Minen- kammer zu prüfen. Auf die Frage des Landesrats Bezug nehmend, erklärte der Staatssekretär, er halte es n i ch t für ratsam, dem Lande die volle Selb st Ver­waltung zu gewähren, es würden jedoch aller Vor­aussicht nach die Kolonisten größere Machtbefugnisse und größere Bewegungsfreiheit erhalten.

Der Kaiser stiftete für die evangelische Kirche in Lüderitzbucht ein kostbares Altarfenster, das von dem Kunstmaler Wilhelm Franke in Naumburg hergestellt wird.

♦♦ Ordensanaelegen Heiken. Der Groß - Herzog hat dem PoliLeikommissär Schildwächter zu Bad-Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des iTpn von dem König von Preußen verliehenen Kronen ordens 4. Klasse, dem Schutzmann T ü s ch e r zu Bad-Nau- Heim desgleichen für die ihm von dem König von Preußen verliehene goldene Medaille zum Kronenoroen erteilt.

♦♦ Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den Wahlen des evang. Pfarrers Ludw. Schuster zu Duden­hofen zum Dekan und des evang. Pfarrers Wolf Lehn zu Offenbach zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Offenbach die Bestätigung erteilt. Ernannt wurden: Pfarrassistent Ger ich zu Lollar zum Pfarrassistenten au der Johannisgemeinde in Mainz: Pfarrassistent Klingel zu Nieder-Jngelheim zum Pfarrassistenten in Kirchberg (mit dem Wohnsitz in Lollar); Pfarrverwalter Walldorf zu Udenheim zum Pfarrassistenten der Landpfarrei Mainz (mit dem Wohnsitz in Gonsenheim): Psarrverwalter Deggau zu Wackernheim zum Pfarrvikar in Beerfelden; Pfarrver Walter B ö u n i n a zu Wald-Michelbach zum Pfarrverwalter in EichelSdorf; Psarramtskandidat Haupt zu Mainz, zu­letzt Pfarrassistent zu Klagenfurt in Steiermark, zum Pfarr- verwalter in Grüningen; Gestorben sind: Pfarrer i. P. Tl)eodor V i g e l i u s von Steinfurth zu Wiesbaden am

Gegensatz zu den Gemälden; sie leuchten fast feurig in einem liefen Terrakotta-Rot. Die einzelnen Felder werden durch eine Scheinarchitektur von vierzehn anmutigen Pilastern in grünlicher Farbe umrahmt, die sich aber in keiner Weise hervordrängen, sondern nur die Gruppierung der Gestalten erleichtern. Tic Bilder sind ungewöhnlich gut erhalten: mir an einer einzigen Stelle, in der Mitte der langen Wand, ist ein schwerer Schaden: sonst lenchten sie in ihren glänzenden warben mit siegreicher Frische hernieder und bieten einen überwältigenden Eindruck von der Pracht antiker Malerei.

Der Sckuverpunkl der ganzen Dekoration liegt natürlich in der großen Wand, die wie ein Triptyckxm drei verschiedene Figuren- gnippen enthält. In der Mitte zeigt sich uns ein junger, nackter Gott, der im Schoße einer bekleideten Frau liegt. Es ilt un- zweisellmst der ermüdete Dionysos, der Tyrsosstab und Sandalen abgelegt und hier Ruhe gefunden bat. Die Frau, die ihn im'ittcr» lid) umfängt, ist wahrscheinlich Demeter, hinter der noch dienende Frauen ft eben Doch ist hier die besckmdigte Stelle, so daß wenig zu erkennen ist. ReckstS von diesem Bilde kniet eine Matronen haste Frauengestalt, die ein Tuck von einem Gegenstand lüftet und damit eine jener mystischen Zeremonien vollbringt, die den Kult der Demeter auszeicknuton. Sie wendet sich mit ihrem Opfer zu einer wundervollen Gruppe von fünf roeiblidyn Figuren, deren Körper die reife Schönheit antiker Sbmft atmen. Eine sitzende Frau tröstet ein junges Mädchen, das Kops und Arme in ihrem Schoß verbirgt. Davor steht eine geflügelte Frau, mit gol­denen Schuhen, einen violetten Schleier umgeschlungen, deren große schwarze Flügel den roten Hintergrund des Bildes beschatten. Der lickte Fleischton, erhöht durch das Wallen gelber Sckürier, läßt zwei andere weibliche Figuren ahnen. In Ser größeren Fläckx an der Fensteröffnung ist die Toilette eines Mädchens dargestellt, der ein geflügelter Knabe einen Spiegel Vorhalt und die wohl «an Dienst der Demeter bräutlich gesckmiückt wird: die schmalere Fläche auf der anderen Seite nimmt wieder ein geflügelter Knabe ein. Die linke Seite der Hauptwand nimmt eine Gruppe von fünf männlichen Figuren ein: es ist ein dicker Sil en, von jungen Satyrn umgeben. Die anderen Bilder zeigen eine thronende Frau, bann eine entzückende Gruppe von Opfernden und Gebete Lesen- den und eine Gruppe von reich betvegten Mänaden, von denen eine Gestalt eine Nack»Innung einer der Töchter der Niobiden ist. Der Vorstellungskreis der Darstellungen beroegt jich äugen - scheinlich in den Symbolen und Formen des Derneter-KiilteS.

Was diesen Kunstwerken ihren unbeschreiblichen Reiz ver­leiht, daS ist die zarte und seelisch intime Realistik der Dar stellnng, die den Gedanken aufdrängt, e$ müssen hier Portrats gegeben sein Während aber sonst die pompeianischen Bildnisse mit ihren totitgeöffneten starren Augen gus einer anderen Welt

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verbunden.

** Aus dem Militärwochenblatt. Lindhorst, Major z. D. und Bezirks Offizier beim Landw.-Bezirk Gießen, zum Landw. Bezirk Worms iHauptnnldeamt) versetzt. Hamschcr, Hauptmann im Inf.-Regt. Markgraf Ludwig Wilhelm (3. Bad. Nr. 111, unter Versetzung zum Stabe des Jnf.-LeibregtS. Grotz- herzogin 3. Hess., Nr. 117, Hauptmann Heydernann, zuletzt Komp. Chef im Pom in. Jäger-Bat. Nr. 2, zum Be,irksoffiz' er beim Landw.-Bezirk Gießen ernannt. Hauptmann Trapp, Mil- glied der Gewehr Prüfungskommission, als Komp.-Clief m das Ins.-Regt. Prinz Earl (4. Hess.) Nr. 118 versetzt. Leutnant von Eisen hart-Rot he im Ins.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Hey.) Nr 116, zum Oberleutnant bcfördett. Frhr. v. B r a n d e n ,t e i n, Major im Generalstabc'der Gen. Jnsp. der Kav. und kommandiert zur Dienstleistung beim Garde-Trag.-Regt. (1. Hess.) Nr. 23, zum Kommandeur des Regiments ernannt. Leutnant v. Klein schmit im Großh. Artilleriekorps, 1. Großh. Hess. Feldart. Regt. Nr. 25, zum Oberleutnant befördert. Hupe, Oberlt. im 5. Hess. Inf.-Regt. Nr. 168, von dem Kommando zur Vertrettmg eines Jnsp.-Offiziers an der Kriegssckmle in Hersfeld enthoben. Zeugleutnant Nagel beim Art.-Depot in Mainz unter Ernennung zuni Verwalter des Neben-Art.-Depots in Frankfurt a. M., zum Zeug-Oberleutnant ^befördert. Zeugfeldwebel Kl en bei der 2. Art. Tepoldirektion, unter Versetzung zum Art.-Depot in Mainz ernannt. Zeughauptmann Müller (Otto) beim Art.-Depot ui Mainz, Verwalter des Neben-Art.-Depots in Frankfurt a. M., zum Art Depot in Ulin versetzt. Bo ck v. Wülfing en, Oberlt in der Schutztrnppe für Deuisch-Ostafrika, bis zum 21. Juli 191- zur Dienstleistung zum Jnf.-Leibregt. Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117 kommandiert. Die Fähnrick)e Nehry im Inf.-Regt. Prinz Earl (4. Hess.) Nr. 118, v. Hahn im Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25, v. Selbmann im Hess. Drain» Bat. Nr. 18, zu Leutnants befördert. Der charakterisierte Fähnrich Schulz im Inf, Regt. Prinz Carl (4. Hess.) Nr.118, zum Fähn­rich befördert. Leutnant v. Grnnelius im Leib-Trag.-Regt. (2. Hess) Nr. ?4, auf sein Gesuch zu den Reserveoffizieren des Regiments übcrgcsührt. v. B e r n u t h, Major und Kommandeur des Garde-Trag.-Regts. (1. Hess.) Nr. 23, Hedemann, Haupt- mann und Komp.-Chef inr Inf. Regt. Prinz Carl (4. Hess.) Nr. 118, der Abschied mit der gesetztick)en Pension und der Er­laubnis zum Tragen der Regiments Uniform bewilligt. V. H a t - t c n, Major und Bezirksofsizier beim Landw.-Bezirk Worms, diesem mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Gren- Regts. Graf Kleist von Nollendorf (1. Weftpreuß.) Nr. 6 der Absckned bewilligt. Dr. Dönges, Oberarzt beim 2. Hess. Feldart. Regtz Nr 61, zum Bat.-Arzt unter Beförderung zum Stabsarzt des II. Bats. Oldenburg.Inf. Regt. Nr. 91 ernannt. Gruner, Unterarzt beim Inf.-Regt. Prinz Carl (4. Hess.) Nr. 118, unter Versetzung zum Gren.-Regt. König Friedrich I. (4. Ostpreuß.) Nr. 5, zum Assi­stenzarzt befördert. Dr. Wickman n, Assistenzarzt beim Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25, zum 2. Hess. Feldart.- Negt. Nr. 61 versetzt. Zeiß (Worms), Unterarzt der Res., zum Assistenzarzt der Res. befördert.

** Ein hessischer Taubstummenvcrband, der sich nur auf das Großherzogtttm Hessen erstreckt, ist in Frankfurt gegründet worden. Als Sitz oes neuen Verban­des wurde'Darm stadt, als Verbandsorgan dieNeue Zeitschrift für Taubstumm^ gewählt. Die Vorstandswal) hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Pfarrer Hoff- meyer-Offenbach, 2. Vorsitzender Max Härdtner-Mainz, Kassierer Rcallestrer Platz-Friedberg, Schriftführer H. Fenske und P. Heiß in Mainz, Beisitzer Direktor Dr. Ritzert- Friedbcrg, Kuhn-Worms, Treiling-Offenbach, Klöß-Tarm- stadt, Marx-Mainz, Schreiber-Frieobera, Eidmann- Gießen, Revisoren Dekan Zaubitz-Bensyeim und C. Wil- lige-Maiuz.

In dieser Woche verhandelte das Kriegsgericht in drei An­klagefachen in der alten Kaserne. Der Gerichtshof war zusammen­gesetzt au-5 Major N Ücker als Vorsitzender, Kriegsgerichtsrat H e tz als Verhandlungsleiter, .Hauptmann Schroeder, Cbcrleutiumt Wehr heim und Oberleutnant Fritz F i r m e n i ch. Die Anklage vertrat in allen drei Fällen Kriegsgerichtsrat Koch.

Der Musketier W. L. soll nach Zapfenstreich ai* geblieben sein und fick bei feiner Festnahme widersetzt haben Er war über die Umfriedigung der neuen Kaserne gestiegen, al- et kurz nach 10 Uhr die Kaserne geschlossen fand. Ein Wachmann sand ihn unmittelbar in her Nähe der Mauer schnarchend am der Erde liegend. Versuche, ihn zu wecken, waren nergebhd). Ter Wachmann ließ Hilfe kommen und so brachte man den An­geklagten zu-dreien auf die Beine. L. hat dann auf dem Dcgk zur Wache versucht, sich loszureißen, hat sich einem zufällig vor­über kommenden Unteroffizier widersetzt und ihn inS (ptftdX Der Angeklagte erklärt, er habe an dem betreffen* Wll ^v.....«ge seit Mittag nichts gegessen, er sei am Abend in das Verkehrslokal seiner Kompagnie in der Walltorstraße ge­raten Er habe dort 20 Zigaretten geraucht und in etwa 2Vi Sto. 15 GlaS Bier getrunken: er will im allgemeinen wenig Bi« trinken, weil er es nicht vertragen kann und erklärt, et mülle au dem Abend der Tat arg betrunken gewesen sein und erinnere sich der Vorgänge nicht. Er wisse nur, daß er in die Kaserne eingestiegen sei und habe nickt begreifen können, als er am Morgen m der Arrestzelle der Wachstube erwacht sei, wie er dahin gr- fommen sei. Die sehr eingehende Beweiserhebung, bei der Kameraden als Zeugen vernommen wurden, zeigte, bo6_ fub * bei seiner Festnahme den Mannschasten der Wache gegenüber be* nommen hat, wie ein nüchterner Soldat sich nieür benimmt Die Marner oben, die mit dem Angeklagten am Abend m W Wirtsckwft waren, und von denni zwei den Versuch machten ihn vor Zapsenstteich mit in die Kaserne zu nehmen, orklatt«, daß er angetrufen war. Der Feldwebel der 2. Komp, gab dem Angeklagten das Zeugnis eines -tüchtigen Soldaten. Der.Wann sei kein Wirtshausbesucher, er kann den Biergenuß nicm ver­tragen. Ter Zeuge erinnert sich nicht, L., der selten die Kmetne verlasse, angetrunken ober animiert gesehen zu haben. Eine Rmvc von Mompagniefollcgen bestätigt, baß L. kein Wirtohausbesoch« sei unb Alkohol nicht vertragen kann. Ein Zeuge crflärt,. t*1. Mann sei währenb seiner l'/r-jöhrigen Dienstzeit keine drewim Biertrinken gegangen. Ter UnteroNizier, dem L. einen SdJW» -ns Gesicht versetzt bat, als er ihm am Handgelenk gepackt Hain

kicher Abstimnrung mit 268 gegen 97 Stimmen in bte Spezialheratting der Wehrvorlagen einzutreten.

Aus Wien wird demBerliner Tageblatt

- Eine volkshygienische Ausstellung ist ftlr einige Tage im .Einhorn' untergebracht. ES werden dort an WachSmodellcn die verschiedenen organischen Krankheiten, namentlich solche, die durch Alkohol und sexuelle AuS- ichreitungen erzeugt werden, dem Beschauer vor Augen ge­ährt. Ein Besuch der Ausstellung, die in mancher Hinsicht empfehlenswerte Slnregungen gibt, kann erwachsenen Personev empfohlen werden.

" Der neue Milchzug Gießen Frankfurt, bn den Personenzugen eine wesentliche Entlastung bringen wird, geht hier 5,12 Uhr nachmittag? ab und trifft abendS 8,47 Uhr in Frankfurt ein.

Landkreis Gießen.

= Großen-Linden, 20. Juni. Am Sonntag, 23. Juni wird der bauleitende Ingenieur der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft Berlin, der die Erriäüung bei elcf- lrifckwu Leitungsnetze für eine große Zahl von Gemeinden der Umgebung im Anschlüsse an die elektr. Ueberland- anlflge Wölfersheim übertragen wurde, einen Bo r tra g über die Verwendung und Kosten der Elektrizität in ber Landwirtschaft, Haushalt, Handwerk imb Gewerbe halten. Zu dem Vortrage sind alle Inter­essenten eingeladen, der Eintritt ist frei. Am Nachmittag des gleichen Tages findet in Leihgestern, Gastwirt* chaft 'Dem, ein gleicher Vortrag statt, bei dem ebenfalls alle, die sich für die Elektrizität interessieren, willkommen

K. Büdingen, 21. Juni. Vor auSverkauftem Haufe fand gestern abend ein WohltätigkeitS-Konzert statt, seffen Reinertrag, 2 50 2)1 L, für besonders arme Familien bestimmt ist. Allen Musikfreunden bot daS Kon- zert einen seltenen Kunstgenuß und die Zuhörer spendeten reichen Beifall. Frl. Kahler zeigte sich unS als Opern- fängerin mit gut ausgeglichener, wohlgeschulter Stimme. Da» LpielmannSlied von Hilbach sprach besonders an. Unser Landsmann Herr Otto Elemm ist em Künstler geworden; er verfügt über eine sehr umfangreiche, reine Baßstimme. Sein seelenvoller Vortrag macht es schwer, eine Nummer lesondecS hervorzuheben. Das Zarenlied auS .Zar und Zimmermann^ von Lortzing und die Arie des 08min auS Entführung auS dem Serail von Mozart dürften wohl zu einen Glanznummern gehören. Herr Pebler begleitete meisterhaft. Die Herren Sonntag-Gießen zeigten sich al» wohltalentierte, gute Spieler.

Kreis Friedberg.

r. Reichelsheim, 21. Juni. Dr. Leun, der nahezu 6 Jahre hier praktizierte, hat uns verlassen, itm eine in Schotten frei gewordene Arztstelle zu übernehmen. Ein Nachfolger für Dr. Leun hat sich bis jetzt noch nicht ge­funden. Donnerstag, 20. d. M., hielt Jng. Lehmann von Bad-Nauheim int Gasthofe zur Poft einen Vortrag über das Elektrizitätswerk Wölfersheim Ec beleuchtete vor allem die Preisfrage für Licht- und Krafd anlagen.

Starkenburg und Rheinhessen.

M Offenbach, 21. Juni. Spurlos verschwunden ist seit dem 15. Juni der Fabrikant Heinrich Heller au» der Tulpenhosstraße. Er befand sich seit einiger Zeit in einem Sanatorium in Hofheim i. T.; er wird dort seit dieser Zeit vermißt und konnte bisher nirgends aufgefunden werden. Der Vermißte trug zuletzt einen braunen Anzug und weichen Filz- hut. Die Familienangehörigen haben auf die Ermittelung seines Aufenthalts eine Belohnung ausgesetzt.

! Mainz, 21. Juni. Das in der Nähe der Alexander» straße stehende alte Pulvermagazin, daS mit äußerst starken Betondecken und doppeltem Gewölbe versehen war, ist heute nacht durch die 21er Pioniere gesprengt worden.

Starkenberg und Rheinheffen.

w. Darmstadt, ckl. Juni. Der bayerische Minister­präsident Freiherr v. He rtling ist in Darmstadt eingetroffen und wird nachmittags auf Jagdschloß WolfSgarten vom Großherzog in Audienz empfangen worden.

Kreis Wetzlar.

=7 LaunSach, 21. Juni. Auf der rechten Lahnseite ist die Heuernte flott im Gang. Die Gemeinde-GraS- versteigerung, bei der eS sich um 79 Parzellen handelt, war gut besucht, der Gesamterlös gegen daS Vorjahr (1100 Mk.) bedeutend höher. Quantität und Qualität des neuen Dörr- futtcrs ist befriedigend.

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