Ilmirin will man da die Schw'.erigleilen lösen, die man bei den Wahlen nicht lösen konnte, weil man nicht eine entschiedene Mehrheit gegen die Schutzwllpolitik bekommen konnte. Die Inter- elfen b.’r Landwirtschaft können aber nur geschützt werden, wenn nicht bloß mit der nackten Zahl der Wähler, sondern auch mit dem Land-, mit dem Boden und seiner Bearbeitung gerechnet wird. (Zu .i'nmung im Zentrum und rechts.) Der Landwirtschaft danken wir heute, daß noch nicht der Geburtenrückgang so stark in Dcutsclland iit wie anderswo. Auch bei der Milrtärtauglichkeit fommt wesentlich die ländliche Bevölkerung in Betracht, auf die so wichtigen BolkSinteresien must man auch bei einem politischen -"'ahlgesctz Rücksicht nehmen. (Beifall rechts und im Zentrum.) Hinzu kommt nocy, bah die ländliche Bevölkerung bei schlechtem SVcttcc und Schneefall kaum in der Lage ist, ihr Wahlrecht auflau üben, und somit leicht in Nachteil kommen kann.
Die Geschäftsordnung must einer allgemeinen Revision unterzogen werden. Den Wettlauf mit den Anträgen zu Beginn dec Session sollte man dadurch beseitigen, daß man nach der Stärke der Parteien die Reihenfolge der Initiativanträge für die Beratung festsetzt. Dem Abg. Junck möchte ich sagen, bah der Abg. Spahn nickt auf Beschluß der Fraktion sein Amt als Präsident niedergelegt hat, sondern ans freier Entschließung. Allerdings in Uebereinstimmung mit dec ganzen Fraktion. (Sehr richtig! im Zentrum.) Der Abg. Junck mar am wenigsten berufen, diese Stellungnahme unseres Kollegen anzuzweifeln, denn wer i m GlaSbause sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. (Sehr richtig! itrb Heiterkeit im Zentrum.) Herr Paasche — weiter will ich nichts sagen, meinem allverehrten Kollegen Paasche zuliebe! (Heiterkeit.) Der Abg. Arendt bat unfl gestern hinter den Vorhang der Blockparteien von 1907 schauen lasten. Reckt- und links sind da gleich verantwortlich für den Ausschluß de- Zentrum- vom Präsidium. Wenn aber die Liberalen setzt die Stärke der Fraktion al- maßgebend betonen, so freue ich mich über diese Erleuchtung dec Liberalen. 1907 fehlte sie den Liberalen (Sehr richtig! im Zentrum), denn baß Zentrum Ivar damals die stärkste Fraktion. Wenn die Liberalen die Mehrheit haben, dann haben sie natürlich Anspruch auf den ersten Präsidenten; haben sie nicht die Mehrheit, dann sind sie natürlich viel mein: wert alfl die andern. (Heiterkeit.) Da- ist nun einmal die Bescheidenheit der Liberalen. Sie stellen sich vor, sie seien die Führenden, auch wenn sie noch so sehr von anderen geführt und geschoben werden. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum und recht-.)
Verlangen Si^ von der Regiermkg einen neuen ShttS, so kann cs nur ein sozialdemokratischer Kur- sein, denn eine liberale Mehrheit gibt eß nickt. Ist der Uebcrschuß von 1911 wirklich so enorm, wie der Schatzsekretär sagt, wozu dann neue Steuern? (Hört! Hört!)' TaS werden wir uns sehr überlegen. Der VertrauenSgrundsah des Grasen Posadowfty auf Militärbewilligungen ist eine schwere Verirrung. Ebenso unverständlich ist unS die Haltung des Reichskanzlers, der die bürgerlichen Parteien wieder zusammenbringen will und den EriSavfel der Erba n fall st euer hineinbringt. Ich tin neugierig, ob Herr Junck jetzt einen gangbaren Weg für die Erbschaftssteuer weist. Eine Ausdehnung des staatlichen Erbrechts wäre bedenklich, würde nickt.) einbringen, und wie ein Mitglied eine- Bundesstaats uns erklärt hat, viel Schur und wenig Wolle bringen. Die Matrikularbeiträge find notwendig als betveglicker Faktor. Die Ausdehnung der Einkommensteuer aufß Reich wäre da- Ende der Selbständigkeit der Eintel st aalen. Ich weiß nicht/ ob die Herren von der Linken oas wünschen. Wir können uns dafür nicht aussprechen. Ohne Rücksicht auf die Zahl der Sozialdemokraten müssen wir Sozialpolitik weiter treiben. In besonderer Weise fordern wir aber Fürsorge für den selbst- stästdigen M i 11 e l st a n d. Er ist der feste Träger von Staat und Gesellschaft. '(Beifall.)' Da- Ziel der staatlichen Förderungen kann nicht in der Züchtung von Dkillionären und Milliardären liegen, sondern in der Schaffung und Stütze eine- Mittelstandes, der selbständig für sich sorgt. Daß sind die selbstständigen Kamvfnaturen. bic wir brauchen. Graf Posadowsky erwartet eine Rückbildung der revisionistischen Sozialdemokratie zur bürgerlichen Gesellschaft. Mit diesem Glaube,: kann man Berge versetzen, aber keine praktische Politik treiben. Neben der Belehrung und Aufklärung must vor allem aber die Religion gepflegt werden. Leider besteht immer noch daß alte elende Jesnitengesetz. In Berlin hat man sogar von einer Orden-- Niederlassung gesprochen, als zwei Jesuiten eine gemeinsame Wohnung hatten. (Abg. Dr. Miillec-Meiningen: Sehr gut!) Ach, wenn zwei Leute zu einer Niederlassung gehören, bann haben ia auch die Fortschrittler int Reichstag-Präsidium eine Nieder- lassung, wenn auch eine vorübergehende. (Heiterkeit.)'
Staatssekretär de8 NeichskolonialamtS Dr. Sols:
Der Abg. Ledebour hat hier meinen Erlaß angegriffen, nach dem in Samoa Weiße eingeborene Frauen nicht heiraten dürfen. Er hat sich auf christliä). moralische Grundsätze bezogen und die Herren vom Zentrum gebeten, ihm zu Hilfe zu kommen. Herr Gröber hat das auch getan! Er hat das Verbot der MifchlingSehc als einen Eingriff in die Menschenrechte bezeichnet. Ick, bitte Sie, es mir nicht für ungut zu halten, wenn ich in den Ausführungen der bviben Herren doch fast nur theore- tische Erörterungen sehe. Ein Urteil über die kolonialpolitisch außerordentlich wichtige Frage kann nur derjenige haben, bet jahrelang in solchen Ländern gelebt hat, wo Schwarze und Weiße gegenüberstehen, wo die Grenzlinien beider Rassen studiert werden
Franen-Feuilleton.
Deutscher Franen-ttongrest.
Ter Franenkongreß, der int Zoologischen Garten in Berlin vom 27. Februar bi» 2. März im Zusammenhang mit der Ausstellung „Tie beutfd)e Frau int Hanse und Berus" stattfinden wird, bietet seinen Besuchern ein sehr reichhaltiges Programm aus allen Gebieten der Frauen frage. Tie Hauswirtschaft wird dieselbe Berücksichtigung finden wie die ErziebnngS- und Bcruss- iragen, wie die Stellung der Fran im öffentlichen und kirchlichen Leben Ueber „die Reform der Hauswirtschaft" wird Frau Elli Heuß-Knohp sprechen. Bon ganz befonbmmt Interesse dürfte das Thema sein: „Tie Benwrtung der Hausfrauenarbeit". Frau Marianne Weber aus Heidelberg hat es übernommen, diese viel umstrittene Frage zu erörtern. Daran sckstiestt sich ein Bort-rag von Frau Elisabeth Gnanck Mlm über ,chas weiblickjL Dienst jahc". Am Schluß jeden Bortrages findet eine 5lu5|>radfc statt.
Am zweiten Tage wird in erster Linie die Frage des „gemeinsamen Unterrichts ber Geschlechter" behandel norden, und am driiien Tage werden die Beruf -fragen von dem Standpunkt er- örtert: , Veie cruclen wir C.ualthibearbeit der Fran in Industrie, Ha -werk und stunstgcwerbe?"
Der vierte Tag wird ebenfalls den Berussfragen gewidmet sein, nut befov rer Berücksichtigung des SchauspielermnenberuleS, übv-i- den Frau Morte von Bülow sprechen wtrd. Ferner werden „Die - teit von Staat und Gesellschaft gegenüber den Kranken- . . ' ' unn .' gen st and der Verhandlung gemacht werden.
! l. Tag ist der ' eratung über das Thema: „Die Frau im . i' i en V n" gewidmet Dr. jur. Frieda Duensmg wird ben it;di enden Vortrag halten: „Bon der Elmritas -ur So-ial- politik".
Der Kongreß wird an diesen 5 Tagen vormittags von 9Vs eie 2 llfir tagen. Die Nachmittage sollen frei bleiben, um den ste." -es e. u stvrn eine eingehende Besichtigung der Ausstellung 5ii cr-ho jicl en An den 'Jlbcnbcit fiitben wieder öffentliche Ber- )üi -:i .in n statt, unter denen folgende Tdemcn das größte Jnter- ei*e erregen tverden: „Die .stonkurren; der Geschlechter im BerusS- 1 cb. ', „Die Bebentting der Frauenbsoegung für die bcrnfs- täti en Frauen", „Die Bedeutung der Frauenbewegung für das Bcr. .iitvt • ber Geschlechter", „Dw S-tallimg ber 5Taucnbcn>ciuing zur .i'.i.'it", „Die Frau im hrdüidwn und religiösen Leben", „D.e Bedeutung der FrauendeN'egung für dre Farnllic und das soziale Leben".
2 • Talsacvv', daß znm erstenmal auf einem Frauenkongreß sich nie. : :ir die im Bunde Deittsckier Franenverein? orgauincricn Frauen beteiligen, icnixm daß auch b e Frauen der koinesswnellen Ber.-and' uub die Fromm anderer Richtungen Rednerinucn und Delegierte ciufaiibt iKibcn, wird dieser Beranstaltung cüi ganz
tonnen, und wo man die Schäden in beiden Rassen beobachten rann. Daß Schwierige urtb Mn meisten nicht geläufige Tvema kann nur auf der breiteren Basis der Dudgetkommission erörtert werden. Die Regierung bat sich nur von rein ethischen Momenten leiten lassen.
Der Erlaß bestimmt, baß die zwischen Weißen und Samoanerinnen geschloffenen Ehen zu Reckt bestehen. Die aufl diesen Ehen entstandenen Kinder sind Weiße oder den Weißen gleich zu achten. In Zukunft werden Ehen zwischen Weißen und Eingeborenen nicht mehr geschloffen. Kinder aufl nicht legitimen Verbindungen werden dem Stande der Mutter folgen. Wenn aber ein Vater seine Mischlingskinder europäisch erzieht, sie die deutsche Sprache lehrt und ein Handwerk, für diesen Grenzfall, der nickt häufig ist, soll der Gouverneur die Befugnis haben, diesen Zkindcrn die Reckte der Weißen zu geben. Im übriger, sollen die illegitimen Kinder dem Stande der Mutter folgen und Eingeborene werden. Die eingeborenen werden diesen Erlaß mit Freuden begrüßen. Tenn unter den Samoanern ist die Zahl der SBeibcr erheblich geringer alfl die der Männer. Jeder Versuch dec Weißen, eingeborene Frauen zu heiraten, ruft daher llnzuträglichlciien hervor. TaS Sakrosankte der christlichen Ehen ist bei diesen Mischehen nicht zu finden. Entweder heiraten die Weißen ans geschlechtlichen Gründen, weil sich die Samo- anctinnen Dank dec Tätigkeit der Missionen dem Konkubinat nicht bingeben (Beifall im Zentrum), oder meist, um eine Haushälterin und bequeme und billige Wäscherin zu bekommen, oder um von dem scnnoani'chen Landbesitz durch die Heirat mit einer Hiiuvtluigstochter etwas zu erhalten. Nähere ühtgahen werde td) in ber Kommission bringen.
Schaßselretär Vermuth
erwidert auf die Ausführungen des Abg. Gröber über Schuldentilgung und Steuerbelastung. Wir müssen mit der Schuldentilgung entschieden Vorgehen. Die Wiedergesundung unserer Finanzen muß eine schnelle und nachdrückliche fein. Nun kommen Dem Zentrum Bedenken, weil ein Mehrbedarf in Aussicht ist und dafür neue Steuern, und zv'ar eine, die Ihnen nicht paßt. (Heiterkeit.) Aber ohne diese werden wir niemals die Sani- rungöarbeit in- Werk setzen. Tie Finanzresorm wird beschuldigt, ihren Hauptzweck verfehlt zu haben. Sie habe eine kräftige Bereinigung der Finanzen schaffen sollen. Ticsc habe aber eigentlich die Konjunktur geschaffen Daß ist nicht richtig: sie hat ihren guten Erfolg gehabt und mit ihr haben wir die wirkliche Schuldentilgung beginnen können, wie sich die Väter der Finanzreform daß vorgestellt haben. Früher glaubte man überhaupt nicht, daß wir zu einer wirklichen Schuldentilgung kommen würden. Und nun bekommt man einen förmlichen Schrecken vor dieser Schuldentilgung und will zu dem alten <51) ft cm zurückkehren, baß uns nur neue Schulden bringen muß.
Man hat gesagt, die Steuerzahler dürfen nicht beunruhigt werden. Aber der Mehrbedarf kommt. Und sollen wir, um ihn zu decken, wieder leihen müffen? Und zwar aufl dem Grunde, weil die Erbschaftssteuer entweder zurzeit ober überhaupt per- horreSziert wird? Man hat, ehe noch die Negierung überhaupt den Mund geöffnet hatte, die Einbringung einer solchen Steuer als eine Brüskierung bezeichnet. Damit versehen Sie uns in eine höchst eigenartige Sage. Wir können wohl mit einiger Sicherheit vorauSsetzen, daß man in diesem hohen Hause keine neuen indirekten Steuern wünscht. (Große Heiterkeit: Sehr ricktig! links.) Andererseits haben wir gehört, daß sämtliche verbündeten Regierungen sich einhellig und mit Recht gegen den Anspruch wenden, ihnen die Eiitkornmcn« und Vermögenssteuer zu nehmen. Und da setzt man unß eine Tafel vor mit der Aufschrift: Brüskieren strengstenS verboten l (Beifall links und Heiterkeit.) Nun kommt die Frage, soll denn wirklich die Erbschaft -st euer immer a Iß tiefer Schatten über unserem öffentlichen Leben liegen und die Kluft noch weiter vertieft iverdcn, indem Sie die. Grundsätze wieder abbauen, die Sie selbst haben schäften helfen? Sollen wir — und es muß sonst dahin kommen — die ganze Anleihewirtschaft wieder neu eröffnen? Eß ist gesagt worden, daß eine Nation alles an ihre Ehre setzen muh. Macken Sie die- „alles* nicht von der gesetzlichen Form abhängig, in der diese notwendigen Opfer gebracht werden. ^Beifall.)s "**
Staatssekretär Delbrücks
gibt auf die Frage de- Abg. Gröber nach btt Behandlung Wr vom Bundesrat dem Reichskanzler überwiefenen Resolutionen de- Reichstage- die Antwort: Gewiß können diese nock einmal im Reichstag besprochen werden. Wenn der Bundesrat einen Beschluß des Reichstags dem Reichstag überweist, so hat da- eigentlich nur die Bedeutung einer gefchäft-leitendeu Verfügung.
.Da- Haus vertagt sich.
Abg. Mumm '(christlich-soztall''^ verwahr^ sich in"^ persönlicher Bemerkung dagegen, Severing verleumdet zu haben. '(Zurufe: Persönlich!)' Uebrigenö wohne er nicht, wie Ledebour meinte, in Bielefeld, sondern in Berlin und sogar im Wahlkreise deS Herrn Ledebour. Herr Ledebour hat im Zusammenhang mit meinem Namen von Mumpitz gesprochen. Ich führe meinen Namen in Ehren, wie jeder im Hause und halte Namenwitze für üble Witze und überlasse das Urteil über die Höhe, mit der die Verhandlung durch solche gebracht wird.
Abg. Lcdevonr (Soz.)7 Ick freue mich, daß Herr Mumm ,B den Wählern in meinem Wahlkreise gehört; hoffentlich cnucidcLt er sich allmählich zu meinem Wähler. "
Montag, 2 Uhr: Wciterbcratuns/
Schluß: Wx Uhr,
Anträge im Neichrtag.
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Sitzung des Gesetzgebuags-Ausschuffes.
bs. Darmstadt, 17. Febr. Der Gesetzgebung-- ausschuß setzte heute nachmittag seine Beratungen fort, j Adg. Lutz referierte über die Regierungsvorlage, betreff ent - Gesetzentwurf, die Entschädigung für die an Maul- unr Klauenseuche gefallenes Rindvieh. An dieser; Sitzung beteiligten sich der Minister des Innern vor Homberg k und einige Ministerialräte. Eine längen Aussprache entspann sich über die Höhe der Beiträge. Ta. Regrerung schlägt 20 Pfennig alS Einheitspreis für alle Tiere vor, während der Atrsschuß eine Difterenzieruns des Wertes verlangt. Nach Artikel 2 deS Gesetzenttvurftt sollen mehr als 400 Mk. für ein Tier nicht vergütet werden. Nach längerer Aussprache stimmt sie aber bar Wunsche des Ausschusses zu, daß bis 600 Mck. gewährt wer
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mit der Abänderung von der Geschäftsordnung des Reicb> tags in Bezug auf .Anfragen.
Die nationalliberale Fraktion und die fort» schriftliche Volkspartei des Reichstags baden einen gemeinsamen Antrag eingebraclft auf Annahme eines Gesetzes betreffend die Volksvertretung in den Bundesstaaten Nach diesem Gesetz soll Är- titel 3 der Verfassung folgenden Zusatz erhalten: In iehern Bundesstaat muy eine aus Wahlen der Bevölkerung ber- vorgegangene Vertretung bestel-en, deren Zustimmung pi jedem Landesaesetz und zur Feststellu-ng des Staatshaushalls erforderlich ist.
Die Initiative au diesem Anträge ist von dem Irhcratüi mecklenburgis ch^n Abgeordneten ausgegeden worden.
hat als letzte Fraktion ihre Jniativanträge cin^- l rächt. Sie fordern reichsgesetzliche Regelung der Dienst und Ruhezeit des deutschen Eisenbahnpersona!^ Vorlegung eines Gesetzentwurfes, durch den bic ^nbuflri« zu den Kosten der Lehrlingsausbildung tn Handwerk entsprechend herangezogen wird; Mehrberück sichtignng der Handwerksmeister, die den 9?? ei ft er titel u führen berechtigt find, bei Vergebung von Lieferungen ft:: das Reich; Schaffung eines Reichseinigungsamtc als öffentlich rechtliche ständiae Einrichtung, dem die Aui gäbe obliegt, Streitigkeiten üder das Ärberteverixiltnis z» verhindern und zu schlichten; Schaffung eines Reichsver- waltungsgerichts; reichsgeseyliche Regelung der Zu lassung und der Vorbereitung zum gesamten auswärtigen Dienste des Reichs; Schaffung einer zweckmäßigen Organisation der Reichsämter, welche einer feits den Beamten in weiterem Maße als bisher den Zu tritt zu den besser besoldeten Stellen chrer Beamtenklasien ermöglicht und sie andererseits für solche Tienstgeschäft: in Anspruch nehmen läßt, welche ihrer Vorbildung ent- sprechen; weiterer Ausbau deS Beamtenrechts m dem Sinne einer Sicherung der staatsbürgerlichen Recku der Beamten, der Wahrungen ihrer rkoalitionsfrecheit unt ber Zulassung von.Ausschüst en sowie Einführung des Wieder- ausnahmeverfährens im Disziplinarrecht; Neuregelung dc Sonntagsruhe im Handelsgewerbe; Maßnahmen zu weiteren erfolgreichen Bekämpfung der Tubermlose, Her'k setznng der Eisenbahntarife für deutsche Seefische; rei gesetzliche Regelung des Submissionswesens; Vorlegung Entwürfen, durch welche das Erfinderrecht der Äuge- stellten und das Recht der Konkurrenzklausel ge- regelt werden. Ferner hat die Fraktion zlvei Anträge ein- gebracht, die eine Aenderung der Bestimmungen über die Reichstags wählen in der Richmng herbc^- führen sollen, daß ein Lermiickfür die S t i ch w a h l e n einheitlich für das ganze Reich festgesetzt wird, die Umie- rechtig leiten der bestehenden Wahltreiseinteilungei- beseitigt werden und die Prüfung der Legitimationen der Mitglieder des Reichstags einem besonderen GerichtSbo-c übertragen nrirb, der zweite Antrag beschäftigt sich mir einem Ministerverantwortlichkeitsgesetz unb
besonderes Interesse verleihen und die Aussprachen besonder- rcic^altig gestalten.
Kleine Mode-Reuheiten.
Die geringe Beachtung, deren sich gegenwärtig die Handschuhe erfreuen, läßt die reichlichere VerwendMig von Schmuck ut Gestalt von Ringen und Armbändern zu. Tie Arm- bänber, die man gemöhnlid) trägt, sind ziemlich weit, so daß sie oberhalb deS Handgelenkes^Aetragetl werden können; sie sind stet- biegsam, mit Diamanten, Savhiren oder Rubinen besetzt unb zuweilen von schwarzen Bändern durchzogen. Außerdem gibt es eine ganz moderne Richtung, die behauptet, man dürfe überhaupt nicht Schmucksteine verschiedener Art zusammenstellen, und deswegen SdmiudgegcnfLinbe nur mit Edelsteinen oder Halbedelsteinen einer Art besetzt wissen will.
Zn Paris ist es gegenwärtig wieder Sitte geworden, am kleinen Fiirger Ringe zu tragen, und zwar ziemlich derbe Ringe, aus Platin mit Sckmmcksteinen aller Art. Die Pariser Juweuerr steilen in ihren Fenstern gegenwärtig Schmuck ringe paarweise orts unb behaupten, es sei „jdrirf", gleiche Ringe in beiden Häirden zu tragen. Eine neue Schmuckmvde für das Haar ist eine Art Diama-uenband, das von einem Ohr zum anderen reicht uitb in ber Mitte ein Leines Llnhängsel trägt, einen tropfenförmigen Diamanten, der auf die Stirn hängt. Das Anbringen von Ländern, Spangen und Stimmen im Haar erfreut sich gegenwärtig überhaupt besonderer Beliebtheit, denn es herrscht ein Bestreven, die sogenannte „natürliche Frisur" wieder zur Alleinherrschaft >u bringen, bei der nicht mehr künstliche Lockungen venoendct werden, sondern die das Haar in seinem natürlichen Zustande beläßt und es allenfalls leicht wellt. Gewöhnliche Haarnadeln sind habet überbauvt verpönt. Je weniacr zahlreich sie vorhanden sind, desto besser ist e*. und aus alle Falle müssen sie unsickftbar in der Frtsnc versteckt liegen. Dafür aber können Schildpatt-Spairgen und -Kämme unb ähnliche schmückende Be- teüigungSartcn in beinahe allen Formen gebraucht werden. Frisuren dieser Art lassen dem Stopfe seine natürlichen Umrisse unb wirken deswegen haittig besonV-'iS jugendlich. H a n d t ä s ch- chen aus Goldmaschen werden gegenwärtig wieder viel getragen Es imb aber nicht die GoldhandrLschchen, die man früher kannte, sondern itire Form bat fiel» oeränbert: sie haben die Gestalt ziemlich länglidkr Briefumschläge; das Stück, das der Mapve des Briestunschtages emsprickt, ist dabei mit Steinen besetzt. Sie werden für geroöbiüidj an langen Metallketten über dem Arm ober über ber ScknUtcr getragen Als reizende Beigabe zur Toilette icber Dame taudu in London das Ziertaschen- tnch aut, da - meistens im Muff getragen rm.rb, ein ziemlich ilcinei Daichentuch in den buiueften Farben und mit den leb» haftestru Wlüstern. Das Muster besteht z. B. ans ineinarcher ge
schachtelten Quadraten, nwbei der Farbenton von außen naä ber Mille w erst ab- und bann ivieder zunimmt, oder umgekehtt Es gibt Muster, die von den vier Ecken aus in Streuen nock der Mille zu laufen, wv eine Rose zu sehen ist, andere wieder i:nt in ganz kleinen Figuren über die ganze Fläche verteill, und außerdem ist ber Rand bestickt unb mit farbigen ZMopflochstichen ring#' herum eingefaßt. ff.
Chinesische Amazonen.
Die jungen Dlädchen ber Schule Eang-Du lechzen danach sich den Reihen ber Revolutionäre anzuschließen. Ihre Fübrcru hat, wie die „Revue launc" berichtet, im Namen ihrer Müscdult- rinnen an den Revolution-general in Shanghai eine Bittschrift geschickt, die in begeisterten Worten von ihren Wünschen r^d „5)er Himmel gewahrt bat Frauen dieselben Rechte wie bei’ Männern. Seit den ältesten Zeiten haben viele Frauen sich ber Soldatenhandwerk gewidmet . . Ausländer, tote Chinesen bti ligen die Revolution. Kaufleute und Studenten haben 2nippei gebildet, die dem Tode trotzen. Bald werden bic Mandscku auS Ehina verttieben sein. Aber bis jetzt ist noch keine Fraucn truppe gebildet worden. Sind sie nicht würdig, Hricaer it roerben? ES ist wirklich demütigend für uns. Tie Frauen müssen gleicherweise wie die Männer für baß Vaterland vc: antwortlich sein. Wir wollen uns nicht damit begnügen, WleiPcr ju machen; wir jungen Mädchen wollen in die Reihen der männhdxn Revoullionäre cintrctcn; auch wir wollen den Feind vermckten
Aber zum größten Leidwesen der jungen Amazonen hat t > republikanische Regierung sich nickt entfatfiefjen können, ttrtn- beißen Patriotismus und ihren glühenden Wünschen Folge »> leisten; im Gegenteil sie hat den Fragen Chinas einen anher-i Auftus empfohlen, der von den Gegnerinnen der Amazonen aus gegangen ist, die lieber in friedfertiger Weise zum Wohle uni Heile des Vaterlandes wirken wollen. „Alle Menschen, die dn ehrwürdigen chntesischen Volke angehören", so heißt eS in bifvr Manifest, „müssen alle- daran setzen, um ihre Freiheit zu ge winnen. Die Männer drängen sich nach den Schlackticlderc. um ihr Blut für das Vaterland zu vergießen: wie tonnten ba btc Frauen nock ruhig die Hände in den Schoß legen, dem Ver gnügen nachgehen unb sich dem Müßiggänge bingeben? Bleibe:' sie untätig und trutmvhieren die Republikaner, dann inert < !ie die Früchte dee Triumphes nickt genießen. Aber wehe übe: i . wenn bic Mandichus den Sieg baüoiüragen: sie iverb-m nteN. aemeyelt werden. Deshalb darf keine Frau untätig l’leibeit- Zum Kriege gehört Geld und abermals Geld: deshalb ist es um<! " Pflicht, die revolutionären Kaffen mit Geld zu versorgen. *ur so können wir erreichen, nock vor unserem euroväifchen uf*' amerikanischen Scknvestern das Wahlrecht zu belommen. Taru'' auf, chinesische Frauen! handelt' unb zwar sofort, denn r:; lorene Zeit kehrt niemals wieder." »l-
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