Ausgabe 
3.12.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Hk

E

Die hevlitze Nummer umsahi 12 Seiten.

TchnM

halt biete.

+ 5,6 c * V'C.

Der Kanzler über bns Balkcrnproblcm.

" IttaK un,r>hi;

d-n. ai?Ü

ith °"eM

ins

?en iserkeit 1 und weise ndem Namen

__________sfllty

Prcsscstintmcn.

3n zahlreichen Berliner Blättern llingt die E n t t äu- schung über des Kanzlers allzu htappe und unvollstandigc Aufklärung durch. Wir erhalten durch Drahtverrnittclung

roUr^ieDeutsche Tageszeitung" meldet aus Pera. Es ist nicht unwahrscheinlich, baß Bulgarien den 231 So Ha Dez' Das BlattMir" meldet: Nachdem der griechische Bepo l lmäch tig t e die von seiner Re- aierunq erbetenen Instruktionen erhalten hatte, tonnten die Delegierten beider Teile heute nachmittag zu einer Konferenz zufamm eieret en, die, wie man g?aubt, entscheidend sein wird.

74 8\ i C3176 4«: ;

82 I

b 84 JOB* I

L6^sä1 MSB MM'

Io 89 £,. 750 81 ffi I

MMZ

I »>', 3M*,» 1

| 694 T7 1 fdj I

I'LL-L'S

I <- 60 69 iflj V

»GO»

WO

Ktf1

405

S8 Z

jüngsten Entwicklung, es ist ein -öascheii »ach Zahlen, nach der Mehrheit, das nur zu lächerlichen Vlebertretbungen fuhrt. Wie sehr 'der politische Mampf überhaupt die Zahlen ver­zerrt, zeigen die Differenzen in der neuesten fog.

listik". Die bulgarische Presse zählt in Mazedonien über eine Million orthodoxe Bulgaren, nur 210000 Griechen und gar keine Serben. Die offiziösen Schalungen der Griechen für Mazedonien stellen 6x0 000 Griechen -130000 Bulgaren und 10 000 Serben fest. Und der -»erbe Gohtschc »Ach zählt gar nur äOOOn' Vulgarem 220000 @ne»en und 1300 000 orthodoxe Serben. Mazedonien ist eben

An der Bevölkerung Salonikis ist ^^nntlrck) da. "'ter essanteste daß weder die Bulgaren, noch die Griechen dort naen haben Die Juden machen in der Stadt Saloniki wenn nicht die Mehrheit, so doch die verhaltnrs- mäkiae Mehrzahl der Bevölkerung auo. Tie Bulgaren mäßige , Archen gebracht und arbeiten

äh'am SÄr » ungefähr 200 Schüler zählt Die Serben beanspruchen übrigens Saloniki eben- a ls für sich unter der Behauptung, daß Griecheiß Bul­garen und Wallachen im Grunde nur vnkappte «erben seien Merkwürdigerweise vermindern sich bie Griechen n Saloniki zusehends, besonders feit dem großen Brande 1890 der die beiden griechischen Stadtviertel zerstörte. Bei ^em prunkvoll AngelZeten Neuaufbau bleiben Plotzstch kie Geld^ vWg aus Im Entwicklungsgang der greechi- scheu Schulbestrebungen während her lebten Jahrzehnt off^ibart sich allzusehr der Zweck des Kulturkampf gegen die aufstrebenden.Slawen, als daß man etwa wie breenq- lische Presse von einer neuen Blüte der griechischen Schule sprechen könnte. Es liegt keine Arbeit mehr in dieser

tob er 1871 beide Kontrahenten ...

; fleniän den Frieden nur und uLeremsttrnrnend

I "n°r d?r beiden 'kontrahierenden Teile von

I einet anderen '"»ierht angegriffen werd und Rufiland die I l'ngreiiende Macht unterstützt,. ^n ü-eyi man we.^r da«

1 - Kii'ÄU «SS« mr Unterstnkung be» Zarenreiches und in diesem Falle mdlich I laU rn 5ur Unterstützung der berden anderen

Dreibundmächte verpflichtet Ware jSSäSSTg;

i S,äs; "i, w»'S.«

I noerk-nnb« ans die Erhaltung des Friedens g°r>chteten I XÄS

Meßen^uicht «nftHÄ. W»«»W>'<

. Dieser

Äusdruck, indem ei am x_a)iuß iync sm.irßtpn narb ben daß der Meinungsaustausch unter den Mächten nach den

I -eiter der deutschen Politik in seinen

I als ^nfttg^eze,

s^ernde Losung^des Balkanproblems emen erneuten Ruck-

das Sand der Restbevöllernngen.

Bei diesem Kamps aller gegen alle stehen sich cm halbes Dutzend gleichberechtigter Bölter gegenüber, die mit einer Teilung des Landes nie zufrieden wären, ten Bcwcw dafür bringen nur zu deutlich die bisherigen Kampfe, die nach Beendigung des Balkankrieges wahrscheinlich wieder- ' ehren, wenn nicht stärkere Mächte im ~anbc Dtbnunfl chasfeii. Diese stärkeren Mächte sind gerabe in Saloniki durch eingewanderte Landsleute stark vertreten besonders Italien, Frankreich und England. Seit dem Bahnbau sind Deutsche und Lesterreicher dabei, den Borsprung der machte zu Überholen Seit 18?x besteht der deutsche Klub, dessen Klubhaus 1903 von Bulgaren in die L>..t 6/sptengr wurde, «iber nur um [schöner 'wiederverstand, r-ie. blühende deutsche Schule umfaßte in diesem Jahre ^1- bereits Schüler. Tie deutsche Kolonie, die Babngesellschastcn und die österreichische Regierung werden bei der tunftigrn Schielsalbesliminung Salonikis ein gewichtiges Bort mit- zureden haben. Kenner der Berhaltnisse sehen nur in der Internationalisierung der Stabt eine glück­

liche Lösung des Problems. . -

Paris, 2. Dez. DerAgence Savas" wirb aus sa- lonik qemelbet: Tie Meldung, daß die.serbncke Arme« einem serbisch bulgarischen Abkommen cntiPrcdicub Mo na ft t r geräumt und den Bulgaren übergeben habe, ries u den griechischen K r e i | c n grasten El nb r uck hervor. Ter Kronprinz sei nach Satonik gekommen, um diese, Angelegeii- beit mit dem König Georg zu besprechen. Gerüchtweise verlautet, daß der K ö n i g v o n G ri echenland Anstalten getrosten habe mit dec königlichen Familie den ganzen Winter in <oa /lonik zu verbleiben. Eine amtliche Mitteilung erklär, die Behauptung, Griechenland habe entsprechend cE griechilch- bulgarischen Abkommen zngegeben, dast ^alomf außerhalb seiner Zone bleibe, als unrichtig _ ....

Eine amtlischc bnlgartschc Erklärung.

Sofia, 2. Tez. Um der Auffassung entgegenzutreten, daß die'G r i e ch e n z u e r st i n S a l o n i k i e i n g e z o g en sind, wird ein amtlicher Bericht des Armeekomman- deurs Theodorosf veröffentlicht:

Am 26. Lktboer alten ^tils, morgens 4, Uhr^ lnwild ich mich an der Spitze der Armee zwischen den Wörtern Fuv zna und Alwatovo. Däbrmd einer Rekognoszierung wurde die Kavallerie von einer feindlichen Batterie beschossen. Ick erwiderte das Feuer. In diesem Moment verständigte mich der ^mmanbant einer griechischen Kavalleriebrigade, daß die Griechen am nächsten Tage an greis en wnrden. Wir bestimmten, eiiu gemeinsame Stunde zum Ang riss am nächsten Tage Ter griechische Kommandeur versprach, unseren Schluß sofort dem griechischen Kronprinzen, seinem Höchst- kommandierenden, mitzuteilen. Meine Armee trat den Vormarsch aeaen die feindliche -Stellung an. Der Gegner eröffnet 9 fl dstJnfan.'erie ein heilig« Feuer. Untere 9ig * aber die feindlichen zum schweigen und unsere Infanterie ver- Leb di- feindliche Infanterie. Ichl-rt°t- die Vcrwlgung de^ Gegners ein und näherte m i rf) Saloniki. n bi cs em Augenblick verständigte mich der Kronprlnr, baß f i d) b t e Türken ergeben hatten, obgleich ich Mit den Türken keinen K a v i t u l a t i o n s v e r t r a g u n t er - zeichnethatteundmirdieBedi^n gnngen der Kabi- tulation unbekannt waren ^zch habe mich icdoch der Mitteilung des Kronprinzen, unseres Verbündeten, und hielt die Armee drei Kilometer vor Lalonil'. am. Tu Griechen befanden sich 17 .Kilometer entfenit a in 23 ar bar hinter meiner Armee Eine meiner Eskadrons ritt in Saloniki ein ; von meinem Standpunkte aus konnte ich ime Türken mit aus Saloniki kommenden Bahnzugen in der Richtung auf das Wardar entsandt wurden, um zwei Bataillone Griechen in die Stadt zu führen. Während meine J. r m c e a ein vor Saloniki käm 0 ste, unterhandelten die Griechen 17 Kilo nie ter entfernt mit den Tur len. <;d ergaben sich diese, von unseren Ralfen be- sroungen, d-n «riechen, da diel- güninge Scb.ngimgcn ftcllen Ein Teil der bulgarischen Armee ruckte zuerst m -alo- ni i ein während der andere Teil am 28. C Hoher gemeinsam mit den'Griechen einzog. Tie Prinzen Boris und KMill^ruckten an der Spitze zweier Bataillone und einer Eskadron am -9. kt?ber feierlich in^Saloniki ein, also einen Tag später, als der griechische Kronprinz aus Achtung vor bent Kronprinzen, ber alter ist als der unsere. Ter Kronprinz und wir maridperten mit bem Wappen ber Griechen ohne Schwertstreich ein, inb em 11c bt J ©rf 0 unseres Kampfes ansnutzten. xa«, ist -ü-ahrtzeit uoer die Einnahme von Saloniki j.±

Griechenland will den Vasfenstillftand nicht.

<nari5, 2. Dez. Rach einer Blättevmeldunq teilte dec hiesige griechische Gesandte heute Vormittag dem Ministerpräsidenten P o in c ar 6 mit, b oi e g rie- ch is ch e Regierung sich weigere, den L ass en- still st and anzunehmen, welcher aus den von der Türkei gestellten Bedingungen: Berp r o vian t ier ung ber belagerten Festungen und isolierter türkischer Streit­kräfte sowie der Aufhebung der Blockade usw., beruhen

Äunbuh.'. bous flttieten auswohlum^

D1,, 1 fiaiferin, Zürftf

e Sufkt

in einem dn zahlntz, ktnjenbjnertii^ '6* sie nie ausgeh«,« rifdienbtunbmo^hiflk knu.Srcgentn l.Ej ib ^wen Drognic.

des Kanzlers, der an mehreren stellen einen ungewöhnlich entschiedenen Ton ansstilug, von vornherein günstig beein­flußt. Aber trohdem tonnte über den Ernst dieser legungen kein Zweifel obwalten und sie machten denn auch auf die Volksvertretung, aus der heraus besonders bei de. Betonung ber Bundestreue gegenüber Lesterreich-Ungarn starker Beifall ertönte, einen ersichtlich tiefen Eindruck.

Dabei kann man nicht sagen, daß Herr v. Bechmanw Hollweg in seiner Rede irgendwelche neue Taschen von Belang mitqeteilt hat, was sicks ja aucki durch die, wie bei Reichskanzlcn betonte, nod) schwebendeii Verhandlungen. rerbot aber es war ber Ton, ber die Mu il machte. 23<nn I der teitcubc Staatimann der bestimmten H-Ifnung elusdrm | aab daß es auch weiter gelingen werbe, bm Krieg zu! lokalisieren, so fügte er jedoch hinzu, daß, wenn wrr aucl, vielleicht auf dein Ballan weniger direkt interessiert seien als andere Mächte, wir doch berechtigt nnd verpstichlet seien, bei der Reuregelung her Tinge Mitzuwirken. -arnit ist schon die Rolle angedcutet, welche Deutschland bei dem zurzeit schwebendenlebhaftem Gedankenaustausch unter

5ÄĻĻ ä&tog.Bl--WÜT gehört Salomtt?

wm issäss -ä®s » sBs

*«««».

soNten,^ Sache der iw oinZelnen Fall h tten

Patriarchat, wieder zuzu-

Stäbtc würben ununterbrochenbe- ienn , und besonbers um 1904 hausten die Griechen wie wilde Tiere unter Bulgaren, Wallachen ünb ^rden, von denen sie viele HunderteAbtrunnigeü nied^rmetzelün, während die griechischen Zeitungen begeistert die Wieder- belehrung Südmazedoniens feierten. Natürlich antworteten die streitoaren Bulgaren sehr bald in entsprechender ~~-tf- «Ma- man heute in Mazedonien B u l g a r e n nennt, ist ein eigenartiges Gemisch sämtlicher einst herrschender Vol­ker mit einer aus der Zeit der Bulgarenherrschaft übernom­menen, deinBulgarischen" ähnlichen^ g^m^ns^men Mund-

\ Ä « fein werbe,ihre Ansprüche eigenen bulgarisryen ^rara-u^

direkt interessiert " «Menn der Redner fortfuhc, daß! Scharen ber Rationalkirche von

^-m b°droht1°7rdert1oUt^ uiü>° bef°nd«s^um 19»

»ntmortlichk-it herauf,t, den Stier ben §onteni ^cjwt. b«8 fjcift, die Koni e quen ze n c t ne s oster reictz 11 ly i erb i ch e n Konflikts klar und deut ich zum au Es »Äs »WEÄfasCTs sw -»! «r

- - *-- Sutaaren gegen die Griechen ,ntzren soll, ist mepr oer

Schlamm der Völkerfluten als ent slawisches Voll und hat raite bem Schmutz, der Derstockttzett und der Grausam- nur das oute Familienleben und einen gewesen tnege rifchen Sinn mit den Bulgaren jenseits der Grenze gement. SSettn Bismarck anno 1870 anläßlich der Berliner Kon- Z aus die Interpellation Benningsens htn antwortete, Makedonien gehöre völkerkundlich zu $u(gartett. und dar- äb?r ein großer Jubel in der allslawischen Breste entstand, ° darf m^an nicht vergessen, da« dies etn Gegenzug gegen die vo t Englmtd unterstützten Ansprüche der Griechen aus

1 Ausführungen v« I mon «k Cie. Ia'a I

4 611 828 71 857 [6001

19 64 821

513 775 8U 67 1010*

19 681 792 876

7 820 48 921 48 1 01»;

88 506 630 T« 46 81

111 203 628 M m 864 283 373 95 447 601 «7 j 616 eo iioooi w ea v 1 11189 97 [600] 3219 I 112015 57 303 15 L I 1 132 304 470 814 [6tt. 5 88 800 (1000) 16 !' lyr 120 200 69 SOI <v I Lol 93 982 76 116r. ! |653 713 117008 214 1! Lj H8149 200 311 f k) 976 119080 209 U .To 70 333 91 487 W loo] 288 387 78 722 (W 6 69 929 123000 8 1* I 70 1 2*153 311 «3 * 125185 221 323 452 ' |0 707 926 1600) Mj* f448 634 692 771 874 4 |g [5001 97 958 129» El 68 82 437 637 417 El228 396 [30001 619 9 4 620 32 99 706 843 V 1 408 681 713 8V » I 136101 (30001;st» 115

Aus Berkin wird uns geschrieben:

Der deutsche Reichskanzler hat Glück. Als er beute lMontag ', zu Beginn der E t a t s b e r a t u n g , im Reichstage mit Durchbrechung der Tagesordnung unter allgemeiner Spannung des vollen Hauses das Wort er­griff, um seine mit großem Interesse erwarteten Ans- klärungcn über die im :

folgende Zeitungsäußerungen: t

DasBerliner Tageblatt" treibt: ,

i rfi t ber leiseste Beifall erklang am ^dituin seiner ( Rede, in ber an alle patriotischen Gefühle appelliert

Wenn bie Tinge fo günstig liegen wozu gibt der Michskanzler bann ben Sätzen, in denen er bie selbswerstanblid)- - großem ^ntereise erivu^c^» Deutschlands betont, eine Form, bie einen etroa^ ^ll'aPTnL

"en^Äehnt^ auaÄL?Lage St^ng ^Lt^akntaelLb w,''lu^

tel ~ - - -......------ ""aewobulickl ^n^ihrer ?ic wird.ilne.Wirkung nicht vcr-

j^sten Ter Kanzler hätte sicherlid) Beifallsstürme ^ntsesieln ko nen, wenn er nur an seine Rebe eineschwungvole ^ebewendung angefügt hätte. Aber er wollte nickst, er wollte die Situation streng sachlich fchilbein.

DieBossische Zeitung" schreibt:

Eigentlick) hat Herr v. Bethmann nichts neues gesagt, nicht- wa- sich ber gewissenhafte Beobachter selbst ^flcn kann, aber es ist heute ber Stofs für dif verschiedenartigsten Kommentare biesseits und jenseits ber deutschen Grenzen, xen Ersolg der Rede werben bie nächsten Tage auSweisen.,

TieTägliche Rundschau" schreibt. ,

Was Kanzler und Reichstag gesagt haben, war enreulich. Wo so häufia da- Unglaubliche, ja das Unerhörte Ereignis wurde, ^eut man sich schön, wenn das Gute selbstverstaiidlich nicht ausbleibt. . , . _..

Ter Eindruck in Wien.

Wien 3. Tez. Die Rede des Reichskanzlers v.Beth- mann-Hollweg tjat überall gro ß c G en u flt uu ng erweckt In politischen Kreisen meint mau, die Lage, du u einer so deutlichen Sprache Anlaß gegeben ha c müsse ernst fein, hofft aber, daß bie Kanzlerrede zur Aus. rechterhaltung des Friedens beitragen werde.

w 285 Erster Blatt 162. Jahrgang I)icnsta9' 5'

WGetzenerAMgerW

»fc« General-Anzeiger für Oberyessen rMM --xtss? maa ""