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Aur StaSt unO Land.
Gienen, 3. Dezember 1912. Ein Bahnhof Gietzen-Ost.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. : Wettrrausstchten in Dessen für Mittwoch, den 4. Dez. 1912» ^?t>er."ehend nnfheilernd, Nachtfrost, später wieder Trübung mtlb, Niederschläge.
Letzte Nachrichten.
Der Konflikt zwischen der hessischen Regierung und dem Landtag.
R.B. Darmstadt, 3. Dez. Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer wird morgen in Gemeinschaft mit m -cAgrerung eine Sitzung abhalten, in der der schriftliche Vorschlag der Regierung zur Beilegung der Meimuigsver,Äld«i- yerten wegen der Kammerbeamten erörtert werden soll
Eine glückliche Familie!
Urkunde vom 25. Juni 1912. Infolge eines schweren Magenleidend war ich lehr abgemagert und verwandte daher zur Krättiguna öiofon; schon nach 14tägigem Gebrauch fühlte ich mich bedeutend wohler nnd kräftiger, mein Aussehen Imt eine wesentliche Besierung erfahren, das Eisen schmeckt mir wieder. Mein 14 jäbrigeS Töcb- erchen war vor kurzem an einem schweren Maaenkatarrb erkrankt und hatten wir sie, da sie sehr schwach war. schon faü ausgegeben. Wir gaben ,br nun zur Stärckung täglich 2—3 Mal Bioion und wurde fie dadurch so gekrästigt und widerstandsfähig, das; sie die Krankheit überstehen konnte. Auch mein Manu und meine anderen .Kinder haben lieb so an Bioion gewöhnt, daß ich eS in meinem Hauskalt nicht mehr ausgeben lassen kann. Frau Schneidermeister A. Becher, Ser- ®- Unterschrift beglaubigt: Juitizrat Cohn, "al. Nmar. Bwson, hergestellt unter Benutzung des ReichSvatenw 171371 Dose, lzirka V« Kilo) Mk. 3.— in Apotheken, Drogerien,
England unterstützt Oesterreich.
•'/: Sondon, 3. Dez. (Prip.-Tel.) Tie Weltlage bemmt icb aufzuklaren, da letzt auch Großbritannien den Stand- o st e rre t chs als berechtigt anerkennt und kcme allzu umfangreiche Vergrößerung Serbiens und Monte- negros wünscht, da sie nur Rußland nützen werde.
Die Blockade im Aegäischen Meer dauert fort.
3. Dez. (Priv.-Tel.) Griechenland will aucb wahrend des Waffen,tillstandes die Blockade der Inseln im ägäischen Meer nicht aufgeben. Bulgarien ist verstanden.
** Tageskalender für Dienstag, 3. Dez. Stadltheater: e r o d e s und M a r l a m n e". Älnfaug 8 Uhr.
" Ernennung. Der Militciranwärter Vizefeldwebel Theodor Theiß aus Weitershain wurde znm Steueraufseher ernannt und ihn» der Aufsichtsbezirk Beerfelden zugewiesen.
** Stadtt Heater. Eine interessante Neuheit bringt der nächste Freitag: Ludwig Thomas Volksüück „Magdalene*. Das Werk in seiner ergreifenden Schlichtheit hat bei seinen bisherigen Aufführungen in München, Darmstadt, Frankfurt überall tiefsten Eindruck gemacht, der auch hier nicht aus- bleiben dürfte, da sich eine sehr gute Besetzung der Hauptrollen ermöglichen ließ.
*• Schweincfleischpreise. Wir brachten kürzlich die Nachricht, daß die Ochsenfleischpreise in Frankfurt a. M. um 6 Pfg. abgeschlagen seien und knüpften an diese Mitteilung die Nutzanwendung für Gießen. Ein hiesiger Metzger- meister ersucht uns offenbar im Hinblick auf diese Notiz um Mitteilung der in Frankfurt vom 1. Dezember ab giftigen Preise. Es kostet dort das Pfund Ochsenfleisch 1,05 Mk., Ochsenfleisch (Bauchfleisch) 0,80 Mk., Ochsenfleisch bei unter Aufsicht stehenden israel. Metzgern 1,08 Mk., Rinderfleisch 0,90 Mk.
** Unzulängliche Bureauräume. Etwa 650 Per- onen besuchten, wie man uns schreibt, heute die Stadtkasse, um Zahlungen zu leisten ober Geld in Empfang zu nehmen. Die Räumlichkeiten erwiesen sich hierbei wieder einmal den Ansprüchen und Zeitverhältnissen nicht mehr entsprechend. Manchmal war das Hebezimmer so überfüllt, daß kaum jemand aus- noch ein- konnte und froh war, wenn er sich wieder glücklich außerhalb des Gebäudes befand. Den Beamten, die ja das Publikum so rasch wie möglich abzufertigen suchten, muß volles Lob gespendet werden. In welchem Zustande mögen sich aber die Beamten nach einer solchen Leistung befinden, zumal wenn sie nach einer P/o» kündigen Pause sclwn wieder antreten und in den schlecht erleuchteten Räumen weitere vier Stunden arbeiten müssen. Im Interesse des zahlenden Publikums sowohl, als auch in gesundheitlicher Beziehung der Beamten wäre es daher eine der vornehmsten Pflichten unserer Stadtverwaltung, endlich einmal für größere bessere und zeitgemäße Kassenräume zu sorgen. Es ist uns bekannt, daß ui einer der nächsten Sitzungen der Stadtverordneten- Bersammlung die Beratung über die Bureauräume für die Bürgermeisterei vorgesehen ist.
•• Unfall. Gestern abend hatte ein Arbeiter zu viel getrunken und kam auf dem Schienengeleise der elektr. Straßenbahn in der Walltorstraße zu Fall. Im gleichen Moment kam ein Wagen gefahren, der vom Führer nicht so rasch zum Halten gebracht werden konnte, so daß der Mann eine kurze Strecke vor dem Wagen her geschoben wurde. Er erlitt dabei geringe Verletzungen im Gesicht und wurde nach Anlegung eines NotverbandeS in seine Wohnuug gebracht.
" Auch eine Bierreise. In unserem Nachbarorte Lollar hatten einige Stammgäste der.Linde" am Sonntag abend den sonderbaren Einfall, auf einem Kuhfuhrwerk nach dem Bahnhof zu fahren, dort einige Runden zu trinken und dann auf dieselbe Art zur „Linde* zurückzukehren. Die originelle Fahrt erregte viel Heiterkeit, kann ater ihren Veranstaltern nicht znm Ruhme angerechnet werden, denn es ist nicht alle Tage Fastnacht, nnd Stammtische sollten lieber in Halbdunkeler Verborgenheit und Verschwiegenheit bleiben.
Landkreis Gießen.
„X. $fl- Llxn, 2. Dez. Gestern nachmittag gegen Uhr überflog von Süden her ein Freiballon unser Dorf der anscheinend auf dem freien Felde zwischen hier und Elim' bach landen wollte. Da ihm nicht rasch genug Hilfe gebracht werden konnte, erhob er sich noch einmal und kam noch gerade über den Wald, „Homberg" genannt, hinweg, um bei Climbach wo die notige Anzahl Leute zum Helfen bereit stand, nieder- uigeben. — In unserer Kirche fand heute nachmittag wieder £.xn-111 u r 9 1 ’ ä c r Adventsgottesdienst statt, den der menge Krrchengcsangverein und die 1. Schulklasse, beide unter Veitung non Lehrer Walter, durch Vortrag mehrerer 'ein durch gearbeiteter Adventsrlwre verschönerten. — Das Geländer an der logen. „Lihbank" bei der Wirtschaft von Amend, das im
Konst a n tinovel, 2. Dez. Die Unterzeichnung des Waffen still st andsprotokolls wird für morgen erwartet. Unmittelbar darnach werden die Frie-
vorigen Jahre an Altersschwäche eingegangen war, ist nun en fr. lich wieder in neuer Schöne und Festigkeit erstanden und baut - die fast ein ganzes Jahr bestandene Gefahr des Absturzes ^cr a- dieser Stelle öfters spielenden Kinder zur großen Bcruhigmn der Eltern beseitigt. — In der vorletzten Woche sind aur> die schlecht gepflasterten Wege auf dein Kirchho f bei der Kirck- neu chauffiert und mit Basaltgrus überworfen worden Ter Kirchplatz hat dadurch ein viel gefälligeres Aussehen erl-alte. Bei den Erdarbeiten find auch einige Grabsteine aus bett Ende des 17. Jahrhunderts zutage gekommen, die ai der Kirchenmauer ausgestellt worden sind.
Kreis Lauterbach.
^Lauterbach, 2. Dez. Der Staatseisenbahnverei-, veranstaltete gestern Nachmittag im Saalbau zur, Johannesberg hier eine Großherzogs Geburts. kags feier. Unter den Gästen befanden sich Kreisrat t. Bechtold, Kreisamtmann Tr. Heß, Bürgermeister Stöple- Oberpfarrer Müller u. a. Die Feier wurde durch einen ron der Schülerin E. Becker gesprochenen Prolog eingeleite- Bahnmeister Kiefer hielt sodann die Festrede und brachte ein Hoch auf den Großherzog aus. Tie hierauf zur Aufführung gekommenen Theater- und Solostücke fanden aV gemeinen Beifall. Ein Tanz, der bis Mitternacht bauerte bildete den Schluß der Feier.
Hessen-Nassau.
w. Dietz, 2. Dez. Das mit vier Personen besetzte Automobil de§ Mechanikers MoebuS fuhr in der vorletzten Nacht bei der Straße zwischen Runkel und Schadecl über eine scharfe Kurve hinaus und stürzte in voller Fahri in den Straßengraben, wo es sich überschlug. Der Lenker de§ Automöbils, der Mechaniker MoebuS, wurde sofort gc° tötet, sein Vater trug schwere Verletzungen davon, die beiden anderen Insassen sind leichter verletzt.
Kauft in- Wissenschaft.
— Im Darmstädter Hoftheater begann Georg, B a f I a n o f f, _ber russische Bariton ist, der an der Wiener Hofoper tätig rst am Freitag sein zwHinaliges Gastspiel mit dem Me vblstopheles in Gounods „Faust", um es am gestrigen Sonnteq als Rlgoletto zu beschießen. Tas Gastspiel gestaltete sich zu einem außerordentlichen Eiffolg. ES scheint aber, als hätte Baklmvff ^asl^engende Tage hinter sich. Tie Stimme llang ettvas ermüdet ^arstellerrich bot er Wicker eine ausgezeichnete Leistung, die wvh' nur von dem Portugiesen d'^lndrade übertroffen wurde.
. , — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisse«- 1 ch a 11. E u g e n^ d ' A l b e r t arbeitet an einer neuen Oper, oie den Titel „Sirocc o" tragen wird. — Frank Webe '111 ds modernes Mysterium „Franziska" errang im Kamme rsp i e l ha u se in München trotz seiner Verworrenheiten und seiner barocken llcberlabung einen starken Erfolg Dem Lpiel des Dichters und feiner Gattin folgte man mit andauerndem Interepe. — Leoneavall osiüngstv Oper „Z igeuner" fm» bei der ersten 2lufsührung in Mailand lebhaften Beifall und brachte dem Komponisten und dem Verfasser des Buches, Ca- E a $1 V änblrcicbe Skroorrufc’ Tas Werk ist ausgezeichnet durch Melobienreichum und dramatische Kraft und kommt m lemcr Wirkung fast dem „Bajazzo" gleich. — Im Hofl?eater ir Karlsruhe machte Emawiel von Bodinans Tragödie „Di« heimliche Krone" einen großen Eindruck. — In B r esl au aiid E. v. Wolyogens Spiel Eine fürstliche Maul chellc im Lobdheattr eine fdyr herzliche Aufnahme. — In - •» 11 ’J? . £r 9 ivrnißm) ist der Finanyschriftsttller und Statik sttker Pwsefsvr Richard Siegfried im Mttr von 67 Jahren g e ft o r den. Trotzdem er feit Jahren fchwerhörig und völlig erblindet war, fetzte er feine literarische Tätigkeit bis 3um letzten Lebenswahr rort — In Bremen erhielte Karl Müllers y a c Burschen Herrlichkeit, ein Spiet von Stubentiratrn am Rhein, einen stürmischen Lacherfolg.
densverhandlungen, wahrscheinlich auf neutralem Gebiet, beginnen.
Der griechische Gesandte in Pari s erklärte, Griechenland verwerfe die Waffen st illstandsverhandlun- g e n. Cs hatte den Verbündeten feine Anschauungen mitgeteilt und verttaue, daß Sofia diese Bedingungen zurückweist.
Die albanische Frage.
Ofen pest, 2. Dez. Die Regierung ordnete im Verkehr mit Serbien aus polizeilichen Gründen den P a ß - zwang an.
Valoua, 2. Dez. Ein griechisches Kanonenboot ist heute früh hier angekomwen und hat sofort das Bombardement gegen bte Schußhütte für das Unterseekabel eröffnet. Die Beschießung war jedoch unwirksam. Es gelang dem Kanonenboot nicht, das Kabel zu unterbrechen. Die Bevölkerung betrachtet die Beschießung übereinstimmend als einen Protest gegen die Erklärung der Unabhängigkeit und Neutralität Albaniens. Sie verhält sich ruhig, obwohl sie erregt ist.
Die Konsuln Italiens und Oesterreich-Ungarns versicherten Ismail Kemal, daß ihre Regierungen immer die -tiefsten Sympathien für das albanesische Volk gehegt hätten und der Entwicklung Albaniens in Unabhängigkeit das größte Interesse entgegenbrächten und den Alüanesen ihre moralische Unterstützung gewähren würden. Ismail Kemal sprach in seiner Antwort den beiden Regierungen die Dankbarkeit des albanischen Volkes aus.
Die „Soff. Ztg." meldet aus C et in je: Die Gesandten des Dreibundes verständigten am Montag den König und die Regierung, daß sie in der albanischen Frage eines Sinnes seien.
Die Serben in Durazzo.
Durazzo, 2. Dez. Eine Abteilung serbischer Truppen besetzte vor einigen Tagen die italienische Schule und befindet sich noch dort. Infolgedessen unternahm der italienische Konsul bei dem Kommandeur die erforderlichen Schritte.
Schandtaten auf dem Balkan.
Die „Times" meldet aus Cetinje: Nachrichten aus Quellen, die keiner antiserbischen Tendenz verdächtig sind, bestätigen bedauerlicherweise die Gerüchte über die Härte der Repressalien, die die serbische N achhut gegen die Alb anter ergriffen hat, die, wie es heißt, während des Marsches an das Adriatische Meer vorgekommen sind.
Die „Times" meldet ferner aus Saloniki:
Mazedonien ist getränkt mit dem Blutt unschuldiger Opfer. Es ist nvtarisch, daß die Bulgaren sich in reichlicher Weise der Komitatsclsts bckienten, da sie selbst alle tierfügbaren Truppen nach Thrazien schicken mußten, so überließen sie das eroberte Mazedonien der Gnade ihrer blutbefleckten Hilfskräfte. Das Ergebnis zeigt sich in den Ereigniffen von Kawa la und 2 eres und an dem enormen unter schiedslosen Schlachten, das vor sich ging, besonders im Bezirk von A v r e t Hissar, wo feinem einzigen Mohammedaner das Leben gelassen wurde. Auch Dede Agatsch ist der Schauplatz scheu ß l i cher Svenen gewesen. Mohammedanische Banden haben ihrerseits yu der allgemeinen Vernichtung beigetragen. Die Metzeleien in Kawala sind durch Armenier verübt worden, die sich der bulgarischen Armee als Freiwillige angeschlossen hatten. DaS Motiv war offenbar, die Metzeleien von Adana yu rächen.
Deutschland und die türkischen Flüchtlinge.
Konstantinopel, 2. Dez. Die Pforte stellte Deutschland, das mit dem Schutze der türkischen Interessen betraut ist, 5000 Pfund für die aus Kossowo in Saloniki eintreffenden muselmanischen Flüchtlinge zur Verfügung.
Der letzte militärische Erfolg der Bulgaren.
Sofia, 2. Dez. Ueber die Kämpfe, die der Kapitulation der beiden unter dem Befehl von Javar Pascha stehenden beiden türkischen Redi f di Vision en voranging, veröffentlicht die Agence Bulgare folgenden aus füglich en Bericht:
Die bulgarischen Truppen hatten am 20. November die türkische Armee bei K irdschali geschlagen und zum Rückzug auf Guemildschina gezwungen. In der Gegend von Kirdschali waren jedoch türkische Streitkräfte in der Stärke von etwa 20 000 Mann zurückgeblieben, welche die bulgarische Verbindungslinie nach Guemildschina, sowie die bulgarischen Truppen um Abrianopel bebrohten. Eine starke bulgarische Kolonne marschiertt von .Kirdschali,in der Richtung nach Guemildschina und Dedeagatfch. Gleichzeitig wurde eine vorwiegend aus Kavallerie bestehende Kolonne längs des rechten Ufers der Maritza entsandt, um den Türken den Rückzug nach 'Galipoli abzuschneiden. Eine dritte gleichfalls vorwiegend aus Kavallerie bestehende Kolonne setzte sich in letzterer Richtung in Bewegung. Am 22. November griff die am rechten Maritzaufer vorrückende Kolonne die türkischen Stellungen vor Dede agatsch an und bemächtigte sich in der Nacht vom 22. und 23. November der Stadt. Da jedoch die Kolonne benachrichtigt wurde, daß eine 4000 b i s 5000 Mann starke feindliche Kolonne von Guemildschina anrüde, beschloß sie sich nach Bedektt zurückzuziehen, wobei in Feredzik zu Rekogiwszierungszweden eine Kavallerieabteilung zurückgelassen wurde. TieS geschah am 24. ytovember. Sechs Tage rnnber, ■ am 18. November, rückte eine Infanterie-Kolonne von Kirdschali gegen Nastanlü vor, wo fidt zwei Kompagnien Nazims und Ba- , schibozuks mit einer (ÄebirgSbatterie und zwei Mittailleusen befanden. Die bulgarische Kolonne griff am 19. No- : vemb er die türkischen Stellungen an und zwang den Feind, zu einem ungeordneten Rückzüge nach Guemildschina. Die Strafte war mit großen Mengen Mu- , nitions- und Kriegsmaterial bedeckt. Bei dem Dorfe Baktalschgla wurde ein Lager mit 70 Zelten im Stiche gelassen. Am 22. wurde Guemildschina von der Mrdschalikolonne eingenommen. Den Türken gelang es, sich unter dem Schutze der Nadchut mittete , Eisenbahn bis zur nächsten «Station Feredzik zuriidzuzieheu Am 25. November errcirfitc die Kirdschalikolonne, den Feind verfolgend, Feredzik, wo sie sich mit der am rechten Maritzufer vorruckenden Kavalleriekolonne in Verbindung setzte Tie Türken 1 zogen von Feredzik nach Merhumli und stellten ihre Positionen ' un Norden dieses Dorfes wieder her. Am 28. November hißten die Türken nach einem regen Kämpft, ber bis 8 Uhr nachmittagä J dauerte, die weiße Flagge und sandten Parlamentäre zur 1 Einleitung von Verhandlungen. Ihre Bedingungen wurden ledoch 1 für unannehmbar befunden. Am nächsten Tage, um 2 Uhr nachmittags, ergaben sich die Türken endgültig Der kommandierende General des .WrpS von Kirdschali, Mehmed Javar Pascha, sein Generalstabschef He m bi Bcy , die Korn Mandanten der beiden Divisionen, Oberst R a s s i n i und öberfi (Emfur, ferner 265 Offiziere und etwa 12000 Unter o n 161 c r e und Gemeine wurden gefangen qenom men Ferner wurden 8 GebftgSgeschütze, 3 Mittailleusen, 1500 Werbe sowie Kriegsmaterial und K)Jhmitwn erbeutet.
Reise des König« Ferdinand nach Tschataldscha.
Sofia, ,2 , Dez. Der K ö n i g reifte in Begleitung des Ftnanzmm^ters nach Tschataldscha ab.
Wie unseren Lesern noch in Erinnerung ist, sind vor einigen Jahren hier Bestrebungen im Gange gewesen, in der Schwarzlach einen Bahnhof Gießen-flrord zu er^aHen. Der Bahnhof tarn nicht zustande, weil der Stadt die ihr dabei zugemuteten Opfer zu groß waren. Sie sollte — außer einem einmaligen Beitrag von 50000 Mk., den die an der Sache interessierten Grundbesitzer aufgebracht hatten — einen erheblichen dauernden Zuschuß leisten. Ta aber die Ausdehnung der Stadt die Anlage eines zweiten Bahnhofes eigentlich unbedingt erfordert, sei auf eine andere Stelle hingewiesen, an. lder die Anlage eines weiteren Bahnhofes angebracht wäre und in einem bescheidenen Anfänge schon vorhanden ist. Es ist dies an dem Bahnübergang an der Gießen—Fuldaer Eisenbahn an der Licher Straße. Tort hält jetzt schon jeden Wochentag-Morgen ein Zug, um den zahlreichen diese Strecke benutzenden Arbeitern die raschere Erreichung ihrer Arbeitsstätten zu ermöglicl)en. Tiefe Einrichtung könnte wohl mit leichter Mühe ausgedehnt werden. Damit würde ein sich immer mehr ausdehnender Stadtteil dem Bahnverkehr näher gebracht und die dort in der Nähe befindlichen großen Anstalten ^lKaserne, Siechen an statt «und Heil- und Pflegeanstalt — verbürgen von vornherein eine gewisse Frequenz, wozu noch die Annehmlichkett käme, daß die Ueberführung von Kranken und Siechen vom jetzigen Bahnhof in die beiden Anstalten sich leichter gestalten würde. Die Entfernung des Bahnüberganges an der Licher Straße vom Bahnhof ist groß genug, um die Anlage einer Haltestelle ohne betriebstechnischie Schwierigkeiten zu ermöglichen. Jedenfalls dürfte ein solcher Einwand, wie er seuterzeit von der Eisenbahnverwaltung beim Nordbahnhof-Projekt gemacht wurde (er wurde übrigens dann fallen gelassen), hier nicht in Frage kommen, da bei der nicht allz-uhäufigen Zugfolge auf der Fuldaer Strecke wohl keine Sd)wierig- keiten zu befürchten sind. Es bleibt dann Ttodj der damals ebenfalls erhobene Einwand der Bahnverwaltung, daß mit )er Errichtung eines weiteren Bahnhofs die Einnahmen der Bahn geschmälert würden, aber das ist ein Gesichtspunkt, der bei einer Verbesserung des Verkehrs keine Rolle pielen sollte, da die paar Mark Mindereinnahme, die vielleicht entstehen, bei einem Riesenunternehmen wie die ireußisch-hessische Eisenbahngemeinschast doch keine Rotte pielen. Ueb,'.rigens würde auch manche Mehreinnahme erzielt werden von Personen, die ihre Fahrten nach Frankfurt, Kassel usw. auf der neuen Station beginnen würden. Die Angelegenheit sollte gerade jetzt erwogen werden, da durch )ie beabsichtigte Verlegung des dortigen Bahnwärterhauses ohnedies dort Veränderungen eintreten werden
Ein Zyklon anf Noffi Bö.
Paris, 3. Dez. Auf der in der Nähe der Insel Madagaskar gelegenen französischen Insel Nossi Bö wütete in bei Nackt zum 25. November ein furchtbarer Zyklon, ber ungeheueren Schaden anritbtete. Zahlreiche Plantagen wurden zerstört, Häuser verwüstet und viele Menscken getötet.
Pfeffernüsse nach Dr. Oetker's Rezept sind seit Jahren bewährt. Zutaten: 4 Eier, 375 g («/< Pfund) Zucker, '/- Päckchen von D r. Oetker's Vanillin-Zucker, 500 g Mehl, 1 Weben von Dr Oetker's Backpulver, 60 g Mandeln, 60 g Sukkade (Zitronat), 30 g gemahlenen Zimt, 1 Messer- IPitje voll gestoßene Nelken, 1 Messerspitze voll gestoßenen weißen Pfeffer. 3Übereilung: Eier, Zucker und Vanillin-Zuckcr rührt man schaumig und führt nach und nach das mit dem Back Pulver gemischte Mehl, die gemahlenen Mandeln, Sukkade und die Gewü^e hinzu und verarbeitet alles zu einem festen Teig, den man fingerdick ausrollt, nötigenfalls fügt man noch etwas Mebl j ysuzu. Mit einem Likörglas sticht man kleine Plätzchen aus, die man auf gefettetem Backblech hellbraun bäckt.
Vom Kronprinzen von Montenegro.
: Paris, 3. Dez. Der „Matin" meldet u - . ronprinz Danilo von Montenegro nichts bet ist, sondern an schwerer Dyssenterie erkrankt ist.


