Ausgabe 
2.4.1912 Erstes Blatt
 
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2 Volksstücke und 2 'Kinderkomödien, im ganzen also 55 verschiedene Stücke. In Offenbach wurden 27 Vorstellungen und in Homburg v. d. H. 21 Vorstellungen gegeben. Als Gäste waren verpflichtet: Ernst von Possart, Alexander Moissi, Agnes Sorma, Margarete Beling-Schäfer, Karl Baum, Hermann Nesselträger, Frieda Eichels- heirn. Ferner Ensemble-Gastspiele: Rosa Poppe mit Ensemble; Hanako, Japan, Tragödin mit Gesellschaft; Bayer. Bauern­theater Josef Meth; L Wiener Kinder-Operetten-Ensemble. Tie Tireklion des Stadttheaters Hanau a. M. (Kurhaustheaters Hom­burg v. d. H.) wurde Herrn Direktor Adalbert Stetster bis zum Jahre 1917 weiter übertragen.

DiedeutscheSpracheandenhöherenSchulen. Gelegentlich des vom 9.11. April in Dresden statlfindenden BerbandstageS der akademisch gebildeten Lehrer Deutschlands ver­anstalten die Lehrer des Deutschen an den höheren Schulen Deutschlands im dortigen Künstlerhäuse eine Zusammenkunft, in der wichtige Fragen über die Ausgestaltung des Unterrichts un­serer Muttersprache an den höheren Schulen zur Erörterung ge­langen werden. In der Hauptsache werden sich die Verhandlungen um den Kampf der Germanisten gegen die alten Sprachen drehen; eS soll endlich dafür Sorge getragen werden, daß der Mutter­sprache in der Bildung unserer deutschen Jugend der Platz ein­geräumt wird, der ihr gebührt. Zahlreiche Vertreter des deutsch­sprachlichen Unterrichts aller Schulgattungen aus allen deutschen Staaten haben in Aussicht gesellt, baß sie an der Tagung teilnehmen werden.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen schäft. Tie schwäbische Landesausstellung für Rei und Fremdenverkehr ist gestern in Stuttgart im Auftrage de Königs von Herzog Albrecht von Württemberg eröffnet wor­den. Anne Filossosow, eine der hervorragendsten Frauen­rechtlerinnen, ist im Alter von 74 Jahren in Petersburg ge­storben In Freiburg ist der frühere ordentliche Professor der Philosophie Tr. Uebinger im AUer von 57 Jahren ge­storben. Professor Toerpseld- Athen wurde in den Ruhestand versetzt unter Verleihung des Roten Adlerordens zweiter Klasse mit Krone: Professor Karo, der bisherrge -werte Sekretär des Archäologischen Instituts in Athen ist sein Nachfolger,

Ausland.

Dem Kurier des französischen Ministeriums des Acußcrn wurde während der Eisetrbahnfahrt zwischen Peters­burg und Luga eine Brieftaschegestohlen, in der sich 3000 Francs sowie ein G e h e i m b r i e f des französischen Botschafters

Weitere öffenUiche Besichtigungen werden anfangs Mai veran­staltet.

Tie Komponisten des Konzertiahres 1910» 1911. In der ,Meuen Zeitschrift für Musik" veröffentlicht Ernst Challier eine Statistik der nn Konzertjahr 1910/11 meistauf- gcführten Komponisten. Tie absolut größte Zahl von Auffüh­rungen erzielten (die in Klammer beigefügte Zahl bedeutet die des JahreS 1909/10): Beethoven mit 1120 (1116) und Brahms mit 1195 (1114k trotz der kleineren Gesamtzahl nimmt Beet­hoven die erste Stelle ein, weil sich diese Zahl aus 453 großen Orchesterwerkcn und 108 Konzerten mit Orchester zusammensetzt, während Brahms nur 139 bezw 60 aufzuweisen hat, dazu aber 592 Lieder, Gesänge, Duette usw. Ihnen folgt Robert Schumann mit 914 (919); das Konzertjahr greift bekanntlich in Atoei Ka­lenderjahre hinein, also hat der 100. Geburtstag Schumanns (8. Juni 1910) beide Konzertjahre beeinflußt. Tann Schubert: 764 (752), Mozart 547 (414), Liszt 529 (327); auch hier, wie bei Schumann, ist der 100. Geburtstag (20. November 1911), trotzdem er erst nach Schluß des Konzertjahres 1910/11 zu feiern war, nicht ohne Einfluß geblieben. Es schließen sich an: Dach 521 (433), Wagner 480 (529), Hugo Wolf 405 (301), Reger 326 (218) und R. Strauß 322 (264). Namhaftere Zahlen haben bann noch aufzuweisen, zum Teil ebenfalls mit aufsteigender Richtung: Mendelssohn-Bartholdy 223 (211), Tschaikowsky 233 (183), Haydn 216 (209), Saint-SaenS 173 (133), Handel 158 (151), Weber 148 (137), Grieg 144 (103), Dooräk 127 (101), Berlioz 117 (121), Debussy 92 (49), Loewe 85 (62), Lalo 84 (24), Weingartner 76 (20).

Statistischer Rückblick des StadttheaterS Hanau a. M. TaS Stadttheater in Hanau in Verbindung mit dem Jnterim-Sladttheater in Offenbach a. M. und dem Kur- hauStheater in Homburg v. d. Höhe (Direktor Adalbert Steffter) versendet folgenden statistischen Rückblick: ES wurden während der Winterspielzeit 1911/12 insgesamt 213 Vorstellungen gegeben und zwar: 78 Vorstellunaen im Abonnement, 90 Vorstellungen außer Womtement, 40 Nachmittagsvorstellungen und 7 Dolks- vorstellungen. _ Zur Darstellung gelangten: 18 Trauerspiele, Dramen und Schauspiele, 17 Komödien, Lustspiele und Schwänke,

Freisberger von Weilburg nach Koblenz, der Reseroe-L.'ko- motivfübrer H ü t l e r von Grebenhain nach Bebra, die Lokomotw- beizer Becker von Bebra nach Grebenhain, Nobitz von Betz- , boif nach Altenkirchen, Klein von Bebra nach Grebenhain, Wagner von Gießen nach London der Ober-Packmenter Burk von Gladenbach nach Nidda, der Bahicho's-Aufseher D r o mm er s- hausen von Büdesheim i. O. nach Gießen, der Unter-Asiist-nt O h l r von Torlelweil nach Büdesheim, der Eisenbahngehilfe G o t t - wals von Höchst a. M. nach Lauterbach.

firet5amtspetfonalien. Ter Großberzog hat den Ministerialsekretär m dem Ministerium deS Innern, Re- gierungSrat Herm. Pfeiffer, zum ständigen Hilfsarbeiter in diesem Ministerium, den Kreisamtmann bei dem Kreiöamt Offenbach, Konr. Löhlein, zum Ministerialsekretär im Ministerium deS Innern, den RegierungSassestor Dr. Erich Kintscher genannt von Köbke zu Darmstadt zuin KreiS- amtmann ernannt.

HauSwirtschastl. Fortbildungsschulen für Mädchen. Man schreibt uns: Ter Deutsche Reichstag hat am b. Dezember 1911 eine einschneidende Slenderung der Reichs-Gewerbeordnung beschloffen, die am 1. April 1912 bereits in Kraft getreten ist. Darnach erhalten die Gemeinden das Recht, für alle erwerbstätigen weiblichen Personen unter 18 Jahren hauswirtschaftliche Pflicht-Fortbildungsschulen zu errichten. Die hiesige Ortsgruppe des Deutschnationalen HandlungSaehilfen-VerbandeS hat daher eine Eingabe an die städtischen Behörden gerichtet und gebeten, auf Grund der neuen Fassung des § 120, Abs. III, der R.-G.-O. verbind- lichen HauShaltSunterricht für alle erwerbstätigen Mädchen unter 18 Jahren einzurichten.

** Die Schlachtviehpreise sind, soweit sie für die Fleischversorgung der Stadt Gießen in Betracht kommen, in den letzten Tagen sehr in die Höhe gegangen. Dabei besteht eine Knappheit in Ochsen und Rindern, wie Händler und Metzger sie noch nicht erlebt haben. Trotz der sehr hohen Preise, die die Metzger bezahlen müssen, ist die Quali­tät des Viehes gegen normale Zeiten zurückgegangen, wo­durch den Konsumenten weiterer Nachteil erwächst. Die Preise für Schlachtvieh stellen sich augenblicklich für Ochsen 93 bis 95 Mk., Rinder 91 bis 93 Mk., Kälber 72 bis 76 Mk., Kühe 75 bis 80 Mk., Schweine 74 bis 76 Mk. der Zentner Schlachtgewicht. Kenner der Verhältnisse sind der Ansicht, daß wir noch lange nicht an der Grenze des Höchstpreises für Schlachtvieh, besonders für Ochsen, Rinder und Kälber, angelangt sind.

** Elektrische Straßenbahn. Vom 1. April ab haben die bisherigen Zahlmarken der Straßenbahn ihre Gültigkeit verloren. Umtausch gegen neue findet nur bei der Verwaltung des städtischen Elektrizitätswerkes und der Straßenbahn, Lahnstraße 28, statt. Tie Wagenführer sind nicht berechtigt, die bisherigen Zahlmarken in Tausch zu nehmen.

**Die festkicheProbefahrtder Automobil­omnibusse GießenWieseckAlten-Buseck ist wegen des gestrigen regnerischen Wetters auf den nächsten J. April verschoben worden. Tie Bretzeln und die dazu gestifteten Würstchen haben indessen, wie uns mitgeteilt wird, im Eichamt am Walltor zur Ausgabe bereit gelegen sie wurden aber gewogen und zu leicht befunden.

* Schutz den Hecken. Die nicht allzuhäufig vor­handenen Hecken in den Feldern sollten weit mehr als bisher Schutz finden, da sie meist die Wohn- und Nistplätze der nützlichen Vögel bilden. Mit der Entfernung der Hecken vertreibt man die durch die Vertilgung von Sck)ädlingen der Landwirtschaft unentbehrlichen Gehilfen aus der Vogel­welt. Ebenso kann das Verbrennen des alten Grases an Hecken und Rainen nicht genug gerügt werden.

Landtreis Gießen.

--Londorf, 1. April. Am 1. Ostertag veranstalte der Kirchengesangverein Londorf ein Kirchenkonzert, bet dem Herr v. d. Au, Konzertorganist in Mainz, das neue Orgelwerk der eoang. Kirche in all seiner Pracht und Mannig- faltigtcit vorführen wird. Herr v. d. Au besitzt den Ru eines technisch durchgebtldeten, feinfühlenden Konzertspielers.

Kreis Büdingen.

X Nidda, 1. April. Mtt Schluß des Schuljahres verließ uns der Oberlehrer und Rektor der hiesigen Höheren ' Bürgerschule, E. Kolb. Neun Jahre lang hat er an unserer ' Schule gewirkt. Er hat mit Treue, Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit feines Amtes gewaltet, und das Lehrerkollegium , der Höheren Bürgerschule, wie auch der Volksschule und auch

die Gemeinde sieht ihn nur ungern scheiden. Er ui zum Oberlehrer an der Höheren Bürgerschule in Langen ernannt worden. Tie einzelnen Frühlingstage haben das Wachs­tum in Feld und Wiesen sehr gefördert; in den Garten tonnte man, besonders in tieferliegenben, wegen der anhaltenden Raffe noch nicht viel arbeiten. Die Obstbäume zeigen einen großen Reichtum an TragknoSpen, die ebenfalls schon sehr weit entwickelt sind und falls nicht Nachtfröste kommen eine reiche Ernte versprechen.

Kreis Lauterbach.

4- Schlitz, 1. April. Tie höhere Bürgerschule wurde nach dem Jahresbericht im vergangenen Schuljahre von 43 Schülern, darunter acht Schülerinnen, besucht; davon waren 35 aus Schlitz. An der Anstalt wirken fünf Lehrkräfte, dar­unter eine Lehrerin. Neu ausgenommen wurden diesmal zehn Schüler, wahrend sieben zur Enllassung kamen, von denen drei an andere höhere Lehranstalten übergehen.

Sir. 5 Schotten.

I. Vom Hoherodskopf, 1. Avril. Am Samstag be­ging der Vogelsberger Höhen-Club^ seine erste Bis - m a r ck f e i e r auf dem Hoherodskopf. Trotz Nebel, Schnee und Regen waren Gäste aus fern und nah herbcigeeilt, um teil­zunehmen an der Ehrung des großen Kanzlers. Nach gemein- chastlichen Nachtessen zog man zum Tauisteinturm, von bejen Zeuerfchale die Flammen des Bismarckfeuers den Teilnehmern entgegenleuchteten. Es dauerte ziemlich lange, bis das Feuer die Nässe von Schnee und Regen überwunden hatte, aber dann schlugen die Flammen hoch auf. Gegen 1 »10 Uhr begann der Kommers im neuen, urgemütlichen Klubhaus, geleitet von Zahn­arzt Jäger- Gießen. Nach einem Lied aufunseren Bismarck" hielt Prof. Allendorf eine tiefempfundene Rede, die dem Andenken Bismarcks geweiht war.Liebe zum Vaterland soll der Dank fein, den wir Deutsche Bismarck schulden. TaS zu sagen und dazu anzuspornen ist heute nötiger als jemals seit 1870." Seine Worte fanden freudigen Widerhall in aller Herzen. In ein dreifaches Heil aufs geliebte ' Vaterland stimmten die Anwesenden freudig.ein, begeistert erklangDeutschland, Teutsch- land über alles". Noch manches frohe Lied schloß sich an, heitere Vorträge folgten und das unvermeidliche Tänzchen, wenn auch im engen Raum.

Kreis Friedberg.

(?) Bad-Nauheim, 1. April. Ein schönes Stück Arbeit leistet seit 6 Jahren der B i l d u n g S v e r e r n. Ec zählt jetzt 434 Mitglieder. Im letzten Winter wurden acht Theatervorstellungen vom Rhein-Mainischen Verbandst!), a- ter gegeben, die eine Turchschnittsbesucherzahl von 210 aus- weisen. Die Bibliothek wird neuerdings auch von der Stadt unterstützt; auch private Freunde des Vereins ver- mehren den Bücherbestand dauernd durch Zuweisungen. Im abgelaufenen Vereinsjahre wurden in 52 Bibliotiieksstunden rund 5000 Bände ausgeliehen. Leider fehlen bei den Ver­anstaltungen des Vereins immer noch sehr die BevöllerungS- lreise, denen in erster Linie die Volksbildungsarbeit gilt. Auch das jetzt von der Stadt im alten Rathaus zur Verfü­gung gestellte öffentliche Lesezimmer, in dem Zeitschriften und Zeitungen der verschiedensten politischen Richtungen ausliegen, wird von der einheimischen Bevölkerung noch ver­hältnismäßig wenig benutzt, aber um so mehr von den Kur- fremden.

1 Er habe nicht nur für die gehobenen Unterbeamten den TitelPostbetriebSassistent", sondern auch für die mittleren Beamten den "Postbetriebs sek r et art ge­fordert: 2. Er sei in seiner Rede zum Postetat dafür ein­getreten, daß Gießen in die Ortsklasse B, Nidda und Hungen in die Ortsklasse D des Wohnungsgeldtarifs ver- setzt werden.

Aus der Erklärung des Abg. Roeren, in der er seine Mandate niederlegt, sind folgende Sätze herauszu- &CbC,% Hat für kurze Zeit einige Ruhe ein, dann aber begannen wieder, und zwar in steigender Hestigkeit, dle alten ^Zngrme gegen dieNörgle r",H y v er ka t hol ik e n und tote sonst man die Vertreter der katholischen Weltanschauung trn Gegensatz zu den Vertretern der sog.allgemein-" obergEmsam-chrU^ lichen" Weltanschauung zu bezeichnen pflegte. Ich habe Mich trotzdem von jeder weiteren Behandlung der Streitfrage und trotz aller Provokationen von jeder Erwiderung zurückgehalten, viel­mehr die Angelegenheit in loyaler Weise vor bet unter diesen Um- standen allein gegebenen Stelle, nämlich in der am 14. v. JJC. im Abgeordnetenhaus« stattgefundenen Fraktion S- sitzung, in der über den Streit auf katholischer Seite verhandelt wurde, zur Sprache gebracht. Die Auseinandersetzungen, die sich hieran anknüpften, haben ergeben, daß eine Verteidigung des von mir vertretenen Grundsatzes, selbst den fortgesetzten Provokationen gegenüber für mich in meiner Stellung als Mitglied der Fraktion als ausgeschlossen gelten muß. Diese Lage wurde für mich unerträglich sein, ich müßte sie als unwürdig bezeichnen. Ich bin deshalb nicht in der Lage, mein Mandat länger beizubehalten, und zwar weder dasjenige zum Abgeordnetenhaus, noch auch in Konseauenz davon dasjenige zum Reichstag." ,

Auch in einer besonderen Erklärung an ferne Wähler betont Herr Roeren, daß sein Schritt eineNotwendigkeit sei, der gegenüber alle persönlichen Rücksichten zurücktreten müssen". Die Zentrumspresse hüllt sich im allgemeinen ju der Sache in Schweigen und enthält sich jeder Kritik.

Aus parlamentarischen Kreisen schreibt man unS: lieber die Wahl eines Mandatsnachfolgers für den ver­storbenen Abg. Träger ist im Lager der fortschritt­lichen Partei ein Zwist ausgebrochen. Ein Teil der Partei wünscht den Abg. Wremer wieder in den Reichstag zu entsenden, während ein anderer für den früheren Abg. M u g d a n plädiert. Es ist noch zweifelhaft, wer den Sieg davonttagen wird. Für die Nachfolge im preußischen Ab­geordnetenhause sind noch feine Bestimmungen getroffen. Die Freunde Wiemers wollen dieses Mandat Mugdan an­tragen.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 2. April 1912.

Lehramtsassessoren. Durch Entschließung deS Ministeriums deS Innern wurden die nachstehend genannten LehramtSceferendare zu Lehramtsaffefforen ernannt: Wilh. Backhaus zu Groß-Umstadt, Ludw. Bauder zu Bensheim, Dr. Odo Becker zu Darmstadt, Gust. Busch zu Darmstadt, Herrn. Buß zu Gießen, Rich. Frölich zu Mainz, Alfr. Graf zu WorinS, Phil. Guntrum zu Alsfeld, Hch. Jockel zu Darmstadt, Hch. Koch zu Friedberg, Friedr. Lehmann zu RüffelSheiin, Dr. Hch. Lotz zu Friedberg, Hch. Müller zu Mainz, Ludw. Karl Müller zu Darmstadt, Karl Neu- kum meter zu Mainz, Friedr. PI och zu Gießen, Joh. Rüdiuger zu Bingen, Otto Schaffner zu Darmstadt, Rich. Schmalz zu Gießen, Martin Schmidt zu Gießen, Dr. Karl Schmoll zu Offenbach, Theodor Spitznagel zu Gießen, Wilh. Stein zu Friedberg, Herm. Stöhr zu Offenbach, Dr. Wilh. Tavernier zu Darmstadt, Gg. lieber le zu Mainz, Karl Wa lisch mitt zu Friedberg, Otto Wasser zu Grünberg, Dr. Wilh. W e r n e r zu Darm­stadt, Nik. Würth zu Darmstadt.

** Eisenbahn personal-Nachrichten. Dem Ober- uad Geh. Regierungsrat Dr. Roesler in Frankfurt ist die ständige Vertretung des Eisenbahndirektions-Präsidenten in Fällen seiner Abwesenheit oder Behinderung Übertragen worden. Versetzt wurden: Bahnhofsvorsteher Reitze von Griesheim nach Wetzlar, der Eisenbahn-Assistent Wagner von Frankfurt' nach Lauter­bach, die Komm.-Asssstenten Keller von Hersfeld nach Gries­heim a. Main uL» Bartel von Wetzlar nach Frankfurt, die Lokomotivführer Profiti ich von Gießen nach Limburg, Rauh von Rennerod nach Limburg, B o n a r d von Bebra nach Fulda,

L. Bad-Nauheim, 1. April. Von heute an ist der neue Bahnhof so weit fertiggestellt, daß die lämtlichen Geleise be- ahren werden können. Tie seitherigen Uebergänge über die Ge­leise nach dem Goldstein, der neuen Saline usw. sind vom 1. April verboten. Aller Verkehr geht nun nur durch die südliche Unterführung. Ferner wird morgen eine der neuen Einsteig ha Hi dem Verkehr übergeben. *"

Starkenburg und Rheinhessen.

W. D a r m st a d t, 1. April. Die Süddeutsche Eisen» bahn-Gesell schäft stimmte in ihrer heutigen General­versammlung dem Vertrag mit der Stadt Darmstadt betreffend die Gründung der Hessischen Eisenbahn-Gesellschaft und die Uebertraguna der Konzessionen für die Dampfstraßenbahnen auf diese im Prinzip und vorbehaltlich redaktioneller Aende- rungen zu. ,

rm. Darmstadt, 1. April. Zum Dorndieler Raubmord, dem am 10. Mai 1910 der Kaufmann W. Bachmann II. in Dorndiel durch einen bis jetzt nicht er­mittelten Täter zum Opfer siel, wird gemeldet, daß die Gen- darmerie m Groß-Umstadt den feit dem Mord aus der dortigen Gegend verschwundenen Peter Anton Hitzel, gen. Marosch auS Mühlheim fest genommen hat, der schon da- mals als der Tat verdächtig festgenommen, aber wieder ent­lasten worden war. Die Staatsanwaltschaft begab sich heute nach Groß-Umstadt, um Vernehmungen vorzunehmen.

m. Offenbach a. M., 1. April. Im hiesigen Krankenhaus wurde vor einigen Tagen ein Patient eingeliefert, der sich einen falschen Namen beigelegt hatte und nunmehr geworben ist. Der Mann hatte dem in Frankfurt wohnenden Schreiner Jakob Haas die Ausweispapiere gestohlen und war unter dessen Namen aufgetreten. Wie sestgestellt wurde, handelt es sich um einen alten Verbrecher, der schon zahlreiche Vorstrafen hinter sich hat. Es ist der 39jährige Seiler Theodor Betkcr aus Riga, der sich längere Zeit in Frankfurt aufhielt und dort mit mehreren Kumpanen zahlreiche Einbrüche verübt hat. B. hat ent kürz­lich eine längere Freiheitsstrafe in Preungesheim verbüßt und dann unter seinem richtigen Namen in Offenbach in der Ludwig- straßc gewohnt. Die Leiche, die der Anatomie der Gießener Universität überliefert wurde, wurde durch einen Gefangenen­aufseher der Preungesheimer Strafanstalt als die des B. fest- gestellt.

d. Mainz. 1. April. In der heutigen Sitzuna der Stadtverordeten erfolgte die Beratung der Vor­an s ch l ä g e für 1912. Auch für das laufende Jahr soll von einer Erhöhung der Umschlagsziffer bei den Umlagen ab­gesehen werden, sie bleiben tote im Vorjahr auf 106,5 Proz. Zur Ausgleichung des Voranschlags der Betriebsrechnung werden bte Überschüsse früherer Jahre mit 307 546 Mk, sowie ein Teil von 206 396 Mk. aus den für außerordent­liche Tilgungen bestimmten Summen gedeckt. Was im nächsten Jahre geschieht, weiß bis jetzt niemand, da man die Wirkung des neuen Umlagesteuergesetzes noch nicht kennt. Stadtv. Adelung machte auf die neue Besoldungsordnung für die höheren Schüler aufmerksam, die Städte muffen hier- ür 230000 Mk. au j bring en, ohne daß sie etwas mitzu- prechen hatten. Tie he,jischen Städte müßten hiergegen Protest erbeben. Für die Erweiterung der EiSaniage im Schlacht- und Viehhof wurden 35000 Mk. bewilligt. Bezüglich des neuen Wasserwerks am Schönauer Hof ' bei Groß-Gerau erklärte der Oberbürgermeister, das P^o.ekt sei soweit gefördert, daß in 2 Jahren das Werk vollendet wäre, die Stadt werde gutes und ausreichendes Wasser , erhalten. Von der Errichtung eines Winter- Schwimmbades soll der großen Kosten halber vorläufig Abstand genommen werden. Ein Antrag des Stadtv.

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