die Wichttaste und dringendste dieser Maßnahmen. Er werde noch vor Ende 1912 die Verminderung desMarsch- gepäcks füt die Fußsoldaten durchführen. Was das Militärflugwesen anlange, so sei es notwendig, daß sich Frankreich "den Vorsprung bewahre, den ihm kerne andere Macht streitig mack-e.
Die Rede des Kriegsministers wurde mit großem Beifall ausgenommen.
Bei der Beratung des Kriegsbudgets in der Kammer machte Kviegsministcr Mille ran d, nachdem er über die schwarzen Inippen gesprochen hatte, noch folgende bemerkenswerten Ausführungen: Eine bescheidene Erhöhung unseres Landtruppenkontingentes wird die Annahme des Lecrekrutieningsgeseßes bringen. Dieses Gesetz wird den jährlichen Anteil der Marine an dem Aus- Hebungs kontingent um 1000 Mann verringern und der danbarmee 20 000 Mann mehr für die Mobilisierung zu- sühren, zwei Drittel Reservisten, ein Drittel Landwehr.
Auf eine Anfrage wegen des automatischen Gewehrs erwiderte Kriegsminister Mill er and mit dem Hinweis auf eine früher gegebene Antwort des Ministers Berte au x, in der dieser feststellte, daß das augenblicklich in Gebrauch befindliche Gewehr eine ausgezeichnete Waffe sei und mit der Kugel D, die eine flachere Flugbahn und eine größere Traglveite sichere, mit den besten in anderen Ländern gebräuchlichen Waffen den Vergleich aufnehmen könne. Von drei Millionen Gewehren sei nur bei 30000 der Laus etwas abgenutzt. Diese würden aus dem Gebrauch gezogen und mit lehr geringen Kosten wieder instand gesetzt werben könne.
Millerand kündigte schließlich an, er werde die Kavallerie mit einer Schußwafse ausrüsten, die zwar nicht vollkommen, aber doch einen unbestreitbaren Fortschritt bedeute. Er halte dies für besser, als zu warten, bis dieses lange studierte Problem endgültig gelöst sei.
Eine Äabinettstrisis in Frankreich.
Bei der zweiten Lesung der Wahlreformvorlage ist die französische Negierung in eine sehr schlvierigc Lage gekommen, so daß sie veranlaßt war, die Vertrauensfrage zu stellen. Der ehemalige Minister Augagncur begründete nämlich einen Gegcnentwurf, um das Verhältniswahlsystem zu Fall zu bringen. Das geschah in der Kammersitzung am Montag. Am Dienstag beschloß der Ministerrat, daß Ministerpräsident Poincars Einspruch gegen den Wahl- gesetzentwurf des Llbgeordneten Augagneur erheben und die Vertrauensfrage stellen solle.
lieber den Verlauf der gestrigen Sitzung der Kammer wird berichtet:
Paris, 18. Juni. Nachdem sich verschiedene Redner zu dem Gegenentwurf Augagneur geäußert hatten, führte Ministerpräsident Poincarö u. a. ans:
Der Regierungsentwurf ist ein wahrer Ausgleichs-Vorschlag und dazu bestimmt, eine Einigung der Republikaner herbeizuführen. Wir sind bereit, alle Maßregeln zu prüfen, welche das Einvernehmen mit den Republikanern erleichtern werden, vorausgesetzt, daß unberücksichtigt bleibt, was wir als Kernpunkt der Wahlreform betrachten. PoincarS verlangte sodann die Ablehnung des Gegenentwurfs Augagneur und fügte hinzu: Wenn sich gegen uns eine republikanisch Mehrheit findet, werden wir nicht mehr die nötige Autorität zu besitzen glauben, um die Regierungsgewalt weiter auszuüben. (Beifall im Zentrum und auf der äußersten Linken und auf der Rechten.)
Augagneur beantragte sodann Verweisung seines Entwurfs an einen Ausschuß, um den Versuch zu machen, alle Republikaner zu einigen. Ministerpräsident Poincar 6 beantragte Ablehnung dieses Antrages und stellte die Vertrauensfrage.
Der Antrag Augagneur auf Ueberweisung an einen Ausschuß wurde darauf unter dem Beifall der Kammer mit 346 gegen 197 Stimmen abgelehnt. Augagneur zog seinen Gegenentwurf zurück. Daraus wurde die Sitzung geschlossen.
Nach der Sitzung traten die Minister zu einer Beratung zusammen, in der sie feststellten, daß die Regierung in der Abstimmung die republikanische Mehrheit für sich gehabt hatte.
Der italienisch-türkische Krieg.
Tie türkischen Verluste.
Rom, 18. Juni. Die „Aaenzia Stefani" meldet aus Tripolis: Nach zuverlässigen Nachrichten sind die türkisch e n V e r l u st e viel größer als man bis jetzt annahm. Allein auf dem rechten Flügel wurden von den Italienern 545 Türken bestattet. Die Einwohner von Zan- zur erklären, daß scl>on bei Beginn des Gefechts sehr viele Dole und Verwundete von den Türken zurückgeschafft wurden, und daß auf der Straße bis Zu a via sich noch viele Gefallene befänden, die aus der Flucht ihren Wunden erlegen sind. Unter den Gefallenen befindet sich auch Hauptmann Abdallah Esfendi und mehrere türkische Scheiks.
• „Agenzia Stefani" meldet; General Camerana und Admiral Borea Ricci melden aus Buseeifa mittels Funkenspruchs: Gestern (am 17. d. M.) wurde eine energische Aktion gegen Gruppen von Arabern unternommen, die versuchten, die Ausschiffung der italienischen Truppen und die Besetzung der Lase Mi für ata bis Aur Zurug'Bai zu verhindern. Der Erfolg war vollständige Räumung der Lase vom Feinde uns ihre Besetzung. Gestern ccpAgtc lein Angriff von feiten der Araber. Die Arbeiten zur Ausschiffung des Materials zur Einrichtung einer Ope- rationsbajis schreiten mit größter Rührigkeit fort.
Die Maßregeln gegen die Italiener in der Türke'.
Konstantinopel, 18. Juni. Heute früh teilte der Gouverneur von Pera dem deutschen Konsulat mit, morgen würden die noch anwesenden Italiener, soweit sie nicht ausgenommen seien, verhaftet und als Kriegsgefangene behandelt werden. Infolge bestimmter Vorstellungen wurde entschieden, die Italiener würden verhaftet und nach dein deutschen Konsulat geschafft. Der deutsche Konsul will sie in das italienische Hospital schicken, wo sie bleiben werden, bis ein Schiff gefunden ist, auf dem sie abreifen. Aus der Konstantinopeler Gegend sind fast alle italienischen Arbeiter abgereift. Ungefähr 10j bleiben zurück.
21 us Heften.
Scheuerung der Beawtenbesoldungsvorlage?
bs. Darmstadt, 18. Juni.
In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses gab der Zentrumsvertreter die Erklärung ab, daß seine Partei unbedingt an der Nichtbelastung der Gemeinden festhalten werde. Der dadurch entstehende Ausfall von etwa 277 000 Mark soll dadurch ausgeglichen werden, daß man
alle Beamten einschließlich der Lehrer auf eine niedrigere prozentuale Erhöhung setzen solle. Tie Regierung betonte aber, sich mit einer derartigen Maßnahme unter keinen Umständen einverstanden erklären zu können. Sie habe in ihrer Vorlage den Beamten schon den Mindestsatz gewährt und könne unter diesen nicht mehr heruntergehen. Weil sich über diesen wichtigen Punkt keine Einigung erzielen ließ, wurde beschlossen, daß die Fraktionen heute nachmittag zu Fraktionssitzungen zusammenkommen sollten. Morgen wird der Finanzausschuß mciter über diesen Punkt beraten.
*
Im Anschluß an die heute vormittag abgehaltene Sitzung des Finanzausschusses hielt auch die nationalliberale Fraktion eine Sitzung ab, in der über die von dem Zentrumsvertreter vertretene Ansicht eingehend gesprochen wurde. Einige Mitglieder der nationalliberalen Fraktion erklärten, daß auch sie sich dem ablehnenden Verhalten des Zentrums anschließen werden, da sie nicht in der Lage wären, den Gemeinden eine Mehrbelastung zuzumuten.
Nach dieser neuen Wendung darf mit einiger SicherheitaufdasSch eiter nderRegierungs- vorlage überhaupt gerechnet werden.
Deutsches Neich.
Der WertdesdeutscbenSpezial Handels im reinen Warenverkehr belief sich im Mai 1912 auf 834,5 Millionen Mark in der Einfuhr und 713,6 Millionen Mark in der Ausfuhr, im abgelausencn Jahresteil auf 4287,6 Millionen Mark in der Einfuhr gegen 3871,5 Millionen Mark und in der Ausfuhr auf 3496,6 Millionen Mark gegen 3206,3 Millionen Mark im Vorjahre. Außerdem erreichte die Einfuhr von Gold und Silber im Mai 1912 einen Wert von 16,9 Millionen Mark, im abgelaufenen Jahresteil einen solchen von 110,8 gegen 106,3 Mill. Mark im Vorfahre. Tie gleichzeitige Ausfuhr von Gold und Silber hatte einen Wert von 74 und 63 Millionen Mark gegen 32,1 Millionen Mark im Vorjahre.
lieber ein deutsch-italienisches Abkommen berichtet die „Deutsche Tagesztg.": Am 19. d. M. wird in Berlin das Abkommen zwischen Italien und Deutschland unterzeichnet, das den italienischen und deutschen Arbeitern den wechselseitigen Genuß der staatlichen Wohlfahrtseinrich- tungen in Deutschland und Italien gewährleistet und Unterbrechungen des Versicherungsgennsscs infolge von Hin- und Rückwanderung ausschließt.
AuslcruS.
Das belgische Komitee für die Jahrhundertfeier der Schlacht bei Waterloo hat am Dienstag aus dem Schlachtfeld eine Gedenkfeier veranstaltet. DaS Komitee legte am Preußen- Denkmal einen Kranz nieder, und sein Vorsitzender, General a. T. Baron v. Heu sch, gedachte in einigen Worten der Tapferkeit der preußischen Soldaten. In einem Telegramm gab er dem Kaiser Kenntnis von der Gedenkfeier vor dem Denkmal. Ter deutsche Veteranenverein, der deutsche Offizierverein und der Attache der deutschen Botschaft Major Renner wohnten der schlichten Feier bei.
Die „Post" bringt folgenden Drahtbericht aus Ofen pest: Bekanntlich sind bei dem Attentat auf den Grafen Tisza fünf Schüsse abgegeben worden, während der Attentäter nur vier Schüsse abgegeben hat. Heute erschien nun beim Ofener Stadthauptmann ein Abgeordneter der Regierungspartei und erklärte, den fünften Schuß auf Kovacs abgefeuert z u haben. Seinen Revolver deponierte er. Damit ist auch die Angelegenheit des fünften Schusses, über die eine Untersuchung schwebte, aufgeklärt.
Nach einer noch unbestätigten Meldung der „Wiener Allgem. Zeitung" ist der entthronte Sultan Abdul Hamid wahnsinnig geworden.
Aus Stadt und Land.
ließen, 19. Juni 1912.
♦ * Tageskalender für Mittwoch, 19. Juni: Militär- konzeri zum Beilen des »Jnvalidendantt. AdendS ä*/4 Uhr in Steins Garten.
• • Landes Universität. Am 18. d. Mts. wurde Herrn Dr. phil. Felix Ientzfch, geboren zu Königsberg i. Pr., bie venia legendi bei ber philosophischen Fakultät für das Fach ber Physik erteilt. Als Habilitationsschrift veröffentlichte er: Stubien über Emission und diffuse Reflexion.
• • Die 3 0. allgemeine Pfarrkonferenz ber evangelischen Geistlichen ber Provinz Ober Hessen wurde heute vormittag 10x/2 Uhr in StemS Garten unter dem Vorsitz von Superintendent D. Petersen - Darmstadt abgehalten. Hauptgegenstand der Verhandlungen bildete ein Vortrag von Professor D. S ch o e l l - Friedberg über ,bic Kirchengememde und die Jugend*.
"Erledigt ist die Stelle des Forstwarts der Jorst- luartci 9t aun beim.
Felbbergfest. Von den Gießener Turnern errang Alfred Hahn (M.-T.-V.) mit 63 Punkten den 20. PreiS.
** Gießener Stadtthcater. Eine Nacht in Venedig. Tas Stadtthcater eröffnete gestern abend feine Operctten- ipielzeii mit einer gut gelungenen Aunuhrung der S t r a u ß s ch e n x. pcrettc: Eine Nacht in Venedig und erzielte damit einen schönen Erfolg. Einzelne Stücke fanoen sehr starken Beifall, Darunter auch das allerliebste Taubenballett, das von Frau O l - d i n i sehr nett eingerichtet war. Tie einzelnen Taritellcr bemühten sich recht lebhaft und auch das Gruppenspiel war gut burd)gearbeitct. Als Earamello, des Herzogs Xleibbarbitr, fand sich in Herrn Kurt Harden vom Neuen Stadtthcater in Siele» leid ein geschickter und beweglicher Vertreter, dessen stimmliche Mittel in dem Gondellied am glänzendsten zur Geltung kamen. Seine Liebste Annina sang Fraulein Alice T h a l l e r vom Theater an der Wien mit grazichcr Anmut und errang schon gleich mit ihrem Anftrittslicd: Frutti bi rnare einen lebhaften Erfolg. Fräulein Alma W a l1 ä vom stadtthcater in Basel, die hier noch m guter Erinnerung steht, gab der Eibolletta ihr lcbhattes Tcrnocra ment und ihre frische Stimme. Herr Otto Beer vom Zentral- thcaler in Dresden, der den Herzog spielte, scheint sich bciicr lur ausgesprochen moderne Operetten zu eignen, obschon er seine Rolle an sich recht gut durchjütwtc. Herr Selben war ein drolliger Bartolomeo. Von unseren einheimischen Kräften sind Herr Grosser als Stcfaiio, Fräulein Scholz als uneniroegte Agsrcola, und Herr Norden, der auch die Regie führte, als Pappacoda zu neuen. Auch der Chor hielt sich, von einer Entgleisung abgesehen, rcüjt wacker, und die Kapelle unter Herrn Mährens Leitung paßte sich ebenfalls gut in den Rahmen ein.
* Stadttheater. Nach dem schönen Erfolg, den die „Nacht von Venedig" gestern errungen hat, wird den weiteren Opcrettenauffui)rungen mit größtem Interesse ent- gcgengesei.en. Als zweite Vorstellung ist für nächsten Dienstag, 25. Juni, aus vielseitigen Wunsch Lehars reizende L perette „Der Gras v o n L u x e m b u r g" angesetzt worden. Da das Werk im letzten Jahre schon gegeben worden ist, sind ermäßigte (gewöhnliche^ Preise angesetzt worden.
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Frankfurt rätselhafte Mise gnna Koch aK brüte morgen em daß er feine To vürgt habe. »ung Kochs den >
Heber die Ä: flenbe Schilderung B b Neu-Isen Cd m einer M mit Slivesschnclle t seine Tochter mt hi W Zeit sausten Schutzleuten, Äonnr Söiber durch die / Stanffurter und hu Landstraße hinaus. Dichtung die über schneist ab, von bi keslewiesenschncisc 15 Minuten im n 3n diesem Distrikte umsäumte Wiese au nach langem Hin-- u bezeichnete ihnen 1 lautem Weinen cd irie er das Mädche bis es tot am Boi Händen in das' in Eidsenkung gelegt, gefehlt. Tie Leiche ' Raubtiere hatten neu, so daß noch mäider verzog bei, sosort unter la Frankfurt a. M. der erste Staatsan Koch für Hanau, i amvruchte. Peinl Photograph foerani zu machen. Der Ä stunden so an, daß um die Menge zui noch im ßaiiie ber Tat auf fcififtfjem Strikt für die Hm banau abgegeben n
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so daß für die Abonnenten zu dieser Vorstellung Feine I weitere Ermäßigung eintritt. Tie Herren Studierender ’ zahlen an der Llbendkasse kleine Preise.
♦* Bcn Ali - Bcy. Es ist ein seltsames Gefühl, wem man als „aufgeklärter Europäer ' den Zauberkünsten zusieht, br aliindischc und ägijptifdx Priester mit scharfem Geist erfanner, um ihre Gläubigen ganz in dem Bann ihres Willens zu Holter. Freilich wirken die Von'ührungen, wie Ben Ali-Bey selb 1 treffend bemerkte, auf Abendländer nicht so beHcmmcnb, ja geradezu furck-terregend wie im Orient, aber man wird trotzdem stark durch sie beschädigt und manches „ah" des Staunens uw manches ttovsschüttcln der Ueberraschung belohnte di« wirNich ungewöhnlichen Darbietungen. Geradezu reizend war das mui. terc Gaukeln der kleinen Papierschmetterlinge, — japanische Zaubei- 'viele — die ihr Leben der Kunstfertigkeit Heiner Frauenhände verdankten. Etwas bekannter, aber mchtsbestowcniaer fesselns war das Hervorbolen von Papierstreifen, Kästchen, Käfigen usw aus leeren Gefäßen. Daran schlossen sich ägyptische Zaubei kunststücke, die umso verblüffender waren, als sie Ben Ali-Ber I in einem augcnfdtcinlich leeren Raum vorführte. Seine mvstiscben I Experimente wurden von dem Publikum so lebhaft beklatscht, buf; er sich verpflichtet fühlte, seinen Kops' vom Stumpfe zu holen und mit dem Sitze seiner Intelligenz in der Hand für den Beifall zu danken. Tas war jedenfalls eine Vorführung, »v. man sic nicht alle Tage zu sehen bekommt. Von der dritten Abteilung, bie äghptisck>-indische Schwarzkünste umfaßte, war» besonders die beiden letzten Nummern — das unverwundban ' Turbamuch und die Seelenwandcrung von vorzüglicher Wirkung. I Man steht überrascht vor dieser Welt des — scheinbar — liebet' I natürlichen, die uns trotz allen Sträubens, immer und immer wieder erstaunt. Ebenso fesselnd war die Belebung eines am Samt gemalten Ärcibcmcnidxn, der, sogar nachdem man ihn die Hälfte seines unverhülltcit Knochenaktes genommen, trobbem noch seelenruhig seinen Cakc-walk weitettanzte. Den Schluß ber Vorstellung, die in ihren wechselnden Darbietungen ein roirflidr- Gcnnß war, bildeten die indischen Seifenblasen, die sich nnci dem Willen ihres Schöpfers zu den wttnderlichstcn Formatiovcr zusammcnsctzen. Wir sehen der Fortsetzung des Gastspiels am 21. Juni mit regem Interesse entgegen.
* • 3 11 dem am 27. Mai hier verübten Einbruchs d ie b st a h l, bei dem deut Täter für 11 000 Mk Wertpapiere und Bargeld in die Hönde sielen, können wir mitteilen, daß die Wertpapiere ztnn größten Teil bereits am 28. Mai in zwei Bankgeschäften in München zum Derkcuc gebracht luurbcn. Ter Verkäufer der Papiere mar offenbar der Töter selbst trnd nannte sich in einem Falle Gastwir Müller au§ Bamberg und im anderen Falle Holzhändlk! Karl Burger au5 Michelau. Er ist etwa 40 Jahre alt 1.80—1,85 Meter groß, schlank, aber breitschulterig, ho: blonden Schnurr- und Spitzbart und gerötetes Gesicht. Bekleidet war er mit dunklem Anzug, Umlegkragen und Havelock Er sprach bayrischen Dialekt und schiert in Frankfurt a. M., Bamberg und München mit allen Verhältnissen vertraut zu fein. Im Holzhandel und im Handel mit Molkerei, artikcln war er eingehend bewandert. Da nicht arrSgefchlossn ist, daß der Unbekannte auf Grund vorstehender Beschrcibunx nanthaft geniacht ivcrden kann, werben im Interesse der All« gcmeinheit die Personen, die irgendwelche Auskunft über ibi ! geben können, ersticht, der Kriminalabteilring deS Polizeiamt; unverzüglich Nachricht ztikommen zu lasicn. Die Frage, rr:: den Verlust zrt tragen hat, läßt sich noch nicht beantworten da nähere Klärung in der Sache erst eintreten kann, toenn der Dieb dingfest gemacht ist. Einstweilen find die Wertpapiere gesperrt und können nicht weiter veräußert werden.
Kreis Schotten.
(a) Sckotten, 18. Juni. Wie man hört, wird auch ber Zar sich im Vogelsberg eine s chl o ßä hnli äi» Villa bauen lassen.
st. Schotten, 18. Juni. Gestern wurde das seitherig Finanzamtsgebäude, tvelcheS der Stadt gehörte, offen? lich versteigcrt und ging ztrrn Preise von 31500 Mk. n den Besitz deL hiesigen Landwirts und NtetzgerS Geor; Schlörb I. über. Gleichzeitig beschloß der Stabtoorftan), riachdem das Ministerium der Finanzett sich bereit erlläck hatte, das Gebäude auf 12 Jahre fest zu mieten, einen Neuzeit entsprechenden Neubau für das Finanzamt mit Wohnun; für den Amtsvorstand zu errichten. Zu diesem Zwecke soll eu (Sorten in der Lohgasse gegenüber dem Gebäude der Ober- försterei Feldkrucken käuflich erworben werden.
Q La ubach, 18. Juni. Gestern und heute fand bcS Au 8 schußfest wie alljährlich statt, daS unter ber Ungui t der Witterung etwas zu leiden hatte. Niontag oormittej beioegte sich der althergebrachte Slusschußfcstzug durch dr Stadt nach dem Schlosse, wo der AuSschußhauptmann, G)ai> wirt Högy, die Begrüßungsrede an daS Gräfliche Har k richtete und die Einladung zur Teilnahme an dem Feste au<« sprach. Graf Wilhelm zu SolmS-Laubach drückte ba Dank aus und hob hervor, daß 40 Jahre feit Begründm; der sogenannten Skicgerfcftion — auS den Veteranen vci 1870/71 zusammengesetzt — verflossen seien und deshalb bei breSjährige Fest eine besondere Bedeutung habe. Bei bei Schießen, an bem sich nicht nur geübte Schützen, sondern alt Bürger beteiligen, gewann den vom Gräflichen Hause m stifteten Hammel Friedrich Günther, daS von der Grast gestiftete Kletd Konrad Jochem. Heute fanden Ingen- spiele, u. a. ber herkömmliche Hahnenschlag, statt.
Kreis Friedberg. .
= Butzbach, 18. Juni. Hier fand am 17. pul eine Aussprache über die finanziellen Berhäl " nisse ber Butzbach-Licher Eisen bahngesel ' schäft statt, an per Vertreter der beteiligten Behörde, Gemcrnben uub Interessenten teilnahmen. Die Lage i>t h Gesellschaft ist zwar betanntlich nicht günstig. Man ho t jedoch bei allieitigcm Gntgegenfommeu über die fchlimrurck Jal)re hinauSzutommcn, bie das Eifeubahnuntcrnehmai I bis zu seiner vollen Entwickelung burchzumachen hat. V.a der Eisenbahngesellfchaft unb der Hauptaktionärin, b r Firma Lenz u. Ev.«Berlin, sind ber Versammlung zu diesen Zweck nähere Vorfchl ge unterbreitet worben. HierncM ]ollen während ber nächsten 5 Jahre von den beteiligti Gemeinden und Firmen gewisse Zugeständnisse genrar werden, die dem Unternehmen bie iionvenbige finanzie. Entlastung verschaffen sollen. Tie Vorschläge lucrben b« Gemeinden demnächst zur Beschlußfassung zugehen.
— Butzbach, 18. Juni. Die vom Landwirt schaftskammer-Ausschuß geplante Zuchtvie! auftion zu Butzbach tonnte von dem Kreisamt Fn<> berg wegen ber zurzeit wieder bestehenden Scuchengefo^ nicht genehmigt werden. Es ist deshalb in Anssis genommen, die Veranstaltung im Herbste oder nack-sp Frühjahr zur Durchführung zu bringen._ __ j
= Langcnhain-Ziegenberg, 18. Juni. Sonntag feierte der hiesige Radfahrvercin seine Banne ; weihe. Morgens war Wettrennen auf der Straße Rie-lt mörlen—Usingen. Nachmittags folgte ein Zug durch Hi
R^ite vormitt, an bet ftn Z----


