Ausgabe 
18.4.1912 Erstes Blatt
 
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Gesc

orstand gehören ferner an Geh. Forstrat Leinemann, Ministe- alrat Tr. Kolb, Forstmeister Killlmann, Generalarzt Dr. Kühle-

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Borstandsmahl wurde Bürgermeister Mueller als 1. Vorsitzender gewählt. 2. Borsitzender wurde Kommerzienrat Goebel. Dem

Vorstant

KreiS Wetzlar.

w. Wetzlar, 17. sJlpnl. Auf ein erfolgreiches Ge­schäftsjahr kann wieder der Spar- und Bauverein zurück- bliefen. Nach dein 1910 genehmigten Bauplan wurden am 1. November v. Js. 6 Einfamilienhäuser und das 1 2. FamllienhauS an der Gabelsberger Straße bezogen, Um dem gesteigerten Bedürfnis Rechnung zu tragen, sollen bis zum 1. Mai weitere Wohnungen fertiggestellt werden, außerdem werden die zurüekgeiielltcn Bauten an der Mocitz- und Watdfchmidtstraße jetzt schon in Angriff genommen. Bis jetzt wurden von dem Verein 27 Wohnhäuser mit 63 Woh­nungen vollendet. Nach Benehmen mit der Landes­oersicherungsanstalt Düsseldorf und den Vertretern unserer Stadt kann fortan auch solchen Mitgliedern, die ein schulden­freies Grundstück besitzen, ein Einzelhaus erbaut und mit Hypotheken bis zu 75 Prozent dec Selbkosien beliehcn werden.

# Wißmar, 17. April. Unserer Gemeindeverwaltung war vorgeschlagen worden, mit der Lieferung der Elektrizität durch Buderus-Wetzlac diesem Werke auch die Herstellung des Ortsnetzes für Vit. 24 000 zu übertragen. Gegen diesen Vorschlag erhob sich aber im Gemeinderat Widerjpruch und es wurde beschlossen, das Ortsnetz in eigener Regie herzu- stellen.

Au, Stavt und Land.

Gießen, 18. April 1912.

- Heber des GroßherzogSpaare« Aufenthalt in Rußland geht unS folgende Trahtmeldung aus 2 e w a st o p o l, 17. April, zu: LaS GroßherzogSpaar ist mit Kindern heute früh 10 Uhr hier eingetcoffen, von dem Kaiser, dem Thronfolger und den Töchtern deS Kaisers begrüßt. Um Hi/ Uhr fuhren der Kaiser, die Kinder und die Großh. Familie mit der Jacht .Standart- nach Lioadia, wo sie nachmittags eintrafen.

-Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem bisherigen PferdemusterungSkommisiar in Giesten Oberst- leutnant a. D. Henning den Roten Adlecorden 3. Klasse mit der Schleife verliehen.

-Jubiläum des Infanterie-Regiments 116. Wie uns von authentischer Seite mitgeteilt wird, hat der Großherzog nunmehr dahin Entscheidung getroffen, daß das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Groß. Hess.) Nr. 116 die Feier seines 100jährigen Bestehens für den 7., 8 und 9. Juni 1913 Hauptfesttag 8. Juni 19 13 m Aussicht zu nehmen habe.

- StaatSbahn-Personalnachrichten. Ernannt sind die Weichensteller Walther und Möser in Gießen, Zellmann in Gelnhausen zu Weichenstellern 1. Klasse; die Eisenbahn - AuShelfer, Bahnwärter und HilsSweichensteller Schöne, Georg Göbel II. und Karl Mogk m Hungen, Leschhorn in Laubach, Konr. Pfeffer, Konr. Schneider, Joh. Vogel und Klöß in Gießen, Zulauf in Alsfeld, Joh. Koch in Schlitz, Pet. Schölt in Hirzenhain, Jak. Pfeiffer in Gelnhausen, Seipel und Hemr. Weitzel in Stockheim, Ad. Göbel in Berstadt-Wohnbach, Ant. Jlge in Butzbach, Eifert in Lauterbach, sämtlich zu Welchen- stellern; die Rangiersührer Hcmr. Schäfer II. und Joh. Koch in Gießen zu Rangiermeistern; die HilfScanglerführer Friedr. Hepp I., Heinr. Hepp II., Wilh. Luh, K. Walther, WagelS, Fr. Müller III. in Gießen zu Rangierführecn; der Hilfswerkführer Heinr. Dörr in Gießen zum Werkführer. Versetzt sind die Bahnmeister 1. Klasse Ludwig von Wetzlar nach Limburg und Hil d von Butzbach nach Gießen, die Bahn- mciüec Beisiegel von Au nach Wetzlar, Schwart von Jossa nach Butzbach und Krösche von Schlüchtern nach Bad Nauheim, die Bahnmeister-Diätare Schön von Gießen nach Jossa, Schulte von Frankfurt nach Friedberg, Hintze von /Gießen nach Oberursel und Kubischok von Grünberg nach EmS.

- Der Vorstand der Hessischen Landwirt­schaftskammer wird am Montag, 22. dS. MtS., eine Vorstandssitzung abhalten, in der die Tagesordnung für die alsbald nach den Wahlen stattsindende Hauptversamm­lung sesigelegt wird. Dann wird über die auS Anlaß deS fünfjährigen Bestehens der LandwirtschastSkammer heraus- zugebende Denkschrift beraten werden. U. a. soll auch die Aufhebung der Liebesgabe und deren Folgen besprochen werden. Ein weiteres Thema wird die Gejamtübersicht über die durch die Maul- und Klauenseuche im Grobherzog­tum verursachten Schäden bilden.

Jubiläum des altphilologischen Seminars. DaS vor nunmehr 100 Jahren an der Landesuniversität be­gründete altphilologische Seminar wird am kommenden 3. Mai eine einfache, aber würdige Jahrhundertfeier begehen. Weitere Kreise werden besonders an der am Abend im Stadttheater stattfindenden Studenten-Aufführung teilnchmen, die in deutscher Sprache die Vögel de8 Aristo- p ha neS bringen soll, das reizvollste Stück attischer Laune, das wir besitzen, das weit mehr noch als die kürzlich hier gegebenen .Frösche" eines unmittelbaren Verständnisses sicher ist. Die Vorstellung wird zu kleinen Preisen gegeben. Dec Ueberschuß soll dem diesjährigen römisch-germanischen Studien-

armer HranTer abgcnomir.cn, die die Summe Von 136 000 'JÄT. erreichen Für die Unterhaltung der Kreisstraßcn hat der ^reiS 24 354.50 Mk. ausgegeben. Die Länge der Krcisitraßen beträgt zurzeit 168 Kilometer. Ihr Wert wird auf 5 620421 Mk. ver­anschlagt.

rm. Neckar st einach, 17. April. Tot gestürzt ist gestern der 72 Jahre alte Landwirt Stein brunncr von Michelhütte bei Neckarsteinach auf dem Nachhausewege. Ec fiel bet Schönau einen Abhang herab und brach das Genick. Ent am nächsten Tage wurde er durch Vorüber­gehende aufgefunden.

6. 'Mainz, 17.April. In bet heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde auf Vorschlag des Ober­bürgermeisters beschloßen, von morgen ab die Erhebung von Oktroi auf Heu und Stroh einzusteUen. Für den Einbau einer Orgel in die Bühne deS Stadttheaters wurden 6620 'Ult. bewilligt. Die Mittel hierfür Hammen aus Zu- Weisungen des BlerbrauereibesitzerS AdolsiiS Busch au8 Amerika, eines gebotenen KaslelecS, die dem Dbecbnrgcrmeiiicr zur freien Verfügung übergeben worden sind. Die Tienitslunden deS Fahrpersonals der eleltrischen Straßenbahn wurden auch für den Sommer von 10 aus 91/, Stunden ermäßigt. Um eine bessere Regelung des Verkehrs vor der Freibank im Schlachthaus hecbeizuführen, sollen Zugänge erbaut und em Schutzdach errichtet werden. Hierfür wurden 1200 Mack bewilligt.

3« Paris.

Paris, 17. April. Die Sonnenfinsternis bei Paris wurde in der Zone der Totalfinsternis von zahl­reichen französischen und fremden Astronomen und Schu­lern des Polytechnikums beobachtet. Zur Beobachtung waren Genieofiiziere im Freiballon und zwei Flugma­schinen ausgestiegen. Die Finsternis war zur Zeil als Sonne und. Mond sich deckten, beinahe ringförmig. Um 12 Uhr 48 Min. war der PlanetVenu S" sichtbar. Die Temperatur sank auf vier Grad und stieg dann wieder.

Ja Rußland.

Petersburg, 17. April. Hier wie in zahlreichen änderen Städten des Reicl>s wurde bei heiterem Him­mel die Sonnensinsternis beobachtet. Drei über­füllte Extrazüge gingen nach der Station Sacrob- janka der Äarschaubahn, wo die ringförmige Phase sichtbar war. Die Ringphasc dauerte 17 Sekunden. Zur Beobachtung der meteorologischen Erscheinungen war mit­tags em Ballon des kaiserlichen Aeroklubs, in dem sich drei Personen befanden, aufgestiegen.

Beobachtung vom Zcppe in aa8.

Frankfurt a. M., 17. April. Das LuftschiffPrin zessin Viktoria Luise" hat heute früh um 8.40 Uh mit 21 Personen an Bord die Fahrt nach Düsseldorf angetreten. Tie Führung hat Tr. Eckener. Man erwartet, daß das Luft­schiff zu seiner Fahrt enva 3»/s Stunden gebrauchen, also um y»l Uhr in Düsseldorf anlangen wird. Dort nnbet ledoch zunächst keine Landung statt, sondern die Fahrt wird zur Beobachtung der Sonnensinsternis fortgesetzt, oermuilich in der Richtung auf ElberfeldHagen. An Bord befinden sich auch die Astro­nomen Prof. Schivarzschild und Geheimrat Mueller vom Pots­damer CbferDaioriuni. Rach Beend.gung der x.k'obaajtungen kehrt das Luftschiff nach Düsseldorf zurück, um dort zu übernachten und morgen früh nach Frankfurt zurückzufahren.

Düsseldorf, 17. April. Tas Luftsafisf ,,Vcktoria Luise" übenlog um 11 Uhr 45 Minuten die LuftjchiyHalle und fuhr in nördlicher Richtung weiter. Eine Stunde spater kehrte cs zurück, überflog um 12 Uhr 45 Minuten die Stadt, umkreiste einige Male den Flugplatz und landete 1 Uhr 7 Minuten bei herrlichem Wetter glatt vor der Halle.

Der Untergang der Titanic.

Die ameriiauijme P.e,,e oeLOncnuidjt seitenlange Be­richte über angebltcye Mitteilungen von Augenzeugen mit allen Einzelheiten der Katastrophe und die europäische Sen- lalionßpreife will natürlich nicht hinter ihr zurückstehen. Demgegenüber ist femuiieLen, daß seither überhaupt noch keine längeren Berichte an Land g.geben werden konnten, da die drahtlosen Telegraphenstcttionen mit größter An­strengung arbeiten müj.en, um wenigstens einen Teil der allerwichtigsten Nachrichten übermitteln zu tonnen. Die von ametitanischen Bureaus verbreiteten Nachrichten sind, wie auch aus den manchmal ganz unmöglichen Mitteilun­gen hervorgeht, zum größten Teil g.a.t erfunden und wir oeschranlen uns deshotb darauf. Die von einwand,reieu Teiegraphenbuceaus übermittelten Nachrichten zu ver- ojsentlichen. Tie in aller Kürze wohl erfchemendcn amt­lichen Berichte werden enigüittgc Klarheit über die ent­setzliche Katastrophe verbreiten.

Ein Beamter dec Eunard-Linie erklärt, einem Telegramm, Derotanli. Ztg." zufolge, das White Star Bureau in Neuyork

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wein, Regierungsbaumeister Wolfskehl, Stadtv. Stephan und Re­dakteur Knoblauch. Bon Damen Frau Geheimerat Tr. Tietz, ftrau Leibarzt Dr. Happel, Frau Ministerialrat Hölzinger, Frau Lilli WolfSkchl, Frau Regierungsbaumeister Wolfskehl und Frau Dr. Bender. Die Stadt Darmstadt hat sich bereit erklärt, einen Jahresbeitrag von 500 Mk. zu leisten. Ferner ist dem Verein von der Familie Wolfskehl ein Geschenk von 600 Mk. überwiesen worden. Heute vormittag sand eine Sitzung des Kreistages für den Kreis Darmstadt statt. Provinzialdirekwr Fey warf einen Rückblick auf die finanzielle und wirtschaftliche Lage deS Kreises, die durchaus günstig sei. Die Rechnung schließt mit einem verfügbaren Rest von 30361 Mk. Die allgemeinen KreiSurnlagen betrugen im letzten Rechnungsjahre 454 354 Mk., im neuen Boranschlagsjahre 1912 sollen sie 1000 Mk. weniger betragen. Dabei ist daS Berriebskapital und der Reservefonds um zusammen 6000 Mk. erhöht worden. Ferner konnte der Betrag für Kreisunterstutzungcn von 210 669 Mk. auf 222 000 Mark, alw um rund 12 000 Mk. erhöbt werden. Für 1911 wurde an Kreisumlagen ein Zuschlag von 13,42 «yo auf die Kommunal­steuerkapitalien erhoben. Für 1912 wird sich voraussichtlich ein geringerer Zuschlag berechnen, veranlaßt durch die Zunahme der Steuerkavitalien Die Kommunalsteuerkapiialien des Kreises be­trugen 1910 3318578.6 Mk., 1911 3367 ,8j.4 Mk. Zur Hebung der wirtschaftlichen Lage deS Kremes wird befond^r- das Zustande­kommen der hessischen Eisenbahn Aktiengesell- fchaft beitragen. Für die soziale vücsorge trat der Kreis recht lebhaft em. So hat er der Stadl Darmuadt und den Lana- gemeinben eine Reche von Berpstichtungen zur Unterhaltung ons-

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Erscheinungen, und einer Aktion mit diesen Instrumenten, sofern sie unternommen wird, haftet viel Dilettantismus an. Es war daher völlig berechtigt, als die führenden Gelehrten in diesem Jahre eine kostspielige Beteiligung an Forschungsexpeditionen zur Luft ablehitten.

Die Beobachtung in Bcrliu.

Berlin, 17. April. Bei vrächttgem Wetter konnte man die Sonnenfinsternis in oen Straßen von Berlin während des ganzen Verlaufs ausgezeichnet beobachten, lieber all bildeten sich Gruppen von Menschen, die durcb farbige Gläser das interessante Phänomen verfolgten. Auch auf den Dächern zeigte sich überall eine große Anzahl von Beobachtern.

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London, 17. ' york vom 16. April: der Rettungsboolc d ron den Passagieren SüiDorf erklärlc, dal gesunken seien.

London, 1'.. bet bekannte Schrift!'

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Kreis Schollen.

= 93om V ogelsberg, 17. April. Nachdem daß Fleisch erst vor einigen Tagen aufgefchlagen ist, ist jetzt abermals eine Verteuerung emgetreten. DaS Rindfleisch kostet jetzt das Pfund 90 Pfg., daS Schweinefleisch 80 Pfg.

Kreis Friedberg.

---- Friedberg, 17. April. Die Hauptversamm- ung deS Landesverbandes der hessischen Bürger­meister findet am Montag, 29. April, hier statt. Aiißer den geschäftlichen Angelegenheiten stehl ein Vortrag deS Land- tagsabg. Dr. Osann über die neue Landgemeinde­ordnung auf der Tagesordnung.

Starkenburg und Rheinhessen.

(bf) Darmstadt, 17. April. Heute vormittag fand im hiesigen Stadthause die Hauptversammlung des Vereins für Walderholungsheime statt. Auch die Protektorin Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg wohnte der Sitzung bei. Bürger­meister Dr. Mueller erstattete den Jahresbericht. Danach ist man mit den Erfolgen des abgelaufenen Geschäftsjahres durchaus zufrieden. Im Männerheim fanden 101 Personen, im Frauen­heim 102 Personen Aufnahme, ferner wurden 52 Kinder ver­pflegt. Die Annahmen beliefen sich aus 10 458.65 Mk-, die Ausgaben auf 10 484.72 Mk. Der geringe Fehlbetrag kann aus den Beiträgen für 1912 gedeckt werden. Der Besuch wäre wohl noch stärker geivefen, wenn der vorige Sommer mit seiner großen Hitze nicht Milch- und Wassermangel gebracht hätte. Die Heime begannen ihre Tätigkeit im vorigen Jahre am 17. Mai unb schlossen am 15. September. Durch den Heimgang des langjährigen Vorsitzenden, Kommerzienrat Langenbach hat der Verein einen großen Verlust erlitten. Bürgermeister Mueller widmete dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Bei dec

Hessen-Nassau.

n. Frankfurt a. M., 17. April. Der Zweig­verein Frankfurt des Vogelsberger Höhen­klubs hielt unter dem Vorsitz des Prof. Bender seine Hauptversammlung ab, die recht zahlreich besucht war. Aus dem Jahresvericyt entnehmen wir, daß der Verein im abgelau,enen Jahre von 465 auf 516 Mitglieder angewachsen i|t, trotzdem an die neugebildeten Zweigvereine Langen und Hanau Mitglieder überschrieben worden sind. Reges Leben herrschte 1911/12 auf allen Gebieten, wovon die Einzelberichte der Vorsitzenden des Lergnugungs- und Geselligteitsausjchusses, der Schneeschuhabteilung, des Bücherwarts und des Wandermeisters beredtes Zeugnis ablegten. Auch besitzt der Verein eine eigene Gesangs­und Jnstrumentalabteilung. Die Rechnungsablage des Kassenwarts Fr. Schudt wies einen Ueberschuß von rund 50o Mk. auf, die im Wandergebiet des Vogelsbergs Ver­wendung finden sollen. Dort wurden bereits in verschie­denen Orten Volksbüchereien eingerichtet, in Duden­rod war für bedürftige Kinder eine Weihnachtsbescherung veranstaltet und außerdem einem unverschuldet in Not geratenen Landsmann eine ansehnliche Summe zur Unter- pützung überwiesen worden. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt mit Ausnahme des 2. Kassenwarts W. Raabe, der nach Darmstadt verzogen ist; an feine Stelle tritt Hugo Müller.

F. E. Wiesbaden, 17. April. Ein Mitglied der in den letzten Wochen vielgenannten Korb-, Schtrm- und Kesselflicker-Familie E b e n d e r, die nach Zigeunerart durch die Lande ziehen, die Ehefrau des Albert Klein, Thekla geb. Ebender von der Kröge bei Battenberg hatte heute eine Klage vor dem Bezirksausschuß angestrengt. Die Behöroe nämlich hatte der Klein einen Wander- aewerbeschein für 1912 auszustellen verweigert, weil sie wegen Bettel und Landstreicherei übel berüchtigt und bei einer Zigeunerschlacht Ende v. I. bei Elleringhausen . im Kreise Twiste im Fürstentum Waldeck im Verein mit Den Kesselflickern Gebrüder Dietrich gekämpft, wobei von Seiten der Kessel- und Schirmflicker auf die dortigen Be­wohner sogar mit Revolvern gefeuert wurde. Dem Ehe­mann Klein, der unter Polizeiaufsicht steht, ist der Wander­gewerbeschein bereits entzogen. Frau Klein bestritt ent­schieden, bei den Vorgängen im Wuldeckschen aktiv beteiligt gewesen zu fein. Der Gendarmerie-Wachtmeister in Arolsen hätte sie ungerechtermaßen in diese Sache hineingezogen, da er sie aus dem Zuge habe; sie sorge für iyre Familie in jeder Hinficht und gälte ihre Kinder zu regelmäßigem Schulbesuche an. Der Bezirksausschuß nahm den Beweis für nicht erbracht an, bau die Klägerin vom Bettel und oer Landstreicherei lebt, nach Zigeunerart von Ort zu Ort zieht, den Wandergewerbeschetn lediglich als Deckmantel benutzt und bei dem Kampf bei Elleringhausen tätig ge- wesen sei und erteilte ihr den Wandergewerbeschein für 1912.

auSflug in Gießen studierender Philologen und Historiker zugute kommen. Ten Vorverkauf, vo.n 25. April ab, hat die Ehalliec'sche, Musikalienhandlung übernommen. Erne kurze Einführung in das luftige und feine Stück, aus berufener Feder, wird unser Blatt noch vor der Aufführung bringen. Am Vormittag deS gleichen TageS wird ein akademischer AktuS stattfinden; nach der Aufführung soll em KonunerS in Steins Garten Leiter, Mitglieder unb alle Freunde deS eemi- narS zu studentischer Feier vereinigen. Eme Geschichte deS Seminars erscheint in den Mittellungen deS oberhesilschcn GeschlchtSoerelnS.

** Die Wahlen zur Landwirtschaftskam­mer. Für den 11. Wahlbezirk (BüdingenAlten- 'ladt) der Provinz Oberheffen wurde an Stelle des Krers- amtrnannes Frölich der Kreisrat Boeckmann zu Bü­bingen zum Wahltornmiffär ernannt

* Erledigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besehende Lehrerirelle an der Gemeindefchule zu Wem- bach-Hahn.

** Bo ar Kolosseum wird uns geschrieben: Der zunehmende Besuch der Varietö-Borstellungen im Kolosseum baoeiit, daß das Programm allenthalben großen Anklang findet. Da dasBo- hsme- Ensemble" nur aus erittlasiigen Künillermnen und Künstlern besteht, kann natürlich auch der Erfolg nicht ausblewen. Den denkbar größten Beifall findet allabendlich die tolle Operetten- BurleskeDecolletS und Eomp." Für die nachhen Tage wird eine neue Burleske Dorbcreüet. Herr Kuno Schl e g e l m l l ch, der bekannte Humorist, der allabendlich einen wahren Bomben- erfolg erntet, wird mit neuen Schlagern aufwarten, ebenso die übrigen Kunstkräfte, von denen besonders die schicke Wiener Sou­brette, Frl. Witzi Kögl er, die Hauptattraktion i,t.

Die Steuerzettel über die 1912/13 zu ent­richtenden Staatssteuern sind in diesen Tagen den Steuer- pflichtigen durch unsere Schutzmannschaft behändigt worden.

- DaS VkaschinenhäuSchen nebst dem Schornstein im alten Schlachthof ist jetzt vorn Erdboden verschwunden. Es wäre zu wünschen, wenn die allere stallartige Schlacht­hofsanlage, soweit sie nicht mehr benützt wird, ebenfalls baldigst verjchivlnden würde, da diese Bauten die neuen An­lagen nach der Rodheuuer Straße hin verdecken.

** Die er ft en Schwalben find gestern jenseits der Lahn beobachtet worden.

Landkreis Gießen.

---Daubringen, 18. April. Am 2. Juni dS. IS. beabsichtigt der hiesige Dtänner-Turnverein, der dem Turnecbunde .Lahn - Dünsbecg^ angehöct, das Fest der Fahnenweihe zu begehen. Die seidene gestickte Fahne, deren Lieferung der Bonner Fahnenfabrik übertragen wurde, ist zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgefallen.

Kreis Alsfeld.

xRuppertenrod,16. April. Das vierjährige Töchterchen eines hiesigen Einwohners wollte aus eimm oberhalb des Dorfes befindlichen W a f s e r b e ck e n, das tief und schlammig ist, einen Batt holen, der ihm beim Spielen hineingefallen war. Das Kind sank im Wasser unter und wäre unfehlbar ertrunken, wenn ihm nicht eine beherzte Frau nachgesprungen und es hervorgeholt hätte.

A Aus dem Ohmtal, 17. April. In unseren Tal­orten finden gegenwärtig umsafjende Höhenschichten. Messungen statt. Zu diesem Zwecke waren schon im vorigen Jahre einzelne Höhevunkte gemcs.en worden und die gefundenen Höycnzahlen durch Marlierungsplatten an geeigneten Stellen fixiert. Von diesen Markierungspunk- ten aus geschieht die gegenwärtige Hohenm.ssung. Die Er­gebnisse der Höhenmeisungcn werden u. cl zur Anfertigung der Generalstabskarten verwendet.