seinen Abscheu und Die timtrüftung über das Attentat gegen die Person des König-, dem man die grüßte Ehrerbietung schulde, gerade in dem Augenblick, wo Tausende von Brüdern ihr Leben für die Ehre der Fuhne in die Schanze schlügen. Der Redner forderte, umso einiger sollten sich die Geisler um den Thron scharen und wünschte, daß diese Schande wieder gutgemacht werde durch verdoppelte Anstrengungen, das Vaterland stärker und gesitteter zu machen. (Allgemeiner Beifall.) Er bitte Golt, daß der König dem Lande noch lange Jahre erhalten bleibe. Er erinnerte daran, daß der König in seiner ersten Rede vor der Kammer zur Eintracht von Monarchie und Parlament für den Fortschritt des Landes aufgefordert habe. Er schließe sich voll dem Vorschläge Lacavas an. (Lebhafter zustimmender Beifall.)
Darauf erklärte Pantano (radikal): Wegen der großen Güte und hohen Weisheit des Monarchen batte er niemals denken können, daß ein Italiener die Hand gegen den König bewaffnen könne. Tie Tat könne nur die Tat eines Irrsinnigen sein. Namens aller seiner Freunde von der Linken schließe er sich den Worten des Vorredners an. (Lebhafter Beifall. Unaufhörliche Rufe: Es lebe der König!)
Der Vorschlag Lacavas wurde einstimmig durch Akklamation angenommen. Dann wurde die Sitzung auf morgen vertagt. Die Deputierten verließen den Saal, um sich in corpore nach dem Quirinal zu begeben.
Das Parlament beim König.
Um 31/2 Uhr Nachmittags begaben sich die Deputierten vom Monte Citorio aus im feierlichen Zur' nach dem Quirinal, an der Spitze der Kammerpräsident sowie der Ministerpräsident Giolitti mit den Ministern und Unterstaatssekretären. Unter den Abgeordneten bemerkte man auch dieSozialisten Bissolati, Bonanini und Babrini, sowie den Republikaner Bellaque. Die Minister und Deputierten betraten gemeinsam mit den Senatoren, die gleichfalls erschienen waren, den Thronsaal des Quirinals. Die Präsidenten des Senats und der Kammer beglückwünschten den König und die Königin. Die Majestäten gingen darauf durch den Saal und schüttelten einem jeden die Hand. Darauf bildeten sich Gruppen, mit denen sich die Majestäten kurz unterhielten. Der König und die Königin zeigten sich sehr ruhig und zeigten sich sehr gelassen. Ihre einzige Sorge war das Befinden des Majors Lang, über dessen Besserung sie sehr erfreut waren. Der König erzählte, er habe das Attentat erst bemerkt, als er den Major Lang fallen sah, die Königin dagegen äußerte, sie habe die ganze Tat beobachtet. Als sie Dalda sich den König nähern und auf den König schießen sah, habe sie sich sofort auf ihren Gemahl geworfen, um ihn mit ihrem Körper zu decken. Glücklicherweise, fügte sie hinzu, Ivar dies überflüssig.
Der Sozialist Cabrini sagte zum König: Majestät haben einen schönen Beweis von Mut geliefert. Der König erwiderte lächelnd: es handelt sich nicht um einen Beweis von Mut, da der Wagen geschlossen war. Der S 0 z i a l i st B i s s 0 l a t i entgegnete darauf: Aber man sieht auch den Mut nachher, und ich glaube mich darauf zu verstehen. Der König und die Königin drückten chre tiefe Dankbarkeit für die Kundgebungen der Deputierten und Senatoren sowie der römischen Bevölkerung aus.
Im - enat
wurde des Königs und der Königin in ähnlicher Weise gedacht, wie in der Kammer. Giolitti und Manfredi gaben der Entrüstung über die Tat und den Glückwünschen für das Herrscherpaar Ausdruck. Die Senatoren brachen in endlose Hochrufe auf die Majestäten und das Haus Savoyen aus. Der Botschafter in Paris Sittoni wies in seiner Eigenschaft als Vertreter Italiens im Auslande darauf hin, daß von überall her, wo italienische Herren, auch jenseits der Gebirge und Meere, im Geiste und Sinne mit den Bewohnern Italiens zusammenschlagen. Grüße der Ergebenheit und Liebe an den König und die Königin gerichtet werden. (Anhaltender Beifall.) Um 4 Uhr begaben sich die Senatoren zur Beglückwünschung ins Quirrnal.
Der £ol)nfampf im Ruhrgebiet.^
Militärischer Schutz.
Minden (Wests.), 14. März. Das Infanterie- Regiment Prinz Friedrich der Niederlande .zweites Westfälisches Nr. 15, ist mit einer Maschinengewehrkompagnie mittelst Sonderzügen nach Dortmund abgegangen.
Münster, 14. März. Heute vormittag gingen zwei Bataillone Infanterie und zwei Schwadronen Kürassiere in den Kreis Recklinghausen ab, ferner ein Regiment Infanterie und zwei Schwadronen Husaren in den Kreis Dortmund.
D e r n e, 14. März. Kurz vor dem Schichtwechsel begaben sich beute die Militärmannschaften zu den Hauplein- gängen des Schachts Mont Cenis. Bor dem zahlreich versammelten Publikum wurde scharfgeladen und die Seiten)- gernebre aufgepflanzt. In einzelnen Trupps lvurden dann die AcheUSwilligen nach Hause gebracht. Vor und butter den Arbeitern ging ein Doppelposten und an beiden Seiten Soldaten. Es kam zu keinen Ausschreitungen.
Dortmund, 14. März. Die Soldaten wurden bei ihrer AnkunN von den Arbeitern mit dem Gesang des Lie- deS: „Alle Vöglein sind schon bar begrüßt.
Au» Hessen.
Freifahrt der Abgeordneten.
Den Abgeordneten ist folgende Zuschrift des Staatsministers zugegangen:
durch Schreiben des Gr. Staatsministeriums vom “*■ * ,di. 1791 mitgeteiltc Amtsblattverfügung Der srgl- Dreuü Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. bat weite Srretic der Mit^ieder der Zweiten Kammer erregt. Wenn auch der Inhalt der Verfügung des erwähnten Amtsblatts dem Grund- entspricht, daß die Freikarte zwischen dem Wohnorte und Larmitadl und zwar in Ausübung der Landtagstätigkeit benutzt werden soll, so beichränkt sie doch in Fällen, in denen der Ab- bi* b^onnene Fahrt nicht fortzusetzen vermag, den rechtmäßigen Gebrauch der Karte zur Rückiahn. Ich bin deshalb mit dein Kgl. Preuß. Minister der oifenllichen Arbeiten rnS Benehmm getreten und habe hierbei daraus hingewieien, rote m ben (yaUax, um die es iirfi Bier handeln kann, bie Kontrolle ttog!<ntbeS®abnbeamten gegenüber den Abgeordneten, namentlich ^*L^ÄEbn5LCtrca Gegenwart der Mitreisenden oder auf dem Bahnsteig Rede und Antwort tu stehen habe, von diesen aW verletzend empfunden werden müsse. Ter Herr Minister VS.1 herauf durch Schreiben vom 11. d. M. milgeteilt, daß eS den Abgeordneten iclbft übcrlancn bleiben müsse, ob und inwieweit sie die Karte zu Fahrten aus Teilstreck-n benutzen woll en. ,nnd datz er davon abgesehen habe, die Benutzung der (.Vrnraljrt(arten bet Unterbrechung der Fahrt hinsichtlich der Fott setzungin der bevionnenen Fahrtrichtung überwachen zu lassen Tie Eisenbahndirektionen irrankfurt und Main; >ind von dem Minister der öllentlichen Arbeiten zu ihrem Bemessen hiervon in Kenntnis gesetzt."
Ter zweiten Kammer
fj«? folgende Drucksachen ^gegangen: Bericht des Ersten Ausschusses über die Landesuniversität in Gießen. Danach werden für die Erbauung einer Klinik für Ohren-, Hals- und Nasenkrankheiten und einer solchen
für Haut- und Geschlechtstrau.hft en üOJOOO Mk. öenöiigt Als erste Rate werden die Kosten brr Rohbauten mit 96 OOO und 98 000 Mk., zusammen 194 000 Mk., angeforbert. Bon der Dringlichkeit dieser Aufwendungen haben sich die Mitglieder des I-inanzausschusfes durch eine Ortsbcftchtigung in Gießen überzeugt. Nachdem nunmehr die Stabt Gießen einen einmaligen Zuschuß von 100 000 Mk. bewilligt hat, sind die von der Regierung im Einverständnis mit der Zweiten Kammer gestellten Bedingungen erfüllt. Beide Anstalten sind so protektiert, daß eine Erweiterung bei hervor- tretenbem. Bedürfnis später nicht ausgeschlossen ist. — Sodann liegt eine Regierungsvorlage betrefiend die alte Blindenanstalt in Friedberg vor. In dieser heißt es, daß das neue Gebäude im Spätsommer dieses Jahres fertiggestellt sein wird, so daß die Ueberfiedelung vom alten Gebäude in den Neubau voraussichtlich im August erfolgen kann. Bon einem Verlauf der alten Anstalt soll zunächst abgesehen werden und die freiwerdenden Räume der Kulturinspektion zu Friedberg als Amtsräume und Dienstwohnung für deren Vorstand üb erwiesen, sowie die Scheuer und Nebengebäude verpachtet werden. Dadurch wird sich eine dauernde jährliche Mieteinnahme bezw. Mietersparnis von 2900 bis 3000 Mk. erzielen lassen. Im Einvernehmen mit dem Ministerium der Finanzen wird um alsbaldige Ermächtigung gebeten, zur Bestreitung der Kosten baulicher Herstellungen in der alten Blindenanstalt 9000 Mk. aus den für den Neubau einer Blindenanstalt zu Friedberg bewilligten Mitteln zu entnehmen und weitere 2400 Mk. aus dem Unterhaltungsfonds zu bestreiten.
Tie T'lqung her Staatsschuld.
Die „Darmstädter Zeitung" teilt mit: Nach dem Stand der landständigen Geschäfte kann nicht darauf gerechnet werden, baß der von der Regierung im Dezember vorigen Jahres eingebrachte Gesetzentwurf über die Tilgung der Staatsschuld noch vor dem 1. April 1912 verabschiedet wird. Die Großherzogliche Regierung schlägt daher nunmehr vor, die Tilgung auch für 1912 unbeschadet der demnächst cndgiltigen Ordnung des Gegenstandes, wie im Jahre 1912 durch ein Notgesetz zu regeln. Ter entsprechende Entwurf ist den Ständen inzwischen zugo- gangen. Er schließt sich eng an jenes Notgesetz an.
Deutsches Keich.
Am Donnerstag vormittag begannen, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, unter dem Vorsitz des Reichskanzlers im Bundesratssaale des Reichsamts des Innern die vertraulichen Besprechungen über die Wehrvorlagen und ihre finanzielle Deckung, wozu der Reichskanzler und bie leitenden Minister der Einzelstaaten eingeladen waren. An den Besprechungen nahmen teil die Chefs der beteiligten Ressorts, die Finanzminister der größeren Bundesstaaten. Die Konferenz wurde um 1 Uhr abgebrochen und nachmittags fortgesetzt.
Aus Stuttgart meldet man: Die ev an gelische Landessynode nahm am Mittwoch bei. der Beratung des Entwurfs eines kirchlichen Gesetzes betreffend die Lage b:r landesherrlichen Kirchenregimentsrechte im Falle der Zugehörigkeit des Königs zu einer anderen als der evangelischen Koniession die entscheidende Bestimmung in der Form an, daß an Stelle der Mitglieder des Geheimen Rates allgemein der evangelischen Kirche angehörige Staatsminister oder Chefs der Verwaltungsdepartements in die Kirchenregierung berufen werden.
Ausland.
r Im österreichischen Abgeordnetenhaus begann die erste Lesung der Wehrvorlagen. Ministerpräsident Stuergkh leitete die Verhandlungen mit einer längeren Rede ein.
Der Par i s e r Gem eind e r a t hat jüngst beschlossen, 500 Londoner Kinder einzuladen, vom 25. bis 29. Mai als Gäste der Stadt nach Paris zu kommen. Die Einladung wurde von der Londoner Gemeindevertretung angenommen.
Aus Madrid wird gemeldet: Der Minister des Aeußern GarciaPriet 0 legte in einer Besprechung mit den Botsckxiftrrn Frankreichs und Englands das spanische Gegenprojekt betreffend die von Frankreich geforderten Gebietskompensationen vor. Spanien verweigert die Abtretung des Cabv de Agua an der Mulujamündung und bie von Frankreich am LuLisfluß süb- ^stllch von El Ksar verlangte Grenzberichtigung. Spanien bietet lediglich einen Teil des Uergabeckens sowie fin Stück Hinterland in seiner südlichen Zone. Dafür fordert es eine Grmz- berrchtigung im Mulujabecken. Die Botschafter Geoffray und de Bünden hatten sodann auf der französischen Botschaft eine Unterredung über das spanische Gegenproiekt. Dem „TempS" zufolge ist der hierdurch hervorgerufene Eindruck pessimistisch.
Aus Stadt und Land.
. _ Gießen, 15. März 1912.
** Tageskalenber für Freitag, 15. März, ©tabt- theater: »Polnische Wirtschaft". Anfang 8 Uhr.
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Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde der Schulamtsaspirantin Klara Grebert aus Darmstadt eine Lehrerinslelle an bet Höheren Bürger- (Mädchen-) Schule zu BenSheim.
Lehrerkonfetenz. Eine von etwa 100 Lehrern besuchte Konferenz sand gestern in Wieseck statt. Die Kon- serenz begann mit zwei Probeunterrichtsstunden in den beiden Cberflafien. Hauptlehrer Weil-Wieseck befaßte sich in der oberen Mädchenklasse mit dem Haushaltungsunterricht und behandelte besonders die wichtigsten Nahrungsmittel und ihre Zubereitung, während Lehrer Töll eine Geometriestunde gab und über die Parallelogramme unterrichtete. Tie Verhand. hingen wurden dann im Philosophenwald sortgeführt. Der Vorsitzende, Prosesior Dr. Alles, sprach u. a. über das Ge- biet bet Jugendpflege und bie Bestrebungen des Jung- Teutschland.Bundes ober der Wehrkrastoereine, unb richtete einen warmen Aufruf an bie Lehrer, die vaterländische Sache unterstützen zu wollen. Tann teilte er mit, daß im Mai der ^.urninspeklot Schulrat Schmuck-Darmstadt dreitägige Turn- kurse abhalten werde, unb zwar in den drei Bezirken Gießen, Lich-Hungen unb Grünberg.
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* m ra,rA .Für den von her Provinzioldirektton bestellten Gesellschaitc'fonderzuH 2. Klasse von Gießen nach Trais- ..or* nird Hu rück (anläßlich der Einweihung des neuen Wasserwerks Inheiden) ist folgender Fahrplan vorge- Abfahrt von Gießen 12.05, Ankunft in Lich y-27- 13-28 1 Min. -ilufml^aü . Ankunft in
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auitnthalt., Ankunft in Lick o.2< Weiterfahrt 5.30 3 Min. St11! A a? ^ukunftinGießen 549. Rückfahrt öorfoff 4^0*5, VAbfahrt von Trais» iw-J •' a *infunft in jungen 4.16, Wefterfahrt 4 17 } ^/bnchackt), Ankunft in Lich 4.27, Weit erfahrt 4^28 (1 Min. Aufenthalt> und An kunft in Gießen 1.4& Der
Preis der Sonderzugfahrtcrrten beträgt 1.50 Mk. für Hin- und Rückfahrt.
• • Treue 91 r b e i L Der Gtoßherzog hat dem Be- triebSaufseher IohS. Wesp zu Arheilgen, in Diensten des Städtischen GasiverkS zu Darmsladt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für 50jährige treue Dienste* am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
• • Die elektrische Bogenlicht-Beleuchtung ist jetzt oom Bahnhof über den Seltersweg und die Bahnhofstraße bis zum Walltor durchgeführt unb hat gestern abcub das erste Mal auch am Brandplatz unb in ber Sonnenstraße gebrannt. Durch bie moderne Beleuchtung in den Hauptverkehrsstraßen ist eine größere Anzahl Gaslaternen frei geworden, denen man in gewissen Straßenzügen ber Außenstadt zur Verbesserung ber Beleuchtung, bie an vielen Stellen recht nötig ist, ihren Platz geben kann.
** Die Fahrpost Krofdorf-Gießen, früher Rodheim-Krofdorf-Gießen, wird Ende März eingestellt. Krofdorf-Gleiberg werden vom 1. April ab dem Postamt Lollar zug.ttill und cs werden d H r all Po fa, en mit der Bahn Lollar-Wetzlar dis zur hiesigen Haftestelle befördert, wo sie ein Postbote in Empfang nimmt. Damit ist die einzige regelmäßige Fahrverbindung zwischen Gießen und Krofdorf nicht mehr vorhanden.
• • DeS Prinzregenten Dank. Aus das Glückwunsch-Telegramm, bas ber hiesige Bayern-Verein anläßlich des 91. Geburtssestes deS Prinzregenten von Bayern am 12. März absandte, ist folgende Antwort eingetroffen: ,3c. König!. Hoheit der Prinzregent entbieten für die zum Allerhöchsten ÄeburtSseste ausgesprochenen treuempfunbenen Glückwünsche freundlichsten Dank." Im Allerhöchsten Auftrage: Freiherr v. Wiedenmann, General-Adjutant.
"Ein Zech betrüg er, ber bereits in einer Reihe von Städten Gastrollen gegeben hat, logierte sich gestern auch in einem hiesigen Gasthause unter bem Namen Monteur Robert ein. Er gab an, er erwarte den Obermonteur mit sechs Arbeitern, die ein Kabel nach Lollar legen unb auch Wohnung in dem Gasthaus nehmen sollten. Am anderen Morgen verschwand ber »Monteur* unter Hinterlassung ber Zechschulb. Vor dem Betrüger sei gewarnt.
Landkreis Gießen.
- ---- Lich, 14. März. Unsere landwirtschaftliche Winter sch ule beendigt am Dienstag, 19. März, ihren 7. Lehrgang durch eine öffentliche Schlußfeier, die nachmittags 3 Uhr im Saale des Marienstiftes ftattfinbet. Der WlnterkursuS, ber am 6. Noo. v. IS. eröffnet wurde, war von 46 Schülern, je 23 in der oberen und unteren 'Abteilung, besucht. Davon waren 39 au5 dem Kreis Gießen, 4 aus dem Kreis Friedberg und 3 auS dem Kreis Schotten. Der Lehrkörper der Anstalt erfuhr keine Veränderung, er besteht außer dem Schulvorsteher Dcfonomiernt Weitzel au5 10 Lehrkräften, die in jeder Abteilung 34 Unterrichtsstundey wöchentlich erteilen.
— Allertshausen, 14. Marz. Das Fa huen- we ihsest unseres KriegervereinS wurde auf den 2. unb 3. Juni verlegt. Der Festplatz ist im Dorfe selbst.
Kreis Büdingen.
? Büdingen, 14. März. Zwischen der Stadt unb den Steinbruchbesitzern ist jetzt ein Streit, der jahrelang währte, friedlich beige legt worden. Die Steinbrüche sind nunmehr in baS Grundbuch der Stadt eingetragen unb wirb ben seitherigen Besitzern barin Entgegenkommen gezeigt, daß sie noch weitere fünfzehn Jahre die Steine kostenfrei brechen dürfen. Für weitere zwanzig Jahre sind jährlich 300 Mk. Pacht zu entrichten.
= 9? i b b a c 12. März. Nachdem bie Anmeldefrist für die am 16. und 17. d. Mts. Hattfindende Geflüaelaus- st ellu ng abgelaufen ijt, steht fest, baß die Ausstellung über 140 AusstellunLsnummern aufweifen wird. Die Beteiligung ist sonacy durchaus befriedigend. Die Stiftung weiterer Ehrenpreise würde mit Freuden begrüßt werden. Als Preisrichter werden Södler (Nieder-Gemünden) unb Stoll (Bad-Nauheim) tätig sein.
Kreis Alsfeld.
- r. Alsfeld, 14. März. Eine erhebende und eindrucksvolle Feier war ber Passion8gotteSbienst am Mittwoch abend in ber hiesigen DreifaltigkeitSkirche. Joseph Haydn'S berühmtes Streichquartett ,Die sieben Worte des Erlösers am Kreuz" gelangten durch eine hiesige Quartettoereinigung zum Vortrag. Sie besteht aus ben folgenden Mitgliedern: Frau Apotheker Möller (1. Viol.), Regierungsbauführer Hüffel (2. Viol.), Reallehrer Dotter (Viola) unb Pfarrer Dr. Becker (Cello). Eine zahlreiche Gemeinde lauschte den Quartettoorträgen, die sich an jedes ber sieben KreuzeSworte anschlossen. D,e gotteSbienstliche Feier war in religiöser, wie in künstlerischea Hinsicht erbaulich unb eindrucksvoll. — Der hiesige V orschu ßve rein begeht am 23. Juni d. IS. bie Feier seines 50jährigen Bestehens.
Kreis Lauterbach.
u. Nieder-Moos, 14. März. Bei ber Hauptversammlung unserer Spar-und Darlehnskasse G. m. u. H. wurden an Stelle der ausscheibenben Dorstandsmit^ glieder: Paul Heitzenröder I., Dheodor Schüttel, IohS. Beyer von hier, Johs. Eichenauer von Metz l o $ und Heinr. SDier* von Mevlos-Gehaag nunmehr neugewählt: Heinrich Rühl, Aug. Schaaf, Wllh. Hofmann von hier, Paul Fischer von Ober-Moos unb Heinrich Karl Diehl von MetzloS- Gehaag.
Kreis Schotten.
_ Laubach, 14. März. Die Großh. Mr^ermeistevei Laubacd ersucht um nachstehende Veröffentlichung: Die durch verschiedene Zeitungen gegangene Nackfticht, das Gymnasium ttriebericianum tti Laubach werbe bemnächst e i n g e h e n, ist durchaus unzutreffend. Es kann auf bas bestimmteste versichert werden, daß von ber Großh. Regierung niemals an eine Aufhebung des Laubacher Gymnasiums gedacht worden ist. Es ist vielmehr zu erwarten, daß^durch geeignete Maßnahmen z. B. die Zuführung von -Lckmlern überfüllter Schulen auf eine bessere Frequenz in Zaubach gerechnet werden darf. Bekanntlich kann gerade in den höheren Lehranstalten in kleinen Klassen
• 1rici ?ci?r Sc^ftet und hierdurch das Fortkommen bet Schuler besser gewährleistet werden als in den überfüllten ttnftaltgn der Großstädte, in denen sich die Lehrer mit den ^yulern in bem Maße nicht befassen können wie dies wün- imenvwert ist unb in den fleinen Lehranstalten tatsächlich A^ht; [inb uoch andere Gründe vorhanden, die dafür sprechen, daß bie Erziehung unb Ausbildung ber jungen


