Ausgabe 
14.3.1912 Erstes Blatt
 
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Deutsches Reich

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vom italienisch-türüschen Urirgsschauplatz.

Eine türkische Tarstellvug des Kampfes bei Tobruk.

baten getötet willige getötet und machten zahlreiche

Ta wird also (Gegenteil von dem öffentlichung steht.

Beute.

über den Ausgang des Kampfes das berichtet, was in der italienischen Ver- Wem man glauben soll, das ist eine sehr

ermöglichte es i.....

men; es ist aber anzunehmen, daß

* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde Lehrer Hch. Jrimberger zu Erbach (Kr. Heppenheim) Lehrer'lelle an der Gemeindeschule zu LberlShausen; Lehrer Gg. Noth zu Radmühl die Lehrerstelle an der meindeschule zu Holzmühl; dem SchulamtSaspiranten

Aus Stadt und Land.

(Sieben, 14. März 1912.

♦♦ Tageskalender für Donnerstag, 14. März: Frauen- bimb der beutictien ttolomalgesellschatl und Gesellschaft für Erd­uld Völkerkunde: Vortrag von Hauptmann Leuner: Erlebnisse m Kamerun. Abends 8 Uhr in der neuen Unwersitats-Aula.

Arbeiterbewegung,

fiine Aos perrung in der fRähma'ftiinrnmbußrie.

bock löaltung. ministerielle I niolgt. Die [Aule für Wt, ist best - 2Mg, soivj j Berwaltn «vster, mi ;Ämg, odei ---m an ^Swchnet. Arg des inne « iut. et

»Aus Mlickiten tanber 1911 ütn Soria!)' yiten mit £ $7259 (87 168 20H «ehrten sick) i üd) die Rin 8159 bezw. 1,63 Proz. der Werde i ^g.-Bez. K Inrausslcllte. -gegen 2686

X. Bad :umn(ung to eines Büi giltrat Ein he Gehaltsfr müsse. Der Siegierungspr

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 18. März. Heute waren eS 27 Jahre, seitdem unser OrtSdiener Philipp Schmidt sein wichtiges Amt verwaltet. Unverdrossen hat er während dieser Zeit die vielen Pflichten seines Postens auSgeübt. Er steht eben im 68. Lebensjahre und ein heftiges Asthmaleiden zwingt ihn, seinen Rücktritt zu nehmen.

Kreis Büdingen.

China und die Grossmächte.

Tokio, 13. März. Japan loll den Mächten eine gemeinsame Aktion zur Anerkennung Puanschikais als Präsident der chinesischen Republik vorgeschlagen haben. Die Mehrzahl der Mächte soll den Vorschlag bereits angenommen haben, aber eine gewisse Riacht regt hinsichtlich der Mongolei Vorbehalte an. Japan hat bisher auf den Vorschlag, sich an den Anleihen zu beteiligen, nicht geant­wortet, da es auS finanziellen Gründen nicht wünscht, einen größeren Betrag zu zeichnen, als zur Wahrung des Rechts der Beteiligung erforderlich ist.

Die Kaiserlichen regen sich wieder.

Peking, 13 März. Rach chinesischen Berichten aus Kansu zerstreute General Schengyun an der Spitze der kaiserlichen Armee der Provinz Kansu, die aus 10 000 wohl- bewaffneter Truppen besteht, eine Abteilung Regierungs- truppen und marschiert nun in der Richtung der Kalgen- Eisenbahn nach Kansu. Die Gilde sandte eine Botschaft an Schengyun, worin sie ihm die gegenwärtige Lage auseinander setzt und ihm rät, nicht weiter nach Peking vorzurücken. Die kaiserlichen Garden erhielten die Meldung, daß Schengyun gekommen sei, um den Kaiser wieder einzusetzen. Puanschikai schickte Schengyun Gesandte entgegen. Er hofft, mit ihm zu einem Einverständnis zu gelangen.

vkislers B etn Unterl ß-rk besuch gqWne 7ic geschaf xeklaniimo llnterhaltm xn Dienst i tätigen Ziv

Ze, 13. März. Die Singer-Näh-

toriterümen «J1LWSäfSÄ* "nd bCI Sh,#,pcrrun6 M der Streif der

Eine Novelle zur Gewerbeordnung wird, so schreibt man uns aus Berlin, dem Reichstage in nächster Zei Die Novelle wird den bisherigen Verkauf von W

Alrche und Schule.

BreSlau, 14. März. Im Disziplinarverfahren gegen Plärrer Traub wurde, die Bernebmung Traubs vor dem Breslauer Komhtorium geitern beendet. Heute beginnen die Plaidoners io da» heute abend das Urteil zu erwarten steht.

'M« g» w er schon Diebstahl be Bwfe von 8 bedingter S & nid,t i1* S" mu6. «a®te, und nich Uung zu.

befi ÜJ* Simm entir ^rnns, bei J* Wirtin,

Geber i 5**e 7jübr 2in,fniQü ^flelaben. $ SÜLM 'bei

Konstantinopel, 13. März. Das Kriegsministe- rium veröffentlicht ein Telegramm des Kommandanten von Tobruk, nach welchem am 11. Mär» ein Kampf mit drei feindlichen Jnfanteriebataillonen unc zwei Gebirgsbatterien, die auf Mazura marschierten, statt- gefunden habe. Tie Italiener wurden zuerst zer­sprengt, nahmen jedoch, nachdem sie Verstärkungen er­halten hatten, wieder die Offensive auf. Der Kampf dauerte 11 Stunden. Kriegsschiffe und Maschinengewehre unter­stützten den Feind, der jedoch geschlagen und gezwun­gen wurde, sich in die Befestigungswerre und auf die Schiffe zu flüchten. Die italienischen Ver­luste waren beträchtlich. Ein Italiener wurde gefangen genommen. Auf türkischer Seite wurden zwei So l- und zwei verwundet, sowie 16 Frer- 65 verwundet. Die Türken und Araber

hätten. Endlich sprach Benghasi, wo oie S

schwierige Frage. ,

Stark übertrieben wird wohl folgende italienische amt­liche Meldung sein, die auch wieder von tausend Toten des Feindes spricht:

Tie Agenzia Stefani meldet aus B e n g h a s i vom 12. März: Tie italienischen Truppen griffen heute zwei Oasen nordöstlich von Fejat an, die vom Feinde tapfer verteidigt wurden, und eroberten sie. Ter Feind wurde zur Flucht gezwungen und mit dem Bajonett verfolgt. Erver - lor sicherlich mehr als tausend Tote, von denen vierhundert von den Italienern aufgefunden wurden. Die Zahl seiner Verwundeten ist noch größer. Bei den Ita­lienern sielen drei Offiziere und 26 Mann. Sieben Offiziere und 55 Soldaten wurden verwundet.

Bomben ans italienischen Lnftsch fsen.

Tripolis, 13. März. (Agcnzia Stefani.) Gestern früh unternahmen die Luftschiffe eine Kreuzfahrt über Zanzua und Zavia. Man bemerkte dort viele Zelte sowie Schaf- und Pferdeherden. Andere Lager mit Herden wurden zwischen Zavia und Birr Errina bemerkt. Aus den Lagern wurden zahlreiche, jedoch b u r d) a u 8 wirkungs­lose S.cyüsse gegen die Luftschiffe abgegeben, die aus einer Höhe von mehr als tausend Metern 28 Bom­ben auf eine Gruppe von Bewaffneten hinab­warfen und diese hu wilder Flucht veranlaßten. Die Bomben, die mit je einem Kilogramm Explosionsstoff ge­füllt waren, erreichten alle ihr Ziel und riefen nicht nur eine materielle, sondern auch eine moralische Wirkung hervor. Nackchem die Luftschiffe eine von Zavia nach Azizia ziehende Karawane von 50 bis 60 Kamelen mit zwei Bomb en beworfen hatten, kehrten sie am Mittag zurück.

Eine Sieqesrede des italienischen Kriegsministers.

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der ko !ige11 'S» j/ilolfnt/ ietiabie

X. Büdingen, 13. März. Nach einem Berichte bei Magistrats von Hanau über den Stand des BahnbauorojeR» HanauBübingen hat nach Abschluß des Vertrages zwisch« Stadtkreis und Landkreis Hanau einerseits und der Unternehmer» hrma, dlktiengesellfchaft für Bahnbau und -Betrieb in Frankfurt am Main andererseits, sowie zwischen Stadtkreis und Landkreis Hanau der preußische Minister zunächst die £) er gäbe eine« billigen >-taatsdarlehens abhängig gemacht von einem höheren Zu­schuß der Interessenten. Ta der Stadtkreis und Land- (rti5 Hanau es ablebnten. einen höheren Zuschuß zu geben, langte der Mimster die Gleichstellung der den beiden Kreisel. . .bren verlorenen Zuschuß zu gewährenden Aktien mit den übrigen ticn. Wahrend der Stadtkreis Hanau also für den von ihm. >!i leistenden verlorenen Zuschuß von 30 000 Mk. (der Landkreis leistet einen solchen von 20000 Mk.) nach dem Vertrage Aktien Lct. B. bekommen sollte, verlangte der Minister Aktien ßit 2k. Nachdem die Baugesellschaft die Gleichstellung dieser Aktien mit n ii ngen zuaesagt hatte, bat der Minister seinerseits das staatlich« Darlehen m Aussicht gestellt. Es dürfte zweifellos sein, unter den­selben Bedingungen, unter denen das staatliche Darlehen gewährt wird, ein Darlehen in gleicher Höhe von dem Bezirksverband des Regierungsbezirkes Kassel zu erhalten, so daß die Ausführung "des Baues der Bahn wohl gesichert ist.

anderer Weise regeln. In dem zuständigen Ressort sind Er- mägungen angestellt worden, ob es nicht möglich sei, den Verkauf von Waffen von dem Besitz von Waffenscl-emen abhängig» zu maclien, ohne daß der Geschäftsverkehr des Waffenhandel-, darunter leidet. Nach Besprechungen mit Interessenten des Waffenhandels hat man jetzt Mittel und Wege gefunden, diese Frage zur all­gemeinen Zufriedenheit zu regeln. Diese Regelung n-ird aller­dings ein allgemeines Verbot des Waffentragcns notwendig madten und Ausnahmen nur für ganz bestimmte Falle vorsehen. Bisher ist ein Verbot des Waffentragens nur in einzelnen Teilen Preußens imrd) Polizeiverordnung ausgesprochen worden.

Zur »weiten Beratung des Voranschlags des Reichsamts des ^nnern hat die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags beantragt, den Reichskanzler zu ersuchen, einen pari- tätischen, aus Jmpffreunden und Jmpfgegnem zusammengesetzten, Ausschuß zur objektiven Untersuchung der ganzen Impf zwangsfrage so rasch als möglich zu berufen.

Den Rücktritt des Landtagsabgeordneten Innungsobermeisters R a b a r b t (Berlin) von seinem Amte als Vorsitzender der Deut­schen Mittelstands Vereinigung meldet dieTeutschc Journal post". Abgeordneter Rahardt war seinerzeit der Mit- begrünber und bann lange Jahre hindurch der Vorsitzende der Deutschen Mtttelstandsvereinigung (Sitz Berlin). Er hat den Vorsitz der genannten Bereinigung infolge Ueberbürbung mit an­deren Geschäften niedergelegt. Herr Rahardt ist Vorsitzender der Berliner Handwerkskammer, Obermeister der Berliner Tischler- Innung, sowie Vorsitzender des Holzarbeitgeber-Schutzverbandes.

Aus Hessen.

Ter Zweiten Kammer

ging eine Regierungsvorlage, betr. die Blindenanstalt in Friedberg, zu. Die alte Blindenanstalt soll an die Kultur- inspektion in Friedberg vermietet werden. Für bauliche Her­stellungen werden 9000 Mk. gefordert, die aus vorhandenen Mitteln bestritten werden.

Die Abgg. Diehl und Wolf-Stadecken haben bei der Kammer einen Antrag, betr. den Ban einer Bahnvon Unden­heim nach Armsheim, eingereicht.

Aus den Reichstagsausschüssen.

:: Berlin, 13. März.

Ter BudqetauSs

beriet heute das Extraordinariurn des Postetats. Die gestern schon angesdmittene Frage der größtmöglichen Wirtschaftlichkeit der Anschaffungen bei der Postverwaltung wurde and) heute weiter erörtert Ter Staatssekretär legte eingehend dar, wie sehr eine vorsichtige Schätzung der Aus­gaben am Platze ist Von Zentrurnsfeite wurde die Schaf- fung eines Reservefonds bei der Postverwaltung angeregt, ein formulierter Antrag aber nicht gestellt. DaS Qen- Lrum beantragte, für post lagern de Briefe ein höheres Porto zu erheben, da es sich vielfach um Zweifel- hafte Korrespondenz handele und die Postverwaltung mit diesen Briefen mehr Mühe habe. Dem tritt der Staats- fefretar entgegen: diese Einrichtung werde sehr viel für durchaus reellen Geschäftsverkehr benutzt, und die Postver­waltung habe hierfür keine höheren Auslagen. Die Ver- treter des Zentrums weisen iedoch auf die Notwendigkeit hrn, die sich steigernden Ausgaben der Postverwaltunq durch fJÄCn£r\?nn<?me? i)c^cn Der Zentrumsantrag wurde schltehltch abgelehnt.. Morgen Weiterberatung

Der Ge'tbiftsordnung^allSschuß

beriet heute über dieK u r z e n A n f r a g e n". Die Kon- ferbatwen, diegrundsätzlich" nicht abgeneigt waren, stell- len Anträge dahm, daß die Anfragen auf die Kompetenz deS Reichs beschrankt, von allgemeiner Bedeutung sein müssen und nicht inschwebende" Gerichts-. Verwa/tunqs- oder DisZiplinversahren eingreifen dürfen Erwidert wurde dav diese Anträge teils SelbftvcrftanOlube» forderten teil*' dem ganzen Institute ungewollte Schwierigkeiten in den ©eg legten Die weitere Aussprache bewegte sich um den Antrag der iVozialdemokraten, daß zur Ergan zung oder Berichtigung der Anfragen auch Dritte das Wort erhallen können, wie das namentlid) in England der Fall lst. Hierauf wurde erwidert, daß man eben eineDebatte' vermeiden wolle. Endlich wurde von 3 c n t r u m 5 f c i 11 gewünscht, daß die Anfragen einer Unterstützung durch

Rom, 13. März. In der Deputierten kämm er er­innerte der Kriegsminister an den Kampf von Homs am 27. Fe­bruar, wo die italienischen Truppen wohlvorbereitet und mit heldenhafter Kühnheit Maryheb genommen und durch Gewehrfeuer und mit dem Bajonett die wiederholten Angriffe des Feindes zuvüclaewiesen hätten. An diesem Tage und in der Nacht zum 5. und 6. März hätten die Italiener dem Feind sehr ernsthafte Verluste beigebracht. Weiter wies er auf den Kamps bei Derna am 3. März hin, >vo die italienischen Truppen mit dem Bajonett beit geschickten und wachsamen Feind zurückgeschlagen hätten. Dabei seien die Italiener von der mutigen Verteidigung zum Angriff übergegangen, bis der erbittert kämpfende Feind dem Ansturm gewichen sei und die Türken das erstemal offiziell zugegeben hätten, sie seien geschlagen. Der Minister erwähnte sodann den Kampf bei Tobruk am 11. März, >vo ein neuer Vorstoß des Feindes sich an den italienischen Bajonetten gebrock)en hätten und die Italiener ihm bann im offenen Lager erhebliche Verluste beigebracht rr-v,1A r bcr Minister von der gestrigen z , . ... ... - on n e des Sieges von neuem noch strahlender über den italienischen Waffen erglänzte. Während die italienischen Luftfahrzeuge in Tripolis und B e n g h a s i am Himmel d a h i n g e z o g e n seien, hätten die Truppen einen vollen Sieg davongetragen, so baf; der italienische Besitz an allen Küsten Lsbiens von neuem burd) das Blut der Italiener erworben und durch die italienischen Waffen geheiligt sei. Legen wir, |o sckstoß der Kriegsminister, neue Lorbeeren und Kränze auf die Gräber der Edlen und sprecheii wir den Kämpfern unseren Gruß und Dank aus. Tas ganze Vaterland weiß, daß seine Fahnen, sein Glück, seine Zukunft in guten Händen liegt; die ganze Kammer erhob fid) und begrüßte den .(rriegSminister mit begeistertem Beifall. Hoclnufe auf die Armee wurden auSaebradst. Ter Präsident Marcora schloß fid) den Motte,', des Ministers an. Auch er wurde mit lebhaftem Bei- fall begrüßt. Der .(tzriegSminister gab im Senat die gleichen Erklärungen ab wie in der Kammer, die auch hier andauernden Beifall hervorriefen.

Für *ean ui ^^äger b,e liebet, für a, öuf diesem

erledigt wird.

Ter Wahlprüsullgsausjchuß kam heute noch nicht zur Prüfung der Wahl des Ab^. Dr. Kämpf, des Reichetagspräsidenten. Die ganze Sitzung nahnien noch die Einsprüche gegen die Wahl des A b g. Kuckhoff (Zentr., Köln-Land) in Anspruch, ohne daß es schon zu einer endgültigen Entscheidung des Ausschusses tarn. Zwei Einsprüche, daß ein Wahllokal in einem zu Köln-Stadt und nicht zu Köln-Land gehörigen Bezirk sich befand und daß in einem Hause in zwei Wahllokalen gewählt wurde, wurden von der Mehrheit des Ausschusses für nicht erheblich erklärt. Die Prüfung wird morgen fortgesetzt.

Der Ausschuß für das Reichs- und ^laatsangehörgike t^gesktz faßte heute Beschluß über den § 6 des Gesetzes. Nach Ab­lehnung zahlreicher hierzu gestellter Anträge wurde auf Grund eines Kompromißantrages Waldstein (Bp.) und Frei­herr v. Richthofen (natl.) dem § 6 folgende Fassung ge­geben: Tie Aufnahme wird einem Deutsck)en von federn Bundes st aat, in dessen Gebiete er sich niedergelassen hat, auf seinen Antrag erteilt, falls kein Grund vorliegt, der nach den §§ 35 des Gesetzes über die Freizügigkeit vom 1. November 1867 die Abweisung eines Neuanziehen­den oder die Versagung der Fortsetzung des Aufenthalts rechtfertigt. Der Antrag einer Ehefrau bedarf der Zu­stimmung des Mannes. Die fehlende Zustimmung kann durch die Vormundschaftsbehörde ersetzt werden. Hat der Aufzunehmende das 16. Lebensjahr vollenvet, so bedarf der Antrag seiner Zustimmung.

Der BlttschriftenanSschuß begann heute unter dem Vorsitz des Abg. Schwabäch (natl.) seine Arbeit in der neuen Tagung. Von allgemeinem Inter­esse ist lediglich eine Eingabe auf Schaffung von Gast­wirtekammern. Der Ausschuß sah von einer eigenen Stellungnahme hierzu ab und überwies die Eingabe dem Reichskanzler zur Kenntnisnahme. Im übrigen handelte es sich um Bittschriften rein persönlichen Inhalts.

Rein au§ Steinbach (Kr. Erbach) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wieseck. Erledigt ist eine mit einem kalt). Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Herrnsheim.

Die Hinterland-Bahn. Der Verkehrsverein Rod heim a. d. Bieber veranstaltet am nächsten Sonntag nachmittag eine öffentliche Versammlung, die sich mit betn Projekte einer von Gießen ausgehenden Hinterland- Bahn beschäftigen wird. Bei der Wichtigkeit dieses Projektes auch für Gießen wird sich ein Besuch der Versammlung auch für alle hiesigen Interessenten sehr empfehlen.

** Warnung vor Ankauf gefrevelten Schmuck- re i s i g s. Es ist in letzter Zett die Beobachtung gemacht wor­den, datz in den Waldungen in der Nähe größerer Städte durch Ent­wendung von Laub- und Nadelholzreffig stark gefrevelt wird. Namentlich die Weymouthskiefer kommt hier in Betracht, aber auch andere fettenere Nadelhölzer wie die Douglastanne, Blau­fichte und edle Laubhölzer wie Roteiche, Ahornatten werden durch diese Frevel geschädigt. Der Frevel geschieht meist gewohnheits­mäßig und der Verkauf findet vorzugstveise in den Städten auf Märkten, bei Gärtnern und in privaten Haushaltungen statt, wo die auf unrechtmäßige Weise erlangten Zweige zu lohnen­den Preisen Absatz finden. Mancher Stadtbewohner, der das Grün des Waldes liebt und fein Heim mit ihm ausschmücken will, kaust die Aeste zum Schmucke seiner Wohnung, ohne sich bewußt zu werden, daß er dadurch gerade derartige Frevel an ftemdem Eigentum begünstigt. Daher sollte jeder Käufer derattigeir Schmuckreisigs sich über den rechtmäßigen Erwerb dieser. Zweige von feiten des Verkäufers vergewissern und sich unter Umständen die Bescheinigungen der betrehenbnt Oberförstereien darüber vor­legen lassen. Es sind vor kurzem Weisungen ergangen, diesem Unfug durch eine strengere Handhabung der Bestimmungen des Forststrafgesetzes entgegenzutrtten. Die Oberförstereien sind übrigens bereit, Sd)muckreisig an Liebhaber zu angemessenen Preisen aus der Hand abzugeben.

* Zur Schneider-Aussperrung. Man schreibt uns: Vielfach ist die Meinung verbreitet, daß did Schneider­gehilfen und auch die in Gießen in den Streik getreten seien. Dies trifft nicht zu; sie sind vielmehr von den ^Arbeitgebern ausgesperrt worden. ES fei noch hinzu- gefügt, daß hier dabei 12 Firmen in Betracht kommen, die zusammen etwa 80 Mann auSgesperrt haben. Richt alle zum 'Arbeitgeber-Verband gehörigen Firmen haben sich an der Aussperrung beteiligt. Weiter fei noch mitgeteilt, daß von der Gehilsenorganisation deS SchneideroerbandeS alles ge­schehen ist, um den Kampf zu vermeiden.

""In Amerika verstorbene Hessen. Frau Maria Wissner, geb. Schäfer, 50 Jahre alt, auS Alten-Buseck, in PittSburg; Frau Maria Raab, geb. Walter, 77 I. alt, in Aurora, Jll.; Peter Epstein, 72 I. alt, auS Villar, in Chicago; JusluS Euler, 67 I. alt, in Chillicothe; Ioh. Peter Klee, 79 I. alt, auS Heubach, in Binghamton, R.-P.; Ioh. Gg. Falter, 71 I. alt, auS Michelbach, in Chillicothe.

* Ein interessanter Gänseprozeß hat in Kur- Hessen gespielt und jetzt ein originelles ®nbe gefunden Etwas über 2 Jahre ist es her, da wurde ein Bäuerchen beschuldigt, einem Nachbar 2 Gänse, die man bei ihm im Stalle vorfand, gestohlen zu haben. Die Tiere wurden dem angeblichen Dieb abgenommen, obgleich dieser behauptete, sie feien fein Eigentum, und darnach dem Polizerdiener in Obhut und Pflege gegeben. Bei dem Strafverfahren kam aber nichts heraus, man konnte das Bäuerchen wegen nicht ausreichender Beweise nicht verutteilm Nun verklagte dieses aber den angeblich bestohlenen Nachbar aut Zahlung des Wettes der ihm abgenommenen beiden Gänse Die Parteien brachten Zeugen über Zeugen bei, so daß daraus ein schwieriger Streitfall wurde, und der Richter den Prozeß auf unbestimmte Zeit vertagte. Es kamen die Gerichtsferien dazwischen unb so blieb der Prozeß hängen und die Streiter unterließen es in ihrer Unkenntnis, ihn durch Ladung des Gegners zur Fottsetzung zu veranlassen. Da er­schien plötzlich der Polizeidiener und verlangte für die zwei- lährige Pension der Gänse für Tier und Tag 10 Pfg. oder im ganzen 73 Mk. Futtergeld. Vom Kläger abgeroiefen, versuchte er vergeblich fein Glück bei dessen Gegner und begab sich schließlich auf das Amtsgericht. Da erinnerte man sich der Sache, der Richter kratzte sich verlegen Hinterm Ohr, dann lud er die Beteiligten mit samt dem Polizeidiener vor sein Forum unb zwar in die amtsrichterliche Wohnung. Als salomonischer Richter schlichtete er dann den Streit durch einen gemütlichen Vergleich Der Polizeidiener ermäßigte die verlangten Futterkosten sehr erheblich und jede der Parteien, tooyu sich auch der Richter als Dritter im Bunde rechnete, zahlte ein Drittel der Futterkosten. Das klagende Bäuerlein nahm den Gänseprozeß zurück, wogegen er und der Gegner die Kosten des Rechtsstreites je zur Hälfte übernahm«. Von den Gänsen erhielt jeder der Sttritenden ein Tier auSgv- fränbigt. <

15 Mitglieder bedürfen. Auch hiergegen wurde Widerspruch erhoben, da das Recht gerade,des einzelnen Mrtglredes, bei der Regierung über eine bestimmte Tatsache anzufragen, nicht beschränkt werden dürfe. Tie ausgiebige Aussprache nicht, schon heute zur Abstimmung zu tom- : anzunehmen, daß oie Angelegenheit morgen