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14.3.1912 Erstes Blatt
 
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die farbigen Linien, die das Prisma im Soeftrum eines Stoffes aufdeckt. Thomson bringt den ju untersuchenden Stoff in eine evakuierte Röhre, durch die eine elektrische Entladung geschickt wird, und die Kathodenstrahlen werden der Einwirkung eines elektro magnetischen Feldes unterworfen. Der Chemiker unter­sucht aber nicht diesen Vorgang selbst, sondern hält ihn auf der photographischen Platte fest, auf der die Kathodenstrahlen ihre Spur in Form von Kurven aufzeichnen, weil sie durch das elektromagnetische Feld abgelenkt sind. Aus jeder Kurve auf dem Bilde kann man nicht nur den Stoff erschließen, dem sie zugehört, sondern aus ihrer Form läßt sich sogar das Atom­gewicht genau berechnen. Als Beispiel führt Thomson das Ka- thodenspettrum chemisch hergestellten Stickstoffes im Vergleich mit dem gewöhnlichen Luftstickston an. Das Bild, das der Luststickstoff mittels der Kathodenstrahlen aufzeichnet, enthält eine Kurve die aus dem anderen Bilde fehlt. Tas berechnete Atomgewicht er­gibt die Zahl 40, und der Stoff, aus den sie zurückgehr ist natürlich das Argon. Ein weiterer Vorteil beruht in der Schnel- hgfeit dieser Art der Analyse. Innerhalb einer Millionstel Se-

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Der vergarbeiterauLftand im Ruhrgebiet.

Man muß über die allgemeine Haltung der Ausständigen die Tatsachen sprechen lassen und nicht, wie einige Blätter dies tun, vom grünen Tisch durch die Parteibrille die Gefahren, denen die Arbeitswilligen ausgesetzt sind, als harmlos hinstellen. Die christlichen Bergarbeiter haben jetzt selbst öffentlich nach einem besseren Schutz durch die Regierung gerufen! Und der gleichzeitige Ausruf des alten Bergarbeiterverbandes beweist gleich­falls, daß die Stimmung sehr erregt und die Luft elektrisch geladen ist, so daß es beständig zu Katastrophen kommen kann. Wir erhalten folgende Meldungen:

Eine Mahnung der Streikleitung zur Ruhe.

Bochum, 13. März. Der alte Bergarbeiter- Verband verbreitet folgen be Mahnung an alle streitenden Bergarbeiter:

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kf. Gine neueSpektralanalyse". Dir. Thomson, der Physiker der Universität Cambridge, hat eine neue Art der chemischen Analyse erfunben, die sich der Kathodenstrahlen bebient und der auf Kirchhoff und Bunsen zu- rückgehenden, rein optischen Spektralanalyse nach seinem eigenen Ur teile weit überlegen sein soll. Die alte Spektralanalyse untersucht

DieWestminster Gazette" schreibt:

Es ist unvermeidlich, daß diejenigen, die bessere auswärtige Beziehungen erhoffen, mit Besorgnis auf den englischen und den kommenden heutigen Flottenetat blicken. Wie werden sie mit den Zielen der Mission H al d an es übereinstimmen, denen alle ernsten Leute in Deutschland und England Erfolg wünschen? Das Blatt betont, daß das Flottenprogramm beider Machte wahrsckzcinlich schon vorher aufgestellt und daß kein un mittelbares augenfälliges Ergebnis in den diesjährigen Etats von bent kurzen Gedankenaustausch der wenigen letzten Wochen zu entarten war. Wir können uns natürlich nicht verhehlen, hetßl etz in dem Artikel, daß durch die plötzlich ausfällige Ver­mehrung des deutschen Flottenetats eine ungünstige Atmosphäre geschaffen würde, da sie mit Recht oder Unrecht sowohl hier als auch in Europa als die Antwort der deutschen Regie­rung auf b i c Mission Haldanes angesehen würde, eine Antwort, die gegenseitige Zugeständnisse verhindern und weitere Verstärkungen der Rüstungen bewirken würde. Mer abgesehen von solcher plötzlichen ausfälligen Vermehrung werden die Eng­länder gut tun, die gegenwärtige Sage als die Nachwirkung der früheren Rivalttät anzusehen und unverzagt die Bemühungen fortzusetzen, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern.

künde nach dem Auftreten sind die Strahlen bereits aus der Platte verzeichnet, so daß selbst Stoffe nachgewiesen werden können, die so kurzlebig sindwie die Rätselstoffe, die bei der Erforschung des Radiums beobachtet werden.

Die Weltausstellung von San Francisco £9 1 5. -ter heiße Wettkampf zwischen New Orleans und San Francisco um die. große Weltausstellung 1915 ist nun ent­schieden : die Stadt des goldenen Tores hat den Sieg davon- qetragen: die Ausstellung, die anläßlich der Fertigstellung und Erönming des Panamakanals ftattfinbet, wird ihre Stätte in San Francisco finden. Ter Staat Kalifornien hat die Vorbereitungen bereits mit großzügiger Tatkraft in Angriff genommen und aus der Ltaatskasse 20 Millionen Dollars, also mehr als 83 Mill Mark, für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Zur Eröff­nung wird der Tampfschifkverkehr bereits durch den Panamalanal geführt werden, so^daß die europäischen Besucher zu Schiff von Europa nach San Francisco fahren können, ohne wie früher den riesigen Umweg um das Kap Horn machen zu müssen.' Wi­der Figaro berichtet, hat die französische Compagnie (Generale Transatlantiaue die Einrichtung eines Darnpferverkehrs Frank­reichSan Francisco in Aussicht genommen.

Ein Monumentalwerk russischer Wissen­schaft. Tie kaiserliche Akademie der Wissenschaften in St Petersburg hat jetzt den ersten Band eines großen Werkes er­scheinen^ lassen, dessen Fertigstellung nach langen Vorarbeiten nun gesichert ist. Es handelt sich um eine Beschreibung aller -tierarten, die im russischen Reich und in den angrenzenden Gebieten Asiens leben. Tie Seele des gewaltigen Unternehmens ist Professor Nasonow, der Tirettor des Zoologischen Museums der Akademie. Der erste reichillustrierte Band behandel! dir ramschen Fische.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- '.chast. Ter Privatdozent Dr. Otten, Assistenzarzt an der hiesigen mttnzinischen Klinik, hat einen Ruf als Direktor der inneren Abteilung der deutsckien Hilfsexpedition vom Roten Kreuz nach Tripolis angenommen. Er begibt sich in den nächsten Tagen nach dem Kriegsschauplatz. In Leipzig starb der außerordentliche Professor der Archäologie Direktor des Museums der bildenden Künste Hofrat Dr. Schreiber im Alter von 64 Sauren an Lungenentzündung.

durch einen Kopfschuß getötet.

Die Bewegung in den sächsischen Bergwerken.

Zwickau, 13. Marz. Dem Ansuchen, der Bergarbeiter, bis zum 12. März über ihre Forderungen bestimmte Erklärungen abzugeben, sind in den Bezirken Zwickau, Lugau und Oels- niy nur einzelne Grubenverwaltungen nachgekommen. Unter ihnen befindet sich der Morgensternschacht, der sich ablehnend verhält. Man glaubt, daß die übrigen Werke diesem Beispiele folgen werden. Zn diesem Falle dürften die Berg­arbeiter den Aus st and beschließen. Es kommen etwa 23 OOO Bergleute in beiden Revieren in Frage.

Die Vermittlung in England wieder vertagt.

London, 13. März. Die Konferenz zwischen den Berg­werksbesitzern und den Koblenarbeitern wurde auf morgen ver­tagt. Tie amtliche Bekanntmachung der Konferenz besagt: Tie allgemeine Besprechung der Sage wurde heute fortgesetzt und sodann auf morgen vertagt, um den Delegierten Gelegenheit zu geben, gewisse Anreguirgen, die vom Premierminister gegeben worden sind, zu erwägen.

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gebraucht würden, die nicht immer zuverlässig seien. Das Blatt betont, der ernste Wunsch der gesamten Regierung und der liberalen Partei^ de? auch von der großen Masse der Natron geteilt würde, sei, zu einer Verständigung mit Deutschland zu kommen. Mer erst nach einer solchen Verständigung könne eine Einschränkung der Rüstungen ein­treten. Das englische Programm habe keinen aggressiven oder herausfordernden Charakter. Eine eventuelle Vermeh­rung des Bauprogramms sei ausdrücklich nicht erwähnt, obwohl sie stillschweigend angenommen sei. Wenn andere Mächte ihr Programm erweitern toürbeu, so würde England genötigt sein, diese Vermehrung durch einen Nachtragsvor­anschlag aufzunehmen.

SieDail y New s" greift den Flottenvoranschlag heftig an, da er das Stärkeverhältnis zu Deutschland aus 2 zu 1 setze. Der Etat sei nicht nur finanziell ein Unglück, sondern eine Revolution in der englischen Flottenpölitil. Der Augenblick dazu Jet besonders unglücklich gewählt und der englische Etat fei das sicherste Mittel, ein neues beut- fthes Flottengesetz auf breitester Grundlage juermutigen. Das Blatt erwähnt die schlechten Erfahrungen mit der Konstruktton desOrion", desSion" und der Queen Mary" und schließt: Es hat keinen Zweck, den Abgeordneten Reden zu halten, wenn sie nicht entsprechend abftimmen, denn keine Negierung wirb biefen wahnsinnigen Ausgaben für bie Rüstungen Einhalt tun, wenn sie sich mit ihrem Sturze bebroht sieht.

DieTimes" sagt, baß ber Voranschlag das Ver­sprechen einlöse, das Minister Churchill in seiner Glasgower Rebe gegeben habe. Auch bie übrigen unionisttschen Zei­tungen erklären sich mit dem Flottenvoranschlag einver­standen.

Lranksurter Schauspielhaus.

Hedda Gabler.

Frau Irene Tri e sch, die unvergleichliche Darstellerin kom- Nüicrter Frauencharaktere und wohl die hervorragendste Schau­spielerin Deutschlands überhaupt, di- wir auch in Gießen schon häufig begrüßen konnten, setzte gestern am Frankfurter Schauspiel­haus, der Wiege ihres Ruhmes, ihr Gastspiel mit Ibsens Hedda Zahler fort, nachdem sie am 1. Abend als Nora einen neuen großen Triumphs gefeiert hatte. Die reichen, schier unerschöpflichen Mittel der Künstlerin, die ihre Rollen mit einem durchdringenden Ver­ende bis in bie letzte Faser bloßlegt, können sich bei dem Hatologisch bestimmten Charakter der Hedda vielleicht am glänzend­en entfalten, und nicht mit Unrecht hat man in dieser Dar- kellung den Gipfel ber gegenwärtigen deutschen Schauspielkunst Sesehen. Doch scheint mir das weniger darin zu suchen, was sie aus dem Charakter herausholt, als vielmehr in dem, was sie euteinlcgt. AuS dem gut veranlagten, unter einseitiger Erziehung aber innerlich verkümmerten Weibe, bas sich in seiner Einsamkeit mfcttionslüstem zu Tode langweilt, das in seinem oberfläcblitfKn Bteil über Menschen und Dinge die eigene Unftäte und Unruh? I Dflenbart und mit dem Gehaben eines sentimentalen Backfisches I Weltschmerz und Schönheit schwärmt, aus diesem völlig zer | wrrenen, durch das wachsende Seben in ihm aufs höchste erregten | gequälten Wesen, das uns Ibsen zeigt, hat Frau Triesch | geschaffen, das mit einer unerbittlichen Logik denkt und

I vollbewußt seinen Weg wandelt und mit gierigen

I auf die taufend widerstreitenden Stimmen in sich hört,

8 Flüstern mit schmerzlicher Freude auszukosten. Groß und

I j^Itig geht diese Hedda über die Bühne, viel größer und, 1 Qlfcr Niedrigkeit ihrer Instinkte, erhabener als. das dem I vorgeschwebt haben mag, der sich inmitten eines Kreises 1 ft" barmlofer, beschränkter, teils verbrauchter und verwüsteter I gestellt hat denen sie in allem äußeren überlegen ist

I ? denen sie innerlich weit zurücksteht. Dabei faßte Frau I E bie benvirrenbe Fülle von Einzelzügen zu einem

l Charakter zusammen, unb indem sie das Seelenleben ber

I -dis ins innerste zergliederte, schuf sie eine völlige, ganz in I *^cnc Einheit, die in allen ihren Aeußerungen und Gesten

I 131 beißem, lebendigem Blut erfüllt mar. Als ihr Gatte bildete

Einige Vorkommnisse ber letzten Tage veranlassen uns, drin­gend zur Ruhe, Bcsonnenlieit unb Disziplin zu mahnen Vor allem ist es dringend nötig, Zusammenrottungen zu unterlassen, bie Arbeiteneinde rufen schon nach Militär und dem 'Ma- gerungszustand. Gelingt es ihnen, ihr Vorhaben zu verwirk' ttchen, dann leidet unser gerechter Kamm schweren Sck>aden. H ö r t d»e Ma h nu n g u nd se i d v e r n ü n s t i g ! Auch mir möchten ocr Behörde anheim geben, auf die fremden Beamten beruhigend einzuwirkeil. xiefc lassen sehr viel Ruhe vermissen. Wo' die einhelnn,chen Sicherheitsorgane den Dienst versehen, machen sie nicht die geringsten Störungen bemerkbar. Diese feunen Sand unb Leute unb wissen, daß ein gutes Wott viel ausmacht. Die ^^amfatwn kann und darf nicht zugeben, daß Ordnung, Ruhe und Disziplin gcflort werden. Bereitet der Organisation feine Schande. liniere Sache steht gilt! Schon streiken 2 3 O OOO Bergleute, fiört darum die brüderliche Mahnung und führt den gerechten Kampf in Ruhe und Ordnung! Meidet den .11 ko hol und weist die anrüchigen Elemente aus eurer Mitte zuruck!

tie christlich'« Bergarbeiter bitten um besseren Schutz der Behörde.

Die Leitung der Gewerkvereine christlicher Berg- arbeit er erläßt folgende Erklärung:

... Es zeigt sich immer deutlicher, daß der b eh ö r dl i che S ch u tz für bie weiterarbeitenden Bergleute nicht genügt. Aus fast Neunen beS Ruhrreviers kommen bcgninbetc Klagen über -oclalhgungcn. Truppenweise kommen bie Vertrauensleute der Gcwcrkvereine zu den Bureaus und beschweren sich. Es wird bc- londers betont, daß die Belästigungen recht oft weniger durch streikende Bergleute, als durch fremdes unbekanntes Gesindel er- folgen. Wir haben uns auf Grund der Klagen unserer Mit­glieder schon mehrfach unter Angabe von Tatsack»en an die Be­hörden gewandt, um einen ausreichenden Schutz für die Nicht- streikenden zu erhalten. Die Polizeibehörde hat sich bemüht, an den angegebenen gefährdeten Punkten mehr Sicherheit zu schassen, mit dem Erfolge, daß die Belästigungen dort ab- und an anbcreit Stellen zunehmen. Offensichtlich genügt der bis letzt zur Ver­fügung stehende Beamtenapparat nicht. Es herrscht stellenweise nicht die Behörde, sondern der Pöbel. Wir sehen uns genötigt, öffentlich sestzustellen, daß die Zunahme der Streikenden nicht auf Streiklust, sondern auf Furcht vor lieber fäll en und Belästigungen zurückzuführen ist. Weiter müssen mir schon letzt daraus aufmerksam machen, daß die Wut ber zum Streik haltenden sozialdemokratischen und polnischen Menge steigt unb damit auch die Gefahren für die arbeitenden Bergleute zuneh- men. Wenn bie Bchörben nicht für ausreichenden Schutz sorgen, müssen wir sie für die kommen­den ernsten E r e i g n i s se v e r a n t w o r t l i ch machen.

. Herne, 13. März. Als heute früh ein Schutzmanns­aufgebot unter Lcitttng eines Kommissars nach der been­deten Einfahrt auf Zeche Shamrock nach ber Zeche Julia marschierte, würbe es auf ber Rottbruchstraße von Strei- keuben mit Steinen beworfen unb beschossen. 'Tie Schutz» leüte erwiberten bas Feuer. Ein Str ei kenber würbe

Die Nachricht, daß ein paar feindliche Kreuzer sich der Straße von Dover näherten, würde für unsere Schiffe im Kanal ein Appetitbrötchen bedeuten. Das einzige Zweifelhafte dabei Ware, ob sie von uns selbst ober von den Franzosen in den Grund gebohrt würben. Wenn aber die feindliche Flotte in Die Straße einfteucrte? Nun, was könnte uns Angenehmeres panieren? Voriges Jahr hatte Deutschland fünf Treadnoughts gegenüber unseren zwölf. Das würde das Diner nach dem Appetlttzrödchen bedeuten. Tie feindliche Flotte würde in den Mittelpuntt unserer strategischen Stellung gelockt werden, getabe so wie die spanische über den Atlantik gelockt wurde und die russische in die Straße von Tsuschima.

Das sind gleichfalls Zeichen ber Zeit! Trotzdem stim­men wir mit einer amtlichen Aeußerung in derWest­minster Galette" überein, wenn da gesagt wirb, büß bas Streben nach einem besseren Verhältnis zwischen ben stamm- verwanbten Völkern fortgesetzt werben müsse.

Die englische Presse beschäftigt sich mit bem Flotten­voranschlag. DasDaily Chronicle" ist mit bem Haushalt einverstanden, obwohl bie erhoffte Rebuk- tion nicht möglich gewesen fei. Tas Blatt hofft, baß die Ziffern des Voranschlags bie- Hochwasserlinie bezeichnen unb baß künftig ebenso wie in den ersten Fahren ber libe­ralen Regierung Rebuktionen möglich sein werben. Tie Ltärke ber englischen Flotte hänge bavon ab, was bie anbern Mächte tun. Immerhin sei es bebauerlich, baß immer auf Deutschland hingewiesen werbe unb Ziffern zum Ver-

Herr Krauß einen schüchtern-treuherzigen Gelehrten von sym­pathischer Einfalt unb gewinnender Herzlichkeit. Herr Bauer spielte ben verbummelten Ejlert Lövborg mit einem gknialischen Zug, unb mandymal. wenn ihn etwas packte, drang es hervor wie Feuerfäulen, die n*!t ohnmächtiger Wut noch einmal aus der Asche lohen. Dem Gerichtsrat Brack gab Herr Bolz die un­erbittliche, zielbewußte Skrupellosigkeit des überlegenen Welt­mannes, der sich selbst alles ist. Fräulein Klinkhammer war eine liebe, kluge Julie, die mit abgeklärter Reife und freund­lichem Verstehen aus ihrem einsamen Ältersnnnk.'l über die Ge­brechen der Menschheit hinwegsieht. Daß die Regie eines so feinen Ibsenkenners wie des Herrn Dr. Heine den Gehalt des Werkes nach Möglichkeit erschöpfte, versteht sich von selbst.

Der englische Mtenvoranschlag.

Der englische Flottenvoranschlag sollte eigentlich ein wenw ui Uebereinsttmmung stehen mit bem Bermittlunqs- vefuch Halbanes in Berlin und mit ben vielen eifrigen Versicherungen, baß ein neues frcunbfchaftliches Verhält­nis zu Deutschland angebahnt werben solle. Nun ist ber Voranschlag des Marineministers Churchill erschienen unb alles ist beim alten geblieben. Es war bavon gemunkelt worben, bie englische Regierung werbe ben Anfang machen unb ihre Marineforberungen herabsetzen, unb bem Buch­staben nach ist biesc Voraussage auch erfüllt worben. Eng- lanb hat sich diesmal Beschränkungen auferlegt im Betrage von 6 Millionen Mark bei einem Etat von fast i 8,9 O M i 11 i o n c n! Es will ein Panzerschiff weniger bauen als im letzten Jahre und seinen Personalbestand nur um 2000 Mann erhöhen statt wie im vorigen Jahr um 3000. ^av ist alles. Unb babei macht bie amtliche Erläuterung dazu, nach dem Zugeständnis liberaler englischer Blätter, noch die verhüllte Drohung, England werde sich nur bann in biesem Rühmen halten, wenn anbere Mächte unb hier mirb natürlich auf Dentschkanb hingezielt keine neuen Vergrößerungen ihrer Flotte vorsähen. Es gibt eine ganze Anzahl englischer Blätter, die dieses Verhalten ihrer Re- .perung nicht billigen und auf den Widerspruch mit den in etzter Zeit gepflogenen Erörterungen hinstellen. Natür- ich ist man in Deutschland von dieser Haltung Englands nicht überrascht worden, und die kühle, abwartende Siel jung, die Volk und Regierung gegenüber den neuen Freund- schastsverficherungen eingenommen haben, war nur zu be- LHechtigt. Tie englischen Marinefachblätter reden eine andere Sprache als das Liebeswerben Haldanes. ImUntted Ser­vice Magazine" vom März 1912 erörtert St. Dewar die ijrage, ob man bei einem Kriege zwischen Deutsch­land unb ben We st machten eine englische Hilfs- jrmec sofort über ben Kanal schicken könne, ohne bie deutsche Flotte vorher vernichtet ober ein geschlossen zu haben. Er bejaht sie trotz ber gegenteiligen Lehre Mahans, Courbets und Colombs. Charakteristisch für die Ei li­sch ä tz u n g, bie in manchen englischen Küpfen bie b e u t f dj c Flotte gegenüber ber übermächtigen englischen erfährt, sind babei folgenbe Sätze:

«L Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 14. März 1912

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MM General-Anzeiger für Gbechessen

Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.

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