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15/07/1912 Erstes Blatt
 
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Lissabon, 13. Juli. Der Minister,des Aeu- st^rn Va-concellos hat mit dem englischen Ge­sandten H'ardinge eine lange Unterredung über das Ver­halten der spanischen Behörden gegenüber den portugiesi­schen royalistischen Verschwörern gehabt. Tie englische Re­gierung wird angeblich in Madrid Vorstellungen erheben, damit die spanische Regierung den portugiesischen Roya listen den Verbleib an der spanisch-portugiesischen Grenze nicht länger gestattet. .

Lissabon, 13. Juli. Eine amtliche Note stellt in Abrede, daß ein Einverständnis zwischen dem portugiesischen Gesandten in Madrid und den spanischen Behörden erzielt worden sei. Ter portu­giesische Gesandte verlangte beständig Maßnahmen, die ver sprachen, aber nicht ausgeführt worden seien. Am 27. Juni schlug die spanische Regierung der portugiesischen Gesandt­schaft in Madrid vor, die Einigrantes binnen 8 bis 10 Tagen in den abgelegenen Provinzen Teruel und Cuenca zu 'internieren. Ter portugiesische Gesandte nahm das An­erbieten an. Bei Ablauf der Frist habe der Einfall, den man vorausgesehen habe, stattgefunden. In der Note wird schließlich erklärt, die portugiesische Regierung habe auf die Antwort, die Spanien auf den von Portugal eingelegten Protest erteilte, sofort eine Entgegnung gesandt und der portugiesischen Gesandtschaft in Madrid telegraphische Wei­l' ungen erteilt.

Die Lage in der Türkei.

Konstantinopel. 13. Juli. Die Verhandlungen über die Ernennung des Kri e gs m i ni st ers wurden heute fortgesetzt. ,Leni Gazetta" verzeichnet das Cfcrüdjt, daß das ganze Kabinett heute zurücktrete. Der Botschafter in Lon­don, der ersucht worden ist, das Großivesirat zu übernehmen, soll noch unschlüssig sein.

Die Minister traten gestern nachnnttag zwei Uhr unter Voriitz des Großwesirs zu einer Beratung über die Lage der Wahl des Kriegsministers zusammen. Nazim Pascha war nicht mehr er­schienen. ein Ausgleich mit ihm wird sür unmöglich gehalten. Man glaubt, das; die Lage des Kabinetts jetzt schwierig i)t. Ter Minister des Innern, Hadji Adil, verließ den Minilterrat gegen 4 Uhr, was zu dem Gerücht Anlaß gab, daß er demissionierte. Wie versichert wird, entstammt die Idee, das Großwcsirat dem Botschafter von London anzuvertrauen, einer hohen Stelle im Palais, wo man der Entwicklimg der Dinge mit großem Inter­esse folgt.

Konstantinopel, 14. Juli. Der zweite Karnmcrhcrr des Sultans Avian besuchte gestern im Auftrage des Sultans den früheren Großwesir Hussein Hilmi und den früheern Minister Reschid Aki Pascha, um anzufragen, ob sie in das Kabinett cintrctcn würden, daß das Land aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten befreien solle. Beide erklärten sich bereit, in das Kabinett unter Kiamil einzutreten. Wie versichert wird, legte der Ministerrat in später Nacht die Ernennung des neuen Kriegsministers, dessen Name noch geheim gehalten ivird, dem Sultan zur Bestätigung vor.

Konstantinopel, 14. Juli. In der heutigen ^Sitzung leistete Mahmud Schefket Pascha den Eid als Senator. Der Antrag des Senators Fuad Pascha betreffend die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes, durch den den Senatoren die Zugehörigkeit zu 'einer politischen Partei untersagt wird, stieß auf lebhafte Opposition bei den Senatoren der jungtürkischen Partei. Die Fortsetzung der Debatte wurde vertagt, bis Fuad Pascha einen entsprechenden Gesetzentwurf unterbreiten wird.

Konstantinopel, 13. Juli. Die hiesige Presse erörtert die Gerüchte über eine Mittelmeerententc.Jeune Ture" erklärte: Wir können vollkommen ruhig sein. Es handelt sich im Grunde genommen nur um eine Demonstration gegen die Zusammenkunft in Baltisch-Port oder um eine politisck;e Misti- fikation, die den Zweck hat, auf uns Eindruck zu machen. Die An­erkennung der Annektion von Tripolis seitens. Englands und Frankreicl)s würde keine Bedeutung haben.

Konstantinopel, 13. Juli. Die albanischen Jn- s u r g e n t e n , die nach siegreichem Kampfe der Truppen gegen Issa Boljetinatz nach Lab bei Pristina flüchteten, nahmen ihre aufrüherische Tätigkeit wieder auf. Von Mitrowitza wurden Trup­pen gegen sie entsandt.

Konstantinopel, 14. Juli. Das Ministerium des Innern veröffentlicht Depeschen des Malis von Kossowo über die Vorfälle in Pristina, in welchen militärische Maß­nahmen als notwendig bezeichnet werden, um das vor einigen Tagen durch die Rebellen in Lab eingeschlossene Bataillon zu be­freien und Pristina vor .UeberfäHen der Rebellen zu sichern, die sich der Stadt bis auf eine Stunde Entfernung genähert haben. Die von Pristina und Wutschiten abgegangenen Truppen hätten gestern die Rebellen, die Kolina besetzten, zurückgeschlagen. Die Anhänger von Issa Boljetinatz hätten ein im Bau befindliches Wachthaus demoliert. Die Einwohner von Pristina baten die Pforten telegraphisch, die militärischen Operationen unverzüglich einzustellen und die Forderungen der Aufständischen zu bewilligen. Der Minister des Innern erwiderte, die Forderungen der Rebellen seien unannehmbar. Die Regierung führe Reformen durch und sei bereit, berechtigte Wünsche zu prüfen.

Aus Marokko.

Paris, 13. Juli. Eine Meldung desMatin" be­stätigt, da ßdie Lage von Marakesch sehr ernst aeworden sei. Seit zwei Tagen sei die Stadt von berittenen Banden umgeben, dte einzudringen drohten, falls der Kaid Marakesch nicht verlasse.

Melilla, 13.. Juli. Nach Meldungen aus dem In­nern sind infolge der französischen Truppenbewegungen bei deit Nom ad en st ämmen Basbujagi und Ben- harscha Unruhen ausgebrochen. Die Scheichs der Stämme sollen die Bildung einer Harka beabsichtigen, die sich dem Vormarsch der Franzosen entgegenstellen soll.

Mazagan, 13. Juli. Tie meisten Stämme aus dem Beztrk Dutkala haben sich gegen LH re Kaids erhoben. Gruppen von Ulel Fredj, Beni Allel und anderen Stämmen lmbe^ die Häuser der Kaids nieder­gebrannt. Die Aufständifchen beabsichtigen, trcugebliebene Stämme anzugrcisen. In dem Bezirk ist der Handelsverkehr durch die Unruhen lahmgelegt lvorden. Ter Markt, der in dem Ksur der Benn Amra abgehalten wurde, wurde geplündert, wobei zahlreiche Personen getötet worden sind.

Paris, 14. Juli. Nach einer Blättermeldung aus Madrid enthält der französisch-spanische Ver­st ä n d i g u n g s e n t w u r f über die Eisenbahn T a n - gerFez folgende Bedingungen: Die beiden Regicrun- aen werden jenen Punkt bezeichnen, in welchen die Bahn­linie in ihre Zone eintreten soll. Beiden Mächten wird die Befugnis zuerkannt, die Teilstrecke ihrer Zone anzu­kaufen, sobald die Bahnlinie vollendet ijt. An der ^unt Bau und Betrieb der Bahn gründenden farnzöftsch- spanischen Gesellschaft wird, wie schon gemeldet, das fran­zösische Kapital mit sechzig, das spanische Kapital mit vierzig Prozent vertreten sein, doch wird dem ausländischen Ka­pital mit Rücksicht auf die int inernattionalen Umkreis von Tanger geplante Bahnstrecke eine Beteiligung von acht Prozent reserviert. Tie Arbeiten werden entsprechend den Grundsätzen des deutsch-französischen Abkommens im Sub- missionswegc vergeben und zwar in Bau-Losen von zwanzig bis dreißig Kilometer.

Loti don, 13. Juli. TerDaily Telegraph" meldet aus San Seb a st i a n , daß der Sultan M u l a y Hafid

seine Memoiren geschrieben habe. bestanden Lum Teil aus einem Tagebuch und reichten bis in die Zeit der Regierung des Sultans Abdul Asis.

Paris, 13. Juli. TemEcho de Paris" wird aus Bern gemeldet, daß die deutsch-französische K o n g o - K a m e r u n - K o m m i s s i o n ihre Arbeiten heute beenden dürfte, doch werde sie noch gegen Ende dieses Monats behufs Abfassung des Protokolls zusammentreten. Tie Mitglieder der Kommission zeigen sich von ben er­zielten Ergebnissen sehr befriedigt und erklären, daß von Anfang an stets ein gegenseitiger guter Wille geherrscht 'habe, um etwaige Schwterigkeiten zu beheben.

Desst-ches Reich.

M o l d e, 14. Juli. Tie5) o h e n z o l l e r n" ging am 13. Juli morgens 6 Uhr nach Molde in See und trat 10 Ulfr abends nach guter Fahrt hier ein. Am Nachmittag fand beim Kaiser ein kriegsgeschichtlicher Vortrag statt.

Berlin, 13. Juli. Tie in Heft 20 der in Hamburg und Berlin erscheinenden HalbmonatsschriftTie Zeit­schrift" in einem Artikel zur Emdener Hafenfrage unter der UeberschriftTer Kaiser und Hamburg gegen Preußen" ausgesprochene Behauptung, der Kaiser habe einen Teil seiner Kapitalien in Aktien der Hamburg-Amerika- Linie und des Norddeutschen Lloyd angelegt, ist der Nordd. Allgem. Ztg." zufolge völlig erfunden. In dem Vermögen des Kaisers befinden sich keine Hapag- oder Norddeutsche Lloyd-Aktien. Tie aus der Ueberschrift des Artikels zu entnehmende bösartige Insinuation, als ob der Kaiser Hamburgische Interessen gegen Preußen be­günstige, weist dieNordd. Allgem. Ztg." auf das schärfste zurück. TieKöln. Ztg." berichtet dazu: In dem Artikel derZeitschrift" wird auch behauptet, daß ein Beamter des Neichsamts des Innern am letzten Tage der Rcichstags- session einem Reichstagsabgeordneten auf Anfrage nach dem Stande der Emdener Hafenfrage die Erklärung ab­gab, die Sache sei in bestem Gange und könne durch eine Anfrage im Parlament nur gestört werden. Daran ist nach unseren Erkundigungen nur soviel richtig, daß.dem betreffenden Abgeordneten, der sich für die baldige Ent­scheidung im Bundesrat interessierte, gesagt worden ist, diese Entscheidung werde jedenfalls noch vor dem in Kürze bevorstehenden Auseinandergehen des Bundesrats erfolgen, dagegen war der Beamte des Neichsamts zu der Mittei­lung, in welchem Sinne die Entscheidung im Bundesräte fallen würde, wieder imstande noch befugt.

Berlin, 13. Juli. Entgegen den in der Presse auf­getauchten Gerüchten über einen zu erwartenden Rücktritt des Generalstabschefs Moltke wird uns von maßgeben­der Stelle versichert, d-s; sich Moltke der b e^st e n G e s u n d- heit erfreut. Mithin entfällt der Grund sür den in der Presse behaupteten Rücktritt.

Köln, 14. Juli. Die Torpedoboote sind heute vormittag 9 Uhr nach Bonn abgefahren.

Ausland.

Paris, 17. Juli. Anläßlich deS N a ti o n a l f e st e s fand heute in Longchamps Parade statt. Ter Bey von Tunis be­gleitete den Präsidenten, als er die Front der Truppen abschritt. Aus der offiziellen Tribüne bemerftc man u. a. die beiden Söhne El Mokris. Luftschiffe und Flugzeuge kreuzten über dem Paradefeld. Der Parade wohnte außer den ausländischen Offi­zieren und des diplomatischen Korps der Chef des russischen Generalstabes Sckftllinski bei. Präsident Falliöres überreichte den Lustschissertruppen die Fahne des neu geschaffenen Regiments Tür militärische Luftschiffahrt. Der Präsident führte aus: Die Fahne wird inmitten der Armee erscheinen als Symbol des französischen Genies. Sie wird von dem überlegenen, ruhigen Mut der Aviatiker zeugen. Möge sie das Andenken an Die Taten der Armee, der ich'sie anvertraue, erhalten! Die Truppen wurden beim Vorbeimarsch lebhaft begrüßt, besonders die In­fanterie in den neuen Uniformen. Eines der an der Parade teilnehmenden Luftschiffe hatte über Billancourt eine kurze Panne, wodurch es über Paris abgetrieben wurde. Es landete später glatt bei Bibigny. Zu Ehren des Chefs des russischen General­stabes Schill ins ki, des Admirals Fürsten Lieven und der Mitglieder der russischen Milttännission gab Präsident Fal- liöres ein Frühstück, an dem mehrere französische Minister teilnahmen.

London, 17. Juli. Ein Bombenattentat wurde gestern auf den Minister des Innern M a c K e n n a vermutlich von Suffragetten versucht. Diese drohten schon feit längerer Zett, dem Minister des Innern und dem Premierminister Unannehm­lichkeiten zu bereiten. M. fand gestern morgen in feinem Ar­beitszimmer hinter einem Vorhang eine Bombe. Die Bombe wurde unschädlich gemacht.

Als der Schatzmeister L l o y d G,e o r g e heute das Theater zu Kennigton in London betrat, wo er in einer geschloffenen Ver­sammlung zur Feier des Jnkraftttetens der nationalen Versiche­rungsakte eine Festrede halten wollte, wurde er von einem elegant gekleideten jungen Mann, einem Anhänger der Frauenrecht­lerinnen, tätlich angegriffen und über den Kopf geschlagen. Der Attentäter wurde nach heftigem Widerstande in Hast ge­nommen. Während der Rede des Schatzkanzlers darauf unterbrach ihn ein Suffragettenanfyänger nach dem anderen mtt Zwischen- rufen über das Frauenstimmrecht. Die Ruhestörer wurden jedes­mal prompt an die Luft gesetzt.

Moskau, 13. Jutt. Der Reichskanzler ist abge­reist.

Washington, 13. Juli. Die Einfuhr von Absynth in die Vereinigten Staaten wurde vom 1. Oktober ab verboten.

Rom, 13. Juli. DieAgencia Stefanie" meldet aus Me- f urata von gestern: Die Stadt nimmt allmählich ihr ge­wöhnliches Aussehen wieder an. Tie Araber kehren immer zahlreicher mit Tieren und Lebensmitteln in die Stadt zurück. Das einheimische Polizeikorps versieht seit gestern abend den Polizei­dienst.

Aus Statt und Land.

Gießen, 15. Juli 1912.

' Lehrerperfonalien. Uebertragen wurde dem SchulamtSaspiranten Jak. Rittersberger aus Heppen­heim a. d. B. eine Lehrerstelle an der Gemeindefchule zu Unter-Abtsteinach, dem Lehrer Anton Bach zu Rohrbach die Lehrerstelle an der Gemeindefchule zu Vadenrod und dem Schulamtsafpiranten Adolf Engel aus Friedberg eine Lehrer- stelle an der Gemeindefchule zu Ernsthofen. Erledig find: In Offenbach 14 Schulstcllen: 6 sollen mit eoang. und 4 mit kath. Lehrern, 2 mit eoang. und 2 mit kath. Lehrerinnen besetzt werden; die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindefchule zu Zeilbach. '-L'iit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden; die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindefchule zu Bleidenrod. Mit der Stelle ist Orga­nisten- und Lektordienst verbunden.

* Selbstmord. In einem hiesigen Hotel wurde gestern morgen ein Geschäftsreisender tot in seinem Bett auf­gefunden. Ec hatte sich einen Schuß in selbstmörderischer "Absicht beigebracht, was aus einem von ihm hinterlaßenen Schreiben zu entnehmen war.

" Im Ralurlhealer am Ludw lgsdrunncn jaftb am Samstag nach nahezu zweijähriger Pause wieder eine Aufführung statt, die den Bemühungen des Prof. Tr. B ern. deck zu danken ist. Durch die große Hitze und den etwa« zu früh angesetzten Beginn der Vorstellung war der Besuch nicht so wie man e5 hätte erwarten dürfen, aber trotzdem hatte sich eine recht stattliche Schar von Zuschauern ringe- funden. Die Darbietung die von Studenten und Schülern bestritten rourtx. waren im allgemeinen sehr anerkennens­wert, und wenn auch in dem eriien und letzten Gelang des MärchenfpieleS Genoveva eine Entgleisung zu verzeichnen war, ö klappte alles übrige doch ganz famos und die Darsteller konnten sich für den sehr lebhaften Beifall des öfteren bedanken. Besondere Verdienste um die Aufführung erwarben sich Herr Ernst Hody (Siegfried), Frl. Suhl Wilson (Genoveva) und Walter Koeppc als Schmerzenreich. Zu erwähnen sind die Damen Günther, Erna Reumann, Da mb» mann, Nagel, Krausmüller und Else Neumann sowie die Herren Schäfer und VossiuS. Besonders starken Beifall fanden die von Lehramtsreferendar Jul. Walther einstudierten Volkstänze, von denen namentlich der Schwälmer Tanz, an dem sich ein echtes Schwälmer Paar beteiligte, lebhaften Anklang fand. Außer diesem wurde noch die Kutsche, der Schuster, Freut euch des Lebens, und Ningelreibetänze vorgeführt, die alle ausgezeichnet klappten und viel Freude erregten.

Kreis Alsfeld.

3 eil, 14. Juli. Tic im letzten Winter gegründete Schwalm -Antrift-Sängervercinigung hielt heute ihr erstes Bund es fest in Verbindung mit der Fahnenweihe des GesangvereinsGermania" ab. Vor­mittags trafen die Bundesvereine aus Romrod, Bitterts^ hausen, Leusel, Ober-Breidenbach, Angenrod, Arnshain, Storndors, Hopfgarten ein, um 12 Uhr war Hauptprobe; des Massenchors durch den Bundesdirigenten Lehrer Fink- Zell. Um 1 Uhr wurde der Festzug aufgestellt. Nack) An­kunft auf hem Festplatze begrüßten der Bundespräsident Jun g- Ober-Breidenbach namens des Bundes, Lehrer Fmk- namcns des festgebenden Vereins die Vereine. Den Akt der Fahnenweihe nahm Pfarrer Bähringer-Billertshausen vor ,worauf Fräulein Kätchen Fink die Fahne an den Verein übergab. Lehrer Fink leitete dann den Massen­chor, der lebhaften Beifall sand. Dann folgten die Ge- sangsvorträge der einzelnen Bundes- und Gastvereine. Die Gastvereine waren aus Eudorf, Groß-Felda, Erbenhausen/ Ehringshausen, Alsfeld, Nieder-Osleiden, Kirch-Göns, Hai- nartshausen, Angenrod und Oberkleen. Die Lieder­vorträge zeigten, daß der Bund bestrebt ist, dem deutschen Voltsliede eine Heimstätte zu bereiten.

0 Stornd orf, 14. Juli. Eine Frau, die in einer Wiese mit der Heuernte beschäftigt war, bekam einen Sonnenstich und mußte auf dem Wagen nach Hause ge^ bracht werden, wo sie immer noch krank darnieder liegt.

D S ch w a r j, 17. Juli. Heute konnte der hiesige Krieger- v e r e i n auf sein 25jähr iges Jubiläum zurückblicken. Eür schöner Feslplatz zwischen den Straßen SchwarzGrebenau und SchwarzUdenhausen bildete die Grundlage der ganzen Ver- anftaltung. Ein schöner Festzug bildete die Einleitung zum Fest, aftc. Die Ueberreidjung der von dem Kaiser gcitiftcten Fahneni schleife erfolgte durch Kreisamtmann Dr. Seyfarth.

/X Nieder-Ohmen, 14. Juli. Der GelangvereinEm- tradjt" feierte unter ungemein starker Beteiligung sein gol­denes Jubelfest, mit dem das 16. Bundesfeft des Ohm-Lumda-Sängerbundes verbunden war. Fa,t kein Haus war ungeschmückt, zahlreiche Ehrenpforten bciuill!ontmncic: die Festgäste. Im ganzen nahmen 35 Vereine teil. Eingeleitet ivurde das Fest durch einen Kommers am gestrigen Abend. Heut» vormittag trafen die 14 Bundesvereine ein, um unter Leitung des Lehrers Schäfer eine Probe des Massenchors abzuhalten. Mtt dem Sonderzug von Grünberg, von AlSfetd, von Homberg, von Lich her trafen mittags die Gastvereine ein. Besonders geriet die Sängertribüne, die die Jahreszahlen 18621912, mehrere Sängersprüche und einen goldenen Kranz mit der Zahl 50 auswieS. Um 2 Uhr wurde der Festzug ausgestellt, Festreiter und Fest- bamen eröffneten ihn; auf zwei Wagen fuhren die noch lebenden Gründer, dann folgten die Vereine mit rund 1000 Sängern. s2luf dem Festplatz fang der Verein Eintracht den Begrüßungschor^ worauf Lehrer Schäfer namens der Gemeinde die Gäste roiÜA kommen hieß und der Förderer des Volksliedes, des Kaisers und Großherzogs, gedachte. Pfarrer R e u f ch wies in feiner Feld rede auf Ursprung und Entwicklung des Volksliedes hin und scküoh mit einem Hoch auf das deutsche Lied und das deutsche Vaterland. Frl. Minna Reitz übergab namens der Jungfrauen dem Jubel­verein eine blauweiße Fahnenschleife, gefertigt von der Firma Schulze-Gießen. Präsident Hofmann dankte dafür und Bundes­vorsitzender G e ntm e r-Merlau überbrachte die Glückwünsche des Bundes und ermahnte die noch außenstehenden Vereine, dem Bunde beizutreten. Lehrer Schäfer überreizte dann an die Sänger: I. Schellhaas, K. Seim, Sch. Reitz XL, Adam Reitz, Hch, Jockel, K. Becker, W. Volk, H. Becker, Hofmann, Müller, K. Wagner und H. Reitz XIII. Ehrendiplome. Tann wurde das BundesliedEs waren zwei Königskinder" als Massenchor vor­getragen. Machtvoll erscholl dieses prächtige Volkslied aus ixnt 400 Sängerkehlen über den Festplatz. Darnach fangen die ein­zelnen Vereine. Abends ersttahlte der Festplatz in elektrische, Beleuchtung, die Karufseklbesitzer Viehl Nieder-Florstadt stellte Die Dttrsik führte die Kapelle Mank-Wiefeck aus.

Starkenburg und Rheinhessen.

(!) Mainz, 14. Juli. Von jetzt ab ist es gestattet, Ob st bäume, und zwar hauptsäckftich schattenfpendendt (Walnußbäume), in den Kasern enhofen anzupflanzen. Auch darf Spalierobst an den Kasernen gezogen werden. Für die Folge können VolksschuHehrer, die nicht als Einjährig-Freiwillige dienen, nur noch bei der In­fanterie eingestellt werden. Sind sie für diese un­tauglich, dann müssen sie der Ersatz-Reserve überwiesen werden.

Kreis Wetzlar.

w. Wetzlar, 14. Juli. Am Samstag abend brannte es auf dem Büblingshäuser Hof. Das Feuer verbreitete sich mit solcher Macht, daß bald beide Scheuern davon ergriffen waren und auch das Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es sind 40 Wagen Heu sowie die Wintergerste und der Raps verbrannt. Guts< packMr Helm war gegen den Brandschaden versichert, Erst spät kam auswärtige Hilfe.

X Oberbiel, 14. Juli. Hier wurde heute unter reger Beteiligung das Verbandsfest der Krieger­vereine des Kreises Wetzlar gefeiert. Unter den Klängen der Kapelle des 2. Nass. Pionierbataillons Nr. 25 aus Mainz bewegte sich gegen 3 Uhr ein stattlicher Fest/ zug durch die breite Torfstraße. Ter Verbandsvorsitzend- General Caftendyk -Braunfels hielt die Festrede. Für die Kriegervereine der Strecke Lollar-Wetzlar war am AbenL ein Sonderzug eingelegt.

Heffen-Naffau.

w. Wies bad en/13. Juli. Die Witwe des türy lich hier verstorbenen Rentners Wahl begeht heute ir verhältnismäßiger Rüstigkeit ihren 101. Geburtstag