Ausgabe 
15.2.1912 Drittes Blatt
 
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selbst anfartgf, so rammen für sie leibet bie ersten Monate b-Z neuen Rechnungsjahres überhaupt nicht in Betracht, weil der Erlaß der AuSsiihrungsbestimmungcn und die Organisation der Umsahsteuerämter in allen Bundesstaaten sehr geraume Zeit in Anspruch nabm. Jetzt hat sich das Gesetz in dem größten Teil des Reiches, aber keineswegs überall vollständig, eingelebt. In den Sommermonaten waren es 100 000 Mk-, November-Tczember durchschnittlich VA Million, und im Januar 1912 wird sich der Ertrag auf 1630 000 Mk. belaufen. (Hört! Hört!)

Wenn man dieses Fortschreiten der Zahlen zugrunde legt, so ist die Erreichung des BeharrungszustandeS keineswegs außer Ewartung. Bestimmte möchte ich aber noch nicht sagen, nur so viel hinzufügen. daß allerdings die Bestimmungen deS Gesetzes über die Anrechnung zu dem Erwerbspreise und die Abrechnung vom Veräußerungspreise das Geltungsgebiet der Steuer ganz ungemein klein m a di e n. (abfleorD- neter Dr. Arendt: Ahal Hört, hört! Heiterkeit.) Ter Mechtel- stempel hat sich etwas gebessert, der Sch e ck st e m p e l aber nicht. (Hört, hort! links.) Die Erbschaftssteuer wird etwa ^3 Millionen bringen, das sind 4 Millionen mehr als bisher. Wesentliche Ueberschüsse liefern u. a. die Abgaben von Frachturkunden. Renn­wetten, Aufsichtsrat-Tantiemen. Tie Salz st euer zeigt einen unerwarteten Rückgang wahrscheinlich deswegen, weil weniger Gartenerzeugnisse im letzten Herbst eingemacht wurden.

Bei den Getreidezollen, Zuckersteuer und Kaliabgaben spiegelt sich da« tatsächliche Ergebnis von 1911 in den Schätzungen für 1912 nicht vollständig wieder. Immerhin ist der Fortschritt von 1912 gegen 1911 gegemiber dem Vorjahre em wesentlich größerer. Wir hatten 1911 ein Mehr von 49 Mt. honen eingesetzt; dagegen belauft sich für 1912 auf 78 Mil- honen. (Hört, hört!)

Das ist reichlich, aber doch wohl noch vorsichtig geschäht. Hier eben ist es, wo die Wege einer auf das Gleichgewicht des nächsten Etats bedachten und einer auf eine länger Periode vorbedachten Finanzverwaltung aus. einandergehen. Früher schätzte man nach einem in der Ver­gangenheit liegenden Durchschnitt schematisch; dabei muß man aber die Verhältniffe des Einzelfalls mehr berücksichtigen, die offensichtlich nicht wiederkehrendeu Einnahmen ausscheiden und ein Sicherheits- und Tefizitventil einrichten, z. B. bei den Börsensteuern, deren regelmäßiges Ansteigen unmöglich erraten werden kann. Ich warne dringend vor einer Rückkehr zu dem älteren System.

Der Fortschritt der gesamten Zoll, und Steuer'cinnahmen veranschaulicht sich so. Im Durch« schnitt der beiden Jabre 1907/03 sind 1159 Millionen eingekom- men, 1909 1858 Millionen, 1910 1513 Millionen und 1911 werden es sicher über 1600 Millionen sein. Für 1912 haben wir, wie ich schon erwähnte, 1594 Millionen angeseht. Die sonstigen Ein- nahmen entwickeln sich im ganzen durchaus normal. Post und Eilenbahn haben erfreuliche Mehrüberschüsie, die nnS bewegen, 1912 trotz erheblich gesteigerter Mehrausgaben ein Gesamtmehr von 25 Millionen einzustellen. Die Verhältnisie der Reichs- druckerei beginnen sich entschieden zu beflern. Zum erstenmal er­scheint im Etat der Zuschuß aus dem Hinterbliebenen-Versiche- rungS-FondS, 47% Millionen, sämtlich auS 1907. Die U n - ruhen in China werdenunsere Einnahmen-Verhältnisie für 1911 voraussichtlich beeinflussen, weil die chinesische Regierung mit Entschädigungszahlungen im Betrage von 3 Millionen Mark rückständig ist. Ich darf hier wohl gleich er- wähnen, daß wir für 1912 zur Wahrung unserer Interessen in China und zur Erhaltung unserer Besatzung in Kiautschou auf dem entsprechenden Stande eine Mehrausgabe haben werden, die

sich bei Aufstellung deS Etats noch nicht borhcrsehen lieh und sich auf etwa 650 000 Mark belaufen wird.

Bei den Ausgaben haben wir im Jahre 1911 Ersparnisse zu erwarten, wenn auch nicht so hoch wie 1910 und zwar hauptsäch­lich bei den Schuldenzinsen. Die einzelnen Zuschußverwaltungen gleichen ein Mehr und Minder in sich selbst aus. Tie Kolonial- Verwaltung hat eine Hypothek auf ihren hiesigen Grundstück vor- teilhaft verwertet. Im Auswärtigen Amt stehen Mehrausgaben für Reisekosten, Minderausgaben für Gehälter gegenüber. Aehnlich beim Reichsamt deS Innern, das Mehrausgaben durch Mehreinnahmen deS Patent- und Kanalamtes auSgleicht. Heer und Marine haben Mehrausgaben drei bis vier Millionen für Mundverpflegung. Ihnen stehen Ersparnisse bei den Pensionen gegenüber. Eins _ bessere Ausstattung der Armee mit Flugzeugen und Funkenaeräten hat sich als dringlich erwiesen. Der Etat sieht daher 2 Millionen Mark mehr vor, die etatsmüßig eingestellt sind. Ihre Zustimmung wird auf dem vorgeschriebenen Wege eingeholt werden. M

Der Etat für 1912 enthält Mehrausgaben von 140,6 Mil­lionen, aber bei näherem Zusehen wirkt diese Zahl nicht er­schreckend. Zunächst scheiden bei den Ausgaben der Ueberschuh- Verwaltungen 86 Millionen aus, dann aber sind vor allem die Verschiebungen zwischen dem ordentlichen und außerordentlichen Etat zu berechnen. TaS sind 6.8 Millionen für Festungen. 1,8 Millionen für Eisenbahnen und für die Marine 26,4 Mil- lionen, bei letzterer genau um den Betrag, der bei einer früheren Berechnung ins Ange gefaßt war. Da aber die Zuschüsse zu den Schiffsbauten aus dem außerordentlichen Etat größer sind als früher, so werden die Ausgaben für die Wilhelmshavener Werft­erweiterung den Helgoländer Hafenbau und die Küstenbefestigungen insgesamt 16 Millionen auf den ordentlichen Etat Übernommen werden. Demgemäß enthält der ordentliche Etat eine Mehr­belastung um 25,4 Millionen oder die Mehrbelastung steht fast genau auf derselben Höhe wie 1911. Bei dem Heer kommen 15 Millionen mehr für Naturalien in Betracht, weil die Preise im vorigen Jahre außerordentlich hoch waren. Dagegen hat der Etat die Mehrausgaben für die Friebcnsprüsen» bewältigt, ebenso Forderungen für dir Munition dec Fußartillerie. Fuukentcle- graphiedrahte. Feldküchen, eine Anzahl Neubauten und dergleichen.

Bei den Kolonien ist das Mehr eigentlich nur bei Südwest, asrika vorbanden, weil sich unvorhergesebene Schwierigkeiten bei der Diamanten Produktion und der ungünstigen Lage des Tiamantenmarktes herauSgestellt haben. Durch eine Aenderung der Diamanlenabgaben soll möglichst die Diamanten- förbcrung gehoben werden, um die Einnahmen zu vermehren. Wenn aber dec Etat für Südwest eine Mehrausgabe vorsieht, so kommen ihm wieder Ersparnisse voe 1908 zugute. Ostafrika hat sehr erfreuliche Fortschritte gemacht. ES wäre möglich, die BürgschaftSzahlung für bie Zentralbahn vom Etat des Reichs auf den Etat des Schutzgebietes abzuführen, ebenso die Bau­zinsen und die Kosten für die Erschließung des Landes. Die Kosten für das neuerworbene Gebiet Neukamerun lassen sich noch nicht berechnen. Die Neuregelung der Verhält­nisse Neu-GuineaS entspricht den Wünschen des Reichstags.

Die übrigen Ausgaben sind durchaus normal, beim Aus­wärtigen Amt die Erhöhung des Schulfonds auf eine Million, beim Reichsamt deS Innern für Kleinwohnungen auf 4 Millionen. Ebenso die Mehrausgaben für Veteranenbeihilfe, JnvalidenfondS und dergleichen, die zum Teil ausgeglichen werden durch Er­sparnisse im Schuldendienst und Mehrausgaben der kleinen Ver­waltungen sowie die Erhöhung der Matrikularbeiträge. Eine Erhöhung der Beamtenzahl ließ sich nicht umgehen.

Beim Militär wegen der stärkeren Friedenspräsenz, bet den SibitiT Verwaltungen durch eine Zunahme dec Geschäfte. Trotzdem hat die Zabl dec höheren Beamten seit 1909 eher a('genommen, während b:i den mittleren und kleineren Beamten eine Ver­mehrung nicht aufzubalten war. Die Kosten für Hilfsarbeiter stiegen von 81 auf 83 Millionen. Tie Frage des UnterstützungS- frnds soll, wie es wohl keine Bedenken hat, nach dem preußisches Muster geregelt werden.

Ter Erat beruht also im allgemeinen auf bdnfelben" Grundsätzen wie seine Vorgänger.

Ec bestreitet die auS der bisherigen Entwicklung Berber* gehenden Ausgabe» mit dec Entwicklung der bisherigen Sin- nahmen und der Matrikularbeiträge. Ec entlastet den außer- ordemlichen Etat um 80 Millionen und vermindert die Anleihen um 53 Millionen. Sollen wir nun die bisherigen Bahnen ver­lassen, die Ausgabenwirtschaft wieder aufnehmen und die Deckung einem späteren Stadium überlassen? Eine solche Frage bedeutet ungefähr dasselbe wie die schon ge­fallene Bemerkung: Wir schwämmen bereits im Dolde. (Heiter­keit.) Tas ist uns ganz unmöglich, denn wir befinden uns auf dem harten Boden realer Tat- und Geld'achen, auf dem steinigen und dornigen Wege, den jede Finanzverwaltung, insbesondere dieses Reiche», zurückzulegen hat.

Diesen Weg sind wir ein gutes Stück vorwärts gekommen. Wir haben die außerordentliche Uebcrlastung unseres Schatz- anweisungSfoiidS beseitigt, dessen weitere Herabsetzung wir vor- schlagen werden, und bestreiten die lausenden Ausgaben mit laufenden Mitteln. Auf dem Anleihemarkt treten wir nach Be- darf als Käufer auf, und die etwa zu großen Massen der in diesem Jahre verzinslichen Schatzanweisungen suchen wir nach Kräften zu vermindern. Zu diesem Zweck haben wir unS an einer vor kurzem ausgegebenen preußischen Staatsanleihe mit 80 Mil- lionen beteiligt. Tas sind Lebe n s äu ß e ru ng e n, zu denen jede Finanzverwaltung verpflichtet ist, die die Finanzen auf der Höhe und für schwierige Zeiten leistungsfähig erhalten will. Sie zeigen, daß unsere finanzielle Kraft sich wieder zu regen beginnt. Soll aber in Zukunft bie noch nicht ganz vollendete Gesundung unserer Finanzen auch erhalten bleiben, so müssen wir die Mittel weiter anwenden, mit denen wir so weit gekommen sind,

Es steht ein neuer dringender Mehrbedarf bevor, da« kann uns nur Anlaß sein auf dem heilsamen Wege zu beharren: keine Ausgabe ohne Deckung, daS heißt doch ohne Gold- deckung, nicht etwa keine Ausgabe ohne Papier- ohne Bries- bedang. Wenn daS Wohl des Vaterlandes Opfer erheischt, so müssen sie gebracht werden. Die Finanzen sind auch ein Teil der Wehrtüchtigkeit deS Reiches; auch sie müssen gut einererziert sein und vor dem In- und AuSlande untadel- hast dastehen. Sie dürfen nicht als morsch oder gebrechlich an­gesehen werden. Verdienen sie Vertrauen und haben sie dies Vertrauen, bann dienen sie dem Ansehen Deutschlands und damit einer gedeihlichen, friedlichen Entwicklung unseres gesamten StaatSlebenS. (Beifall.)

Ein Vertagungsantrag wird gegen die Rechte an­genommen.

Eingegangen ist ein Antrag Albrecht (Soz.) auf Einstellung eines Strafverfahrens gegen den Abgeordneten Giebel (Soz.) wegen Uebertretung der Polizeistunde im Wahlkampfe. (Große Heiterkeit.)

Donnerstag 1 Ilhr W e i t e r h e r a t u n g, vorher her oben erwähnte Antrag Albrechts'

Schluß 5y* Uhr.

vom hessischen Staatsschuldbuch.

In den» abgelaufenen Teil des Rechnungsjahres, also vom 1. April bis Ende Dezember 1911, haben sich die im Hessischen Staatsschuldbuch eingetragenen Forderungen um 8 841 200 Mk. vermehrt, wovon 2 773 800 Mk. bar eingezahlt wurden. Die gesamte Buchschuld beträgt heute auf 1909 Nonien 73 887 600 Mk., daS sind 16,8 Prozent der eintragsfähigen Staatsschuld. Nach dem Zinssätze verteilt sie sich in folgender Weise: Zu 4% = 581 Konten mit 14105 600 Mk., zu B y, °/0 = 845 Konten mit 33 991400 Mk., zu 3% = 483 Konten zu 25 740 600 Mk.

Die steigende Inanspruchnahme des StaatsschuldbucheS ist in besonderem Maße zu beobachten seit dem Inkrafttreten der Aenderungen zum Schuldbuchzesetz, die neben der Be­freiung von den Eintragungsgebühren wesentliche Erleichter­ungen bei der Legitimation brachten und ferner Bareinzahlungen zur Begründung einer Schuldbuchforderung zulasfen. In letzterem Falle können entweder zum Eintrag bestimmte Schuldverschreibungen aller ZinSgattungen provisionsscei an­gekauft werden, oder eS erfolgt die direkte Eintragung nach dem jeweiligen Kurswert. Die direkte Eintragung ist zurzeit auf die 4prozentige bis 1918 unkündbare Anleihe beschränkt.

Annahmestellen sowohl für einzutragende Schuld­verschreibungen als auch für Geldeinzahlungen sind in Darm­stadt: daS Großh. Staatsschuldbuchbureau (Luisenslraße 1), die Großh. Staatsschuldenkasse unb die Hessische Landes- Hypothekenbank; außerhalb Darmstadt sämtliche NeichSbank" anstalten, die Großh. BezirkLkassen (mit Ausnahme der BezirkS- kassen Gießen I und Mainz I und II), sowie das Steucramt GernSheim. Geldeinzahlungen für Schuldbuchzwecke werden auch von der ReichSpost auf das Postscheckkonto der Großh. Hauptstaatskasse (Nr. 17, Frankfurt a. M.) entgegen ge­nommen. Der Antrag ist in diesem Falle unmittelbar au daS Staatsschuldbuchbureau oder an eine der oben genannten weiteren Annahmestellen zu richten.

Die näheren Bedingungen wegen der Eintragungen sind auS den .Arntl. Nachrichten über das Staatsschuldbuch zu ersehen, die nebst den erforderlichen Antragsformularen bei dem Großh. Staatsschuldbuchbureau in Darmstadt wie auch bei sämtlichen vorgenannten Annahmestellen unentgeltlich zu haben sind.

(Eine Millionenerdschast durch ein vergehen.

Bon Zeil zu Zeit scheint sich die Wirklichkeit ein Vergnügen daraus zu machen, Die schönsten und rührendsten Erfindungen der Ttchtcrphantafie in Den «Schatten za stellen: in Neuijork ift man legt Zeuge einer dieser iouni)erlichen Launen des Lebens, bie den sentimentalsten Roman teidximcn könnte. Vor einer Woche starb derEisendalmkönig des Westens", Edwin Hawlcy, und hinterließ ein Vermögen von rund 200 Millionen Mark; aber fein Testament. Howie»; butte im Fahre 1903 ein Testament gemacht, ba-5 er jedoch 1909 »moder vernichiete, da er seinen Reffen Frederick Crandell, der btS bahnt sein besonderer Günstling gewesen war, enterben wollte. Er machte auch ein neue:- Tenament, aber irgend ein Small verhinderte ihn, das Schrifkstück zu unterzeichnen. Seine Anwälte erklären, daß dieses Versäumnis nur dadurch entstanden sei, weil man ihm der seiner letzten Krankheit die Todesgefahr seines Leidens verheimlichte. Das Vermögen wird jetzt in fünf Teile gehen; vier Teile kommen in die Hände der beiten Brüder und der zwei Schwestern von Hawlei), der fünfte Teil aber wird unter den beiden .'Untern ter inzwischen verstorbenen dritten «Sdnvcftcr verteilt. Eines dieser Kinder ist Frederick Crandell, der nun aus den bescheidensten Verhältnissen plötzlich rum Besitzer von 20 Millionen erhoben wird.

~ Tiesc Erbfchaftsangelegcnii.t hat eine rührende Vorgeichick-re. Frederick Crandell beklcidelc früher eine große Stellung und einen leitenden Posten bei der südlichen Pacificbahn, deren Hatwtaltwnur sein Onkel war. Eine glänzende Zukunft ivuttte dem lungert Manne, er stand unmittelbar un incr Beförderung, bie ihm ein Jahreseinkommen von vielen Hunüerrraufendcn gebradii hatte. Zn dieser Zeit lernte er eine junge Telegraphistin, Miß Mc Manns'

kennen. Ter Onkel war gegen dieseMesalliance", er widersetzte sich der Verlobung und veranlaßte auch, daß daS junge Mädchen seine -Stellung verlor und entlassen ivurbe. Als der junge Crandell von diesen Maßnahmen seines Onkels erfuhr, kannte seine Em­pörung keine Grenzen. Er drang gewaltsam in das Arbeitszimmer Mr. Howleys, stellte feinen einflußreichen Onkel zur Rede und bediente sich dabei einer so kräftigen Sprache, wie kein einziger Börsenmann sie vor dem Eiscnbahiitönig anzuschlagen gewagt hätte. Wenige Tage später heiratete er seine Braut. Der Onkel aber zwang den Reffen, seine glänzenden Stellungen bei der Bahn niederzulegen, ja er bot mit vollem Erfolge feinen weitreichenden Einfluß auf, um die Familie an jeder Hilfeleistung für seinen Neffen zu verhindern. Doch Frederick Crandell gab nicht nach, nach einem Leben in Luxus schreckte er selbst vor der Armut nicht zurück. Es gelang ihm, eine Stellung als Buchhalter zu finden, und bei einem Wochen lohn von 120 Mark lebte er glücklich und zufrieden mit feiner jungen Frau, bis ein Versehen seines unerbitt­lichen Onkels ihm jetzt unerwartet ein Vermögen von 20 Millionen in den Schoß warf.

vermischter.

* Unter dem Verdacht des Mädchenhandels wurden kürzlich in Altona ein angeblicher Emanuel v. Laurent und ein Ehepaar Sunde festgenommen. Tie (Ermittelungen haben ergeben, daß es sich nicht um Mädchenhandel, sondern um einen groß angelegten Heiratsschwindel hantelt. Herr v. Laurent ent­puppte sich als Bruder des Sunde. Er wählte für seine «Schwin­deleien nur einfache Mädchen, beiten er durch sein Auftreten im­ponierte, unb nahm ihnen, nachdem er durch das Versprechen sie zu heiraten, ihr Vertrauen erworben hatte, ihre ersparten Groschen ab. Bruder und Schwägerin dieses Schwindlers spielten dabei bie Pfabfinter. Kriminalkommissar Dr. Kopp vom Po­lizeipräsidium Berlin bittet alle Betrogenen, ihm Mitteilung zu- kommeu zu lassen, damit diese internationalen Verbrecher ihre wohlverdiente Strafe erhalten können. Die Unterfudjuitg gegen das Gaunerklceblatt führt bie Staatsanwaltschaft in Lüneburg.

* Betriebs störun gen in bet 2 cheidungSmühle. In der flotllidjeit Kolonie der Gbemübcn, die in Steno bei der berühmten SchetdungSmichls ihren Wunsch nach Befreutug von den Ehesesseln angemclbet haben, herrscht fanungßlofe8 Entsetzen. Eine schlimme Betriebsstörung ift eingetreten. Tie Richter, die auf Grund der allzu bequemen Gesetze des Staates Nevada Jahr aus Jahr ein Schetdtmgsnrteile sprechen müssen, haben sich geeinigt, um dem Ueberhonbnebmen der Mißbräuche entgegen zu wirken; sie wollen ,bie Methoden zur Erlangung "von Scheidungen reinigen.* Sie können natürlich die unbedenklichen Freiheiten des Gesetzes nicht änbern man kamt sich in Nevada sogar wegen ,getfltgcv vwausamkeit* undUnverträglichkeit" scheiden' lassen, aber die Richter sassen neuerdings die Scheidungskandidaten seht ftreng ins Auge und stellen unter EldeSpslicht peinliche Fragen: Snib Sie allein gekommen oder mit wem? Leben Sie allem oder mit wem? Haben Sie etnen Scelenfreunb ?e Und in den legten zehn Tagen haben nicht weniger als drei Damen, nach sechSmonatlichem kostspieligem Aufenthalt in Reno, erfolglos wieder abreijen mühen; das ersehnte Scheibungsurteil wurde nicht ge­sprochen, weil bie Richtet ienfteUteii, baß bie Damen einen neuen Seelenfreunb nach Reno gleich mugebracht hatten.

vüchettifch.

Zu unseres Großhcrzogs Ernst Ludwig 20jährigem Regierungs-Jubiläum. Im Verlage von Emil Roth in Gießen erscheint demnächst ein 2)ucf), baS nicht nur im Hessenlande, iandern in ganz Deutschland, das stärkste Interesse wecken wird. Dieses Buch ist betitelnEin moderner Regent: ErnstLudwigGroßherzvg von HessenundbetRhci n," unb tostet 1,50 Mk., elegant gebunden 2 Mk. Ter Verfasser Cheiredatteur Hans R. Fischer der als Anreger der großen WeMeier von Johann Guten­bergs 500jährigem Geburtstag unvergessen bleiben wird har voll Frische, Feinheit und Liehe das Lebensbild Ernst Ludwigs gezeichnet. Zur Charakteristik dieser betonter-? fur Hessen beteuxenten Reuerickreinung seren die Eingangsworte Fischers wiedergegeben:Hessens Großherzog Ernst Ludwig, der jetzt i a n 61 ü Iahre reg tert feit dem 13. Marz 1892, lieht un 43. Lebensjahre. Ta ändert »'ich nicht mehr viel an erncS Mannes Charatterbild, auch wenn er Regent ist. Tic Linien werten nur schärfer. Zum ersten Male erfolgt ter Versuch, die 3ugc dieses Fürsten, dem ich nie gefchmcrchelt habe, jestzul)aiten. Wenn uh iljii als den modernsten Regenten rühmt, wenn ich fage, rva» c r Unvergängliches angeregt und gc Ichasft ha:, jo tue iuj es, um zu zeigen, wieviel auch jm

Knorr-1

Hafermehl und

Reismehl

20. Jahrhundert ein regierender, konstitutioneller Herr vermag. Ich schildere nicht nur den verdienstvollsten För­derer der freien und angewandten Kunst vor Allem der letzteren, sondern auch den ver« st ehe n den Freund des Volkes .Ernst Ludwig weiß, dcg int Reiche der Teutfchen manche Schalleir lagern. Er ift ein starte Temperament, eine eigenartige, feinsinnige Erscheinung, beten Leuchtkraft von Darmstadt bis an die entferntesten Grenzen beut« scheu Landes reicht." Tas Buch enthält u. a. folgende Kapitel: Manu und Regent",Bei dcu 'Sauberem her Lanbstraßc, Der Großherzog und bie Kunst",Des GroßherzogS Stellung zur Tichtkunst unb zum Theater",Jm tfnmaar,Kampf M Sieg". ...... .....J

die erfolgreichsten Sechstagcsahrer bei

9/Conlinents, haben auch das bicSfährint 2cd)dtaflcrcnncn 89. Fel:, gewonnen unb gleichzeitig einen deutschen Rekord ausgestellt, in­dem sie rund 3897 Kilometer zurücklegicn. Die siegende Reiscnmmke war, wie auch in allen bisherigen Sechsiagcrennen Europa» der Continental-Pneumatik, den außerdem auch die aroeut dritte und vierte Mannschaft benutzte. ssl,/i

iahen sich seit 40 Jahren als Cindernahrung so vortrefflich lewährt, weil die Fabrikation nach wissenschaftlich bewähr­ten Grundsätzen erfolgt

Du mst eine komische Figur, mein üo. r.

rote du unter Menschen gehst, mit roter Nase, stockheilcr.

,3k. Aenb, stöhnend unb hustend. Einen Katarrh kann natu-.» icber mal bekommen, aber dann tut mon doch <ofort et ' dagegen, damit man die Ehofe baid wieder los rotrd. 3®:i

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