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und
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Kongreß für zamil.eniorschung. ui.
lieber daS bereits gestern kurz erwähnte Thema:
Die Fürsorgeerziehung vom Standpunkte Rassenhygiene
führte Prof. Tannemann aus:
Aus Reffen.
)( Schotten, 12. April. Hier wurde ein nationalliberaler Verein unter dem Vorsitz des Großh. Aktuars Dilling gegründet. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Apotheker Scriba, zum Schriftführer Oberpostasiistent Pfeiffer und als Redner Stadtrechner Glock gewählt.
eine italienische Kundgebung vor Zuara festgehalten Wie ein Telegramm aus den Gewässern aus Macabez besagt, wurde die Ausschiffung des Materials gestern abend hei frischem Winde fortgesetzt. Eine Gruppe Feinde grM B u ch a m e z an, wurde aber durch die Askaris und he !
artillerie unverzüglich zuruckgeworfen. Die Nacht verlies ruhig.
Tuberkulose) Rechnung zu tragen. In vielen Fällen^wird eme Anstaltserziehung aus gesundheitlichen Gründen der Familienpnege vorzuziehcn sein, denn die e vermag, zumal bei so geringen jjut» teln, wie man meistens dafür ausgesetzt findet, oftmals nicht, dem defekten Kinde das Maß körperlicher Pf ege 8U Icuten, welches indiziert ist, und sendet den Zögling schließlich ms Leben hinaus in einer Verfassung, die hinter dem erreichbaren Ziel mehr oder
UMer"AnftaUspflege ist hier aber etwas anderes zu verstehen, wie eine Einweisung in eine der üblichen „Rettungsanstalten . Außer solchen, das Gepräge des Zwangs tragenden Instituten sind andere für die besser gearteten Zöglinge Mit schwächlichcr Gesundheit zu wünschen, denen hier eine allen Indikationen ihrer Konstitution Rechnung tragende P'lege au Teil werden muß.
Aus Untersuchungen über die Beteiligung der gelblichen Jugend an der großstädtischen Prostitution ^rcl^b sich, daß 10 Proz. der registrierten Mädchen int alter von IS—SO yabren standen. Fast die Hälfte davon war bereits svphllitisch infiziert. /tic ! Rassenhygiene hat ein dringendes Intereste daran, daß somit tns- I besondere die zügellose weibliche Jugend früh dem Erziehungs- zwang unterzogen wird. „ .. re.
Vom rassenbugienischen Standpunkte muß man die Einführung von Bestimmungen wünschen, welche verlanaen, daß am Ende der Fürsorgeerziehung die soziale Tauglichkeit des nutr- mehr Erwachsenen nochmals im Hinblick auf die geistige korvern liche Beschaffenheit geprüft wird. Nach.dem Ergebnis dl^er Prüfung sind die weiteren LebenSverhältnuie zu gestalten. Bei allen als minderwertig Befundenen ist Sorge zu tragen, daß sich Ihnen keine Gelegenheit zur Fortpflanzung bietet.
Erwachsen der Rassenhygiene aus der Fürsorgeerziehungs- gesetzgebung, auch wenn die Handhabung der getrogenenJDW „ahmen noch hier und da verbessert werden sollte, zunächst nicht allzuviele Vorteile, so hat sie doch Grund, mit bet Inangriffnahme des Fürsorgeproblems sehr zufrieden zu sein, ^enn das Gesek enthält ein Zugeständnis des (Metjgc&er5 daß der Not der Gegenwart nur durch außergewöhnliche Mittel gesteuert werden kann. Ties läßt hoffen, daß er, wenn bie UnzulängM- feit der zunächst gewählten Bekämpfungsmethode sich mehr unb mehr Herausstellen sollte, auch geneigt lein wirb, dem Rufe bes Rassenhygienikers nach rabikaleren Lorbeugungsmaßregeln Folge I zu geben.
Privatdozent Tr. Berliner (Gießen) sprach dann über Abnorme Anlage und Erziehung.
Ausland.
Der P a p st, von oem in oen letzten Tagen frivol in die Welt gesetzte Gerüchte sagten, daß er gestorben sei, empfing mehrere Personen in Sonder-Audienz und un-1 gefähr 200 Personen in gemeinsamer Audienz. — Kardinal- Staatssekretär Merry bei Val emp.ing wie g.wöhnlrck Frei- tags das diplomatische Korps, das sein Beoauern über die in Madrid verbreitete falsche Nachricht vom Tode des Papstes ausdrüctte und seine Wünsche für ein langes Leben des Pontifex ausfprach. — Zahlreiche Depeschen, welche dasselbe Gefühl ausdrückcn, besonders aus dem .Auslande, sind im Vatikan eingetroffen.
Die französische Regierung beschloß, den Ober-Jn-1 genieur Nouailhac demnächst nach Marokko zu senden, um bie Placierung der geplanten Eijenbahnverbinbung Tanger- Fez zu kubieren. Gegenwärtig liegen zwei Projekte vor, eine direkte Linie von Tanger nach Fez, die zwar nur 300 Kilometer lang wäre, aber beträchtliche Bauschwierigleiten, insbesondere in dem gebirgigen Gelände bei Fez bieten würde, und eine zweite Linie von Fez über Melines nach Tanger, welche zum Teil die geplante Linie Fez—Tabat—Casablanca umfassen und die Wirts u-afttiche Erscylüouug oh undjiigneii, oem irauzosifchen Protektorat unterworfenen, Gegenden ermöglichen würde.
Am Donnerstag abend brau) uu*.er oen ueaeingestellten Truppen im Innern von Nanking eine Meuterei aus. Häuser und Läden wurden geplündert und ge- brandschatzt. Glücklicherweise blieben die regulären Trup. pen treu. Sie umzingelten und uiuerroarfed die Au,ständischen. Die meiste Beute wurde den Plünderern wieder abgenommen. Ter angerichtete Schaden ist unerheblich, die Ausländer blieben unversehrt.
tistik aufsaßt, D o n a t - Crumstadt, der für eine unbedingte De- zentralisation eintritt: Dr. Armin Tille- Dresden, Pfarrer S chi ck-Queckborn, Tr. R ö m er-Jllenau, Tr. Stephan Kckule oonStradonitz, G-H.-Rat Prof. Dr. S o m m e r und Rechtsanwalt Dr. B r e y m a n n - Leipzig. .
Dr. A. von den Velden-Weimar bespricht eine „erweiterte Form der Ahnentafeln für Zweck der Vererbungsforschung".
In der Auseinandersetzung bringen Prof. Froelich in-jena und Prcf. Tr. Riffel in Karlsruhe ebenfalls zwei neue Ahnentafeln in Vorschlag. ,
Dr. B e tz - Mainz behandelt das Thema „Der xurffl’ chnittsmens ch". Ob man theoretisch vom DuraychnMs Menschen reden kann, ist zweifelhaft. Es ist aber wichtig, bet her Behandlung der Erblichkeit geistiger Eigenschaften, sich einen Begriff vom Durchschnittsmenschen zu machen. Man nimmt lercyt an, baß ein in irgend einer Eigensckjaft hervorragendes Individuum in ähnlichen Eigenschaften auch hervorragen müsse, was keineswegs der Fall ist: ein Mathematiker kann ein schlechte: Scmiüp spieler sein. Auch das, was man als eine einzige Eigenschaft ouffafst. ist etwas Kompliziertes und noch Lanz Unerforschtes. Die Psyckwlogie kann großen Vorteil, aus Erb.ichkeltsuntersuch- ungen ziehen, wozu in den Familiengeschichten die geijtigen Eigen- schaf en möglichst e^g-'b'nd xu charakterisieren sind.
Dr. Erzcllitzer-Berlin behandelt in dem Thema „Die 25 e r ’ erbung von Augenleiden" die interen'anten ^Grgeünijic, zu denen er gelangt i|t mit Hilfe seiner tiv€-iiüaa-yen tsippiajaiiy» täfel. Untersucht wurden Fälle von KurzsichtigkeU, lieber» sichtigkeit. Schielen, Augenzittern, Star u. a. Es ließen sich an dem großen Material gewisse Vererbungstendeuzen festü-llen.
Geh.-Rat Prof. Dr. Wilh Ostwald. Groß-Bothen bei Leipzig ist am Erscheinen verhindert. Sein Vortrag
„P e r s ö n l i ch k e i t s f o r s ch u n g" wird von Geh.-Rat Prof. Dr. Sommer verlesen.
In den Fürsorgeerziehungsgesetzen steckt ein rassenhygienischer Kern. Ein Blick auf die Aszendenten (Vorfahren) der Zöglinge lehrt, daß es sich vielfach um Individuen handelt, die als Trager rasseschädlicher Deterbungstendenzen zu gelten haben. Ihre spätere Fortpflanzung wird darum in vielen Fällen nicht wünschenswert sein.
Ta indessen nach dem Gesetz Tausenden von Zöglingen am Errde der Erziehung das Selbstbestimmungsrecht nicht weiter vorenthalten werden kann, so wird auch von vielen eine Pro- genitur erwartet werden müssen.
Vom rassenhygienischen Standpunkte empfiehlt es sich, bie
Deutsches Aelch.
Laut der Konservativen Korre pondcnz sind die neuen Heeres- und Marinevorlagen nunmehr endgültig vom Bundesrat angenommen und werden am Momag abend den Reichstagsabgeordneten als Vorlage zugehem Auch bezüglich der Deckungssrage ist tm Bund°rr°t eine Einigung erzielt worden. Als einzige Vorlage in dieser Beziehung wird dem Reichstag der Entwurf eme-, Gesetzes betreffend die Beseitigung deS Branntweinkontingentes unterbreitet werden. .
Wegen der am 1. Ju i er. mitten 220 M^ionrn Mark öproz. Reichsschatzanweisungen und 201> M- l"nen tproz. preußische Schatzanweisungen ist, wie das WolssfNe Bureau von zuverläs'iger Seite erfährt, folgendes tn Aussicht genommen: Die Reichsfinanzverwaltung, die bereits die am 1. April füllig gewesenen 20 Millionen Mark Schatz- anweisungen zurückgezahlt hat, wird auch von den letzt fälligen 220 Mil'ionen Mark einen Teilbetrag, und -war einen solchen in Höhe von 60 Millionen Mark, zuruckzah.en und demgemäß 160 Millionen Mark prolongieren. Preußen wird den ganzen fülligen Betrag von 200 ^^romn Mark prolongieren, so daß im ganzen 330 Millionen Mark neuer Sckmtzanweisungen zum Umtausch zur Verfügung stehen werden- Die Fälligkeit der neuen L-chatzanwetsungen ist für den größten Teil auf das Fahr 1916, für einen geringen Betrag auf das Jahr 1914 gestellt. Das Umtaufaj* angebot, das sich bei dem Fortdauern der jetzigen Marktlage voraussichtlich auf Pari stellen wird, sock schon Mitte Mai veröffentlicht werden.
Die „Tägliche Rundschau" meldet aus München: Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg wird nur dem Ministerpräsidenten Freiherrn v. Hertling, Nicht Dem Prinzregenten, einen Besuch abstatten.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Einige Blätter lassen sich aus München melden, die Ablehnung des preußisch-süddeutschen L o t t e r i e v e r t r a- ges durch den Finanzausschuß der bayerischen Abgeord- netenkammer veranlaßte die preußische Regierung an Bayern mit einer beträchtlichen Erhöhung der ang.botencn Pauschalrente heranzutreten. Wir sind m der Sage, mit* zuteilen, daß die Meldung jeglicher Begründung entbehrt.
Der Staatssekretär des Reichspostamtes hat an die Oberpostdirektionen eine Verfügung erlassen, in der die Ausdehnung der Sonntagsruhe für die Po st unterbeamten, soweit es sich mit dem Dienst vereinbaren läßt, verfügt wird. Beamte und Unterbeamte sollen in zwei Wochen mindestens einen Sonntag, sei es ein ganzer Tag oder zwei halbe Tage, dienstfrei sein.
In Zittau fand am FreUag wegen Nichtbestätigung des Bürgermeisters Dr. Roth aus Burgstädt zum Oberbürgermeister in Zitlau eine Sitzung des Rates und der Stadtverordneten statt, in welcher ein längeres Schreiben des Kreishauptmanns mit den Gründen, die zur Nichtbestätigung geführt haben, verlesen wurde; daraus wurde einstimmig beschlossen, die Entscheidung des Ministeriums herbeizuführen.
Die Pcrsönlichkeitsforschung gehört zu den werdenden Wissen- schäften, an denen unsere Zeit so reich ist. Sie hat zum Gegenstand bie Frage, wie Bilbung ber einzelnen Persönlichkeiten Don ben Faktoren abhängig ist, welche aus diese bei ihrer Entstehung unb währenb ihrer Entwicklung gewirkt haben. Tie erste tfragc also kommt aus bas Problem ber Vererbung, bie zweite aus bas ber Entwicklung uno Erziehung y.naus. ouc yu Persönlichkeit gibt cs nun, wie immer bei einer roerb?nben Wissenschaft, zwei ganz verschiebene Wege, welche gleichzeitig unb unabhängig voncinanber gesucht und gefunben zu werden Dingen und beten Betreten unb Vertreter nicht selten in einen Gegensatz zueinanbcr bringen. Aus ber einen Seite nämlich erscheint cs wünschenswert ober not wenbig, zunächst bem neuen Gebiete bie vorhanbenen unb bekannten Tatsachen in allgemeinster Weise miteinander zu vergleichen, um baburch bie großen und allgemeinen Züge herauszubekam men, welche diese Talsacyen juiammenDaUcn. um damit d^e Grundlage zu einer naturgesetzlichen Zusammenfassung bilden zu können. Es jind die syntt)-euiu,.li MuM-1, luciwe gto.-e ^cuiaa^ngruppcn zu- fammenfasfen und welche aus ihnen gewisse einfach zu übersehende Gebankenzufammenhänge zu entnehmen wissen, bie aus biescm Wege tätig sinb. In Darwin haben wir einen solchen Kopf kennen
2tu» Stadt un» fand.
liegen, 13. April 1912.
Bürgerverein Gießen.
Tie Hauptversammtutig oes BürgervereinS, bie im Kraale bei Hotel Einhorn stattfand, hatte trotz der Wichtigkeit ber TagcS- orbnung nur einen schwachen Besuch aufzuweisen. Ter Tagcs- orbiiung entsprechen!), gab der Vorsitzende, Lehner Valentin Mutter, emen Fahresrüctblick, bem sich bie Rechnungsablage durch Kommerzienrat Müller anschloß. Hierauf wurde durch Zuruf der seitherige Vorstand wiedergewählt. Der Vor itzende schlotz bie Versammlung um 9h, Uhr, um nach einer kurzen Pause eine Allgemeine Bürgerversammlung, zu ber sich inzwischen auch Wieseäer Einwohner eingcfunDen hatten, zu eröffnen. Die Tagesordnung lautete: Ve rkehrSve r hältnisse.
Professor Rauch sprach zunächst über die NotwendigkeU einer Gießener nunsthatle, als einem unvergleichlichen Anziehungspunkt für die Stadt unb bamit für Hessen. Gerade in Gießen sei eine nunsthalle, bie infolge ber ständig steigenden Preise der Kunstsammlungen kein totes Kapital sei, ein besonderer Anziehungspunkt — denn einmal habe feine andere Stabt in der Umgebung Gießens eine Kunsthalle unb zum andern könne sie die Stadt billig erhalten. Besonders Bilder der hessischen Maler sollen beim Ankauf oerüüsichtigt werben. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse alles mithelsen. Tie Ausführungen fanden großen Anklang. Uclxn Die Unterbringung Der Kunstsammlung entspann sich nun eine lebhafte Aussprache. Tie einen wünschten, daß von der Stadt aus die Bürgermeisterei zur Verfügung gestellt würde, andere Dielten bie alte Klinik für sehr ziveaenisprechend, von dritter Seite endlich wurde ein Neubau vorgeschlagen. Wegen ihrer Wichtiglcü soll bie Frage in ber nächsten Versammlung noch einmal erörtert werben. Nachdem es ber Vorsitzeuoe als dringend wünschenswert bezeichnet hatte, daß bie Frankfurter Straße wegen des flauen Autoverkehrs mit Kicinpflaster versehen würde, wurde bie Bah n* hofssverre besprochen. Es sei bies eine Sonderbeiteuerung,' Die in anderen Städten fehle und die sich die Stadt Gießen uichL gefallen zu lasfcn brauche. Besonders ungerecht müsse bieie Steuer empfunben werben, wenn man bedenke, daß durch sie bie Bahn- oermaltung in bem kleinen Gießen mehr einnchmc, als in dem großen Franffurt, wo bie Sperre fehle. Schließlich beauftragte Die Versammlung ben Vorstand deS Bürgervereins, eine Eingabe an bie Gijenbaynverwaiiulig zu richten, in der die Aufhebung,
Hervorrufen kann. . . . m .
Geh. Prof. Tr. Sommer teilt mit, daß ber 23ortrag ben Abschluß einer schwierigen umsangreichen Arbeit barstellt. .Tic Mikrozephalie ist nur vom pathologischen, nicht vom genealogischen Stanbpunkt zu erklären. Tie Nahtverknöcherung, cm unterstutzenbes Moment, unb bie primäre Wachstumshemmung sinb tfolgen einer gemeinsamen Krankheitsursache. . t r t f
Tr. Olshausen (Hamburg) bemerkt, baß ber Schabe! gewisse Veränderungen aufweist, die aus Syphilis Hinweisen.
Prof. Tr. Teneke erklärt, daß die Frage ber ErbsyphiliS in Bezug auf bie Mikrozephalie noch nicht genügenb durchforscht ist.
Oberarzt Tr. Werner weist baraus hm, baß bie Krankheitsgenese aus Erkrankungen der Schilddrüse eingehender erforscht werden müsse.
Tamll schließt die Nachmittagssltzung.
3. Sitzung.
Dr. Betz-Mainz wlll in einem Vortrag über „Biometrie und Mendelismus" jene im Verhältnis zu diesem in ben Vordergrund gestellt wissen. Die Mendelsche Methode leugnet Den Einfluß entfernter Generationen auf die Vererbung, wahrend Die biometrische Richtung auch in ber Ascendenz gewiße Zahlenverhältnisse festgestellt hat. . . . .., ..
Rechtsanwalt Dr. B r e y m a n n - Leipzig spricht über die „systematische Sammlung van genealogischem Material . Die Stellung Der Genealogie a!8 Hilsswissenschaft, die ihr z. B. von cer Medizin zudiktiert wird, lehnen die Genealogen ab.^ Der Staat versagt der genealogischen Forschung seine Hllfe, Selbsthilfe ist nolwenbig. Private Körperschaften wie die Lebensoer- fia.crungen sollten in ihrem Interesse bie genealogischen Bestrebungen mit Beiträgen unterstützen.
An ber Aussprache beteiligten sich: Sanitatsrat Dr. SBcinbcra*'siuiigart, Der die Genealogie al» medizinische Sta-
über M .. , , ,.
„Familiäre Mikrokephalie", als starker Zurückbleiben des Gehirns und deS Schädels im Wachstum, einhergehend mit mehr ober ntinber hochgrabiger Demenz. Allerbings ist bie angeborene Verblöbung mitunter geringer, als eine erworbene. Als Musterbeispiel bient bie befannte Mikrozephalenfamilie B. aus B. Zahlreiche FoMer haben sich bereits mit der Untersuchung einzelner Glieder der Familie eingehend befaßt, darunter Virchow, Bischoff, Rudmger, Ranke. Tie genealogische Seite ist aber bei.den seitherigen Untersuchungen des Falles zurückgetreten. Es steht hiermit nun folgendermaßen: Tie Mikrozephalie ist nur in einer einzigen Generation ausgetreten. Tie Aszendenz der Generation, die von der । Krankheit befallen wurde, ist nach jeher Richtung frei von Geistes- j krankhciten ober sonstigen Eutartungsmerkmalen. Nachkommen nicht mikrozephaler ©lieber ber erkrankten Generation smb nur spärlich vorhanben, aber sämtlich normal. — Ter Vater ber Mikrozephalen hatte in zwei Ehen Nachkommen. Tie bret Kmber aus seiner ersten Ehe waren ganz normal. Von ben 6 Kmbern ber zweiten Ehe waren 5 mikrozephal, bie anberen 4 mit anberen morphologischen Abnormitäten geringeren Grabes behaftet, Mikrozephalie würbe also hier von ber Mutter m bie Famllie hineingetragen. Tie Mutter aber war selbst geistig ganz normal, ebenso ihre Aszenbenz. Eine körperliche Erkrankung ber Mutter I kommt nach ber Lage des Falles für bie Aktwlogie nicht in Betracht. Tagegen sinb in bem Heimatorte ber Kmber zu einer bestimmten Zeit, als er etwa einige tausenb Einwohner zahlte, noch vier weitere Fälle von Mikrozephalie gezahlt worben Es be- I beutet bies ein geographisch gehäuftes Auftreten biejer Anomalie, und es liegt bie Möglichkeit vor, baß em m ber Helmatgcgenb ber Mikrozephalen steckenbes Gift bie fötale Erkrankung herbeigefuhrt Hal, bie zur Mikrozephalie führte. Em genealogischer Fakwr kann I bei bem Zustanbckommen bes Phänomens nur msojern m betracht kommen, als bas hypothetische Gift bei den B. eme vielleicht familiär lokalisierte, erhöhte Empfänglichkeit vorfarch.
In der Aussprache legt Privatdozent Tr. Strauch (Berlin) bei der Genese der Mikrozephalie das Hauptgewicht aus die Verknöcherung ber Sagiktalnaht.
Tr. Tannenberger stellt fest, daß die Naht nur tn I einem Fall verknöchert war, in dreien aber nicht.
Tr. Strauch bemerkt, daß man bei Hunden durch expert- I mentelle Wachstumshemmung des Gehirns analoge Verhältnisse
Chancen dieser Proyenitur möglichst günstig zu gestalten. Tie Gesellschaft handelt m ihrem eigensten Interesse, wenn sie nicht nur der geistigen Artung, sondern auch ben geiunbheitlichcn Verhältnissen ber mutmaßlichen Aszenbenten ihre Ausmerkfamkeit Fürsorge zuteil werben läßt.
Fm Beginn her Fürsorgeerziehung ist barum außer ber geistigen Artung auch bie körperliche Verfassung zu ^beachten unb den Beziehungen zu konstllutionellen Krantyeiteu (SypYylis
Ter Vortragende gibt einen kurzen Ueberblick über die Hauptsarm abnormer Veranlagung, wobei besonders die ^efektzustanbe auf bem Gebiete ber Affektivität unb beS Willens behanbelt werben.
Tie Frage der Beurteilung dieser Formen abnormer Veranlagung hat besonders seit ber Vervollkommnung ber tfürforgo erziehung burch bas Gesetz vom 1. April 1901, feit ber Errichtung ber Hilfsschulen unb Jugenbgenchte große Praktische Bc- ^Tie Einführung ber psychologischen Analyse in bie pftzchiatrisch- Ninische Untersuchungs-Methobik hat auch auf biesem Gebiete zu einer Vertiefung unserer Kenntnisse geführt. Tas genauere Studium ber persönlichen Veranlagung ist bie Voraussetzung einer erfolgreichen erzieherischen Beeinflussung. Denn gerabe hier mufe dem Prinzip ber Jnbivibualisierung größte Aufmerksamkeit gc- fchenkt werden. Dazu bedarf es des ständigen Zusammenarbeiten^ des Pädagogen unb bes Psychiaters.
Ter Vortragenbe bespricht un Anschluß heran verschiebene Vorschläge, bie zur praktischen Durchführung ber psychiatrischen Untersuchung auf bem Gebiete ber Fürsorgeerziehung geschehen unb realisiert sinb. Er geht babei besonberS auf tue ArbeitÄ- ! lehrkolonie unb Beobachtungsanstalt „Steinmühle (bei Ober- Erlenbach in ber Nähe von Vab Homburg) em, beten staubiger psychiatrischer Beratet er ist.
Als letzter Rebnet spricht Tt. Dannenbetget (Gobbelau)
Ihnen gegenüber stehen die exakten Analytiker, welche hervot- heben, daß vor allen Dingen eine möglichst genaue Kenntnis emcs möglichst großen Tatsachenkomplexes auf dem sm erobcrnben Gebiete erreicht werden müßte, bevor man an die Aufstellung irgendwelcher Gesetzmäßigkeiten gehen könnte. Bon ben beiden Problemen, bie bie Personlichteitswisfenschaft umfaßt, bem Problem Der Vererbung unb bem Problem der individuellen Entwicklung, sott heute nur das erste an einzelnen Punkten beleuchtet tocrbcit
Der wichtigste Fortschritt, welchen die biologische Vererbungslehre in ben letzten Jahrzehnten gemacht Hot, besteht m bet Erkenntnis, baß jcbes Jnbivibuum bie Erbstücke von fernen Dor> obren nicht in stetiger Veränderung übernimmt, sondern sich als ein Mosaik, als eine endliche Anzahl von bestimmte ihrerseits fast (ober auch ganz) unveränderlichen Faktoren oder Elemente darstcllt.
In solchem Sinne hat Ostwald auch seine eignen Stubicn übet bie „großen Männer" genauer gesagt über Die großen morscher Der Wissenschaft angestettt. . , .
Ostwalb bebanoelt bann bie Beziehungen ber Chemie zur psychischen Konstitution ber Persönliclst'eit unb stellt bann eme interessante Hypothese über bie Wechselbeziehungen zwischen psychischer unb physischer Potenz auf. Es scheint em umgekchrtes Verhältnis zwischen geistigen Fähigkeiten unb körperlicher Veranlagung, insbesondere in Bezug auf bie Zeugungsfähigkeit, zu bestehen._____________________
Die Kaiferin in vad-Nauheim.
x Bad-Nauheiin, 12. April. Nicht gestern, wie verschiedene Blätter meldeten, sondern heute nachmittag statteten der Großherzog und bie Großherzogin — im Auto» mobil von Tarmslabt aus — dec Katserin einen Besuch ab. Tie Herrschaften nahmen in ber Villa Gröbel zusammen Das Frühstück em. Auf ihrer gestrigen Spazierfahrt kam bie Kaiserin dis nach Wlsselsheim. Auch heute nachmtttag fuhr sie wieher auö. — Ein kaiserlicher Kaurier überbrachte gestern der Kaiserin Grüße des Kaisers.
Homburg v. h. H., 12. April. Heute nachmittag gegen 5 Uhr traf bie Kaiserin in Begleitung der Gräfin Keller, Des Grafen Liirbach und bc3 Leibarztes Dr. ßundec auf Der Saalburg ein. Sic besichtigten das Museum unb nahmen hierauf un Soalburg-Nestauranl den Tee ein. Stach kurzem Aufenthalt fuhren die Herrschaften nach Bab-Nauheun zurück.


