Ausgabe 
12.6.1912 Erstes Blatt
 
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Deutsche» Reich.

DieNorddeutsche Mlgem. Zeitung" teilt mit: Der König von Bulgarien verlieb dem Reichskanzler das Groß- kreuz de» Ätexanderordens mit Kette, dem Staatssekretär v. i - derlen-Wöchterdas Großkreuz des Alexanderordens und dem Unterstaatsiekrclär des Auswärtigen Zimmermann das Groß- kreuz des Zivilverbieiiüorbens

Im Finanzausschuß der bayerischen Abgeordneten­kammer ist der Lotterievertrag mit Creußen ab- yelednt worden. Die Regierung soll zur Vorlage eines Ge> »e-eS für eine bayerische, vom Staat zu verpachtende Lotterie auigefordert werden

Der der Sornrnertagunq der Deutschen Landwirt- s ch a s t s g esel l s ch a s t in Harzburi wurde d-r enemalige Aolonialnaalssekretar v. Lindequisl in den Ausschuß der KolLnialLdteilung getooblt. Die nächste .Versammlung der deut­

vom hansabund.

Berlin. 12. Juni. Gestern sanden im .Hansa bu n d die Sitzungen des Präsidiums und des Direktoriums unter zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen Deutschlands statt. In diesen wurden zunächst die neuen Richtlinien, welche der Beratung des Gesamtausschusses vorliegen, nach eingehendster Besprechung, den Wünschen von Industrie, Handel, Handwerk und Angestellten entsprechend, sestg« stellt. Das Direktorium des Hansa bundes beschloss ferner, im Herbst dieses Jahres eine Hansa- w o ch e und als deren Höhepunkt einen - weitenallgemeinen deutschen Hansatag abzuhalten.

Ferner ivurden Zu wähl en in das Direktorium und den Gesamtausschuß oorgcnommcn Zum Vizepräsidenten des Hani'a- bundes wurde anstelle des nach Vollendung des 70. Jahres^aus- scheidenden Herrn Rudolf (Lrasemann-Hamburg, dem das Direk­torium seinen aufrichtigsten Tank für die von ihm als Vize­präsident des Hansabundes und Vorsitzenden des Hamburger Zweig- vcreins geleistete Arbeit aussprach, auf Vorschlag des hanseatischen Kreises des Hansabundes Herr Fran; W i 11 h ö f f t, Kaufmann in Firma Arnold Otto Meyer, Mitglied der Handelskammer in Hamburg, einstimmig gewählt.

Auf der heutigen Sitzung des Gesamtausschusses des Hansa- Bundes wird der Präsident Herr Geheimrat Dr. Riesser die Begrüßungsansprache übernehmen Ferner liegt der Bericht des Revisionsausichusscs vor, den sein Vorsitzender, Reichstagsabg. Generaldirektor Ltoewe, verfaßt hat Die Vertretung der Zu­wahlen zum Direktorium und Gesamtausschuß erfolgt durch den Vizepräsidenten des Hansabundes, Landtagsabgeordneten Fabrik­besitzer Steche -Leipzig Ter Geschäftsbericht wird von dem Geschäftsführer des Hansabundes, von Assessor Dr. Kleefeld, erstattet. Die Vertretung der neuen Richtlinien des Hansabundes vor dem Gesamtausschuß liegt in den Händen des Geheimrats Dr. Riesser und des Geschäftsführers des Hansabundes Abgeordneten von Richtbofen. Gestern begann ferner Die Tagung des Handwerkcrausschusses im Hansabund, und es wurde darin das den Richtlinien des Hansabundes beizufügende Hand- werksprogramm und die Organisationsfragen unter dem Vorsitze des Obermeisters Kniest aus Kassel erörtert.

Frankreich und Marokko.

AuS dem dem französischen Kammer au ss chu ß für auswärtige Angelegenheiten vorgelegten Bericht Longs über den mar okta nischen Protektorats- Vertrag, ist noch folgendes zu entnehmen:

Dem Sultan wurde eine Zivilliste von 2800000 Hassan-Peseten gewährt, deren Verwendung keinerlei Kon­trolle durch die französische Regierung unterliegt; eine Million Francs wurden für den Sultan in der Marokkani­schen Staatsbank deponiert, teils ihm direkt ausbezahlt. Außerdem wurde ein Kredit im Gesamtbeträge von einer Million Hassan-Peseten für die Schorfas der scherifischen Familie, für die Instandhaltung der Paläste des Sultans und die Aintsgebäude des Maghzen sowie für unvorher­gesehene Ausgaben bewilligt und mehrere Besitzungen bei Fez und Marrakesch als Privateigentum des Sultans an­erkannt. Schließlich wurde de(m Ätllan für den Fall einer Abdankung eine entsprechende Pension zugesichert und vereinbart, daß er im Einvernehmen mit der französi- schen Regierung einen seiner Söhne zum Thronfolger ernennen tann. Verschiedene andere Forderungen des Sul­tans, z. B. zweiprozentigen Anteil an den für öffentliche Arbeiten in Marokko verausgabten Summen, ein Elektri- zitätSmonopol in Fez. das Recht der Ernennung aller Beamten in den Städten und der Kadis aller Stämme wurden abgelehnt.

Line Rede de; Grafen Tisza.

Als zur Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses am Dienstag einige der oppositionellen Abgeordneten wieder nicht ^ugelafsen werden sollten, blieb die ganze Opposition der Sttzung fern, in deren Verlauf der Präsident Graf Tisza nochmals auf seine Führung der Cöeschäste zu sprechen kam.

Ofen pest, 11. Juni. (Abgeordnetenhaus.) Bei der Verhandlung über die Revision der Hausordnung ergriff der Präsident Tisza von seinem Abgeordnetensitz aus das Wort und führte aus:

Die Obstruktion ist ein chr o n i s ch e s U e bel geworden, das nur durch eine gründliche, wenn auch schmerzliche Operation zu heilen ist. Der Organismus der Nation muß einen Rernigungs- prozcß durchmachen, um wieder die Voraussetzungen zu einer gesunden und friedlichen Wirksamkeit des Parlaments zu er­langen. In diesem feierlichen Augenblick meiner öffentlichen Tätig­keit sei mir gestattet, darauf hinzuweisen, daß seit meinem Ein­tritt in das parlamentarische Leben ich mich mit der Bekämp­fung Der parlamentarischen Anarchie befaßte. Für die Lösung dieses großen Problems setzte ich im gegenwärtigen Stamme gegen die Obstruktion meine Person ein. Gegen das Urteil der Opposition werfe ich mein ganzes in dreißigjähriger ehrlicher Arbeit erworbenes moralisches Kapital in die Wagschale! (Unter begeistertem Beifall erhoben sich die Abgeordneten von den Sitzen. Dieser Umstand enthebt mich der Notwendigkeit, mich gegen den Vorwurf des persönlichen Ehrgeizes und der Herrschsucht zu verteidigen > Zwischenrufe: Ein Schurke, der dies behauptet! Gras Itiia abwehrend: Nicht Schurke, sondern nur Irrender!) Auch Haß führt mich nicht. Durch die Gnade Gottes hat sehr viel Liebe und sehr wenigHaß in meinem Herzen Raum Als ich bei dem vor Jahren unternommenen Versuch der Ni'^erringung der Obstruktion meine warnende Stimme er­hob, vei ballte mein Wort erfolglos. In diesem großen Augen­blick erhebe ich von neuem meine Stimme. Möge die Nation mich hören, ehe es zu spät ist. (Begeisterter Beifall.)

Die mit großer Wärme vorgetragene Rede machte tiefen Eindruck aus die Abgeordneten. Die Revision der Haus­ordnung wurde in namentlicher Abstimmung angenommen.

TaS Abgeordnetenhaus hat sich auf eine Woche ver­tagt. Neber die Wehrvorlage wird am Samstag im Mag­natenhaus verhandelt.

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Wien, 11. Juni. Der Wehrausschuß ncchm die Para­graphen l bis 7 der Wehrvorlage in der Fassung an, in oer sie von dem ungarischen Abgeordnetenhaus beschlossen worden ist. Darauf wurde mit der Verhandlung der folgen­den Paragraphen begonnen. Nächste Sitzung morgen nach­mittag. Fast sämtliche große Parteien des Abgeordneten­hauses sprachen sich bereits für die gestern von der Re­gierung in Vorschlag gebrachte beschleunigte Bera­tung der Wehrreform aus.

schen Landwirtschaftsgesellschaft findet in Berlin statt. Die nächste Ausstellung im nächsten Jahre wird in Straßburg abgehalteu werden.

Ausland.

Tie französische Kammer bewilligte für die Feier des 2 00jährigen Geburtstages Jean Jaques Rousseans einen außerordentlichen Kredit von 30 000 Franks.

fjeer und j-lotte»

Vom Flottenbund deutscher Frauen.

Heidelberg, 11. Juni. Das vom Flottenbund Deutscher Frauen veranstaltete Sommernacht sfeü aus dem Heidel­berger Schloß nahm unter Beteiligung eines viele Tausende zählenden Publikums einen glänzenden Verlaus. Rauschenden Beifall fanden die Aufführungen der Duncan-Tanzschule aus D a r m st a d t. Abends findet eine Beleuchtung des Schlosses statt.

Arbeiterbewegung.

Der Ausstand in London.

London, 11. Juni. Im Unterhaus erklärte auf eine An­frage wegen der Streiklage Premierminister Asquith, die Regierung habe während der letzten zehn Tage jeden Versuch gemacht, den unglücklichen Streik zu einer befriedigenden Lösung zu bringen. Die Vorschläge der Regierung seien aber von beiden Seitenalsnichtannehmbarbefunden worden. Mansay MacDonald fragte, ob die Regierung noch aut dem Stand­punkt stehe, den beiden Parteien ihre guten Dienste anzubieten. Asquith bejahte die Anfrage.

Aus Stadt und (and.

Gießen, 12. Juni 1912.

Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem SchulamtSaspiranten Adolf Schultheis aus Marburg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ulrichstein.

Vom Staatsschuldbuch. Tie am 1. Juli fälligen Zinsen der in das Hessische Staatsschuldbuch eingetragenen Forderungen werden bei allen in Betracht kommenden Hessi­schen Kassen und bei den Reichsbankanstalten vom 17. Juni ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschulden­kasse die durch die Post oder durch Gutschrift auf Reichsbank- Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinsen überweisen.

Landw. Besichtigungsreise. Der Verein ehe­maliger Wetzlarer Winterschüler besuchte am Montag unter Leitung des LandwirtschastSlehrerS HinderS das Landwirt­schaftliche Institut der LandeSunioersität. Professor Dr. GiseviuS hatte die Führung auch durch die Versuchs- und Saatzuchtgärten unternommen. Der AuSflug bot für die beteiligten Landwirte sehr viel Anregung.

"DieHinterlandbahn. Vom Arbeits-Aus- chuß für die Hinterlandbahn WetzlarGla- renoach Biedenkopf Battenberg erhalten wir olgende Mitteilung, die die von uns gebrachte Nachricht über die erfolgte Verständigung ergänzt: Am letzten Don­nerstag fand in Gießen in Sachen der Hmterlandbahn eine Besprechung statt, an welcher 5 Vertreter des Arbeits-Aus­schusses für Wetzlar-Battenberg und 5 Vertreter der Inter­essen des Bieber- und des Verstales teilnahmen. Zweck der Zusammenkunft bildete eine Aussprache darüber, ob ein gemeinsames Vorgehen in der Eisenbahnfrage zweckmäßig und wie es am besten einzuleiten sei. Man einigte sich schließlich dahin, daß der z. Z. aus 15 Mitgliedern bestehende Arbeitsausschuß durch Vertreter des Biebertales, und der Stadt Gießen auf die Zahl von 25 verstärkt und der An­schluß von Gießen an die Linie GladenbachWetzlar durch eine seitliche Flügelbahn in das Arbeitsprogramm aus­genommen werden soll; werter wurde von feiten des Bieber - oezw. des Verstales die Ausarbeitung und Vorlage genauer technischer und wirtschaftlicher Unterlagen für einen An­schluß auch des Verstales zugesagt, von den Ver­tretern des Arbeitsausschusses dagegen eine eingehende sach­liche Prüfung dieser Unterlagen nach der Richtung ver­sprochen, ob die neu vorgeschlagene Eisenbahn mindestens gleiche oder größere Vorteile erwarten läßt, als die bisher von ihm untersuchte Linienführung. Von dem Ergebnis dieser Prüfung wird es abhänaen, ob und in welcher Form die Aufschließung des Verstales durch eine Schienen-Ber- bindung angestrebt und befürwortet werden kann.

** Stadttheater. Am Dienstag, den 18. Juni, findet das erste Operetten ga stsp i el des Großh. kur- theaters Bad-Nauheim statt. Gegeben wird Johann Strauß melodiöses WerkEine Nacht in Venedig", eine Ope­rette, die den Solisten dankbare Partien bietet und der Regie Gelegenheit zu sehenswerten Bühnenbildern gibt. Von den Solisten sind Fräulein Thaller, Herr Beer und Herr Harden vom vergangenen Jahr her noch in bester Erinnerung, dazu kommt als erste Soubrette Frl. Alma WallS vom Stadttheater in Basel. Die charmante Künst­lerin war die letzten drei Sommerspielzeiten am Emser Kurtheater engagiert und war dort der Liebling des Publi­kums. Sie ist von Gastspielen hier ja aus das vorteilhafteste bekannt. Die Preise sind die üblichen Operettenpreise, doch zahlen Abonnenten gegen Borweis des ersten Ermäßi­gungskupons für Operetten nur gewöhnliche Preise. Be­stellungen bittet man an die Kasse des Stadttheaters zu richten.

" Die Anlagemusik gelegentlich der Postkattenwoche der Großherzogin findet heute abend von 67 Uhr auf dem Lin den platz (ausgeführt von der RegimentSmusik) statt. Spielplan: 1. Berlin bleibt Berlin! Marsch von Fr. v. Blon; 2. Ouvertüre zur Oper .Wenn ich König wär' von A. Adam; 3. Fantasie auS B. Maillatts Oper ,DaS Glöckchen des Eremiten' von F. Rosenkranz; 4. Walzer aus Offenbachs Oper .Hoffmanns Erzählungen' von O. FetrüS; 5. Wir präsentieren! von H. Ailbout.

" Abonnements-Konzerte unsererRegimentS- kapelle. Das 2. Abonnements-Konzert findet, wie bereits auf dem Spielplan des 1. Konzertes angezeigt wurde, am Donnerstag, 27. Juni, statt. Obermusikmeister Löber wird an diesem Abend ein auserlesenes Operettenprogramm bringen, das bekannte Perlen der Wiener Operettenmusik und die neuesten Operetten-Schlager: Walzer auS Moderne Eva und Gngri, LiebeStanz auS Madame Sherry enthält, ferner Teile auS zwei ganz neuen Werken, die sich erst ihren Erfolg er- rmgen müssen. Wir weisen daraus hin, daß auch jetzt noch AbonnementSkatten auSgegeben werden.

Jugendfest. Auf Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung soll dieses Jahr wiederum das man kann wohl sagen populärste aller Gießener Feste, daS Jugend- fest abgehalten werden. Als Tag ist der 26. Juli, bei ungünstigem Wetter der- 26. Juli in Aussicht genommen. Bereits am nächsten Freitag tritt der Festausschuß zur Be­ratung über die Gestaltimg deS Festes zusammen, worauf die

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oiclfcihani Vorarbeiten ui vollem Umfang ausgenommen wer. den sollen. Das Wott .Jugendfest" hat bei der gesamten Gießener Einwohnerschaft von alterSher einen ganzbesonderS guten Klang gehabt, und eS steht zu erwarten, daß alle be­teiligten Faktoren auch diesmal wiederum ihre Kräfte in den Dienst dieser guten Sache stellen werden, damit auch das diesjährige Jugendfest, daran sich die gesamte Gießener Ein­wohnerschaft stets zu beteiligen pflegte, in allen Teilen wohl- gelungen werden möge.

** Jugendwehr. (Verspätet eingegangen Am Samstag veranstaltete die 1. und 2. Abteilung eine Marschübunq, an die sich eine Erkundungsaufgabe derart anschloß, daß eine blaue Rad­fahrabteilung die Stärke der Besetzung des Ortes Allen- dorf an der Lahn feststellen sollte. Eine rote Abteilung halte Die drei nach Lützellinden, Mein-Linden und Tw'en» Hosen führenden Ausgänge von Aliendorf besetzt und Späher weiter oorget rieben. Trotz alledem gelang es einer blauen Patrouille, mit zwei Leuten durchzubrechen und die gan^c feindliche Aufstellung dem eigenen Führer richtig zu melden. Auf dem Heimmarich und während des Borvoslendienstes wurden die Jungen über die Umgebung Gießens aufgeklärt, auch in der Be- urleilunZ der landwirtschaftlichen Erzeugnisse unterrichtet. Unter Gesang froher Marschlieder wurde Klein-Linden durchzogen und in Gießen eingerückt. Am Sonntag wurde von den Abteilungen 3 bis 7 dieselbe Hebung vorgenommen, die am 2. Juni von der 1. und 2. Abteilung erledigt worden war Das Abkochen und Lager aufschlagen war vom besten Wetter begünstigt und batte eine ganze Anzahl Biwackgäste nach der Badenburg gelockt. Trotz der großen vorausgegangenen Anstrengungen hielten sich die Jungen wacker und rückten in flottem Marschschritt in Gießen ein. Auch bei dieser Uebung wurden die Jungen in Heimat- und Naturkunde unterwiesen und es wurde versucht, ihnen möglichst selb­ständiges Entscheiden und Handeln anzuerziehen. Trotz mancherlei Anfeindungen findet die Einrichtung der Jugendwehr mit ihrer segensreichen Einwirkung auf die Entwicklung der Jungen immer mehr Anklang, was sich besonders durch die ständig einlaufcnbeu Neuanmeldungen zeigt.

Landkreis Gießen.

Grünberg, 11. Juni. Im Merlauer Teich wäre gestern beinahe ein dreizehnjähriger Schüler ertrunken, wenn er nicht von einem jqngen Manne namens Rübsamen mit eigener Lebensgefahr und unter Mithilfe eines anderen jungen Mannes namens Rettig gerettet worden wäre.

Kreis Büdingen.

x Nidda, 11. Juni. Bei der Anlage eines Blitz­ableiters auf dem Johannitterturm die cchemaliae Johannitterkrrche wurde im 30jährigen Krieg zerstört bis auf den Turm) stellte sich heraus, daß das Gebälk, in dem der Wetterhahn saß, a n g e f a u l t war. Dachdecker- meister Ortt übernahm die Arbeit, den Knopf nebst Hahn herabzunehmen. Er brachte ein Gerüst an der Nordseite des Turms an und ncchm heute Knopf und Hahn herab. Im Knopf fand sich ein irdenes Töpfchen mit der Jahreszahl 1804. Es enthielt 3 Schriftstücke, 2 von 1796 und eins von 1804. Letzteres berichtet von einem Blitzschlag, bet den Turm traf, ohne zu zünden, aber große Verheerungen am Gebälk verursachte.

Kreis Schotten.

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Wien, 11. Mai Czakav ist gestern obend unweit vom Srraßtzof, über 20 Kilometer vorn Flugfeld Aspern enrientt,. m entern mannshohen Kornfelde gelandet, da er befürchtete,,

AuS dem Vogelsberg, 11. Juni. Der Zweig- verein Darmstadt des V. H. C. hat befchloffen, am Bilstein ein Schutz hauS zu errichten. Von Teilnehmern an der letzten Wanderung wurde bereits eine erhebliche Summe gezeichnet, so daß der Plan schon bald zur Ausführung ge­langen dürfte.

Starkenburg und Rhcinheffen.

R. B. Darmstadt, 11. Juni. Der Erfolo derPost­kartenwoche der Großherzogi n" wächst mit jedem Tag. Auch heute nähmen Verkauf und Absendung der Post­karten großen Umfang an. Besonders unterstützt wird der Erfolg durch die vorn Großherzogspaar ausgegangene Idee, die Postkartenwoche mit den Postluftfahrtcn zu ver­binden. Mehr als lange statistische Angaben darüber be­weist die folgende, heute nachmittag vom Luftpostamt er­lassene Bekanntmachung:Da bereits allein in Darmstadt und Frankfurt a. M. ca. 250 Kilo Luftpo ft karten nach den Bedingungen der kaiserlichen Reichspost durch die Luft befördert werden müssen, wird, wenn der Andrang bleibt, der Preis der Luftpostkarten auf 20 Pfg. heraufgesetzt werden müssen. Es wird dann eine neue Karte zu 20 Pfg. herausgegeben." Da in der Stadt von zahlreichenfliegenden Händlern" für die Postkarten schon 3050 Pfg. verlangt wurden, wetl angeblich schon alles ausverkaust sei, machte das Luftpostamt weiter bekannt, daß am Nachmittag weitere 40000 Postluftkarten zum Vci> kauf kommen würden. Nachdem jüngst vom Großherzog demFesthausfonds" in Darmstadt eine Stiftung von 21000 Mk. zugewendet worden war, ist heute durch Frhr. Max von Heyl dem Verein eine weitere Schenkung von 10,000 Mark überwiesen worden.

Kreis Wetzlar.

8 Groß-Rechtenbach, 11. Juni. Während nächsten Sonntag, 16. Juni, daS Hüttenberger SängerbündeS- fest in Volpertshausen gefeiert wird, an dem etwa . 400 Sänger beteiligt sind, findet das Hütten berg er Verbandskriegerfest am nächstfolgenden Sonntag, | 23. Juni, hier statt.

Heffen-Naffau.

[] Marburg, 11. Juni. Bei einem über ^>em Et>4- borfer Grund nicbergegangencn schweren Gewitter schlug der Blitz mehrmals ein. So würbe in Leibenhofen ein Dachgiebel zerstört, sowie dem Landwirt Deubel eine fluh und dem Landwirt Hermann mehrere Schafe und ein Schwein | vom Blitz erschlagen.

Limburg, 11. Juni. Der kürzlich verstorbene Bei- j geordnete Dr. Wolff hat der Stabt Limburg Legate in ber Gesamtböhe von etwa einer Vie rtelmil lion Mark ] vermacht. DaS stäbtische Gymnasium unb Realprogymna- fium erhält 125 000 Mark. Die Villa beS Verstorbenen im | Werte von 100 000 Mark erhält nach bem Tobe seiner Frau I die Stabt Limburg als Bürgermeisterwohnung. Den großen I Garten in ber Diezerstraße (Wert etwa 50000 Mk.) bekommt I ebenfalls bie Stabt.

FC. WieSdaben, 11. Juni. Gestern Abenb wurde eine Dame von dem Zuge WiesbadenLimburg, der 9,12 Uhr AbolfSeck passiert, in ber Nähe ber Frankenberger Mühle über­fahren unb getötet. TaS Amtsgericht Langenschwalbach hat feslgestellt, baß eS sich um eine 25 bis 30 jährige Frau han­delt. Sie trug Visitenkarten bei sich, die ben Namen Man« von Zuccalmaglio zeigten.